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Die Anzahl hochgeladener Trainingseinheiten auf Strava & Co. geht seit Beginn der Corona-Pandemie durch die Decke, doch das Körpergefühl bleibt auf der Strecke. Auf den digitalen Trainingsplattformen werden durchschnittliche Wattleistungen, NPs, FTPs KOMs und sogar Höhenmeter verglichen. Ausdauersportler nehmen immer öfter an virtuellen Rennen teil, deren absurde Herausforderungen im digitalen Everesting gipfeln. Ausdauersportarten werden immer öfter indoor im Wohnzimmer oder Keller, ja sogar in aufwendig eingerichteten Pain Caves auf dem Ergometer oder Laufband durchgeführt, deren Trainingserfolg einzig an banalen Zahlen oder dem maximalen Schweißverlust fest gemacht wird. Der gesundheitliche Benefit des Ausdauertrainings für Körper und Geist weicht der Technik, die sportliche Bewegung in der Natur und an der frischen Luft rückt das Körpergefühl in den Hintergrund. Das Training als banales Mittel zum Zweck.

Um Missverständnisse auszuschließen: Ich bin ein großer Fan von digitaler Technik und Innovationen, die uns, den Trainer*innen und Athlet*innen die Planung und Durchführung sowie die Steuerung und Analyse des sportlichen Trainings erleichtern und es verbessern. Jedoch sollte deren Einsatz im Training nachhaltig geplant und strukturiert sein, sodass es uns in unserem Tun vor allem da sinnvoll unterstützt, dort, wo es uns wirklich nützt. Vor allem von Freizeitsportlern. In meinem Kommentar stelle ich das bewusst überspitzt dar, um eine mitunter groteske Entwicklung einer Sportart zu skizzieren, deren Faszination eigentlich vom Kampf mit sich und den natürlichen Elementen lebt. Zu differenzieren ist der berufsbedingte Einsatz digitaler Technologien im Sport, wie bei Trainern gegeben.

NICHT AUF JEDEN TRENDZUG AUFSPRINGEN

Doch mit Beginn der Corona-Pandemie ist diese Entwicklung ähnlich exponenziell wie die Inzidenz des Covid19-Virus. Meine Kritik zielt deshalb in erster Linie auf die stark zunehmende sinnfreie Nutzung digitaler Trainingsmöglichkeiten und das Posten banaler Zahlen zum Zweck der persönlichen Selbstdarstellung anstelle qualitativen Contents. Meine Kritik zielt also keineswegs auf die zahlreichen digitalen Trainingsplattformen, Technologien und virtuellen Rennanbieter ab. Sie schaffen absolut fantastische neue technische und hochwertige Möglichkeiten, deren optimale Vermarktung ist schließlich ihr Job.

Wer für einen realen Triathlon, für einen IRONMAN oder eine Challenge im Sommer trainiert, der sollte nicht bei jeder Gelegenheit auf jeden Trendzug aufspringen, der durchs Dorf rollt, um dadurch sein eigentliches Ziel aus den Augen zu verlieren. Einige Hobbytriathleten kopieren, simulieren oder imitieren sogar eins zu eins manche Trainingsmethoden von Profis, vom Materialeinsatz ganz abgesehen. Wir alle kennen schließlich den oder die Athlet*In, die in jeder ihrer Trainingseinheiten persönliche Rekorde aufstellen, aber am Tag X in ihrem Saisonhighlight, dann wenn’s zählt, spektakulär explodieren.

ENTWICKLUNG EINES POSITIVEN KÖRPERGEFÜHLS

Alle diese digitalen „Spielereien“, ob auf Zwift, Rouvy, Sufferfest und den vielen diversen digitalen Trainingsplattformen können durchaus besondere Vorteile für die Motivation haben. Die Ergebnisse virtueller Challenges sagen jedoch selten etwas über die tatsächliche Leistungsfähigkeit aus. Sie können auch kaum eine Prognose für die Leistungsentwicklung oder Vorhersage für den Renntag sein. Das Problem liegt dabei meist in der Spontanität und oder unstrukturierten Planung und Umsetzung solcher Trainingseinheiten durch die Sportler selbst.

Viele Triathleten können sich in ihr digitales Training so sehr hineinsteigern, dass sie dabei den Blick aufs große Ganze verlieren: Die gesamte Trainingsplanung aller drei Disziplinen mit dem Fokus auf Tag X, das geduldige Training der Grundlagenausdauer, die Entwicklung eines positiven Körpergefühls und eine regelmäßige Regeneration.

Kennt man seine aerobe und anaerobe Schwelle und weiteren leistungsbestimmenden Parameter, lassen sich die Belastungen im Training und am Tag X mit den entsprechenen technischen Geräten perfekt steuern. Was aber, wenn die Sportuhr bereits beim Schwimmen im Wasser verloren geht oder der Radcomputer ausfällt?

BESTE WETTKAMPFSTRATEGIE

Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, Trainingseinheiten nicht nur nach banalen Zahlen und zu häufig digital zu absolvieren, sondern möglichst oft nach Körpergefühl draußen zu trainieren, um die Zusammenhänge der Zahlen zu verstehen. Verwende Sportuhr, Radcomputer, Herzfrequenz- und Leistungsmesser wie Werkzeuge, denn sie sind auch genau nur das. Lerne den Zusammenhang zwischen den Meßwerten und deinem Körpergefühl für Intensität und Speed unter verschiedenen äußeren Bedingungen richtig zu interpretieren. Wie unterscheiden sich leichte, moderate und intensive Belastungen? Denn das macht Dich unabhängig und vor allem flexibel. Die beste Wettkampfstrategie.

Versuche im Training, ganz egal für welche Distanz und in welcher Disziplin konsequent ein Gefühl für deine Geschwindigkeit zu entwickeln, die Du am Tag X schwimmen, fahren oder laufen möchte. Das heißt selbstverständlich nicht, dass Du stets mit Race Pace trainieren sollst. Aber der Schlüssel für eine echte, nachhaltige Verbesserungen besteht darin, die Vorbereitungszeit auch dafür zu nutzen der eigenen Geschwindigkeit und der Belastung vertrauen zu lernen.

AB UND ZU DAS DISPLAY ABKLEBEN

Ich lege großen Wert darauf, regelmäßig ohne Uhr zu laufen oder ohne Radcomputer mit dem Rennrad zu trainieren. Im Schwimmtraining hat die Uhr ohnehin nichts am Handgelenk zu suchen. Das immer besser werdende Körpergefühl für Tempo und Intensität hilft besser einschätzen zu können, wie lange man unterwegs ist und weit stark man sich belasten kann. Je fitter man wird, um so genauer wird das Körpergefühl innerhalb einer Trainingseinheit. Wer dennoch weiter Daten sammeln möchte, klebt einfach ab und zu das Display ab.

Je mehr Körper und Geist im Einklang sind, umso besser lässt sich die geplante Intensität der jeweiligen Trainingseinheiten erreichen, ohne die Zahlen zu kennen. Wirklich zu spüren, was im Körper während intensiver Belastungen vorgeht und auch zu verstehen, könnte im Wettkampf den entscheidenden Unterschied ausmachen.

DAS KÖRPERGEFÜHL MACHT DEN UNTERSCHIED

Es gibt Athlet*innen, die können wie ein Uhrwerk rennen und liefern zuverlässig exzellente Leistungen ab. Man kennt ihre Zahlen und weiß ungefähr, an welcher Position sie aus dem Wasser kommen, wie viel Watt sie treten und welche Splits sie laufen. Ist die Konkurrenz allerdings einmal stärker, bleibt ihnen wenig Spielraum nach oben und sie haben kaum eine Antwort. Ihre körperliche Leistungsfähigkeit ist auf Kante genäht. Es fehlt ihnen der Mut etwas zu riskieren, um noch etwas härter und schneller zu rennen, aus Angst zu überziehen, weil sie ihrem Körper nicht vertrauen, es mangelt an Körpergefühl. Ihr Rennen orientiert sich ausschließlich an den Zahlen ihrer Sportuhr und ihres Radcomputers. Aber Triathlon ist keine Mathematik, wer Grenzen verschieben möchte, der muss schneller als 100% rennen und braucht dafür weniger Technik und mehr Gefühl für Körper und Geist.

Wer also nur innerhalb der ihm bekannten Werte das Ziel erreichen oder eine neue persönliche Bestzeit aufstellen möchte, der teilt sein Rennen einfach nach den Zahlen ein. Wer seine Grenzen aber verschieben möchte, wenn’s hart wird oder spitz auf Knopf steht, der hat mit einem guten Körpergefühl die Möglichkeit, bisher geltenden Leistungsgrenzen zu durchbrechen. Das könnte im Ziel dann der entscheidende Unterschied zwischen einem Platz auf dem Stockerl und einer Teilnahmemedaille sein.

ÜBRIGENS

Die Absurdidät einer einzig an Zahlen ausgerichteten Wettkampfstrategie eskaliert in der Berechnung der Wettkampfverpflegung auf die Kommastelle genau. Nicht auszudenken, was mit sämtlichen vorab akribisch berechneten Werten für Watteistung und Kohlenhydrataufnahme geschieht, wenn unverhersehbare Ereignisse, wie eine Panne oder ein Wetterumschwung die Renndauer verlängern. Wahrscheinlich ein emotionales Desaster für die oder den Athlet:in. In diesem Sinne, frohes Schaffen und bleibt gesund.

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Fotocollage enthält Bildmaterial von ©Strava, ©Zwift, ©Traineroad, ©Rouvy, ©Sufferfest, ©Wahoo, ©Garmin, ©h/p/cosmos

Auf der Suche nach mehr und besseren Möglichkeiten mein Training und das meiner Athleten aufzuzeichnen und zu analysieren, haben wir die SUUNTO 9 entdeckt. Das neue Multisport Flagship von Suunto ist der Nachfolger der Spartan Ultra oder auch der Spartan V2. Suunto hat mit dem Modell 9 seine Modellbezeichnungen geändert, falls der Ein oder Andere verwirrt sein sollte. So läutet die Suunto 9 auch keine tatsächliche neue Modellreihe ein, sondern ist vielmehr eine Weiterentwicklung, eine Evolution der etablierten Spartan Serie – zumindest die Optik betreffend. Der sollte jedoch nicht täuschen: denn hinter der Fasade verbirgt sich durchaus neue Technologie. Am markantesten ist der neu integrierte, optische Herzfrequenzsensor, der weitere Ausbau der Suunto App und des Webservices. Wir haben uns von Suunto das neue Modell 9 geliehen und im Vergleich mit unserer Polar V800 für ein halbes Jahr im Wasser, am Rad, zum Laufen und Langlauf Skating getestet.

Die Suunto 9 ist eine 24/7 Uhr, deren dezentes Erscheinungsbild nicht aufdringlich wirkt, wie manch andere globige Multifunktionsuhr. Das mag vor allem an den hochwertigen Materialien des Leichtgewichts liegen.  Die 72 Gramm leichte Suunto 9 hat ein schwarzes Gehäuse aus glasfaserverstärktem Polyamid auf dem ein Saphirkristall sitzt, dass von einer gebürsteten Edelstahllünette eingefasst ist. Ein weiches Armband aus flexiblem Silkon sorgt für komfortablem Sitz der Suunto 9 am Handgelenk.

Der finnische Uhrenspezialist hat mit dem neuen optischen Herzfrequenzsensor drei weitere markante Features in sein neues Flagship gepackt. Die Suunto 9 kommt vor allem mit erheblich verbesserter Akkulaufzeit von maximal 120 Stunde: “Built to last – Just like you!“, oder zu deutsch, „Grundsolide – genau wie sie!“ Nummer zwei ist der neue, abgefahrene GPS-Tracking-Modus FusedTrack dank des neuen GPS-Prozessors von Sony und wesentlich exakterer Höhenmessung für Auf- und Abstieg. Wer kennt das nicht, das er zurück am Startpunkt weniger Abstieg als Aufsteig hatte, oder deutlich unter dem Meeresspiegel mit seinem Training startet.

