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Akklimatisation spielt im Triathlon eine zentrale Rolle, insbesondere angesichts der extremen körperlichen Anforderungen und der unterschiedlichen klimatischen Bedingungen, denen sich die Athletinnen und Athleten oft gegenübersehen. Da der Triathlon in verschiedenen Umgebungen und Klimazonen stattfindet – von heißen, feuchten Tropenregionen bis zu kalten, windigen Küsten – ist die Fähigkeit des menschlichen Körpers, sich an diese Umstände anzupassen, von entscheidender Bedeutung für die Leistungsfähigkeit und Gesundheit des Athleten. Der Beitrag befasst sich mit der Bedeutung der Klimaanpassung im Triathlon sowie den daraus resultierenden physiologischen, taktischen und gesundheitlichen Auswirkungen, die mit unterschiedlichen klimatischen Bedingungen einhergehen.

Unter Akklimatisation wird der physiologische Anpassungsprozess des menschlichen Körpers an veränderte Umweltbedingungen, insbesondere an neue klimatische Gegebenheiten wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Höhe oder andere Umweltfaktoren, verstanden. Der Prozess der Akklimatisation ermöglicht dem menschlichen Körper, effizienter mit den neuen Umweltbedingungen umzugehen. Dadurch werden Stress sowie negative Auswirkungen auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit reduziert.

Ein exemplarisches Beispiel ist die Adaption an Hitze und Luftfeuchtigkeit, wie unter anderem beim IRONMAN Hawaii erforderlich: Der Organismus optimiert die Fähigkeit der Thermoregulation. Durch Akklimatisation optimiert der menschliche Organismus seine Regulationsfähigkeit hinsichtlich der Körperkerntemperatur. Bei intensiven Belastungen in der Hitze erlangt der menschliche Körper die Fähigkeit, effizienter zu schwitzen und den Blutfluss zur Haut zu optimieren, wodurch eine verbesserte Kühlung gewährleistet wird. Dies resultiert in einer Reduktion des Risikos für Hitzestress und Hyperthermie. Bei Kälte hingegen erlernt der Organismus die Speicherung von Wärme und eine Reduktion der Durchblutung der Extremitäten.

Triathlon ist eine Ausdauersportart, welche mit Schwimmen, Radfahren und Laufen gleich drei elementare Disziplinen des Ausdauersports umfasst. Die drei Disziplinen werden von Athletinnen und Athleten ohne Unterbrechung absolviert, was hohe körperliche und mentale Anforderungen mit sich bringt. Neben der Beherrschung der sportartspezifischen Techniken und der Optimierung der körperlichen Leistungsfähigkeit stellt die Anpassung an verschiedene Umweltbedingungen, insbesondere an das Klima, einen entscheidenden Faktor für den Erfolg im Triathlon dar.

TRAINING Die Bedeutung der Akklimatisation im Triathlon / Swimming @ IM Hawaii 2010 © Stefan Drexl

1. Wie wirkt sich das Klima auf die Leistung im Triathlon aus?

Das Klima wirkt sich auf verschiedene Weise auf die Leistungsfähigkeit von Triathletinnen und Triathleten aus. Die wesentlichen Faktoren, welche die körperliche Beanspruchung erhöhen und sich direkt auf die Leistung auswirken können, sind die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit, die Windverhältnisse sowie die Sonneneinstrahlung.

Der Prozess der vollständigen Akklimatisierung variiert in Abhängigkeit von der individuellen Fitness sowie den spezifischen klimatischen Bedingungen und erstreckt sich über einen Zeitraum von mehreren Tagen bis zu Wochen. So kann beispielsweise eine Akklimatisierung an heißes Wetter durch gezieltes Training in der Hitze eine Erhöhung der Schweißrate und eine Verringerung der Elektrolytverluste bewirken, wodurch das Risiko einer Dehydrierung und eines Hitzeschlags reduziert wird.

TRAINING Die Bedeutung der Akklimatisation im Triathlon / Cycling @ IM Hawaii 2018 © Klodian Mitri

1.1 Temperatur

Die Temperatur stellt einen wesentlichen Faktor in der thermoregulatorischen Belastung der Athletinnen und Athleten dar. Ein Anstieg der Temperatur kann zu einer Hyperthermie führen, welche die sportliche Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigt. Der menschliche Organismus ist folglich gezwungen, Energie aufzuwenden, um die Kerntemperatur durch Schwitzen und eine gesteigerte Durchblutung der Haut zu regulieren. Dies hat jedoch eine Reduktion der verfügbaren Energie für die Muskulatur zur Folge.

Studien belegen, dass bereits eine moderat erhöhte Körperkerntemperatur zu einer signifikanten Abnahme der sportlichen Leistungsfähigkeit führt, da sowohl die kognitive als auch die muskuläre Leistungsfähigkeit beeinträchtigt wird. Gleichzeitig ist das Risiko von Hitzekrämpfen, Erschöpfung und Hitzschlag signifikant erhöht, insbesondere bei längeren Wettkämpfen wie einem Triathlon.

Demgegenüber stellen kalte Temperaturen andere Herausforderungen dar. Ein nicht adäquat auf Kälte vorbereiteter Körper kann einer Unterkühlung (Hypothermie) erliegen, was eine Reduktion der Leistungsfähigkeit sowie eine Erhöhung des Verletzungsrisikos zur Konsequenz hat. Dies resultiert in einer verminderten Effizienz der Muskelkontraktion sowie einer Beeinträchtigung der Bewegungskoordination.

1.2 Luftfeuchtigkeit

Die Luftfeuchtigkeit übt einen maßgeblichen Einfluss auf die Wärmeregulation des menschlichen Körpers aus. Eine hohe Luftfeuchtigkeit führt zu einer erschwerten Verdunstung des Schweißes, wodurch die Kühlfunktion des Körpers beeinträchtigt wird. In der Konsequenz besteht ein erhöhtes Risiko für eine Überhitzung, da die Körperwärme nicht adäquat abgeführt werden kann. In feuchtwarmen Klimazonen ist das Risiko einer Dehydrierung und eines Hitzestresses signifikant erhöht, da die Schweißproduktion gesteigert wird, ohne dass dies zu einer effektiven Kühlung führt.

In kalten Umgebungen hat eine niedrige Luftfeuchtigkeit andere Auswirkungen. Sie kann zu einer erhöhten Dehydrierung führen, da der Körper auch bei niedrigen Temperaturen Wasser über die Atemluft verliert. Zudem kann die trockene Luft die Atemwege reizen und das Atmen erschweren.

1.3 Wind

Die Einwirkung von Wind auf die Leistung im Triathlon kann sowohl förderliche als auch hinderliche Effekte nach sich ziehen. Die Unterstützung durch Rückenwind kann für Athletinnen und Athleten während des Radfahrens oder Laufens von Vorteil sein, da sie den Luftwiderstand reduziert. Gegenwind stellt jedoch eine erhebliche zusätzliche Belastung dar, insbesondere im Radfahren, wo der Luftwiderstand einen Großteil der Energie beansprucht.

Des Weiteren können starke Windböen das Gleichgewicht auf dem Fahrrad beeinträchtigen, was für die Athletinnen und Athleten eine zusätzliche mentale Herausforderung darstellt. Windige Bedingungen erschweren zudem das Schwimmen, insbesondere in offenen Gewässern. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Wellen und Strömungen die Schwimmtechnik und Orientierung behindern können.

1.4 Sonneneinstrahlung

Eine hohe Intensität der Sonneneinstrahlung führt zu einer erhöhten Wärmebelastung des Organismus, wodurch das Risiko für einen Sonnenbrand sowie für die Entwicklung von Hautschäden signifikant ansteigt. Die genannten äußeren Faktoren wirken sich zudem indirekt auf die Leistungsfähigkeit aus, da der menschliche Körper einen erhöhten Energieaufwand für den Schutz der Haut aufbringen muss, was sich in einer verstärkten Durchblutung der Haut und einer vermehrten Schweißproduktion äußert.

Anpassungsstrategien an klimatische Bedingungen im Triathlon

Um die Leistungsfähigkeit unter verschiedenen klimatischen Bedingungen zu optimieren, ist die Entwicklung gezielter Anpassungsstrategien durch Triathletinnen und Triathleten erforderlich. Dies umfasst sowohl präventive Maßnahmen als auch Strategien, die während des Wettkampfs zum Einsatz kommen.

TRAINING Die Bedeutung der Akklimatisation im Triathlon / Running @ IM Hawaii 2018 © Klodian Mitri

2.1 Hydration und Elektrolytausgleich

Die Aufrechterhaltung eines optimalen Flüssigkeitshaushalts ist von entscheidender Bedeutung, um Dehydrierung und Elektrolytstörungen zu vermeiden. Insbesondere bei heißen und feuchten Bedingungen ist es für Triathlet*innen essenziell, eine ausgewogene Flüssigkeitszufuhr zu gewährleisten, welche neben Wasser auch Elektrolyte wie Natrium, Kalium und Magnesium beinhaltet. Die Einhaltung eines gezielten Flüssigkeitsplans, welcher während des gesamten Wettkampfs konsequent befolgt wird, ist unabdingbar, um die Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten.

2.2 Adaption der Renntaktik

Im Rahmen einer effektiven Wettkampfvorbereitung ist es für Triathletinnen und Triathleten unerlässlich, die Renntaktik an die vorherrschenden klimatischen Bedingungen anzupassen. Bei extremen Wetterbedingungen ist eine Reduktion des Tempos zu empfehlen, um eine übermäßige Belastung des Organismus zu vermeiden und einer Überhitzung oder Dehydrierung vorzubeugen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, die Verteilung der Energie auf die verschiedenen Disziplinen an das vorherrschende Klima anzupassen, um eine konstante Leistungsfähigkeit über die gesamte Renndauer zu gewährleisten.

Ein Athlet oder eine Athletin, der/die über eine entsprechende Akklimatisation verfügt, ist in der Lage, intensivere und längere Belastungen in einer als stressig wahrgenommenen Umwelt zu bewältigen. Diese Tatsache erlangt insbesondere im Triathlon eine hohe Relevanz, da die drei Disziplinen unterschiedliche körperliche Anforderungen an den Athleten stellen. Eine effektive Akklimatisation kann gewährleisten, dass die Leistung in einer Disziplin nicht beeinträchtigt wird, da der Körper nicht mit der Temperaturregulation beschäftigt ist.

2.3 Equipement und Kleidung

Die adäquate Wahl des Equipements und funktioneller Kleidung stellt einen wesentlichen Aspekt der Akklimatisation dar. In heißen Klimazonen kann leichte, atmungsaktive Kleidung dazu beitragen, die Körpertemperatur zu regulieren und die Schweißverdunstung zu erleichtern. Gleichzeitig ist auf einen adäquaten Sonnenschutz, wie beispielsweise UV-sichere Kleidung und Sonnencreme, zu achten. In kalten Umgebungen sind winddichte und wärmeisolierende Materialien erforderlich, um eine Unterkühlung zu verhindern.

2.4 Präventionsmaßnahmen und Gesundheitsrisiken

Die Akklimatisation ist nicht nur aus leistungsorientierter Sicht von Relevanz, sondern auch für die Gesundheit der Athletinnen und Athleten von großer Bedeutung. Eine unzureichende Anpassung an das Klima kann zu ernsten gesundheitlichen Risiken führen, darunter Überhitzung, Dehydrierung und Unterkühlung. Präventive Maßnahmen wie regelmäßige Gesundheitschecks, eine angepasste Ernährung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie das Monitoring der Körpertemperatur sind von entscheidender Bedeutung, um klimabedingten Gesundheitsgefahren entgegenzuwirken.

FAZIT

Die Adaption an klimatische Gegebenheiten stellt einen wesentlichen Faktor für die Leistungsfähigkeit und Gesundheit von Triathletinnen dar. Die Berücksichtigung unterschiedlicher klimatischer Einflussfaktoren wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Wind und Sonneneinstrahlung ist von entscheidender Bedeutung, um eine optimale Leistungsfähigkeit zu gewährleisten. Dies erfordert die Entwicklung spezifischer Anpassungsstrategien, die darauf abzielen, die thermoregulatorische Belastung zu minimieren.

Die Akklimatisation, eine angemessene Hydration, die Verwendung adäquater Ausrüstung sowie taktische Anpassungen stellen dabei die wesentlichen Maßnahmen dar, um unter verschiedenen klimatischen Bedingungen erfolgreich zu sein und gesundheitliche Risiken zu minimieren. In zukünftigen Forschungsarbeiten sollte der Fokus auf den individuellen Anpassungsfähigkeiten von Athletinnen sowie der Optimierung von Klimastrategien im Triathlon liegen.

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Klodian Mitri
Stefan Drexl

Das Fasten erfährt im Ausdauersport insbesondere in der Ausprägung des intermittierenden Fastens oder Training im nüchternen Zustand zunehmende Verwendung als Methode zur positiven Förderung spezifischer Anpassungsvorgänge im menschlichen Stoffwechsel sowie der individuellen Leistungsfähigkeit. Sehr sinnvoll kann aber auch ein Fasten über mehrere Tage oder Wochen sein. In Hinblick auf die Effekte des Fastens im Ausdauersport lassen sich mehrere Bereiche zusammenfassen, in denen derartige Wirkungen zu beobachten sind:

1. Verbesserte Fettverbrennung durch Fasten

Ein Training auf nüchternen Magen, d. h. nach einer längeren Fastenperiode (z. B. nach der Nacht oder mehreren Stunden ohne Nahrung), führt zu einer vermehrten Mobilisierung von Fettspeichern durch den Körper. Dies ist insbesondere für Ausdauersportarten von Nutzen, bei denen es von Bedeutung ist, über einen langen Zeitraum Energie bereitzustellen, da die Kohlenhydratspeicher, insbesondere die Glykogenspeicher, begrenzt sind.

