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Die Auswirkungen der Jetlag kann die Leistung im Triathlon erheblich beeinträchtigen. Besonders bei Wettkämpfen oder Trainingslagern in verschiedenen Zeitzonen kann das neben der Akklimatisation, wie bei den IRONMAN Worldchampionship auf Hawaii ein großes Problem darstellen. Diese Auswirkungen betreffen die körperliche und mentale Leistungsfähigkeit. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um die Auswirkungen eines Jetlags auf die sportliche Leistungsfähigkeit zu verringern. Diese Möglichkeiten gelten für die Reise, das Training und besonders für den Wettkampf. Im Folgenden betrachten wir verschiedene Aspekte und möchen einige bewährte Lösungsansätze, um am Race Day hundertprozent fit am Start zu sein.

Die Auswirkungen der Zeitverschiebung auf die körperliche Leistungsfähigkeit im Triathlon und Ausdauersport sind meist unter dem Begriff „Jetlag“ bekannt. Insbesondere bei internationalen Wettkämpfen in Übersee, wie der IRONMAN Worldchampionship auf Hawaii, der 70.3 Worldchampionship in Taupo, Neuseeland oder Trainingslagern in verschiedenen Zeitzonen können diese Auswirkungen für Triathleten und Ausdauerathleten von beträchtlicher Relevanz sein. Dabei sind sowohl die körperliche als auch die mentale Leistungsfähigkeit betroffen, was sich in verschiedenen Aspekten deutlich bemerkbar machen kann. Es existieren natürlich diverse Lösungsansätze, um die negativen Konsequenzen eines Jetlags auf die sportliche Leistungsfähigkeit zu reduzieren. Die genannten Ansätze umfassen sowohl kurzfristige Maßnahmen, die direkt vor und während einer Reise ergriffen werden können, als auch langfristige Strategien zur Anpassung an neue Zeitzonen.

TRAINING Auswirkungen der Zeitsverschiebung im Leistungssport / Flug @ IM Hawaii 2010 © Stefan Drexl

AUSWIRKUNGEN EINES JETLAGS VON REISEN MIT ZEITVERSCHIEBUNG

  1. Störung des zirkadianen Rhythmus
    Der zirkadiane Rhythmus steuert den Schlaf-Wach-Zyklus sowie eine Reihe von wichtigen körperlichen Funktionen, darunter die Hormonproduktion, die Körpertemperatur und der Stoffwechsel. Eine plötzliche Veränderung der Zeitzone führt zu einer Störung des zirkadianen Rhythmus, was sich in Schlafstörungen, Müdigkeit und einer Verschlechterung der sportlichen Leistung manifestieren kann. Für Athleten, die in eine andere Zeitzone reisen, kann die Anpassung an die dortigen Schlafenszeiten problematisch sein, was zu einer Beeinträchtigung der nächtlichen Erholung und folglich zu einer Verschlechterung der sportlichen Leistung führen kann.
  2. Kognitive Beeinträchtigung
    Die Beeinträchtigung der kognitiven Leistungsfähigkeit stellt ein weiteres Symptom des Jetlags dar. Die Fähigkeit zu reagieren, Entscheidungen zu treffen und sich zu konzentrieren kann durch Schlafmangel und die Anpassung an eine neue Zeitzone beeinträchtigt werden. In Sportarten, die ein schnelles Denken und Präzision erfordern (wie Tennis, Fußball oder Basketball), kann dies die Leistung erheblich beeinträchtigen.
  3. Leistungsabfall
    Ein Leistungsabfall ist insbesondere hinsichtlich der körperlichen Leistungsfähigkeit zu erwarten, wobei diesbezüglich die Ausdauer, Kraft und Schnelligkeit betroffen sein können. Als Ursachen sind dabei insbesondere Schlafmangel, veränderte Essenszeiten sowie hormonelle Schwankungen, beispielsweise im Hinblick auf Melatonin und Cortisol, zu nennen. Empirische Belege hierfür liefern Studien, denen zufolge die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max) sowie Reaktionszeiten bei Athleten nach Langstreckenflügen sinken können.
  4. Längere Erholungszeiten
    Nach intensiven Trainings- oder Wettkampfphasen ist eine ausreichende Erholung für die Aufrechterhaltung der Leistung von Athleten unerlässlich. Ein weiterer Faktor, der die Erholungszeit verlängern kann, ist der Jetlag. Dieser führt zu einer Störung des Schlafes und erschwert dem Körper die Anpassung an die neue Zeitzone. Eine prolongierte Erholungsphase birgt das Risiko, dass Athleten nicht vollständig regenerieren, bevor sie wieder eine Leistung erbringen müssen.
  5. Richtung der Reise
    Die Richtung der Reise, d. h. die Differenz zwischen der tatsächlichen und der Richtung der Reise, spielt eine entscheidende Rolle bei den Auswirkungen des Jetlags. Eine Reise in östlicher Richtung, beispielsweise von Europa nach Asien, erweist sich in der Regel als anspruchsvoller, da der Tag verkürzt wird und der Körper eine raschere Anpassung an frühere Schlafzeiten durchläuft. Demgegenüber werden Reisen in westlicher Richtung (beispielsweise von Europa nach Amerika) in der Regel als einfacher zu verkraften wahrgenommen, da der Tag verlängert wird und die Anpassung an spätere Schlafenszeiten einfacher fällt.
  6. Timing von Wettkämpfen und Training
    Wettkämpfe und Trainingspläne können durch die Zeitverschiebung in signifikantem Maße beeinträchtigt werden. Athleten, die in einer neuen Zeitzone antreten, sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt, dass ihr Körper zu einem Zeitpunkt Höchstleistungen erbringen muss, zu dem er normalerweise auf Ruhe eingestellt wäre. Die „innere Uhr“ des Körpers kann zu einer Leistungsverschlechterung führen, wenn wichtige Wettkämpfe während der biologischen Nacht stattfinden.
  7. Langfristige Anpassung
    Für Athleten, die regelmäßig mit Zeitverschiebungen konfrontiert sind, ist die Entwicklung langfristiger Strategien zur Anpassung von entscheidender Bedeutung. Die Anwendung von Techniken wie Lichttherapie, die gezielte Einnahme von Melatonin, die Anpassung der Schlaf- und Essenszeiten vor der Reise sowie eine schrittweise Anpassung des Trainings an die neue Zeitzone kann dazu beitragen, die Auswirkungen des Jetlags zu minimieren.
  8. Beispiele aus dem Spitzensport
    Weltmeisterschaften oder Olympische Spiele bringen Athleten meist in Zeitzonen, die von ihrem Heimatland stark abweichen. Daher integrieren zahlreiche nationale Teams und Profiathleten ausgedehnte Trainingslager vor Ort in ihre Vorbereitungen, um hinlänglich Zeit zur Adaption an die neuen Gegebenheiten zu gewährleisten. Auch im Triathlon, der Leichtathletik und Fussball sind Sportler und Mannschaften regelmäßig in verschiedenen Zeitzonen aktiv. Diese Reisebelastung kann sich dabei nachteilig auf die Wettkampfleistung oder Spielleistung auswirken, weshalb eine spezielle Reiseroutine und Regeneration erforderlich ist.
TRAINING Auswirkungen der Zeitsverschiebung im Leistungssport / Watershot beach palms @ Hawaii © AdobeStock / Lucas

LÖSUNGEN ZUR VERMEIDUNG EINES JETLAG

  1. Vorab-Anpassung des Schlaf-Wach-Rhythmus
    Um den durch eine Zeitumstellung bedingten Jetlag zu minimieren, ist es für Athleten empfehlenswert, bereits vor der Reise damit zu beginnen, ihren Schlaf-Wach-Rhythmus teilweise an die neue Zeitzone anzupassen. Diesbezüglich sei angemerkt, dass eine Anpassung des Schlaf-Wach-Rhythmus durch ein früheres oder späteres Zubettgehen erfolgen kann. Die schrittweise Anpassung der Schlafenszeiten um eine Stunde pro Nacht ermöglicht es Athleten, sich an die Zeitzone des Zielortes zu gewöhnen. Bei Zeitverschiebungen von 6 Stunden und mehr kann das natürlich eine Herausforderung sein. Für eine Vorabanpassung des Schlafrhythmus mit Blick auf den IRONMAN Hawaii könnte das kompliziert werden insbesondere für Altersklassen-Athleten.

    Des Weiteren kann Morgen- oder Abendlicht genutzt werden, um den zirkadianen Rhythmus zu beeinflussen. Tageslicht stellt einen wesentlichen Regulator des zirkadianen Rhythmus dar. Es wird empfohlen, dass Athleten sich bereits vor der Reise vermehrt dem Licht aussetzen, welches ihrer neuen Zeitzone entspricht. Dies kann beispielsweise durch einen Aufenthalt in der entsprechenden Zeitzone am Morgen einer Ostreise erfolgen. Triathlonprofis reisen auch gerne in mehreren Etappen zur IRONMAN Weltmeisterschaft nach Hawaii. So könnte einigen Tagen Aufenthalt an der US-amerikanischen Ostküste ein mehrwöchiges Trainingslager in Colorado oder Kalifornien Folgen, bevor schließlich zum Wettkampfort im pazifischen Ozean gereist wird.
  2. Lichttherapie
    Die Lichttherapie ist eine bewährte Methode zur Regulierung des biologischen Rhythmus sowie zur Beschleunigung des Anpassungsprozesses. Die Verwendung spezieller Lichtlampen ermöglicht eine gezielte Beeinflussung der inneren Uhr. Dies kann insbesondere hilfreich sein, wenn kein natürliches Tageslicht verfügbar ist, beispielsweise bei Reisen im Winter oder bei Nachtflügen. Bei Reisen in westliche Richtung erfolgt eine Verlängerung des Tages. Es wird empfohlen, dass Athleten sich später am Tag hellem Licht aussetzen, um Wachsamkeit zu bewahren und eine Verzögerung ihres zirkadianen Rhythmus zu erreichen.

    Bei Reisen in östlicher Richtung (Verlängerung der Nacht) ist zu beachten, dass am Morgen eine helle Lichtquelle verwendet werden sollte, um den Körper auf ein früheres Aufstehen vorzubereiten.
  3. Melatonineinnahme
    Melatonin ist ein Hormon, welches den Schlaf-Wach-Rhythmus reguliert. Die Einnahme von Melatonin kann dazu beitragen, den Schlafzyklus nach einer Zeitverschiebung anzupassen. Bei einer früheren Zeitverschiebung in Richtung Osten ist folgendes zu beachten: Die Einnahme von Melatonin vor dem Schlafengehen in der neuen Zeitzone kann dazu beitragen, das Einschlafen zu erleichtern.

    Bei späteren Zeitverschiebungen (Westen) ist Folgendes zu beachten: Die Einnahme von Melatonin sollte nur nach sorgfältiger Abwägung und bei Bedarf erfolgen, da das Hormon den natürlichen Schlafdruck unterstützt, jedoch auch die Anpassung verlangsamen kann. Auch die Nebenwirkungen einer Zugabe von Melatonin sollte nicht unterschätzt werden. So könnten Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und erhöhte Schläfrigkeit ergänzend ausgelöst werden. Aber auch eine vorübergehende Depression könnte insbesondere Athleten treffen, die ohnehin leicht zu Selbstzweifeln oder dem Motivation neigen.
  4. Anpassung der Ernährung
    Die Ernährung spielt eine wesentliche, wenn nicht sogar die bedeutendste und einfachste Rolle im zirkadianen Rhythmus. So haben Athleten die Möglichkeit, ihren Körper auf die neue Zeitzone vorzubereiten, indem sie ihre Mahlzeiten entsprechend der Ortszeit am Wettkampfort anpassen.