SUUNTO 9 Multifunktionsuhr – Läuft länger als du kannst © Simon Drexl

DIE WESENTLICHEN DETAILS DER SUUNTO 9

Individualisten haben jetzt sogar die Option jedes beliebige Armband für ihre Suunto 9 zu verwenden. Mit dem Update wird erstmals eine universelle Befestigung für gängige Armbändern von 24 mm Breite angeboten. Daneben gibt es natürlich noch eine Vielzahl weiterer Updates, die ich hier kurz und knapp aufzählen möchte:

  • NEU! FusedTrack bietet die Möglichkeit einen GPS Track aufzuzeichnen ohne GPS Datenfluss
  • NEU! GPS-Prozessor von SONY (bislang SIRF)
  • NEU! Optischer Herzfrequenzsensor von VALENCELL der neuesten Generation 1.2
  • NEU! Wechselbare Armbänder mit branchenüblicher Breite 24 mm
  • NEU! 120 h Akkulaufzeit im Ultra Modus / 25 h im Performance Modus
  • OPTION! Permanentes 24/7 HR-Tracking rund um die Uhr
  • OPTION! Dynamische Änderung der Batterieoptionen während des Trainingsmodus, um das Ziel zu erreichen
  • OPTION! Wechsel in den Super-Low-Power-Chrono-Modus, um das Training zu beenden
  • OPTION! „Intelligente“ Warnhinweise bei geringer Akkulaufzeit am Tag vor dem langen Trainingseinheiten
  • Etwas größere (höhere) Knöpfe mit besserer Formgebung
  • Kompatibilität mit der neuen mobilen App „Suunto“ und der auf Sports Tracker basierenden Webplattform
  • 599 EUR ohne Brustgurt * (UVP)
  • 649 EUR mit Brustgurt * (UVP)

* einen extra Brustgurt zur Herzfrequenzmessung gibt’s optional für 80 EUR (UVP)

Falls dich manch anderes technische Feature oder Detail mehr interessiert, dann findest du dazu mehr Informationen in einschlägigen Technik-Blogs. Entsprechende Links dazu habe ich am Ende dieses Beitrags gelistet.

Für mich und unseren Test der SUUNTO 9 sind in erster Linie die Funktionen für Training und Wettkampf wichtig. Grosse Bedeutung kommen der Usability und den Analysemöglichkeiten für eine zügige und präzise, sowie eine gute visualisierte Auswertung per App und über die Website zu. Entscheidend ist zudem die Konnektivität mit Plattformen von Drittanbieteren, wie Strava, TrainingPeaks und Time2Tri

SUUNTO 9 Multifunktionsuhr – Läuft länger als du kannst © Simon Drexl

AUF AUGENHÖHE DER MITBERWERBER ANGEKOMMEN

Der Wettbewerb unter den Herstellern hochwertiger Multifunktionsuhren nördlich der 400 EUR-Marke ist hart umkämpt, der Markt entsprechend überschaubar. Die Mitbewerber, allen voran GARMIN und POLAR, buhlen seit Jahrzehnten um die Gunst der Ausdauersportler, der Läufer, Rad- und natürlich Triathleten. Seit kurzem mischt ein weiterer Globalplayer auf dem Spielfeld der Multifunktionsuhren mit: WAHOO. WAHOO hört seiner Zielgruppe ganz genau zu, bricht mit Konventionen, insbesondere in Sachen PR, schmeisst alles technisch Mögliche in einen Topf und reduziert es in Form und Funktion auf das Nötigste, durchdacht und massgeschneidert auf ambitionierte Radsportler. Das Ergebnis ist der WAHOO Elemnt Bolt, eine Erfolgsgeschichte. Bislang gibt es von WAHOO „nur“ einen Radcomputer und „noch“ keine Multisportuhr, dafür aber einen richtig guten und zuverlässigen noch dazu. Platzhirsch ist das schweizer Unternehmen GARMIN, dass mit enormer Manpower in seinem Headquater Olathe, Kansas eine hohe Frequenz an Modellzyklen und zahlreicher Innovationen an den Tag legt. Auch wenn’s nicht auf Anhieb rund läuft, wie mit den Leistungsmesspedalen Vektor 1, ganz egal. Die wahrscheinlich populärsten Produkte sind der GARMIN Edge und GARMIN Forerunner.

SUUNTO 9 Multifunktionsuhr – Läuft länger als du kannst © Simon Drexl

POLAR, Erfinder des Herzfrequenzmesser, geht bedachter an das Thema ran, mitunter wirken die Finnen manchmal etwas verträumt und versäumen durchaus den ein oder anderen Innovationszug. Mit manch neuem Modell lassen sich die Finnen durchaus länger auf sich warten, so zum Beispiel mit dem Radcomputer V650. Seit nunmehr fünf Jahren warten Polar-Fans erneut auf ein echtes Update. Umso überaschender das Release der neuen POLAR Vantage: Ein Paukenschlag und echter Hingucker, wenngleich für mich nicht nachvollziehbar. Die Vantage Serie ersetzt nach nur fünf Jahren das Erfolgsmodell V800, wei gänzlich verschiedene Uhren-Konzepte mit unterschiedlichen Zielgruppen. Zwar verfügt Suunto im Segment der Multifunktionsuhren längst nicht über die Ressourcen im Entwicklungsbereich, wie GARMIN und hat auch die Herzfrequenzmessung relativ spät integriert, dennoch ist SUUNTO spätestens mit seinem Modell 9 auf Augenhöhe angekommen. SUUNTO setzt auf Nachhaltigkeit und möchte Geräte entwickeln, von denen das Unternehmen überzeugt ist, dass sie langlebiger und zu hundert Prozent auf die Anforderungen von Ausdauersportlern abgestimmt sind: Längere Akkulaufzeit, besseres GPS-Tracking, exaktere Höhenmessung und insbesondere solide Zuverlässigkeit.

SUUNTO 9 Multifunktionsuhr – Läuft länger als du kannst © Simon Drexl

NOCH GENAUERE ROUTEN- UND DISTANZDATEN DURCH SUUNTO FUSEDTRACK

Da GPS viel Strom verbraucht, ist die Batterielaufzeit für die genaue Aufzeichnung von Distanz und Route bei langen Ultraläufen oft ein einschränkender Faktor. Der einzigartige Suunto Algorithmus FusedTrack™ liefert verbesserte Routen- und Distanzdaten durch die Kombination aus GPS- und Bewegungssensor-Daten. Somit kann die Batterielaufzeit durch niedrigere GPS-Leistung verlängert werden, ohne wirkliche Kompromisse bei der Genauigkeit eingehen zu müssen.

Der Wechsel zu SONY als neuen Hersteller des verbauten GPS-Prozessors ist ein Schritt davon und hat sich gelohnt: Die Genauigkeit der Pace bei Tempowechseln, insbesondere der Reaktionsschnelligkeit bei Intervallen ist stark. Überzeugend ist dabei die Akkulaufzeit. Bislang waren 32 Stunden das Maximum für eine einsekunden getacktete GPS-Aufzeichnung, spätestens dann war Zeit für den Low-Battery-Modus, wie zum Beispiel bei Garmin. Durch das neue FusedTrack™ läuft die SUUNTO 9 immer weiter. Ob es Triathleten tatsächlich einmal nutzen, sei dahingestellt, für Ultrarunner und Long Ride Roadbiker ist die SUUNTO 9 jedenfalls geradezu perfekt.

LEERER AKKU – NIE WIEDER, SO LANGE DU LÄUFST

Mit dem Performance Modus, Endurance Modus und Ultra Modus gibt es drei vordefinierte Energiemodi für die Akkulaufzeit. Ausdauersportler können insbesondere auf Ultradistanzen bei eingeschaltetem GPS-Tracking zwischen 25 und 120 Stunden lang aufzeichnen. Mit dem Start der Trainingsaufzeichnung wird im aktuell eingestellten Modus die verbleibende Akkulaufzeit geschätzt und angezeigt. Falls diese dann nicht mehr ausreichen sollte, kann Energie Modus jederzeit gewechselt werden.

An den aktuellen Akkustand der Suunto 9 erinnert ganz smart der Aktivitätenverlauf, so dass die Multifunktionsuhr für das nächste Training wierder rechtzeitig voll aufgeladen werden kann. Die Suunto 9 erkennt einen niedrigen Grenzwert des Akkustandes während des Trainings selbständig und empfiehlt automatisch den Wechsel zu einem anderen, energiesparenden Modus.

SUUNTO 9 Multifunktionsuhr – Läuft länger als du kannst © Simon Drexl
SUUNTO 9 Multifunktionsuhr – Läuft länger als du kannst © Simon Drexl

HERZFREQUENZMESSUNG MIT DER SUUNTO 9

Die in der SUUNTO 9 integrierten Valencell-Sensoren zur Herzfrequenzmessung funktionieren individuell unterschiedlich. Eine korrekte Messung ist abhängig von der Position der Uhr am Handgelenk, von Handgelenksform und Hautfarbe. Für eine einwandfrei Funktion sollte die Uhr fest sitzen, so dass die Sensoren stets plan auf der Haut aufliegen. Das ist in dynamischen Sportarten, wie Schwimmen und Laufen schwer realisierbar und mitunter beengend. Für eine 24/7 Herzfrequenzmessung im Alltag oder einen RR-Messung im Schlaf funktioniert die SUUNTO 9 mit HR Sensoren einwandfrei. SUUNTO spricht deshablb auch von einer „geschätzten Handgelenks-Herzfrquenzmessung“. Für die zuverlässige, lückenlose und präzise Herzfrequenzmessung, wie sie zum Beispiel für eine effiziente Umsetzung des Lauftrainings erforderlich ist, deshalb nachwievor einen Brustgurt angelegen. Der ist je nach Modell im Package enthalten oder kann als Zubehör von SUUNTO gekauft werden.

SUUNTO 9 Multifunktionsuhr – Läuft länger als du kannst © Stefan Drexl

DIE SUUNTO 9 IM WASSER

Eine exakte Streckenmessung sowie das Zählen der Schwimmbahnen im Wasser ist für jede Multifunktionsuhr eine grosse Herausforderung: Rotationsbewegungen, Richtungwechsel, Über- und Unterwasserphasen. Eine menge Potential für Fehler und, wer mich kennt, der weiss, was ich von Schwimmen mit Uhr halte. Zu meiner Überraschung hat SUUNTO mit dem Modell 9 scheinbar einige Lösungen gefunden. Wenn eine Uhr zum Schwimmen Sinn macht, dann überhaupt im Freiwasser, um neben sichtbaren Orientierungspunkten im Wasser oder am Ufer auch messbare Orientierungswerte zu haben und sein Training entsprechend der Trainngsplanung durchführen zu können. Bislang zuverlässig war dafür nur die Zeitmessung. Mit der Sunnto 9 funktioniert jetzt die Streckenmessung mit nur 2-3% Abweichung zuverlässig und sogar der geschwommene Track ist mit einer latenten Nivellierung treffsicher. So kann endlich auch die Geschwindigkeit im Wasser mit der geplanten Intensität abgeglichen werden und gibt einem Trainer ein hilfreiches Tool zur Hand.

