Dein Bike ist natürlich längst für das Wintertraining top präpariert, Schaltung und Bremsen justiert und sogar Schutzbleche montiert oder doch lieber der Purist. Und wie schaut’s mit deiner Radbekleidung für den Ritt durch die nasse, kalte Jahreszeit aus? Auch eher pur oder doch besser etwas, das funktioniert? Wenn Du’s ernst meinst mit deinem Radtraining bei jeder Witterung, dann sind Wahl und Zahl der Textilien und ihrer Funktionen wichtig, um nicht zu frieren und schon gar nicht zu überhitzen. Nur mit dem richtigen Mix funktioneller Radbekleidung ist dein Radtraining auch bei Kälte und Nässe effektiv und macht vor allem mehr Spass.
Wenn du im Herbst und Winter nur ans richtige Material unterm Sattel denkst, dann wird dir der Spass schnell vergehen und du wirst nach wenigen Kilometern durchnässt und kraftlos auf von deinem Bike steigen wei du frierst. Wenn du stattdessen im Radtrainings trocken und warm bleiben möchtest, dann entscheidet die richtige Radbekleidung über Freud und Leid. Das Zwiebelprinzip ist der bewährte Schlüssel für einen warmen und gut klimatisierten Körper während deines Radtrainings durch den Winter. Nur drei Textilschichten übereinander reichen dabei vollkommen aus: die unterste Schicht sollte atmungsaktiv sein, die Mittlere muss wärmen und die äußere schützt vor Wind und Nässe. Damit bist Du gut eingepackt!
Raus mit dem Schweiss
Man schwitzt natürlich auch bei Kälte, ganz besonders dann, wenn’s bergig wird oder Intervalle auf dem Programm stehen und Du warm angezogen bist. Sobald es aber wieder rollt, würde der Fahrtwind deinen Körper wieder rasch auskühlen, denn die Textilschichten liegen dicht übereinander. Wer da an der Qualität spart, der öffnet einer Erkältung Tür und Tor, bekannt als „Open Window”. Es ist darum wichtig, dass deine erste Textilschicht direkt auf der Haut getragen wird, dass sie Feuchtigkeit optimal aufnehmen und funktionell nach aussen abgeben kann. Gut passende, anliegende Langarmshirts aus synthetischen Materialien mit einem nur geringen Anteil an Baumwolle sind dafür bestens geeignet. Von Shirts aus 100% Baumwolle ist abzuraten, sie sammeln die Feuchtigkeit im Gewebe, werden nass und kalt.
Die Mitte sorgt für’s gute Klima
Die mittlere Schicht deiner Radbekleidung erfüllt die größte Funktion, denn sie sollte zwischen innen und aussen gut vermitteln. Die „Mittelschicht” muss in erster Linie für eine gute Innentemperatur sorgen und sollte anderseits die Feuchtigkeit weiter nach aussen transportieren um für eine gute Zirkulation zu sorgen, so dass sich keine Staunässe bildet oder Überhitzung droht. Die isolierende Textilschicht sollte die Wärme nahe am Körper halten und speichern, und gleichzeitig für frische Luft sorgen indem es atmungsaktiv funktioniert. Das Wetter mit all seinen Facetten und deine Trainingsintensität entscheiden, wie warm (dick) die mittlere Schicht letztendlich ist. Das hängt auch etwas von deiner Erfahrung ab, denn jeder empfindet Temperatur anders. Die Auswahl ist von Fleece bis Daune natürlich groß ist und auch Kleidung aus Merinowolle hat Vorteile, solange es trocken bleibt und die Intensität moderat ist.
Den Elementen trotzen und vor Witterung schützen
Die äußere Schicht muss am meisten leisten. Vor jeder Witterung sollte sie die darunter getragenen Textilien schützen. Die äußere Schicht isoliert deinen Körper vor Kälte, Wind und ganz besonders vor Nässe durch Wasser und Schnee. Sie sollte wasserdicht und atmungsaktiv vor allem aber auch robust sein und zugleich nicht dick auftragen. Sie darf deine Beweglichkeit nicht einschränken und sollte daher gut über die darunter getragenen Schichten passen ohne im Fahrtwind zu flattern oder Falten zu bilden, in denen sich Wasser sammelt. Der Einsatzbereich und deine persönlichen Anforderungen entscheiden über die richtige Wahl des Materials: Ist es draussen nass oder kalt oder beides, überhitzt man schnell oder friert man leicht, und soll sich die Jacke leicht in der Trikottasche verstauen lassen.
Die Auswahl ist gross, sie reicht von der dicken Softshell mit Kälteschutz und Belüftungseinsätzen über die zwei Klimazonenjacke, vorne dicht, hinten belüftet, bis zur ultraleichten, winddichten Regenjacke. Wenn du hier sparst, hat der Spass ein Loch. Setze auf Qualität, denn das hält dich nicht nur bei jeder Witterung länger warm und trocken, sondern ist auch haltbarer und für nachhaltig. Mit einer funktionellen, hochwertigen Radbekleidung schützt du deinen Körper und auch deinen „Spielplatz”, die Natur, und hast mehr Spass im Training und mehr Komfort.
https://www.sugarandpain.de/wp-content/uploads/2019/12/2019-1201-CYCL-Winter-Kleidung.jpg12801920Stefan Drexl/wp-content/uploads/2024/08/sugar-and-pain-logo.svgStefan Drexl2019-11-25 00:00:252019-12-03 02:01:17CYCLING Radbekleidung im Winter: Den Elementen trotzen, den Körper schützen
Im September 2019 haben mehrere stabile Hochdrucklagen über den Alpen dazu motiviert einige beliebte Alpenlegenden mit dem Rennrad zu fahren. Der erste Herbstmonat mit seinen spätsommerlichen Temperaturen wurde so der intensivste Trainingsmonat des Jahres, mit den meisten Kilometern, Höhenmetern und Stunden im Sattel. Nicht irgendwelche Strecken und Berge, die Trainingseinheiten gingen mit dem Rennrad um die massivsten Gebirgsstöcke der Domlomiten, des Ortlers und des Oetztals über die populärsten, längsten und höchsten Strassenpässe der Zentralalpen. Die schönsten Eindrücke unserer CLIMBING MOUNTAINS Days mit Stelvio, Sella Ronda, Timmelsjoch und der Oetztal GF Runde haben ich in einer CYCLING GALLERY gesammelt.
Der Auftakt war Anfang September die erweiterte Tour der Sella Ronda. Von St. Ulrich im Grödener Tal gings mit dem Rennrad talaufwärst nach Wolkenstein und in den Anstieg zum Grödner Joch (2121 m), den massiven Sella Bergblock im Uhrzeigersinn herum. Der Himmel war tiefblau und die Sicht unendlich weit. Während es im Tal spätsommerlich warm war und spürte man am Pass schon eine herbstlich frische. Das Grödner Joch war schnell erledigt und es ging hinunter nach Corvara. Doch anstatt dann rechts, direkt wieder hoch über den Passo di Campolongo (1875 m) nach Arabba zu fahren, nahm ich Abfahrt weiter nach Alta Badia. Erst in dem beliebten Wintersportort bog ich dann rechts weg nach St. Kassian zum Passo di Valparola (2192 m).
Der Valparolo ist ein historischer Ort des zweiten Weltkriegs und eine Augenweide mit seinen steilen Felswänden und dem Gebirgssee auf der Passhöhe. Man könnte an der Abzweigung, 1,5 Kilometer und 80 Höhenmeter unterhalb des Valparola links ab, nach Cortina D’Ampezzo (1211 m), dem ehemaligen Austragungsort der olympischen Winterspiele 1956 abfahren. Diesmal bin ich nach rechts über die Abfahrt des Passo di Falzarego (2105 m) hinunter nach Andráz, um dann das lange Tal des Cordevole entlang des Südhangs nach Arabba (1593 m) hinauf zu rollen. Ich erreichte Arabba (1593 m) ziemlich genau um 18 Uhr zum Glockenläuten. Das kleine Dorf liegt am Fusse des Passo di Pordoi (2239 m) und Passo di Campolongo (1875 m). Die 650 Höhenmeter und 9,4 km zum Pordoi lagen bereits im Schatten, doch der Blick zurück auf die abendlich beleuchteten Dolomitengipfel im Osten war der wunderbare Lohn der Anstrengungen.
Die Strasse hinauf zum Pordoi war wenig befahren und man konnte deutliche die intensive Abendkommunikation der Murmeltiere auf den weiten Bergwiesen unterhalb des Sella Massivs hören. Das ein oder andere Murmeltier sah man auch auf den vielen am Rande der Passstrasse sitzen. Mit der letzten Kurve zur Passhöhe ging die Sonne erneut auf, sie strahlte direkt durch das Joch und es eröffnete sich ein grandioser Fernblick nach Westen. Die Abfahrt zur Abzweigung (1820 m) nach Canazei (748 m) und hinauf zum Sella Joch (2244 m) lag jetzt vollständig in der Abendsonne und ein wärmender Aufwind blies ins Gesicht.
Der letzte Anstieg über 420 Höhenmeter hinauf zum Sella mit zwar nur kurzen aber teilweise doch knackigen 6 km war der dramatisch Beeindruckenste dieser Tour. Umrahmt von riesigen, im Abendrot leuchtenden Felswänden und dem Blick auf das zurückliegende Pordoi Joch, im Tal das kleine Dorf Canazei und im Hindergrund der Gletscher des Marmolada lies einen die letzten Serpentinen fast mühelos bergauf kurbeln.
Die Luft roch herbstlich warm, herrschte, bis auf wenige letzte Autos eine beeindruckende Ruhe. Über die letzten beiden Kehren erreicht man ein kleines Plateau mit einem faszinierenden Ausblick vorbei am Langkofel auf das in der ferne liegende Timmelsjoch im Nordwesten mit den Ötztaler Gletschern und auf den Ortler im Südwesten. Die letzten 500 m sind flacher und entspannt, die Trittfrequenz endlich wieder höher und um 19 Uhr ist der vierte, der letzte Pass der erweiterten Sella Ronda geschafft – zählt man die Abfahrt des Passo di Falzarego auch noch dazu, wären es derer fünf.
Für den nächsten Tag stand eine klassische Tour von Glurns (907 m) im Vinschgau auf das Stelvio auf dem Programm. Der Plan war die legendäre Runde über den Ofenpass (2149 m) durch den Tunnel nach Livigno, weiter über den Passo d’Eira (2208 m) und Passo di Fascagno (2291 m) nach Bormio zu fahren, um zum Finale das Stilfser Joch (2757 m) zu erklimmen. Das Wetter war super, ich kenne die Strecke und so bin ich ausnahmsweise ohne weiterer Gedanken los gefahren, denn erst drei Tage zuvor war der Bikeday am Stelvio bei besten Bedingungen.
Zur Mittagszeit startete ich in das Val Münstair über den Pass dal Fuorno ohne vielen Pausen, um pünktlich den Bus für den Radtransport durch den Munt-la-Schera-Tunnel nach Livigno zu erwischen. Ein frischer Ostwind half etwas bei der Auffahrt. Ich war rechtzeitig an der Tunnelstation allerdings kam der Bikeshuttle nicht. Der freundliche Fahrer eines Kleintransporters hat mich und meine Rennrad schliesslich durch den 3,6 Kilometer angen Tunnel mitgenommen. Mit 16 Jahren bin ich den Tunnel noch mit dem Rad durchfahren, doch wegen eines Unfalls vor eineigen Jahren ist das jetzt leider nicht mehr erlaubt.
Entlang des Lago die Livigno fuhr ich durch die zahlreichen Arkaden nach Livigno und links weg auf den Passo d’Eira. Dort gabs dann die erste Pause mit Cappuccino und einem kleinen Plausch mit dem Barista. Nebenbei erzählte der, dass aufgrund einer Gerölllawine vor zwei Tagen die Auffahrt von Bormio zum Stelvio gesperrt sei. Ein kurzer Check der App bestätigte das leider. Hhmmm – manchmal kommt es anders als man denkt, wobei ich mir über so eine Möglichkeit eher keine GEdanken gemacht habe. So musst ich am Passo d’Eira (2208 m) also wieder wenden anstatt weiter über den Passo di Fascagno (2291 m) nach Bormio zu fahren. << REWIND
Zurück in Livigno war natürlich die einzige Option erneut durch den Munt-la-Schera-Tunnel (1720 m) über den Ofenpass zu fahren und dafür musste ich wieder den Bikeshuttle nehmen. Der Stand diesmal sogar abfahrtsbereit an der Mautstation als hätte er nur auf mich gewartet. Zwischenzeitlich war es 16 Uhr und hinauf zum Pass dal Fuorno (2149 m) blies mir die frische Brise diesmal ins Gesicht. Das erschwerte den landschaftlich wunderschöbeb Anstieg hinauf zum Ofenpass zusätzlich. Ich erreichte Santa Maria (1386 m) im Val Münstair um 17:45 Uhr, einer Zeit zu der ich eigentlich längst mein Tagwerk beendet haben wollte. An der Abzweigung Umbrailpass (2503 m) musste ich mich deshalb entscheiden, ob jetzt noch weiter zum Stelvio (2757 m) oder zurück nach Glurns (907 m).
