Ein IRONMAN, eine CHALLENGE oder andere Langdistanz und Mitteldistanz im Triathlon erfordern eine gute Ernährungsstrategie, um über die gesamte Wettkampfdauer eine adäquate Energiebereitstellung zu gewährleisten. Schließlich gibt es neben der Verpflegung und eigenen Leistungsfähigkeit genügend externe Faktoren, die für Überraschungen sorgen können. Neben unterschiedlichen Distanzen und Streckenprofilen ist auch die Witterung in einer optimalen Ernährungsstrategie zu berücksichtigen. Mit deiner Ernährung vor einem Rennen und der Verpflegung währenddessen sieht das schon ganz anders aus. Eine richtige Ernährungsstrategie im Wettkampf ist kein Hexenwerk und fängt nicht erst mit dem Startschuss oder Frühstück an. Dennoch wird meist mehr falsch als richtig gemacht. Wir erklären Dir, was eine gute Ernährungsstrategie ausmacht, damit deine Muskeln im Rennen richtig feuern.

Eine gute Ernährungsstrategie beginnt spätestens in der Taperphase deines Trainings. Die Auswahl der Lebensmittel, die Qualität und Menge der Ernährung in den Tagen und Wochen vor dem Rennen sind entscheidend für eine gute Regeneration, einen optimalen Leistungsaufbau und eine hundertprozentige Leistung im Rennen. Halte es einfach: Nicht übertreiben, das schadet eher. Die Portionen sollten nicht größer sein als im normalen Training. Stattdessen sollte der Anteil an Proteinen und gesunden Fetten bis zum letzten Ruhetag erhöht werden. Carboloading in den Tagen vor dem Wettkampf bedeutet, den Schwerpunkt auf Kohlenhydrate zu legen. Es ist dafür keineswegs notwendig, die Nudelvorräte des Italieners um die Ecke zu plündern.

Die Leistungsfähigkeit auf einer Mittel- oder Kurzdistanz hängt also nicht nur vom Training der vergangenen Wochen und Monate ab, sondern vor allem von der richtigen Ernährungsstrategie vor und während des Rennens. Wer einen schlechten Fettstoffwechsel hat und viel Energie verbrennt, muss kontinuierlich viel Energie in Form von Kohlenhydraten nachlegen, damit das Feuer nicht ausgeht und kein Hungerast droht. Wer aber einen hohen Fettstoffwechsel und damit eine sehr gute Grundlagenausdauer hat, der muss auch während des Rennens weniger Kohlenhydrate zuführen und somit weniger Verpflegung mitnehmen.

In den Tagen vor dem Wettkampf wird der Grundstein für die Wettkampfernährung gelegt. Drei Mahlzeiten pro Tag, das richtige Timing der Nahrungsaufnahme vor und nach den letzten Trainingseinheiten sind wichtig. Die Zusammensetzung und Menge deiner Ernährung hängt von der Art, der Länge und dem Zeitpunkt deines geplanten Wettkampfes ab.

DIE TAGE VOR DEM WETTKAMPF ENTSCHEIDEN

Für eine Langdistanz am Sonntag werden z.B. am Donnerstag zwei letzte kurze und knackige Trainingseinheiten absolviert und am Freitag ein Ruhetag eingelegt. Spätestens ab Montag solltest du kohlenhydratreiche Lebensmittel deutlich reduzieren und den Schwerpunkt der Ernährung auf Mahlzeiten mit hochwertigem Eiweiß, gesunden ungesättigten Fetten, vielen Vitaminen und Mineralstoffen verlagern. Nach der letzten Trainingseinheit am Donnerstag wird die Kohlenhydratzufuhr wieder deutlich erhöht. Aber bitte moderat und nicht in Massen, denn du willst ja nicht unnötig zunehmen.

Natürliche, hochwertige und nicht verarbeitete Kohlenhydrate wie Reis, Süsskartoffeln oder Haferflocken in Kombination mit eiweiss- und fettreichen Lebensmitteln wie Quark, Avocado, Fisch oder Feta gehören jetzt auf den Teller. Auch eine Handvoll Hülsenfrüchte pro Tag sind ausgezeichnete Energielieferanten. Das Tapering einer Langdistanz kann je nach Trainingsumfang und Leistungsniveau zwischen 14 und 10 Tagen dauern. Die Dauer der ketogenen Low Carb Ernährung wird individuell angepasst, wobei Ruhetage und regenerative Trainingseinheiten eine wichtige Rolle spielen. Aber nicht vergessen: ‚Low Carb‘ bedeutet nicht ‚No Carb‘! Vor allem die Gesamtkalorienzufuhr sollte im Auge behalten werden, um auch einen Gewichtsverlust in den Tagen vor dem Wettkampf zu vermeiden.
 
Stimmt die Basis, braucht es am Morgen vor dem Rennen nur ein kleines, leicht verdauliches Frühstück als „Brandbeschleuniger“ für die intensive Startphase. Schliesslich sind die Kohlenhydratspeicher in den Muskeln maximal gefüllt und nur Leber und Gehirn haben im Schlaf etwas Glykogen verbrannt. Mit dieser Strategie startest du mit voller Energie in die ersten 60 bis 90 Minuten deines Rennens.
 
 

KEINE EXPERIMENTE AM WETTKAMPFTAG

Die Verpflegung im Wettkampf und deine Ernährungsstrategie sollte gut durchdacht und vorbereitet werden. Im Training solltest du alle Möglichkeiten, verschiedene Energieriegel, Energiegels, Energy Shots oder auch Bananen, Reiskuchen und isotonische Getränke auf ihre Verträglichkeit testen. Energy Gels sind natürlich die schnellsten Energielieferanten und leicht verdaulich, müssen aber ständig nachgelegt werden.
 
Die Nährstoffdichte von Riegeln hingegen ist höher, entsprechend länger dauert es bis die Kohlenhydrate in der Muskulatur ankommen. Die Kohlenhydrate einer Banane brauchen etwa 60 – 75 Minuten bis sie die Muskulatur erreichen. Eine Banane und ist eine starke Ergänzung deiner Ernährungsstrategie, vor allem auf langen Distanzen. Sie liefert neben Kohlenhydraten wichtige Mineralstoffe wie Natrium, Kalium und Magnesium. Du solltest sie während des Rennens früh essen und in kleinen Stücken gut zu einem Brei zerkauen.
 
Entscheiden ist es, regelmäßig Kohlenhydrate (CHO) nachzulegen um deinen stündlichen Bedarf (h) pro Kilogramm Körpergewicht (kg) zu decken und das Feuer am Brennen zu halten. Damit solltest du rechtzeitig nach dem Schwimmen und sobald du dich auf dem Rad eingerichtet hast beginnen. Denn erlischt das Feuer und droht der Hungerast, kannst du nur noch mit halber Leistung versuchen das Ziel zu erreichen. Je länger das Rennen dauert, desto entscheidender wird deine Ernährung, um konstant bis zum Finish das hohe Leistungsniveau zu erhalten. Und merke: Keine Experimente am Wettkampftag! Eine etablierte Ernährungsstrategie ist der Schlüssel zum Erfolg.
 
 

DIE BESTE STRATEGIE FÜR DIE WETTKAMPFERNÄHRUNG

Für Wettkämpfe bis zu 60 Minuten, wie zum Beispiel ein Sprinttriathlon oder 10 Kilometer Lauf wären somit keine zusätzlichen Kohlenhydraten währenddessen erforderlich und auch kaum sinnvoll. Ein paar Schlücke reines Wasser zwischendurch, falls man Bedarf verpürt, sind ausreichend. Dauert das Rennen länger, wie ein Marathon, eine Kurz- oder Mitteldistanz, dann solltes du regelmässig, alle 15 -20 Minuten 4 – 6 Schluck eines isotonischen Getränkes mit 10 bis 12 Prozent Kohlenhydraten. Daraus ergeben sich durchschnittlich 0,4 – 0,6 g CHO / h / kg (100-200 kcal) während des Rennens brauchst, um deinen Kohlenhydratverbrauch zu puffern.
 
Den Bedarf an Kohlenhydraten kannst du natürlich auch mit Energiegels oder Riegel kombinieren, der auch noch etwas Fett enthält, wie Banana Bread oder Oat Snack. Das hängt natürlich von den individuellen Vorlieben und deinem Stoffwechsel ab, aber auch davon, ob du regelmässig Zugang zu deiner Trinkflasche hast. Aber denk daran, deine Kohlenhydratspeicher sind vor dem Start schließlich voll und sollten mit dem Zieleinlauf auch fast geleert sein. Es ist eine extra Disziplin dich im Triathlon und Marathon optimal mit den wichtigen Nährstoffen zu versorgen und zudem wenig Energie für die Verdauung verschwenden. Auf der Langdistanz und besonders den IRONMAN Hawai’i sieht das schon ganz anders aus.
 
 

ERNÄHRUNGSSTRATEGIE AUF LÄNGEREN DISTANZEN

Eine wesentlich komplexere Ernährungsstrategie erfordern Wettkämpfe ab 4 Stunden und längere Distanzen. Sie sollte auf verschiedenen, hochwertigen Energiequellen aufbauen. Meistens essen die Triathleten erheblich zu viel, um den Kopf zu beruhigen. Die besondere Herausforderung einer Langdistanz ist jedoch eine clevere, konstante Energieversorgung. Das Leistungsniveau muss über eine Dauer von 9 Stunden und länger aufrecht erhalten werden, um auch in den letzten 60 Minuten keinen Spaziergang zu riskieren. Allgemein haben 0,6 – 0,8 g CHO / h / kg aus flüssigen und festen Kohlenhydratquellen optimale Resultate gezeigt. Die Ergänzung mit etwa 12% Fett und 6% Eiweiss, mit essentiellen Mineralstoffen und Koffein helfen deine Energiebilanz optimal ausgeglichen zu halten und erleichtern den Stoffwechsel.
 
Der Ballaststoffgehalt der Energiequellen sollte niedrig sein, um insbesondere während des Laufens Darmprobleme zu vermeiden. Für den Wettkampf ergeben sich daraus etwa 40 – 60 g CHO / h (ca. 150 – 250 kcal), die hauptsächlich aus schnell oxidierernden Kohlenhydratquellen, wie hochwertige Kombinationen aus Fruktose, Glukose, Isomaltulose, und Maltodextrin bestehen sollten. Du solltest natürlich im Training und in Testwettkämpfen ausprobieren welches Mischungs- und Mengenverhältniss du am besten verstoffwechseln kannst,. Gerade die Fruktose sollte richtig dosiert werden, um Magenbeschwerden bei manchen Athleten zu vermeiden.
 