SUUNTO 9 Multifunktionsuhr – Läuft länger als du kannst © Simon Drexl

Die SUUNTO 9 kann auch einen SWOLF Wert (Schwimmzugeffizienz) ausgeben, der im Test auf einer 50 Meter Schwimmbahn exakter war als auf nur 25 Meter. Die Messung der Armzugrequenz lieferte bei langen Armzügen zuverlässigere Daten als bei einer hohen Freuqenz mit kurzen Zügen. Die Geschwindigkeit zwischen den Wenden lieferte die exakt selben Daten, wie die parallele Handmessung und auch das Tracking mit den Richtungswechseln im Pool war in sieben von zehn Trainingseinheiten stimmig. Die Differenz lag dann aber bei maximal minus 50 oder 100 Meter. Dan Grund dafür konnte ich nicht herausfinden. Der SWOLF setzt sich aus der gemessenen Zeit und der gebrauchten Anzahl an Armzügen zusammen. Das hat natürlich wenig Aussagekraft über die Qualität des individuellen Kraulstils und der Kraultechnik, sprich über das Zustandekommen des SWOLF. Exzellent wäre zum Beispiel der SWOLF Wert 70, mit 30 Sekunden und 40 Armzüge über 50 Meter. Wie bereits erwähnt, kann ich ein dauerhaftes Tragen einer Multifunktionsuhr während des Schwimmtrainings im Schwimmbecken nicht empfehlen, die SUUNTO 9 macht aber tatsächlich Spass, weil sie besonders zuverlässig funktioniert.

SUUNTO 9 Multifunktionsuhr – Läuft länger als du kannst © Suunto

MIT DER SUUNTO LÄUFTS LÄNGER BESSER

Die Basissportarten Laufen und Radfahren sollten GPS-Multifunktionsuhren aus dem Effeff beherschen. Für die neue SUUNTO 9 ist das natürlich keine Herausforderung. Ganz im Gegenteil, das Tracking funktioniert prima bis auf die üblichen Ausreisser unter Brücken, in Tunnels und Galerien, sowie dicht bewaldeten Wegen. Die Distanz- und Geschwindigkeitsmessung dadurch nur maginal beeinträchtigt. Wird die SUUNTO ordentlich kalibriert, so sind auch die Höhenangaben bis auf ±0,5 Meter genau. Lediglich Aufstieg und Abstieg könnten aufgrund von Druckunterschieden oder Wetteränderungen variieren. Mit dem SUUNTO FootPOD (extra Zubehör) können Laufeinheiten absolut exakte ausgeführt werden, neben Schrittfrequenz und Pace wird auch die Bodenkontaktzeit gemessen. Die SUUNTO 9 kann sogar mit dem Leistungsmesser STRYDE gekoppelt werden.

SUUNTO 9 Multifunktionsuhr – Läuft länger als du kannst © Suunto

ES ROLLT PRÄZISE KOMPATIBEL MIT NUMMER 9

Zwar braucht es auf dem Rad die etwas weniger chice Lenkerhaltung – kann ich dennoch nur empfehlen, anstatt für den Blick auf die Uhr stets die Hand vom Lenker zu nehmen–, um alle Werte stets im Blick zu haben. Der separat erhältliche Geschwindigkeits- und Trittfrequenzmesser kann zuverlässig per Bluetooth Smart mit der SUUNTO 9 gekoppelt werden (manch anderer finnischer Mitberwerber hat da noch immer so seine Probleme) und sendet sekündlich präzise Daten. Sogar Leistungsmesser, ganz egal ob im Pedal oder in der Kurbel verbaut, können leicht gekoppelt werden. Die SUUNTO 9 kann dann Durchschnitt und Maximum messen, Leistungsverteilung und –diagramme, sowie Leistungsspitzenkurven über den Webservie Movescount.com auswerten.

SUUNTO 9 Multifunktionsuhr – Läuft länger als du kannst © Suunto

DIE NEUE APP VON SUUNTO IST VIELSEITIGER DENNJE

Alle aufgezeichneten Trainingeinheiten können von der SUUNTO 9 mit der neuen SUUNTO App synchronisiert werden und langfristige Trends einschließlich täglicher Aktivitäten und Schlaf verfolgt werden. Die SUUNTO 9 kann auch dauerhaft mit der SUUNTO APP verbunden werden und so Benachrichtigungen zu eingehenden Anrufen, Nachrichten und Benachrichtigungen in ihrem Tagesgeschehen immer anzeigen. Die SUUNTO App ist im App Store und bei Google Play erhältlich.

HILFREICHE LINKS & WEITERE TESTS

https://www.suunto.com/de-de/Produkte/Sportuhren/suunto-9-baro/suunto-9-baro-black/
https://www.dcrainmaker.com/2018/07/suunto-9-multisport-gps-in-depth-review.html
https://www.sport-pulsuhr.de/suunto-9-multisport-gps-uhr-vorgestellt-und-im-test/
https://www.airfreshing.com/testbericht-suunto9-gps-multisportuhr-smartwatch
https://www.munichmountaingirls.de/magazin/suunto-9-test

PHOTOCREDITS

Stefan Drexl
Simon Drexl

Wenn dir der Winter mit Schnee und Kälte wieder einmal einen Strich durch dein geplantes Radtraining macht, dann ist das Rollentraining auf einem stationären Biketrainer eine optimale Alternative, um nicht erneut die Laufschuhe zu schnürren oder in den Pool zu springen und an der Radform zu arbeiten. Das regelmässige Training auf dem stationären Biketrainer ist witterungsunabhängig, ermöglicht einen sanften Trainingseinstieg und sorgt für die wichtigen Grundlagenkilometer. Mit kaum einem anderen Trainingsgerät lassen sich radspezifische Schwächen effektiver verbessern als auf einem Biketrainer. Per Widerstand und Trittfrequenz lässt sich das Training sehr gut steuern und ideal an der Kraftausdauer und Schnellkraft feilen. Also rauf auf die Rolle, damit die Form der vergangenen Saison nicht ganz verloren geht und es in der nächsten noch besser rockt und rollt.
 
 

Für die Meisten startet die neue Radsaison in den eigenen vier Wänden ist auf dem Biketrainer – zumindest für all jene nördlich der Alpen, die ein Trainingsziel haben oder nur schwer von ihrem Rennrad zu trennen sind. Die ersten Kilometer des Jahres nach der Off-Season können zwar anfangs manchmal zäh und schwer sein, doch mit einem guten Roadmovie oder einer Trainingssoftware, wie ZWIFT kommt man wieder relativ zügig in einen lockeren Tretrhythmus, und das im wohlig-warmen, trockenen Heim. Darin liegen für manch einen auch die besondere Motvation und grossen Vorteilen des Rollentrainings: Bei Nässe, Kälte oder Dunkelheit, ganz egal, man kann sich je nach Lust und Laune zu jeder Tages- und Nachtzeit auf den Sattel schwingen und lostreten. Vorausgesetzt der Nachbar hat einen guten Schlaf. Es gibt also kaum noch Ausreden, das Rennrad länger in der Ecke stehen zu lassen. Mit dem richtigen Sound auf den Ohren, einem packenden Film im Blick und einem guten Rollentrainer, kommt es schon mal vor, dass so mancher mehr Kilometer im Wohnzimmer runterspult als die restliche Saison auf der Strasse – das macht Bock auf Rock ’n’ Roll.
 
 

DIE FREQUENZ UND WATT STEUERN DAS ROLLENTRAINING

Auch auf den Rollentrainer solltest du stets gut erholt steigen und das stationäre Kilometersammeln nicht als Secondhand-Training oder notwendiges Übel betrachten. Das Radtraining auf dem stationären Biketrainer ist für den Körper sehr anstrengend und auch für den Kopf äusserst belastend, besonders wegen des fehlenden Gegenwindes. Die Körpertemperatur steigt während des Rollentrainings aufgrund der fehlenden Kühlung um fast drei Grad an. Selbst die Herzfrequenz und gefühlte Belastung sind bei gleicher Leistung meist etwas höher als auf der Strasse. Es kann deshalb vorkommen, dass die gewohnten Trainingsbereiche weniger relevant sind und teilweise angepasst werden müssen. Es is aus diesem Grund auch nur bedingt geeignet, ausschliesslich die Herzfrequenz für die Trainingssteuerung zu nutzen.
 
 

DIE GRUNDLAGENAUSDAUER NICHT VERNACHLÄSSIGEN

Die Herzfrequenz zusammen mit dem relativen Belastungsempfinden stets im Blick zu haben ist dennoch sinnvoll zu empfehlen, um nicht irgendwann überhitzt vom Rad zu fallen. Deshalb auch auf dem Rollentrainer regelmässig trinken. Am besten kombiniert man die Herzfrequenz mit der Trittfrequenz und benutzt ein Powermeter, das die absolute Belastung in Watt misst, sofern im Budget. Denn ansonsten ist das Risiko natürlich gegeben, dass man sich regelmäßig überbelastet und die Grundlagenausdauer vernachlässigt. Ein typisches Phänomen zu vieler, intensiver Spinning-Stunden im Sportstudio oder zu vieler ambitionierter Trainingsrennen auf ZWIFT. Auch das winterliche Radtraining auf dem Rollentrainer erfordert eine cleverer Trainingsplanung und Trainingssteuerung.
 
 

WINTERTRAINING BIKETRAINER Rock ’n’ Roll im Takt der Trittfrequenz / Der KICKR Rollentrainer von WAHOO © wahoofitness.com

WINTERTRAINING BIKETRAINER Rock ’n’ Roll im Takt der Trittfrequenz / Der KICKR Rollentrainer von WAHOO © wahoofitness.com


 
 

MODERNE BIKETRAINER FÖRDERN KOORDINATION, KONDITION UND MOTIVATION

Auf stationären Biketrainern, wie dem WAHOO Kickr und ähnlichen, kann neben der Trettechnik auch ideal an der Koordination, Biomechanik und Ökonomie des Rennradfahrens gearbeitet werden. Abwechselnd einbeinig zu treten, trainiert den runden Tritt und die koordinativen Fähigkeiten, um die verschiedenen Tretphasen richtig auszuführen. Ebenso stellen Antritte und kraftvolle Sprints mit hohen Trittfrequenzen sowie HIIT-Einheiten grosse Herausforderungen dar, deren Trainingseffekte für die Leistungsentwicklung äusserst positiv sind. Viele Übungen, die im Freien kaum oder nur schwer unter gleichbleibenden Bedingungen ausgeführt werden können, lassen sich auf neuen Rollentrainern mit hoher Schwungmasse und einem festem Standgewicht optimal in das Trainingsprogramm integrieren.
 
 

Die Trainingseinheiten auf dem stationären Biketrainer sind also nicht nur ein geeignetes Alternativtraining, um noch mehr mit jeder Kurbelumdrehung aus jedem Tritt herauszuholen, sondern können selbst dann, wenn’s draussen schon milder wird, in den wöchentlichen Trainingsplan optimal integriert werden. Der Komfort moderner Rollentrainer ist dank neuer technischer Möglichkeiten und der Digitalisierung enorm gestiegen. Wer das Training auf der Rolle regelmässig in seine Vorbereitung auf die Radsaison oder Triathlonsaison einplanen möchte oder vielleicht sogar muss, der sollte etwas mehr investieren und kann damit nicht nur seine Leistung, sondern auch die Motivation für das Radtraining in den eigenen vier Wänden erheblich zu steigern.
 
 

ROLLENTRAINING MIT TRETTECHNIK FÜR SCHNELLKRAFT UND KRAFTAUSDAUER

 
TRAININGSDAUER 77 min
 
ERWÄRMEN
15 min Warm Up
95 – 100 U/min Trittfrequenz, locker – moderater Widerstand steigern
 
TECHNIK
15 min „Runder Tritt“
5 x (1 min 85 U/min einbeinig links plus 1 min einbeinig rechts plus 1 min 105 U/min beidbeinig, moderater Widerstand)
Beachte: Oberkörper stabilisieren, Hüfte nicht vorkippen!
 
SCHNELLKRAFT
15 min Sprints
5 x (2 min locker 85 – 95 U/min + 1 min steigern auf maximale Trittfrequenz, moderater – harter Widerstand)
Beachte: fester Griff am Unterlenker, im Sattel sitzen (nicht hüpfen), Oberkörper stabil!
 