    Zudem können leichte Mahlzeiten im Flugzeug dazu beitragen, die Verdauung weniger zu belasten und den Schlaf während des Fluges zu unterstützen.

    Der Konsum bestimmter Nahrungsmittel kann, zu dem die Müdigkeit fördern. Eine kohlenhydratreiche oder proteinreiche Mahlzeit vor dem Schlafengehen kann dazu beitragen, Müdigkeit zu reduzieren und die Schlafqualität zu verbessern. Dabei sollten bevorzugt Nahrungsmittel mit intelligenten Kohlenhydraten und besonders hochwertigen Proteinen gegessen werden. Industrieller verarbeitete Nahrungsmittel sollten ohnehin gemieden werden, ebenso wie raffinierter Zucker und Nahrungsmittel mit zugesetztem Zucker oder Zuckerersatzstoffen.

    Eine ausreichende Hydrierung mit isotonischen Getränken und Wasser ist von entscheidender Bedeutung, um Müdigkeit und Dehydrierung zu vermeiden und trägt auch zur Verbesserung des gesamten Wohlbefindens bei. Alkohol sollte Nicht nur während des Fluges vermieden werden, sondern auch mit Blick auf das Trainings- oder Wettkampfziel. Die Einnahme koffeinhaltiger Getränke wie Kaffee oder Cola, ist individuell unterschiedlich und sollte in Maßen erfolgen.
  5. Schlafhygiene während der Reise
    Um die Erholung und Anpassung nach der Reise zu fördern, ist es empfehlenswert, auf eine gute Schlafhygiene zu achten. Ohrstöpsel und Schlafmasken könnten dazu beitragen, den Schlaf im Flugzeug oder am Zielort zu optimieren, insbesondere bei Vorliegen einer Lärmbelästigung oder einer Beeinträchtigung durch Licht.

    So wird empfohlen, auf Koffein und Bildschirme zu verzichten, da diese die Schlafqualität beeinträchtigen können. Des Weiteren kann das Durchführen kurzer, geplanter Nickerchen (20–30 Minuten) während des Tages hilfreich sein, um Müdigkeit zu bekämpfen, ohne den nächtlichen Schlaf zu beeinträchtigen.
  6. Gezieltes Training nach der Ankunft
    Nach der Ankunft kann ein gezieltes Training zur Unterstützung der körperlichen Adaptation beitragen. Dazu ist die Durchführung geplanter Trainingseinheiten erforderlich. Dies kann dazu beitragen, den zirkadianen Rhythmus schneller zu stabilisieren. Am ersten Tag nach der Ankunft wird leichte Bewegung empfohlen, um den Kreislauf in Schwung zu bringen und eine Adaption des Körpers an die neue Umgebung zu fördern.

    Dazu eignen sich beispielsweise leichte Trainingsformen, wie Radfahren und Schwimmen oder Spaziergänge an der frischen Luft. In den ersten Tagen nach der Ankunft sollte das Training zu Zeiten stattfinden, die der Wettkampfzeit in der neuen Zeitzone entsprechen, um eine Anpassung des Körpers an die neue Routine zu ermöglichen. Am besten ist, man passt das Training individuell von Tag zu Tag und strukturiert an, um am Race Day hundertprozentig fit am Start zu stehen.
  7. Frühzeitige Anreise
    Es wird auch empfohlen, frühzeitig zum Wettkampfort reisen, sofern möglich, um eine ausreichende Zeitspanne zur Anpassung an die neue Zeitzone und das Themazu ermöglichen. In Abhängigkeit von der Distanz der Zeitverschiebung kann eine entsprechende Anpassung drei bis fünf Tage oder sogar bis zu einer Woche im Voraus erfolgen, insbesondere bei einer signifikanten Verschiebung der Zeitzonen.
  8. Technologische Unterstützung
    Es gibt verschiedene Technologien und Apps, die Athleten unterstützen können, den Jetlag zu gut bewältigen. Applikationen wie „Timeshifter“ offerieren individualisierte Pläne zur Kompensation des Jetlags, welche auf Reisedaten, Schlafgewohnheiten und der individuellen Chronobiologie basieren. Tragbare Schlaftracker stellen eine Möglichkeit zur Überwachung des Schlafzyklus dar, sodass Optimierungen vorgenommen werden können, um eine schnellere Anpassung zu erreichen.
  9. Mentale Vorbereitung und Stressmanagement
    Eine stressfreie Anreise kann die Auswirkungen eines Jetlag reduzieren während Stress ein Jetlags sogarpotenzieren kann. Mentale Vorbereitung und Techniken zur Stressbewältigung, wie beispielsweise Meditation, Atemtechniken oder Yoga, können dazu beitragen, den Anpassungsprozess zu erleichtern und die Erholung zu fördern. Es gibt ebenso psychologische Techniken für eine leichtere Bewältigung von realen Herausforderungen oder emotionalen Krisen während langen Reisen. Schließlich kommt es auch gelegentlich vor, das Reisegepäck oder gar das Equipment nicht zeitgleich am Zielort eintreffen.
  10. Zusammenarbeit mit Trainern, Sportwissenschaftlern und Experten
    Es ist sehr hilfreich, mit professionellen und erfahrenen Coaches zusammenzuarbeiten. Zahlreiche Profiteams kooperieren mit Sportwissenschaftlern, Ernährungspezialisten, Chronobiologen und Schlafexperten, um für ihre Athleten individuelle Anpassungspläne zu konzipieren. Bei der Entwicklung von Maßnahmen gegen den Jetlag berücksichtigen diese Experten den persönlichen Biorhythmus, die individuelle Ernährung, den Wettkampfkalender sowie die persönlichen Bedürfnisse der Athleten.
TRAINING Auswirkungen der Zeitsverschiebung im Leistungssport / Sunset with palms @ Hawaii © AdobeStock /

FAZIT

Ein Jetlag aufgrund einer ortsbedingten Zeitverschiebung kann sich ziemlich stark auf die sportliche Leistung auswirken. Sie beeinträchtigt nämlich den Schlaf, die kognitiven Funktionen und die körperliche Leistungsfähigkeit. Bei internationalen Wettkämpfen oder Turnieren in unterschiedlichen Zeitzonen ist es deshalb besonders wichtig, sich mit Strategien zur Minimierung der Auswirkungen des Jetlags auseinanderzusetzen. Wenn man seine Reisezeiten gut plant, angepasste Trainings- und Erholungsprogramme umsetzt und auf eine gesunde Schlafhygiene achtet, können Athleten ihre Leistung trotz Jetlag optimieren. Die Auswirkungen eines Jetlag auf die sportliche Leistung können durch eine Kombination aus Schlafhygiene, Lichttherapie, Ernährungsanpassung und gezieltem Training erheblich reduziert werden. Es ist essentiell, frühzeitig zu planen, die Strategien auf die individuellen Bedürfnisse auszurichten und sich professionell unterstützen zu lassen. So wirst du auch nach langen Reisen fit am Wettkampfort sein und am Race Day, wie den ironman World Championship auf Hawaii deine Bestform abrufen können.

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    Diese Studie analysierte zehn Spielzeiten der NBA und untersuchte den Einfluss von Jetlag auf die Spielleistung. Die Ergebnisse zeigten, dass ostwärts gerichtetes Reisen mit einer signifikant schlechteren Leistung verbunden war, während westwärts Reisen weniger Auswirkungen hatten.Quelle: Frontiers in Physiology, 2022.
  2. Leatherwood, W. E., & Dragoo, J. L. (2013). Effect of airline travel on performance: A review of the literature.
    Dieser Übersichtsartikel fasst die Auswirkungen von Flugreisen auf die sportliche Leistung zusammen und hebt hervor, wie Jetlag physische und kognitive Fähigkeiten von Athleten beeinflusst.
    Quelle: British Journal of Sports Medicine, 47(10), 561–567.
  3. Facer-Childs, E. R., & Brandstaetter, R. (2015). The impact of circadian phenotype and time since awakening on diurnal performance in athletes.
    Diese Studie untersucht, wie die individuelle Chronotypik von Athleten und der Zeitpunkt des Aufwachens ihre Leistung im Tagesverlauf beeinflusst. Sie zeigt auf, dass der Chronotyp eine wichtige Rolle bei der Anpassung an Zeitverschiebungen spielt.
    Quelle: Current Biology, 25(4), 518–522.
  4. Waterhouse, J., Reilly, T., & Edwards, B. (2004). The stress of travel.
    Dieses Buchkapitel bietet eine detaillierte Analyse der Belastungen, die durch Reisen und Zeitverschiebungen entstehen, und untersucht spezifische Anpassungsstrategien für Sportler.
    Quelle: Physiology of Sports (Second Edition), Elsevier.
  5. Reilly, T., & Waterhouse, J. (2009). Sports performance: Is there evidence that the body clock plays a role?
    Diese Übersichtsarbeit untersucht den Einfluss der biologischen Uhr auf die sportliche Leistungsfähigkeit und gibt einen umfassenden Überblick über zirkadiane Rhythmen und ihre Auswirkungen auf Athleten.
    Quelle: European Journal of Applied Physiology, 106(3), 321–332.

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Stefan Drexl

Akklimatisation spielt im Triathlon eine zentrale Rolle, insbesondere angesichts der extremen körperlichen Anforderungen und der unterschiedlichen klimatischen Bedingungen, denen sich die Athletinnen und Athleten oft gegenübersehen. Da der Triathlon in verschiedenen Umgebungen und Klimazonen stattfindet – von heißen, feuchten Tropenregionen bis zu kalten, windigen Küsten – ist die Fähigkeit des menschlichen Körpers, sich an diese Umstände anzupassen, von entscheidender Bedeutung für die Leistungsfähigkeit und Gesundheit des Athleten. Der Beitrag befasst sich mit der Bedeutung der Klimaanpassung im Triathlon sowie den daraus resultierenden physiologischen, taktischen und gesundheitlichen Auswirkungen, die mit unterschiedlichen klimatischen Bedingungen einhergehen.

Unter Akklimatisation wird der physiologische Anpassungsprozess des menschlichen Körpers an veränderte Umweltbedingungen, insbesondere an neue klimatische Gegebenheiten wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Höhe oder andere Umweltfaktoren, verstanden. Der Prozess der Akklimatisation ermöglicht dem menschlichen Körper, effizienter mit den neuen Umweltbedingungen umzugehen. Dadurch werden Stress sowie negative Auswirkungen auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit reduziert.

Ein exemplarisches Beispiel ist die Adaption an Hitze und Luftfeuchtigkeit, wie unter anderem beim IRONMAN Hawaii erforderlich: Der Organismus optimiert die Fähigkeit der Thermoregulation. Durch Akklimatisation optimiert der menschliche Organismus seine Regulationsfähigkeit hinsichtlich der Körperkerntemperatur. Bei intensiven Belastungen in der Hitze erlangt der menschliche Körper die Fähigkeit, effizienter zu schwitzen und den Blutfluss zur Haut zu optimieren, wodurch eine verbesserte Kühlung gewährleistet wird. Dies resultiert in einer Reduktion des Risikos für Hitzestress und Hyperthermie. Bei Kälte hingegen erlernt der Organismus die Speicherung von Wärme und eine Reduktion der Durchblutung der Extremitäten.