Aufgrund der niedrigeren Herzfrequenz ist es leichter auf dem Rad zu essen. Die Atmung ist flacher, dein Körper kann besser verdauen und es ist mehr Zeit auch feste Kohlenhydrate, wie Bananen und Riegel zu dir nehmen. Während des Laufens solltest du deinen Bedarf bevorzugt über flüssige, weniger hochkonzentrierte Kohlenhydratquellen decken. Zwar ist Laufen körperlich anspruchsvoller als Radfahren, dennoch sollten die CHO-Aufnahme während der letzten Disziplin gedrosselt und auf dem Rad höhher sein, wenn alles nach Plan läuft. So können Magenprobleme reduziert werden, denn während intensiver Belastung verdaust du schlechter. Entscheidend für eine erfolgreiche Ernährungsstrategie auf Mitteldistanze oder einer Langdistanz ist grundsätzlich eine konstante und individuell abgestimmte Zufuhr von flüssigen und festen Energiequellen, sowie ausreichend zu trinken.
 
 
Wenn Du mehr über die richtige Ernährung vor und während des Wettkampfes und Trainings erfahren oder die Ernährung auf deine persönlichen anpassen möchtest, dann schreib uns ein MAIL.
 
 

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STEFAN DREXL | STORYTELLING & PICTURES
 
 


Seit dem neunten Jahrhundert etwa bringt Koffein die Menschen auf Touren, zwar nicht von Beginn an als Espresso, aber das koffeinreiche Gebräu galt schon bei Urvölkern in afrikanischen Hochlagen als äusserst gesund und belebend. Erstmals wurde Kaffee wahrscheinlich in Äthiopien gebrüht und erst im 17. Jahrhundert erreichten die rohen Kaffeebohnen dann auch endlich das nördliche Europa. Heute ist Kaffee das am meisten gehandelte Produkt in der Welt – nach Öl. Der kurze Schwarze am frühen Morgen oder zwischendurch, ob als Espresso, Mokka oder Curtado ist Wachmacher und ein tägliches Ritual, unter Ausdauersportlern gilt das herzhafte Genussmittel sogar als stimulierend und leistungssteigernd.

Nun haben Lebenswissenschaftler in unzähligen wissenschaftlichen Studien dem Kaffee ja fast jedes Geheimnis seines natürlichen, aromatischen und belebenden Wirkstoffs Koffein entlockt. Durch seine vielen zahlreichen Inhaltsstoffe – längst sind nicht alle erforscht – besitzt die Kaffeebohne aber auch viele Eigenschaften, die sich richtig posititv auf deine Gesundheit und Leistungsfähigkeit, insbesondere bei Ausdauersportlern auswirken. So enthält Kaffee mehrere Antioxidantien wie Flavonoide, Chlorogensäuren sowie Resveratrol und Melanoidine, welche unter anderem die Konzentration von antioxidativ wirkenden körpereigenen Enzymen in der Leber erhöhen. Durchschnittlich konsumiert jeder deutsche Bürger etwa 200 Milligramm Koffein am Tag. Dabei wird Koffein nicht nur über den Kaffee aufgenommen. Ebenso über Tee, Cola, Energydrinks und sogar Schokolade nehmen wir täglich einige Milligramm in unseren Körper auf.

IST ESPRESSO DENN DOPING?

Da Koffein eine anregende Wirkung hat, helfen uns ein Espresso oder ein Glas Cola durchaus kleine Leistungstiefs zu überwinden. Jedoch kann es auch unerwünschte Nebenwirkungen haben, vor allem, wenn zu viel davon konsumiert wird. Wie gesund Kaffee letztendlich ist und warum sich seine positiven Eigenschaften auf Ausdauersportler vorteilhaft auswirken, dass lässt sich nicht uneingeschrängt mit ja oder nein beantworten, denn jeder Mensch reagiert schließlich anders auf den Genuss von Koffein. Klar ist, Koffein benötigt etwa 30 bis 45 Minuten, um in den Blutkreislauf zu gelangen und so im Körper verteilt zu werden. Die Halbwertszeit von Koffein im Körper beträgt etwa vier Stunden, bevor es dann wieder mit dem Urin ausgeschieden wird.

Tatsächlich stand Koffein noch im Jahr 2004 auf der Dopingliste der WADA. Das ausgerechnet die (Kaffee-) Mühlen der WADA so langsam mahlten, war erstaunlich. Doch das lag an dem festen Glauben, dass Kaffee nicht nur Wachmacher ist, sondern auch eine übermäßig leistungssteigernde sei. Mancher Mythos währt länger, aber zum Glück ist der nun auch widerlegt! Mittlerweile ist Koffein von der Liste verbotener Substanzen gestrichen, weil man diese Wirkung tatsächlich überbewertet hat. Es ist einfach kaum möglich, allein durch den Genuss von Kaffee oder Cola positiv auf Doping getestet zu werden. Der zugelassenen Grenzwert liegt bei 12 mg Koffein pro Liter Urin, um diesen zu überschreiten, müsstest du in kurzer Zeit viele Liter Espresso trinken. Das würde sich aber dann aber auch negativ auf deinen Stoffwechsel und Wasserhaushalt auswirken. Es wäre nicht kaum noch möglich vernünftig Sport zu treiben, vor allem würdest du vermutlich ständig auf der Toilette sitzen, denn Kaffee kann auch abführend wirken.

DAS NATÜRLICHE GEHEIMNIS EINES ESPRESSO

1,3,7-Trimethylxanthine, besser bekannt als Koffein, ist weltweit der am häufigsten konsumierte, natürliche, pharmakologische Wirkstoff. Koffein ist in Kaffeebohnen, Teeblättern, Kakaobohnen und Colanüsse enthalten und seine Verwendung ist unglaublich weit verbreitet. Nach Öl ist Kaffee der zweit meist gehandelte Rohstoff der Welt und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für viele Länder.

Das Alkaloid Koffein ist eine der wenigen Natursubstanzen, die sich nachweislich bewährt hat die Leistung in Ausdauersportarten über unterschiedliche Distanzen zu verbessern. Durchschnittlich kann man eine vorübergehende Steigerung der Leistungsfähigkeit von etwa zwei bis drei Prozent erwarten. Trotz dieser Vorteile ist noch immer nicht eindeutig geklärt, wie Koffein richtig angewendet werden soll und warum, wann und wie es tatsächlich wirkt. Im schlimmsten Fall kann ein übermässiger Genuss oder zu starker Espresso individuell zu Übelkeit, erhöhter Nervosität und Schlafstörungen führen.

DIE WIRKUNG VON KOFFEIN

Es gibt viele unterschiedliche Theorien – manche überzeugender und manche weniger – über die tatsächliche Wirkung eines Espressos und dem Koffein. Warum führt Koffein eigentlich zu einer Verbesserung der Leistungsfähigkeit?

1. Theorie
Koffein schont die Glykogenspeicher der Muskeln und fördert die Fettverbrennung während körperlicher Belastung!
Klar ist, dass Koffein eine geringe Wirkung auf den Stoffwechsel und die Nutzung der verschiedenen Energiesysteme hat. Es fördert selbst nicht unmittelbar die Fettverbrennung oder Gewichtsverlust. Es kann allerdings abführend wirken, wodurch man kurzfristig natürlich auch sein Gewicht reduziert.

2. Theorie
Koffein kann die Aufnahme von Kohlenhydraten begünstigen!
Einige Studien haben ergeben, dass die gleichzeitige Einnahme von Koffein und Kohlenhydraten während des Trainings durchaus die Resorption fördern kann. Doch reagiert jeder Mensch unterschiedlich darauf und so lässt sich das wissenschaftliche nicht grundsätzlich feststellen.

3. Theorie:
Koffein steigert die Konzentration und Reizweiterleitung. Es regt das Gehirn und den Muskeltonus an.
Koffein beeinflusst nachweislich positiv das Empfinden von Schmerzen und steigert die Reizweiterleitung während des Trainings und körperlicher Anstrengung günstig. Das funktioniert tatsächlich und so werden intensive Trainingseinheiten „weniger anstrengend“ empfunden. Das Resultat: Der Athlet ist bereit sich intensiver, länger und öfter zu belasten.

WANN UND WIE KANN ESPRESSO ABER SCHNELLER MACHEN

Tatsache bleibt dennoch, dass Koffein die Leistung im Training und Wettkampf positiv beeinflussen kann. Das trifft vor allem in den folgenden Situationen zu:

Training am frühen Morgen
Die Einnahme von Koffein steigert die Konzentrationsfähigkeit und die koordinative Fähigkeiten, die Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit. Wer einen starken Espresso etwa 30 bis 60 Minuten vor einem frühmorgendlichen Schwimmtraining trinkt, der kann effektiver trainieren. Um von diesem Effekt zu profitieren, reicht etwa ein 1 mg Koffein pro Kilogramm Körpergewicht aus.

Vor hochintensiven Trainingseinheiten
Kaffee hat nachweislich viele Vorteile für Sportler bei hoch intensiven Trainingseinheiten. Es kann durchaus Sinn machen etwa eine Stunde vor einer harten Trainingseinheit, wie Intervallen, einen Espresso zu trinken. Etwa 1 mg Koffein pro Kilogramm Körpergewicht sollte es wieder sein, um härter und schneller zu trainieren.

Wettkämpfe bis zwei Stunden
60 Minuten vor einem Rennen können bis zu 2 mg Koffein pro Kilogramm Körpergewicht von Vorteil sein, um die Leistung im Wettkampf zu verbessern. Zusätzliche empfehle ich einen starken Kaffee oder doppelten Espresso etwa drei Stunden vor dem Wettkampf. Während des Rennens nehme ich ab der zweiten Disziplin 50 – 100 mg Koffein in Form von Gels und Getränken.

Langdistanz-Rennen
Auf diesem Gebiet gibt es noch kaum wissenschaftliche Forschung aber vielseitige Erfahrungswerte. Vor Mittel- und Langdistanzen trinke ich spätestens 60 Minuten vor dem Start einen Espresso, um hellwach zu werden und meine Schwimmleistung hundertprozentig abrufen zu können. Der Start ist doch meistens sehr früh und übrigens auch ein Grund, warum ich mich lange Zeit erfolgreich vor einem Ironman gedrückt habe. Während des Rennens nehme ich erst Koffein zu mir, sobald ich etwas Müdigkeit verspüre, um die Leistung zu erhalten oder noch einmal Gas zu geben. Ab der zweiten Hälfte des Rennens, dem letzten Drittel auf dem Rad nehme ich 50 mg Koffein pro Stunde über ein kohlenhydratreiches Getränk auf Basis von Grünem Tee oder Energy-Gels zu mir. Je nach Bauchgefühl und Verfügbarkeit trinke ich während des Laufens langsam, kleine Schlücke Cola mit wenig Kohlensäure. Das kann perfekt funktionieren, erfordert aber auch etwas Erfahrung, um keine Magenprobleme zu bekommen. Dann sollte man aber wegen des hohen Zuckergehalts auch regelmäßig mit Cola nachtrinken, um den Blutzuckerspiegel stabil zu halten.