Ich machte die Auffahrt zur späten Tageszeit über den Umbrailpass (2503 m) zum Stilfser Joch (2757 m). Meine Beine waren noch fit, ich hatte Licht dabei und noch Verpflegung, ich war als gut vorbereitet und könnte schliesslich jederzeit umkehren. Der erste Abschnitt mit seinen vielen kleinen Serpentinen lag wunderbar in der wärmenden Sonne. Das Hochtal bis wenige Kehren vor der Passhöhe des Umbrailpass (2503 m) war allerdings schon vollständig im Schatten und mit nur 9 Grad Celsius sehr kühl. Das kostete natürlich zusätzlich Energie. Dafür kurbelte ich die letzten 250 Höhenmeter mit der Sonne im Rücken, was für eine angenehme Wärme sorgte und mit der herrlichen Abendstimmung noch einmal zum Finale motivierte. Es sind neben des Trainingseffekts genau diese Momente weshalb ich diesen Sport so liebe.
Kurz nach halb acht Uhr abends erreicht ich des Stelvio und erlebte einen sensationellen Sonnenuntergang 2757 m Höhe in absoluter Ruhe: Keine Autos, keine Motorräder mehr. Ich war an diesem Tag wahrscheinlich der Letzte mit dem Rennrad auf dem Stilfser Joch. Dazu gabs noch zwei Cappuccini und dann gennoss ich die Abfahrt, deren 48 Kehren ich komplett für mich alleine hatte und so den ganzen Schwung mitnehmen konnte. Es wurde natürlich immer dunkler je weiter ich wieder ins Tal hinunter fuhr, dafür aber auch wieder wärmer. Ab der Baumgrenze war ich sehr froh über die Leuchtkraft meiner Vorderbeleuchtung, die allen Kehren frühzeitig optimal ausleuchtete.
In Prad angekommen war es dann trotz der Dunkelheit noch so warm, dass ich meine Windjacke, Stirnband und Handschuhe auszog. Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell man mühsam erklommene 1800 Höhenmeter platt macht. Etwa 40 Minuten dauert die Abfahrt ins Tal und bis zurück zum Ziel- und Startpunkt war es noch eine halbe Stunde, so dass ich um neun Uhr wieder Glurns erreichte. Hätte ich von der Strassensperrung der Südrampe von Bormio auf das Stilfser Joch vor meinem Start erfahren, wäre ich wahrscheinlich gleich den Umbrail hinauf gefahren und hätte diese Tour mit dem faszinierenden Sonnenuntergang mit der Solo über das Sitlfser Joch so nicht erlebt. Hätte, hätte, Fahrradkette! Einfach wunderbar …
Am nächsten Tag fiel der erste Schnee auf dem Stilfser Joch bis hinunter auf 1200 Meter.
Eine Woche später legte sich erneut ein stabiles Hochdruckgebiet über den Alpenraum und transportierte warme Luft aus dem Süden über die Gipfel des Alpenhauptkamms. Für eine Tagestour ohne all zu weiter Anreise bot sich ein Klassiker an – Start und Ziel in Zirl im Inntal: Die Strecke des Oetztal Radmarathon
Eine Tour, die keiner langen Beschreibungen bedarf, denn dazu gibt es inflationär viele Beiträge im Netz und auf Papier, sogar Bücher darüber. Für mich ist der Rundkurs vor allem aus trainingsmethodischer Perspektive sehr interessant. Jeden der drei grossen Strassenpässe, Brenner, Jaufen und Timmelsjoch kann man mit einer anderen Zielsetzungen und Trettechnicken anfahren und hinten raus noch ein konstantes Tempointervall fahren, vorausgesetzt man verpflegt sich richtig während der 230 Kilometer und 4500 Höhenmeter.
Der Start des Oetztal Radmarathon ist normal in Sölden (1377m). Von dort geht es talauswärts und in Oetz (800m) rechts ab, hinauf über den teilweise sehr steilen Kühtai Sattel (2020m) und runter nach Kematen durch das Inntal nach Innsbruck (600m). Es geht dann den über den moderaten Anstieg des Brennerpass (1377m) weiter nach Sterzing (960m) und rechts ab, gleichmäßig bergauf zum Jaufenpass (2090m). Die sehr anspruchsvolle Abfahrt hinunter nach St. Leonhard im Passeiertal kostet erneut 1400 Höhenmeter. Es folgt der finale und aufgrund seiner Länge (29 km) und des Höhenunterschieds (1820 m) äusserst anspruchsvollen Anstieg zum Timmelsjoch (2509 m) bevor die Abfahrt, mit einem kurzen Gegenanstieg vor der Mautstation, hinunter nach Sölden die Rennradfahrer für die Strapazen belohnt.
Dies klassische „Original“-Strecke habe ich leicht modifiziert, um dem Verkehr in Innsbruck aus dem Weg zu fahren und die Alternative über Axams (875 m) und Mutters zur Brennerstrasse gewählt. Einzig die kurze Aufwärmphase vor dem Anstieg nach Axams ist ungünstig, so dass eine moderate Trittfrequenz um die 75 rpm und niedrige HF-Werte zu empfehlen sind, um unterhalb der Schwelle zu bleiben, schliesslich gibt es noch einige Höhenmeter an diesem Tag zu erledigen.
Für den Brennerpass war dann die Vorgabe eine niedrige Trittfrequenz mit gutem Tempo im moderaten Herzfrequenzbereich über den kompletten Anstieg bis ein Kilometer vor Brennersee zu fahren, um im oberen GA2 unterhalb der Schwelle zu fahren. Wichtig: Am Brenner, auf italienischer Seite gibts den ersten Espresso doppio macchiato und dazu ein Banana Bread. Übrigens: Das Frühstück war Porridge (zarte Haferflocken in warmer Sojamilch) mit Rosinen und einer zerquetschten Banane.
Zur Nachspeise folgte in Sterzing das erste Energy Gel, um den Anstieg zum Jaufenpass etwas zu versüssen und die 1050 Höhenmeter konstant kurbeln zu können. Der zweite Pass an diesem Tag war bei einer kleinen Übersetzung (39 – 24/26/28) mit hohen Tittfrequenz und moderaten Herzfrequenz geplant. Die Intensität über die knapp 10 km und damit durschnittlich etwas über 10 % Steigung war im mittleren bis oberen KA / EB Belastungsbereich.
Das lief soweit einwandfrei, jedoch ein frischer Wind, je weiter ich in die Höhe kam, sorgte für mehr Widerstand und erforderte erhöhten Energiebedarf, die Körpertemperatur zu erhalten. Auf dem Jaufenpass gab’s dann die selbe Verpflegungsroutine wie zuvor, nur der Koffeinbedarf wurde erst nach der Abfahrt in St. Leonhard gedeckt, denn es war kalt auf 2094 Höhenmetern.
Es folgte der Höhepunkt dieser Highlight-Tour mit dem längsten und höchsten Anstieg hinauf zum Timmelsjoch. Vom Ausgangspunkt in St. Leonhard auf 700 Höhenmeter über 29 Kilometer hinauf auf 2509 Höhenmeter. Wieder im Sattel nach zwei Cappuccini noch ein Energy Gel und ab ging’s.
Die Herausforderung der Südostrampe liegt ganz deutlich in der Dauer der Belastung. Möchte man das Timmelsjoch, wie von mir geplant und umgesetzt eine Belastung im mittleren GA2 – Bereich fahren, dann landete man spätestens nach 60 min im KA / EB – Bereich und springt frühestens hinter Moos im Passeier Tal nach Kilometer 7 und spätestens nach den dritten 12,5 Prozent zwischendurch immer wieder im KA2 – Bereich an der Schwelle und auch darüber. Das bedarf einer richtigen, kontinuierlichen Verpflegung, um nicht leer zu laufen und einen Hungerast zu bekommen.
Aus diesem Grund habe ich mir an der letzten Tankstelle bei Moos zusätzlich eine Cola zugeführt und die Trinkflaschen noch einmal aufgefüllt. Anders als die Auffahrt zum Jaufenpass lagen die ersten Serpentinen und 20 Kilometer in der Sonne und die Temperaturen waren mit 26 Grad um 10 Grad wärmer. Das erste Drittel bis kurz vor dem Abzweig Rabenstein empfinde ich persönlich am schwersten, denn dann wird es einerseits weniger steil für gute vier Kilometer, es gibt immer wieder einmal Schatte, die Temperaturen sind angenehmer und die Trittfrequenz kann wieder erhöht werden, um die Beine zu lockern.
Auch eine gute Gelegenheit das nächste Energy Gel zu nehmen, über die Bedeutung des regelmässigen, ausreichend Trinkens brauchen wir nicht zu reden. A propos Frequenzen: Zu dem genannten Belastungsbereich bin ich niedrige bis mittlere Trittfrequenzen entsprechend angepasst an die Steigung gefahren und habe den kompletten Übersetzungsbereich mit dem kleinen vorderen Blatt genutzt, um eine möglichst konstante Herzfrequenz über die Dauer von zwei Stunden plus.
Das Timmelsjoch ist lang, sehr lang und zu Anfang kann man sich nicht vorstellen so lange bergauf zu fahren und dennoch vergeht die Zeit sehr zügig. Ich war erneut relativ spät am Nachmittag auf der Passhöhe angekommen, zog mich warm an und habe noch ein paar Bilder gemacht. Gedanklich hat man die grosse Runde mit der Ankunft am Timmelsjoch schon erledigt, geht’s doch von nun an nur noch bergab, abgesehen von dem kurzen Gegenanstieg zur Mautstation in Hochgurgl.
Die Temperatur in Sölden war natürlich wesentlich wärmer als am Pass aber doch frischer als auf der Südseite und wegen des frühen Sonnenuntergangs im Tal bereits schattig. Im Oetztal roch es nach frischem Heu und die Gipfel strahlten in der Sonne. Aufgrund der fortgeschrittenen Tageszeit beschloss ich den Kühtai Sattel rechts liegen zu lassen und besser den weiteren Weg über das Inntal zurück nach Zirl zu nehmen.
Die Sonne war bereits untergegangen, die Alpengipfel glühten nun feuerrot und im Osten stieg über Innsbruck der Vollmond hinter der Bergsiloutte empor. Eine faszinierende Stimmung auf den letzten Radkilometern, die sich wieder einmal gelohnt hat und so nicht hätte geplant werden können. Nach den mehr als 10.000 Höhenmetern in mehr als 500 Kilometern auf dem Rennrad innerhalb 10 Tagen neben den gesteigerten Schwimm- und Laufeinheiten mit den wunderbaren positiven Eindrücken waren das gute Aussichten für den IRONMAN 70.3 Slovenia in weiteren 10 Tagen. Genug Zeit für die verdiente Erholung!
Am Donnerstag, 03. Oktober findet der SUGAR & PAIN UNITY RIDE 2019 statt. Was liegt näher als am „Tag der Einheit“ mit Freunden zusammen Rennrad zu fahren und eine wunderbare Zeit im Sattel miteinander zu verbringen. Und das ganz ohne Druck oder Zeitnahme, ohne Sieger oder garLetzten. Für uns gehören dazu auch Pausen mit frischem Espresso und leckeren Kuchen. Der SUGAR & PAIN UNITY RIDE 2019 ist für unsere Athleten, für Freunde und deren Freunde – für alle, die Bock auf Rennrad fahren haben.
Die Triathlonsaison klingt langsam aus und die Tage werden kürzer. Nach einem wunderbraren Sommer kommte der bunte Herbst und mehr Zeit für die schönen Dinge mit dem Rennrad. Die Zeit für gemeinsame Touren mit Freunden, für interessante Gespräche und spannende Geschichten im Plauschtempo zu philosophieren. Die vergangene Saison Revue passieren lassen und ohne Trainingsdruck mit Gleichgesinnten durch Wälder, über Wiesen und Felder rollen. Genau das, was wir besonders lieben!
Wir starten zusammen in München und kommen auch zusammen wieder in München an. Du hast die Option zwischen zwei Strecken und auch zwei Gruppen zu wählen: 110 Kilometer ruhig oder 140 Kilometer moderat. Ganz egal für welche Gruppe Du dich entscheidest, niemand bleibt auf der Strecke. In der Gruppe rollt’s immer leichter und entspannter, die Zeit und Kilometer vergehen wie im Flug.
Wir starten im südlichen München, Thalkirchen und rollen gemeinsam Richtung Südosten aus der Stadt heraus. In Oberhaching, bei Kilometer 10 gibt’s einen zweiten Treffpunkt. Hier teilen wir die Gruppen ein. Dann hast du die Möglichkeit zwischen der kürzeren Tour mit ruhigem Tempo oder der größeren Tour mit moderatem Tempo zu wählen. Auf beiden Touren fahren wir überwiegend auf verkehrsarmen, asphaltierten Strassen quer durch das bayerische Oberland.
Ganz egal für welche Tour Du dich entscheidest, die beiden Gruppen werden spätestens zu unserer grossen Pause 40 Kilometer vor München wieder zusammentreffen. Dort wird die Kaffeerösterei MERCHANT & FRIENDS dann für aromatischen Energienachschub mit Espresso und feinsten Kuchenspezialitäten sorgen. Nach einer ordentlichen Dosis Koffein mit intensivem Coffeetalk rollen wir alle zusammen entspannt zurück nach München.
Die Teilnahme zum SUGAR & PAIN UNITY RIDE 2019 ist kostenfrei, Deinen Espresso und Kuchen bezahlst Du selbst. Für unsere Organisation des SOCIAL RIDE freuen wir uns stets über jede Einladung auf Cappuccino und Kuchen. Die exakte Streckenführung mit den Treffpunkten und dem genauen Zeitplan bekommst nach Deiner persönlichen Anmeldung rechtzeitig vor dem SUGAR & PAIN UNITY RIDE 2019 zugeschickt. Wir haben bei unserer Planung auch stets den Blick auf das Wetter gerichtet, denn auch der 3. Oktober hat schon für manche Überraschung gesorgt. Entsprechend werden wir die Strecken wählen, uns aber auch vorbehalten den SUGAR & PAIN UNITY RIDE 2019 zu verschieben oder abzusagen, sollte die Witterung einen sicheren SOCIAL RIDE absolut nicht gewährleisten.