Triathlon ist eine Ausdauersportart, welche mit Schwimmen, Radfahren und Laufen gleich drei elementare Disziplinen des Ausdauersports umfasst. Die drei Disziplinen werden von Athletinnen und Athleten ohne Unterbrechung absolviert, was hohe körperliche und mentale Anforderungen mit sich bringt. Neben der Beherrschung der sportartspezifischen Techniken und der Optimierung der körperlichen Leistungsfähigkeit stellt die Anpassung an verschiedene Umweltbedingungen, insbesondere an das Klima, einen entscheidenden Faktor für den Erfolg im Triathlon dar.

TRAINING Die Bedeutung der Akklimatisation im Triathlon / Swimming @ IM Hawaii 2010 © Stefan Drexl

1. Wie wirkt sich das Klima auf die Leistung im Triathlon aus?

Das Klima wirkt sich auf verschiedene Weise auf die Leistungsfähigkeit von Triathletinnen und Triathleten aus. Die wesentlichen Faktoren, welche die körperliche Beanspruchung erhöhen und sich direkt auf die Leistung auswirken können, sind die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit, die Windverhältnisse sowie die Sonneneinstrahlung.

Der Prozess der vollständigen Akklimatisierung variiert in Abhängigkeit von der individuellen Fitness sowie den spezifischen klimatischen Bedingungen und erstreckt sich über einen Zeitraum von mehreren Tagen bis zu Wochen. So kann beispielsweise eine Akklimatisierung an heißes Wetter durch gezieltes Training in der Hitze eine Erhöhung der Schweißrate und eine Verringerung der Elektrolytverluste bewirken, wodurch das Risiko einer Dehydrierung und eines Hitzeschlags reduziert wird.

TRAINING Die Bedeutung der Akklimatisation im Triathlon / Cycling @ IM Hawaii 2018 © Klodian Mitri

1.1 Temperatur

Die Temperatur stellt einen wesentlichen Faktor in der thermoregulatorischen Belastung der Athletinnen und Athleten dar. Ein Anstieg der Temperatur kann zu einer Hyperthermie führen, welche die sportliche Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigt. Der menschliche Organismus ist folglich gezwungen, Energie aufzuwenden, um die Kerntemperatur durch Schwitzen und eine gesteigerte Durchblutung der Haut zu regulieren. Dies hat jedoch eine Reduktion der verfügbaren Energie für die Muskulatur zur Folge.

Studien belegen, dass bereits eine moderat erhöhte Körperkerntemperatur zu einer signifikanten Abnahme der sportlichen Leistungsfähigkeit führt, da sowohl die kognitive als auch die muskuläre Leistungsfähigkeit beeinträchtigt wird. Gleichzeitig ist das Risiko von Hitzekrämpfen, Erschöpfung und Hitzschlag signifikant erhöht, insbesondere bei längeren Wettkämpfen wie einem Triathlon.

Demgegenüber stellen kalte Temperaturen andere Herausforderungen dar. Ein nicht adäquat auf Kälte vorbereiteter Körper kann einer Unterkühlung (Hypothermie) erliegen, was eine Reduktion der Leistungsfähigkeit sowie eine Erhöhung des Verletzungsrisikos zur Konsequenz hat. Dies resultiert in einer verminderten Effizienz der Muskelkontraktion sowie einer Beeinträchtigung der Bewegungskoordination.

1.2 Luftfeuchtigkeit

Die Luftfeuchtigkeit übt einen maßgeblichen Einfluss auf die Wärmeregulation des menschlichen Körpers aus. Eine hohe Luftfeuchtigkeit führt zu einer erschwerten Verdunstung des Schweißes, wodurch die Kühlfunktion des Körpers beeinträchtigt wird. In der Konsequenz besteht ein erhöhtes Risiko für eine Überhitzung, da die Körperwärme nicht adäquat abgeführt werden kann. In feuchtwarmen Klimazonen ist das Risiko einer Dehydrierung und eines Hitzestresses signifikant erhöht, da die Schweißproduktion gesteigert wird, ohne dass dies zu einer effektiven Kühlung führt.

In kalten Umgebungen hat eine niedrige Luftfeuchtigkeit andere Auswirkungen. Sie kann zu einer erhöhten Dehydrierung führen, da der Körper auch bei niedrigen Temperaturen Wasser über die Atemluft verliert. Zudem kann die trockene Luft die Atemwege reizen und das Atmen erschweren.

1.3 Wind

Die Einwirkung von Wind auf die Leistung im Triathlon kann sowohl förderliche als auch hinderliche Effekte nach sich ziehen. Die Unterstützung durch Rückenwind kann für Athletinnen und Athleten während des Radfahrens oder Laufens von Vorteil sein, da sie den Luftwiderstand reduziert. Gegenwind stellt jedoch eine erhebliche zusätzliche Belastung dar, insbesondere im Radfahren, wo der Luftwiderstand einen Großteil der Energie beansprucht.

Des Weiteren können starke Windböen das Gleichgewicht auf dem Fahrrad beeinträchtigen, was für die Athletinnen und Athleten eine zusätzliche mentale Herausforderung darstellt. Windige Bedingungen erschweren zudem das Schwimmen, insbesondere in offenen Gewässern. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Wellen und Strömungen die Schwimmtechnik und Orientierung behindern können.

1.4 Sonneneinstrahlung

Eine hohe Intensität der Sonneneinstrahlung führt zu einer erhöhten Wärmebelastung des Organismus, wodurch das Risiko für einen Sonnenbrand sowie für die Entwicklung von Hautschäden signifikant ansteigt. Die genannten äußeren Faktoren wirken sich zudem indirekt auf die Leistungsfähigkeit aus, da der menschliche Körper einen erhöhten Energieaufwand für den Schutz der Haut aufbringen muss, was sich in einer verstärkten Durchblutung der Haut und einer vermehrten Schweißproduktion äußert.

Anpassungsstrategien an klimatische Bedingungen im Triathlon

Um die Leistungsfähigkeit unter verschiedenen klimatischen Bedingungen zu optimieren, ist die Entwicklung gezielter Anpassungsstrategien durch Triathletinnen und Triathleten erforderlich. Dies umfasst sowohl präventive Maßnahmen als auch Strategien, die während des Wettkampfs zum Einsatz kommen.

TRAINING Die Bedeutung der Akklimatisation im Triathlon / Running @ IM Hawaii 2018 © Klodian Mitri

2.1 Hydration und Elektrolytausgleich

Die Aufrechterhaltung eines optimalen Flüssigkeitshaushalts ist von entscheidender Bedeutung, um Dehydrierung und Elektrolytstörungen zu vermeiden. Insbesondere bei heißen und feuchten Bedingungen ist es für Triathlet*innen essenziell, eine ausgewogene Flüssigkeitszufuhr zu gewährleisten, welche neben Wasser auch Elektrolyte wie Natrium, Kalium und Magnesium beinhaltet. Die Einhaltung eines gezielten Flüssigkeitsplans, welcher während des gesamten Wettkampfs konsequent befolgt wird, ist unabdingbar, um die Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten.

2.2 Adaption der Renntaktik

Im Rahmen einer effektiven Wettkampfvorbereitung ist es für Triathletinnen und Triathleten unerlässlich, die Renntaktik an die vorherrschenden klimatischen Bedingungen anzupassen. Bei extremen Wetterbedingungen ist eine Reduktion des Tempos zu empfehlen, um eine übermäßige Belastung des Organismus zu vermeiden und einer Überhitzung oder Dehydrierung vorzubeugen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, die Verteilung der Energie auf die verschiedenen Disziplinen an das vorherrschende Klima anzupassen, um eine konstante Leistungsfähigkeit über die gesamte Renndauer zu gewährleisten.

Ein Athlet oder eine Athletin, der/die über eine entsprechende Akklimatisation verfügt, ist in der Lage, intensivere und längere Belastungen in einer als stressig wahrgenommenen Umwelt zu bewältigen. Diese Tatsache erlangt insbesondere im Triathlon eine hohe Relevanz, da die drei Disziplinen unterschiedliche körperliche Anforderungen an den Athleten stellen. Eine effektive Akklimatisation kann gewährleisten, dass die Leistung in einer Disziplin nicht beeinträchtigt wird, da der Körper nicht mit der Temperaturregulation beschäftigt ist.

2.3 Equipement und Kleidung

Die adäquate Wahl des Equipements und funktioneller Kleidung stellt einen wesentlichen Aspekt der Akklimatisation dar. In heißen Klimazonen kann leichte, atmungsaktive Kleidung dazu beitragen, die Körpertemperatur zu regulieren und die Schweißverdunstung zu erleichtern. Gleichzeitig ist auf einen adäquaten Sonnenschutz, wie beispielsweise UV-sichere Kleidung und Sonnencreme, zu achten. In kalten Umgebungen sind winddichte und wärmeisolierende Materialien erforderlich, um eine Unterkühlung zu verhindern.

2.4 Präventionsmaßnahmen und Gesundheitsrisiken

Die Akklimatisation ist nicht nur aus leistungsorientierter Sicht von Relevanz, sondern auch für die Gesundheit der Athletinnen und Athleten von großer Bedeutung. Eine unzureichende Anpassung an das Klima kann zu ernsten gesundheitlichen Risiken führen, darunter Überhitzung, Dehydrierung und Unterkühlung. Präventive Maßnahmen wie regelmäßige Gesundheitschecks, eine angepasste Ernährung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie das Monitoring der Körpertemperatur sind von entscheidender Bedeutung, um klimabedingten Gesundheitsgefahren entgegenzuwirken.

FAZIT

Die Adaption an klimatische Gegebenheiten stellt einen wesentlichen Faktor für die Leistungsfähigkeit und Gesundheit von Triathletinnen dar. Die Berücksichtigung unterschiedlicher klimatischer Einflussfaktoren wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Wind und Sonneneinstrahlung ist von entscheidender Bedeutung, um eine optimale Leistungsfähigkeit zu gewährleisten. Dies erfordert die Entwicklung spezifischer Anpassungsstrategien, die darauf abzielen, die thermoregulatorische Belastung zu minimieren.

Die Akklimatisation, eine angemessene Hydration, die Verwendung adäquater Ausrüstung sowie taktische Anpassungen stellen dabei die wesentlichen Maßnahmen dar, um unter verschiedenen klimatischen Bedingungen erfolgreich zu sein und gesundheitliche Risiken zu minimieren. In zukünftigen Forschungsarbeiten sollte der Fokus auf den individuellen Anpassungsfähigkeiten von Athletinnen sowie der Optimierung von Klimastrategien im Triathlon liegen.

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  5. Friel, J. (2016). The Triathlete’s Training Bible. VeloPress.
  6. Fitzgerald, M. (2013). 80/20 Triathlon: Discover the Breakthrough Elite-Training Formula. Penguin Random House.
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Klodian Mitri
Stefan Drexl

Das Fasten erfährt im Ausdauersport insbesondere in der Ausprägung des intermittierenden Fastens oder Training im nüchternen Zustand zunehmende Verwendung als Methode zur positiven Förderung spezifischer Anpassungsvorgänge im menschlichen Stoffwechsel sowie der individuellen Leistungsfähigkeit. Sehr sinnvoll kann aber auch ein Fasten über mehrere Tage oder Wochen sein. In Hinblick auf die Effekte des Fastens im Ausdauersport lassen sich mehrere Bereiche zusammenfassen, in denen derartige Wirkungen zu beobachten sind:

1. Verbesserte Fettverbrennung durch Fasten

Ein Training auf nüchternen Magen, d. h. nach einer längeren Fastenperiode (z. B. nach der Nacht oder mehreren Stunden ohne Nahrung), führt zu einer vermehrten Mobilisierung von Fettspeichern durch den Körper. Dies ist insbesondere für Ausdauersportarten von Nutzen, bei denen es von Bedeutung ist, über einen langen Zeitraum Energie bereitzustellen, da die Kohlenhydratspeicher, insbesondere die Glykogenspeicher, begrenzt sind.