FAZIT: EIN ESPRESSO ZUM ABGANG

Zahlreich Studien belegen, dass sich ein Espresso durchaus positiv auf die Ausdauerleistung von Sportlern auswirkt. Ganz besonders wirkunsvoll ist das bei Sportarten wie Schwimmen, Radfahren, Laufen oder Triathlon, denn hier wird die Energie überwiegend über aerobe Stoffwechselprozesse zur Verfügung gestellt.

Im Unterschied zum Ausdauersport erfolgt die Energiezufuhr bei sehr kurzzeitigen körperlichen Höchstleistungen, wie in den Sportarten Sprint, Mannschaftsspiele und Krafttraining hauptsächlich anaerob. Studien zu den Effekten von Koffein auf anaerobe, also auf kurzzeitige intensive Belastungen kommen zu sehr uneinheitlichen Resultaten. Einige Studien zeigen eine signifikante Leistungssteigerung, so zum Beispiel bei Mannschafts- und Kraftsportarten. Andere wiederum kommen zu gegenteiligen Ergebnissen. Eine mögliche Erklärung für diese unterschiedlichen Resultate könnte in der unterschiedliche Reaktion auf Koffein und in desse individueller Verstoffwechselung begründet liegen. Zudem könnte die Dauer der Belastung sowie die Art der Energiebereitstellung eine wichtige Rolle spielen. Bei aeroben Stoffwechselprozessen steht der Muskulatur ausreichend Sauerstoff im Blut – dort befindet sich auch das Koffein – zur Verfügung während bei anaeroben ein Überschuss an Kohlendioxid herrscht. Man darf also gespannt sein was zukünftige Forschungen für Erkenntnisse bringen und bis dahin entspannt ein paar Espressi trinken.

Regionale Kaffeeröstereien um München

Murnauer Kaffeerösterei GmbH, Am Mösl 4, 82418 Murnau
Erste Tegernseer Kaffeerösterei, Café & EspressoBar Felix, Tegernseerstrasse 104, 83700 Weißach, Gde. Kreuth / Tegernsee
SUPREMO Kaffeerösterei & Café, Kapellenstrasse 9, 82008 Unterhaching
Dinzler Kaffeerösterei AG, Wendling 15, 83737 Irschenberg
Vits Kaffeerösterei GmbH & Co.KG, Rumfordstrasse 49, 80469 München
Caffé Fausto GmbH, Birkenleiten 41, 81543 München
emilo Spezialiatätenrösterei GmbH
Levelingstrasse 18, 81673 München

Wildkaffee Rösterei, Wild & Wild GbR, Bahnhofstraße 40 & 42, 82467 Garmisch-Partenkirchen

Die Regeneration kommt im Alltag oft zu kurz. Das wirkt sich negativ auf die Leistungsentwicklung aus. Der besondere Vorteil von Profitriathleten ist, den gesamten Tagesablauf mit Dauer, Umfang und Zeitpunkt des Trainings flexibel gestalten zu können. Die verbleibende Zeit wird für Regeneration mit Massagen, Physiotherapie und viel Ruhe genutzt, um maximalen Trainingseffekt zu erzielen. Angesichts dessen sind jene ambitionierten Altersklassenathletinnen und -athleten, die neben Beruf und Familie ihre Trainingseinheiten in den vollgepackten Alltag integrieren, die eigentlichen Profis. Das Training wird im täglichen Organisationsstress noch zwischenrein gepackt, die Erholung bleibt dabei allerdings meist auf der Strecke. Weniger ist oft mehr, denn die Form kommt in der Pause. Warum das so ist und wie’s richtig geht, erfährst Du hier.

 

Die Triathletinnen und Triathleten der Altersklassen sind meist wahre Trainingsweltmeister. Die erste Trainingseinheit wird bereits vor dem Frühstück oder auf dem Weg zur Arbeit absolviert. Anstatt eines entspannten Mittagessens werden ein paar Bahnen im Schwimmbad absolviert und am Abend noch ein paar Stunden auf dem Radergometer geschwitzt. Die Nahrungsaufnahme erfolgt zwischendrin und wer Familie hat, sagt noch schnell guten Morgen, guten Tag und gute Nacht, falls man sich nicht mehr sehen sollte. Von gemeinsamen Wochenenden kaum zu reden.

Ein phänomenales Pensum und das beinahe täglich. Das ist alles andere als eine optimale Trainingsplanung und Vorbereitung auf einen Triathlon, auch wenn eine Langdistanz viel Training und Disziplin verlangt. Zu wenig Schlaf und eine schlechte Ernährung, kaum Ruhephasen und fehlende Regeneration bedeuten Stress für den Körper und das Immunsystem. Durch den Trainingsstress sind Krankheiten oder gar Verletzungen vorprogrammiert. Müdigkeit, Muskelkater und das Ausbleiben der geplanten Leistungsentwicklung sind oft erste Anzeichen von Übertraining.

 

MEHR GEDULD MIT DER REGENERATION

Für Altersklassenathleten, ganz egal ob ambitioniert, gut trainiert oder Einsteiger ist die Regeneration nach dem Training und vor den nächsten Einheiten ebenso wichtig wie für Leistungssportler. Die Regeneration ist untrennbar mit dem regelmässigen Training vereint und sollte immer Teil der Trainingsplanung sein. Allzu oft werden allerdings die Wochenenden genutzt, um ausgefallene Trainingseinheiten oder gar das komplette Trainingspensum einer ganzen Woche aufzuholen. Klar, das Wetter ist sonnig warm, die Vereinskollegen oder Trainingspartner warten schon und der Verlockung einer langen Radausfahrt kann man kaum widerstehen. So funktionieren die Physiologie des menschlichen Körpers und eine nachhaltige Leistungsentwicklung jedoch nicht. Ein Regenerationstag hätte möglicherweise einen merklich höheren Trainingseffekt gehabt.

 

IN DER RUHE LIEGT DIE KRAFT

Die Voraussetzung für einen maximalen Trainingserfolg ist der optimaler Wechsel zwischen Belastungs- und Entlastungsphasen. Die Vorteile liegen auf der Hand. Eine körperliche Belastung muss aber nicht ausschließlich eine Trainingseinheit sein. Auch Alltagsstress aufgrund beruflicher und familiärer Herausforderungen kann sehr belastend sein. Die Adaptation des Körpers aufgrund vorangegangener Belastungen und die damit verbundene Leistungsentwicklung findet nur in den wichtigen Trainingspausen statt. In der indiviuell angepassten Ruhephase erfolgt die Kompensation für eine Leistungsverbesserung.

Ohne Rücksicht auf die Erholung von Körper und Geist wird die gewünschte Leistungssteigerung ausbleiben und es tritt Stagnation ein. Die Regeneration ist massgeblicher Bestandteil des langfristigen Trainingsprozesses und ein aktiver Prozess. Die richtige Nachbereitung einer intensiven Trainingseinheit, auch eines Rennens durch entsprechende Dehnübungen ist bereits Teil der Regeneration und gleichzeitig Vorbereitung auf das nachfolgende Training. Eine gesunde, angepasste Ernährung und mindestens acht Stunden Schlaf zählen zu den essenziellen Elementen einer optimalen Erholung.

Wie die Regeneration zu gestalten ist, das ist grundsätzlich immer von der Art und Dauer der Vorbelastung abhängig. Weiteren Einfluss haben aber unter anderem auch der Trainingszustand, die Erfahrung und natürlich das Alter des Triathleten. Die Erholung soll schließlich nicht nur die Müdigkeit nach dem Training oder Rennen beseitigen, sondern auch die Leistung und sportmotorische Ausgangslage verbessern. Die Qualität der Regeneration ist deshalb massgeblich entscheidend für die Dauer der Wiederherstellung und für den Trainingseffekt. Je besser und konsequenter man regeneriert, desto eher und besser kann man wieder trainieren und sich neuen Belastungsreizen aussetzten. Und genau darin liegt der Schlüssel von erfolgreichem Training mit nachhaltiger Leistungssteigerung.

 

ES GIBT KEIN PATENTREZEPT FÜR REGENERATION

Mit erhöhtem Alltagsstress, zunehmendem Alter oder größeren Zielen gewinnen regenerative Maßnahmen an Bedeutung. Ältere Athletinnen und Athleten regenerieren in Abhängigkeit ihres Trainingsalters nicht mehr so schnell wie Jüngere. Das sollte in der Trainings- und Saisonplanung ebenso berücksichtig werden wie die Art, Dauer, Intensität und Qualität von Training und Regeneration.

In der Erholungsphase repariert der Körper kleinste Verletzungen, sogenannte Mikrotraumata an den Muskeln, Sehnen und Bändern. Er optimiert unter anderem bestehende Mitochondrien, die Kraftwerke der Zellen und bildet neue, um besser auf zukünftige Belastungen vorbereitet zu sein. Mit Hilfe der Ernährung werden die Energielager der Muskelzellen wieder vollständig gefüllt und der Stoffwechsel an die vorangegangene Belastung angepasst. Das geschieht überwiegend nachts, weshalb eine ausreichende Schlafdauer für die Regeneration essenziell ist. In dieser Zeit wird der Körper gestärkt, um für zukünftige, noch höhere Belastungen gewappnet zu sein. Diesen Vorgang beschreibt man als Superkompensation.

 

FAZIT

Ein Patentrezept für die richtige Regeneration gibt es leider nicht. Für die optimale Dauer ist stets die Gesamtbelastung des Athleten und der Athletin selbst zu betrachten. Eine simple Grundregel der Regeneration ist: Je intensiver oder länger das Training, desto mehr Zeit braucht der Körper für die Erholung, um das biologische Gleichgewicht wieder herzustellen. Eine bessere Grundlage, die körperliche Fitness und das Trainingsalter beeinflussen die Regeneration nach dem Training. Je optimaler die Balance von Belastung und Regeneration, umso niedriger ist das Risiko von Verletzungen und Krankheiten. Mit einer ausgewogenen Trainingsplanung kann die gewünschte Zielleistung zuverlässiger und besser erreicht werden.