SUGAR & PAIN UNITY RIDE 2019 / FACTS
WAS Social Ride, Roundtrip WANN Donnerstag, 03. Oktober 2019 * WO München, Oberbayern TREFFPUNKT #01 08:30 Uhr / KIOSK 1917(Tierparkstraße 2, 81379 München) ABFAHRT #01 09:00 Uhr TREFFPUNKT #02 09:15 Uhr / KUGLER Alm(Linienstraße 93, 82041 Oberhaching) ABFAHRT #02 09:30 Uhr WER SUGAR & PAIN Athleten, Freunde und Bekannte / Rennradfahrer, Triathleten und Gleichgesinnte / Mädels & Jungs / alle Altersklassen ab 18 Jahre & alle Leistungsstufen vom Fortgeschrittenen bis Profi VORAUSSETZUNGEN Gute Grundlagenausdauer / allgemeine rennradspezifische Fähigkeiten / Erfahrungen im Gruppenfahren / beherrschen der StVO DU BRAUCHST funktionsfähiges Rennrad / Radhelm / Erstazschlauch & Flickzeug / Witterung angepasst Radbekleidung / Regenjacke VERPFLEGUNG Für ausreichend Trinken und Essen selbständig sorgen TEILNEHMERMAXIMUM 24 TEILNAHMEBEDINGUNG Wer mitfahren möchte, muss sich vorab registrieren ANMELDEFRIST Dienstag, 01. OKTOBER 2019 / 23:59 Uhr
* ALTERNATIVTERMIN Samstag, 05. OKTOBER 2019 (bei schlecher Witterung)
Dabei sein ist ganz einfach: Für Deine Anmeldung zum SUGAR & PAIN UNITY RIDE 2019 klickst du bitte auf den unteren Link und wählst Deinen Treffpunkt / Startpunkt und Deine geplante Streckenlänge.
• ein Start, ein Ziel
• zwei Gruppen, zwei Tempo optional
• zwei Strecken optional ca. 100 km / 140 km
• zwei Treffpunkte optional
• wir starten gemeinsam, wir fahren gemeinsam, wir kommen gemeinsam an
• wir warten: nach Anstiegen, Bergen und Sprints
• das ist ein Social Ride und soll Menschen zusammenbringen
• du kannst unterwegs auf der Strecke in die Tour einsteigen / aussteigen optional
• für deine Verpflegung sorgst du selbständig
• wer mit uns fahren möchte, muss sich vorab bei uns anmmelden
• Kaffeepause bei MERCHANT & FRIENDS COFFEE ROASTERS in Hermannsdorf
• NO HELMET >> NO RIDE(Absolute Helmpflicht)
• § 1 StVO / Gegenseitige Rücksicht im Strassenverkehr
• Deine Teilnahme am SUGAR & PAIN RIDE erfolgt stets auf eigenes Risiko. Wir übernehmen keinerlei Haftung!
*
Die Streckenlänge ist abhängig von der Wahl deines Treffpunkts: Streckenlänge min ca. 80 km (bei Wahl Treffpunkt #02 + Strecke #02), Streckenlänge max ca. 140 km (bei Wahl Treffpunkt #01 + Strecke #01)
Sollten mehr Registrierungen eingehen, als Teilnehmerplätze verfügbar sind, dann entscheidet die zeitliche Reihenfolge der Registrierung. Im Falle einer erfolglosen Registrierung werden wir Dich rechtzeitig informieren. Wir behalten wir uns vor, die Veranstaltung aufgrund schlechter Witterung oder anderer nicht vorhersehbarer Umstände abzusagen. Du kannst Deine Registrierung jederzeit wieder absagen, das wäre natürlich schade. Bitte schreib uns in diesem Fall rechtzeitig eine kurze Nachricht.
Das Angebot ist natürlich unverbindlich und nur gültig bis zum Erreichen des Teilnehmerlimits. Änderungen der angebotenen Inhalte, des zeitlichen Ablaufs, der Auswahl der Trainer, der Kooperationspartner, der Goodies und weitere, behalten wir uns vor. Für sämtliche Inhalte und angebotenen Leistungen gelten unsere DATENSCHUTZERKLÄRUNG, IMPRESSUM und ALLGEMEINEN GESCHÄFTSBEDINGUNGEN.
SUGAR & PAIN UNITY RIDE 2019 / LIABILITY
Mit Deiner Anmeldung zum SUGAR & PAIN RIDE erklärst Du dich einverstanden, dass Du für Dein Tun und Handeln im Rahmen der Veranstaltung des Trainings, von Seminaren, Kursen, Workshops und ähnlichen Trainingsangeboten selbst verantwortlich bist und stellst SUGAR & PAIN und mich, Stefan Drexl, sowie alle von mir beauftragen Trainer, Personen und Partner, die an der Organisation und Durchführung beteiligt sind, von jeglichen Ansprüchen bei Unfällen, Verletzungen, körperlichen Schäden, Verlusten und anderem frei.
Ich, sowie alle von mir beauftragen Trainer, Personen und Kooperationsparter und Firmen, die an der Organisation und Durchführung beteiligt sind, übernehmen keine Haftung, soweit gesetzlich zulässig. Das Angebot und alle Leistungen sind unverbindlich!
• Deine Teilnahme am SUGAR & PAIN RIDE erfolgt stets auf Dein eigenes Risiko.
• Die Haftung des Veranstalters – auch gegenüber Dritten – ist beschränkt auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit. Dies gilt auch für die vom Veranstalter eingesetzten Firmen, Kooperationspartner und Helfer. Die Haftung des Veranstalters für andere Schäden als solche aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit ist ausgeschlossen, soweit sie nicht auf einer vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Pflichtverletzung des Veranstalters, oder seines gesetzlichen Vertreters oder Erfüllungsgehilfen beruht.
• Der Veranstalter haftet nicht für Ausrüstungsgegenstände, die in der Trainings- oder Wettkampstätte abhandenkommen oder für andere abhanden gekommene Gegenstände der Teilnehmer soweit sie nicht auf einer vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Pflichtverletzung des Veranstalters, oder seines gesetzlichen Vertreters oder Erfüllungsgehilfen beruht. Sie sollten daher gegen Diebstahl versichert sein.
• Mit Deiner Anmeldung erklärst Du dich einverstanden, dass gegen Deine Teilnahme keine gesundheitlichen Bedenken bestehen.
• Mit Deiner Anmeldung per Mail bestätigst Du, dass Du die Ausschreibung anerkennst. Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen.
Mit der Anmeldung erklärst Du dich ausdrücklich einverstanden, dass die im Zusammenhang mit der Veranstaltung hergestellten und Dich darstellenden Fotos, Film- oder Tonaufnahmen in Medien aller Art uneingeschränkt und ohne Anspruch auf eine Vergütung verwendet werden dürfen. Der Veranstalter darf Bilder auf denen Du zu sehen bist für Druckwerke aller Art auch für Werbezwecke für zukünftige Veranstaltungen, kostenlos und uneingeschränkt verwenden. Weder Zuschauer, Betreuer oder Gäste der Veranstaltungen dürfen aufgenommene Fotos, Film- oder Tonmaterial für kommerzielle Zwecke verwenden. Jegliche weitere Vermarktung durch Fotografen und Bilderdienste die keine vertragliche Vereinbarung mit dem Veranstalter getroffen haben, ist untersagt.
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Der Kiosk1917 in Thalkirchebn ist für Jung und Alt, Treffpunkt und Anlaufstelle für Spaziergänger und Isarliebhaber, Outdoorsportler und Rennradfahrer. Neben einem kleinen Kiosksortiment bietet das „1917“ auch exzellenten Espresso und Cappuccino
Am Sonntag, 07. Juli sind wir den ENGADIN RADMARATHON 2019 gefahren, das schönste Jedermannrennen mit spektakulärem Panorama und einem wunderbaren Biest. Die Schweiz allein ist immer schon ein zauberhaftes Erlebnis, die legendäre Strecke durch das Kanton Graubünden noch viel mehr. Mit dem Rennrad über die vier Alpenpässe Forcola di Livigno und Bernina, über Flüela und Albula lässt einen dieses landschaftliche Juwel noch intensiver erleben. Die wechselnden Wettersituation von Sonne und Regen verstärken das Wechselbad der Gefühle während der intensiven Anstiege und rasanten Abfahrten. Wir haben versucht unsere Eindrücke während der acht Stunden Berg- und Talfahrt des 14. ENGADIN RADMARATHON in treffende Worte zu verfassen.
Wir haben uns erst während unseres Trainingcamp Toskana 2019 entschlossen, gemeinsam am ENGADIN RADMARATHON in den schweizer Alpen teilzunehmen, genauer gesagt im pitoresken Graubünden. Wir sind bereits am Freitag Abend ins Engadin gereist, um uns zu aklimatisieren und auch an die Höhe anzupassen. Immerhin liegt der Start- und Zielort Zernez auf 1474 Höhenmeter. Wir, mein Sohn Simon und ich. Für zwei Nächte haben wir uns kurzfristig im Gästehaus CONVICT in Zuoz, etwa 15 km talaufwärts einquartiert. Das historische Dorf Zuoz befindet sich zwischen Zernez und St. Moritz auf 1716 Höhenmeter in Mitten der Landschaft La Plaiv.
Der Samstag stand ganz im Zeichen der Entspannung mit einer lockeren Sightseeingtour und der Abholung unserer Startunterlagen. Wir haben unsere Rennräder zusammengebaut und letzte Details eingestellt, unter ander neue Bremsbeläge montiert und frisches Dichtmilch in die Tubeless Reifen gefüllt. Für den ENGADIN RADMARATHON am Sonntag haben wir extra MAVIC UST Alufelgen besorgt und frische Reifen aufgezogen. Alufelgen sind wesentlich steifer, ideal für die langen Anstiege, insbesondere im Wiegetritt aus dem Sattel. Sie erlauben es zudem wesentlich später zu bremsen und somit höhere Geschwindigkeiten bergab. Die Tubeless Bereifung erhöht den Fahrkomfort enorm und zusammen mit der breiteren Lauffläche (700 x 28C) sind Kurvenfahrten stabiler, schneller und sicherer, vom erhöhten Pannenschutz ganz zu schweigen.
Wir sind talaufwärts gefahren, die Landstrasse von Zuoz über Samedan und locker die alte Passstrasse hinauf nach St. Moritz gerollt. Vorbau an den Luxusboutiquen des modänen Skiortes hat unsere Route Richtung Maloja Pass geführt, das Tagesziel und Wendpunkt der Silvaplana See. Natürlich alles nur Grundlage!
Während eines Cappuccinos auf der Terrasse des MULETS oberhalb des Swiss Kitesurf Clubs haben wir uns den Zieleinlauf des ÖTTILI SWIMRUN ENGADIN Sprints, der am selben Wochenende wie der ENGADIN RADMARATHON 2019 verfolgt. Dort haben wir prompt unseren Triathlonkollegen Christoph „Arti“ Arthofer getroffen, der zusammen mit seinem Sportsfreund Christian Götz am Sonntag an der World Series teilgenommen hat und glatt den 10. Platz holte. Anschliessend sind wir mit ordentlich Rückenwind und hauptsächlich bergab zurück nach Zuoz gefahren. Nach einer schnellen Dusche und grossen Portion Süsskartoffeln gemischt mit Avocado und Thunfisch sind wir zur Startnummernausgabe nach Zernez gefahren – mit dem Auto.
KEINE TYPISCHE WETTKAMPF-CHECK-IN-ROUTINE BEIM ENGADIN RADMARATHON
Zwischenzeitlich ist der strahlend blaue Himmel vom Vormittag kräftigen Wolken gewichen und auch der Wind wurde stärker. In Zernez haben wir uns noch mit Bananen und Säften für den ENGADIN RADMARATHON eingedeckt und anschliessend eingecheckt. Es ist das gesamte Dorf, ach was, gefühlt sämtlich Einwohner der umliegend Täler engagiert. Die Freundlichkeit und Herzlichkeit der freiwilligen Helfer fällt auf und niemand gibt sich mit einem einfachen „Hallo“ zufrieden. Man ist interessiert, frägt nach der Herkunft und erzählt. Es ist angenehm aus seiner typischen Wettkampf-Check-In-Routine etwas herausgerissen zu werden und bekommt den Kopf frei. Bemerkenswert!
Als wir uns wieder auf den Rückweg machten, war der Himmel schwarz und zusammen mit starkem Regen kamen orkanartige Böen. Also warteten wir in Zernez ab. Nachdem die Gewitterfront durch war, der intensiver Regen folgte, sind los gefahren. Zahlreiche Bäume waren umgefallen, unter anderem auf die Strasse, und viel Wasser floss, ja ganze Bäche strömten über die Strasse, unsere Radstrecke des nächsten Tages. Einige asphaltfreie Baustellen waren geflutet – das würde ein Spass werden am Sonntag. Zurück in Zuoz klarte der Himmel wieder auf, die Abendsonne kam raus, als wäre nichts gewesen. Wir bereiteten unser Equipement, unser Frühstück und unsere Verpflegung für das Rennen vor und haben uns endlich abgelegt, denn schliesslich würden wir sehr früh am nächsten Tag aufstehen müssen.