Der Effekt einer optimierten Fettoxidation besteht in einer Förderung der Ausdauerleistung, da der Athlet bei längerem Training auf die größeren Fettreserven zugreifen kann.

2. Fasten ermöglicht metabolische Flexibilität

Durch das Fasten wird die sogenannte metabolische Flexibilität des Körpers gefördert, wobei es sich um die Fähigkeit handelt, je nach Bedarf zwischen der Verbrennung von Kohlenhydraten und Fetten als Energiequelle zu wechseln. Dies ist von entscheidender Bedeutung für Ausdauersportler, die eine Stabilisierung ihrer Leistung über verschiedene Intensitäten hinweg anstreben.

Der Effekt besteht in einer gesteigerten Effizienz der Fettverbrennung bei gleichzeitigem Erhalt der Fähigkeit zur schnellen Glykogen-Resorption bei höherer Intensität.

3. Optimierung der Glykogenspeicher

Ein Training bei niedrigem Glykogenspiegel oder eine Fastenperiode kann eine glykogensparende Wirkung haben. Der Körper erlernt dadurch, die Glykogenspeicher effizienter zu nutzen und erst bei höheren Intensitäten oder in den Endphasen eines Wettkampfs auf diese Reserven zurückzugreifen.

Dies kann dazu führen, dass die Energiereserven im Wettkampf länger erhalten bleiben und eine Erschöpfung („Hungerast“) hinausgezögert oder sogar vermieden wird.

NUTRITION / Gesunde Ernährung: Suppe mit Brennessel © SUGAR & PAIN, AdobeStock

4. Fasten fördert die mitochondriale Biogenese

Einige Studien deuten darauf hin, dass ein Training im nüchternen Zustand die Bildung von Mitochondrien entscheidend fördern kann. Mitochondrien werden als die „Kraftwerke“ der Zellen bezeichnet und spielen eine entscheidende Rolle bei der aeroben Energieproduktion.

Der resultierende Effekt ist eine verbesserte Fähigkeit des Körpers, Sauerstoff zu nutzen, was zu einer gesteigerten aeroben Kapazität und folglich zu einer erhöhten Ausdauer führt. Dieser Effekt wird durch die vermehrte Bildung von Mitochondrien erklärt.

5. Gewichtsmanagement

Fasten kann auch im Rahmen eines Gewichtsmanagements von Nutzen sein, da es dem Sportler die Möglichkeit bietet, die Fettverbrennung gezielt zu fördern, während gleichzeitig die Muskulatur erhalten bleibt. Dies kann im Ausdauersport vorteilhaft sein, da dort ein niedriges Körpergewicht bei gleichzeitig hoher Leistungsfähigkeit angestrebt wird.

Der optimale Körperfettanteil verbessert die Leistungsfähigkeit, insbesondere bei Sportarten wie Radfahren oder Laufen, bei denen das Verhältnis von Gewicht zu Leistung von entscheidender Bedeutung ist.

6. Mentale Anpassungen und Stressbewältigung

Fasten kann zudem einen Trainingseffekt auf die mentale Leistungsfähigkeit haben, da es den Körper und Geist darauf vorbereitet, unter herausfordernden Bedingungen, wie beispielsweise Hunger oder Energiemangel, weiterhin leistungsfähig zu bleiben.

Der Effekt besteht in einer höheren mentalen Widerstandsfähigkeit, wodurch Sportler besser in der Lage sind, mit Müdigkeit oder Entbehrungen während langer Wettkämpfe umzugehen.

NUTRITION / Gesunde Ernährung: Tee mit Zitrone und Gurke © SUGAR & PAIN, AdobeStock

Nachteile und Risiken des Fastens

Ein weiterer Aspekt, der bei einer über einen längeren Zeitraum durchgeführten Fastenkur zu berücksichtigen ist, ist das Risiko eines Abbaus von Muskelmasse. Dies ist darauf zurückzuführen, dass der menschliche Körper auch Proteine zur Energiegewinnung heranziehen kann.

Eine Reduktion der Leistungsfähigkeit ist insbesondere bei intensiven Trainingseinheiten zu beobachten. Bei intensiven Trainingseinheiten oder Wettkämpfen, bei denen eine schnelle Energiebereitstellung aus Kohlenhydraten erforderlich ist, kann eine unzureichende Kohlenhydratzufuhr während des Fastens zu einer Leistungsminderung führen.

Ein erhöhtes Verletzungsrisiko ist zu konstatieren, wenn die Energiebereitstellung unzureichend ist. Dies kann zu frühzeitiger Ermüdung und damit zu einem erhöhten Risiko für Verletzungen führen.

FAZIT

Die Auswirkungen des Fastens auf die sportliche Leistung und den Stoffwechsel sind im Kontext des Ausdauersports ambivalent. Einige Studien legen nahe, dass bestimmte Fastenprotokolle, wie das zeitlich begrenzte Essen (time-restricted eating, TRE), zu einer Verbesserung der aeroben Kapazität führen können. Eine Studie an Elite-Radsportlern demonstriert, dass eine TRE-Diät über einen Zeitraum von vier Wochen zu einer signifikanten Steigerung der Sauerstoffaufnahme (VO2max) führt, was auf eine verbesserte Ausdauerleistung hindeutet. Des Weiteren kann eine Reduktion des Körperfettanteils und des Gewichts ohne signifikante Beeinträchtigung der Muskulatur beobachtet werden.

Die Methode des Fastens kann im Kontext des Ausdauertrainings als sinnvoll erachtet werden, da sie eine Verbesserung der Fettverbrennung, eine Erhöhung der metabolischen Flexibilität sowie ein effektives Gewichtsmanagement ermöglicht. Es ist jedoch von essenzieller Bedeutung, das Fasten gezielt einzusetzen und auf den jeweiligen Trainings- oder Wettkampfplan abzustimmen, um potenzielle negative Effekte zu vermeiden.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Effekt des Fastens im Ausdauersport maßgeblich von der Art des Fastens sowie der Intensität des Trainings abhängt. Während kürzere Fastenperioden oder TRE-Ansätze potenziell zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit führen können, ist bei längerem Fasten, insbesondere mit deutlichem Kaloriendefizit, mit Leistungseinbußen zu rechnen.

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  1. Systematic Review on Intermittent Fasting and Performance: Eine systematische Übersicht, veröffentlicht in Nutrients (2020), untersuchte die Auswirkungen des intermittierenden Fastens (IF) auf die sportliche Leistung, einschließlich der aeroben Kapazität und Körperzusammensetzung. Die Studie fand, dass Time-Restricted Feeding (TRE) positive Effekte auf die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max) haben kann, während Ramadan-IF negative Auswirkungen auf die Ausdauerleistung zeigte.
    Quelle: Pezarat-Correia et al., 2020​
  2. Effekte von Fasten auf die Fettverbrennung: Eine klassische Studie von Hickson et al. (1977) untersuchte, wie erhöhte Fettsäuren im Blut während des Fastens den Glykogenverbrauch und die Ausdauer beeinflussen. Die Forscher fanden heraus, dass das Fasten die Fettverbrennung steigern kann, was zu einer verbesserten Ausdauer bei längeren Belastungen führt.
    Quelle: Hickson et al., 1977​
  3. Einfluss von 24-Stunden-Fasten auf die Ausdauer beim Radfahren: Eine Untersuchung von Loy et al. (1986) analysierte, wie ein 24-stündiges Fasten die Ausdauerleistung auf dem Fahrrad beeinflusst. Die Ergebnisse zeigten eine Reduktion der Trainingsleistung bei höherer Intensität, was auf eine begrenzte Verfügbarkeit von Glykogen zurückzuführen ist.
    Quelle: Loy et al., 1986​
  4. Muskelglykogen während des Fastens und der Erholung: Eine Studie von Maehlum und Hermansen (1978) untersuchte den Glykogenspiegel in der Muskulatur während der Erholung nach anstrengendem Training im gefasteten Zustand. Sie zeigten, dass sich die Glykogenreserven nach dem Fasten langsamer erholen, was die Ausdauerleistung beeinträchtigen kann.
    Quelle: Maehlum & Hermansen, 1978​

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Die Saisonpause im Triathlon, auch als Off-Season genannt, ist eine wichtige Phase, um Körper und Geist vom Training zu regenerieren und die optimalen Voraussetzungen für die nächste Saison zu schaffen. Es ist eine gute Gelegenheit, um sich zu erholen aber auch, um strategisch an deinen Schwächen zu arbeiten und dich auf die Herausforderungen der kommenden Saison vorzubereiten. Hier sind ein paar Tipps, wie du die Saisonpause am besten nutzt.

Es gibt viele Gründe, warum eine Saisonpause im Triathlon sehr wichtig ist – für den Körper und auch für den Geist. Eine Saisonpause hat insgesamt einen positiven Effekt: Sie fördert die Gesundheit, steigert die Motivation und macht einen langfristig erfolgreicher im Triathlon. Aber warum ist das so? Hier sind die zehn wichtigsten Punkte zur Off-Season:

1. Körperliche Regeneration

Triathlon ist ein anspruchsvoller Ausdauersport, der die Muskulatur, Gelenke, Sehnen und das Herz-Kreislauf-System stark beansprucht. Eine Pause gibt dem Körper die notwendige Zeit zur Erholung. Dazu kommen noch ein paar Vorteile:

  • Vermeidung von Übertraining: Wenn du zu viel trainierst und dir keine ausreichenden Pausen gönnst, kann das zu Überlastungssyndromen führen.
  • Verletzungsprävention: Auch kleine Mikroverletzungen können sich während der Pause erholen, bevor sie zu ernsteren Verletzungen werden.
  • Wiederaufbau der Muskulatur: In der Pause kann der Körper die Gelegenheit nutzen, um die Muskeln zu reparieren und zu stärken.

2. Mentale Erholung

Der durch Training, Wettkämpfe und die kontinuierliche Steigerung der eigenen Leistungsfähigkeit erzeugte mentale Druck kann auf lange Sicht eine Belastung darstellen. Deshalb ist es wichtig, sich auch mal eine Auszeit zu nehmen.

  • Motivationsverlust vorzubeugen: Manchmal ist es ganz gut, wenn man eine kleine Auszeit vom strikten Trainingsplan nimmt, um die Freude am Sport zu bewahren.
  • Stressabbau: Triathleten stehen oft unter Druck, besonders wenn sie sehr ambitioniert sind. Manchmal hilft es, eine kurze Auszeit zu nehmen, um sich mental zu entspannen.
ERHOLUNG In der Ruhe liegt die Kraft, Meditation, Yoga, Stretching © AdobeStock, SUGAR & PAIN

3. Verbesserte Langzeitleistung durch die Off-Season

Die Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen belegen, dass regelmäßige Ruhephasen die Leistungsfähigkeit von Sportlern nachhaltig fördern können. Die Regeneration führt dazu, dass die Athleten nach der Pause mit neuer Kraft und einer optimierten körperlichen Verfassung zurückkehren. Dies hat zur Folge, dass:

  • Leistungssteigerung: Nach einer Trainingspause ist der menschliche Körper in der Regel in der Lage, eine höhere Trainingsbelastung besser zu verkraften.
  • Besserer Trainingsfortschritt: Die Strukturierung des Trainings mit geplanten Pausen fördert ein nachhaltigeres und progressiveres Training.