 

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MUNICH 2022 Triathlon Age Group European Championships Sprint Distance / Swimming, Stefan Drexl @ Simon Drexl, SUGAR & PAIN

Es ist angerichtet und der Karlsfelder See glänzt spiegelglatt in der Morgendämmerung. Die Wassertemperatur beträgt 20,5 ° C, Neopren erlaubt, und die Luft hat frische 14 ° C. Das Set-Up wurde von den freiwilligen Helfern der Triathlonabteilung des TSV Karlsfeld perfekt aufgebaut. Die Nacht war kurz, den der Tag begann bereits früh. Um 0400 Uhr gab es bereits ein kleines Frühstück und dann haben wir uns schon auf den Weg zum Startort nordwestlich von München gemacht. Eingecheckt wurde bereits am Vortag, so dass am Wettkampftag nur noch die letzten Vorbereitungen in Wechselzone 1 getroffen werden mussten: Aufpumpen, Radschuhe befestigen, Trinkflasche und Radcomputer einstecken. Nach einem kleinen Warm-Up-Programm zur Aktivierung begann auch schon die unmittelbare Startvorbreitung. Die Atmosphäre war sensationell, nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause endlich auf die besten Age Group Triathleten Europas zu treffen.

750 M SCHWIMMEN Der Auftakt

Punkt 0700 Uhr erfolgte am Karlsfelder See der Schwimmstart der ersten Welle bei den Triathlon Age Group European Championships über Sprintdistanz mit der Altersklasse M50. Stefan startete rechts aussen um freie Sicht auf die erste Boje zu haben und es ging auch sofort zur Sache. Eine Gruppe mit 15 gleich schnellen Schwimmern erreichte gemeinsam den ersten Richtungswechsel nach 200 Metern. So war es von Vorteil und auch schneller den weiteren Weg um die Boje mit drei Meter Abstand in kauf zu nehmen, um sich aus dem Getümmel raus zu halten. Fortan sortierte sich das Feld und reihte sich wie an einer Perlenkette auf. Nach der dritten Boje ließ einer der vorderen Schwimmer abreißen und ehe Stefan es bemerkte war eine Lücke von 40 Metern entstanden.

MUNICH 2022 Triathlon Age Group European Championships  Sprint Distance / 10th out of the Water, Stefan Drexl @ Simon Drexl, SUGAR & PAIN

Ich versuchte den Schwimmabstand noch zu reduzieren, schwamm an die Spitze der zweiten Gruppe und kam nach 10:49 min über die 750 Meter als neunter aus dem Wasser. Der erste Wechsel aufs Rennrad war zügig, um den Anschluss zu schaffen und eine Gruppe zu erwischen. Mit einem Teamkollegen der deutschen Nationalmannschaft konnten Stefan schnell die Lücke zu einer voraus fahrenden, vierköpfigen Gruppe schliessen. Die kleine Gruppe lief super, das Tempo war von Beginn an sehr hoch und die Führungsarbeit wechslete regelmäßig unter den Triathleten. Nach nur fünf Kilometern war der Viertplatzierte gestellt und der Abstand zur Spitze schrumpfte mit jedem weiteren Kilometer.

22 KM RADFAHREN Mit Highspeed und Windschatten nach München

Die 22 Kilometer Radstrecke Triathlon Age Group European Championships führte vom Karlsfelder See über Westen und kleine asphaltierte Landstraßen nach München. Nach 15 Kilometern und nur 20 Minuten Fahrzeit erreichte die achtköpfige Gruppe bereits Allach und bog nach links in die zweispurige Von-der-Kahr-Straße ein. Nun ging es auf direktem Weg Richtung Olympiapark. Trotz des sehr hohen Tempos schafften tatsächlich noch weitere Kleingruppen den Anschluss, was die hohe Qualität und Leistungsdichte dieser Altersklasse verdeutlichte. Vor allem die Belgier machten ordentlich Druck, fuhren äusserst diszipliniert und machten riesigen Spaß während die österreichen Triathleten eher durch Passivität glänzten.

MUNICH 2022 Triathlon Age Group European Championships  Sprint Distance / Cycling, Off the Bike, Stefan Drexl @ Simon Drexl, SUGAR & PAIN

Am Westfriedhof übernahm ich noch einmal die Führungsarbeit, um an der Spitze erst nach rechts in die Dantestraße und dann nach links in die Hohenlohestraße einzubiegen. Es rollte weiter entlang des Nymphenburg-Biedersteiner-Kanals am Willi-Gebhard-Ufer direkt auf die zweite Wechselzone zu und sie hatten den Zweit- und Drittplatzierten im Blick. Jetzt galt es aus den Radschuhen zu schlüpfen und vor dem Abstieg eine taktische günstige Position im vorderen Teil des Fahrerfeldes zu halten. Der Radsplit war mit nur 32:55 Minuten verdammt schnell und als Siebter erreichte ich mit nur 34 Sekunden Abstand zum Podium die zweite Wechselzone im Olympiapark.

MUNICH 2022 Triathlon Age Group European Championships Sprint Distance / Transition 2, Running, Stefan Drexl @ Simon Drexl, SUGAR & PAIN

5 KM LAUF Die Entscheidung am einzigen Berg

Nach nur einer Minute lief ich an sechster Position auf die abschließende 5 km Laufstrecke. Das Tempo war mit 03:55 min/km flott aber fühlte sich locker an. Einige Mitstreiter rannten allerdings noch schneller an mir vorbei als wären sie vorher nicht geschwommen und Rad gefahren. Beeindruckend. Ich zweifelt zwar etwas, blieb aber lieber defensiv, denn schließlich lag noch der Olympiaberg mit 65 Höhenmetern vor uns. Nach dem schnellen und energieraubenden Radsplit wollte ich nicht zu viel riskieren.

MUNICH 2022 Triathlon Age Group European Championships Sprint Distance / Running 1st Kilometer, Stefan Drexl @ Simon Drexl, SUGAR & PAIN

Den Anstieg konnte ich im Grunde zügig an- und ablaufen allerdings waren die Beine spürbar angeschlagen vom Radpart und es waren einige Mitstreiter an ihm vorbeigerannt als wären sie vorher nicht schon geschwommen und Rad gefahren. Entlang des Olympiasees gings zurück mit einer kleinen Schleife durch das Triathlonstadion an der Olympiaschwimmhalle und vorbei an überraschend vielen Zuschauern, die trotz der frühen Morgenstunden den Weg in den Olympiapark gefunden hatten. Es waren auch viele Freunde, Bekannte und natürlich meine Familie gekommen, um ordentlich anzufeuern.

MUNICH 2022 Triathlon Age Group European Championships Sprint Distance / Running Olympiaberg, Stefan Drexl @ Simon Drexl, SUGAR & PAIN

FINISH Ein Finale für die Ewigkeit

Der letzte Kilometer um den See tat zwar weh aber war dennoch purer Genuss. Mit dem Zieleinlauf nach nur 01:08:37 Stunden war Freude groß und die Stimmung fantastisch. Die Schmerzen waren schnell verflogen und der Stolz groß als Teil der Altersklassen-Nationalmannschaft in der Heimatstadt an den Triathlon Age Group European Championships über die Sprintdistanz teilgenommen zu haben. Das Erlebnis war deutlich wichtiger als das Ergebnis. Ein unschätzbar großer Wert für die Ewigkeit.

MUNICH 2022 Triathlon Age Group European Championships Sprint Distance / Running Olympiasee, Stefan Drexl @ Simon Drexl, SUGAR & PAIN

FAZIT Wertvolle Erfahrungen und ein Erlebnis wichtiger als das Ergebnis

Ich erreichte den 24. Platz mit 03:28 Minuten Abstand aufs Podium und 03:53 Minuten auf Platz 1. Das unterstreicht noch einmal das sehr hohe Leistungsniveau dieser Altersklasse auf europäischer Ebene. Es braucht 100%, erlaubt keinen Moment der Ruhe oder Schwäche, wie es über die Mittel- oder Langdistanz möglich wäre. Wir haben mit dem Rennen und der Vorbereitung über die vergangenen Wochen und Monate wieder einige neue Erfahrungen sammeln können. Das ist verdammt viel Wert in der Zusammenarbeit mit Athleten. Jedes Rennen ist anders, jede Altersklasse ist anders und so sind auch die Trainingsplanung und Trainingsmethoden konsequent an die individuellen Gegebenheiten, die persönlichen Voraussetzungen (biologisches Alter. Trainingsalter, Leistungsfähigkeit) und sportlichen Ziele anzupassen.

MUNICH 2022 Triathlon Age Group European Championships Sprint Distance / Happy Finisher, Stefan Drexl @ Simon Drexl, SUGAR & PAIN

EM TRIATHLON MUNICH 2022 AGE GROUP Ergebnisse M50

PLACENAMESWIMBIKERUNTOTALDIF
1Udo van Stevendaal00:12:1700:31:5600:17:4301:04:44
2Rob Kwaaitaal00:10:1100:32:1600:19:3701:04:50+ 00:06
3Rudolf Cogan00:12:1100:32:5100:18:1601:05:09+ 00:25
24Stefan Drexl00:10:4900:32:5500:21:3901:08:37+ 03:53
85750 m22 km5 km

EM TRIATHLON MUNICH 2022 AGE GROUP Ergebnisse M60

PLACENAMESWIMBIKERUNTOTALDIF
1Hermann-Josef Limburg00:12:3400:34:4600:20:0401:11:24
2Carlo Simongini00:12:4900:35:0000:19:5601:11:28+ 00:04
3Christhard Henning00:10:4000:36:0600:21:4701:12:19+ 00:55
11Martin Mossleitner00:13:5800:34:2700:21:4101:14:27+ 03:03
85750 m22 km5 km

EM TRIATHLON MUNICH 2022 AGE GROUP Ergebnisse M30

PLACENAMESWIMBIKERUNTOTALDIF
1David Zechleitner00:11:0000:31:1600:17:4701:02:43
2Jürgen Kühschweiger00:10:0600:31:4800:18:1901:02:46+ 00:03
3Lukas Hufnagel00:10:3400:31:5200:18:1201:03:10+ 00:27
4Sven Pollert00:10:3300:31:0500:19:0101:03:27+ 00:44
85750 m22 km5 km

EM TRIATHLON MUNICH 2022 AGE GROUP Kurz & Knapp

Der Start der Altersklassenwettbewerbe war nordwestlich von München am Karlsfelder See. Nach 750 Metern Schwimmen fuhren die Triathleten mit regulären Rennrädern und Windschattenfreigabe auf einem relativ flachen, sehr schnellen Radkurs über 22 Kilometer in den Olympiapark. Dort erwartet die Triathlet*innen eine 5 Kilometer lange und anspruchsvolle Laufstrecke über den Olympiaberg, bevor sie nach etwas mehr als einer 1 Stunde das Ziel an der Olympiaschwimmhalle erreichten.