KRAFTAUSDAUER
22 min Hill Climb progressiv
Start 2 min 120 Watt 75 – 85 U/min
Alle 2 min plus 10 Watt (Trittfrequenz halten)
Finish 2 min 220 Watt 75 – 85 U/min
 
AUSROLLEN
10 min Cool Down
95 -100 U/min, moderater – leichter Widerstand mindern mindern.
 
 

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PHOTOCREDITS
Stefan Drexl

Schon die ersten Sonnenstrahlen über dem Isartal versprachen einen goldenen Herbsttag auf dem Rennrad für unseren SUGAR & PAIN ENDLESS SEASON RIDE 17 durch’s bayerische Oberland. Die Idee: Eine herrliche Tour zum gemeinsamen Saisonabschluss und gleichzeitig lockeren Auftakt der nächsten Trainingssaison mit unseren Athletes & Friends durch den Indian Summer. Der Plan: Quer durch’s bayerische Oberland in entspanntem Tempo mit viel Zeit für persönliche Gespräche und einer intensiven Pause bei frischem Espresso. Das Resultat: 12 Rider, 140 Kilometer, unzählige Espressi und eine ganze Menge Spass.

 

Die Saison war durch und somit endlich wieder mehr Zeit, um sich in bester Gesellschaft auf das Rennrad zu schwingen. Zeit für persönliche Gespräche und die spannenden Geschichten, Zeit zu fachsimpeln, zu philosophieren und zu geniessen. Der Herbst ist die perfekte Zeit ohne jeglichem Trainingsdruck das Erlebte mit Freunden und Gleichgesinnten Revue passieren zu lassen. Und das Beste daran ist, dass alle währenddessen genau das machen, was sie ganz besonders lieben. Die Vorhersage für den 14. Oktober versprach schliesslich bestes Rennradwetter mit Sonne satt und 22 Grad.
 

SUGAR & PAIN ENDLESS SEASON RIDE 17 Indian Summer, Rennrad und viel Espresso / Morgenstimmung in den Isarauen zum Start © Stefan Drexl

SUGAR & PAIN ENDLESS SEASON RIDE 17 Indian Summer, Rennrad und viel Espresso / Morgenstimmung in den Isarauen zum Start © Stefan Drexl

 

Im Gruppo Completto der Sonne entgegen

Zum Auftakt unseres ENDLESS SEASON RIDE gab’s erst einmal einen frischen Espresso an unserem ersten Treffpunkt am Kiosk 1917 in Thalkirchen. Schliesslich lieben wir nicht nur Rennradfahren, sondern auch guten Kaffee, das gehört für uns schon immer zusammen. Entsprechend eingestimmt und mit Koffein gestärkt ist das erste Gruppetto um 10:30 Uhr über Harlaching, durch den Perlacher Forst gen Osten zur Kugler Alm aufgebrochen, um dort die weiteren Fahrer zu treffen. Gemeinsam ist il gruppo completo dann der Sonne entgegen bis zum Toursplit nach Otterfing geradelt, und hat dabei die ersten 35 Kilometer intensiv zum ersten Small Talk oder auch erst kennenlernen genutzt.
 

SUGAR & PAIN ENDLESS SEASON RIDE 17 Indian Summer, Rennrad und viel Espresso / Im Windschatten der jungen Wilden, Markus und Maxi rollt's locker s/w © Stefan Drexl

SUGAR & PAIN ENDLESS SEASON RIDE 17 Indian Summer, Rennrad und viel Espresso / Im Windschatten der jungen Wilden, Markus und Maxi rollt’s locker s/w © Stefan Drexl

 

Endless Season Ride – Ein Ritt durch den Indian Summer

Dort nutzten dann ein paar Fahrer die Option einer kürzeren, flacheren Route zu unserer gemeinsamen Kaffeepause bei MERCHANT & FRIENDS COFFEE ROASTERS nach Hermannsdorf zu fahren. Für alle Anderen ging’s über den Taubenberg durch das Mangfalltal und Leitzachtal nach Bruckmühl. Fortan wurden Strassen schmäler und leerer, die Berge länger und steiler. Aber vor allem wurde es erheblich wärmer, der Himmel blauer und die Wälder immer Bunter. Die Fahrt durch den goldenen Herbsttag wurde zu einem Ritt durch den Indian Summer.
 

SUGAR & PAIN ENDLESS SEASON RIDE 17 Indian Summer, Rennrad und viel Espresso / Auf abgelgenen Strassen durch den herbstlichen Wald © Stefan Drexl

SUGAR & PAIN ENDLESS SEASON RIDE 17 Indian Summer, Rennrad und viel Espresso / Auf abgelgenen Strassen durch den herbstlichen Wald © Stefan Drexl

 

Der Kick mehr Koffein

Pünktlich um zwei Uhr nachmittags, nach dreieinhalb Stunden und fast ein hundert Kilometern war Hermmannsdorf erreicht. Hinter uns lag bisher eine selektive und abwechslungsreiche, vor allem aber eine landschaftlich herrliche Strecke. Das kleine Gruppetto der kürzeren Route war schon eine halbe Stunde eher eigetroffen und die Espressomaschine in der Kaffeerösterei MERCHANT & FRIENDS COFFEE ROASTERS bereits vorgeheitzt. Andi Merchant, der Gründer von MERCHANT & FRIENDS COFFEE ROASTERS hat uns sehr herzlichen empfangen und sein Barista Lienhart Rau stand längst an den Siebträgern, um den frisch gemahlenen House Blend mit 20% Edelrobusta in unsere Tassen zu pressen. Die edlen Robustabohnen in Merchant’s Bar Mischung geben dem Espresso mehr Körper, eine kräftigere Crema und den gewissen Kick mehr Koffein. Ein Geschmacksabenteuer, dass einfach Bock auf exzellenten Kaffee macht und genau das, was die Fahrer nach zwei Drittel des ENDLESS SEASON RIDE brauchen.
 

SUGAR & PAIN ENDLESS SEASON RIDE 17 Indian Summer, Rennrad und viel Espresso / Ein Cappuccino in veredelter Bio Qualität gibt's bei Merchant & Friends © Stefan Drexl

SUGAR & PAIN ENDLESS SEASON RIDE 17 Indian Summer, Rennrad und viel Espresso / Ein Cappuccino in veredelter Bio Qualität gibt’s bei Merchant & Friends © Stefan Drexl

 

Süsse Gaumenfreuden für die Heimfahrt

Wer noch etwas mehr Kraft braucht, für den gibt’s Merchant’s SEVENth aus 40% Arabica und 60% Edelrobusta mit einer sehr runden und weichen Tonalität. Übrigens, was den Unterschied der Bohnen von Arabica und Robusta betrifft, das erfahrt Ihr HIER. Dazu gab’s einen selbsgemachten Apfelkuchen für die süssen Gaumenfreuden und um die Speicher noch etwas mit Kohlenhydraten für die Heimfahrt zu befüllen. WUNDERBAR!
 

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Rechtzeitig zurück zum Ironman Hawaii

Nach einer Stunde Entspannung in der warmen Herbstsonne bei Kaffee und Kuchen haben wir uns wieder in den Sattel geschwungen. Das letzte Drittel galt es noch gen Heimat zu radeln und schliesslich wollte jeder pünktlich zurück sein, denn noch ein weiteres Highlight stand an diesem Samstag Abend auf dem Plan: Der Start des Ironman Hawaii, die Weltmeisterschaft der Triathleten über die Langdistanz war an diesem Abend in Kona und Jan Frodeno wollte das Triple. Doch es kam anders, als mancher dachte, wie sich nachts um halb drei jeder live verfolgen konnte.
 

Wir hatten zum Glück an diesem Nachmittag keine Langdistanz mehr vor uns und haben unsere Rückfaht auch wieder gemeinsam in Angriff genommen. Es galt nur noch einen Anstieg zu überwinden und dann im Schutze des Windschattens 30 Kilometer auszurollen. Nach und nach trennten sich die Wege mancher Fahrer von unserer Gruppe, um die direkte Strecke heimwärts zu nehmen und so kamen wir wieder mit dem selben Gruppetto aus sechs Fahrern an unserem Ausgangspunkt am Kiosk 1917 in Thalkirchen an.
 

SUGAR & PAIN ENDLESS SEASON RIDE 17 Indian Summer, Rennrad und viel Espresso / Windschattenspiele vs. Lichtschattenspiele © Stefan Drexl

SUGAR & PAIN ENDLESS SEASON RIDE 17 Indian Summer, Rennrad und viel Espresso / Windschattenspiele vs. Lichtschattenspiele © Stefan Drexl

 

Ein wunderbarer Tag zum ENDLESS SEASON RIDE 17

Besser kann man eine Saison auf dem Rennrad eigentlich nicht beenden und die Vorbereitung auf die nächste Saison starten. Nach wunderbaren 140 Kilometern mit Gleichgesinnten und Freunden ist der SUGAR & PAIN ENDLESS SEASON RIDE 17 schon wieder Geschichte und wir freuen uns schon auf das nächste Jahr. Geschichte schrieb in dieser Nacht dann auch noch Patrick Lange, der sich auf Hawaii mit einem beherzten Marathon und Streckenrekord zum King of Kona krönte. Was für ein gelungenes Rennen für Patrick und was für ein wunderbarer Tag!
 
 

FACTS ENDLESS SEASON RIDE 2017

  • WANN Samstag, 14. Oktober 2017
  • WER Frauen & Männer, Mädels & Jungs, alle Altersklassen, aller Leistungs
  • START 01 10:20 Uhr Treffpunkt 01 Kiosk 1917 / Abfahrt 10:30 Uhr
  • START 02 10:50 Uhr Treffpunkt 02 Kugler Alm / Abfahrt 11:00 Uhr
  • STRECKE Quer durch’s bayerische Oberland (Round Trip)
  • DISTANZ 100 km / 140 km +/- (je nach Treffpunkt)
  • TEMPO Ø 26 – 28 km/h
  • PAUSE 60 km / 100 km +/- MERCHANT & FRIENDS COFFEE ROASTERS

 

PARTNER DES ENDLESS SEASON RIDE 2017

MERCHANT & FRIENDS Coffee Roasters
CANYON Pure Cycling
MAVIC
POLAR
ULTRASPORTS
 

PHOTOCREDITS

© Jochen Hoops / www.creativehubparis.com for Nicola Werner Challenge 2016
© Stefan Drexl

 

Am Samstag, 14. Oktober findet unser SUGAR & PAIN Endless Season RIDE 17 statt, unser Saisonausklang 2017 für Athletes & Friends. Mit dem Rennrad fahren wir eine herrliche Tour durch das bayerische Oberland in entspanntem, moderaten Tempo. Eine lockere Rennradrunde unter Sportlern, mit Freunden und Gleichgesinnten, und auch für den ein oder anderen, den Du dabei erst kennen lernst. Es ist Zeit für interessante Gespräche und spannende Geschichten während dem was wir am Liebsten tun. Dazu gehört natürlich auch guter Espresso und Cappuccino aus frisch gerösteten Kaffeebohnen. Es wird also ganz sicher keine Trainingseinheit, es gibt keine Zeitnahme und Du kannst auch nichts gewinnen ausser einer wunderbaren Zeit miteinander und ein tolles Erlebnis. Gerade deshalb solltest Du bei unserem SUGAR & PAIN Endless Season RIDE 17 dabei sein.

 

Endlich haben wir wieder mehr Zeit für persönliche Gespräche und für die spannenden Geschichten der vergangenen Saison ohne jedem Trainingsdruck und Ambitionen während dem, was wir zwar nicht unbedingt am Besten können aber dafür am Liebsten tun: Rennradfahren. Darum möchten wir für ein paar Stunden und Kilometer eine tolle Zeit gemeinsam mit Dir, mit Freunden und Gelichgesinnten erleben, und auch mit dem ein oder anderen, den Du dabei erst kennen lernen wirst. Schließlich ist der Herbst die beste Gelegenheit eine erfolgreiche Saison Revue passieren zu lassen, Erlebtes auszutauschen, Ideen zu sammeln und Pläne zu schmieden.
 