4. Vermeidung von Burnout

Ein übermäßiges Training und die Teilnahme an Wettkämpfen ohne adäquate Regenerationsphasen können zu einer körperlichen und emotionalen Erschöpfung führen. Ein Burnout kann dazu führen, dass die Freude am Sport nachhaltig beeinträchtigt wird. Eine Saisonpause stellt eine effektive Maßnahme zur Prävention dieses Risikos dar.

5. Zeit für andere Aktivitäten

Während der Saison für Triathlon bleibt den Athletinnen und Athleten oft nur wenig Zeit für andere Hobbys oder soziale Aktivitäten. Eine solche Unterbrechung bietet den Athleten die Möglichkeit, anderen Interessen nachzugehen und sich von der Routine des Trainings zu lösen, um dadurch neue Impulse zu gewinnen.

6. Analyse der vergangenen Saison

  • Rückblick: Eine detaillierte Analyse der eigenen Leistungen, sowohl der Wettkämpfe als auch des Trainings, ist unerlässlich. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, welche Elemente des Trainings und der Renngestaltung als besonders effektiv zu bewerten sind. In welchen Bereichen besteht Optimierungspotenzial? Dies ermöglicht die Festlegung des Trainingsfokus für die kommende Saison.
  • Eine Datenanalyse kann Aufschluss über den individuellen Trainingserfolg geben. Dazu sollten die Trainingsdaten, die mit Trainingssystemen wie TrainingPeaks oder Strava erfasst wurden, überprüft und Muster in der Entwicklung der Fitness identifiziert werden.

7. Stärken etablieren, Schwächen eliminieren

  • Die Schwimmleistung kann durch gezieltes Techniktraining wesentlich verbessert werden. Da die Kraultechnik vielfach als Schwachstelle betrachtet wird, bietet die Off-Season eine exzellente Möglichkeit, diese zu optimieren. Das kann beispielsweise durch Videoanalyse, individuelles Techniktraining und die Teilnahme an Kraultechnik-Seminaren, wie unserem SWIMINAR erfolgen.
  • Athletiktraining: Die Off-Season bietet die ideale Gelegenheit, ein gezieltes Krafttraining zu integrieren. Ein gezieltes Athletik- und funktionelles Training zur Verbesserung von Stabilität und Mobilität fördert die Prävention von Verletzungen und steigert die allgemeine athletische Leistungsfähigkeit.
Die funktionelle Trainingsalternative Slingtraining für zu Hause und draussen © Perform Better Europe / FTC Functional Training Company GmbH

8. Ernährung in der Off-Season anpassen

  • Im Rahmen einer Ernährungsanalyse wird empfohlen, die derzeitige Ernährungsweise zu reflektieren und ggf. anzupassen. Dies kann in einer ruhigen Phase erfolgen, in der eine objektive Einschätzung der eigenen Ernährungsgewohnheiten möglich ist. Eine ausgewogene und gesunde Ernährung fördert die Regeneration und bildet die Grundlage für das kommende Trainingsjahr.
  • Im Rahmen einer Reduzierung der Kalorienzufuhr ist zu berücksichtigen, dass das Trainingsvolumen in der Off-Season in der Regel geringer ist. Eine entsprechende Anpassung der Kalorienzufuhr dient der Vermeidung einer unnötigen Gewichtszunahme. Zudem ist ein kontrollierter und in Maßen erfolgender Alkoholkonsum während der Saisonpause zu empfehlen.
Nachhaltige Ernährungsstrategien / Blueberry Banana Bowl © Adobe Stock

9. Setz dir Ziele für die nächste Saison

  • Die Zielsetzung für die nächste Saison sollte klar und realistisch definiert werden. Dabei können Zeitziele, die Teilnahme an neuen Rennen oder das Verbessern bestimmter Disziplinen (z. B. Schwimmen, Radfahren, Laufen) als Ziele definiert werden.
  • Die Erstellung bzw. Planung eines periodisierten Trainingsplans in Zusammenarbeit mit dem Trainer stellt eine wesentliche Komponente in der Vorbereitung auf die nächste Saison dar. Ein solcher Plan bildet die Grundlage für die Trainingsgestaltung und sollte daher mit Sorgfalt erstellt werden.

10. Langsame Rückkehr ins Training

  • Nach einer Trainingspause sollte eine langsame Steigerung des Trainingsumfangs erfolgen. Das Grundlagentraining mit langen, langsamen Ausdauereinheiten im niedrigen Pulsbereich (long low intesity) verbessert die aerobe Kapazität und bereitet deinen Körper während der ersten Vorbereitungsphase auf intensivere Trainingsphasen vor.
  • Es empfiehlt sich, zunächst den Fokus auf regelmäßiges, leichtes Training zu legen, anstatt sich intensivem Training zu widmen. Dies gewährleistet eine schrittweise und nachhaltige Wiederanpassung des Organismus an die Trainingsbelastung.
SUGAR & PAIN eat smart. train hard. OFFICE Training Management with Coffee © stefandrexl.de

FAZIT

Die Saisonpause im Triathlon ist eine wertvolle Zeit und bietet die Möglichkeit, sich sowohl körperlich als auch mental zu regenerieren, gezielt an Schwächen zu arbeiten und mit einem frischen Ansatz in die Vorbereitung auf die nächste Saison zu starten. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die richtige Balance zwischen Erholung, alternativem Training und der Vorbereitung auf die neue Saison gefunden wird, um langfristig Fortschritte zu erzielen.

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  1. Meeusen, R., Duclos, M., Foster, C., et al. (2013). „Prevention, diagnosis, and treatment of the overtraining syndrome: Joint consensus statement of the European College of Sport Science (ECSS) and the American College of Sports Medicine (ACSM).“ Medicine & Science in Sports & Exercise.
  2. Kreher, J. B., & Schwartz, J. B. (2012). „Overtraining syndrome: A practical guide.“ Sports Health.
  3. Bosquet, L., Montpetit, J., Arvisais, D., & Mujika, I. (2007). „Effects of tapering on performance: A meta-analysis.“ Medicine & Science in Sports & Exercise.
  4. Diese Meta-Analyse untersucht, wie Pausen oder „Tapering“-Phasen die sportliche Leistung verbessern können. Eine gut geplante Pause kann die Leistung optimieren.
  5. Bishop, D., & Edge, J. (2006). „Detraining and tapering effects in swimmers: Influence of training volume and intensity.“ International Journal of Sports Physiology and Performance.
  6. Gustafsson, H., Kenttä, G., Hassmén, P., & Lundqvist, C. (2007). „Prevalence of burnout in adolescent competitive athletes.“ The Sport Psychologist.
  7. Raedeke, T. D., & Smith, A. L. (2001). „Development and preliminary validation of an athlete burnout measure.“ Journal of Sport and Exercise Psychology.
  8. Le Meur, Y., Hausswirth, C., & Mujika, I. (2012). „Tapering for competition: A review.“ Science & Sports.
  9. Sultana, F., Duthon, F., Vauthier, J.-C., et al. (2008). „Effects of tapering on performance in elite triathletes.“ Journal of Sports Sciences.
  10. Laursen, P. B., & Rhodes, E. C. (2001). „Factors affecting performance in an ultraendurance triathlon.“ Sports Medicine.
  11. Bompa, T. O., & Haff, G. G. (2009). „Periodization: Theory and Methodology of Training.“
  12. Mujika, I. (2010). „Tapering and Peaking for Optimal Performance.“
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  5. Perform Better Europe / FTC Functional Training Company GmbH
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Höhentraining ist mittlerweile eine etablierte Trainingsmethode im Ausdauersport, die auf den positiven Einfluss von hypoxischen (sauerstoffarmen) Bedingungen auf die physiologische Leistungsfähigkeit abzielt. In den letzten Jahren haben zahlreiche Studien versucht, die genauen Mechanismen und die Effektivität des Höhentrainings besser zu verstehen. Dieser Beitrag bietet eine umfassende Übersicht über die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Höhentraining im Ausdauersport.

Physiologische Mechanismen des Höhentrainings

Das Training in großen Höhen hat eine signifikante Wirkung auf die Ausdauerleistung, da es den Körper an die Bedingungen mit vermindertem Sauerstoffgehalt (Hypoxie) anpasst. Hier sind die Hauptauswirkungen:

  1. Erhöhung der Hämoglobin- und Erythrozytenkonzentration
    Bei längerem Aufenthalt in großer Höhe erhöht der Körper die Produktion von Erythropoetin (EPO), einem Hormon, das die Bildung roter Blutkörperchen (Erythrozyten) stimuliert. Mehr rote Blutkörperchen führen zu einer verbesserten Sauerstofftransportkapazität im Blut, was bei der Rückkehr auf Meereshöhe die Sauerstoffversorgung der Muskeln optimiert. Dies erhöht die aerobe Kapazität und kann zu einer gesteigerten Ausdauerleistung führen.
  2. Effizientere Sauerstoffnutzung
    Durch den Sauerstoffmangel in der Höhe wird der Körper gezwungen, effizienter mit dem verfügbaren Sauerstoff umzugehen. Das Mitochondrienvolumen in den Muskeln kann zunehmen, was die Fähigkeit der Zellen verbessert, Sauerstoff für die Energieproduktion zu nutzen. Dies führt zu einer gesteigerten aeroben Ausdauerleistung bei gleichen Trainingsintensitäten auf Meereshöhe.
  3. Verbesserung der Puffersysteme
    Höhentraining führt oft zu einer Verbesserung der Pufferkapazität des Blutes und der Muskeln. Dadurch wird der Anstieg der Laktatkonzentration bei intensiver Belastung verzögert, was zu einer Verbesserung der anaeroben Schwelle und der Ausdauerleistung führt.
  4. Herz-Kreislauf-Anpassungen
    Das Herz-Kreislauf-System passt sich ebenfalls an, indem es das Schlagvolumen und die Kapillarbildung in den Muskeln erhöht. Mehr Kapillaren bedeuten eine bessere Durchblutung und Sauerstoffversorgung der Muskelzellen, was die Ausdauer fördert.
  5. Steigerung der VO2max
    Die maximale Sauerstoffaufnahmefähigkeit (VO2max), ein wichtiger Indikator für die Ausdauerleistung, kann durch Höhentraining steigen. Dieser Anstieg ist auf die verbesserte Sauerstofftransportkapazität und -nutzung zurückzuführen.
  6. Verbesserte Muskeladaptationen
    In der Höhe passt sich auch die Muskelfaserstruktur an. Typ-1-Muskelfasern (langsam zuckend und ausdauernd) können vermehrt Energie aus Sauerstoff beziehen, was die aerobe Leistungsfähigkeit der Muskeln steigert.
ENGADIN RADMARATHON 2019 Spektakuläres Panorama und wunderbares Biest © Sportograf

Trainingsmodelle

Es gibt verschiedene Modelle des Höhentrainings, die unterschiedlich angewendet werden, je nach Zielsetzung und den verfügbaren Ressourcen.