Gestartet wurden die Triathlon Age Group European Championships in Startwellen entsprechend der Altersklassen jeweils mit 5 Minuten Abstand. Die Altersklasse M50 (50-54 Jahre) machte um 0700 Uhr den Auftakt und es folgten die Altersklassen M55, M60 bis M70+ bevor ab 07:30 Uhr die Altersklassen der Frauen in umgekehrter Reihenfolge ab W60+ starteten. Ab 08:30 Uhr waren die Starts der übrigen Altersklassen der Männer aufsteigend, beginnend mit M16. Als letzte Startwelle der Europameisterschaften Triathlon Sprintdistanz sprang die Altersklasse M45 ins Wasser.

MUNICH 2022 Triathlon Age Group European Championships  Sprint Distance / Happy Finisher, Martin Moosleitner, Stefan Drexl @ Simon Drexl, SUGAR & PAIN

EM TRIATHLON MUNICH 2022 AGE GROUP Danke München!

Was wäre ein Wettbewerb ohne Zuschauer und vor allem der engagierten Unterstützung meiner Familie und meinen Freunden. Die Triathlon Age Group European Championships in der Heimatstadt waren ein faszinierende Wettbewerb mit beeindruckenden Momenten für die Ewigkeit über den man noch in Jahrzehnten sprechen wird. Dieses einzigartige Erlebnis mit all jenen Menschen in München geteilt zu haben, die am Streckenrand mitgefiebert und angefeuert haben, mich unterstützt oder sogar selbst teilgenommen haben war einzigartige und von unmeßbarem Wert. Mein besonderer Dank und ganzer Respekt gilt aber auch den sehr vielen freiwilligen Volunteers ohne deren Hilfe die Sicherung der Strecken und Durchführung der Wettbewerbe nicht möglich gewesen wäre.

MUNICH 2022 Triathlon Age Group European Championships Sprint Distance / Lucky Face, Stefan Drexl @ Simon Drexl, SUGAR & PAIN

EM TRIATHLON MUNICH 2022 AGE GROUP Unsere Playlist zur Motivation

Für die Extraportion positiver Motivation am Streckenrand kannst Du uns mit Musik unterstützen, die wir gerne im Training und vor dem Start hören. Das ist unsere Playlist zur EM MUNICH 2022. Pack also deine Bluetooth-Box ein und let the Music play!

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Weitere Informationen

EM TRIATHLON MUNICH 2022 AGE GROUP Das Wettkampfformat

Sämtlich Triathlonwettbewerbe der European Championships Munich 2022, so auch das Rennen der Altersklassen wurden als Rennen mit Windschattenfreigabe durchgeführt. Die Triathlet*innen durften kein typisches Triathlon- oder Zeitfahrrad verwenden, sondern mussten ausschliesslich mit dem Rennrad teilnehmen. Das erforderte besonders für die Age Group Athlet*innen eine andere Wettkampfstrategie, Es ermöglicht zwar einerseits energiesparenderes Fahren im Windschatten der Gruppe, andererseits eröffnet es die taktische Option der schnellen Antritt und Tempowechsel ähnlich eines Radrennens. Im Gegensatz dazu ist im regulären Triathlonformat, wie einem IRONMAN wichtig, ein konstant hohes Tempo über die gesamte Raddistanz zu fahren. In der Sprintdistanz der Triathlon Europameisterschaften ist somit eine starke Schwimmleistung der Teilnehmenden von großer Bedeutung, um mit der ersten Radgruppe zum Olympiapark zu fahren. Der Radpart selbst könnte von zahlreichen Tempowechseln geprägt sein und die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt deutlich höher. Zudem setzt es gute fahrtechnisch Fertigkeiten voraus, um sicher in der Gruppe zu fahren. Der abschliessende 5 km Lauf mit dem Anstieg zum Olympiapark war dann letztendlich rennentscheidend.

EM TRIATHLON MUNICH 2022 ELITE

Die Rennen der Elite Triathlet*innen haben ausschließlich im und um den Olympiapark von München stattgefunden. Der Kampf um die Medaillen begann mit 1500m Schwimmen im Olympiasee, gefolgt von 40 km Radfahren um den Olympiapark und 10 km Laufen über den Olympiaberg. So konnten die Zuschauer direkt am Wettkampfgeschehen sein und die Triathlet*innen hautnah an den Wettkampfstrecken erleben.

EM TRIATHLON MUNICH 2022 AGE GROUP Allgemein

50 Jahre nach den olympischen Sommerspielen kämpften Europas besten Athletinnen und Athleten bei den Triathlon Age Group European Championships über die Sprintdistanz wieder um begehrte im Rahmen von MUNICH 2022

Neben den Europameisterschaften im Triathlon und 8 weiteren Sportarten wurde im Olympiapark ein breit gefächertes Sportprogramm und Festival anlässlich der Munich2022 angeboten. „The Roofs“ war ein Festival der Vielfalt und der Überraschungen, das die Europameisterschaften mit einer
Mischung aus Musik, Kultur, Kunst, Essen und vielem mehr perfekt ergänzt hat. Jedes „Dach“ hat ein einzigartiges Erlebnis angeboten – jedes mit mit einem eigenem Charakter und Charme. Und das nicht nur im Olympiapark sondern auch an den anderen Austragungsorten der Europameisterschaft verteilt in München. Der Königsplatz, Odeonsplatz oder die Messestadt und andere haben für ein unvergessliches und ganzheitliches Veranstaltungserlebnis gesorgt. Weitere Informationen zum Festival findest Du unter diesem Link HIER.

EM TRIATHLON MUNICH 2022 AGE GROUP Links & Tracks

Der Pre-Race-Bericht zu MUNICH 2022 Triathlon EM
Der Vorbericht zu MUNICH 2022 Triathlon EM
RESULTS Triathlon Age Group European Championships Sprint Distance
MUNICH 2022 Triathlon EM Altersklassen
MUNICH 2022 Triathlon EM Startliste
Ausschreibung
Athelets Guide
Schwimmstrecke
Radstrecke oder auf STRAVA
Laufstrecke oder auf STRAVA

BILDER

Simon Drexl

QUELLEN

European Championships Munich2022
Deutsche Triathlon Union
Süddeutsche Zeitung
Wikipedia

EIN KOMMENTAR

Vor 5 Jahren wurden Rolling Starts bei Rennen der IRONMAN Serie eingeführt. Rookies sowie schlechtere Schwimmerinnen und Schwimmer sollte durch den Rolling Start stressfreie Schwimmstarts ermöglicht werden, so die Argumentation von IRONMAN damals. Man wollte so auch die Sicherheit gewährleisten und für schnellere Schwimmzeiten sorgen. Aber ist die Idee, einen Triathlon mit 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen komfortabler gestalten, nicht ein Paradoxon? Sind Triathlon Langdistanz und Komfortzone nicht bereits ein Widerspruch in sich. Längst  gibt es doch andere, bessere Optionen für Rookies und Nichtschwimmer*innen, um sich komfortabel an Triathlon und längere Distanzen heranzutasten.

Durch den Rolling Start ist der erste Schwimmer aus dem Wasser nicht mehr automatisch der schnellste Schwimmer. Zuschauern und Athleten geht der Überlick verloren. Die Sieger*innen oder gar das komplette Podium eines Wettbewerbs könnten erst Minuten hinter den Ersten durchs Ziel laufen – alles schon passiert und selbst erfahren. Wird hier also nicht das Pferd von hinten aufgezäumt und der Wettbewerbsgedanke ausser acht gelassen? Ist es nicht sogar Wettbewerbsverzerrung? Es geht in jedem Wettbewerb darum eine Siegerin und einen Sieger zu ermitteln, gesamt und in den jeweiligen Altersklassen. Es geht aber auch um die wenigen sehr begehrten Qualifikationsplätze für die IRONMAN Weltmeisterschaft auf Hawaii oder im IRONMAN 70.3. Gäbe es nicht optimalere Lösungen, die allen Teilnehmenden gerecht würden? Oder geht es IRONMAN eigentlich um etwas ganz anderes.

Die Argumente scheinen schlüssig, jedoch stehen sie entgegen der Idee eines Wettkampfes, besonders eines Triathlons mit der Herausforderung sich in allen drei Disziplinen zu messen. Nach 5 Jahren des Rolling-Start-Modus muss man jedoch feststellen, dass weder mehr Teilnehmende während der ersten Disziplin verunglückt sind, noch weniger als zuvor. Auch sind die Schwimmzeiten nicht durch den Rolling Start schneller geworden. Dies ist besserer Trainingsmethoden und verbesserter Neoprenanzüge zuzuschreiben.

Kaum einer der sehr bedauerlichen Todesfälle bis 2016 hätten durch einen Rolling Start verhindert werden können. Aus Sicht der Sporwissenschaft und Medizin läge eine Lösung viel eher darin, die sportliche Belastbarkeit der Teilnehmenden vor konsequenter, besser und regelmässiger durch Verbände und Veranstalter zu überprüfen. Die Nachfrage gesunder, sporttauglicher Athletinnen und Athleten mit Erfahrung und guten schwimmerischen Fähigkeiten nach Langdistanzrennen ist groß und steigt weiter – auch trotz oder gerade wegen der Pandemie. Warum also weiterhin diese gravierende Eingriffe in die Substanz des Triathlons? Was kommt als nächstes?

VERÄNDERUNG UND VERLAGERUNG DES WETTKAMPFSTRESS

Ein Rolling Start kann das Schwimmen gewiss stressfreier und komfortabler machen, zumindest zu Beginn. Für einen kurzen Moment. Es drängt sich allerdings die Frage auf, ob das der tatsächliche Sinn eines Wettkampfes ist. Ist dieser gefühlte Stress überhaupt negativ zu bewerten? Ist es nicht genau das Adrenalin, das dieser Stress auslöst, das Triathletinnen und Triathleten suchen, das diesen Sport ausmacht, das süchtig macht. Trotz oder gerade wegen der „Waschmaschine“ bei einem Massenstarts von gleichzeitig 500, 1000 oder 2000 Triathlet*innen. Selbst die guten und besten haben nach vielen Jahren im Triathlon großen Respekt vor jedem Start, jedesmal aufs Neue. Wer allerdings Angst vor dem Schwimmstart hat, der hat vermutlich seine Hausaufgaben nicht gemacht, der ist nicht bereit für die Herausforderung.