SUGAR & PAIN Endless Season RIDE 17 mit nachhaltigem Geschmack

Im Oktober heißt es die letzten wärmenden Sonnenstrahlen geniessen und die Tage zu nutzen, wie sie kommen, wenn der Indian Summer seine ganze bunte Pracht entfaltet. Und das Beste daran ist, dass alle von uns währenddessen genau das machen, was Du auch ganz besonders liebst. Genau deshalb legen wir auch großen Wert auf frischen Espresso, Cappuccino und Kuchen in einer der regionalen Kaffeeröstereien und machen eine intensive Pause bei MERCHANT & FRIENDS COFFEE ROASTERS in Hermannsdorf. Für die richtige Qualität Deines Koffeinbedarfs ist also auch gesorgt, denn der ist schliesslich nicht nur eine Frage des guten Geschmacks, sondern ebenso bedeutend für Deine Gesundheit und die Nachhaltigkeit, wie Dein Training und die Regeneration.
 

Unsere Strecke wird Dich von Thalkirchen auf ruhigen Straßen über das südliche Münchener Umland in das Mangfalltal führen. Von dort fahren wir weiter nach Nordosten Richtung Hermannsdorf / Glonn, wo wir nach etwa 80 Kilometern eine ordentliche Pause bei MERCHANT & FRIENDS COFFEE ROASTERS für den aromatischen Koffeinnachschub mit feinsten Kuchenspezialitäten machen werden. Nach unserer Kaffeepause mit hoffentlich intensivem Small Talk fahren wir gen Westen wieder zurück nach München.
 

Perfekte Wettervorhersage für den SUGAR & PAIN Endless Season RIDE 17

Die exakte Streckenführung mit aktuellem Zeitplan und Treffpunkten bekommst nach Deiner persönlichen Anmeldung rechtzeitig zugeschickt. Es ist möglich in zwei Gruppen mit unterschiedlichen Tempi zu fahren und wir haben auch eine kürzere Strecke zum Zwischenstopp in Hermansdorf als Alternative für eine zweite Gruppe. Die Anmeldung und der SUGAR & PAIN Endless Season RIDE 17 sind kostenfrei. Deinen Espresso oder Cappuccino und Kuchen bezahlst du natürlich selbst. Wir von SUGAR & PAIN freuen uns natürliche über jede Einladung für die Organisation des Endless Season RIDE 17.
 

Wir überlegen uns mit unserem Kooperatiosnpartner MAVIC noch eine kleine Überraschung den ENDLESS SEASON RIDE. Ich persönlich werde erstmals die neuen tubeless Comete Pro Carbon SL UST in den Rahmen einspannen um die entspannte Tour mit der Gruppe für einen ersten Praxistest zu nutzen. Unser Ausweichtermin bei schlechter Witterung ist Sonntag, 15. Oktober 2017. Aktuell sieht die Wettervorhersage nach einem perfekten spätsommerlichen Herbsttag aus. Für unser Planung der Tour und der Kaffeepause bitten wir um Deine schnellst mögliche Anmeldung bis spätestens Freitag 13. Oktober 2017, 12:00 Uhr.
 

JETZT ANMELDEN
 
 

ENDLESS SEASON RIDE FACTS 2017

 
WANN & WO

  • Samstag, 14. Oktober 2017 (Ausweichtermin Sonntag, 15.10.)
  • 10:20 Uhr Treffpunkt 01 Kiosk 1917 (Tierparkstraße 2, 81379 München)
    10:30 Uhr Abfahrt
  • 10:50 Uhr Treffpunkt 02 Kugler Alm (Linienstraße 93, 82041 Oberhaching)
    11:00 Uhr Abfahrt

 

WAS

    • Round Trip
    • 2 Distanzen ca. 80 km und ca. 120 km +/- (je nach Treffpunkt)
    • Tempo Ø 26 – 28 km/h
    • Pause nach ca. 60 oder 80 km +/-
    • 2 Strecken(tba. je nach Witterung)

 

WER

    • Frauen & Männer, Mädels & Jungs
      (ab 16 Jahren mit Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten)
    • beherrschen der StVO und des Gruppenfahrens
    • Teilnehmerlimit 20 FahrerInnen

 

EXTRA

    • zwei Gruppen und zwei Tempo möglich
    • zwei Strecken mit selbem Pausenziel möglich
    • wir starten gemeinsam, wir fahren gemeinsam
    • wir warten nach Anstiegen auf die Langsameren
    • es ist ein Social Ride und soll Menschen zusammenbringen
    • es besteht die Möglichkeit auch anderswo zum Gruppetto dazu zu stossen
    • selbständige Verpflegung
    • Kaffeepause bei MERCHANT & FRIENDS COFFEE ROASTERS in Hermannsdorf
    • Deine Teilnahme erfolgt auf eigenes Risiko
    • NO HELMET >> NO RIDE (Absolute Helmpflicht)

 

KOSTEN

    • Deine Teilnahme am SUGAR & PAIN Endless Season RIDE 17 ist kostenfrei
    • Deinen Espresso / Cappuccino + Kuchen bezahlst du natürlich selbst
    • Ich freue mich natürliche über jede Einladung für die tolle Organisation des Endless Season RIDE 17

 

PREISE

    • Zucker, Brot und Peitsche – Sugar and Pain!

 
 

PARTNER DES ENDLESS SEASON RIDE

Rennradschuh Mavic CXR Ultimate
CANYON
FIZIK
MAVIC
POLAR
 

PHOTOCREDITS

© Jochen Hoops / www.creativehubparis.com for Nicola Werner Challenge 2016

 

 

Am 01. Oktober gings nach vielen Jahren wieder in die Karnevalshochburg an den Rhein um zum Saisonfinale den Marathon Köln 2017 zu laufen. Unter dem Motto RUN YOUR WORLD standen die 42,195 Kilometer durch die Hauptstadt der Jecken ganz im Zeichen der Freude und Freiheit des Laufens. Große Ambitionen hatte ich nur fünf Wochen nach dem Ironman Vichy eigentlich keine aber ich sag’s ja nur ungern: Das Wochenende, die Menschen und die Stimmung entlang der sehr winkeligen Strecke waren spektakulär. Und dann war da noch Profi Triathlet Andreas Niedrig. Kölle alaaf!

 
 
Nach einer zu langen Anreise von München sind wir am Freitag Abend nach neun Stunden in Köln angekommen. Verdammt lang her als ich zuletzt hier war, vor vielen Jahren noch während meines Studiums der Sportwissenschaften. Nach einen schnellen, unkomplizierten Check-In im Hotel am Friesenwall war der direkte Weg zu einem erst kürzlich eröffneten, vietnamesisch Restaurant, dass ausschliesslich vegetarisch kocht und biologischen Tofu verwendet. Nicht, dass ich Vegetarier wäre, doch ein Beitrag in der Stadtrevue Köln machte mich in der Tat neugierig.
 

MARATHON KÖLN 2017 Run Your World alaaf / Das Chum Chay ist der neue Stern am Kölner Himmel vegetarisch vietnamesischer Garküchen © Stefan Drexl

MARATHON KÖLN 2017 Run Your World alaaf / Das Chum Chay ist der neue Stern am Kölner Himmel vegetarisch vietnamesischer Garküchen © Stefan Drexl


 

VEGETARISCHE GARKÜCHE & VIETNAMESISCHE URLAUBSROMANTIK

Die kleine aisatische Garküche ist mittendrin im Friesenviertel und liegt etwas versteckt in einem Hinterhof am Friesenwall. Geht man durch die Toreinfahrt des historischen Vordergebäudes kommt man in einen begrünten Innenhof und steht direkt vor dem CHUM CHAY und seiner kleinen Terrasse. Es war schon etwas frisch draussen und ich suchte drinnen ein nettes Plätzchen das Ambiente in dem kleinen Restaurant mit seiner offenen Küche, den typisch asiatischen Dachziegeln an der Decke und den Korblampen aus vietnamesichen Hühnerkäfigen wecken Urlaubsromantik. Ein kurzer Blick auf die Wandtafel und die Sache war klar, schließlich gilt: Zwei Tage vor einem Marathon soll man Experimente in der Ernährung tunlichst vermeiden und wertige, leicht verdaulich Kohlenhydrate essen. Darum gab es heute doppelt Reis.
 

MARATHON KÖLN 2017 Run Your World alaaf / Die Tageskarte der vietnamesichen Garküche Chum Chay ist ein Hochgenuss © Stefan Drexl

MARATHON KÖLN 2017 Run Your World alaaf / Die Tageskarte der vietnamesichen Garküche Chum Chay ist ein Hochgenuss © Stefan Drexl


 
Was der Chef, Toni Pham hier persönlich auf den Teller bzw. in Schüssel gezaubert hat, dass war ein Hochgenuss und Geschmacksfeuerwerk. Das kommt nicht von ungefähr, erzählte Toni Pham anschließend, schließlich ist er ein alter Hase am Herd und das CHUM CHAY schon sein zweites Lokal seit er vor fast 18 Jahren nach Köln gekommen ist. Für meinen ersten Abend in der Rhein-Metropole war das ein Volltreffer und ich gut satt. Für die feine vietnamesiche Garküche gibt’s von uns drei Sterne für diesen schmackhaften Auftakt. Wer mehr darüber wissen möchte, der sollte auch diesen guten Beitrag der beiden Kölner Food- & Travelblogger Leuk über das CHUM CHAY lesen.
 
MARATHON KÖLN 2017 Run Your World alaaf / Carbo Loading mit vegetarischem Dau Hu Sat mit extra Reis in der vietnamesichen Garküche Chum Chay © Stefan Drexl

MARATHON KÖLN 2017 Run Your World alaaf / Carbo Loading mit vegetarischem Dau Hu Sat mit extra Reis in der vietnamesichen Garküche Chum Chay © Stefan Drexl


 

RUN YOUR WORLD MIT SAUCONY UND ANDREAS NIEDRIG

Für den Samstag Morgen stand noch vor dem Frühstück ein kurzer Lauf auf meinem Programm. Ich wollte unbedingt runter an Rhein und zu den Kranhäusern laufen. Am alten Rheinauhafen ist in den vergangenen zehn Jahren ein komplett neues Viertel mit alten denkmalgeschützten Hafenbauwerken aus Backstein, sowie neuen Wohn- und Geschäftshäusern entstanden. Doch leider hat es so stark geregnet und gestürmt, dass ich meinen Morgenlauf zügig durchgezogen habe. Soblieb viel Zeit für ein ausgiebiges Frühstück und Office bis zum frühen Nachmittag
 

MARATHON KÖLN 2017 Run Your World alaaf / Triathlonkollege und Ex-Profi Andreas Niedrig hat in einem Motivationvortrag über die Herausforderungen des Lebens gesprochen © Stefan Drexl

MARATHON KÖLN 2017 Run Your World alaaf / Triathlonkollege und Ex-Profi Andreas Niedrig hat in einem Motivationvortrag über die Herausforderungen des Lebens gesprochen © Stefan Drexl


 
Um vierzehn Uhr war dann unser Meeting mit Saucony anlässlich des Marathon Köln 2017 angesetzt. Zum Glück, denn bei so einem Wetter hätte ich keinen Hund vor die Tür geschickt. Der Auftakt versprach ein Highlight zu werden: Triathlonkollege und Ex-Profi Andreas Niedrig hat über den Triathlon und natürlich über sein sehr intensives Leben mit Höhen und Tiefen einen ergreifenden Vortrag gehalten. Insbesondere über seinen exzessiven Lebensstil als Jugendlicher, aber vor allem darüber wie er sich aus diesen Tiefen und extremen Situation wieder Stück für Stück herausgearbeitet hat, was er daraus gelernt hat und wie das sein heutiges Tun, vor allem sein Triathlontraining und seine Wettkämpfe geprägt hat.
 