Der Effekt einer optimierten Fettoxidation besteht in einer Förderung der Ausdauerleistung, da der Athlet bei längerem Training auf die größeren Fettreserven zugreifen kann.

2. Fasten ermöglicht metabolische Flexibilität

Durch das Fasten wird die sogenannte metabolische Flexibilität des Körpers gefördert, wobei es sich um die Fähigkeit handelt, je nach Bedarf zwischen der Verbrennung von Kohlenhydraten und Fetten als Energiequelle zu wechseln. Dies ist von entscheidender Bedeutung für Ausdauersportler, die eine Stabilisierung ihrer Leistung über verschiedene Intensitäten hinweg anstreben.

Der Effekt besteht in einer gesteigerten Effizienz der Fettverbrennung bei gleichzeitigem Erhalt der Fähigkeit zur schnellen Glykogen-Resorption bei höherer Intensität.

3. Optimierung der Glykogenspeicher

Ein Training bei niedrigem Glykogenspiegel oder eine Fastenperiode kann eine glykogensparende Wirkung haben. Der Körper erlernt dadurch, die Glykogenspeicher effizienter zu nutzen und erst bei höheren Intensitäten oder in den Endphasen eines Wettkampfs auf diese Reserven zurückzugreifen.

Dies kann dazu führen, dass die Energiereserven im Wettkampf länger erhalten bleiben und eine Erschöpfung („Hungerast“) hinausgezögert oder sogar vermieden wird.

NUTRITION / Gesunde Ernährung: Suppe mit Brennessel © SUGAR & PAIN, AdobeStock

4. Fasten fördert die mitochondriale Biogenese

Einige Studien deuten darauf hin, dass ein Training im nüchternen Zustand die Bildung von Mitochondrien entscheidend fördern kann. Mitochondrien werden als die „Kraftwerke“ der Zellen bezeichnet und spielen eine entscheidende Rolle bei der aeroben Energieproduktion.

Der resultierende Effekt ist eine verbesserte Fähigkeit des Körpers, Sauerstoff zu nutzen, was zu einer gesteigerten aeroben Kapazität und folglich zu einer erhöhten Ausdauer führt. Dieser Effekt wird durch die vermehrte Bildung von Mitochondrien erklärt.

5. Gewichtsmanagement

Fasten kann auch im Rahmen eines Gewichtsmanagements von Nutzen sein, da es dem Sportler die Möglichkeit bietet, die Fettverbrennung gezielt zu fördern, während gleichzeitig die Muskulatur erhalten bleibt. Dies kann im Ausdauersport vorteilhaft sein, da dort ein niedriges Körpergewicht bei gleichzeitig hoher Leistungsfähigkeit angestrebt wird.

Der optimale Körperfettanteil verbessert die Leistungsfähigkeit, insbesondere bei Sportarten wie Radfahren oder Laufen, bei denen das Verhältnis von Gewicht zu Leistung von entscheidender Bedeutung ist.

6. Mentale Anpassungen und Stressbewältigung

Fasten kann zudem einen Trainingseffekt auf die mentale Leistungsfähigkeit haben, da es den Körper und Geist darauf vorbereitet, unter herausfordernden Bedingungen, wie beispielsweise Hunger oder Energiemangel, weiterhin leistungsfähig zu bleiben.

Der Effekt besteht in einer höheren mentalen Widerstandsfähigkeit, wodurch Sportler besser in der Lage sind, mit Müdigkeit oder Entbehrungen während langer Wettkämpfe umzugehen.

NUTRITION / Gesunde Ernährung: Tee mit Zitrone und Gurke © SUGAR & PAIN, AdobeStock

Nachteile und Risiken des Fastens

Ein weiterer Aspekt, der bei einer über einen längeren Zeitraum durchgeführten Fastenkur zu berücksichtigen ist, ist das Risiko eines Abbaus von Muskelmasse. Dies ist darauf zurückzuführen, dass der menschliche Körper auch Proteine zur Energiegewinnung heranziehen kann.

Eine Reduktion der Leistungsfähigkeit ist insbesondere bei intensiven Trainingseinheiten zu beobachten. Bei intensiven Trainingseinheiten oder Wettkämpfen, bei denen eine schnelle Energiebereitstellung aus Kohlenhydraten erforderlich ist, kann eine unzureichende Kohlenhydratzufuhr während des Fastens zu einer Leistungsminderung führen.

Ein erhöhtes Verletzungsrisiko ist zu konstatieren, wenn die Energiebereitstellung unzureichend ist. Dies kann zu frühzeitiger Ermüdung und damit zu einem erhöhten Risiko für Verletzungen führen.

FAZIT

Die Auswirkungen des Fastens auf die sportliche Leistung und den Stoffwechsel sind im Kontext des Ausdauersports ambivalent. Einige Studien legen nahe, dass bestimmte Fastenprotokolle, wie das zeitlich begrenzte Essen (time-restricted eating, TRE), zu einer Verbesserung der aeroben Kapazität führen können. Eine Studie an Elite-Radsportlern demonstriert, dass eine TRE-Diät über einen Zeitraum von vier Wochen zu einer signifikanten Steigerung der Sauerstoffaufnahme (VO2max) führt, was auf eine verbesserte Ausdauerleistung hindeutet. Des Weiteren kann eine Reduktion des Körperfettanteils und des Gewichts ohne signifikante Beeinträchtigung der Muskulatur beobachtet werden.

Die Methode des Fastens kann im Kontext des Ausdauertrainings als sinnvoll erachtet werden, da sie eine Verbesserung der Fettverbrennung, eine Erhöhung der metabolischen Flexibilität sowie ein effektives Gewichtsmanagement ermöglicht. Es ist jedoch von essenzieller Bedeutung, das Fasten gezielt einzusetzen und auf den jeweiligen Trainings- oder Wettkampfplan abzustimmen, um potenzielle negative Effekte zu vermeiden.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Effekt des Fastens im Ausdauersport maßgeblich von der Art des Fastens sowie der Intensität des Trainings abhängt. Während kürzere Fastenperioden oder TRE-Ansätze potenziell zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit führen können, ist bei längerem Fasten, insbesondere mit deutlichem Kaloriendefizit, mit Leistungseinbußen zu rechnen.

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  1. Systematic Review on Intermittent Fasting and Performance: Eine systematische Übersicht, veröffentlicht in Nutrients (2020), untersuchte die Auswirkungen des intermittierenden Fastens (IF) auf die sportliche Leistung, einschließlich der aeroben Kapazität und Körperzusammensetzung. Die Studie fand, dass Time-Restricted Feeding (TRE) positive Effekte auf die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max) haben kann, während Ramadan-IF negative Auswirkungen auf die Ausdauerleistung zeigte.
    Quelle: Pezarat-Correia et al., 2020​
  2. Effekte von Fasten auf die Fettverbrennung: Eine klassische Studie von Hickson et al. (1977) untersuchte, wie erhöhte Fettsäuren im Blut während des Fastens den Glykogenverbrauch und die Ausdauer beeinflussen. Die Forscher fanden heraus, dass das Fasten die Fettverbrennung steigern kann, was zu einer verbesserten Ausdauer bei längeren Belastungen führt.
    Quelle: Hickson et al., 1977​
  3. Einfluss von 24-Stunden-Fasten auf die Ausdauer beim Radfahren: Eine Untersuchung von Loy et al. (1986) analysierte, wie ein 24-stündiges Fasten die Ausdauerleistung auf dem Fahrrad beeinflusst. Die Ergebnisse zeigten eine Reduktion der Trainingsleistung bei höherer Intensität, was auf eine begrenzte Verfügbarkeit von Glykogen zurückzuführen ist.
    Quelle: Loy et al., 1986​
  4. Muskelglykogen während des Fastens und der Erholung: Eine Studie von Maehlum und Hermansen (1978) untersuchte den Glykogenspiegel in der Muskulatur während der Erholung nach anstrengendem Training im gefasteten Zustand. Sie zeigten, dass sich die Glykogenreserven nach dem Fasten langsamer erholen, was die Ausdauerleistung beeinträchtigen kann.
    Quelle: Maehlum & Hermansen, 1978​

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Die Saisonpause im Triathlon, auch als Off-Season genannt, ist eine wichtige Phase, um Körper und Geist vom Training zu regenerieren und die optimalen Voraussetzungen für die nächste Saison zu schaffen. Es ist eine gute Gelegenheit, um sich zu erholen aber auch, um strategisch an deinen Schwächen zu arbeiten und dich auf die Herausforderungen der kommenden Saison vorzubereiten. Hier sind ein paar Tipps, wie du die Saisonpause am besten nutzt.

Es gibt viele Gründe, warum eine Saisonpause im Triathlon sehr wichtig ist – für den Körper und auch für den Geist. Eine Saisonpause hat insgesamt einen positiven Effekt: Sie fördert die Gesundheit, steigert die Motivation und macht einen langfristig erfolgreicher im Triathlon. Aber warum ist das so? Hier sind die zehn wichtigsten Punkte zur Off-Season:

1. Körperliche Regeneration

Triathlon ist ein anspruchsvoller Ausdauersport, der die Muskulatur, Gelenke, Sehnen und das Herz-Kreislauf-System stark beansprucht. Eine Pause gibt dem Körper die notwendige Zeit zur Erholung. Dazu kommen noch ein paar Vorteile:

  • Vermeidung von Übertraining: Wenn du zu viel trainierst und dir keine ausreichenden Pausen gönnst, kann das zu Überlastungssyndromen führen.
  • Verletzungsprävention: Auch kleine Mikroverletzungen können sich während der Pause erholen, bevor sie zu ernsteren Verletzungen werden.
  • Wiederaufbau der Muskulatur: In der Pause kann der Körper die Gelegenheit nutzen, um die Muskeln zu reparieren und zu stärken.

2. Mentale Erholung

Der durch Training, Wettkämpfe und die kontinuierliche Steigerung der eigenen Leistungsfähigkeit erzeugte mentale Druck kann auf lange Sicht eine Belastung darstellen. Deshalb ist es wichtig, sich auch mal eine Auszeit zu nehmen.

  • Motivationsverlust vorzubeugen: Manchmal ist es ganz gut, wenn man eine kleine Auszeit vom strikten Trainingsplan nimmt, um die Freude am Sport zu bewahren.
  • Stressabbau: Triathleten stehen oft unter Druck, besonders wenn sie sehr ambitioniert sind. Manchmal hilft es, eine kurze Auszeit zu nehmen, um sich mental zu entspannen.
ERHOLUNG In der Ruhe liegt die Kraft, Meditation, Yoga, Stretching © AdobeStock, SUGAR & PAIN

3. Verbesserte Langzeitleistung durch die Off-Season

Die Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen belegen, dass regelmäßige Ruhephasen die Leistungsfähigkeit von Sportlern nachhaltig fördern können. Die Regeneration führt dazu, dass die Athleten nach der Pause mit neuer Kraft und einer optimierten körperlichen Verfassung zurückkehren. Dies hat zur Folge, dass:

  • Leistungssteigerung: Nach einer Trainingspause ist der menschliche Körper in der Regel in der Lage, eine höhere Trainingsbelastung besser zu verkraften.
  • Besserer Trainingsfortschritt: Die Strukturierung des Trainings mit geplanten Pausen fördert ein nachhaltigeres und progressiveres Training.

4. Vermeidung von Burnout

Ein übermäßiges Training und die Teilnahme an Wettkämpfen ohne adäquate Regenerationsphasen können zu einer körperlichen und emotionalen Erschöpfung führen. Ein Burnout kann dazu führen, dass die Freude am Sport nachhaltig beeinträchtigt wird. Eine Saisonpause stellt eine effektive Maßnahme zur Prävention dieses Risikos dar.

5. Zeit für andere Aktivitäten

Während der Saison für Triathlon bleibt den Athletinnen und Athleten oft nur wenig Zeit für andere Hobbys oder soziale Aktivitäten. Eine solche Unterbrechung bietet den Athleten die Möglichkeit, anderen Interessen nachzugehen und sich von der Routine des Trainings zu lösen, um dadurch neue Impulse zu gewinnen.

6. Analyse der vergangenen Saison

  • Rückblick: Eine detaillierte Analyse der eigenen Leistungen, sowohl der Wettkämpfe als auch des Trainings, ist unerlässlich. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, welche Elemente des Trainings und der Renngestaltung als besonders effektiv zu bewerten sind. In welchen Bereichen besteht Optimierungspotenzial? Dies ermöglicht die Festlegung des Trainingsfokus für die kommende Saison.
  • Eine Datenanalyse kann Aufschluss über den individuellen Trainingserfolg geben. Dazu sollten die Trainingsdaten, die mit Trainingssystemen wie TrainingPeaks oder Strava erfasst wurden, überprüft und Muster in der Entwicklung der Fitness identifiziert werden.