Aber darf eine falsche Selbsteinschätzung oder schlechte Vorbereitung einiger Teilnehmenden der Grund sein, dass Feeling eines echten Massenstarts zu verbannen und das für Höchstleistungen erforderliche, positive Adrenalin durch einen Komfortstart zu dämpfen? Stress und Ärger gibt es bei einem Rolling Start dennoch: Früher als zuvor muss sich müssen sich aussichtsreiche Teilnehmende am Start einfinden, um sich rechtzeitig in eine der vorderen Startreihen anzustellen. Denn immer öfter stehen dort langsamere Schwimmer und versprechen sich dadurch die versprochenen, „schnelleren Schwimmzeiten“. Spätestens 500 Meter nach dem Start beginnt dann dennoch der Stress für diejenigen, aber auch auch für jene tatsächlich besseren Schwimmer und Schwimmerinnen, die jene nun erst noch überholen müssen.

Vielleicht sollte man besser gleich wieder zurück zu den Anfängen des IRONMAN und von allen Teilnehmenden  vorab den Nachweis eines erfolgreich absolvierten Halbmarathons verlangen? Ein erfolgreich absolvierter Marathon oder eine Triathlon Mitteldistanz wäre heutzutage wohl besser. Es würde den Veranstaltern von IRONMAN Rennen wenigstens garantieren, dass alle Teilnehmenden gewisse körperliche Voraussetzungen und Erfahrung mitbrächten. Ob sie deshalb ausreichend schwimmerische Fähigkeiten für 3,8 km hätten, bliebe zwar ungeklärt, die Teilnehmenden hätten aber einen ersten Belastungstest bestanden. Angesichts der anhaltend hohen Nachfrage und des großen Zustroms an Neueinsteigern im Triathlon könnte wäre zumindest auch eine kleine Hürde vor der Anmeldung zu einer Langdistanz und könnte die Selbsteinschätzung latent verbessern. Allerdings wäre es primär nicht die Aufgabe von IRONMAN, die gesundheitlichen Voraussetzungen aller Teilnehmenden zu überprüfen. Vielmehr ist es die Aufgabe der nationalen und internationalen Verbände und der Vereine genauer hinzuschauen, strengere Kriterien für den Erwerb von Startlizenzen festzulegen und die gesundheitlichen Voraussetzung der Athletinnen und Athleten regelmäßig abzufragen. Andernfalls erhalten diese weiterhin nur Zugang zu Triathlon Volksdistanzen.

AUSWIRKUNGEN DES ROLLING START AUF WETTKAMPFSTRATEGIE, -TAKTIK & -DYNAMIK?

Wer einmal einen Massenschwimmstart hunderter Triathleten gesehen oder sogar selbst erlebt hat, der versteht den Kult um die IRONMAN-Rennen und diesen Startmodus. Der möchte das weder als Zuschauer noch als Athlet missen. Der Massenstart ist unter anderem einer der Gründe, weshalb wir diese Tortour auf uns nehmen und Triathlon unsere Leidenschaft ist. Es ist fantastisch, ein Spektakel. Wenn es in Zukunft also weiterhin und immer mehr Triathlons mit einem Rolling Start durchgeführt werden, dann geht dieser wichtige Kult verloren, ein wesentlicher Teil des Spirits. Dann verkommt Schwimmen zum feucht fröhlichen Warm Up und notwendigen Übel.

Der direkte presönliche Vergleich, das Kopf an Kopf Rennen mit den weiteren Teilnehmenden gesamt und innerhalb einer Altersgruppe geht verloren. Die unmittelbare Konkurrenz könnte 5 Minuten vor dir oder 5 Minuten hinter dir starten. Du hast dann kaum eine Ahnung, wo sich die Konkurrenz oder du dich während des laufenden Wettbewerbs befindet. Wie sollen sich die schnellsten Triathletinnen oder Triathleten gesamt und in den jeweiligen Altersklassen somit noch im direkten Duell und fair messen, und ohne ständigen externen Support einen der wenigen begehrten Qualifikationsplätze für Kona erkämpfen? Gerade jetzt, in einer Zeit, in der die Leistungsdichte stark zugenommen hat. All-out, schwimmen, Rad fahren und laufen ohne jegliche Taktik bis man platzt und mit viel Glück das Ziel erreicht und zufällig einen Podiumsplatz erreicht, ist sicher keine gute Strategie. Ist jedoch jede und jeder Teilnehmende vor und hinter einem ein Platz weiter vorne oder weiter hinten, dann erzeugt das unmittelbar Motivation. Etwas sehr wichtiges und sehr positives. Es ist entscheidend, um Grenzen zu verschieben, um persönliche Höchstleistungen zu erzielen und wahres Glück zu finden.

Würde man den Rolling Start Modus auch auf die Profis anwenden oder gar Einzelstarts durchführen, dann würde das, neben großem Unmut selbstverständlich, zu einer komplett veränderten Renndynamik führen. Es würde keinen taktischen Vorteil durch den Wasserschatten im Schwimmen mehr geben, es gäbe keine Windschattenproblematik aber auch keine Gruppendynamik auf dem Rad und das Ergebnis würde dadurch dramatisch anders aussehen, ziemlich sicher sogar. Es würde aber auch etwas wesentlich dramatischeres geschehen. Die Bedeutung des Supports von aussen würde stark zunehmen und der Athlet hätte ausser den Einfluss auf seine eigene Leistungsbereitschaft, keine strategische Kontrolle mehr über das Renngeschehen. Der Wettbewerb und die Konkurrenz ist nicht mehr reell sondern virtuell und der Athlet abhänig von der Qualität des informellen Supports, um seine Leistung zielgerichtet gut einzuteilen.

Freiwasserschwimmen im Meer / Open Water Swimming in the Sea © Adobe Stock

DAS PARADOX: IRONMAN UND KOMFORTZONE

Die erste Disziplin des Triathlon stellt für die meisten Teilnehmenden die größte Herausforderung dar. Noch immer. Tendenz steigend. Das wird nun weiter durch den neuen Startmodus und wachsende Startfelder verstärkt. Dabei ist die Schwimmstrecke bei einer Langdistanz im Verhältnis zu Radfahren und Laufen ohnehin deutlich unterrepräsentiert. Zudem wäre es erheblich leichter die richtige Kraultechnik von professionellen Schwimmtrainern zu erlernen als zeitintensives Rad- und Lauftraining für die Verbesserung der Grundlagenausdauer.

Die Freude die erste Disziplin gemeistert zu haben, ist bei den meisten Teilnehmenden allerdings fast genauso groß, wie das erfolgreiche Finish. Welchen Anreiz die Teilnahme am IRONMAN langfristig noch hat, wenn immer mehr und immer öfter Teilnehmende mit ihren Leidensgenossen Händchen haltend ins Wasser springen, gemütlich nebeneinander oder abwechselnd hintereinander schwimmen und sich damit sogar während der gesamten Strecke gegenseitig unterstützen! Das mag für die Meisten auf den ersten Blick nach traumhaften Bedingungen klingen. Wozu dann eigentlich an einem IRONMAN teilnehmen, wenn ein direkter Vergleich nicht mehr möglich ist und die Konkurrenz im Grunde egal ist? Wer eine Herausforderung mit Abstand zu anderen in einer störungsfreien Umgebung möchte, den Wettstreit in der völligen Komfortzone nur gegen die Uhr und gegen sich selbst, der braucht sich dafür eigentlich nicht bei einem IRONMAN anzumelden. Denn die oder der jenige kann das jederzeit alleine tun. Dafür braucht es keinen anderen Startmodus.

ERNSTGEMEINTE EVOLUTION ODER MARKETING

Wohin wird sich IRONMAN und Triathlon durch diese gravierenden Eingriffe in Zukunft also entwickeln? Ist das erst der Anfang oder wird hier die Büchse der Pandora geöffnet? Ich bin der Meinung, dass der Rolling Start keine evidenzbasierte Evolution für den Triathlon darstellt, sondern Kalkül und Marketing ist. Es macht die Langdistanz attraktiver und senkt die Hemmschwelle. Es lockt all jene, für die das Wasser und die Distanz von 3,8 km bisher die größte Herausforderung stellte und für die neben eines Marathons auch endlich ein IRONMAN in den Lebenslauf muss.

Die Vorstellung, an einem Wettkampf teilzunehmen ohne dabei tatsächlich in direktem Kontakt zu den Mitbewerber*innen zu sein, ohne echten direkten Vergleich, wird viele talentfreie Schwimmer an die Startlinie spülen. Schwimmerinnen hingegen, so denke ich, wesentlich weniger. Für mich ist es zu offensichtlich, dass der Rolling Start hauptsächlich einer Aufstockung des Teilnehmerfeldes dient, um in erster Linie den Umsatz zu steigern. Dafür nimmt man billigend in Kauf den Triathlonsport, ganz besonders den echten Triathlet*innen und wahren Sportsgeist zu opfern. Mit der Entwicklung in Richtung „Erlebnis IRONMAN“ driftet der ehrliche Wettbewerb ambitionierter Triathleten aller Klassen in die Bedeutungslosigkeit und wird die größte Herausforderung die Anmeldung sein?

EHRLICHER WETTBEWERB ODER BELANGLOSES FINISH

Für alle Teilnehmenden ist es schon immer das Wichtigste, einen IRONMAN erst einmal gut und gesund ins Ziel zu bringen. Diese Aufgabe und Herausforderung steht über der geplanten Zeit und oder gar Platzierung, denn es gibt einfach zu viele Unabwägbarkeiten. Mit der wachsenden Erfahrung steigen natürlich auch die Erwartungen, wenn gleich man sich stets bewußt sein sollte, dass jede Langdistanz immer andere Überraschung mit sich bringen kann. Je besser man diese managed, um so besser werden in der Regel Zeit und Platzierung. Neben verbessertem Training und steigender Leistungsfähigkeit hat die wachsende Erfahrung einen bedeutenden Anteil am Rennverlauf und letztlich am Ergebnis. Passive oder aktive Renngestaltung, Renneinteilung, Renndynamik (die unmittelbare Reaktion Konkurrenten), Taktik und Strategie sind alles Elemente, welche wesentlich die persönliche innere und äussere Wahrnehmung sowie den Spaß am Wettkampf positiv beeinflussen.