MARATHON KÖLN 2017 Run Your World alaaf / Andreas Niedrig über die Höhen und Tiefen seines Lebens, über die Lehren und gelernte Motivation © Stefan Drexl

MARATHON KÖLN 2017 Run Your World alaaf / Andreas Niedrig über die Höhen und Tiefen seines Lebens, über die Lehren und gelernte Motivation © Stefan Drexl


 

MUSS DAS LEBEN IMMER LEICHT SEIN?

Andi hat in seinem Vortrag ein bedeutendes Kernelement der Motivation beschrieben, der Erkenntnis, dass wir selbst entscheiden, ob und was wir, wann und wie tun und letztendlich einzig und alleine selbst die Verantwortung für unser Handeln tragen. Und damit auch die Verantwortung für unser eigenes Glück, nur wir ganz allein und kein anderer sonst. Wer handelt und wer etwas tut, der kann Fehler machen, der kann verlieren, der kann aber gewinnen. Das ist sicherlich kein leichter Weg, aber es ist eine Chance. Wer aber nichts tut, wer sich nur treiben lässt, der hat schon verloren und wird dem Glück wohl nie begegnen. Aber, „wer sagt, dass das Leben immer leicht sein muss?“. Diese rethorische Frage zum Abschluss traf es auf den Punkt und war auch die Headline seines Motivationsvortrags Damit hatte Andreas Niedrig es zumindest geschafft die meisten Läufer im Saal für den morgigen Marathon zu motivieren. Ich war auf jeden Fall stark beeindruckt und hatte auf den 42,195 Kilometern am Sonntag ausreichend Denkstoff.
 

MARATHON KÖLN 2017 Run Your World alaaf / Die Zeitfahrmaschine von Andreas Niedrig erzählt die Geschichten eines exzessiven Lebens © Stefan Drexl

MARATHON KÖLN 2017 Run Your World alaaf / Die Zeitfahrmaschine von Andreas Niedrig erzählt die Geschichten eines exzessiven Lebens © Stefan Drexl


 

DIE SAUCONY HIGHLIGHTS FÜR 2018

Auch für die Hersteller von Laufschuhen ist nach der Saison vor der Saison. Deshalb nutzte Saucony als Partner des Marathon Köln 2017 diesen Anlass um seine besonderen Produkt-Highlights für die Saison 2018 den neuen Colourstories und Technologien vorzustellen sowie tiefer auf die neue Markenausrichtung einzugehen. Mit RUN YOUR WORLD überspannt Saucony jetzt sämtliche Kollektionen, die ORIGINALS Serie, die LIFE ON THE RUN Serie und die PERFORMANCE Serie und möchte damit die vielseitigen Interessen seiner Kunden in den Mittelpunkt stellen. Ganz egal ob Läufer oder Nicht-Läufer, jeder findet bei Saucony einen Schuh für sein ganz persönliches Erlebnis und für die Freiheit, selbst zu entscheiden wie er die Welt gestaltet. CLaudia Niemeyer, PR Managerin von Saucony Deutschland und Österreich erklärte, „dass man so in Zukunft noch stärker auf die individuellen Bedürfnisse der verschiedenen Zielgruppen eingehen kann und das auch eher der Philosophie von Saucony entspricht.”
 

MARATHON KÖLN 2017 Run Your World alaaf / Die Saucony Technologien, Highlights und neue RUN YOUR WORLD Philosophie im zweiten Workshop © Stefan Drexl

MARATHON KÖLN 2017 Run Your World alaaf / Die Saucony Technologien, Highlights und neue RUN YOUR WORLD Philosophie im zweiten Workshop © Stefan Drexl


 
Ich denke, dass ist ein richtiger Schritt des amerikanischen Tradionsunternehmens, von dem alle drei Produktserien hinsichtlich Qualität, Technologie und Innovation profitieren können. Profitieren wird davon aber sicherlich der Kunde, ob Läufer oder Nicht-Läufer, denn schon jetzt bekommt er in den Lifestyle-Schuhen der LIFE ON THE RUN Serie die selben Technologien, wie in der PERFORMANCE Serie. Ich bin auf jeden Fall begeistert von den neuen Entwicklungen und einigen Colourstories. Und dann war da ja noch „Liberty“, der Name ist Programm. Es war ein sehr interessanter Nachmittag mit beeindruckenden Highlights und ich freue mich schon jetzt auf die neue Saison. Wobei, warum neue Saison? Laufen hat doch immer Saison und laufen kann man schließlich immer und überall, und vor allem wohin man will.
 
MARATHON KÖLN 2017 Run Your World alaaf / In Sachen Inspiration und Kreativität kennt Claudia Niemeyer, PR Managerin sich aus © Stefan Drexl

MARATHON KÖLN 2017 Run Your World alaaf / In Sachen Inspiration und Kreativität kennt Claudia Niemeyer, PR Managerin D + A sich aus © Stefan Drexl


 

MARATHON KÖLN 2017 – Die beinahe Punktlandung

Die Karnevalshochburg am Rhein war um zehn Uhr bereit für den Start des 21. Marathon Köln. Zum Start in Deutz musste ich nur 2,5 Kilometer und über die Hohenzollern Brücke laufen, was sehr komfortabel war. Der Regen des Vortags ist einem strahlend blauen Sonntag Morgen gewichen, der mit nur 8 Grad dafür besonders frisch startete. Vorsorglich hatte ich ein langes Laufshirt und Handschuhe angzogen, was im späteren Verlauf des Rennens dann etwas warm wurde. Zwar sind 42,195 Kilometer schon eine ordentlich Strecke, aber im Grunde ist diese Geschichte dennoch schnell erzählt. In Köln vielleicht mit ein paar Ecken und Kanten mehr als andernorts.
 

MARATHON KÖLN 2017 Run Your World alaaf / Auf geht's zum Saisonfinale © Stefan Drexl

MARATHON KÖLN 2017 Run Your World alaaf / Auf geht’s zum Saisonfinale © Stefan Drexl


 
Eigentlich hatte ich keine großen Ambitionen für das Saisonfinale in Köln, schließlich war der Ironman Vichy erst fünf Wochen zuvor und seither nicht viel Training möglich, aber dann lief es dennoch überraschend gut auf den ersten 10,5 Kilometern. Vielleicht ein bisschen zu schnell nach dem Start, aber doch sehr flüssig. Für diesen Fall war mein Plan jedes weitere Viertel 2,5 Minuten langsamer zu laufen und die drei Stunden anzupeilen um so noch einen Puffer von 5 Minuten zu haben. Aber mit der Halbzeit in Lindenthal war dieser Plan schon wieder fast verworfen. Meine Waden wurden immer härter und schließlich hart wie Beton und ich lief fortan nur noch Messers Schneide, aber dennoch die Zeit weiterhin im Blick. Sieben Kilometer vor dem Ziel war tatsächlich noch immer eine Zeit unter drei Stunden drin, vorausgesetzt die Waden würden halten. Wenn auch knapp, aber es war möglich. Also versuchte ich noch einmal alles rauszuholen, das Tempo stets im Auge und den Kölner Dom in Sicht.
 
MARATHON KÖLN 2017 Run Your World alaaf / Stuff for Racing © Stefan Drexl

MARATHON KÖLN 2017 Run Your World alaaf / Stuff for Racing © Stefan Drexl


 

COLOGNE À LA MINUTE

Nach dem intensiven Kilometerzählen waren es nur noch wenige hundert Meter und es würde tatsächlich perfekt passen. Doch als meine Uhr endlich 42,2 Kilometer angezeigt hat, war noch kein Ziel in Sicht. Selbst 200 Meter weiter noch nicht, aber neben mir war längst der Kölner Dom. Nach 300 Metern fiel dann die drei Stunden Marke und ich bog auf die Zielgerade. Letztendlich konnte ich die Ziellinie nach 3 Stunden plus 1 Minute und 20 Sekunden nach 42,2 Kilometern plus 500 Metern überqueren. Etwas ärgerlich aber im Grunde Makulatur und im Rückblick freue mich über diese Zeit und noch möglich Leistung „à la minute“. Es war ein spektakuläres Finale nach einer sehr langen und intensiven Saison. Was für ein tolles Event zum Abschluss in Köln? Es waren fantastische Meschen und eine sensationelle Atmosphäre entlang der Laufstrecke eines durchaus kurvenreichen und verwinkelten Marathon. Das Wochenende war wieder einmal sehr ereignisreich mit vielen interessanten Menschen, mit spannenden Gesprächen, neuen Kontakten und großartigen Erfahrungen. Danke dem Team von Saucony für die gute Organisation und den tollen Support.
 

MARATHON KÖLN 2017 Run Your World alaaf / Stets der passende Lifestyle vor und nach dem Training oder Wettkampfstrecke © Stefan Drexl

MARATHON KÖLN 2017 Run Your World alaaf / Stets der passende Lifestyle vor und nach dem Training oder Wettkampfstrecke © Stefan Drexl


 

HASHTAGS MARATHON KÖLN 2017

#marathonkoeln #koelnmarathon #deinkoeln #saucony #runyourworld #lifeontherun #runyourworldkoeln
 
 

INFOS MARATHON KÖLN 2017

CHUM CHAY
Andreas Niedrig – Profi Triathlet und Motivator
Marathon Köln
Marathon Köln 2017 Ergebnisse
 
 

STUFF FOR RACING MARATHON KÖLN 2017

SAUCONY Freedom Laufschuh
OAKLEY EVZERO Prizm Sonnenbrille
SUGAR & PAIN Trucker SnapBack Cap
POLAR V800 GPS Multisportuhr
POLAR H7 Herzfrequenzsensor
ultraSports UltraGel
OAT SNACK Banana Bread
MYPROTEIN Maltodextrin
 
 

QUELLEN

Saucony
Andreas Niedrig – Profi Triathlet und Motivator
Food- & Travelblog Leuk
 
 

PHOTOCREDITS

© docs._.photography
© Stefan Drexl / www.stefandrexl.com
© Saucony

 


Vor, während und nach einer Langdistanz entsteht eine wahre Bilderflut und so hat der IRONMAN Vichy 2017 in der französischen Auvergne erneut viele besondere Einblicke, einzigartige Augenblicke und emotionale Momente hinterlassen. Die intensiven Stunden im Verlaufe des Rennens erzeugen ganze Bilderwelten in den Köpfen der Triathleten, die sich mit den gefühlten Höhen und Tiefen ständig verändern aber nie greifbar werden. Am Streckenrand hingegen werden unzählige Male die Fotoapperate und Smartphones gedrückt und die visuellen Momente ohne wenn und aber eingefroren. Sie zeichnen ein Bild das nur grob vermitteln kann, was in dem Sportler in diesem Moment vorgeht und das ist manchmal vieleicht auch gut so. Es ist deshalbt um so spannender, wenn am Ende des längsten Tages des Jahres die innere Wahrnehmung des Protagonisten auf diese festgehaltenen, eingefrorenen Momente treffen und daraus eine Geschichte entsteht.

 
 

IRONMAN VICHY 2017 Die Fotostory / Die Begeisterung der Franzosen für den Triathlon entlang der Radstrecke ist grenzenlos © Kerstin Drexl

IRONMAN VICHY 2017 Die Fotostory / Die Begeisterung der Franzosen für den Triathlon entlang der Radstrecke ist grenzenlos © Kerstin Drexl


 
 
Spannend bei der gemeinesamen Auswahl der Motive für die Fotostory waren dabei die Unterschiede der Eigenwahrnehmung und Fremdwahrnehmung. Entstanden ist daraus eine interessante Bildergeschichte mit besonderen Einblicken, einzigartigen Augenblicke und emotionalen Momenten aus den vielen verschiedenen Perspektiven vor, während und nach dem Rennen. Hier ist die Fotostory meiner Triathlon Langdistanz durch die französische Auvergne vom Sonntag, 27. August 2017 aus dem Blickwinkel meiner Supporter, meiner Frau und mir.
 