7. Stärken etablieren, Schwächen eliminieren

  • Die Schwimmleistung kann durch gezieltes Techniktraining wesentlich verbessert werden. Da die Kraultechnik vielfach als Schwachstelle betrachtet wird, bietet die Off-Season eine exzellente Möglichkeit, diese zu optimieren. Das kann beispielsweise durch Videoanalyse, individuelles Techniktraining und die Teilnahme an Kraultechnik-Seminaren, wie unserem SWIMINAR erfolgen.
  • Athletiktraining: Die Off-Season bietet die ideale Gelegenheit, ein gezieltes Krafttraining zu integrieren. Ein gezieltes Athletik- und funktionelles Training zur Verbesserung von Stabilität und Mobilität fördert die Prävention von Verletzungen und steigert die allgemeine athletische Leistungsfähigkeit.
Die funktionelle Trainingsalternative Slingtraining für zu Hause und draussen © Perform Better Europe / FTC Functional Training Company GmbH

8. Ernährung in der Off-Season anpassen

  • Im Rahmen einer Ernährungsanalyse wird empfohlen, die derzeitige Ernährungsweise zu reflektieren und ggf. anzupassen. Dies kann in einer ruhigen Phase erfolgen, in der eine objektive Einschätzung der eigenen Ernährungsgewohnheiten möglich ist. Eine ausgewogene und gesunde Ernährung fördert die Regeneration und bildet die Grundlage für das kommende Trainingsjahr.
  • Im Rahmen einer Reduzierung der Kalorienzufuhr ist zu berücksichtigen, dass das Trainingsvolumen in der Off-Season in der Regel geringer ist. Eine entsprechende Anpassung der Kalorienzufuhr dient der Vermeidung einer unnötigen Gewichtszunahme. Zudem ist ein kontrollierter und in Maßen erfolgender Alkoholkonsum während der Saisonpause zu empfehlen.
Nachhaltige Ernährungsstrategien / Blueberry Banana Bowl © Adobe Stock

9. Setz dir Ziele für die nächste Saison

  • Die Zielsetzung für die nächste Saison sollte klar und realistisch definiert werden. Dabei können Zeitziele, die Teilnahme an neuen Rennen oder das Verbessern bestimmter Disziplinen (z. B. Schwimmen, Radfahren, Laufen) als Ziele definiert werden.
  • Die Erstellung bzw. Planung eines periodisierten Trainingsplans in Zusammenarbeit mit dem Trainer stellt eine wesentliche Komponente in der Vorbereitung auf die nächste Saison dar. Ein solcher Plan bildet die Grundlage für die Trainingsgestaltung und sollte daher mit Sorgfalt erstellt werden.

10. Langsame Rückkehr ins Training

  • Nach einer Trainingspause sollte eine langsame Steigerung des Trainingsumfangs erfolgen. Das Grundlagentraining mit langen, langsamen Ausdauereinheiten im niedrigen Pulsbereich (long low intesity) verbessert die aerobe Kapazität und bereitet deinen Körper während der ersten Vorbereitungsphase auf intensivere Trainingsphasen vor.
  • Es empfiehlt sich, zunächst den Fokus auf regelmäßiges, leichtes Training zu legen, anstatt sich intensivem Training zu widmen. Dies gewährleistet eine schrittweise und nachhaltige Wiederanpassung des Organismus an die Trainingsbelastung.
SUGAR & PAIN eat smart. train hard. OFFICE Training Management with Coffee © stefandrexl.de

FAZIT

Die Saisonpause im Triathlon ist eine wertvolle Zeit und bietet die Möglichkeit, sich sowohl körperlich als auch mental zu regenerieren, gezielt an Schwächen zu arbeiten und mit einem frischen Ansatz in die Vorbereitung auf die nächste Saison zu starten. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die richtige Balance zwischen Erholung, alternativem Training und der Vorbereitung auf die neue Saison gefunden wird, um langfristig Fortschritte zu erzielen.

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  1. Titel: AdobeStock
  2. Saran / AdobeStock
  3. Concept 2
  4. AdobeStock
  5. Perform Better Europe / FTC Functional Training Company GmbH
  6. Stefan Drexl

Höhentraining ist mittlerweile eine etablierte Trainingsmethode im Ausdauersport, die auf den positiven Einfluss von hypoxischen (sauerstoffarmen) Bedingungen auf die physiologische Leistungsfähigkeit abzielt. In den letzten Jahren haben zahlreiche Studien versucht, die genauen Mechanismen und die Effektivität des Höhentrainings besser zu verstehen. Dieser Beitrag bietet eine umfassende Übersicht über die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Höhentraining im Ausdauersport.

Physiologische Mechanismen des Höhentrainings

Das Training in großen Höhen hat eine signifikante Wirkung auf die Ausdauerleistung, da es den Körper an die Bedingungen mit vermindertem Sauerstoffgehalt (Hypoxie) anpasst. Hier sind die Hauptauswirkungen:

  1. Erhöhung der Hämoglobin- und Erythrozytenkonzentration
    Bei längerem Aufenthalt in großer Höhe erhöht der Körper die Produktion von Erythropoetin (EPO), einem Hormon, das die Bildung roter Blutkörperchen (Erythrozyten) stimuliert. Mehr rote Blutkörperchen führen zu einer verbesserten Sauerstofftransportkapazität im Blut, was bei der Rückkehr auf Meereshöhe die Sauerstoffversorgung der Muskeln optimiert. Dies erhöht die aerobe Kapazität und kann zu einer gesteigerten Ausdauerleistung führen.
  2. Effizientere Sauerstoffnutzung
    Durch den Sauerstoffmangel in der Höhe wird der Körper gezwungen, effizienter mit dem verfügbaren Sauerstoff umzugehen. Das Mitochondrienvolumen in den Muskeln kann zunehmen, was die Fähigkeit der Zellen verbessert, Sauerstoff für die Energieproduktion zu nutzen. Dies führt zu einer gesteigerten aeroben Ausdauerleistung bei gleichen Trainingsintensitäten auf Meereshöhe.
  3. Verbesserung der Puffersysteme
    Höhentraining führt oft zu einer Verbesserung der Pufferkapazität des Blutes und der Muskeln. Dadurch wird der Anstieg der Laktatkonzentration bei intensiver Belastung verzögert, was zu einer Verbesserung der anaeroben Schwelle und der Ausdauerleistung führt.
  4. Herz-Kreislauf-Anpassungen
    Das Herz-Kreislauf-System passt sich ebenfalls an, indem es das Schlagvolumen und die Kapillarbildung in den Muskeln erhöht. Mehr Kapillaren bedeuten eine bessere Durchblutung und Sauerstoffversorgung der Muskelzellen, was die Ausdauer fördert.
  5. Steigerung der VO2max
    Die maximale Sauerstoffaufnahmefähigkeit (VO2max), ein wichtiger Indikator für die Ausdauerleistung, kann durch Höhentraining steigen. Dieser Anstieg ist auf die verbesserte Sauerstofftransportkapazität und -nutzung zurückzuführen.
  6. Verbesserte Muskeladaptationen
    In der Höhe passt sich auch die Muskelfaserstruktur an. Typ-1-Muskelfasern (langsam zuckend und ausdauernd) können vermehrt Energie aus Sauerstoff beziehen, was die aerobe Leistungsfähigkeit der Muskeln steigert.
ENGADIN RADMARATHON 2019 Spektakuläres Panorama und wunderbares Biest © Sportograf

Trainingsmodelle

Es gibt verschiedene Modelle des Höhentrainings, die unterschiedlich angewendet werden, je nach Zielsetzung und den verfügbaren Ressourcen.

  1. Live High, Train Low (LHTL)
    Athleten leben in großer Höhe (2.000 bis 3.000 Meter über dem Meeresspiegel) und trainieren auf Meereshöhe oder in geringerer Höhe. Dieses Modell gilt als besonders effektiv, weil es die Vorteile der erhöhten Erythrozytenproduktion maximiert und gleichzeitig eine hohe Trainingsintensität ermöglicht, die in großer Höhe oft eingeschränkt ist. Studien zeigen, dass LHTL die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2 max) und die Wettkampfleistung signifikant verbessern kann.
  1. Live Low, Train High (LLTH)
    Bei diesem Modell leben Athleten auf Meereshöhe, trainieren aber in großen Höhen. Diese Methode zielt darauf ab, die muskuläre Anpassung an hypoxische Bedingungen zu verbessern. Der Vorteil besteht darin, dass intensive Trainingsbelastungen möglich sind, während dennoch die Anpassungen an die Sauerstoffknappheit gefördert werden. Die Wirksamkeit dieser Methode ist umstritten, da die positiven Effekte auf die Leistungsfähigkeit weniger konsistent als bei LHTL sind.
  1. Intermittierendes Höhentraining
    Hierbei verbringen Athleten nur kurze Zeiträume in großer Höhe oder hypoxischen Umgebungen, oft kombiniert mit normalem Training auf Meereshöhe. Diese Methode kann durch den Einsatz von Hypoxiezelten oder hypoxischen Trainingsräumen erreicht werden. Die Effekte dieser Methode sind variabel und hängen stark von der individuellen Reaktion des Athleten ab. Sie wird jedoch zunehmend populär, da sie flexibel einsetzbar ist und keine langen Aufenthalte in der Höhe erfordert.
TRIATHLON MUNICH2022 EM Training & Vorbereitung / Grossglockner © SUGAR & PAIN

Wissenschaftliche Erkenntnisse zur Wirksamkeit

Die Effektivität des Höhentrainings ist ein zentrales Thema in der Sportwissenschaft. Die Ergebnisse aus Studien zeigen ein differenziertes Bild:

  1. Leistungssteigerung
    Zahlreiche Studien bestätigen, dass Höhentraining die aerobe Kapazität und die Ausdauerleistung verbessern kann. Dies ist besonders beim LHTL-Modell der Fall, das in verschiedenen Sportarten von Marathon bis Radsport erfolgreich angewendet wurde. Die Verbesserung der VO2max und der damit verbundenen Ausdauerleistung ist einer der am besten dokumentierten Vorteile.
  1. Individuelle Variabilität
    Die Reaktionen auf Höhentraining sind individuell sehr unterschiedlich. Während einige Athleten signifikante Leistungssteigerungen erfahren, zeigen andere wenig bis keine Verbesserung. Dies hängt von genetischen Faktoren, der Ausgangsfitness und der spezifischen Anpassungsfähigkeit an die Höhe ab. Studien legen nahe, dass genetische Marker identifiziert werden könnten, die vorhersagen, wer am meisten von Höhentraining profitiert.
  1. Risiken und Nebenwirkungen
    Ein zu langer oder zu intensiver Aufenthalt in der Höhe kann negative Effekte wie Übertraining, Immunsuppression oder Eisenmangel hervorrufen. Eisenmangel kann besonders problematisch sein, da die gesteigerte Produktion von roten Blutkörperchen den Eisenbedarf des Körpers erhöht. Auch die psychische Belastung durch das Leben in großer Höhe, verbunden mit Schlafproblemen und allgemeinem Unwohlsein, darf nicht unterschätzt werden.
SUGAR & PAIN TRI CAMP #CH20 – Das Triathlon Traningslager im Chiemgau 2020 / Spektakuläre Trail Runs durch die Chiemgauer Voralpen © SUGAR & PAIN / Adobe Stock

Neueste Entwicklungen und Technologien

In den letzten Jahren hat die Forschung zu Höhentraining einige interessante Entwicklungen hervorgebracht:

  1. Hypoxiezelte und künstliche Höhenkammern
    Diese Technologien ermöglichen es Athleten, Höhentraining unabhängig von der geografischen Lage durchzuführen. Hypoxiezelte simulieren die Bedingungen großer Höhe durch eine Reduktion des Sauerstoffgehalts in der Atemluft. Dies erlaubt es Athleten, im Alltag auf Meereshöhe zu leben und dennoch die Vorteile des Höhentrainings zu nutzen. Studien zeigen, dass diese Methoden vergleichbare Effekte auf die Leistungsfähigkeit haben können wie herkömmliches Höhentraining, wenn sie korrekt angewendet werden.
  1. Kombination mit anderen Trainingsmethoden
    Aktuelle Forschungen untersuchen, wie Höhentraining mit anderen Trainingsmethoden, wie hochintensivem Intervalltraining (HIIT), kombiniert werden kann, um die Trainingseffekte weiter zu maximieren. Diese Kombinationen könnten es ermöglichen, spezifische Anpassungen noch gezielter zu fördern. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine solche Kombination besonders effektiv sein könnte, um die anaerobe Kapazität und die Laktattoleranz zu verbessern.

Fazit

Höhentraining bleibt eine wertvolle Methode im Ausdauersport, insbesondere wenn es um die Verbesserung der aeroben Kapazität und der Ausdauerleistung geht. Das LHTL-Modell hat sich als besonders effektiv erwiesen, während andere Methoden wie LLTH und intermittierendes Höhentraining je nach individueller Anpassungsfähigkeit des Athleten ebenfalls Vorteile bieten können. Neuere Technologien und Kombinationen von Trainingsmethoden erweitern die Möglichkeiten, die Vorteile des Höhentrainings zu nutzen.

Es bleibt jedoch wichtig, die individuellen Unterschiede und potenziellen Risiken zu berücksichtigen, um sicherzustellen, dass Höhentraining optimal und sicher angewendet wird. Die laufende Forschung in diesem Bereich verspricht, weiterhin wertvolle Erkenntnisse zu liefern, die dazu beitragen können, Höhentraining noch effektiver zu gestalten.

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SCIENCE / Resilienz – Die Widerstandsfähigkeit im Triathlonsport
SCIENCE / VO2 MAX Wichtiger Indikator der Ausdauerleistungsfähigkeit
SCIENCE / VLA MAX DIe BEdeutung der maximalen Laktatkapazität

  1. Wilber, R. L. (2007). „Altitude Training and Athletic Performance“
    Dieses Buch bietet einen umfassenden Überblick über die physiologischen Anpassungen an das Höhentraining und deren Auswirkungen auf die sportliche Leistung.
  2. Bonetti, D. L., & Hopkins, W. G. (2009). „Sea-level exercise performance following adaptation to hypoxia: a meta-analysis“ in Sports Medicine
    Diese Meta-Analyse untersucht, wie sich das Höhentraining auf die Leistungsfähigkeit auf Meereshöhe auswirkt, einschließlich einer Übersicht über die Wirkmechanismen.
  3. „Gore, C. J., & Hopkins, W. G. (2005). „Counterpoint: Positive effects of intermittent hypoxia (live high-train low) on exercise performance are not mediated primarily by augmented red cell volume“ in Journal of Applied Physiology
    Dieser Artikel diskutiert die Wirkungen der „Live high, train low“-Strategie und deren Effekte auf die Ausdauerleistung, wobei auch nicht-hämatologische Anpassungen untersucht werden.
  4. Levine, B. D., & Stray-Gundersen, J. (1997). „Living high-training low: effect of moderate-altitude acclimatization with low-altitude training on performance“ in Journal of Applied Physiology
    Ein wegweisender Artikel, der die Effekte des „Live high, train low“-Ansatzes detailliert beschreibt und wie dieser die sportliche Leistung verbessert.
  5. Saunders, P. U., Telford, R. D., Pyne, D. B., Cunningham, R. B., Gore, C. J., & Hahn, A. G. (2004). „Improved running economy in elite runners after 20 days of simulated moderate-altitude exposure“ in Journal of Applied Physiology
    Diese Studie zeigt, wie sich eine moderate Höhenexposition auf die Laufökonomie und die Leistung von Spitzensportlern auswirkt.