Wie würden Rennen verlaufen und sich Schwimmzeiten entwickeln, würde bei Olympia
oder Weltmeisterschaften jede*r einzeln in den Pool springen oder einen Marathon laufen?
Gäbe es dann noch Rekorde? Was wäre die Motivation?


Ein Rolling Start beschneidet massgeblich den Spaß und besonderen Mehrwert von Rennbeginn, in dem er leidenschaftlichen Triathlet*innen die Möglichkeit gemeinsam zu starten, in Echtzeit zu racen und sich im direkten Vergleich bis zur Ziellinie zu batteln raubt. Sattdessen steigert ein Rolling Start den Stress für all diejenigen, denn sie wissen nie genau, auf welchem Platz sie während des Rennens liegen und wie sie ihre Leistung zu welchem Zeitpunkt wie einschätzen und vor allem einteilen sollen. Genau diese Erfahrung konnte ich trotz guten Supports mehrmals persönlich machen und hat mir nach erfolgreichem Zieleinlauf ein paar Mal die Freude über das Finish geraubt. Nämlich genau dann, wenn man als erster oder zweiter seiner Altersklasse durch das Ziel läuft aber sich dann 15 Minuten später auf Platz 4 mit nur 75 Sekunden Differenz befindet. Im direkten Duell würde das selten passieren und wäre wenn, dann ehrlich und fair. Im direkten Duell geschlagen zu werden oder zu gewinnen, ist etwas besonderes und hat einen Mehrwert auch in Niederlagen. Es macht glücklicher, dann man hat es selbst in der Hand, kann ins Renngeschehen selbst eingreifen und steht nicht machtlos im Ziel.

IRONMAN VICHY 2017 Die Fotostory / Orientierung war trotz des simplen Schwimmkurses problematisch aufgrund der wenigen Bojen. Denn auch ein guter Schwimmer schwimmt bei viel Betrieb nicht ohne Weiteres 1000 Meter gerade © Moritz Werner
IRONMAN VICHY 2017 Die Fotostory / Orientierung war trotz des simplen Schwimmkurses problematisch aufgrund der wenigen Bojen. Denn auch ein guter Schwimmer schwimmt bei viel Betrieb nicht ohne Weiteres 1000 Meter gerade © Moritz Werner

WAS SIND DIE ALTERNATIVEN ZUM ROLLING START?

Hätte IRONMAN und die Veranstalter tatsächlich die ehrliche Absicht die Triathlonrennen im Sinne der Teilnehmenden weiterzuentwickeln, gäbe es weit bessere Optionen als den „Rolling Start“. Selbst wenn dadurch die Startgebühren um 10 % ansteigen würden aber dafür die sportliche Fairness und Organisation ernstzunehmend verbessert würden. So könnte man zum Beispiel Startwellen einführen und nach Altersklassen strukturieren, so wie das die Veranstalter der CHALLENGE Roth organisieren. Das würde den Schwimmstart auch entzerren und neben der Fairness und gleichen Wettkampfbedingungen für alle die Teilnehmenden jeder Altersklasse auch für die Zuschauer spannender und nachvollziehbarer machen.

WAS KÖNNTE UNS DIE ZUKUNFT NOCH BRINGEN?

Es läßt sich natürlich vortrefflich darüber spekulieren, welche weiteren Regeländerungen IRONMAN in Zukunft noch plant. Viel Spielraum bleibt dem Platzhirsch allerdings nicht die Tolleranz der Triathlongemeinde weiter zu strapazieren, schließlich wächst das Angebot an alternativen Serien und Wettkampfformaten, und auch die Pandemie wirkt wie ein Katalysator. Manch mögliches Szenario ist gar nicht so abwägig, denkt man pro IRONMAN und pro Expansion, sprich die Anzahl der Teilnehmenden stetig zu steigern. So könnte als nächstes das Windschattenverbot kippen, um mehr Platz zu schaffen. Diese weitern Gedanken wurden tatsächlich schon diskutiert:

  • Änderung der Qualifikationskriterien: Sammeln von Punkten auch für Triathleten der Altersklassen ähnlich der Profis und dem Kona Pro Ranking.
  • Einführung eines Kona Age Group Rankings.
  • Wenige spezielle Events mit der Möglichkeit zur Qualifikation für Kona.
  • Einführung einer dritten Wertungsklasse von Amateuren, ähnlich dem Radpsort.
  • Eine eigene Ironman Lizenz, die erst zu einer Teilnahme am Qualifikationsmodus berechtigt, ähnlich nationaler Meisterschaften.

Ich hoffe nicht, dass einer dieser Gedanken oder ähnliches jemals realisiert werden. Regeländerungen der vergangenen Jahre waren allerdings selten pro Triathlon und pro Triathlet*in

FAZIT

Die Schwimmzeiten sind in den vergangenen Jahren nachweislich nicht durch Rolling Starts schneller gewesen. Ich selbst konnte diese Erfahrung auch machen. Ursächlich dafür ist meisten, dass sich die guten und besten Schwimmer*innen nicht mehr zusammenfinden und gemeinsam vorne weg schwimmen, sich dadurch auch nicht gegenseitig motivieren und das Tempo weiter forcieren. Die guten und besten Schwimmer*innen verteilen sich jetzt auf das gesamte Feld, entweder, weil sie sich anstellen müssen oder aus taktischen Gründen, um von weiter hinten die Konkurrenz besser im Blick zu haben. Oder aber, weil sie durch die Menge der Teilnehmenden nicht rechtzeitig nach vorne kommen, die sich bereits 30 Minuten vor dem Rolling Start brav in Reih und Glied anstellt. Nach 5 Jahren Rolling Start und viel schlechter Erfahrungen sollte man auch bereit zu Revolution sein und zurück zum ursprünglich Modus des Massenstarts kehren. Die Veranstaltungen werden sich dennoch weiter füllen und es gibt Raum für deutlich wichtigere Weiterentwicklungen.

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”Ich packe meine 7 Sachen und …”, heisst es oft, aber sieben Sachen reichen für unsere Triathlon Checkliste bei Weitem nicht aus. Es gilt an vieles zu denken und einiges mehr zu packen als nur ein paar Habseligkeiten, wie für eine einzelne Disziplin. Für einen Triathlon Wettkampf sind das eben dreimal mehr und überschaubar sieht anders aus. So braucht es ebenso für vorher und nachher einige Utensilien, denn ein Wettkampftag oder gar komplettes Wettkampfwochenende sollte abhängig von der Distanz durchaus gut geplant sein. Für eine optimale Planung gibt Dir unsere Triathlon Checkliste eine sehr gute Orientierung, um den Überblick zu behalten, nichts mehr zu vergessen und ab sofort perfekt auf deine Wettkämpfe vorbereitet zu sein.

Du solltest nach Möglichkeit alles selbst dabei haben, so auch dein Werkzeug oder deine Standpumpe und persönlichen Accessoires. Denn es erzeugt Stress, wenn du vor Ort nach Ersatz suchen oder etwas leihen must – auch deinen Mitbewerbern. Unsere Triathlon Checkliste enthält viele Tipps, erhebt aber natürlich keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Es hängt schliesslich auch von deinen individuellen Vorlieben ab, was du tatsächlich für einen Triathlon brauchst.

TRIATHLON CHECKLISTE

GENERAL / ALLGEMEIN (VORHER / NACHHER)

• Ausschreibung
• Ausweis
• Geld / Kreditkarte
• Startpass / Lizenz
• Smartphone
• Multifunktionsuhr
• HF-Brustgurt
• Erste Hilfe Set
• Sonnenbrille
• Stirnlampe (Nacht Check In)
• Sonnencreme
• Melkfett
• Babypulver

• Handtuch
• Duschgel
• Badeschlappen
• Warm Up Funktionskleidung
• Warm Up Laufschuhe
• Socken
• After Race Wärmekleidung
• Regenjacke
• Schuhe fest, wasserdicht
• Schere
• Taschenmesser
• Kabelbinder
• Klopapier

IRONMAN VICHY 2017 Die Fotostory / Der Lac d'Allier mit 25,6 Grad zu warm für Neoprenanzug, also ging mit den schnellen Hightech-Anzügen von 2XU ins Rennen: Project X Speedsuit plus Swimsuit un die ZOGGS Predator für gute Sicht im und über Wasser © Stefan Drexl
IRONMAN VICHY 2017 Die Fotostory / Der Lac d’Allier mit 25,6 Grad zu warm für Neoprenanzug, also ging mit den schnellen Hightech-Anzügen von 2XU ins Rennen: Project X Speedsuit plus Swimsuit un die ZOGGS Predator für gute Sicht im und über Wasser © Stefan Drexl

SWIMMING / SCHWIMMEN

• Triathlon Enteiler / Zweiteiler
• Swim Suit / Schwimmanzug
• Wetsuit / Neoprenanzug

• Schwimmbrille
• Schwimmkappe
• Zeitnahme-Chip

SUGAR & PAIN TRIATHLON Checkliste – Ich packe meine 7 Sachen … / Cycling © Stefan Drexl

CYCLING / RADFAHREN

• TT Zeitfahrrad / Aero-Rennrad
• Radhelm
• Radbrille
• Radschuhe
• Startnummernband
• Startnummer
• Gummibänder f. Radschuhe
• Radcomputer
• Radflasche
• Ersatzreifen / -schlauch
• Minitool

• Mini-Luftpumpe
• Stand-Luftpumpe
• Radwerkzeug
• Ladekabel Schaltung (Di2, etc.)
• Handschuhe f. Nässe / Kälte
• Ärmlinge f. Nässe / Kälte
• Weste f. Nässe / Kälte
• Regenjacke f. Nässe / Kälte
• Zehenwärmer f. Nässe / Kälte
• Radmütze f. Nässe / Kälte
• Plastiktüte f. Nässeschutz

RUNNING / LAUFEN

• Laufschuhe
• Laufsocken (je nach Distanz)
• Laufkappe
• Multifunktionsuhr / HF-Brustgurt

• Laufbrille
• Verpflegung Laufen
• Plastiktüte f. Nässeschutz
• Ladekabel Uhr

IRONMAN VICHY 2017 Die Fotostory / Die richtige Ernährung und die Qualität der Verpflegung vor und im Wettkampf sind Schlüsselelemente. Wenn man sich aber einen Magen-Darm-Infekt in den Tagen zuvor einfängt, dann hilft auch das kaum © Stefan Drexl
IRONMAN VICHY 2017 Die Fotostory / Die richtige Ernährung und die Qualität der Verpflegung vor und im Wettkampf sind Schlüsselelemente. Wenn man sich aber einen Magen-Darm-Infekt in den Tagen zuvor einfängt, dann hilft auch das kaum © Stefan Drexl

NUTRITION / VERPFLEGUNG

• Energy Bar
• Energy Gel
• Energy Drink (ISO)
• Trinkflaschen
• Shaker
• Thermoskanne
• Trinkwasser
• Saft

• Honig
• Bananen
• Trockenobst
• Schale / Löffel
• Haferflocken
• Hafer- / Sojamilch
• Salz / Salztabletten

Nicola Spirig und Frederic Funk holen sich sensationell die Titel der Europameister 2021 im Rahmen der CHALLENGE Walchsee am gestrigen Sonntag. Die beiden Athleten legten bereits im Schwimmen den Grundstein ihres Erfolges und krönten sich mit beeindruckenden in allen drei Disziplinen verdient zu Europas schnellsten Triathleten über die Mitteldistanz. Die deutsche IRONMAN-Weltmeisterin Anne Haug wurde Zweite bei den Triathlon Europameisterschaften im malerischen Kaiserwinkl.