 
Bestimmt interessiert Dich auch „Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse des IRONMAN Vichy 2017“
 
 

Die IRONMAN VICHY 2017 Fotostory

 
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Der IRONMAN VICHY 2017 Race Clip

 

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VICHY RESULTS 2017
 
 
IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / Wo sind hier die Triathleten? Hochbetrieb auf der Laufstrecke vor dem Stadion © Moritz Werner

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / Wo sind hier die Triathleten? Hochbetrieb auf der Laufstrecke vor dem Stadion © Moritz Werner


 
 
Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse des IRONMAN Vichy 2017
DER DRITTE BLOG des IRONMAN Vichy 2017 The Making Of An Ironman Triathlete
DER ZWEITE BLOG des IRONMAN Vichy 2017 The Making Of An Ironman Triathlete
DER ERSTE BLOG des IRONMAN Vichy 2017 The Making Of An Ironman Triathlete
 
 

QUELLEN

Race Report 2015
The Story 2016
Event Homepage IRONMAN
Ville Vichy
Sugar & Pain Racing Team
 
 

PHOTOCREDIT

© Stefan Drexl
© Moritz Werner
© Kerstin Drexl
 


Nach knapp zehn Stunden und zehn Minuten gehe ich über die Ziellinie des IRONMAN Vichy 2017, länger unterwegs als geplant, aber mit einem erfolgreiche Finish. Der Sonntag, 27. August sollte meine schnellste Langdistanz werden und forderte stattdessen große mentale Stärke und ganze Arbeit. Das Ziel war zwischenzeitlich in weite Ferne gerückt, aber wenn du denkst es geht nicht mehr … Doch was hat meine Pläne am längsten Tag des Jahres letztendlich über den Haufen geworfen und wer ist eigentlich Dixie?
Meine Wettkampfanalyse zur Langdistanz in der Auvergne, Frankreich.

 
Morgens um vier Uhr läutet heute bereits der Wecker. Jetzt ist er da, der eine Tag, der seit acht Monaten ein sportlicher Fixstern, Teil jeder Trainingseinheit und des Alltags ist. Auf diesen Tag habe ich 240 Tage hingefiebert, mein komplettes Training ausgerichtet und meine Ernährung angepasst. Für diesen einen Sonntag, den 34. in diesem Jahr, für den 27. August und den IRONMAN Vichy 2017
 

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Kerstin Drexl

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Kerstin Drexl

 

MORGENROUTINE VOR DEM LÄNGSTEN TAG

Ich stehe auf, was folgt, ist jetzt Routine, nur wesentlich akribischer. Irgendetwas ist diesmal dennoch anders, fühlt sich anders an, ich kann es nicht beschreiben. Ist wohl Vorwettkampfnervosität? Immer noch, nach über 25 Jahren im Triathlon, eigentlich gut so. Genau das liebe ich an unserer Sportart, ein geiles Gefühl. Ich setze Wasser auf und zünde das Gas, bereite Haferflocken mit Sojamilch vor und fülle frisches Espressopulver in meine Bialetti. Es sind die selben Handgriffe seit vielen Jahren, in diesem Jahr bereits zum achten Mal. Zwischendurch fülle ich meine Trinkflaschen mit kaltem Tee und Maltodextrin, diesmal die doppelte Menge als für die Mitteldistanzen Lauingen und Erlangen. Ich trinke mein heißes Wasser, das mache ich immer, es bringt den Stoffwechsel und Kreislauf in Gang. Dann sind auch schon die Haferflocken fertig.
 

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Stefan Drexl

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Stefan Drexl

 
Ich packe alles in Ruhe zusammen, für’s Schwimmen sicherheitshalber auch den Neo, doch wahrscheinlich wird das Wasser ohnehin wärmer als 24,6 Grad sein. Ausserdem das gesamte Setup mit Verpflegung und Radschuhen für die zweite Disziplin, das Rad und den Helm habe ich bereits am Samstag Abend eingecheckt. Jetzt nur nichts vergessen. Es ist noch tiefe Nacht und dunkel draussen als ich zum Parc Omnisport du Vichy laufe, um 5:30 Uhr öffnet der Parc fermée, die Wechselzone des IRONMAN Vichy 2017 und es bleiben mir noch 1:20 Stunde bis zum Rolling Start. Im Lac d’Allier. Meine gesamten Utensilien und mein Race Outfit nimmt Kerstin im Auto mit.
 

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Kerstin Drexl

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Kerstin Drexl

 

WENN’S ARSCHERL BRUMMT, I’S HERZERL G’SUND

Nach nur zwei Kilometern im lockeren Lauftempo beginnt sich mein Magen zu melden und ich springe mal eben schnell auf eine der Designertoiletten an der Flusspromenade. Erneut, wie schon in den Tagen seit unserer Ankunft am Mittwoch, musste es wieder schnell gehen. Ich habe mir wohl auf der Anreise oder im Hotel den Magen verdorben oder einen kleinen Virus eingefangen. Meine letzten kurzen Trainingseinheiten konnte ich alle problemlos absolvieren, wenn auch etwas geschwächt, aber eine gewisse Müdigkeit ist während der Woche vor dem Wettkampf nicht aussergewöhnlich. Ich habe dem also nicht weiter große Beachtung geschenkt, schließlich war mein gesundheitliches Befinden bis zum heutigen Tag insgesamt in Ordnung.
 

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Stefan Drexl

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Stefan Drexl

 

LETZTER CHECK VOR DEM START DES IRONMAN VICHY 2017

Als ich die Wechselzone erreiche gehe ich direkt zu meinem Speedmax, das an guter Position steht und heute die Nummer 111 tragen darf. Ich pumpe gleich meine Reifen auf, mit dem neuen Mavic Scheibenrad ist das etwas tricky, und stelle den richtigen Gang ein. Die Radschuhe in die Pedale geklickt und mit Gummis waagrecht fixiert, und die kleine Werkzeugtasche mit den Kartuschen. Dann stecke ich die Trinkflaschen in die Flaschenhalter, fixiere am Lencker zwei Banana Bread und fülle meine Food Box mit Energy Gels und Salztabletten. Zuletzt richte ich noch meinen Radcomputer ein bevor ich zurück gehe und mich umziehe. Es ist Neoverbot, was zwar das Umziehen verkürzt, dafür aber das Schwimmen auch erschwert. Dann werde ich heute wohl den neuen Project X Trisuit von 2XU anziehen und somit erstmals einen Einteiler mit Ärmeln bis zum Ellbogen auf einer längeren Distanz tragen. Für die 3800 Meter im Wasser tragen ich darüber noch die 2XU Swimskin. Black in Black!
 

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Moritz Werner

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Moritz Werner

 

3800 METER SCHWIMMEN MIT ROLLING START

Gemeinsam mit Kerstin und Moritz gehe ich am Centre Omnisport vorbei zum Schwimmstart im Lac d’Allier, allmählich steigt die Nervosität, noch ein Gel und ein paar Schlücke, die Gedanken fahren Achterbahn und dann folgt tiefe Konzentration vor dem Countdown. Der „Rolling Start“ des IRONMAN Vichy 2017 beginnt um 6:50 Uhr und ich schaffe es sogar relativ weit vorne zu stehen. Alle vier Sekunden können stets drei Athleten ins Wasser, ein ungewöhnliches Startformat, von „smart“ kann hier nicht die Rede sein. Es fehlen die Anspannung und das Adrenalin vor dem Start und damit die wichtige schnelle Startphase, im Grunde fehlt damit das echte Wettkampfgefühl. Das mag für das langsamerste Drittel der Teilnehmer möglicherweise positiv sein, das mittlere Drittel duldet es und die schnelleren empfinden es als einen gravierenden Einschnitt in den Triathlonsport. Es ist keine funktionierende Rennstrategie mehr möglich (Vorschläge könnt ihr gerne per Mail senden), überholte oder überholende Athleten liegen nicht zwingend hinter oder vor einem, der Erste im Ziel ist nicht unbedingt der Schnellste und im Schwimmen gibt es damit nicht mehr das besondere Gefühl eines „First out of the Water“ im laufenden Wettkampf. Das sind nur ein paar Punkte, die ich hier ansprechen möchte, ein objektiver Beitrag zu diesem Thema folgt später.
 

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Moritz Werner

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Moritz Werner

 

OHNE RHYTHMUS MIT SATTEM BASS ZUM LANDGANG

Doch an diesem Sonntag scheinen mich andere Dinge wesentlich mehr zu beschäftigen, denn nach den ersten fünfhundert Metern im Allier habe ich noch keinen Rhythmus gefunden, die Wasserlage ist nicht optimal und es fehlt der letzte Druck mit jedem Armzug. Ich quäle mich durch den ersten Loop mit zweitausend Meter bis zum Landgang und hoffe auf die zweite Hälfte. Die Stimmung entlang der Pier ist spektakulär und die Bässe wummern als ich zum zweiten Mal in den Allier springe. Aber dennoch wird es wohl mein bisher langsamstes Schwimmen werden, das nach exakt einer Stunde beendet ist. Abgehakt. Der erste Wechsel gelingt mir gewohnt schnell, auf dem Weg zum Rad setze ich den Helm auf und verstaue mein Banana Bread in den Rückentaschen. Ich greife mein Rad und erfahre, dass ich dennoch als Sechzehnter aus dem Wasser gekommen bin und im Moment erster meiner Altersklasse bin. Mit diesem positiven Gefühl schwinge ich mich auf den Sattel und rein in die Radschuhe.
 

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Moritz Werner

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Moritz Werner

 

KONZENTRATION UND POSITIVE GEDANKEN

Nach etwas mehr als fünf Kilometer ist man auf der Landstrasse in Richtung Süden unterwegs, ich kann mich in der Aeroposition einrichten und es kehrt etwas Ruhe ein. Zeit für das erste Gel während ich in regelgerechtem Abstand hinter zwei Triathleten herfahre. Dennoch ist hohe Konzentration erforderlich, der französische Strassenbelag ist in der Regel rauh, und zahlreiche Schlaglöcher und Spurrinnen verlangen reaktionsschnelligkeit. Der Rundkurs durch die Auvergne ist zwar relativ flach aber mit vielen Hügeln gespickt, was ihn doch sehr anspruchsvoll macht. Vor allem der Wind dreht zwischen Massive Centrale und dem Puy de Dôme oft und kommt meist aus ungünstiger Richtung. Mein Tritt ist unrhythmisch, wie schon das Schwimmen und ich merke auch auf dem Rad den fehlenden letzten Druck. Allmählich scheint mir die Ursache klar, doch noch verusche ich weiterhin positiv zu denken. Insbesondere so lange ich noch immer Athleten überholen kann und von hinten keiner kommt. Ich schaue kurz auf meinen Spickzettel am Vorbau und lese ein paar kurze Zitate ehe ich meinen Blick wieder voll und ganz der Strasse widme.
 

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Kerstin Drexl

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Kerstin Drexl

 

KEINE ENERGIE – KEIN DRUCK

Nach fast einer Stunde esse ich den ersten Riegel, doch der will nur kurze Zeit später schon wieder vorne raus. Kann ja mal vorkommen, also doch gleich ein Gel hinterher, schließlich braucht mein Körper jetzt regelmässig Kohlenhydrate. Das Tempo ist okay aber es entspricht nicht meinen Erwartungen, besonders aber entspricht es nicht meinem Plan. Ich trinke regelmäßig, denn die Temperaturen werden spürbar heisser, doch auch davon bleibt höchstens die Hälfte im Magen. Unbeirrt trete ich weiter, checke die Herzfrequenz und denke positiv, denn schließlich ist der Tag lange und es kann noch viel passieren. Die erste Runde habe ich nach 2:25 Stunden abgehakt und greife an der Verpflegungsstelle im vorbeirollen nach meiner persönlichen Trinkflasche. Jetzt noch einmal 90 Kilometer. Die Sonne kommt allmählich durch die Wolken und der Wind nimmt zu. Die Beine werden schwerer, mein Tritt unrund. Ich muss den Druck und mein Tempo reduzieren, der fehlende Energienachschub hat Konsequenzen.
 