Fünf Uhr, der Wecker klingelt! Nach einer kurzen Nacht sind wir direkt aus dem Bett in unsere Radklamotten gesprungen, haben unseren aufgeweichten Porridge weggeputzt, die Trinkflaschen aufgefüllt, alles wichtige in unsere Trikottaschen gesteckt und uns auf’s Rennrad geschwungen. Es war frisch, nicht untypisch für diese Höhenlage, Nebel zog das dämmerige Tal hinauf, wir hatten zum Glück Rücklichter angebracht – für die Tunnelfahrten. 17 Kilometer waren es zum Start in Zernez, eine gute Distanz um uns einzufahren und zu erwärmen, der Strassenbelag war wieder abgetrocknet. Es galt allerdings knapp 300 Höhenmeter zu „vernichten“, so dass wir deutlich mehr rollten als in die Pedale zu treten. Weitere zwei Mal sollten wir diesen Streckenabschnitt an diesem Tag noch passieren dürfen – die umgestürzten Bäume des Vortags waren natürlich über Nacht entfernt worden. Zwanzig Minuten vor dem Start waren wir vor Ort und jeglicher Verusch uns doch noch in Startblock 1 einordnen zu können wurde uns leider verwehrt. Dafür standen wir im zweiten Block ganz vorne. Noch schnell die Ärmlinge und Windweste ordentlich in den Trikottaschen verstaut und ein Energy Gel für den ersten Anstieg in die Backen gedrückt.
Mit einem massivem Kanonenschlag erfolgte Punkt 07:00 Uhr der Start für den 34. ENGADINER RADMARATHON 2019 – eine Minute danach durfte Block 2 starten. Nach nur 1000 Metern ging’s bereits in den Anstieg des Ofenpasses und wie immer gab’s zahlreicher Teilnehmer, die bereits zu Beginn losfuhren als wäre in Livigno bereits das Ziel. Geduld und Kontinuität sind die Tugenden für ein Radrennen dieser Kategorie. Die richtige Dosis und Einteilung für eine Radstrecke mit 214 Kilometern und knapp 4000 Höhenmetern ist. Den Altersunterschied galt es darum mit langjähriger Erfahrung zu kompensieren. Meine Strategie: Am Berg möglichst lange, eine mittlere bis hohe Trittfrequenz mit moderater Herzfrequenzen unterhalb der Schwelle im Kraftausdauer 1-2 zu kurbeln, um auch im letzten Streckendrittel noch gut Körner zu haben – dann, wenn’s das Biest Albula zu bezwingen galt. Es war nicht einfach sich zurückzuhalten und das Adrenalin richtig dosiert abzubauen, aber sollte enorm effizient an diesem Sonntag sein.
Der Anstieg zum Ofenpass schlängelt sich circa 7 Kilometer entlang des Südhangs bis zum Munt-la-Schera-Tunnel, wo uns die Strecke dann rechts weg ins italienische Livigno führte. Nach Hälfte des Anstiegs war Simon etwa eine Minute vor mir, in den Bergbuchten und Rechtskurven hatten wir stets Blickkontakt. Eine besonderes Highlight der Strecke ist der erwähnte Munt-la-Schera-Tunnel. Der einspurige, 3385 m lange Strassentunnel unter dem Massiv des Munt-la-Schera hindurch ist sonst für Radfahrer gesperrt und die Durchfahrt nur für den ENGADIN RADMARATHON erlaubt. Der Tunnel verbindet das Engadin im Schweizer Kanton Graubünden mit dem Dorf Livigno in der italienischen Provinz Sondrio. Für Autos ist der Mauttunnel ansonsten stundenweise in eine Richtung geöffnet, Rennradfahrer werden während des Sommers mit einem Kleinbus und Anhänger befördert. Der Blick durch den schnurrgeraden, leicht ansteigenden Tunnel mit einem leichten Rechtsknick ist bizarr. Die Entfernungen sind im Halbdunkel kaum abzuschätzen und die Geräuschkulisse der surrenden Rennräder hallt duch die endlos erscheinende Röhre nach Livigno.
Am südlichen Ende Munt-la-Schera-Tunnels macht’s eine scharfe Rechtskurven und es geht über die 130 Meter hohe Staumauer des Punt dal Gall. Nach dem Passieren der schweizerischen Zollstation wurde das Tempo stetig höher und ich befand mich in bester Gesellschaft einer zwölfmann starken Gruppe. Darunter natürlich auch einige starke Frauen, mit der späteren Siegerin der langen Strecke. Wir schossen durch die Galerien und Lawinenverbauungen entlang des Lago di Livigno. Nach und nach sammelten wir einzelne Fahrer ein und holten einige vorausfahrende Grüppchen ein. So wuchs das Peloton allmählich auf gut vierzig Fahrer an, in dem es sich locker mitrollen liess, allerdings weniger entspannt aufgrund manch unruhigen Fahrstils.
Wir erreichten Livigno, bogen am ersten Kreisverkehr vor Ortsbeginn links ab und ich konnte Simon an der Spitze der Gruppe entdecken. Lücke geschlossen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Führenden um den späteren Sieger Florian Lipowitz schon gute zwei Kilometer enteilt und wir befanden uns, hinter wenigen vereinzelten Fahrern in der Verfolgergruppe. Ich nutzte den Moment für meine erste Verpflegung, rechtzeitig anfangen, die Speicher regelmässig nachfüllen und immer wieder kleine Schlücke trinken war die Strategie. Wir rollten endlich etwas entspannter durch das Hochtal, neben uns der langgestreckte, italienische Wintersportort. Livigno erinnert mich zu dieser Jahreszeit stets ein wenig an eine verlassene Westernstadt mit unzählig riskanten Kreisverkehren. Das Feld zog sich nun etwas in die Länge, einige äusserst riskante Überholmanöver von Autofahrern und teilweise rücksichtsloser Gegenverkehr sorgten zu diesem frühen Zeitpunkt des Rennens für die einzige Spannung – und auch Gefahr. Derweil hatte ich mich vorgearbeitet und konnte zu Simon aufschliessen.
Kurz hinter Livigno beginnt bereits der Anstieg hinauf zum Forcola di Livigno mit 450 Höhenmeter über eine Strecke 12 Kilometer. Man merkt es kaum, denn es rollte recht gut, entsprechend wurde auch gleich das Tempo wieder höher. Ich dacht mir, „jetzt nur ruhig bleiben“ und gab auch Simon ein Zeichen, dass er „nicht jedes Tempo halten“ solle, denn Steigung wird steiler und es mancheinen der „Raketen“ zerreisen. Nach 5,5 Kilometer kam die erste Welle und nur 1000 Meter danach waren es 7- 8 % Steigung. Spätestens jetzt bereuten so einige das hohe Tempo der Anfahrt und mit Kilometer neun ging’s dann richtig zur Sache. Dagegen war der Ofenpass nur eine lauwarme Vorspeise. Zudem lag die Rampe hinauf zur Passhöhe auf 2315 m am frühen Morgen vollständig in der Sonne. Oben am Forcola di Livigno angekommen war das grosse Peloton sichtlich zerlegt und es ging unmittelbar hinein in die steile Abfahrt der Südrampe. Die Forcola di Livigno vereint übrigens mehrere Besonderheiten: Sie ist unter anderem Wasserscheide zwischen Mittelmeer und Schwarzem Meer, sowie „der einzige Pass zwischen der Schweiz und Italien, wo man aus der Alpensüdseite aus der Schweiz auf die Alpennordseite nach Italien hin wechselt.“ (Wikipedia: Forcola di Livigno)
Nachdem wir durch die nächste Zollstation durchgeschossen waren kam nach 500 Metern der Abzweig hinauf zum Berninapass. Die platt gemachten 300 Höhenmeter galt es jetzt auf nur 3 Kilometer wieder hinauf zu klettern. Die durchschnittliche Steigung lässt sich wohl schnell selbst berechnen. Die fantastische Aussicht der Passhöhe des Bernina auf 2330 m haben den geflossenen Schweiss schnell vergessen lassen. Der Diavolezza zur Linken, der Piz Lagalb zur Rechten und mittendrin der Lago Bianco mit dem vorbeischnurrenden Bernina Express der Rhätischen Bahn. Viel Zeit diese atemberaubend Kulisse zu geniessen blieb leider nicht, denn natürlich stürzten wir uns prompt in die 20 Kilometer lange Abfahrt ins Tal.
Die Aussichten ins Tal waren jedoch weniger rosig sondern äusserst dunkel – eine Regenfront stand über dem Oberengadin. Auf den ersten Kilometern hinunter nach Pontresina konnte ich zahlreiche Fahrer einsammeln und wurde auch mehrfach eingsammelt, wodurch sich wieder eine flotte Truppe bildete. Simon fuhr derweil, gut auf den langen Geraden erkennbar, 1000 Meter vor mir ohne Chance näher zu kommen. Mit regelmässigem Blick zum Himmel überlegte ich lange hin und her, wann und wie die Regenjacke rechtzeitig anzuziehen. Ich entschied mich für einen kurzen Stopp und musste meine schnelle Gruppe und natürlich Simon fahren lassen.
Wieder fest im Sattel begann auch prompt der Regen, erst leicht und dann richtig heftig, aber nicht lange. Es hat dennoch ausgereicht die Strassen vollständig zu fluten und nicht lange gedauert bis das Wasser in den Radschuhen stand. Zum Glück hatten wir beide Zehenkappen aus Neopren übergezogen, so dass die Füsse warm blieben und auch unter der Regenjacke war es warm und trocken noch dazu. Danke MAVIC und Christian Lehner dafür!
Auf der Abfahrt bis nach Samedan fand sich schnell wieder eine gute Gruppe mit der ich gut mitfahren konnte. Durch das Hochtal des La Plaiv verläuft die Strasse zumeist schnurrgerade und stets leicht abfallend. Entsprechend wurde das Tempo allmählich höher und die Gruppe wuchs stetig an bis es fast 50 Fahrerinnen und Fahrer waren. Es macht trotz der Nässe von unten grossen Spass in dieser homgenen und flotten Truppe mitzufahren. Dass das Tempo hoch blieb, dafür sorgten auch einige der Mädels im Peloton. Kurz hinter Zuoz wurde es steiler und merklich rasanter, schliesslich näherten wir uns zügig dem Zielort Zernez. Das bedeutete für die meisten Finale, rechtzeitig in Position bringen und um die Platzierung fahren. Nach ein paar Kurven und links-rechts Kombinationen konnte ich den Anschluss selbst mit Kette rechts und höchster Trittfrequenz nicht mehr halten – es standen bereits 79 km/h auf dem Radcomputer.
Es war die einzig richtige Entscheidung, denn 70 Prozent dieser Gruppe würden bereits das Ziel der kurzen Strecke anpeilen, doch vor mir lagen noch weitere 120 Kilometer und insgesamt 2500 Höhenmeter mit zwei Alpenpässen der Kategorie 1. Nach der Durchfahrt von Zernez war es an der Zeit für weitere Verpflegung bevor uns in Susch der Flüela Pass erwartete. Nur 02:57 Stunden hatten wir für die ersten 97 Kilometer mit 1400 Höhenmeter gebraucht und dabei hoffentlich nicht zu viele Körner gelassen.
Nach einer Neunziggrad Linkskurve geht’s direkt hinein in den Anstieg. Vor dem Abzweig unbedingt noch die richtige Übersetzung zu schalten ist entscheidend, möchte man nicht abrupt stehen bleiben. Der Flüela zeigt sofort seine ganze Härte – 950 Höhenmeter auf 13 Kilometern und gleich auf den ersten 1000 Metern ein Vorgeschmack seiner Steilheit. Ich ging’s mit Bedacht an und fuhr zurückhaltend am Hinterrad von Nathalie Alexander, eine der Favoritinnen auf’s Podium, um meinen Tretrhythmus zu finden. Wir wechselnden uns regelmässig in der Führung ab, das war insbesondere kräftesparend, weil uns ein immer stärker werdender kühler Wind entgegenblies. Ein Duo schloss zu uns auf, überholte und machte fortan die Pace.
An der Casa Chantsura, knapp dreieinhalb Kilometer unterhalb der Passhöhe holten wir Simon ein, der leider alle Kraft aufgebraucht hatte und dem vor allem kalt war. Wir stoppten kurz und ich versuchte alles, um Simon noch einmal zu motivieren, doch weiterzufahren, ganz egal, wie lange wir brauchen würden. Er fuhr noch bis zur Verpflegung Schwarzensee mit doch die konsequente Steigung brauchte alle Kraft auf, so dass er sich entschloss umzukehren und wieder nach Zernez zurückzufahren.
Es war eine vernünftige Entscheidung von ihm, doch fortan war ich alleine unterwegs. Die Abfahrt war wesentlich einsamer als noch den Bernina hinunter. Ab und an schoss ein übermütiger Mitstreiter an mir vorbei oder ich konnte auf den Ein oder Anderen aufschliessen. Die Strasse nach Davos (1560 hm) war abwechslungsreich und lies sich wunderbar hinunter cruisen.
Es wurde immer wärmer je mehr Höhe wir verloren, im modänen Luftkurort schien die Sonne. Mit der Ankunft in Davos hat sich eine homogene Fünfergruppe gebildet. Nach der rasanten Bergabfahrt wirkte unser Durchfahrt einer entspannten Sightseeingtour. Ich nutzte die Gelegenheit die Bein etwas baumeln zu lassen und füllte erneut meine Energiespeicher auf: Ein OAT SNACK Riegel und eine Banane, ein paar Schlücke Iso.