Wir waren unterwegs in Tirol bei der CHALLENGE Kaiserwinkl-Walchsee und konnten beobachten wie sich die Favoriten Frederic Funk und Nicola Spirig bei den Europameisterschaften über die Triathlon Mitteldistanz durchsetzen konnten. Nicht nur für die Schweizer Olympiasiegerin und den Chiemgauer Jungprofi war der 27. Juli ein perfekter Tag in allen drei Disziplinen, auch einige unserer Triathleten waren am Start und konnten sich selbst mit starken Leistungen überraschen.

CHALLENGE WALCHSEE 2021 Bilder

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Wechselzone © Challenge Walchsee-Kaiserwinkl

Es war an diesem letzten Juni-Wochenende fast als wäre nichts gewesen. Die Triathlongemeinde kehrte zurück an den bezaubernden Walchsee und machte sich an den Start um die neuen Europameister zu kühren. Es sollte ein wunderbarer Sommertag werden, der pünktlich mit dem Start der Profis um 8:30 Uhr begann. Schon früh ging Frederic Funk in Führung und wurde nur kurzzeitig vom ehemaligen Radprofi Ruben Zepuntke eingeholt. Der Sieg mit einer Zielzeit von 03:36:56 Stunden war allerdings ähnlich wie vier Wochen zuvor in St. Pölten nie gefährdet. Auch Nicola Spirig hatte einen eher leichten Arbeitstag. Nach einer überragenden Schwimmzeit von nur 26:12 Minuten über die 1,9 Kilometer gemeinsam mit der Spanierin Sara Perez Sala durch den wunderbaren Walchsee, übernahm sie auf dem Rad die Führung, um diesen Vorsprung noch weiter auszubauen. Anne Haug kam bereits mit 3 Minuten Rückstand aus dem Wasser und verlor weitere Vier auf dem Rad durch den malerischen Kaiserwinkl. Zwar lief die deutsche IRONMAN Weltmeisterin auf den 21 Kilometern um den Walchsee zwei Minuten schnelle als Nicola Spirig, überquerte aber dennoch sehr enttäuscht die Ziellinie als Zweite.

Souveräner Sieg von Frederic Funk und dramtischer Kampf ums Podium

Christophe de Keyser setze im Rennen der Männer besonders im Schwimmen eine Marke. Bei strahlend blauem Himmel, Sonne und beinahe Windstille waren die Voraussetzungen ideal. Nach 24:35 Minuten kam der Belgier als Erster aus dem Wasser. Dicht auf den Fersen waren ihm zu diesem Zeitpunkt nur Nicolas Mann, Frederic Funk und Giulio Molinari die zusammen einen kleinen Abstand zur nächsten Gruppe erschwimmen konnten. Die meisten Probleme mit dem hohen Schwimmtempo hatte Mitfavorit Thomas Steger. Mit über eineinhalb Minuten Rückstand kam der Tiroler aus dem Wasser und hatte viel Mühe auf dem Rad Kontakt zur Spitze zu halten.

Nach nur fünfzehn Kilometern übernahmen Frederic Funk und Giulio Molinari gemeinsam die Führung von De Keyser. Allerdings blieben die zwei nicht lange zusammen, denn auf dem Weg zurück nach Walchsee übernahm der Mann des Tages, Frederic Funk, alleine die Spitze und setzte sich vom Italienier ab. Mit etwa einer Minute Rückstand lag Molinari nach der Hälfte der Radstrecke immer noch gut im Rennen, während Funk weiter Druck an der Front machte. Doch von weit hinten schoss der ehemalige Radprofi Ruben Zepuntke heran, der mit dem schnellsten Bikesplit des Tages besonders stark unterwegs war und auf den ersten 45 Kilometern fast eine Minute aufholte.

Zwanzig Kilometer vor dem Ziel war Zepuntke an Frederic Funk dran und so wechselten die zwei Triathleten gemeinsam auf die Halbmarathonstrecke. Der Vorsprung auf Molinari war groß, der auf den letzten Radkilometern noch einige Zeit verlor und mit mehr als drei Minuten Rückstand zu den Führenden auf die Laufstrecke startete. Thomas Steger, der schwach ins Rennen begonnen hatte, aber immer besser in Schwung kam, hatte zwischenzeitlich zur Aufholjagd geblasen und wechselte als Vierter in die Laufschuhe.

Die zweite Hälfte des Renntages gehörte Thomas Steger

Frederic Funk konnte sich noch in der ersten Runde wieder von Zepuntke absetzen, der seinem starken Einsatz auf dem Rad nun Tribut zollen musste. Es war die Zeit des Thomas Steger gekommen, der jetzt die Gunst der Mittagsstunde nutzte und sich immer weiter nach vorne kämpfte. Zur Halbzeit des Laufs war der Vorsprung von Funk auf Zepuntke wieder auf 01:30 Minuten gewachsen und Steger bereits auf den dritten Platz vorgelaufen. Sein Rückstand zur Spitze wurde immer geringer und nach dem er an Molinari regelrecht vorbei geschossen war, hatte Steger schon Platz zwei im Blick.

Es wurde als noch einmal spannend in der Schlussphase im Kampf um die Podiumsplätze während Frederic Funk uneinholbar seine Runden um den Walchsee drehte und sich nach nur 03:36:56 Stunden zum Triathlon Europameister 2021 auf der Mitteldistanz krönte. Steger gelang derweil tatsächlich beinahe unmöglich Geglaubtes und überholte Ruben Zepuntke mit dem schnellsten Laufsplit des Tages. Nach nur 01:08 Stunden über 21 Kilometer wurde Thomas Steger zweiter bei den ETU Europameisterschaften in einer Gesamtzeit von 03:38:51 Stunden. Auch Bart Aernouts wurde im weiteren Rennverlauf immer schneller nachdem er auf dem Rad bereits abgeschlagen schien. Der Belgier konnte im Lauf mit der zweitschnellsten Zeit noch kurz vor dem Ziel Zepuntke schnappen und wurde mit vier Sekunden Vorsprung überraschend dritter.

Olympiasiegerin Nicola Spirig in allen drei Disziplinen überragend

Im Rennen der Frauen diktierte nicht überraschend Sara Perez Sala das Schwimmtempo. Vor einigen Monaten gelang der Spanierin bereits ein beeindruckendes Debüt auf der Mitteldistanz in Daytona. Dennoch liegen ihre Wurzeln auf der Kurzdistanz, was sie mit einer schnellen Pace im Schwimmen unter Beweis stellte. Nach 26:10 Minuten waren die 1,9 Kilometer abgehakt und Perez kam als erste wieder aus dem Walchsee. Doch zu ihrem Leid hatte Sara Perez der Favoritin Nicola Spirig einen hervorragenden Wasserschatten geboten, die ihr somit dicht auf den Fersen war. Eine besser Ausgangsposition hätte sich die ehemalige Olympiasiegerin nicht wünschen können, um schon zu Beginn enormen Druck auf Mitfavoritin Anne Haug aufzubauen. Die IRONMAN-Weltmeisterin kam mit fast 03:30 Minuten Rückstand aus dem Wasser.

Ihre wahre Größe zeigte Spirig dann auf dem Rad. Die Schweizerin setzt sich unmittelbar von Perez Sala ab und baute ihren Vorsprung konsequent aus. Es überraschte nicht, dass dieses Tempo für den Rest der weiblichen Konkurrenz schlichtweg zu schnell war. Nach 45 Kilometern hatte Nicola Spirig der Spanierin schon drei Minuten aufgebrummt. Doch auch Anne Haug verlor zu aller Überraschung weiter viel Zeit auf die ehemalige Olympiasiegerin. Nicht einmal auf Sara Perez Sala konnte die IRONMAN-Weltmeisterin von 2019 während der ersten Hälfte des Rennens etwas Zeit gut machen, sodass sie zwischenzeitlich über sechs Minuten hinter Spirig lag.

Anne Haug mit schnellstem Laufsplit in Walchsee

Erst in der zweiten von zwei Radrunden fand Anne Haug zu alter Stärke zurück und konnten bis zu T2 die Lücke zur Spanierin schließen, sodass beide gemeinsam auf die vier Laufrunden um den Walchsee wechselten. Doch der Vorsprung von Nicola Spirig war zu diesem Zeitpunkt des Rennens sehr komfortabel, dass sie sich ihres Sieges fast schon sicher sein konnte, sollte nichts Unvorhergesehenes passieren. Über 6 Minuten lagen die Verfolgerinnen Haug und Perez Sala nun hinter der Schweizerin zurück, die den Europameistertitel so gut wie in der Tasche hatte.

Nicola Spirig war an diesem Tag konkurrenzlos dominierend. Zwar rannte keine so schnell wie Anne Haug in 01:15 Minuten über die Halbmarathondistanz, doch der Vorsprung der Schweizerin war am Ende mit 5 Minuten noch immer gewaltig. Mit einer Zielzeit von 03:58:00 Stunden überquerte Nicola Spirig schließlich als Erste die Ziellinie und krönte sich damit zur neuen ETU Europameisterin über der Triathlon Mitteldistanz. Ann Haug kam nach 04:03:03 Stunden als Zweite ins Ziel und wurde Vize-Europameisterin. Perez Sala erleidet ein ähnliches Schicksal wie Ruben Zepuntke und fiel im Verlauf des Rennens immer weiter zurück. Schließlich musst sie auch Platz drei aufgeben und finishte als fünftschnellste Frau der Challenge Walchsee 2021. Der dritte Platz und damit Bronze gewann die laufstarke Italienerin Marta Bernardi in 04:09:53 Stunden.

QUELLE

Challenge Walchsee-Kaiserwinkl
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