Ist Resilienz neben VO2 max und VLa max der wichtigere Parameter für die tatsächliche Leistungsfähigkeit im Ausdauersport? Resilienz (engl. Resilience) ist die Fähigkeit, körperliche Belastungen während intensiven Trainings oder Wettkämpfen über eine lange Dauer auf hohem Niveau aufrechtzuerhalten. Betrachtet man die Wettkampfergebnisse der letzten drei Jahre, so fällt auf, dass immer häufiger Athleten gewinnen, die über die komplette Distanz auf einem sehr hohen Leistungsniveau bleiben und am Ende sogar noch eine Schippe draufpacken. Wir haben die wichtigsten Aspekte zusammengefasst, die einen großen Einfluss auf die Resilienz im Triathlon und Ausdauersport haben.

In jüngster Vergangenheit ist dieser Trend sowohl bei harten Straßenrennen als auch bei Rundfahrten über mehrere Tage oder Wochen sowie bei Triathlon-Mitteldistanzen und Langdistanzen zu erkennen. Beispiele hierfür sind Lucy Charles, die IRONMAN World Champion 2023, Sam Laidlow, 70.3 Weltmeister Rico Bogen oder der Tour de France Sieger Jonas Vingegaard. Auch der dreifache IRONMAN Weltmeister und Olympiasieger Jan Frodeno hat über viele Jahre konstant hohe Leistungen erbracht. Die Resilienz ist somit nicht nur ein Indikator dafür, wie schnell man nach vielen Stunden oder Tagen im Sattel noch fahren oder am Ende eines Marathons im IRONMAN noch laufen kann. Resilienz ist auch ein wesentlicher Faktor dafür, wie gut ein Athlet über einen längeren Zeitraum von Wochen, Monaten oder sogar Jahren Trainingseinheiten bewältigen kann.

TRAINING SCIENCE Resilienz im Triathlon und Ausdauersport / Strukturierte Trainingsplanung mit der richtigen Balance aus Belastung und Erholung / erschöpfte Läuferin (female Runner suffering) © SUGAR & PAIN / AdobeStock

Die Resilienz im Ausdauersport bezeichnet die Fähigkeit des Körpers, hohe körperliche Belastungen über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten, ohne dass sich mentale und physiologische Leistungsparameter entscheidend verschlechtern oder die Gesundheit beeinträchtigt wird. Eine gute körperliche Widerstandsfähigkeit umfasst daher nicht nur eine optimal ausgebildete muskuläre Grundlagen- und Schnelligkeitsausdauer, sondern auch eine gute allgemeine Fitness, eine gesunde Ernährung, ein starkes Immunsystem, eine kräftige Rumpfstabilität, Flexibilität und eine effektive Regenerationsfähigkeit. Dazu tragen ausreichender Schlaf, ein effektives Stressmanagement sowie die Vermeidung schädlicher Substanzen wie Nikotin und Alkohol maßgeblich bei.

Diese Faktoren sind entscheidend, um das Risiko von Verletzungen und Krankheiten zu reduzieren und sowohl die allgemeine Gesundheit als auch die Lebensqualität zu verbessern. Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass eine Verbesserung der Ausdauerleistung und Steigerung der körperlichen Widerstandsfähigkeit viel Zeit, Disziplin und Motivation erfordert. Es lohnt sich jedoch, denn wer frühzeitig damit beginnt, wird langfristig davon profitieren.

ENGADIN RADMARATHON 2019 Spektakuläres Panorama und wunderbares Biest © Sportograf

Wirkung von Training und Adaptation auf die Resilienz

Eine angemessene Trainingsbelastung, gefolgt von ausreichender Ruhe und Erholung, zu einer verbesserten Resilienz führen kann. Die richtige Balance zwischen Dauer, Intensität und Erholung ist entscheidend, um die physiologischen Anpassungen des Organismus auf den Trainingsreiz zu fördern, welche die Ausdauerleistung verbessern. Wir sprechen von einem optimalen Trainingseffekt, wenn die Trainingsmethoden und -intensität angemessen sind und der Körper nach einer ausreichenden Erholungsphase gestärkt ins Training zurückkehrt.

Es ist jedoch möglich, diesen Bereich zu überschreiten, was dazu führen kann, dass der Körper sich nicht mehr ausreichend regenerieren kann. Bei wiederholtem Auftreten über einen längeren Zeitraum besteht das Risiko des Übertrainings und von Verletzungen. Eine strukturierte und individuell angepasste Trainingsplanung ist daher notwendig, um das Training genau so intensiv und lange zu gestalten, dass dieser Punkt nicht überschritten wird.

Nachhaltige Ernährungsstrategien / Avocado Edamame Tuna Bowl © Adobe Stock

Resilienter durch richtige Ernährung und Hydratation

Im Ausdauersport ist eine ausgewogene Ernährung sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr entscheidend, um die Widerstandsfähigkeit aufrechtzuerhalten. Eine individuell angepasste Ernährung kann dazu beitragen, die Leistungsfähigkeit während des Trainings und Wettkampfs zu verbessern und die Regeneration zu beschleunigen. Die Erstellung eines metabolischen Profils ermöglicht die Abbildung individueller Energiestoffwechselreaktionen auf Basis verschiedener Parameter während der Erholung und unterschiedlicher Belastungsmethoden. Die verschiedenen Werte werden am besten durch eine Spiroergometrier, ein großes Blutbild und durch die Erstellung eines Ernährungstagebuchs ermittelt. Dadurch können Defizite rechtzeitig erkannt werden.

Kohlenhydrate, Proteine und gesunde Fette unterstützen die Energiebereitstellung und Muskelregeneration. Während des Trainings sollte man Wasser und gegebenenfalls Elektrolytgetränke konsumieren, um Dehydrierung vorzubeugen. Das optimale Timing von Mahlzeiten und Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, um eine optimale Leistung zu gewährleisten. Nach dem Training ist es wichtig, die Energiereserven wieder aufzufüllen und die Erholung zu unterstützen. Eine optimale Ernährungsplanung hängt von den Anforderungen einer Sportart und den individuellen Bedürfnissen des Athleten ab.

Honolulu Marathon 2010: Mit Aloha durch das Blaue Paradies / Suffering is a leck of resilience © stefandrexl.de

Regeneration und Prävention für eine verbesserte Resilienz

Regenerations- und Präventionsstrategien sind im Ausdauersport entscheidend, um den Körper nach intensiven Trainingseinheiten oder -wochen und nach Wettkämpfen optimal zu erholen, den Trainingseffekt zu erhöhen und die langfristige Leistungsfähigkeit zu fördern. Schließlich kommt die Form in der Pause. Das ist nicht nur ein Spruch. Eine effektive Regeneration und Prävention beinhaltet verschiedene Maßnahmen. Eine aktive Erholung, wie lockeres Schwimmen, Radfahren oder Gehen, verbessert die Durchblutung und fördert den Abtransport von Stoffwechselprodukten.

Passive Erholungsmaßnahmen umfassen ausreichenden Schlaf (mindestens 8 Stunden), Ruhephasen und eine gesunde, individuell angepasste Ernährung mit drei Mahlzeiten pro Tag. Diese Maßnahmen verbessern den Trainingseffekt, die Reparatur von Muskelschäden und die Wiederherstellung des Energiehaushalts. Auch Stretching und Massage unterstützen die Regeneration durch Entspannung der Muskulatur und Erhöhung der Flexibilität.

REGENERATION Die Form kommt in der Pause © AdobeStock, SUGAR & PAIN

Ebenso können Eisbäder die Regeneration und Prävention fördern, indem sie den Blutfluss verlangsamen und Entzündungen reduzieren. Die psychologische Regeneration wird oft unterschätzt. Entspannungsübungen wie Meditation und autogenes Training können helfen, Trainingstress sowie Stress im Berufs- und Privatleben abzubauen und die mentale Stärke zu steigern.

Die Vermeidung von Krankheiten und Verletzungen ist von großer Bedeutung, um den Körper resilienter zu machen. Es ist wichtig, sich auf eine angemessene Trainingsprogression zu konzentrieren und eine gute Technik zu entwickeln, insbesondere beim Laufen und Schwimmen. Durch die Verwendung geeigneter Ausrüstung sowie regelmäßige Leistungsdiagnostiken, Videoanalysen und Gesundheitschecks können Fehlentwicklungen oder Warnsignale des Körpers rechtzeitig erkannt werden, wodurch das Verletzungsrisiko reduziert wird.

Eine strukturierte Integration und individuelle Anpassung der Regenerations- und Präventionsstrategien in die Trainingsplanung kann die Leistungsfähigkeit steigern, das Verletzungsrisiko reduzieren und langfristig die Gesundheit erhalten. Dabei ist die Entwicklung eines guten Körpergefühls von großer Bedeutung.

Mit High-Speed auf dem Zeitfahrrad durch die Wälder der Auvergne beim IRONMAN Vichy 2015 © stefandrexl.de

Rennen werden im Kopf gewonnen: Mentale Stärke und Motivation

Im Ausdauersport spielen mentale Stärke und Motivation eine zentrale Rolle für den Erfolg eines Athleten. Während körperliche Fitness zweifellos wichtig ist, können mentale Fähigkeiten den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen, insbesondere bei langen und anstrengenden Wettkämpfen wie Marathons, Triathlons oder Ultraläufen. Mentale Stärke und Motivation sind wichtige Faktoren der Resilienz, um fokussiert zu bleiben.

Mentale Stärke beinhaltet die Fähigkeit, sich auf das Ziel zu konzentrieren und trotz Schmerzen, Erschöpfung und negativer Gedanken weiterzumachen. Es umfasst auch die Fähigkeit, Rückschläge zu überwinden, Hindernisse als Chancen zu betrachten und sich selbst zu motivieren, wenn die Dinge schwierig werden.

Motivation ist der Antrieb, der Athleten dazu bringt, ihre Ziele weiter zu verfolgen trotz aller Herausforderungen und Hindernisse durchzuhalten. Die Erhaltung der Motivation ist entscheidend, insbesondere wenn Schwierigkeiten auftreten oder Rückschläge zu verzeichnen sind.

Durch die Verbesserung ihrer mentalen Fähigkeiten können Athleten nicht nur ihre Leistung steigern, sondern auch ein besseres Verständnis ihren Körper und mehr Selbstbewußtsein für ihre Fähigkeiten entwickeln, was langfristig zu sportlichem Erfolg führen kann.

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Nach 9:24 Stunden auf dem Buckel ist die ganze Energie auf einen lauten Freudenschrei konzentriert ©stefandrexl.de

FAZIT

Zusammenfassend ist Resilienz im Ausdauersport ein Zusammenspiel aus körperlicher Leistungsfähigkeit, Ernährung, Regeneration, Prävention und mentaler Stärke. Diese einzelnen Faktoren interagieren in der Summe auf eine sehr komplexe Weise miteinander und beeinflussen die Widerstandsfähigkeit von Ausdauersportlern maßgeblich. Die Optimierung dieser Aspekte kann dazu beitragen, die Leistungsfähigkeit zu verbessern und Verletzungen zu vermeiden, was wiederum zu einer verbesserten Widerstandsfähigkeit insgesamt führt. Durch eine ganzheitliche Herangehensweise an Training, Ernährung sowie Regenerations- und Präventionsmaßnahmen können Ausdauersportler ihre Widerstandsfähigkeit entscheidend steigern und ihre Leistungsfähigkeit nachhaltig entwickeln, was langfristig zu mehr planbarem Erfolg führt.

Eine ausschließliche Konzentration auf die Trainingsplanung, wie sie oft noch angeboten wird, entspricht nicht mehr den aktuellen sportwissenschaftlichen Erkenntnissen. Eine solche Herangehensweise vernachlässigt das biologische Individuum des Athleten, ignoriert wichtige Zusammenhänge und lässt bedeutendes Potential ungenutzt. Die persönlichen Anforderungen und Bedürfnisse des Menschen würden dabei zudem nicht ausreichend berücksichtigt. Eine ganzheitliche Betrachtung ist heutzutage unerlässlich, um konkurrenzfähig und zielführend zu sein.

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  1. „Resilience in Elite Sport: A Systematic Review and Recommendations for Future Research“ von Daniel J. Brown et al. – Diese Übersichtsarbeit untersucht den Stand der Forschung zur Widerstandsfähigkeit im Spitzensport und gibt Empfehlungen für zukünftige Studien.
  2. „Resilience in Endurance Athletes: The Role of Coping Strategies, Emotion Regulation and Mindfulness“ von Verena G. Engert et al. – Diese Studie untersucht die Rolle von Bewältigungsstrategien, Emotionsregulation und Achtsamkeit bei der Entwicklung von Widerstandsfähigkeit bei Ausdauersportlern.
  3. „Psychological Resilience and Positive Emotional Granularity: Examining the Benefits of Positive Emotions on Coping and Health“ von Judith Tedlie Moskowitz et al. – Obwohl nicht direkt auf den Ausdauersport bezogen, bietet diese Arbeit Einblicke in die Rolle positiver Emotionen bei der Förderung von Resilienz und Bewältigungsfähigkeiten.
  4. „Resilience in Sport: A Critical Review of Psychological Processes, Sociocultural Influences, and Organizational Dynamics“ von Mark B. Andersen et al. – Diese Arbeit untersucht verschiedene psychologische Prozesse, soziokulturelle Einflüsse und organisatorische Dynamiken, die die Widerstandsfähigkeit im Sport beeinflussen.
  5. „Resilience, Stress, and Coping Among Canadian Elite Athletes During the COVID-19 Pandemic“ von Carly Priebe et al. – Diese Studie untersucht die Resilienz von kanadischen Spitzensportlern während der COVID-19-Pandemie und die damit verbundenen Stressoren und Bewältigungsstrategien.
  6. „Examining Resilience in Olympic Coaches“ von Lee-Ann Sharp et al. – Diese Forschungsarbeit untersucht die Resilienz von Olympia-Trainern und identifiziert Faktoren, die ihre Widerstandsfähigkeit beeinflussen.