Der beliebte Luftkurort scheint im Dornröschenschlaf, nur wenige Menschen auf den Strassen, kaum Verkehr. Das Klima diesseits ist ein Anderes als jenseits der Flüela Pass. Das schweizer Städtchen unterhalb des Jakobshorns ist berühmt für das jährliche Weltwirtschaftsforum und ist auch Austragungsort der CHALLENGE. Lang dauert’s nicht und wir verlassen Davos nach Süden in Richtung Tiefencastel. Das Tempo wir wieder flotter, nach wenigen Kilometern herrschte wieder typische Radsportdisziplin und wir wechselnden uns konsequent mit der Führungsarbeit ab.
Wir durchfuhren den Landwasser Tunnels mit knapp 60 km/h bevor uns erneut ein kurzer, knackiger Anstieg nach Wieser auf 1400 Höhenmeter hinauf unser Tempo drosselte – die Gruppe zerfiel leider wieder. Es war mittlerweile Mittag, die Steigung moderat und die Trittfrequenz komfortabel, einzig der Anstieg lag vollständig in der Sonne. Über Schmitten gings erst am Hang entlang und dann wieder hinab nach Filsur, dass nur mehr auf 1030 Höhenmeter liegt. Es ist der tiefstgelegenste Ort des ENGADIN RADMARATHON und zugleich das Tor zum Albulapass. Ein kurzer Stopp an der Verpflegungsstation, um meine Flaschen zu füllen und ein Energy Gel zu nehmen, dann war ich auch schon wieder im Sattel.
Der Albulapass steigt erst sanft an und der Wind blies jetzt von hinten. Ich war alleine, genoss die Ruhe und spektakuläre wunderbare Landschaft entlang des Gebrigsbaches Albula. Zwei Teilnehmer überholten mich in einem kraftvollen Tempo als wollten sie auch den letzten der vier Pässe hinaufsprinten. Doch ich lies mich davon nicht beeindrucken, hatte einen guten und kraftvollen Tretrhythmus gefunden, meine optimal Herzfrequenz stets im Blick. Allmählich nahm die Steigung zu und der pitoreske Albula zeigte sein wahres Gesicht. Spätestens mit der ersten Serpentine wurd’s ernst und ich wechselte regelmässig zwischen Wiegetritt und Sitzposition. Dennoch war der Blick für die besonderen Augenblicke stets offen, so natürlich auch für den tosenden Wasserfall während sich die schmale Strasse, regelrecht in den Fels gemeiselt, durch die enge Schlucht den Berg kompromisslos hinaufschlängelte. Das lies mich immer wieder einmal, zumindest für einen kurzen Moment, die konstante Intensität vergessen. Vielleicht gerade deshalb trägt die Passstrasse den Namen Bellaluna.
Nach dem romatischen Bergdorf Bergün war dann „Schluss mit lustig“. Der Albulapass präsentierte sein wahres Gesicht: Das wunderbare Biest erwachte. Während sich die Rhätische Bahn in grosszügigen Bögen spielerisch über Brücken und durch Tunnels den Pass hinaufschraubte suchte sich der Strassenverlauf den beinahe direkten Weg bergauf. Die wenigen Kurven waren in der Regel erheblich steiler als die Geraden, sie täuschten Serpentinen nur vor. Der Strassenbelag war immer wieder einmal komplett entfernt worden und manche Passagen konnte ich ausschliesslich sitzend fahren. Seit einigen Jahren werden viele Streckenabschnitte der Passstrasse und die Eisenbahnbrücken nach und nach saniert. Jedoch ist drei Kilometer später alles vergessen und ich werde mit dem Blick auf den kristallklaren Palpuogna See zu meiner Rechten belohnt.
Kurz danach erreichte ich die Baumgrenze und nach bislang einsamer Auffahrt sammelte ich einzelne Fahrer ein, denen sichtbar die Kräfte, wenige Kilometer vor der Passhöhe schwanden. Die zwei „ambitionierten Bergsprinter“ von zuvor hatte ich übrigens schon vor Bergün wieder überholt. Über dem Albula, die Passhöhe vier Kilometer entfernt bereits in Sichtweite, brauten sich erneut dunkle Wolken zusammen, zwischendurch tropften einzelne Regentropfen auf den Helm. Die letzte Verpflegung 1000 Meter unterhalb des Albulapass nutzte ich für ein weiteres Energy Gel und noch ein paar Schlücken Cola während ich bereits meine Regenjacke anzog. So konnte ich ohne weiteren Stopp durchfahren. An der Verpflegungsstelle überholte ich drei weitere Teilnehmer, die später noch eine entscheidende Rolle spielen sollten.
Mit der Überquerung des Albulaauf auf 2312 Meter Höhe begann es ordentlich zu Regnen, das Wasser floss in Bächen über die Strasse. Es war also vorsicht in der Anfahrt auf die Kurven geboten, dank der MAVIC UST Alufelgen funktionierten die Bremsen einwandfrei und ich fühlte mich wesentlich sicherer. Die Abfahrt machte zwar nicht ganz so viel Spass wie bei trockenen Strassen, dennoch war das Tempo ordentlich. Weder vor mir noch bei meinem Blick zurück ins langgezogene Hochtal war noch irgendein weiterer Teilnehmer des ENGADIN RADMARATHONS oder anderer verrückter Rennradfahrer zu sehen.
Im Tal war bereits La Punt zu erkennen, nur noch wenige Serpentinen überwanden die letzten 300 Höhenmeter hinunter ins oberengadiner Dorf, doch zwei davon waren erneut purer Schotter und die Autos hatten tiefe Rinnen hineingefahren. Mit dem Rennrad war das kein Zuckerschlecken zusammen mit dem Regen und wie aus dem Nichts waren die drei Fahrer von der letzten Verpflegungsstelle wieder hinter mir.
In La Punt ging’s links weg auf die Landstrasse für’s Finale nach Zernez, ein letztes Mal und es war durchaus optimal jetzt wieder in Gesellschaft zu sein. Noch regenete es, aber der Wind hatte die Richtung gewechselt und gemeinsam rollte der D-Zug schneller als einsam. Erst bei Zuoz, kurz bevor wir die letzten – zum dritten Mal an diesem Tag – 17 Kilometer mit der rasanten Abfahrt nach Zernez erreichten wich der Regen immer öfter der Sonne und die Strasse wurde trockener. Das Tempo der Gruppe war hoch, nicht ganz so schnell wie in der ersten Runde, so dass wir bis kurz vor erreichen des Zielorts zusammenblieben.
Als die Strasse flacher und gerader wurde, Zernez in Sichtweite kam, liesen wir uns den Spass natürlich nicht nehmen und taktierten als gäbe es noch etwas zu gewinnen. Immer wieder wechselten die Positionen bis wir rechts ab in die langgezogene Zielkurve bogen. Es war endlich geschafft, die Freude darüber war allen von uns ins Gesicht geschrieben, wie auch der Dreck der langen Regenfahrt zum Abschluss. Wir waren nass bis auf das Sitzpolster und es stellte sich nach fast acht Stunden im Sattel die Frage:
Meine Begleitung hinauf zum Flüela Pass, Nathalie Alexander, wurde dritte Frau auf der Langen Strecke und Zweite ihrer Altersklasse in 07:42 Stunden. Zweite Frau mit einem knappen 01:14 Minuten Rückstand wurde die Schwedin Eva Lindskog in 06:58 Stunden. Siegerin des langen ENGADIN RADMARATHON 2019 wurde die Vorjahres-Zweite Nina Zoller aus Chur (Graubünden) in 06:57 Stunden. Sie sorgte für ein nervenraufreibendes Finale: Nachdem sie mit grossem Vorsprung den Albula Pass in Angriff nahm, schmolz ihr gosszügiger Vorsprung bis Zernez deutlich.
Für durchgängig Spannung sorgte das Rennen der Herren über die lange Strecke des 14. ENGADIN RADMARATHON. Erst nach der Hälft des Albula Passes konnten sich mit Routinier Mathias Nothegger und Youngster Florian Lipowitz zwei Fahrer von der vierköpfigen Spitzengruppe um Vorjahressieger Thomas Gschnitzer und Maxime Galletti absetzen. Das Duo blieb bis nach Zernez zusammen, „schliesslich fährt sich’s zu zweit schneller“, so der erst 20-Jährige. Im Zielsprint konnte sich der deutsche Nachwuchsfahrer mit seiner jugendlichen Spritzigkeit und winzigen 0,8 Sekunden gegenüber dem 22 Jahre älteren Mathias Nothegger durchsetzen und gewann den ENGADIN RADMARATHON 2019 mit neuem Streckenrekord in 06:09 Stunden – ein 34,8 km/h schnitt für die 214 Kilometer und 3850 Höhenmeter! Noch auf den 3. Platz für der Vorjahressieger Thomas Gschnitzer mit nur sechs Minuten Rückstand.
UNSER FAZIT
Ich denke, mit meiner intensiven und individuellen, detaillierten und teilweise natürlich auch subjektiven Dokumentation, konnte ich ausführlich beschreiben, dass es sich beim ENGADIN RADMARATHON um einen der schönsten, der spektakuärsten und auch der härtesten Jedermann-Radrennen in den Alpen handelt. Wir sind begeistert von der ausgezeichneten Organisation und den zahlreichen freiwilligen Helfern entlang der gesamten Radstrecke und an den Verpflegungsstellen. Das Engadin und das schweizer Dorf Zernez im Kanton Graubünden sollte bei jedem leidenschaftlichen Rennradfahrer, nicht nur einmal auf der Bucketlist stehen. Der ENGADIN RADMARATHON hat echt Klasse statt Masse!
Vielen Dank an die Gemeinde Zernez, an das Organisationsteam um Fabian Schorta und an das Kommunikationsteam um Martina Hänzi.
Am Samstag, 14. September 2019 findet in Paris bereits zum vierten Mal die Nicola Werner Challenge statt. Die Nicola Werner Challenge wurde von Moritz Werner im Andenken an seine Frau Nicola gegründet. Die Künstlerin und leidenschaftliche Rennradfahrerin starb 2016 an Krebs, dessen Ursache ein Human Papilloma Virus war. Mit jedem Pedaltritt und jedem Jahr entwickelt sich die Nicola Werner Challenge weiter und sammelt Spenden für einen guten Zweck. Die vierte Auflage der Nicola Werner Challenge startet unweit des Triumphbogens und führt erstmals auf zwei Touren mit 140 und 210 Kilometer durch den Nordwesten der Île-de-France in den Parc Naturel Régional du Vexin Français. Teilnehmen können alle leidenschaftliche Rennradfahrer*innen jeder Leistungsstufe, denn es gibt vier Geschwindigkeiten und regelmässige Pausen mit ausgezeichneter Verpflegung. Mit der Teilnahme spendet jede*r für die Krebsforschung und unterstützt die Krebsvorsorge, insbesondere die HPV-Impfung.
DER TRAUER FOLGEN TATEN
Für Moritz
Werner brach eine Welt zusammen als er 2016 seine Frau Nicola an den Folgen
einer durch Hpv verursachten
Krebserkrankung verloren hat. In den Monaten und Jahren danach bewältigte er
seinen Schmerz und die Trauer, wie ein leidenschaftlicher Radrennfahrer, der
nach einem Sturz wieder auf sein Rennrad steigt und noch motivierter
weitermacht. Moritz hat seine Trauer angenommen, darin eine neue Chance
gesehen, der echte Taten folgen sollten. Moritz sah in dem Verlust die
Motivation sich in Zukunft für die Prävention dieser furchtbaren, aber dennoch
oft vermeidbaren Krankheit einzusetzen. Seine Motivation hat er darum mit der
gemeinsamen Leidenschaft während der fast 30-jährigen Partnerschaft mit Nicola
verbunden: Das Rennradfahren.
Es begann als
kleine Tour mit Freunden aus Paris und Deutschland und ist seitdem zu einem
internationalen Peloton von mehr als hundert Rennradfahrern*innen gewachsen. Unterstützt
wird die Nicola Werner Challenge von einigen Kooperationspartnern, die einen
grossen Beitrag zum Erfolg der Tour leisten. Darunter sind namhafte Unternehmen
wie Rapha, Mandarin Oriental, Pain Poilâne
und Faber-Castell, um einige wenige
zu nennen.
Moritz Werner
hat mit der Nicola Werner Challenge
in nur kurzer Zeit eine Gruppe gleichgesinnter geschaffen und kann mit deren
Spenden das Institute Gustave Roussy in Paris und das Deutsche
Krebsforschungszentrum in Heidelberg unterstützen. Jedes Jahr werden seitdem Doktoranden
mit dem Nicola Werner Research Award
für exzellente Forschungsleistungen für durch Viren und Infektionen verursachte
Krebserkrankungen ausgezeichnet.
Kurz vor ihrem Tod rief Nicola mit letzter Kraft dazu auf, dass „ Jugendliche auf diese Krankheit aufmerksam gemacht werden. Sie sollen wissen, dass sie sich rechtzeitig gegen den Human Papilloma Virus (HPV) impfen lassen, um der Krankheit zu entgehen und um keine Angst vor HPV zu haben.” Nicola hat Moritz darum gebeten, sich um ihren Wunsch unbedingt zu kümmern, so dass „junge Frauen und deren Mütter sehr früh über die Möglichkeiten der Prävention aufgeklärt werden.” Moritz Werner möchte die Nicola Werner Challenge jetzt auf die nächste Stufe heben und zu einem europaweiten Rennrad Event für den Kampf gegen Krebs entwickeln.