  1. Live High, Train Low (LHTL)
    Athleten leben in großer Höhe (2.000 bis 3.000 Meter über dem Meeresspiegel) und trainieren auf Meereshöhe oder in geringerer Höhe. Dieses Modell gilt als besonders effektiv, weil es die Vorteile der erhöhten Erythrozytenproduktion maximiert und gleichzeitig eine hohe Trainingsintensität ermöglicht, die in großer Höhe oft eingeschränkt ist. Studien zeigen, dass LHTL die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2 max) und die Wettkampfleistung signifikant verbessern kann.
  1. Live Low, Train High (LLTH)
    Bei diesem Modell leben Athleten auf Meereshöhe, trainieren aber in großen Höhen. Diese Methode zielt darauf ab, die muskuläre Anpassung an hypoxische Bedingungen zu verbessern. Der Vorteil besteht darin, dass intensive Trainingsbelastungen möglich sind, während dennoch die Anpassungen an die Sauerstoffknappheit gefördert werden. Die Wirksamkeit dieser Methode ist umstritten, da die positiven Effekte auf die Leistungsfähigkeit weniger konsistent als bei LHTL sind.
  1. Intermittierendes Höhentraining
    Hierbei verbringen Athleten nur kurze Zeiträume in großer Höhe oder hypoxischen Umgebungen, oft kombiniert mit normalem Training auf Meereshöhe. Diese Methode kann durch den Einsatz von Hypoxiezelten oder hypoxischen Trainingsräumen erreicht werden. Die Effekte dieser Methode sind variabel und hängen stark von der individuellen Reaktion des Athleten ab. Sie wird jedoch zunehmend populär, da sie flexibel einsetzbar ist und keine langen Aufenthalte in der Höhe erfordert.
TRIATHLON MUNICH2022 EM Training & Vorbereitung / Grossglockner © SUGAR & PAIN

Wissenschaftliche Erkenntnisse zur Wirksamkeit

Die Effektivität des Höhentrainings ist ein zentrales Thema in der Sportwissenschaft. Die Ergebnisse aus Studien zeigen ein differenziertes Bild:

  1. Leistungssteigerung
    Zahlreiche Studien bestätigen, dass Höhentraining die aerobe Kapazität und die Ausdauerleistung verbessern kann. Dies ist besonders beim LHTL-Modell der Fall, das in verschiedenen Sportarten von Marathon bis Radsport erfolgreich angewendet wurde. Die Verbesserung der VO2max und der damit verbundenen Ausdauerleistung ist einer der am besten dokumentierten Vorteile.
  1. Individuelle Variabilität
    Die Reaktionen auf Höhentraining sind individuell sehr unterschiedlich. Während einige Athleten signifikante Leistungssteigerungen erfahren, zeigen andere wenig bis keine Verbesserung. Dies hängt von genetischen Faktoren, der Ausgangsfitness und der spezifischen Anpassungsfähigkeit an die Höhe ab. Studien legen nahe, dass genetische Marker identifiziert werden könnten, die vorhersagen, wer am meisten von Höhentraining profitiert.
  1. Risiken und Nebenwirkungen
    Ein zu langer oder zu intensiver Aufenthalt in der Höhe kann negative Effekte wie Übertraining, Immunsuppression oder Eisenmangel hervorrufen. Eisenmangel kann besonders problematisch sein, da die gesteigerte Produktion von roten Blutkörperchen den Eisenbedarf des Körpers erhöht. Auch die psychische Belastung durch das Leben in großer Höhe, verbunden mit Schlafproblemen und allgemeinem Unwohlsein, darf nicht unterschätzt werden.
SUGAR & PAIN TRI CAMP #CH20 – Das Triathlon Traningslager im Chiemgau 2020 / Spektakuläre Trail Runs durch die Chiemgauer Voralpen © SUGAR & PAIN / Adobe Stock

Neueste Entwicklungen und Technologien

In den letzten Jahren hat die Forschung zu Höhentraining einige interessante Entwicklungen hervorgebracht:

  1. Hypoxiezelte und künstliche Höhenkammern
    Diese Technologien ermöglichen es Athleten, Höhentraining unabhängig von der geografischen Lage durchzuführen. Hypoxiezelte simulieren die Bedingungen großer Höhe durch eine Reduktion des Sauerstoffgehalts in der Atemluft. Dies erlaubt es Athleten, im Alltag auf Meereshöhe zu leben und dennoch die Vorteile des Höhentrainings zu nutzen. Studien zeigen, dass diese Methoden vergleichbare Effekte auf die Leistungsfähigkeit haben können wie herkömmliches Höhentraining, wenn sie korrekt angewendet werden.
  1. Kombination mit anderen Trainingsmethoden
    Aktuelle Forschungen untersuchen, wie Höhentraining mit anderen Trainingsmethoden, wie hochintensivem Intervalltraining (HIIT), kombiniert werden kann, um die Trainingseffekte weiter zu maximieren. Diese Kombinationen könnten es ermöglichen, spezifische Anpassungen noch gezielter zu fördern. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine solche Kombination besonders effektiv sein könnte, um die anaerobe Kapazität und die Laktattoleranz zu verbessern.

Fazit

Höhentraining bleibt eine wertvolle Methode im Ausdauersport, insbesondere wenn es um die Verbesserung der aeroben Kapazität und der Ausdauerleistung geht. Das LHTL-Modell hat sich als besonders effektiv erwiesen, während andere Methoden wie LLTH und intermittierendes Höhentraining je nach individueller Anpassungsfähigkeit des Athleten ebenfalls Vorteile bieten können. Neuere Technologien und Kombinationen von Trainingsmethoden erweitern die Möglichkeiten, die Vorteile des Höhentrainings zu nutzen.

Es bleibt jedoch wichtig, die individuellen Unterschiede und potenziellen Risiken zu berücksichtigen, um sicherzustellen, dass Höhentraining optimal und sicher angewendet wird. Die laufende Forschung in diesem Bereich verspricht, weiterhin wertvolle Erkenntnisse zu liefern, die dazu beitragen können, Höhentraining noch effektiver zu gestalten.

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  1. Wilber, R. L. (2007). „Altitude Training and Athletic Performance“
    Dieses Buch bietet einen umfassenden Überblick über die physiologischen Anpassungen an das Höhentraining und deren Auswirkungen auf die sportliche Leistung.
  2. Bonetti, D. L., & Hopkins, W. G. (2009). „Sea-level exercise performance following adaptation to hypoxia: a meta-analysis“ in Sports Medicine
    Diese Meta-Analyse untersucht, wie sich das Höhentraining auf die Leistungsfähigkeit auf Meereshöhe auswirkt, einschließlich einer Übersicht über die Wirkmechanismen.
  3. „Gore, C. J., & Hopkins, W. G. (2005). „Counterpoint: Positive effects of intermittent hypoxia (live high-train low) on exercise performance are not mediated primarily by augmented red cell volume“ in Journal of Applied Physiology
    Dieser Artikel diskutiert die Wirkungen der „Live high, train low“-Strategie und deren Effekte auf die Ausdauerleistung, wobei auch nicht-hämatologische Anpassungen untersucht werden.
  4. Levine, B. D., & Stray-Gundersen, J. (1997). „Living high-training low: effect of moderate-altitude acclimatization with low-altitude training on performance“ in Journal of Applied Physiology
    Ein wegweisender Artikel, der die Effekte des „Live high, train low“-Ansatzes detailliert beschreibt und wie dieser die sportliche Leistung verbessert.
  5. Saunders, P. U., Telford, R. D., Pyne, D. B., Cunningham, R. B., Gore, C. J., & Hahn, A. G. (2004). „Improved running economy in elite runners after 20 days of simulated moderate-altitude exposure“ in Journal of Applied Physiology
    Diese Studie zeigt, wie sich eine moderate Höhenexposition auf die Laufökonomie und die Leistung von Spitzensportlern auswirkt.

Ist Resilienz neben VO2 max und VLa max der wichtigere Parameter für die tatsächliche Leistungsfähigkeit im Ausdauersport? Resilienz (engl. Resilience) ist die Fähigkeit, körperliche Belastungen während intensiven Trainings oder Wettkämpfen über eine lange Dauer auf hohem Niveau aufrechtzuerhalten. Betrachtet man die Wettkampfergebnisse der letzten drei Jahre, so fällt auf, dass immer häufiger Athleten gewinnen, die über die komplette Distanz auf einem sehr hohen Leistungsniveau bleiben und am Ende sogar noch eine Schippe draufpacken. Wir haben die wichtigsten Aspekte zusammengefasst, die einen großen Einfluss auf die Resilienz im Triathlon und Ausdauersport haben.

In jüngster Vergangenheit ist dieser Trend sowohl bei harten Straßenrennen als auch bei Rundfahrten über mehrere Tage oder Wochen sowie bei Triathlon-Mitteldistanzen und Langdistanzen zu erkennen. Beispiele hierfür sind Lucy Charles, die IRONMAN World Champion 2023, Sam Laidlow, 70.3 Weltmeister Rico Bogen oder der Tour de France Sieger Jonas Vingegaard. Auch der dreifache IRONMAN Weltmeister und Olympiasieger Jan Frodeno hat über viele Jahre konstant hohe Leistungen erbracht. Die Resilienz ist somit nicht nur ein Indikator dafür, wie schnell man nach vielen Stunden oder Tagen im Sattel noch fahren oder am Ende eines Marathons im IRONMAN noch laufen kann. Resilienz ist auch ein wesentlicher Faktor dafür, wie gut ein Athlet über einen längeren Zeitraum von Wochen, Monaten oder sogar Jahren Trainingseinheiten bewältigen kann.

TRAINING SCIENCE Resilienz im Triathlon und Ausdauersport / Strukturierte Trainingsplanung mit der richtigen Balance aus Belastung und Erholung / erschöpfte Läuferin (female Runner suffering) © SUGAR & PAIN / AdobeStock

Die Resilienz im Ausdauersport bezeichnet die Fähigkeit des Körpers, hohe körperliche Belastungen über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten, ohne dass sich mentale und physiologische Leistungsparameter entscheidend verschlechtern oder die Gesundheit beeinträchtigt wird. Eine gute körperliche Widerstandsfähigkeit umfasst daher nicht nur eine optimal ausgebildete muskuläre Grundlagen- und Schnelligkeitsausdauer, sondern auch eine gute allgemeine Fitness, eine gesunde Ernährung, ein starkes Immunsystem, eine kräftige Rumpfstabilität, Flexibilität und eine effektive Regenerationsfähigkeit. Dazu tragen ausreichender Schlaf, ein effektives Stressmanagement sowie die Vermeidung schädlicher Substanzen wie Nikotin und Alkohol maßgeblich bei.

Diese Faktoren sind entscheidend, um das Risiko von Verletzungen und Krankheiten zu reduzieren und sowohl die allgemeine Gesundheit als auch die Lebensqualität zu verbessern. Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass eine Verbesserung der Ausdauerleistung und Steigerung der körperlichen Widerstandsfähigkeit viel Zeit, Disziplin und Motivation erfordert. Es lohnt sich jedoch, denn wer frühzeitig damit beginnt, wird langfristig davon profitieren.

ENGADIN RADMARATHON 2019 Spektakuläres Panorama und wunderbares Biest © Sportograf

Wirkung von Training und Adaptation auf die Resilienz

Eine angemessene Trainingsbelastung, gefolgt von ausreichender Ruhe und Erholung, zu einer verbesserten Resilienz führen kann. Die richtige Balance zwischen Dauer, Intensität und Erholung ist entscheidend, um die physiologischen Anpassungen des Organismus auf den Trainingsreiz zu fördern, welche die Ausdauerleistung verbessern. Wir sprechen von einem optimalen Trainingseffekt, wenn die Trainingsmethoden und -intensität angemessen sind und der Körper nach einer ausreichenden Erholungsphase gestärkt ins Training zurückkehrt.