Ausdauersport erfordert eine außergewöhnliche Leistungsfähigkeit, die unter anderem durch die Laktatbildungsrate VLa max bestimmt werden kann. Im Triathlon gilt dies umso mehr mit den drei Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen, die nahtlos aneinander gefügt werden. Das Training ist sehr komplex und unterscheidet sich wesentlich vom Spezialtraining der Einzeldisziplinen. Die Maximierung der Leistung in jeder dieser Disziplinen und die Fähigkeit, effizient zwischen ihnen zu wechseln, sind entscheidend für den Erfolg eines Triathleten. VLamax, die maximale Laktatbildungsrate, spielt eine wichtige Rolle in der Leistungsentwicklung und Leistungsdiagnostik im Triathlon und steht in engem Zusammenhang mit anderen physiologischen Faktoren, wie unter anderem der VO2 max, der anaeroben Kapazität oder der glykolytischen Rate.

Was ist die VLa max?

Die VLa max bezeichnet die maximale Geschwindigkeit, mit der ein Athlet Laktat produziert. Laktat entsteht während intensiver körperlicher Aktivität, wenn der Energiebedarf der Muskeln die Sauerstoffversorgung übersteigt. Durch die Messung von VLa max kann die Fähigkeit des Athleten, Laktat zu produzieren, quantifiziert werden, was Aufschluss über seinen anaeroben Stoffwechsel und seine tatsächliche Leistungsfähigkeit gibt.

Laktat spielt eine Schlüsselrolle bei der Regulation des menschlichen Stoffwechsels, obwohl es noch immer eine große Unbekannte ist. Es entsteht als Nebenprodukt der Glukoseverwertung in den Muskelzellen. Die Laktatproduktion steigt mit dem Glukosefluss in der Zelle, unabhängig von der Sauerstoffverfügbarkeit. Über viele Jahre hinweg hat man angenommen, dass Laktat lediglich ein Abfallprodukt der anaeroben Glykolyse darstellt. In den 80er-Jahren wurde sogar angenommen, dass Laktat nach dem Training kristallisiert, was zu Muskelkater führt. Heute wissen wir mehr, allerdings dank dieser falschen Annahme.

TRAINING Leistungsdiagnostik Laktatmessung © SUGAR & PAIN, AdobeStock Photo

Was wir über Laktat wissen?

Wir wissen heute, dass Laktat auch unter aeroben Bedingungen gebildet werden kann und dass die Laktatproduktion das Ergebnis der Glukoseverwertung durch die Muskelzellen unter aeroben und anaeroben Bedingungen ist. Ebenso wissen wir, dass Laktat von den Muskelzellen auch als Energieträger genutzt werden und wie ein Turbo wirken kann.

Laktat ist kein Abfallprodukt, sondern die wichtigste glukoneogene Vorstufe im Körper. Etwa 30 Prozent der während des Trainings verbrauchten Glukose stammen aus dem Recycling von Laktat zu Glukose. Laktat ist auch ein wichtiger Regulator des Intermediärstoffwechsels, der die Substratverwertung reguliert. Es hemmt somit den Abbau von Fett zu Energiezwecken (Lipolyse) und verlangsamt die Geschwindigkeit, mit der die Zellen Glukose verarbeiten (Glukolyse). Entscheidend ist also die optimale Laktat-Balance im Energiestoffwechsel.

Des Weiteren spielt Laktat eine entscheidende Rolle für unser Gehirn, da es der Hauptbrennstoff für Neuronen ist und für das Langzeitgedächtnis unerlässlich ist. Möglicherweise spielt es sogar eine Rolle bei der Alzheimer-Krankheit. Einige Studien zeigen, dass die Unterdrückung der Laktataufnahme durch die Neuronen das Langzeitgedächtnis beeinträchtigt.

Laktat ist nicht nur ein Zwischenprodukt bei anaerober körperlicher Betätigung, sondern auch ein wichtiger Brennstoff und Regulator des Stoffwechsels. Es könnte zudem ein möglicher Auslöser verschiedener chronischer Krankheiten sein. Die Laktatwerte im Blut von Menschen mit Typ-2-Diabetes sind zwei- bis dreimal höher als bei gesunden, körperlich aktiven Menschen. Laktat könnte also auch bei einigen chronischen Stoffwechselerkrankungen eine Rolle spielen. Von Krebszellen ist bekannt, dass sie einen gestörten Stoffwechsel haben. Es wird einfach zu viel Glukose aerob verwertet (Warburg-Effekt), wobei große Mengen Laktat entstehen. Dies könnte wiederum zum Wachstum und Fortschreiten eines Tumors beitragen.

Die Bedeutung der VLa max im Triathlon und Ausdauersport

Für Triathleten ist die VLa max besonders relevant, da diese Sportart eine Kombination aus konstanter Ausdauerbelastung plus hoher Intensität darstellt. Ein hoher VLa max-Wert weist auf eine zügige Laktatproduktion hin, was bedeutet, dass der Athlet bei intensiven Belastungen schnell auf anaerobe Energiegewinnung umschaltet. Dies kann besonders in Disziplinen wie Radfahren und Laufen von Vorteil sein, in denen kurze, intensive Momente über Sieg oder Niederlage entscheiden können. Im Triathlon möchte man das weniger je länger die Distanzen oder die Dauer eines Wettkampfes werden.

Darum ist es auch wichtig, die aerobe Leistungsfähigkeit zu steigern, um die Ausdauer und Intensität über längere Distanzen konstant aufrecht zu erhalten. Athleten mit einem niedrigeren VLa max-Wert können eine höhere aerobe Kapazität haben, die es ihnen ermöglicht, länger im submaximalen Bereich zu arbeiten, bevor sie anaerob werden und die Ermüdung einsetzt. Das hat Vorteile.

Klodian Mitri profitiert im Energy Lab während der IRONMAN World Championships HAWAII 2018, Kailua Kona von unserem Laufseminar © Klodian Mitri for SUGAR & PAIN

Zusammenhang VLa max, VO2 max und andere Leistungsfaktoren

Im Triathlon sind VLa max, die anaerobe Schwelle und VO2 max eng miteinander verbunden. Eine höhere VO2 max zeigt die Fähigkeit des Körpers an, Sauerstoff effizient aufzunehmen und zu verwerten, was besonders beim Schwimmen und Laufen wichtig ist. Athleten mit einer höheren VLa max können auch eine höhere VO2 max aufweisen, da beide Faktoren auf eine verbesserte Fähigkeit des Körpers hinweisen und unter hoher Belastung effizient zu arbeiten. Der Fokus liegt bei langen Ausdauerleistungen mehr auf der VO2 max, die VLa max wird um so bedeutender, je kürzer und intensiver die erforderliche Leistungsfähigkeit ist.

Die anaerobe Schwelle ist ein weiterer wichtiger Faktor im Triathlon, da sie den Punkt markiert, an dem die Ermüdung durch die Anhäufung von Laktat im Blut ansteigt. Athleten mit einem höheren VLa max-Wert haben in der Regel auch eine höhere anaerobe Schwelle, was bedeutet, dass sie länger im aeroben Bereich trainieren können, bevor sie auf anaerobe Energie umsteigen müssen. Athleten mit einem höheren VO2 max-Wert haben in der Regel auch eine etwas niedrigere anaerobe Schwelle, können allerdings länger Leistung auf diesem hohen Niveau erbringen.

Anwendung der VLa max im Training von Triathleten

Die Bestimmung des VLa max-Wertes kann Triathleten entscheidende Informationen zur Optimierung ihres Trainings liefern. Durch gezielte Trainingmethoden kann versucht werden, den VLa max-Wert zu optimieren, um die Leistungsfähigkeit in allen Disziplinen des Triathlons zu verbessern. Ein niedrigerer VLa max-Wert kann z.B. durch längere, moderat intensive Trainingseinheiten erreicht werden, während ein höherer VLa max-Wert durch hochintensives Intervalltraining gefördert werden kann. Allerdings wird auch die VO2 max durch diese Trainingsmethodiken verbessert. Entscheidend ist somit eine angepasst Trainingsstuerung in Abhängigkeit vom geplanten Ziel.

Trainingspläne sollten individuell auf die spezifischen Bedürfnisse und Ziele des Athleten abgestimmt sein. Der VLa max-Wert dient als wichtiger Indikator, um den richtigen Umfang und die richtige Intensität zu berücksichtigen. Durch eine gezielte Verbesserung des VLa max-Wertes kann der Triathlet seine Leistungsfähigkeit in allen Disziplinen maximieren und seine Wettkampfleistung optimieren.

FAZIT

Die VLa max spielt neben der VO2 max und weiteren Leistungsfaktoren eine entscheidende Rolle in der Leistungsentwicklung und -diagnostik im Ausdauersport und im Triathlon ganz besonders. Als Maß für die maximale Laktatbildungsrate liefert die VLa max wichtige Informationen über den anaeroben Stoffwechsel und die Leistungsfähigkeit eines Athleten. Durch die gezielte Optimierung des VLa max-Wertes können Triathleten ihre aerobe und anaerobe Leistungsfähigkeit verbessern und ihre Chancen auf sportlichen Erfolg im Triathlon, Marathon, Radsport oder anderen Ausdauersport wesentlich erhöhen.

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QUELLEN
  • Gastin, P. B. (2001). Energy system interaction and relative contribution during maximal exercise. Sports Medicine, 31(10), 725-741.
  • Billat, V. L., Morton, R. H., & Koralsztein, J. P. (2000). The use of VO2max inflection point in running training prescription. Journal of Sports Medicine and Physical Fitness, 40(2), 106-112.
  • Faude, O., Kindermann, W., & Meyer, T. (2009). Lactate threshold concepts. Sports Medicine, 39(6), 469-490.
  • Joyner, M. J., & Coyle, E. F. (2008). Endurance exercise performance: the physiology of champions. The Journal of Physiology, 586(1), 35-44.
  • Bassett, D. R., & Howley, E. T. (2000). Limiting factors for maximum oxygen uptake and determinants of endurance performance. Medicine and Science in Sports and Exercise, 32(1), 70-84.
  • Beaver, W. L., Wasserman, K., & Whipp, B. J. (1986). A new method for detecting anaerobic threshold by gas exchange. Journal of Applied Physiology, 60(6), 2020-2027.
  • Brooks, G. A. (1998). Mammalian fuel utilization during sustained exercise. Comparative Biochemistry and Physiology Part B: Biochemistry and Molecular Biology, 120(1), 89-107.

Ist Resilienz neben VO2 max und VLa max der wichtigere Parameter für die tatsächliche Leistungsfähigkeit im Ausdauersport? Resilienz (engl. Resilience) ist die Fähigkeit, körperliche Belastungen während intensiven Trainings oder Wettkämpfen über eine lange Dauer auf hohem Niveau aufrechtzuerhalten. Betrachtet man die Wettkampfergebnisse der letzten drei Jahre, so fällt auf, dass immer häufiger Athleten gewinnen, die über die komplette Distanz auf einem sehr hohen Leistungsniveau bleiben und am Ende sogar noch eine Schippe draufpacken. Wir haben die wichtigsten Aspekte zusammengefasst, die einen großen Einfluss auf die Resilienz im Triathlon und Ausdauersport haben.

In jüngster Vergangenheit ist dieser Trend sowohl bei harten Straßenrennen als auch bei Rundfahrten über mehrere Tage oder Wochen sowie bei Triathlon-Mitteldistanzen und Langdistanzen zu erkennen. Beispiele hierfür sind Lucy Charles, die IRONMAN World Champion 2023, Sam Laidlow, 70.3 Weltmeister Rico Bogen oder der Tour de France Sieger Jonas Vingegaard. Auch der dreifache IRONMAN Weltmeister und Olympiasieger Jan Frodeno hat über viele Jahre konstant hohe Leistungen erbracht. Die Resilienz ist somit nicht nur ein Indikator dafür, wie schnell man nach vielen Stunden oder Tagen im Sattel noch fahren oder am Ende eines Marathons im IRONMAN noch laufen kann. Resilienz ist auch ein wesentlicher Faktor dafür, wie gut ein Athlet über einen längeren Zeitraum von Wochen, Monaten oder sogar Jahren Trainingseinheiten bewältigen kann.

TRAINING SCIENCE Resilienz im Triathlon und Ausdauersport / Strukturierte Trainingsplanung mit der richtigen Balance aus Belastung und Erholung / erschöpfte Läuferin (female Runner suffering) © SUGAR & PAIN / AdobeStock

Die Resilienz im Ausdauersport bezeichnet die Fähigkeit des Körpers, hohe körperliche Belastungen über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten, ohne dass sich mentale und physiologische Leistungsparameter entscheidend verschlechtern oder die Gesundheit beeinträchtigt wird. Eine gute körperliche Widerstandsfähigkeit umfasst daher nicht nur eine optimal ausgebildete muskuläre Grundlagen- und Schnelligkeitsausdauer, sondern auch eine gute allgemeine Fitness, eine gesunde Ernährung, ein starkes Immunsystem, eine kräftige Rumpfstabilität, Flexibilität und eine effektive Regenerationsfähigkeit. Dazu tragen ausreichender Schlaf, ein effektives Stressmanagement sowie die Vermeidung schädlicher Substanzen wie Nikotin und Alkohol maßgeblich bei.