Es ist seine Mission das Bewusstsein für die Krebsvorsorge über die HPV Impfung hinaus zu steigern und insbesondere zugleich mehr Spenden für die Forschung zu sammeln. “Als Nicola und ich uns voneinander verabschiedeten, gab sie mich frei und hat mich gebeten meinem Leben zu folgen”, erzählt Moritz. „Ich habe Nicola versprochen, dass ich mich im Rahmen aller meiner Möglichkeiten dafür einzusetzen werde, um anderen Frauen dieses Schicksal zu ersparen. Die Nicola Werner Challenge ist dank der Teilnehmer, Förderer und unserer Kooperationspartner zu einer etablierten Veranstaltung geworden. Es ist jetzt an der Zeit, dass wir sie als die Plattform zur Förderung des Bewusstseins für Prävention und Risiken durch HPV verursachten Krebs ausbauen.”
Die Nicola Werner Challenge (NWC) ist Europas führendes Rennradevent, das ins Leben gerufen wurde, um das Bewusstsein und die Mittel für den Kampf gegen HPV verursachte Krebserkrankungen zu steigern. Die 4. Auflage der Nicola Werner Challenge findet am Samstag, 14. September 2018 statt. Teilnehmen können leidenschaftliche Rennradfahrer*innen aller Altersklassen ab 18 Jahren und jeder Leistungsstufe. Es werden bis zu 200 Radfahrer aus Frankreich, Europa und Übersee erwartet. Es ist eine Rundtour mit zwei optionalen Touren über 140 und 210 Kilometer durch den Nordwesten der Île-de-France. Es gibt vier Geschwindigkeiten und regelmässige Pausen mit ausgezeichneter Verpflegung. Der Start ist in Paris, am Fahrradladen KM0, in der Nähe des Triumphbogens; sie führt in den landschaftlich reizvollen hügeligen Parc Naturel Régional du Vexin Français. Das Ziel ist im Westen von Paris. Mit der Teilnahme spendet jede*r für die Krebsforschung und unterstützt die Krebsvorsorge, insbesondere die HPV-Impfung.
https://www.sugarandpain.de/wp-content/uploads/2019/07/DSC6319x1920.jpg12811920Stefan Drexl/wp-content/uploads/2024/08/sugar-and-pain-logo.svgStefan Drexl2019-07-18 16:54:512019-07-21 00:24:00NICOLA WERNER CHALLENGE N°4 Mit dem Rennrad HPV verursachten Krebs besiegen
Er zählt zu den
populärsten, zu den grössten und
vor allem zu den schönsten Radmarathons, nicht nur der Schweiz, auch der Alpen:
Der Engadin Radmarathon. Darum
oder gerade deshalb ist der Engadin
Radmarathon ein Rennen der Swiss
Cycling Top Tour, für die sich ausschliesslich Veranstaltungen der
Spitzenqualität mit traumhafter Streckenführung durch eine wunderschöne
Landschaft qualifizieren. Am 7. Juli 2019 findet im Kanton Graubünden die
vierzehnte Auflage des Engadin
Radmarathon statt. Wir werden uns zusammen mit 1500 leidenschaftlichen
Radsportlern auf die 214 Kilometer lange Strecke machen und über die vier
legendären Alpenpässe ordentlich in die Pedale treten.
Ausgangspunkt
des Engadin Radmarathon 2019 ist
Zernez am Tor des ältesten Schutzgebiet der Alpen, dem Schweizerischer
Nationalpark. Mit zwei Routen über 97 und 214 Kilometer erwartet die Athleten
aus ganz Europa erneut ein grossartiges Rennwochenende. Das historische Dorf liegt am Kreuzungspunkt
von Ofenpass-Strasse und Engadin-Route und ist perfekter Ausgangspunkt für
Rennradsportler. Mehr als ein Dutzend traumhafter Passrouten bis jenseits der
2000 Meter können von Zernez bezwungen werden, darunter die legendären
Strassenpässe Albula, Bernina und natürlich das Stelvio (Stilfser Joch).
PROLOG MACHT AUFTAKT DES ENGADIN RADMARATHON
In
diesem Jahr gibt es erstmals einen Prolog vor dem Engadin Radmarathon. Auf einer 6,69 Kilometer langen Strecke
vom Zernez hinauf nach Ova Spin auf 1884 Meter über dem Meer können sich 50
Teilnehmer und 20 Teilnehmerinnen schon am Vortag des Radklassikers messen. Das
spektakuläre Bergzeitfahren mit 439 Höhenmetern kann von den Zuschauern direkt in
Zernez verfolgt werden kann. Der Start erfolgt von einer Rampe auf dem
Expo-Gelände, wo auch auf einem Widescreen per Livestream der komplette Assos Radmarathon Prolog live verfolgt
werden kann.
Ähnlich
dem Zeitfahren der Tour de France starten die TeilnehmerInnen einzeln und im
Startabstand von 30 Sekunden ins
Rennen Richtung Ofenpass, „So dass jeder sein Tempo selbst einteilen muss und
nie genau weiss, wo er im Vergleich zur Konkurrenz steht“, erlärt Fabian
Schorta. Der begeisterte Radrennsportler und OK-Präsident des Engadin Radmarathon kennt die Strecke
selbst aus dem Effeff. „Die ersten Meter laden natürlich zu Höchsttempo ein, sie
sind flach. Aber dann geht‘s gleich in die ersten Rampen. Wir sind gespannt,
wer sich hier die Kräfte am Besten einteilt.“ Mit Blick auf den Sonntag und das
eigentliche Rennen ist das durchaus spannend. Startberechtigt für den Prolog
sind deshalb natürlich nur TeilnehmerInnen des Engadin Radmarathon 2019
BERGWERTUNG ENGADIN RADMARATHON KÖNIGIN UND KÖNIG
Der Engadin Radmarathon wird alljährlich
Anfang Juli ausgetragen, in diesem Jahr am 7. Juli, und gehört zu den grössten
Radrennen der Schweiz. Mit zwei Strecken durch den Schweizer Nationalpark, erst
über die Forcola di Livigno und den Berninapass, sowie dann noch über den Flüela
und Albula ist es zudem eines der schönsten und herausfordernsten Radrennen im
gesamten Alpenraum. Das Besondere am Engadin
Radmarathon ist, dass man am Ende der ersten Runde nach 97 Kilometer und
1367 Höhenmetern wieder am Start- und Zielort in Zernez vorbeikommt und dann
entscheiden kann, ob man direkt ins Ziel abbiegt oder noch die ergänzende 117
Kilometer Runde in Angriff nimmt. Die komplette Strecke des Engadin Radmarathon sind dann 214
Kilometer mit 3890 Höhenmeter.
Ausserdem
neu in diesem Jahr ist die Sonderwertung Engadin
Radmarathon Königin und König.
Es soll damit, neben der schnellsten Fahrerinnen und Fahrer, erstmals auch die Teilnehmerin
und der Teilnehmer mit der aktivsten Fahrweise geehrte werden. An allen vier
Pässen des Engadin Radmarathon,
am Forcola di Livigno. Berninapass, Flüela und Albula, sowie im Engadin Radmarathon Prolog am Samstag werden
zwischen 20 und zwei Punkten vergeben – bei Punktgleichheit entscheidet die
Platzierung im Prolog. Die Fahrerin und der Fahrer mit der höchsten Punktzahl werden
am Sonntag im Rahmen der Siegerehrung gekrönt und erhalten jeweils CHF 1000
Preisgeld.
„Auf
der langen Strecke haben wir immer wieder Fahrer, die es früh versuchen und
lange als Solisten fahren“, erzählt Fabian Schorta. „Diese mutige Fahrweise, welche
das Rennen besonders spannend und unberechenbar macht, möchten wir zusätzlich
belohnen. Wir sorgen damit natürlich auch für noch mehr Bewegung im Feld.“
DIE TRAUMHAFTE ALPENRUNDE IST DIE KRÖNUNG
Eine extra
Anmeldung für den Engadin Radmarathon König
ist nicht erforderlich. Es werden alle Fahrerinnen und Fahrer des Engadin
Radmarathon gewertet. Einzig für den Engadin
Radmarathon Prolog muss man sich zusätzlich anmelden – maximal 50
Teilnehmer und 20 Teilnehmerinnen werden zugelassen –, das erhöht natürlich die
Chancen auf die Gesamtwertung. Der Engadin
Radmarathon wird organisiert von einem motivierten Team um Fabian
Schorta, das über jahrelange Erfahrung im Tourismus und in der Organisation von
Sportevents aufweisen kann.
Wir werden in diesem Jahr nach Graubünden kommen und freuen uns an der traumhaft harten Alpenrunde teilnehmen zu dürfen. Den Prolog am Samstag beobachten wir aber gerne als Zuschauer, das Rennen am Sonntag ist für uns schon eine Herausforderung, Unsere Chancen auf den Titel des Engadin Radmarathon König sind ohnehin gering, eine besondere Krönung unserer Saison werden die 214 Kilometer am 7. Juli 2019 ganz sicher für uns sein. Start ist 7:00 Uhr!
Am Mittwoch, 01. Mai starten wir mit dem SUGAR & PAIN MY RIDE 2019 offiziell in die neue Saison. Gemeinsam Rennrad fahren, keine Zeitnahme, keine Sieger oder Letzten, aber eine wunderbaren Zeit miteinander. Für uns gehört dazu auch Zeit für einen frischen Espresso und leckerer Kuchen. Unser SEASON OPENING RIDE 2019 ist für Jeden, für unsere Athleten, Freunde und deren Freunde – für alle, die einfach Bock auf Rennrad fahren haben.
Endlich wieder draussen mit dem Rennrad fahren, endlich warm, endlich Frühling. Kurz-kurz, Kilometer für Kilometer über den Asphalt durch die explodierende Natur rollen, über Wiesen und Felder, auf Berge und durch Wälder. Wer kennt das nicht? Wunderbar und echte Leidenschaft. Einfach zum genießen, mit jedem Tritt das Surren der Kette, immer weiter bis zum Sonnenuntergang. Ganz so lange wollen wir zwar nicht fahren aber einig Kilometer mit zwischendurch Espresso möchten wir schon sammeln, Doch das Beste daran, wir machen alle genau das, was wir ganz besonders lieben: Rennrad fahren. Und keine Sorge, niemand bleibt auf der Strecke und jeder kommt auf seine Kosten, ganz egal welche Leistung und welche Ambitionen Du hast: Wir starten zusammen in München und kommen wieder zusammen in München an. Du hast die Option zwischend zwei Strecken mit 100 oder 140 Kilometern zu wählen und somit auch zwei Gruppen. In der Gruppe rollt’s immer leichter und die Zeit und Kilometer vergehen wie im Flug. Schliesslich machen wir alle genau das, was wir ganz besonders lieben!
Wir starten im südlichen München, Thalkirchen und rollen gemeinsam Richtung Südosten aus der Stadt heraus. In Oberhaching, bei Kilometer 10 gibt’s einen zweiten Treffpunkt. Nach etwa 40 Kilometern teilt sich die Gruppe. Dann hast du die Möglichkeit zwischen der kürzeren Runde mit langsamen Tempo oder der Größeren in moderatem Tempo zu wählen. Beide Touren führen uns auf verkehrsarmen und stets asphaltierten und Strassen quer durch das bayerische Oberland. Beide Strecken verlaufen parallel und machen nach der Querung des Mangfalltals einen Bogen nach Norden.
Ganz egal für welche Tour Du dich entscheidest, beide Gruppen werden spätestens bei unserer grossen Pause, etwa 40 Kilometer vor München wieder zusammentreffen. Die Kaffeerösterei MERCHANT & FRIENDS wird dann für aromatischen Energieachschub mit mit Espresso und feinsten Kuchenspezialitäten sorgen. Nach einer ordentlichen Dosis Koffein mit intensivem Coffeetalk rollen wir gestärkt und alle zusammen wieder zurück nach München.
Die Teilnahme zum SUGAR & PAIN MY RIDE 2019 ist kostenfrei, Deinen Espresso und Kuchen bezahlst Du selbst. Wir freuen uns natürliche über jede Einladung auf einen Espresso für unsere tolle Organisation. Die exakte Streckenführung mit den Treffpunkten und dem genauen Zeitplan bekommst nach Deiner persönlichen Anmeldung rechtzeitig vor dem SUGAR & PAIN MY RIDE 2019 zugeschickt. Wir haben bei unserer Planung auch stets den Blick auf das Wetter gerichtet, denn auch der 3. Oktober hat schon für manche Überraschung gesorgt. Entsprechend werden wir die Strecken wählen, uns aber auch vorbehalten den SUGAR & PAIN MY RIDE 2019 abzusagen, sollte die Witterung einen sicheren SOCIAL RIDE nicht gewährleisten.
SUGAR & PAIN MY RIDE 2019 / FACTS
WAS Social Ride, Roundtrip WANN MITTWOCH, 01. MAI 2019 WO München, Oberbayern TREFFPUNKT #01 08:30 Uhr / KIOSK 1917(Tierparkstraße 2, 81379 München) ABFAHRT #01 09:00 Uhr TREFFPUNKT #02 09:15 Uhr / KUGLER Alm(Linienstraße 93, 82041 Oberhaching) ABFAHRT #02 09:30 Uhr WER SUGAR & PAIN Athleten, Freunde und Bekannte / Rennradfahrer, Triathleten und Gleichgesinnte / Mädels & Jungs / alle Altersklassen ab 18 Jahre & alle Leistungsstufen vom Fortgeschrittenen bis Profi VORAUSSETZUNGEN Gute Grundlagenausdauer / allgemeine rennradspezifische Fähigkeiten / Erfahrungen im Gruppenfahren / beherrschen der StVO DU BRAUCHST funktionsfähiges Rennrad / Radhelm / Erstazschlauch & Flickzeug / Witterung angepasst Radbekleidung / Regenjacke VERPFLEGUNG Für ausreichend Trinken und Essen selbständig sorgen TEILNEHMERMAXIMUM 24 TEILNAHMEBEDINGUNG Wer mitfahren möchte, muss sich vorab registrieren ANMELDEFRIST DIENSTAG, 30. APRIL 2019 / 12:00 Uhr TEILNAHME kostenfrei (wir freuen uns über deine Espressospende) und verbindlich (sportlich fair, zuverlässig)
SUGAR & PAIN MY RIDE 2019 / BENEFITS
Für Anmeldungen bis 29. APRIL 2019 / 23:59 Uhr
• MAVIC Schlauchtuch windride • MERCHANT & FRIENDS Espresso
• RADLABOR 20% VOUCHER Sitzpositionsanalyse
• ULTRASPORTS ultraBAR
Dabei sein ist ganz einfach: Für Deine Anmeldung zum SUGAR & PAIN MY RIDE 2019 klickst du bitte auf den unteren Link und wählst Deinen Treffpunkt / Startpunkt und Deine geplante Streckenlänge.