Es ist jedoch möglich, diesen Bereich zu überschreiten, was dazu führen kann, dass der Körper sich nicht mehr ausreichend regenerieren kann. Bei wiederholtem Auftreten über einen längeren Zeitraum besteht das Risiko des Übertrainings und von Verletzungen. Eine strukturierte und individuell angepasste Trainingsplanung ist daher notwendig, um das Training genau so intensiv und lange zu gestalten, dass dieser Punkt nicht überschritten wird.

Nachhaltige Ernährungsstrategien / Avocado Edamame Tuna Bowl © Adobe Stock

Resilienter durch richtige Ernährung und Hydratation

Im Ausdauersport ist eine ausgewogene Ernährung sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr entscheidend, um die Widerstandsfähigkeit aufrechtzuerhalten. Eine individuell angepasste Ernährung kann dazu beitragen, die Leistungsfähigkeit während des Trainings und Wettkampfs zu verbessern und die Regeneration zu beschleunigen. Die Erstellung eines metabolischen Profils ermöglicht die Abbildung individueller Energiestoffwechselreaktionen auf Basis verschiedener Parameter während der Erholung und unterschiedlicher Belastungsmethoden. Die verschiedenen Werte werden am besten durch eine Spiroergometrier, ein großes Blutbild und durch die Erstellung eines Ernährungstagebuchs ermittelt. Dadurch können Defizite rechtzeitig erkannt werden.

Kohlenhydrate, Proteine und gesunde Fette unterstützen die Energiebereitstellung und Muskelregeneration. Während des Trainings sollte man Wasser und gegebenenfalls Elektrolytgetränke konsumieren, um Dehydrierung vorzubeugen. Das optimale Timing von Mahlzeiten und Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, um eine optimale Leistung zu gewährleisten. Nach dem Training ist es wichtig, die Energiereserven wieder aufzufüllen und die Erholung zu unterstützen. Eine optimale Ernährungsplanung hängt von den Anforderungen einer Sportart und den individuellen Bedürfnissen des Athleten ab.

Honolulu Marathon 2010: Mit Aloha durch das Blaue Paradies / Suffering is a leck of resilience © stefandrexl.de

Regeneration und Prävention für eine verbesserte Resilienz

Regenerations- und Präventionsstrategien sind im Ausdauersport entscheidend, um den Körper nach intensiven Trainingseinheiten oder -wochen und nach Wettkämpfen optimal zu erholen, den Trainingseffekt zu erhöhen und die langfristige Leistungsfähigkeit zu fördern. Schließlich kommt die Form in der Pause. Das ist nicht nur ein Spruch. Eine effektive Regeneration und Prävention beinhaltet verschiedene Maßnahmen. Eine aktive Erholung, wie lockeres Schwimmen, Radfahren oder Gehen, verbessert die Durchblutung und fördert den Abtransport von Stoffwechselprodukten.

Passive Erholungsmaßnahmen umfassen ausreichenden Schlaf (mindestens 8 Stunden), Ruhephasen und eine gesunde, individuell angepasste Ernährung mit drei Mahlzeiten pro Tag. Diese Maßnahmen verbessern den Trainingseffekt, die Reparatur von Muskelschäden und die Wiederherstellung des Energiehaushalts. Auch Stretching und Massage unterstützen die Regeneration durch Entspannung der Muskulatur und Erhöhung der Flexibilität.

REGENERATION Die Form kommt in der Pause © AdobeStock, SUGAR & PAIN

Ebenso können Eisbäder die Regeneration und Prävention fördern, indem sie den Blutfluss verlangsamen und Entzündungen reduzieren. Die psychologische Regeneration wird oft unterschätzt. Entspannungsübungen wie Meditation und autogenes Training können helfen, Trainingstress sowie Stress im Berufs- und Privatleben abzubauen und die mentale Stärke zu steigern.

Die Vermeidung von Krankheiten und Verletzungen ist von großer Bedeutung, um den Körper resilienter zu machen. Es ist wichtig, sich auf eine angemessene Trainingsprogression zu konzentrieren und eine gute Technik zu entwickeln, insbesondere beim Laufen und Schwimmen. Durch die Verwendung geeigneter Ausrüstung sowie regelmäßige Leistungsdiagnostiken, Videoanalysen und Gesundheitschecks können Fehlentwicklungen oder Warnsignale des Körpers rechtzeitig erkannt werden, wodurch das Verletzungsrisiko reduziert wird.

Eine strukturierte Integration und individuelle Anpassung der Regenerations- und Präventionsstrategien in die Trainingsplanung kann die Leistungsfähigkeit steigern, das Verletzungsrisiko reduzieren und langfristig die Gesundheit erhalten. Dabei ist die Entwicklung eines guten Körpergefühls von großer Bedeutung.

Mit High-Speed auf dem Zeitfahrrad durch die Wälder der Auvergne beim IRONMAN Vichy 2015 © stefandrexl.de

Rennen werden im Kopf gewonnen: Mentale Stärke und Motivation

Im Ausdauersport spielen mentale Stärke und Motivation eine zentrale Rolle für den Erfolg eines Athleten. Während körperliche Fitness zweifellos wichtig ist, können mentale Fähigkeiten den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen, insbesondere bei langen und anstrengenden Wettkämpfen wie Marathons, Triathlons oder Ultraläufen. Mentale Stärke und Motivation sind wichtige Faktoren der Resilienz, um fokussiert zu bleiben.

Mentale Stärke beinhaltet die Fähigkeit, sich auf das Ziel zu konzentrieren und trotz Schmerzen, Erschöpfung und negativer Gedanken weiterzumachen. Es umfasst auch die Fähigkeit, Rückschläge zu überwinden, Hindernisse als Chancen zu betrachten und sich selbst zu motivieren, wenn die Dinge schwierig werden.

Motivation ist der Antrieb, der Athleten dazu bringt, ihre Ziele weiter zu verfolgen trotz aller Herausforderungen und Hindernisse durchzuhalten. Die Erhaltung der Motivation ist entscheidend, insbesondere wenn Schwierigkeiten auftreten oder Rückschläge zu verzeichnen sind.

Durch die Verbesserung ihrer mentalen Fähigkeiten können Athleten nicht nur ihre Leistung steigern, sondern auch ein besseres Verständnis ihren Körper und mehr Selbstbewußtsein für ihre Fähigkeiten entwickeln, was langfristig zu sportlichem Erfolg führen kann.

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Nach 9:24 Stunden auf dem Buckel ist die ganze Energie auf einen lauten Freudenschrei konzentriert ©stefandrexl.de

FAZIT

Zusammenfassend ist Resilienz im Ausdauersport ein Zusammenspiel aus körperlicher Leistungsfähigkeit, Ernährung, Regeneration, Prävention und mentaler Stärke. Diese einzelnen Faktoren interagieren in der Summe auf eine sehr komplexe Weise miteinander und beeinflussen die Widerstandsfähigkeit von Ausdauersportlern maßgeblich. Die Optimierung dieser Aspekte kann dazu beitragen, die Leistungsfähigkeit zu verbessern und Verletzungen zu vermeiden, was wiederum zu einer verbesserten Widerstandsfähigkeit insgesamt führt. Durch eine ganzheitliche Herangehensweise an Training, Ernährung sowie Regenerations- und Präventionsmaßnahmen können Ausdauersportler ihre Widerstandsfähigkeit entscheidend steigern und ihre Leistungsfähigkeit nachhaltig entwickeln, was langfristig zu mehr planbarem Erfolg führt.

Eine ausschließliche Konzentration auf die Trainingsplanung, wie sie oft noch angeboten wird, entspricht nicht mehr den aktuellen sportwissenschaftlichen Erkenntnissen. Eine solche Herangehensweise vernachlässigt das biologische Individuum des Athleten, ignoriert wichtige Zusammenhänge und lässt bedeutendes Potential ungenutzt. Die persönlichen Anforderungen und Bedürfnisse des Menschen würden dabei zudem nicht ausreichend berücksichtigt. Eine ganzheitliche Betrachtung ist heutzutage unerlässlich, um konkurrenzfähig und zielführend zu sein.

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  1. „Resilience in Elite Sport: A Systematic Review and Recommendations for Future Research“ von Daniel J. Brown et al. – Diese Übersichtsarbeit untersucht den Stand der Forschung zur Widerstandsfähigkeit im Spitzensport und gibt Empfehlungen für zukünftige Studien.
  2. „Resilience in Endurance Athletes: The Role of Coping Strategies, Emotion Regulation and Mindfulness“ von Verena G. Engert et al. – Diese Studie untersucht die Rolle von Bewältigungsstrategien, Emotionsregulation und Achtsamkeit bei der Entwicklung von Widerstandsfähigkeit bei Ausdauersportlern.
  3. „Psychological Resilience and Positive Emotional Granularity: Examining the Benefits of Positive Emotions on Coping and Health“ von Judith Tedlie Moskowitz et al. – Obwohl nicht direkt auf den Ausdauersport bezogen, bietet diese Arbeit Einblicke in die Rolle positiver Emotionen bei der Förderung von Resilienz und Bewältigungsfähigkeiten.
  4. „Resilience in Sport: A Critical Review of Psychological Processes, Sociocultural Influences, and Organizational Dynamics“ von Mark B. Andersen et al. – Diese Arbeit untersucht verschiedene psychologische Prozesse, soziokulturelle Einflüsse und organisatorische Dynamiken, die die Widerstandsfähigkeit im Sport beeinflussen.
  5. „Resilience, Stress, and Coping Among Canadian Elite Athletes During the COVID-19 Pandemic“ von Carly Priebe et al. – Diese Studie untersucht die Resilienz von kanadischen Spitzensportlern während der COVID-19-Pandemie und die damit verbundenen Stressoren und Bewältigungsstrategien.
  6. „Examining Resilience in Olympic Coaches“ von Lee-Ann Sharp et al. – Diese Forschungsarbeit untersucht die Resilienz von Olympia-Trainern und identifiziert Faktoren, die ihre Widerstandsfähigkeit beeinflussen.

Ist Resilienz neben VO2 max und VLa max der wichtigere Parameter für die tatsächliche Leistungsfähigkeit im Ausdauersport? Resilienz (engl. Resilience) ist die Fähigkeit, körperliche Belastungen während intensiven Trainings oder Wettkämpfen über eine lange Dauer auf hohem Niveau aufrechtzuerhalten. Betrachtet man die Wettkampfergebnisse der letzten drei Jahre, so fällt auf, dass immer häufiger Athleten gewinnen, die über die komplette Distanz auf einem sehr hohen Leistungsniveau bleiben und am Ende sogar noch eine Schippe draufpacken. Wir haben die wichtigsten Aspekte zusammengefasst, die einen großen Einfluss auf die Resilienz im Triathlon und Ausdauersport haben.

In jüngster Vergangenheit ist dieser Trend sowohl bei harten Straßenrennen als auch bei Rundfahrten über mehrere Tage oder Wochen sowie bei Triathlon-Mitteldistanzen und Langdistanzen zu erkennen. Beispiele hierfür sind Lucy Charles, die IRONMAN World Champion 2023, Sam Laidlow, 70.3 Weltmeister Rico Bogen oder der Tour de France Sieger Jonas Vingegaard. Auch der dreifache IRONMAN Weltmeister und Olympiasieger Jan Frodeno hat über viele Jahre konstant hohe Leistungen erbracht. Die Resilienz ist somit nicht nur ein Indikator dafür, wie schnell man nach vielen Stunden oder Tagen im Sattel noch fahren oder am Ende eines Marathons im IRONMAN noch laufen kann. Resilienz ist auch ein wesentlicher Faktor dafür, wie gut ein Athlet über einen längeren Zeitraum von Wochen, Monaten oder sogar Jahren Trainingseinheiten bewältigen kann.