Diese Faktoren sind entscheidend, um das Risiko von Verletzungen und Krankheiten zu reduzieren und sowohl die allgemeine Gesundheit als auch die Lebensqualität zu verbessern. Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass eine Verbesserung der Ausdauerleistung und Steigerung der körperlichen Widerstandsfähigkeit viel Zeit, Disziplin und Motivation erfordert. Es lohnt sich jedoch, denn wer frühzeitig damit beginnt, wird langfristig davon profitieren.

ENGADIN RADMARATHON 2019 Spektakuläres Panorama und wunderbares Biest © Sportograf

Wirkung von Training und Adaptation auf die Resilienz

Eine angemessene Trainingsbelastung, gefolgt von ausreichender Ruhe und Erholung, zu einer verbesserten Resilienz führen kann. Die richtige Balance zwischen Dauer, Intensität und Erholung ist entscheidend, um die physiologischen Anpassungen des Organismus auf den Trainingsreiz zu fördern, welche die Ausdauerleistung verbessern. Wir sprechen von einem optimalen Trainingseffekt, wenn die Trainingsmethoden und -intensität angemessen sind und der Körper nach einer ausreichenden Erholungsphase gestärkt ins Training zurückkehrt.

Es ist jedoch möglich, diesen Bereich zu überschreiten, was dazu führen kann, dass der Körper sich nicht mehr ausreichend regenerieren kann. Bei wiederholtem Auftreten über einen längeren Zeitraum besteht das Risiko des Übertrainings und von Verletzungen. Eine strukturierte und individuell angepasste Trainingsplanung ist daher notwendig, um das Training genau so intensiv und lange zu gestalten, dass dieser Punkt nicht überschritten wird.

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Resilienter durch richtige Ernährung und Hydratation

Im Ausdauersport ist eine ausgewogene Ernährung sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr entscheidend, um die Widerstandsfähigkeit aufrechtzuerhalten. Eine individuell angepasste Ernährung kann dazu beitragen, die Leistungsfähigkeit während des Trainings und Wettkampfs zu verbessern und die Regeneration zu beschleunigen. Die Erstellung eines metabolischen Profils ermöglicht die Abbildung individueller Energiestoffwechselreaktionen auf Basis verschiedener Parameter während der Erholung und unterschiedlicher Belastungsmethoden. Die verschiedenen Werte werden am besten durch eine Spiroergometrier, ein großes Blutbild und durch die Erstellung eines Ernährungstagebuchs ermittelt. Dadurch können Defizite rechtzeitig erkannt werden.

Kohlenhydrate, Proteine und gesunde Fette unterstützen die Energiebereitstellung und Muskelregeneration. Während des Trainings sollte man Wasser und gegebenenfalls Elektrolytgetränke konsumieren, um Dehydrierung vorzubeugen. Das optimale Timing von Mahlzeiten und Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, um eine optimale Leistung zu gewährleisten. Nach dem Training ist es wichtig, die Energiereserven wieder aufzufüllen und die Erholung zu unterstützen. Eine optimale Ernährungsplanung hängt von den Anforderungen einer Sportart und den individuellen Bedürfnissen des Athleten ab.

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Regeneration und Prävention für eine verbesserte Resilienz

Regenerations- und Präventionsstrategien sind im Ausdauersport entscheidend, um den Körper nach intensiven Trainingseinheiten oder -wochen und nach Wettkämpfen optimal zu erholen, den Trainingseffekt zu erhöhen und die langfristige Leistungsfähigkeit zu fördern. Schließlich kommt die Form in der Pause. Das ist nicht nur ein Spruch. Eine effektive Regeneration und Prävention beinhaltet verschiedene Maßnahmen. Eine aktive Erholung, wie lockeres Schwimmen, Radfahren oder Gehen, verbessert die Durchblutung und fördert den Abtransport von Stoffwechselprodukten.

Passive Erholungsmaßnahmen umfassen ausreichenden Schlaf (mindestens 8 Stunden), Ruhephasen und eine gesunde, individuell angepasste Ernährung mit drei Mahlzeiten pro Tag. Diese Maßnahmen verbessern den Trainingseffekt, die Reparatur von Muskelschäden und die Wiederherstellung des Energiehaushalts. Auch Stretching und Massage unterstützen die Regeneration durch Entspannung der Muskulatur und Erhöhung der Flexibilität.

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Ebenso können Eisbäder die Regeneration und Prävention fördern, indem sie den Blutfluss verlangsamen und Entzündungen reduzieren. Die psychologische Regeneration wird oft unterschätzt. Entspannungsübungen wie Meditation und autogenes Training können helfen, Trainingstress sowie Stress im Berufs- und Privatleben abzubauen und die mentale Stärke zu steigern.

Die Vermeidung von Krankheiten und Verletzungen ist von großer Bedeutung, um den Körper resilienter zu machen. Es ist wichtig, sich auf eine angemessene Trainingsprogression zu konzentrieren und eine gute Technik zu entwickeln, insbesondere beim Laufen und Schwimmen. Durch die Verwendung geeigneter Ausrüstung sowie regelmäßige Leistungsdiagnostiken, Videoanalysen und Gesundheitschecks können Fehlentwicklungen oder Warnsignale des Körpers rechtzeitig erkannt werden, wodurch das Verletzungsrisiko reduziert wird.

Eine strukturierte Integration und individuelle Anpassung der Regenerations- und Präventionsstrategien in die Trainingsplanung kann die Leistungsfähigkeit steigern, das Verletzungsrisiko reduzieren und langfristig die Gesundheit erhalten. Dabei ist die Entwicklung eines guten Körpergefühls von großer Bedeutung.

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Im Ausdauersport spielen mentale Stärke und Motivation eine zentrale Rolle für den Erfolg eines Athleten. Während körperliche Fitness zweifellos wichtig ist, können mentale Fähigkeiten den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen, insbesondere bei langen und anstrengenden Wettkämpfen wie Marathons, Triathlons oder Ultraläufen. Mentale Stärke und Motivation sind wichtige Faktoren der Resilienz, um fokussiert zu bleiben.

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IRONMAN VICHY 2016 The Story: Nach 9:24 Stunden auf dem Buckel ist die ganze Energie auf einen lauten Freudenschrei konzentriert ©stefandrexl.de

FAZIT

Zusammenfassend ist Resilienz im Ausdauersport ein Zusammenspiel aus körperlicher Leistungsfähigkeit, Ernährung, Regeneration, Prävention und mentaler Stärke. Diese einzelnen Faktoren interagieren in der Summe auf eine sehr komplexe Weise miteinander und beeinflussen die Widerstandsfähigkeit von Ausdauersportlern maßgeblich. Die Optimierung dieser Aspekte kann dazu beitragen, die Leistungsfähigkeit zu verbessern und Verletzungen zu vermeiden, was wiederum zu einer verbesserten Widerstandsfähigkeit insgesamt führt. Durch eine ganzheitliche Herangehensweise an Training, Ernährung sowie Regenerations- und Präventionsmaßnahmen können Ausdauersportler ihre Widerstandsfähigkeit entscheidend steigern und ihre Leistungsfähigkeit nachhaltig entwickeln, was langfristig zu mehr planbarem Erfolg führt.

Eine ausschließliche Konzentration auf die Trainingsplanung, wie sie oft noch angeboten wird, entspricht nicht mehr den aktuellen sportwissenschaftlichen Erkenntnissen. Eine solche Herangehensweise vernachlässigt das biologische Individuum des Athleten, ignoriert wichtige Zusammenhänge und lässt bedeutendes Potential ungenutzt. Die persönlichen Anforderungen und Bedürfnisse des Menschen würden dabei zudem nicht ausreichend berücksichtigt. Eine ganzheitliche Betrachtung ist heutzutage unerlässlich, um konkurrenzfähig und zielführend zu sein.

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  1. „Resilience in Elite Sport: A Systematic Review and Recommendations for Future Research“ von Daniel J. Brown et al. – Diese Übersichtsarbeit untersucht den Stand der Forschung zur Widerstandsfähigkeit im Spitzensport und gibt Empfehlungen für zukünftige Studien.
  2. „Resilience in Endurance Athletes: The Role of Coping Strategies, Emotion Regulation and Mindfulness“ von Verena G. Engert et al. – Diese Studie untersucht die Rolle von Bewältigungsstrategien, Emotionsregulation und Achtsamkeit bei der Entwicklung von Widerstandsfähigkeit bei Ausdauersportlern.
  3. „Psychological Resilience and Positive Emotional Granularity: Examining the Benefits of Positive Emotions on Coping and Health“ von Judith Tedlie Moskowitz et al. – Obwohl nicht direkt auf den Ausdauersport bezogen, bietet diese Arbeit Einblicke in die Rolle positiver Emotionen bei der Förderung von Resilienz und Bewältigungsfähigkeiten.
  4. „Resilience in Sport: A Critical Review of Psychological Processes, Sociocultural Influences, and Organizational Dynamics“ von Mark B. Andersen et al. – Diese Arbeit untersucht verschiedene psychologische Prozesse, soziokulturelle Einflüsse und organisatorische Dynamiken, die die Widerstandsfähigkeit im Sport beeinflussen.
  5. „Resilience, Stress, and Coping Among Canadian Elite Athletes During the COVID-19 Pandemic“ von Carly Priebe et al. – Diese Studie untersucht die Resilienz von kanadischen Spitzensportlern während der COVID-19-Pandemie und die damit verbundenen Stressoren und Bewältigungsstrategien.
  6. „Examining Resilience in Olympic Coaches“ von Lee-Ann Sharp et al. – Diese Forschungsarbeit untersucht die Resilienz von Olympia-Trainern und identifiziert Faktoren, die ihre Widerstandsfähigkeit beeinflussen.

Viele Triathleten vernachlässigen den Kraulbeinschlag im Schwimmen und setzen leider einzig auf den Kraularmzug für den Vortrieb. Sie möchten dadurch Energie sparen, um fittere Beine auf dem Rad und fürs Laufen zu haben. Ein Fehler, denn ein guter Kraulbeinschlag hat einige Vorteile. Wir erklären, warum der Kraulbeinschlag regelmäßiger Teil deines Schwimmtrainings sein sollte, wie er schneller machen und mitunter sogar energiesparend sein kann.

Wenn Du auch fast nur deinen Armzug im Kraulschwimmen und kaum den Kraulbeinschlag für den Vortrieb im Wasser nutzt, dann bist Du in guter Gesellschaft. Leider meiden sehr viele Triathleten noch immer ein gezieltes Training ihres Kraulbeinschlags. Das ist ein gravierender Fehler, denn ein richtig eingesetzter Kraulbeinschlag ist essentiell für die Kraultechnik und birgt großes Potenzial, nicht nur fürs Schwimmen. Ein guter Kraulbeinschlag hat neben dem leistungssteigernden Effekt, vor allem einen energiesparenden Mehrwert aufgrund eines geringeren Wasserwiderstandes durch eine bessere Wasserlage. Das wirkt sich auch positiv auf die Leistung in den nachfolgenden Disziplinen aus. Umgekehrt ist ein qualitativ schlechter, untrainierter Kraulbeinschlag ein stark limitierender Faktor.

DIE VORTEILE DES KRAULBEINSCHLAGS

Das populärste Argument, warum Triathleten den Kraulbeinschlag allzu gerne vernachlässigen, ist die Beine für’s Radfahren und Laufen zu schonen. Oberflächlich betrachtet ist das naheliegend, denn die Beine haben die größte Muskelgruppe des Körpers und der Quadrizeps im Oberschenkel ist der größte Energieverbraucher. Sie kann bis etwa zwei Drittel des insgesamt verbrauchten Sauerstoffs ausmachen.

Physikalisch betrachtet ist der Kraulbeinschlag im Vergleich zum Kraularmzug zwar ineffizient. Er kann den Vortrieb jedoch um 5 % bis 30 % unterstützen und ein richtig trainierter Beinschlag arbeitet deutlich ökonomischer. Und genau darin liegt das entscheidende Argument, warum die Effizienz des Kraulbeinschlags verbessert werden sollte. Denn wie so oft sind es die kleinen Dinge, die den großen Unterschied machen. Der Kraulbeinschlag ist wichtig für die Erhaltung der Geschwindigkeit zwischenden Armzügen, für eine gute Wasserlage durch die Körperrotation, für die Unterstützung des Kraularmzugs, für das richtige Timing der Atmung und für einen möglichst geringen Wasserwiderstand.

Die Begeisterung für Wasser ist seit der Kindheit tief in Stefan Drexl verwurzelt. Mit fünf Jahren lernt der Münchener zu schwimmen, seine Mutter meldet ihn in einem Schwimmverein an.
Techniktraining Kraulbeinschlag aus der Hüfte mit optimaler Wasserlage einer stabilen Körperstreckung

RHYTHMUS UND FREQUENZ STEUERN DAS TEMPO

Jeder Armzug im Kraulschwimmen wird durch den Kraulbeinschlag unterstützt, ähnlich wie in der Laufbewegung. Es wäre kontraproduktiv, die Beine nicht optimal im Rhythmus zu bewegen. Mit jedem Armzug erfolgt eine Körperrotation um 30 – 45° auf die aktive Seite, während das Bein der gegenüberliegenden Körperseite durch einen kontrollierten Kick (Beinschlag) aus dem Hüftbeuger das Widerlager bildet und die Drehung des Körpers um die Längsachse erst mit einleitet und dann stoppt. Die Einleitung der Körperrotation erfolgt mit der Zugphase, die Drehung zurück mit dem Ende der Einatmung und Vorbeischwingen des Armes am Gesicht während der Rückholphase.