• ein Start, ein Ziel
• zwei Gruppen, zwei Tempo optional
• zwei Strecken optional ca. 100 km / 140 km
• zwei Treffpunkte optional
• wir starten gemeinsam, wir fahren gemeinsam, wir kommen gemeinsam an
• wir warten: nach Anstiegen, Bergen und Sprints
• das ist ein Social Ride und soll Menschen zusammenbringen
• du kannst unterwegs auf der Strecke in die Tour einsteigen / aussteigen optional
• für deine Verpflegung sorgst du selbständig
• wer mit uns fahren möchte, muss sich vorab bei uns anmmelden
• Kaffeepause bei MERCHANT & FRIENDS COFFEE ROASTERS in Hermannsdorf
• NO HELMET >> NO RIDE(Absolute Helmpflicht)
• § 1 StVO / Gegenseitige Rücksicht im Strassenverkehr
• Deine Teilnahme am SUGAR & PAIN RIDE erfolgt stets auf eigenes Risiko. Wir übernehmen keinerlei Haftung!
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Die Streckenlänge ist abhängig von der Wahl deines Treffpunkts: Streckenlänge min ca. 80 km (bei Wahl Treffpunkt #02 + Strecke #02), Streckenlänge max ca. 140 km (bei Wahl Treffpunkt #01 + Strecke #01)
Sollten mehr Registrierungen eingehen, als Teilnehmerplätze verfügbar sind, dann entscheidet die zeitliche Reihenfolge der Registrierung. Im Falle einer erfolglosen Registrierung werden wir Dich rechtzeitig informieren. Wir behalten wir uns vor, die Veranstaltung aufgrund schlechter Witterung oder anderer nicht vorhersehbarer Umstände abzusagen. Du kannst Deine Registrierung jederzeit wieder absagen, das wäre natürlich schade. Bitte schreib uns in diesem Fall rechtzeitig eine kurze Nachricht.
Das Angebot ist natürlich unverbindlich und nur gültig bis zum Erreichen des Teilnehmerlimits. Änderungen der angebotenen Inhalte, des zeitlichen Ablaufs, der Auswahl der Trainer, der Kooperationspartner, der Goodies und weitere, behalten wir uns vor. Für sämtliche Inhalte und angebotenen Leistungen gelten unsere DATENSCHUTZERKLÄRUNG, IMPRESSUM und ALLGEMEINEN GESCHÄFTSBEDINGUNGEN.
SUGAR & PAIN MY RIDE 2019 / LIABILITY
Mit Deiner Anmeldung zum SUGAR & PAIN RIDE erklärst Du dich einverstanden, dass Du für Dein Tun und Handeln im Rahmen der Veranstaltung des Trainings, von Seminaren, Kursen, Workshops und ähnlichen Trainingsangeboten selbst verantwortlich bist und stellst SUGAR & PAIN und mich, Stefan Drexl, sowie alle von mir beauftragen Trainer, Personen und Partner, die an der Organisation und Durchführung beteiligt sind, von jeglichen Ansprüchen bei Unfällen, Verletzungen, körperlichen Schäden, Verlusten und anderem frei.
Ich, sowie alle von mir beauftragen Trainer, Personen und Kooperationsparter und Firmen, die an der Organisation und Durchführung beteiligt sind, übernehmen keine Haftung, soweit gesetzlich zulässig. Das Angebot und alle Leistungen sind unverbindlich!
• Deine Teilnahme am SUGAR & PAIN RIDE erfolgt stets auf Dein eigenes Risiko.
• Die Haftung des Veranstalters – auch gegenüber Dritten – ist beschränkt auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit. Dies gilt auch für die vom Veranstalter eingesetzten Firmen, Kooperationspartner und Helfer. Die Haftung des Veranstalters für andere Schäden als solche aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit ist ausgeschlossen, soweit sie nicht auf einer vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Pflichtverletzung des Veranstalters, oder seines gesetzlichen Vertreters oder Erfüllungsgehilfen beruht.
• Der Veranstalter haftet nicht für Ausrüstungsgegenstände, die in der Trainings- oder Wettkampstätte abhandenkommen oder für andere abhanden gekommene Gegenstände der Teilnehmer soweit sie nicht auf einer vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Pflichtverletzung des Veranstalters, oder seines gesetzlichen Vertreters oder Erfüllungsgehilfen beruht. Sie sollten daher gegen Diebstahl versichert sein.
• Mit Deiner Anmeldung erklärst Du dich einverstanden, dass gegen Deine Teilnahme keine gesundheitlichen Bedenken bestehen.
• Mit Deiner Anmeldung per Mail bestätigst Du, dass Du die Ausschreibung anerkennst. Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen.
Mit der Anmeldung erklärst Du dich ausdrücklich einverstanden, dass die im Zusammenhang mit der Veranstaltung hergestellten und Dich darstellenden Fotos, Film- oder Tonaufnahmen in Medien aller Art uneingeschränkt und ohne Anspruch auf eine Vergütung verwendet werden dürfen. Der Veranstalter darf Bilder auf denen Du zu sehen bist für Druckwerke aller Art auch für Werbezwecke für zukünftige Veranstaltungen, kostenlos und uneingeschränkt verwenden. Weder Zuschauer, Betreuer oder Gäste der Veranstaltungen dürfen aufgenommene Fotos, Film- oder Tonmaterial für kommerzielle Zwecke verwenden. Jegliche weitere Vermarktung durch Fotografen und Bilderdienste die keine vertragliche Vereinbarung mit dem Veranstalter getroffen haben, ist untersagt.
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Der Kiosk1917 in Thalkirchebn ist für Jung und Alt, Treffpunkt und Anlaufstelle für Spaziergänger und Isarliebhaber, Outdoorsportler und Rennradfahrer. Neben einem kleinen Kiosksortiment bietet das „1917“ auch exzellenten Espresso und Cappuccino
https://www.sugarandpain.de/wp-content/uploads/2019/04/2019-0501-SGRPN-MY-RIDE-TTL-1377x1920.jpg12801920Stefan Drexl/wp-content/uploads/2024/08/sugar-and-pain-logo.svgStefan Drexl2019-04-02 02:44:582021-01-19 19:18:37SUGAR & PAIN MY RIDE 2019 Season Opening mit Rennrad und Espresso
Vieles im Leben eines Ausdauersportlers lässt sich Woche für Woche, Monat für Monat oder Jahr für Jahr wiederholen. Das tägliche Lauftraining, das regelmässige Schwimmtraining im Verein oder die wöchentliche Rennradrunde mit den Freunden. Für manche Dinge bietet sich vielleicht nur einmal im Leben die Gelegenheit, die man dann unbedingt auch Nutzen sollte. Zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, mit dem richtigen Wetter. An dem Ort, von dem man schon lange, schon seit seiner Jugend träumt: Dem Col de Tourmalet.
Es war einer dieser besonderen Herbsttage, Nebel an der französischen Atlantikküste, Sonne in den Bergen. Im Morgengrauen sind wir von der Cote Basques ins Landesinnere gefahren, in das kleine Städtchen Lourdes, wenige Kilometer hinter Pau am Fusse der Pyrenäen. Am Gave de Pau, der sein Wasser aus den Haute Pyrénées bezieht, parken wir unser Auto. Wir laden die Rennräder aus und ziehen uns an. Die Sonne strahlt, es ist noch etwas frisch. Die Bidons in den Flaschenhalter rein und rollen los, die ersten Kilometer zum warm werden, ganz locker durch den französischen Walfahrtsort. Es ist ein ganz besonderer Ort, für mich ist es vor allem ein besonderer Tag, auf den ich lange gewartet habe. Oft geplant, noch öfter verschoben. Es wird sicher keine Walfahrt, aber der Berg ist mindestens so heilig und legendär. Zumindest unter leidenschaftlichen Rennradfahrer.
In den 80er-Jahre war es für mich Ispiration und Motivation zugleich: Das Buch „Salz im Kaffee“ von Hans Blickensdörfer. Ich habe es verschlungen, viele Male. In Blickensdörfers Roman geht’s um einen talentierten Nachwuchsprofi im Radsport. „Fast alle glauben“, Bud hätte „beim Griff nach den Sternen geschummelt und mit Dynamit nachgeholfen, mit unerlaubten Substanzen, mit Doping.“ Das Selbstbewusstsein des jungen Radprofis ist trotz einiger Etappensiege entsprechend instabil. „In dem kleinen Pyrenäendorf Pau gewinnt Bud wieder den Glauben an sich selbst zurück: Das Gespräch mit einem greisen Schmuggler verleiht ihm neue Willenskraft, um auf dem sagenumwobenen Tourmalet das Gelbe Trikot der Tour de France anzugreifen. Ob er dennoch auch die Stärke besitzt, um all den Verlockungen des Star-Rummels zu widerstehen…?“
„Blickensdörfers augenzwinkernder Einblick in das Seelenleben des größten Radrennens der Welt“ lässt den Leser in die Emotionen eintauchen.“ Ganz besonders die Kapitel um die Tage im baskischen Etappenort Pau und der Ritt über den Tourmalet haben langfristige Auswirkungen auf die Karriere des jungen Romanhelden. Diese Kapitel haben meine Leidenschaft zum Radsport ebenso langfristig geprägt und diesen einen Berg nachhaltig in mein Gedächtnis gebrannt. Seit meiner Jugend habe ich zahlreiche bekannte Strassenpässe mit der Rennrad bezwungen, manche sogar mehrfach. Darunter das Sella Joch, der Stelvio oder der Albula. Es war jedes Mal ein besonderes Erlebnis. Dennoch schlummerte in den hintersten Serpentinen meines Kopfes dieser eine Gedanke, dieser eine Berg: Der Col du Tourmalet.
Mit 2115 Metern über dem Meeresspiegel ist er der höchste asphaltierte Straßenpass der französischen Pyrenäen. Er liegt auf der Nordseite der Pyrenäen und verbindet Saint-Marie-de-Campan mit Luz-Saint-Sauveur. Höher ist nur noch der Port d’Envalira mit 2407 Metern im Prinzipat Andorra. In der Zeit, als noch lange kein Mensch mit einem Rennrad die Route wählte und sich Wolf und Bär „Guten Morgen“ und „Gute Nacht“ im Parc National des Pyrénées sagten, stammt der Name des Tourmalet, der „schlechter Weg“ bedeutet.
1910 wurde der Col du Tourmalet erstmals von der Tour de France überquert. Wir verlassen Lourdes und fahren in östliche Richtung über einen kleinen Ansteig nach Bagnères-de-Bigorre und weiter in die Berge hinein. Der Himmel ist blau, ein warmer Wind bläst über die Pyrenäen und es ist kaum Verkehr. Die Strasse führt uns immer gerade aus bis nach Saint-Marie-de-Campan. In dem Bergdorf geht’s rechts ab und es beginnt mit 1400 Höhenmeter, durchschnittlich 7,5 Prozent Steigung die 18 Kilometer lange Rampe hinauf zum Tourmalet ohne einziger Verschnaufpause – die wenigen Serpentinen haben 12 – 15 Prozent.
Ich könnte jetzT so weiter schreiben und unsere erstmalige, persönliche Etappe über den Tourmalet ausführlichen beschreiben. Es wäre eine weitere Beschreibung des legendären Pyrenäen-Passes. Es gibt darüber unzählige Geschichten, Erzählungen und Beschreibungen. Doch Du solltest Dir Deinen Traum selbst erfüllen und diesen besonderen Berg selbst erleben. Vielleicht werde ich an anderer Stelle darüber berichten, wenn ich eine weitere Gelegenheit bekomme den Tourmalet mit dem Rennrad zu fahren und sogar noch den Col d’Aubisque. Denn er steht auch noch auf meiner To-Do-Liste.
Nur so viel sei erzählt: Es war wunderbar und die Abfahrt hinunter nach Luz-Saint-Sauveur einfach traumhaft. Kurz vor Pierrefitte-Nestalas war dann ein Tunnel aufgrund von Bauarbeiten für Radfahrer gesperrt. Ein freundlicher Bauarbeiter meinte, ich hätte zwei Optionen: Die Umleitung über den Tourmalet oder einen Autofahrer zu fragen, ob er mich und mein Rennrad durch den 300 Meter langen Tunnel mitnimmt. Ich lachte unglaubwürdig, doch er meinte es ernst. Währenddessen kam ein älterer Baske aus seinem Kleinlaster zu uns rüber und meinte spontan, ob er helfen könnte. Er packte mein Rad in seinen Wagen, zum Glück nicht in den Anhäger mit den vier Schafen und brachte mich auf die andere Seite. Die Strasse windete sich durch die engen Schluchten entlang des Gave de Pau, bis sich allmählich das Tal immer weiter öffnete und die Sonne auch wieder die Strasse erreichte. Nach 101 Kilometern erreichten wir wieder Lourdes, die Freude über diese wunderbare Tour durch die Pyrenäen war gross. Ich hatte mir mit dem Coll du Tourmalet endlich einen langen Jugendtraum erfüllt.