TRAINING SCIENCE Resilienz im Triathlon und Ausdauersport / Strukturierte Trainingsplanung mit der richtigen Balance aus Belastung und Erholung / erschöpfte Läuferin (female Runner suffering) © SUGAR & PAIN / AdobeStock

Die Resilienz im Ausdauersport bezeichnet die Fähigkeit des Körpers, hohe körperliche Belastungen über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten, ohne dass sich mentale und physiologische Leistungsparameter entscheidend verschlechtern oder die Gesundheit beeinträchtigt wird. Eine gute körperliche Widerstandsfähigkeit umfasst daher nicht nur eine optimal ausgebildete muskuläre Grundlagen- und Schnelligkeitsausdauer, sondern auch eine gute allgemeine Fitness, eine gesunde Ernährung, ein starkes Immunsystem, eine kräftige Rumpfstabilität, Flexibilität und eine effektive Regenerationsfähigkeit. Dazu tragen ausreichender Schlaf, ein effektives Stressmanagement sowie die Vermeidung schädlicher Substanzen wie Nikotin und Alkohol maßgeblich bei.

Diese Faktoren sind entscheidend, um das Risiko von Verletzungen und Krankheiten zu reduzieren und sowohl die allgemeine Gesundheit als auch die Lebensqualität zu verbessern. Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass eine Verbesserung der Ausdauerleistung und Steigerung der körperlichen Widerstandsfähigkeit viel Zeit, Disziplin und Motivation erfordert. Es lohnt sich jedoch, denn wer frühzeitig damit beginnt, wird langfristig davon profitieren.

ENGADIN RADMARATHON 2019 Spektakuläres Panorama und wunderbares Biest © Sportograf

Wirkung von Training und Adaptation auf die Resilienz

Eine angemessene Trainingsbelastung, gefolgt von ausreichender Ruhe und Erholung, zu einer verbesserten Resilienz führen kann. Die richtige Balance zwischen Dauer, Intensität und Erholung ist entscheidend, um die physiologischen Anpassungen des Organismus auf den Trainingsreiz zu fördern, welche die Ausdauerleistung verbessern. Wir sprechen von einem optimalen Trainingseffekt, wenn die Trainingsmethoden und -intensität angemessen sind und der Körper nach einer ausreichenden Erholungsphase gestärkt ins Training zurückkehrt.

Es ist jedoch möglich, diesen Bereich zu überschreiten, was dazu führen kann, dass der Körper sich nicht mehr ausreichend regenerieren kann. Bei wiederholtem Auftreten über einen längeren Zeitraum besteht das Risiko des Übertrainings und von Verletzungen. Eine strukturierte und individuell angepasste Trainingsplanung ist daher notwendig, um das Training genau so intensiv und lange zu gestalten, dass dieser Punkt nicht überschritten wird.

Nachhaltige Ernährungsstrategien / Avocado Edamame Tuna Bowl © Adobe Stock

Resilienter durch richtige Ernährung und Hydratation

Im Ausdauersport ist eine ausgewogene Ernährung sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr entscheidend, um die Widerstandsfähigkeit aufrechtzuerhalten. Eine individuell angepasste Ernährung kann dazu beitragen, die Leistungsfähigkeit während des Trainings und Wettkampfs zu verbessern und die Regeneration zu beschleunigen. Die Erstellung eines metabolischen Profils ermöglicht die Abbildung individueller Energiestoffwechselreaktionen auf Basis verschiedener Parameter während der Erholung und unterschiedlicher Belastungsmethoden. Die verschiedenen Werte werden am besten durch eine Spiroergometrier, ein großes Blutbild und durch die Erstellung eines Ernährungstagebuchs ermittelt. Dadurch können Defizite rechtzeitig erkannt werden.

Kohlenhydrate, Proteine und gesunde Fette unterstützen die Energiebereitstellung und Muskelregeneration. Während des Trainings sollte man Wasser und gegebenenfalls Elektrolytgetränke konsumieren, um Dehydrierung vorzubeugen. Das optimale Timing von Mahlzeiten und Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, um eine optimale Leistung zu gewährleisten. Nach dem Training ist es wichtig, die Energiereserven wieder aufzufüllen und die Erholung zu unterstützen. Eine optimale Ernährungsplanung hängt von den Anforderungen einer Sportart und den individuellen Bedürfnissen des Athleten ab.

Honolulu Marathon 2010: Mit Aloha durch das Blaue Paradies / Suffering is a leck of resilience © stefandrexl.de

Regeneration und Prävention für eine verbesserte Resilienz

Regenerations- und Präventionsstrategien sind im Ausdauersport entscheidend, um den Körper nach intensiven Trainingseinheiten oder -wochen und nach Wettkämpfen optimal zu erholen, den Trainingseffekt zu erhöhen und die langfristige Leistungsfähigkeit zu fördern. Schließlich kommt die Form in der Pause. Das ist nicht nur ein Spruch. Eine effektive Regeneration und Prävention beinhaltet verschiedene Maßnahmen. Eine aktive Erholung, wie lockeres Schwimmen, Radfahren oder Gehen, verbessert die Durchblutung und fördert den Abtransport von Stoffwechselprodukten.

Passive Erholungsmaßnahmen umfassen ausreichenden Schlaf (mindestens 8 Stunden), Ruhephasen und eine gesunde, individuell angepasste Ernährung mit drei Mahlzeiten pro Tag. Diese Maßnahmen verbessern den Trainingseffekt, die Reparatur von Muskelschäden und die Wiederherstellung des Energiehaushalts. Auch Stretching und Massage unterstützen die Regeneration durch Entspannung der Muskulatur und Erhöhung der Flexibilität.

REGENERATION Die Form kommt in der Pause © AdobeStock, SUGAR & PAIN

Ebenso können Eisbäder die Regeneration und Prävention fördern, indem sie den Blutfluss verlangsamen und Entzündungen reduzieren. Die psychologische Regeneration wird oft unterschätzt. Entspannungsübungen wie Meditation und autogenes Training können helfen, Trainingstress sowie Stress im Berufs- und Privatleben abzubauen und die mentale Stärke zu steigern.

Die Vermeidung von Krankheiten und Verletzungen ist von großer Bedeutung, um den Körper resilienter zu machen. Es ist wichtig, sich auf eine angemessene Trainingsprogression zu konzentrieren und eine gute Technik zu entwickeln, insbesondere beim Laufen und Schwimmen. Durch die Verwendung geeigneter Ausrüstung sowie regelmäßige Leistungsdiagnostiken, Videoanalysen und Gesundheitschecks können Fehlentwicklungen oder Warnsignale des Körpers rechtzeitig erkannt werden, wodurch das Verletzungsrisiko reduziert wird.

Eine strukturierte Integration und individuelle Anpassung der Regenerations- und Präventionsstrategien in die Trainingsplanung kann die Leistungsfähigkeit steigern, das Verletzungsrisiko reduzieren und langfristig die Gesundheit erhalten. Dabei ist die Entwicklung eines guten Körpergefühls von großer Bedeutung.

Mit High-Speed auf dem Zeitfahrrad durch die Wälder der Auvergne beim IRONMAN Vichy 2015 © stefandrexl.de

Rennen werden im Kopf gewonnen: Mentale Stärke und Motivation

Im Ausdauersport spielen mentale Stärke und Motivation eine zentrale Rolle für den Erfolg eines Athleten. Während körperliche Fitness zweifellos wichtig ist, können mentale Fähigkeiten den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen, insbesondere bei langen und anstrengenden Wettkämpfen wie Marathons, Triathlons oder Ultraläufen. Mentale Stärke und Motivation sind wichtige Faktoren der Resilienz, um fokussiert zu bleiben.

Mentale Stärke beinhaltet die Fähigkeit, sich auf das Ziel zu konzentrieren und trotz Schmerzen, Erschöpfung und negativer Gedanken weiterzumachen. Es umfasst auch die Fähigkeit, Rückschläge zu überwinden, Hindernisse als Chancen zu betrachten und sich selbst zu motivieren, wenn die Dinge schwierig werden.

Motivation ist der Antrieb, der Athleten dazu bringt, ihre Ziele weiter zu verfolgen trotz aller Herausforderungen und Hindernisse durchzuhalten. Die Erhaltung der Motivation ist entscheidend, insbesondere wenn Schwierigkeiten auftreten oder Rückschläge zu verzeichnen sind.

Durch die Verbesserung ihrer mentalen Fähigkeiten können Athleten nicht nur ihre Leistung steigern, sondern auch ein besseres Verständnis ihren Körper und mehr Selbstbewußtsein für ihre Fähigkeiten entwickeln, was langfristig zu sportlichem Erfolg führen kann.

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Nach 9:24 Stunden auf dem Buckel ist die ganze Energie auf einen lauten Freudenschrei konzentriert ©stefandrexl.de

FAZIT

Zusammenfassend ist Resilienz im Ausdauersport ein Zusammenspiel aus körperlicher Leistungsfähigkeit, Ernährung, Regeneration, Prävention und mentaler Stärke. Diese einzelnen Faktoren interagieren in der Summe auf eine sehr komplexe Weise miteinander und beeinflussen die Widerstandsfähigkeit von Ausdauersportlern maßgeblich. Die Optimierung dieser Aspekte kann dazu beitragen, die Leistungsfähigkeit zu verbessern und Verletzungen zu vermeiden, was wiederum zu einer verbesserten Widerstandsfähigkeit insgesamt führt. Durch eine ganzheitliche Herangehensweise an Training, Ernährung sowie Regenerations- und Präventionsmaßnahmen können Ausdauersportler ihre Widerstandsfähigkeit entscheidend steigern und ihre Leistungsfähigkeit nachhaltig entwickeln, was langfristig zu mehr planbarem Erfolg führt.

Eine ausschließliche Konzentration auf die Trainingsplanung, wie sie oft noch angeboten wird, entspricht nicht mehr den aktuellen sportwissenschaftlichen Erkenntnissen. Eine solche Herangehensweise vernachlässigt das biologische Individuum des Athleten, ignoriert wichtige Zusammenhänge und lässt bedeutendes Potential ungenutzt. Die persönlichen Anforderungen und Bedürfnisse des Menschen würden dabei zudem nicht ausreichend berücksichtigt. Eine ganzheitliche Betrachtung ist heutzutage unerlässlich, um konkurrenzfähig und zielführend zu sein.

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  1. „Resilience in Elite Sport: A Systematic Review and Recommendations for Future Research“ von Daniel J. Brown et al. – Diese Übersichtsarbeit untersucht den Stand der Forschung zur Widerstandsfähigkeit im Spitzensport und gibt Empfehlungen für zukünftige Studien.
  2. „Resilience in Endurance Athletes: The Role of Coping Strategies, Emotion Regulation and Mindfulness“ von Verena G. Engert et al. – Diese Studie untersucht die Rolle von Bewältigungsstrategien, Emotionsregulation und Achtsamkeit bei der Entwicklung von Widerstandsfähigkeit bei Ausdauersportlern.
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  4. „Resilience in Sport: A Critical Review of Psychological Processes, Sociocultural Influences, and Organizational Dynamics“ von Mark B. Andersen et al. – Diese Arbeit untersucht verschiedene psychologische Prozesse, soziokulturelle Einflüsse und organisatorische Dynamiken, die die Widerstandsfähigkeit im Sport beeinflussen.
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