Ein guter Kraulbeinschlag unterstützt damit unmittelbar auch die Bewegungsfrequenz des Kraularmzugs. Der ist bei einer moderaten Bewegungsgeschwindigkeit im Bereich von GA1 bis GA2 sehr individuell. Manche schwimmen eine höhere Armzugfrequenz und andere bevorzuge eine eher ruhigere Frequenz mit einer betonteren Druckphase. Sie finden es angenehmer zu „gleiten“. Entsprechend ist auch der Rhythmus des unterstützenden Beinschlags angepasst. Möchte man allerdings das Tempo beschleunigen, wie bei einem Start, einem Zwischensprint oder den letzten Metern vor dem Ausstieg, ist es unabdingbar die Bewegungsfrequenz zu erhöhen und das wird über den Beinschlag gesteuert. Wir erinnern uns ans Laufen, eine Beschleunigung für den Zielsprint wird hier durch die Erhöhung der Pendelfrequenz der Arme getriggert.

WIE GEHT DER RICHTIGE KRAULBEINSCHLAG?

Voraussetzung dafür stets ist ein technisch richtiger Kraulbeinschlag, denn eine schlechte Technik könnte ansonsten den Wasserwiderstand erhöhen und der steigt proportional im Quadrat zur Geschwindigkeit. Für einen perfekten Beinschlag müssen bei einem gestreckten, aber nicht steifem Bein die Zehen nach hinten und die Fußsohle nach oben zeigen. Der Bewegungsimpuls erfolgt durch eine Vorrotation auf die andere Körperseite (Muskelvorspannung) aus dem Hüftbeuger und einem Kick des gestreckten beins nach unten. Die sich natürlich ergebende Kniebeugung aus der passiven Nachführung des Unterschenkels sollte dabei maximal 12 % betragen.

Die Bewegung ist ähnlich eines Fußballkicks kurz vor dem Treffen des Balls, die dann abrupt abgeberemst und wieder zurück bewegt wird. Unmittelbar danach wird über die Gesäßmuskulatur das Bein wieder nach oben bewegt, bis die Ferse kurz vor der Wasseroberfläche ist. Der Kraulbeinschlag wird nicht über und durch schlagen auf das Wasser ausgeführt, sondern beleibt stets unter der Oberfläche.

Der Kraulbeinschlag ist koordinativ anspruchsvoll und bedarf deshalb regelmäßiger Übung, einer guten Flexibilität und Stabilität der beteiligten Muskulatur. Das wird den Energieverbrauch wesentlich reduzieren. Der Kraulbeinschlag erfolgt nie aus dem Unterschenkel, er ist auch kein treten nach hinten ähnlich einer Radfahrbewegung. Der dadurch erzeugte Wasserwiderstand durch den Oberschenkel entgegen der Schwimmrichtung würde den nutzen deutlich übersteigen.

MEHRWERT DES KRAULBEINSCHLAGS FÜR NACHFOLGENDE DISZIPLINEN

Ein guter Kraulbeinschlag und das Training dafür haben aber auch einen wesentlichen Mehrwert auf die weiteren Diszipinen im Triathlon. Ein größerer Bewegungsumfang mit einer gesteigerten Flexibilität des Hüftbeugers verbessert die Mobilität auf dem Rad und im Laufen. Die Ökonomie des stark beanspruchten Hüftbeugers wird dabei erhöht und es können Verspannungen, Zerrungen oder Muskelkrämpfe im Bereich der Hüfte und des Oberschenkels vermieden werden. Eine kräftigere Gesäßmuskulatur zusammen mit einer flexibleren Hüftmuskulatur beugt Rückenproblemem in der LWS vor, die durch Verkürzungen des Alltags oder einer flachen Sitzposition auf dem Rad provoziert werden. Das wirkt sich nicht nur auf das Training und eine schnellere Regeneration aus sondern auch auf eine steigende Leistungsfähigkeit hinsichtlich Intensität und Dauer.

SCHWIMMEN / KRAULTECHNIK / Die Bedeutung des Kraulbeinschlag für Triathleten © SUGAR & PAIN
Im Wettkampf braucht es auch für den richtigen Kraulbeinschlag eine gute Strategie

BEINSCHLAGSTRATEGIEN FÜR DEN WETTKAMPF

Soweit, so gut. Die Bedeutung für den Vortrieb und die Wichtigkeit eines regelmäßigen Trainings des Kraulbeinschlags haben wir geklärt, ebenso wie dessen technisch richtige Umsetzung. Jetzt sollten wir über die strategisch optimale Umsetzung unter Wettkampfbedingungen sprechen. Vorweg sei gesagt, es ist keine Strategie die Beine während des Schwimmens im Wettkampf still zu halten und einfach nur hinterherzuziehen. Einerseits aufgrund der genannten Argumente der Kraultechnik, andererseits würden die Beine von einer zur anderen Seite pendeln und absinken was stark bremsen würde. Es wäre auch schwerer die Schwimmrichtung aufgrund der sehr schlechten Wasserlage zu halten. Die Füße und Beine würden im Wasser allerdings auch merklich abkühlen. Der erste Wechsel und der Start mit dem Rad in die zweite Disziplin wäre sehr zäh.

Es stellt sich darum die Frage, wie viel Kraulbeinschlag während eines Triathlons genau die richtige Dosis ist. Das ist in der Tat sehr individuell, wäre die Antwort, denn sie hängt von der persönlichen Schwimmleistung, der jeweiligen Qualität des Kraulbeinschlags und der zu absolvierenden Schwimmstrecke ab. Ohne Kraulbeinschlag zu schwimmen ist allerding keine Option aber von kleinen minimalen Kicks bis zu einer hohen Beinschlagfrequenz ist alles möglich. Entscheidend ist, dass der Kraulbeinschlag die Schwimmgeschwindigkeit und gute Wasserlage zwischen den Armzügen möglichst erhält. Es lohnt sich verschiedene Rhythmen im Training zu üben, um situativ im Triathlon den Kraulbeinschlag variieren zu können. Dafür sollte man berücksichtigen, dass der Rhythmus des Kraulbeinschlags unmittelbar die Armzugfrequenz beeinflusst. Auch ein weiteres Argument, was dagegen spricht, die Bein still zu halten.

Es geht also darum, wie viele Kicks zwischen jedem Armzug erfolgen. Abhängig vom Tempo gibt es Zweier-Kick, Vierer-Kick, Sechser-Kick und auch Achter-Kick. Einfluss hat auch, ob man gerade beschleunigt, wie unmittelbar am Start oder das Tempo erhält. Die Amplitude übrigens, wie weit die Beine sich öffnen, bleibt dabei stets nahezu gleich. Darum lohnt es sich mit den verschiedenen Rhythmen zu spielen, um den individuell optimalen Beinschlag zu finden. Denn es gibt nicht die eine richtige Kraulbeinschlagfrequenz.

Einen weiteren Einfluss auf die Beinschlagfrequenz hat das tragen eines Neoprenanzugs. Der verbesserte Auftrieb hebt auch die Beine stärker aus dem Wasser wodurch der Kraulbeinschlag womöglich nicht mehr ordentlich unter Wasser ausgeführt werden kann. Ebenso kann ein gut sitzender Neoprenanzug die Beinschlagbewegung etwas erschweren. Das spricht in beiden Fällen dafür den Beinschlag an die Situation angepasst zu minimieren und ihn eher unterstützend für die Körperrotation als für den Vortrieb zu nutzen. Kleine, impulsive Zweier- oder Vierer-Kicks können hier ausreichen. Keinesfalls sollte der Kraulbeinschlag komplett eingestellt werden. Man würde sonst mit höherem Frontalwiderstand flach im Wasser liegen, sowie Körperlänge für eine bessere Wasserlage und Muskelvorspannung für einen effektiveren Kraularmzug einbüßen.

SWIMINAR #OPEN Chiemsee / Schwimmseminar für richtige Kraultechnik im Freiwasser / Anschwimmen und Richtungswechsel an der Boje sind Schlüsselelemente im Freiwasser © Stefan Drexl

SO TRAINIERST DU DEN KRAULBEINSCHLAG AM BESTEN

Triathleten empfehle ich mindestens 10 % des Schwimmtrainings für den Kraulbeinschlag zu nutzen. Das kann einmal ganz simpel durch isolierten Beinschlag in Bauchlage sein oder komplex als Teil ganzheitlicher Technikübungen, die zugleich die Wasserlage verbessern. Für mich immer der bessere, intelligentere Weg, der zudem das Training attraktiver gestaltet. Zusätzlich kann der Kraulbeinschlag im Warm-Up durch Starts zur Aktivierung oder mit Intervallen und Tempowechseln im Performance-Block eingebunden und trainiert werden. Pure Leistungsschwimmer, auch im Freiwasser sollten etwa ein Drittel des Trainings für einen guten Kraulbeinschlag nutzen.

Viele trainieren auch sehr oft und gerne mit dem Pull Buoy, weil es sich einfach gut anfühlt und die Beine schont. Sie sind aber dann überrascht, wenn sie kaum vorwärts kommen und ihnen schnell die Energie ausgeht sobald sie ohne Auftriebshilfe schwimmen. Der Grund liegt auf der Hand oder steckt in den Beinen. Durch das dauernde Training mit dem Pull Buoy trainieren sie weder eine gute und stabile Wasserlage, noch einen richtigen Kraulbeinschlag. Wenn schon Trainingshilfe, dann Flossen, denn sie sorgen für Auftrieb der Beine, ermöglichen weiterhin einen dosierten Beinschlag und Du verbesserst dennoch deine Rumpfstabilität.

Ganz egal, was dein persönliches Trainingsziel ist, es kommt immer auf die technisch richtige Ausführung an. Nur dann sorgt dein Kraulbeinschlag für die richtige Balance und kann deinen Armzug effizient unterstützen. Das folgende Schwimmprogramm enthält geeignete Übungen zur Verbesserung der Technik und der Leistung deines Kraulbeinschlags.

SCHWIMMPROGRAMM

PERFORMANCE & TECHNIK KRAULBEINSCHLAGP
1x 400m WARM UP / Haupt- & Nebenlagen60s
8x 25m STARTS / 10m F. Beine hohe Frequenz + 15m mit F. Armzug steigern15s
1x 200m GA1 / F. FQC. FQ lo. „gleiten“30s
8x 50 m BEINE mit FLOSSEN. FQ lo. / KOS. Superman li. – KOS. Superman re.15s
1x 400m GA1/2 mit Beine moderate Frequenz/ F. FQ mod.60s
4x 100m GA1 mit Beine hohe Frequenz / VAB – AB – VAZ – F. FQ hi.10s
4x 200m GA2 Race Pace alle konstant mit sauberer Technik20s
1x 200m COOL DOWN REK Neben- & Hauptlage/
3000m TOTAL

ERKLÄRUNG ABKÜRZUNGEN

F = Freistil (Kraul)P = Pause
FQ = FrequenzFQC = Front Quadrant Crawl
KOS = Kick on Side (Beinschlag in 90° Seitlage)AB = Abschlag
VAZ = Verzögerter ArmzugVAB = Verzögerter Abschlag
lo = low, mod = moderat, hi = highli = links, re = rechts
GA = Grundlagenausdauer (Trainingsbereich)REK = Erholungsbereich

Viel Erfolg und viel Spaß im Training. Für mehr zum Theme richtiges Training einer besseren Kraulschwimmtechnik schreib uns gerne ein Mail.

Es drehen sich viele Mythen und Legenden um das Fasten. Fasten hat Tradition in vielen Kulturen zur inneren Reinigung von Körper und Geist und ust wichtiger Bestandteil des Jahreszyklus. In der modernen Gesellschaft wird Fasten allerdings meist nur als eine Diät missverstanden und auf eine Möglichkeit reduziert, überschüssige Pfunde und ungeliebtes Körperfett wieder loszuwerden. Durchaus kann das ein willkommener Nebeneffekt sein, doch ist Fasten gewiss mehr als einfach nur Abzuspecken. Fasten ist ein nachhaltiger Weg zu einer besseren Leistung und gesunden Ernährung.

Für Athleten, die sich bester Gesundheit erfreuen, birgt das Fasten eine gute Möglichkeit nach der trainingsfreien Zeit einen Übergang in die Vorbereitung auf die nächste Saison zu schaffen. Ich faste regelmäßig einmal im Jahr, je nach meinem persönlichen Saisonhöhepunkt, im Januar oder Februar. Nach eine Saisonpause im Herbst und einer eher unregelmäßigen Trainingsphase bis Neujahr, beginnt für mich mit der Fastenzeit die geplante Vorbereitungsphase auf die Saison. Was Fasten für mich bedeutet, um Interessierten das Thema „Fasten” etwas näher zu bringen und mögliche Vorurteile auszuräumen, beschreibe ich in diesem Beitrag.

Fasten – fast jeder kennt es. Dennoch gibt es viele Mythen, Fehlinformationen und Unkenntnis. Fasten hat erst einmal nicht den Zweck einer Gewichtsreduzierung, dies kann ein positiver Nebeneffekt sein. In erster Linie geht es darum Gewohnheiten des Essverhaltens, unseren Lebensstil mit jedem Fasten zu verändern und zu verbessern. Unseren hohen Anspruch an das Essen, den teilweise gedankenlosen Einkauf von Lebensmitteln und die Fragen zum Sinn der unüberschaubaren Vielfalt, die uns täglich umgibt, zu überdenken.

ERHOLUNG Alternative Aktivitäten in der Saisonpause © AdobeStock, SUGAR & PAIN

 Kein Breakfast ohne zu fasten

Mit dem Fasten eng verbunden ist der Apfel. Er begleitet den Fastenden vom ersten bis zum letzten Tag des Fastenden. Symbol für den ersten, dem Entlastungstag bis zum Fasten brechen, dem Ende der Fastenzeit, dem ersten Breakfast. Der Einfluss der Ernährung auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit ist wissenschaftlich unumstritten. Ohne einer entsprechenden Nahrung gibt es kein Leben. Die Bedeutung von Ernährung und Regeneration für die Leistungsentwicklung ist den meisten Athleten wohl bewusst. Die Umsetzung mag dem Ein oder Anderen wohl eher schwer fallen, bzw. fehlt oft das entsprechend Wissen.