Der französischen Ingenieur war Ehrendirektor der Compagne Du Midi und einer der wichtigsten Förderer der Erschliessung der Route Pic durch die französischen Pyrenäen. Zu Ehren von Jean-Raoul Paul ist am Pass des Col du Tourmalet eine Bronzetafel angebracht. MEHR INFORMATIONEN …
EUGENE CHRISTOPHE 1885-1970
Die französische Radsportlegende erlitt am 9. Juli auf der Abfahrt vom Col du Tourmalet während der Tour de France 1913, als Gesamtführender, einen Gabelbruch als Folge eines Sturzes. Nach 14 Kilometer Fussmarsch reparierte Christoph seine Gabel selbständig in einer kleine Schmiede im Bergdorf Saint-Marie-de-Campan, ohne Zuhilfenahme Ditter, ganz entsprechend des Reglements, so dachte er. Dennoch erhielt der Franzose aufgrund der Hife von Aussen eine dreiminütige Zeitstrafe vom Renndirektor: Eine kleiner Junge hatte den Blasebalk während des Schmiedens betätigt, um das Feuer am Brennen zu halten. Eugene Christophe kam Stunden nach den Ersten im Etappenziel Bgnères de Luchon an, aussichtslos auf den Gesamtsieg und erreichte Paris als Siebter gesamt. Sein bestes Ergebnis einer Tour de France war der zweite Platz 1912 mit drei Etappensiegen. 1919 war Eugene Christophe der erste Träger des neu eingeführten, gelben Trikots. Mit 41 Jahren beendete die französische Legende 1926 seine Radsportkarriere. In Saint-Marie-de-Campan, am Fusse des Anstiegs zum Col du Tourmalet steht in Anerkennenung und Erinnerung an seinen couragierten und leidenschaftlichen Fahrstil eine lebensgrosse Bronzestatue mit der reparierten Gabel nach oben gestreckt in seiner Hand. MEHR INFORMATIONEN …
Der Luexemburger war Initiator der ersten Etappe durch die Pyrnenäen und über den Col du Tourmalet während der Tour de France 1910. Alphonse Steines war 1924 unter anderem Mitgründer der Association Internationale de la Presse MEHR INFORMATIONEN …
OCTAVE LAPIZE
Am 21. Juli 2010 überquerte Octave Lapize in Führung liegend als erster Radsportler den Col du Tourmalet, der während der 8. Etappe erstmals Teil der Tour de France war. Bevor es auf der 326 Kilometer langen Etappe von Luchon nach Bayonne auf den höchsten Strassenpass hinauf ging Octave Lapize erst den Col de Peyresourde und den Col d’Aspin erklimmen. Le Géant du Tourmalet, wie ihn die Frnzosen nennen, zu deutsch Der Gigant des Tourmalet, holte im weiteren Verlauf auch den Gesamtsieg der achten Tour de France. In Gedenken an Octave le Géant steht auf der Passhöhe während der Sommermonate eine überdimenisionale Skulptur des französischen Radrennfahrer, die bei meiner Premiere, aufgrund des nahenden Winters, bereits abgebaut war. MEHR INFORMATIONEN …
https://www.sugarandpain.de/wp-content/uploads/2018/11/2018-1025-CYCL-Tourmalet-22x1200TTL.jpg8001200Stefan Drexl/wp-content/uploads/2024/08/sugar-and-pain-logo.svgStefan Drexl2018-11-11 11:11:042018-11-25 07:01:49COL DU TOURMALET Ein Jugendtraum mit dem Rennrad
Wir lassen das Stilfser Joch hinter uns und fahren vom Vinschgau in die Dolomiten zur Sella Ronda. Über das Val Gardena erreichen wir am späten Abend das Bergdorf Wolkenstein am Fusse des Grödner Jochs. Verdammt lange her, dass sich die Gelegenheit und auch das Wetterfenster für eine Tour um das faszinierende Bergmassiv mit dem Rennrad bot. Für den nächsten Tag habe ich eine erweiterte Variante der Sella Ronda über den Valparola geplant.
Die aufgehende Sonne lässt die Gipfel der Dolomiten glühen während unten das Grödner Tal noch im Nebel gebettet ruht. Heute ist Herbstanfang und es ist kühl, sehr kühl. Nein, es ist sogar richtig frisch, schliesslich liegt Wolkenstein auf 1550 Meter und das macht durchaus einen Unterschied zu Prad im Vinschgau. Wir lassen uns Zeit mit der der Vorbereitung. Ich bestelle zwei Cappucini dopio in einer Espresso Bar, das macht warm, wach und bringt den Stoffwechsel auf Touren. Für den Anfang ziehe ich mir Ärmlinge und noch eine Weste an.
Als die ersten Sonnenstrahlen über die Sella Gruppe blinseln, schinge ich mich in den Sattel. Ohne viel Schnickschnack geht es aus dem Dorf hinaus und direkt hinein in den Anstieg. Nach fünf Kilometern fahre ich intuitiv links weg zum Passo Gardena, lege mich damit auf eine eine Runde im Uhrzeigersinn fest. Etwa vier Stunden später, so hoffe ich, werde ich an selber Kreuzung auf der Abfahrt vom Sella wieder vorbeikommen. Die Steigung ist mit durchschnittlichen acht Prozent moderat. Ich gebe zu, dass ich durchaus bedenken hatte, wie das heute laufen würde. Insbesondere nach der Vorbelastung tags zuvor, mit Passo Umbrail und dem Stelvio.
Eine Flachpassage entlang der gewaltigen Sella Nordwand erlaubt es durchzuschnaufen bevor es über die letzten Serpentinen hoch auf 2121 Meter zur Passhöhe des Grödner Jochs geht. Nach nicht einmal einer Stunde fahre ich endlich aus dem kühlen Schatten des Sella Massivs und habe den erste Streich geschafft. In der Morgensonne rollt es über die Wiesenhänge wie auf einer Achterbahn hinunter nach Corvara in Badia. Schnell ist der nördlichste Skiort der Sella Rondo erreicht und anstatt jetzt gleich über den Passo Campolongo nach Arabba abzubiegen, fahre ich talauswärts weiter nach Alta Badia (Stern).
DER VALPAROLA IST NICHT NUR FÜR RENNRADFAHRER EIN GESCHICHTSTRÄCHTIGER ORT
Dort geht’s dann schliesslich rechts nach Cortina zum Passo di Valparola ab. Es rollt gemütlich bergan durch das weitläufige Tal, nach Süden ist der Blick frei auf denn gesamten Sellablock. Vor mir bauen sich unterdessen schon wieder die senkrechten Felsen der Cima Cunturines auf. Die Lockerheit und hohe Trittfrequenz mit der ich mich nach 7,5 Kilometern dem Talende nähere ist trügerisch. In einer leichten Strassenbiegung geht es prompt mit 11 Prozent in den nächsten Anstieg. Einzig die wenigen Kehren des 2168 Meter hohen Passes lassen nunmehr die Trittfrequenz wieder die 75 Umdrehungen erreichen, die Steigung ansonsten konstant. Oberhalb der Baumgrenze wäre ein genussvoller Rundumblick, wäre, denn statt bei der 1000 Meter Marke Erleichterung zu verspüren und zu geniessen kulminiert die Steigung, selbst die Kehren jeder Serpentine sind jetzt ‚tipico italiano’: steiler als ihre Geraden. Wie diesen historischen Alpenpass wohl einst die Steinzeitmenschen oder später Pferde bewältigt haben?
Zurück in die Gegenwart: Mein Blick auf einen türkis schimmenden, kristallklaren Gebrigssee vor der Passhöhe ist der Lohn der Schinderei. Das karge Hochplateau des Valparola auf 2168 Meter ist nicht nur für Rennradfahrer ein geschichtsträchtiger Ort. Daran erinnert unter anderem das Festungswerk Tre Sassi der ehemaligen österreich-ungarischen Sperrkette vor Beginn des ersten Weltkrieges. Nach einer kurzen Abfahrt erreiche ich den etwa 60 Höhenmeter tiefer gelegenem Passo di Falzarego (2105 hm) in der Provinz Belluno. Den historischen Gebirgssattel dominiert ein großer Kreisverkehr, den neben ein paar Rifugio und einer Espresso Bar, vor allem die Talstation der Lagazuoi Seilbahn prägt. Vor allem von Cortina d’Ampezzo lassen sich die Touristen in Bussen hier hochkarren, um die grossartige Aussicht auf Marmolada im Westen, die Civetta und Monte Pelmo im Süden, sowie den Monte Cristallo und die Cinque Torri im Osten zu geniessen. Ein Espresso doppio und ich bin weiter!
DAS PORDOIJOCH IST EIN KURBLER, GLEICHMÄSSIG STEIGEND
Mein Weg führt mich den Falzarego hinunter, entlang an den Hängen des Hochtals nach Arabba. Dort trifft man von Corvara kommend wieder auf die Passtrasse des Campolongo. Nahtlos geht es in Arabba in die 9,5 Kilometer lange Auffahrt zum Passo Pordoi über. 650 Höhenmeter gilt es auf dem vorletzten Pass erneut gut zu machen. Das Pordoi scheint bislang die sanfteste Steigung zu sein, wenn gleich die Steigung ähnlich der anderen Pässe ist. Jeder kennt das, zehn Prozent sind nicht gleich zehn Prozent. Herzfrequenz und Belastungsempfinden sind jedenfalls identisch in der Komfortzone. Das Pordoijoch ist ein Kurbler, die Ostrampe gleichmässig steigend. Kurz und schmerzlos erreiche ich seine Passhöhe auf 2239 Meter, die nicht lange zum Verweilen einlädt.
Ein Power Gel vor der Abfahrt, in weiser Vorahnung auf den letzten Höhepunkt des Tages und ich schwinge mich durch die Serpentinen Richtung Canazei hinunter. Die langen Bremswege vor den Kehren lassen einen deutlich anspruchsvolleren Anstieg der Westrampe erahnen, selbst wenn die Fakten des Höhenprofils etwas anderes sprechen. Aus dem Nichts, eine kleine Kreuzung und scharfe Rechtskurve. Wer das nicht weiss, der steht. Mitten im Wald teilt sich die Strasse hinauf zum Sella. Für 300 Meter ist es plötzlich so steil, dass es eigens einen Streifen für Radfahrer gibt.
Die letzten 5,5 Kilometer und 400 Höhenmeter bergauf stehen vor mir. Die Südrampe zum Passo Sella liegt zur Mittagszeit komplett in der Sonne und dennoch sind die Temperaturen heute angenehm warm. Mit jeder Kehre geniesse ich jetzt den Anstieg im Wissen, welche Strecke heute schon hinter mir liegt und dem Finale vor mir. Noch dreimal kehre ich in die Sonne, noch dreimal aus der Sonne, noch zwei Mal, noch ein Mal. Tausend Meter steht auf einer Bodenmarkierung neben berühmten Namen von Radprofis und dann stehe ich am höchsten Pass meiner heutigen Tour. meines ganz persönlichen Giro della Sella Ronda.
Alle Anstrengung vergessen. Was könnte man jetzt alles sagen, Worte können diesen Moment, die gesammelten Eindrücke, einzigartigen Augenblicke und Gedanken kaum beschreiben. Am Ende wäre vieles gesagt und doch nicht alles erzählt. Es ist einfach ein wunderbares Gefühl – ein geiles Gefühl, ganz oben auf einem Bergpass angekommen zu sein. Und heute waren es bei mir derer vier.
Nach zwei Cappuccini ist es an der Zeit ins Tal zu rollen. Es wird frisch, steht man zu lange hier oben auf 2244 Meter. Für die Abfahrt ziehe ich wieder Ärmlinge und meine Weste an. Die Westrampe hat wenig Serpentinen und ein beinahe konstantes Gefälle, hier ist der Name Programm. Seit viereinhalb Stunden sitze ich jetzt im Sattel und passiere tatsächlich nach vier Stunden erneut die Abzweigung zum Passo Gardena. Zurück in Wolkenstein steige ich exakt nach einhundert Kilometern mit einem breiten Grinsen, glücklich und zufrieden von meinem Rennrad. Tage wie dieser sind unbezahlbar und kann Dir keiner mehr nehmen.
Es war mein Vater, der gemeinsam mit mir vor 30 Jahren zum ersten Mal die Sella Ronda gefahren ist und auch die Alpen von Norden nach Süden mit dem Rennrad überquert hat. Er hat in mir die Leidenschaft des Rennradfahrens gestärkt, Demut vor und Faszination für die Berge und die Natur geweckt. Er hat mir beigebracht, große Herausforderungen mit Willenskraft und Training zu bewältigen. Ich bin Ihm dafür sehr dankbar und hoffe, dass ich auch meinen Kindern etwas von diesem besonderen Gefühl auf Ihrem eigenen Weg mitgeben kann. Danke Papa!
https://www.sugarandpain.de/wp-content/uploads/2018/10/2018-0921-CYCL-Stelvio-Sella-32x1920.jpg12801920Stefan Drexl/wp-content/uploads/2024/08/sugar-and-pain-logo.svgStefan Drexl2018-10-06 06:10:122018-10-06 22:26:06PAPA IS A RIDING STONE Mit dem Rennrad über Stelvio, Sella und Valparola 2
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