Essen und Fasten sind wie Trainieren und Regenerieren, wie Wachen und Schlafen, wie Spannung und Entspannung. Es sind die Pole zwischen denen sich unser Leben ereignet. Essen tagsüber und fasten in der Nacht gehören so selbstverständlich zu unserem Biorhythmus ohne dass wir uns darüber Gedanken machen. Wenn wir aber spät gegessen haben, fällt uns am nächsten Morgen auf, dass wir keinen Appetit haben. Ein Zeichen des Körpers, dass die für ihn notwendige Fastenzeit noch nicht zu Ende ist – wir haben sie verschoben. Daher auch die englische Bezeichnung für Frühstück, „breakfast” – Fasten brechen. Wer also in der Nacht nicht fastet braucht am nächsten Morgen kein „breakfast”.

Der Mensch ist durchschnittlich vierzehn bis sechzehn Stunden am Tag wach. In dieser Zeit isst, arbeitet und trainiert er, nimmt Kontakt mit der Außenwelt auf. Zehn bis Zwölf Stunden bleiben Ihm in der Nacht für den regenerativen Stoffwechsel und somit für den Abbau, Umbau und Ausbau von Körpersubstanzen. Dafür braucht er Energie, die er aus den Reserven, seinen Depots bezieht. Der menschliche Organismus beschäftigt sich während der nächtlichen Fastenzeit endlich mit sich selbst. Ruhe, Geborgenheit und Wärme helfen ihm, allein von sich selbst, seinen Reserven zu leben. Wer krank ist fastet meist instinktiv, denn der Organismus braucht Zeit und Kraft für sich selbst, um gesund zu werden.

Die notwendige Energie gewinnt er aus seinen körpereigenen Nahrungsdepots. Während des Fastens spart sich der Körper die Verdauungsenergie und somit dreißig Prozent des gesamten Energieaufwandes. Die lässt sich bei gesunden Sportlern nach einigen Tagen sogar zur Fortsetzung des Trainings nutzen. Unsere Grundlagenausdauer und das Denkvermögen hängen nicht unmittelbar vom Essen ab. Sind die Kohlenhydratspeicher gelehrt versorgen uns die Fettreserven mit der erforderlichen Energie. Für längere, intensivere Leistungen nimmt man daher rechtzeitig entsprechende Nahrung vor dem Training und dem Wettkampf zu sich.

BESSER ESSER Mehr Leistung und gesünder durch Fasten! Der Apfel als Symbol für den Einstieg und das Ende der Fastenzeit © SUGAR & PAIN

 Fasten heißt nicht Hungern

Wir leben also nicht „von der Hand in den Mund”, die Energie beziehen wir nicht unmittelbar und ausschliesslich aus der Nahrung. Jeder gesund Mensch verfügt über entsprechende Reserven, die in Form von Nahrungsmitteldepots angelegt sind. Sie sind schneller und rationeller abrufbar. Der Körper besitzt daher zwei Energieprogramme. Meist ist „Programm I” „eingeschaltet”, wenn wir, wie gewohnt, drei Mal am Tag oder öfter essen. Einen Teil, der in der Nahrung enthaltenen Nährstoffe setzt der Körper unmittelbar in lebenserhaltende Energie (Kraft und Wärme) um. Alle überschüssige Energie, die der Körper momentan nicht benötigt, wird gespeichert und erst bei Bedarf „abgerufen”.

Übersteigt die zugeführte Energiemenge daher den täglichen Bedarf, so wandelt der menschliche Organismus den Überschuss in Fett um und lagert diese in den entsprechenden Depots ein. Somit ist der Körper mit diesen Vorräten bestens darauf eingerichtet, über einen längeren Zeitraum ohne Nahrungszufuhr auszukommen. Während des Schlafs, zum Beispiel, schaltet der menschliche Organismus dann auf das „Energieprogramm II” um. Genau das macht der Körper auch zu Beginn des Fastens. Fasten ist Leben aus gespeicherter Nahrung. Fasten heißt nicht Hungern. Wer hungert, fastet nicht.

Jede Fastenzeit beginnt mit einem Entlastungstag, der Tag, an dem weniger und nur noch leichte Nahrung aufgenommen wird. Vollkornprodukte und andere Kohlehydrate, Fisch und Fleisch oder Salat werden hier schon vom Speiseplan gestrichen. Milch und Soyaprodukte, gegartes Gemüse und ungezuckerte Getränke, wie Säfte bieten sich an. Die letzte feste Mahlzeit vor dem Fasten am Entlastungstag ist ein Apfel, den kann man andünsten und mit Zimt würzen. Tags darauf, dem ersten Fastentag, wird dann der Magen mit Hilfe von Buttermilch und Leinsamen oder einem halben Liter warmen Wasser mit Glaubersalz entleert. Von nun an wird keine feste Nahrung mehr gegessen, ausschließlich Tee, Wasser, die Brühe selbst gemachter Gemüsesuppen und gelegentlich ein Glas hundert prozentigen Fruchtsaft –natürlich ungezuckert.

 

Die Wahl der Nahrungsmittel entscheidet

Ein Hungergefühl ist eher selten ab diesem Moment, viel mehr will das Unterbewusstsein die Routine der regelmäßigen Mahlzeiten wahrnehmen. Die ersten zwei Tage ist man eher schlapp und antriebslos, ab die dritten Tag kommt dann die Energie zurück. Die Energie, die man sich aufgrund der eingesparten Verdauungsenergie erspart. In der Regel wird 5 – 7 Tage gefastet bis das Fasten mit einem Apfel gebrochen wird. Ich faste mittlerweile 14 -21 Tage, was aber viel Erfahrung und bester Gesundheit bedarf. Ab der zweiten Woche kann ich wieder nahezu meinen gesamten Trainingsplan umsetzen. Entscheidend ist aber vielmehr der Beginn der Nahrungsaufnahme nach dem Fastenbrechen. Ab dem Moment entscheiden die Art der Nährstoffe, die Zusammensetzung der Nahrungsmittel sowie deren Mengen und Zeitpunkt. Der Stoffwechsel ist nun wie ein leerer Computer, der bereit für eine neue Software bzw. Nahrungsmittel ist. Geschmack und Ernährung können ab jetzt neu definiert werden. Ein wahres Geschmackserlebnis.

 

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MEDIEN TIPP

ARTE Mediathek Fasten und Heilen Altes Wissen und neueste Forschung
Verfügbar bis 04. März 2018
UTOPIE
3SAT Mediathek Gesund durch Fasten

Die Regeneration kommt im Alltag oft zu kurz. Das wirkt sich negativ auf die Leistungsentwicklung aus. Der besondere Vorteil von Profitriathleten ist, den gesamten Tagesablauf mit Dauer, Umfang und Zeitpunkt des Trainings flexibel gestalten zu können. Die verbleibende Zeit wird für Regeneration mit Massagen, Physiotherapie und viel Ruhe genutzt, um maximalen Trainingseffekt zu erzielen. Angesichts dessen sind jene ambitionierten Altersklassenathletinnen und -athleten, die neben Beruf und Familie ihre Trainingseinheiten in den vollgepackten Alltag integrieren, die eigentlichen Profis. Das Training wird im täglichen Organisationsstress noch zwischenrein gepackt, die Erholung bleibt dabei allerdings meist auf der Strecke. Weniger ist oft mehr, denn die Form kommt in der Pause. Warum das so ist und wie’s richtig geht, erfährst Du hier.

 

Die Triathletinnen und Triathleten der Altersklassen sind meist wahre Trainingsweltmeister. Die erste Trainingseinheit wird bereits vor dem Frühstück oder auf dem Weg zur Arbeit absolviert. Anstatt eines entspannten Mittagessens werden ein paar Bahnen im Schwimmbad absolviert und am Abend noch ein paar Stunden auf dem Radergometer geschwitzt. Die Nahrungsaufnahme erfolgt zwischendrin und wer Familie hat, sagt noch schnell guten Morgen, guten Tag und gute Nacht, falls man sich nicht mehr sehen sollte. Von gemeinsamen Wochenenden kaum zu reden.

Ein phänomenales Pensum und das beinahe täglich. Das ist alles andere als eine optimale Trainingsplanung und Vorbereitung auf einen Triathlon, auch wenn eine Langdistanz viel Training und Disziplin verlangt. Zu wenig Schlaf und eine schlechte Ernährung, kaum Ruhephasen und fehlende Regeneration bedeuten Stress für den Körper und das Immunsystem. Durch den Trainingsstress sind Krankheiten oder gar Verletzungen vorprogrammiert. Müdigkeit, Muskelkater und das Ausbleiben der geplanten Leistungsentwicklung sind oft erste Anzeichen von Übertraining.

 

MEHR GEDULD MIT DER REGENERATION

Für Altersklassenathleten, ganz egal ob ambitioniert, gut trainiert oder Einsteiger ist die Regeneration nach dem Training und vor den nächsten Einheiten ebenso wichtig wie für Leistungssportler. Die Regeneration ist untrennbar mit dem regelmässigen Training vereint und sollte immer Teil der Trainingsplanung sein. Allzu oft werden allerdings die Wochenenden genutzt, um ausgefallene Trainingseinheiten oder gar das komplette Trainingspensum einer ganzen Woche aufzuholen. Klar, das Wetter ist sonnig warm, die Vereinskollegen oder Trainingspartner warten schon und der Verlockung einer langen Radausfahrt kann man kaum widerstehen. So funktionieren die Physiologie des menschlichen Körpers und eine nachhaltige Leistungsentwicklung jedoch nicht. Ein Regenerationstag hätte möglicherweise einen merklich höheren Trainingseffekt gehabt.

 

IN DER RUHE LIEGT DIE KRAFT

Die Voraussetzung für einen maximalen Trainingserfolg ist der optimaler Wechsel zwischen Belastungs- und Entlastungsphasen. Die Vorteile liegen auf der Hand. Eine körperliche Belastung muss aber nicht ausschließlich eine Trainingseinheit sein. Auch Alltagsstress aufgrund beruflicher und familiärer Herausforderungen kann sehr belastend sein. Die Adaptation des Körpers aufgrund vorangegangener Belastungen und die damit verbundene Leistungsentwicklung findet nur in den wichtigen Trainingspausen statt. In der indiviuell angepassten Ruhephase erfolgt die Kompensation für eine Leistungsverbesserung.

Ohne Rücksicht auf die Erholung von Körper und Geist wird die gewünschte Leistungssteigerung ausbleiben und es tritt Stagnation ein. Die Regeneration ist massgeblicher Bestandteil des langfristigen Trainingsprozesses und ein aktiver Prozess. Die richtige Nachbereitung einer intensiven Trainingseinheit, auch eines Rennens durch entsprechende Dehnübungen ist bereits Teil der Regeneration und gleichzeitig Vorbereitung auf das nachfolgende Training. Eine gesunde, angepasste Ernährung und mindestens acht Stunden Schlaf zählen zu den essenziellen Elementen einer optimalen Erholung.

Wie die Regeneration zu gestalten ist, das ist grundsätzlich immer von der Art und Dauer der Vorbelastung abhängig. Weiteren Einfluss haben aber unter anderem auch der Trainingszustand, die Erfahrung und natürlich das Alter des Triathleten. Die Erholung soll schließlich nicht nur die Müdigkeit nach dem Training oder Rennen beseitigen, sondern auch die Leistung und sportmotorische Ausgangslage verbessern. Die Qualität der Regeneration ist deshalb massgeblich entscheidend für die Dauer der Wiederherstellung und für den Trainingseffekt. Je besser und konsequenter man regeneriert, desto eher und besser kann man wieder trainieren und sich neuen Belastungsreizen aussetzten. Und genau darin liegt der Schlüssel von erfolgreichem Training mit nachhaltiger Leistungssteigerung.

 

ES GIBT KEIN PATENTREZEPT FÜR REGENERATION

Mit erhöhtem Alltagsstress, zunehmendem Alter oder größeren Zielen gewinnen regenerative Maßnahmen an Bedeutung. Ältere Athletinnen und Athleten regenerieren in Abhängigkeit ihres Trainingsalters nicht mehr so schnell wie Jüngere. Das sollte in der Trainings- und Saisonplanung ebenso berücksichtig werden wie die Art, Dauer, Intensität und Qualität von Training und Regeneration.

In der Erholungsphase repariert der Körper kleinste Verletzungen, sogenannte Mikrotraumata an den Muskeln, Sehnen und Bändern. Er optimiert unter anderem bestehende Mitochondrien, die Kraftwerke der Zellen und bildet neue, um besser auf zukünftige Belastungen vorbereitet zu sein. Mit Hilfe der Ernährung werden die Energielager der Muskelzellen wieder vollständig gefüllt und der Stoffwechsel an die vorangegangene Belastung angepasst. Das geschieht überwiegend nachts, weshalb eine ausreichende Schlafdauer für die Regeneration essenziell ist. In dieser Zeit wird der Körper gestärkt, um für zukünftige, noch höhere Belastungen gewappnet zu sein. Diesen Vorgang beschreibt man als Superkompensation.

 

FAZIT

Ein Patentrezept für die richtige Regeneration gibt es leider nicht. Für die optimale Dauer ist stets die Gesamtbelastung des Athleten und der Athletin selbst zu betrachten. Eine simple Grundregel der Regeneration ist: Je intensiver oder länger das Training, desto mehr Zeit braucht der Körper für die Erholung, um das biologische Gleichgewicht wieder herzustellen. Eine bessere Grundlage, die körperliche Fitness und das Trainingsalter beeinflussen die Regeneration nach dem Training. Je optimaler die Balance von Belastung und Regeneration, umso niedriger ist das Risiko von Verletzungen und Krankheiten. Mit einer ausgewogenen Trainingsplanung kann die gewünschte Zielleistung zuverlässiger und besser erreicht werden.

 

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