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Moritz Werner

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Moritz Werner

 

KURZES HIGHLIGHT UND EIN BIKE SPLIT SUB 5

Ich versuche dennoch weiterhin Energy Gels und Banana Bread regelmäßig im Wechsel zu essen und auch den Flüssigkeitsbedarf zu decken. Mit meiner schwindenden Energie geht aber auch die Motivation etwas verloren, ich übergebe mich erneut. Erst bei Kilometer 130 etwas überholt mich mein Triathlonfreund Marco, wir reden kurz miteinander und er motivert mich dran zu bleiben. Etwas Ablenkung und ich bin etwas positiv überrascht, denn was muss ich für einen Vorsprung gehabt haben, nachdem Marco erst so spät im Rennen aufgefahren ist. Ein kurzes Highlight, doch der letzte Berg zieht mir die Körner. Ich erreiche nach gesamt 4:58 Stunden endlich das zweite Mal die Wechselzone, gerade noch unter fünf Stunden aber auch acht Minuten langsamer als in Runde eins.
 

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Moritz Werner

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Moritz Werner

 

MONSIEUR DIXIE UND DER TRISUIT

Unterversorgt und natürlich auch genervt von der Situation ziehe ich in Ruhe meine Laufschuhe in der Wechselzone. In meinem Magen rumort es ordentlich. Mit Verlassen des Wechselzeltes nehme ich den direkten Weg in eine der vielen Dixie-Häuschen. „Oh je, was mache ich da?“, denke ich. Erstmals in einem Rennen. Ist aber eine dringend erforderliche Maßnahmen, wenn auch eine ungewollte Premiere. Unfassbar, habe ich diese ein Quardratmeter großen Vollkunstsoffbuden für dringend menschlich Bedürfnisse bisher großräumig umgehen können. Aber! Die Sauberkeit dieses stillen Örtchens überrascht mich durchaus, zumindest noch aktuell, was wohl auch an meiner noch guten Platzierung zum Zeitpunkt des Geschehens liegen mag. Relativ zügig kann ich die reihenhausähnliche Kunsstofftoilettensiedlung des berühmten Architekten Dixie wieder verlassen und nach knapp 4:30 Minuten Wechselzeit in meinen Marathon starten. Das An- und Ausziehens meines erstmals verwendeten Trisuits hat nahezu reibungslos funktioniert. Ist der Triathlon-Einteiler doch sehr eng anliegend und die ellbogenlangen Ärmel können durchaus eine Herausforderung darstellen, selbst für einen IRONMAN Weltmeister, wie man weiss. Aber mich beschäftigt viel mehr die Frage: Wer ist eigentlich dieser Monsieur Dixie?
 

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Moritz Werner

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Moritz Werner

 

DIE ACHTERBAHN MEINES IRONMAN VICHY 2017

Auf den ersten Kilometern versusche ich meine Konzentration wieder dem eigentlichen wichtigeren Thema und einem gleichmäßigen Lauf- und Atemrhythmus zu widmen. Ich hoffe nach meiner Dixie-Premiere wieder Ruhe in Magen und Darm zu bekommen. Die Verpflegungsstationen lasse ich vorerst links liegen. Bei Kilometer fünf stehen Kerstin und Moritz um mich zu motivieren unbedingt weiterzulaufen. Meine Beine sind schwer, der Magen krampft und die Waden zwicken, was fehlt sind Flüssigkeit und Kohlehydrate, in diesem Fall ist’s ein Teufelskreis. Die Beine wollen stehen, der Kopf sagt weiter. Durch die dritte Verpflegungsstation gehe ich, nehme zwei Orangen und trinke ein paar Schluck Cola. Ich bleibe nicht stehen, aber ich laufe auch nicht. Es werden fast zwei Kilometer gehend, ehe ich wieder weiterlaufe und das fühlt sich dann nicht wirklich gut an. Die Situation ist mir nicht neu, deren Ursache aber schon und ich sehe während der ersten von vier Runden keine Grund den IRONMAN Vichy 2017 tatsächlich zu Ende zu machen. Meine Motivation ist in diesen Momenten am Boden. Die Emotionen fahren Achterbahn. In der nächsten Verpflegung gehe ich wieder, nehme erneut zwei Orangen und trinke ein paar Schluck Cola. Nur diesmal erkennt mich eine Helferin begeistert aus dem Vorjahr und verwickelt mich in ein kurzes Gespräch. „Wir sehen uns ohnehin noch dreimal“, ruft sie auf französisch und ich laufe inutitiv weiter.
 

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Moritz Werner

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Moritz Werner

 

WENN DU DENKST ES GEHT NICHT MEHR – DNF IS NO OPTION!

In diesem Moment war mir klar, dass ich diesen dritten Ironman in zwei Jahren zu Ende bringen werde. Mein primäres Ziels von neun Stunde konnte ich in diesem Zustand längst nicht mehr erreichen. Plan B, das Podium war trotz der aktuell sechsten Position auch nicht mehr zu schaffen. Doch der Tag ist noch lange und auf der Strecke eine ganze Menge motivierter und freundlicher Helfer, mit denen ich in jeder Runde ein paar Worte wechseln konnte. Dazu kommen mit jeder Runde immer mehr Triathleten auf die Laufstrecke, die ich überhole, die mich überholen oder mit denen ich ein paar Kilometer gemeinsam laufe.
 

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / Die letzten Kilometer vor dem erfolgreichen Finish © Moritz Werner

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / Die letzten Kilometer vor dem erfolgreichen Finish © Moritz Werner

 
Aber vor allem sind da zusammen mit einem sportbegeisterten französischem Publikum auch meine ganz besonderenSupporter an der Strecke, die besonders eines erwarten dürfen und verdient haben: DID NOT FINISH IS NO OPTION! Oder wie mein besonderers guter, leider viel zu früh verstorbener Freund Stephan stets gesagt hat, wenn’s mal wieder hart und auswegslos schien: „Wenn du denkst es geht nicht mehr, komt von fern ein Lichtlein her, …!“ Ich danke Dir und nach fast zehn Stunden und zehn Minuten gehe ich schließlich über die Zielline.
 

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Moritz Werner

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Moritz Werner

 

RESUMÉE IRONMAN VICHY 2017

Ich habe es wohl ignoriert oder ignorieren wollen, dass ich mir schon in den Tagen vor dem IRONMAN Vichy 2017 einen Magen-Darm-Virus eingefangen habe. Trotz meiner vielen Erfahrung. Ich bin dennoch in das Rennen gestartet als wäre ich zu hundert Prozent fit. Das könnte ein Fehler gewesen sein und ich hätte vorab Maßnahmen egreifen können. Allerdings welche? Es könnt aber auch genau die richtige Entscheidung gewesen sein können, denn bis zu Hälfte des Rennens lief es im Grunde gut und vielleicht gerade deshalb. Ich wäre so oder so an den Start gegangen, denn nichts sprach offensichtlich dagegen. Meine erbrachte Leistung entsprach zwar nicht meinen Erwartungen und Möglichkeiten, es war unter diesen Umständen allerdings die einzige mögliche Leistung, die zu erwarten war. Am Ende des Tages ist das Finish der Erfolg und wenn der Schmerz vergeht dann kommt der Stolz.
 

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Moritz Werner

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Moritz Werner

 

DANKE ET MERCI À TOUS

Ein Projekt, wie den IRONMAN Vichy 2017 kann man kaum alleine erfolgreiche ohne der entsprechenden Unterstützung von Familie und Freunden, einem guten Trainer und eventuell Physiotherapeuten oder auch einem guten Radmechaniker bestreiten. Für einen IRONMAN und besonders den langen Weg dorthin braucht es einige gute und interessierte Menschen für ein positives soziales Umfeld mit Geduld und Leidensfähigkeit, wenn eine Langdistanz in unter neun oder höchstens zehn Stunden von Erfolg gekrönt sein soll. Selbst dann bleiben noch immer einige Faktoren, die man selbst nicht unbedingt kontrollieren kann oder im Griff hat, wie sich wieder einmal gezeigt hat. Eine Langdistanz ist anders als jeder andere Triathlon, sie folgt eigenen Gesetzen und ist auch stets eine wunderbare Überraschungskiste. Ganz egal was am Ende dabei herauskommt, alleine wäre man nicht so weit gekommen Deshalb gilt mein besonderer Dank von ganzem Herzen meiner Frau Kerstin und meinem Sohn Simon für Ihre tatkräftigte und emotionale Unterstützung. Auch meinen Freunden und Trainingspartnern, die mich immer wieder motiviert und bei meinen Trainingseinheiten begleitet haben, danke Moritz und Orhan.
 

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / Unbegreiflich und glückliche Momente nach einer unerwartet harten und emotionalen Langdistanz © Moritz Werner

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / Unbegreiflich und glückliche Momente nach einer unerwartet harten und emotionalen Langdistanz © Moritz Werner

 
Nur mit einer perfekt funktionierenden Technik ist die zweite Disziplin pannenfrei zu bewältigen und so lief auch in diesem Jahr mein CANYON Speedmax wie geschmiert und rollte mit dem neuen Scheibenrad, der MAVIC Comet richtig schnell über den Asphalt. Danke für die professionelle Unterstützung an Mathias Jooss von MAVIC und an Pascal Ketterer vom Radlabor München für die spontane Optimierung meiner Sitzposition, die gemeinsam erneut für eine der schärfsten Zeitfahrwaffen in der zweiten Disziplin gesorgt haben. Mit ULTRASPORTS sollte die Verpflegung und Energieversorgung diesmal das i-Tüpfelchen sein, es gab allerdings schon im Vorfeld Probleme mit dem Stoffwechsel, so dass hier noch Nachholbedarf ist. Dennoch danke an Nils Grote und Wolfgang Feil für die gute Versorgung mit exzellenten Nahrungsergänzungsprodukten.
 

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / Alles für diesen einen, ganz besonderen Moment © Moritz Werner

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / Alles für diesen einen, ganz besonderen Moment © Moritz Werner

 
Doch alles das könnte nicht zum Einsatz kommen, gäbe es da nicht eine Menge freiwilliger Helfer während solch eines langen Tages entlang der Strecke und eine extrem professionelle Organisation: Amandine und Gael Mainard, ihr habt mit der dritten Auflage des IRONMAN Vichy 2017 und der ersten ohne Profis erneut alle Erwartungen übertroffen und eine grossartige Langdistanz durch die Auvergne und im wohl zauberhaftesten Städtchen im Herzen Frankreichs organisiert. DANKE!
Amandine et Gael Mainard, vous avez dépassé toutes les attentes avec le troisième IRONMAN Vichy 2017 et le premier sans triathlètes professionnels. Vous avez organisé une grande distance longue de triathlon par l’Auvergne et dans la ville la plus charmante au coeur de la France. MERCI BEAUCOUP!

Einen möchte ich an dieser Stelle noch ganz besonders erwähnen, denn schließlich hat er mir und manch anderen Triathleten an diesem Tag sicherlich zu großer Erleichterung verholfen. Danke Monsieur Dixie, denn was rein kommt, muss auch wieder raus!
 

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / Vier Mal geht's durch die Galerien der historischen Altstadt vorbei an der alten Oper © Moritz Werner

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / Vier Mal geht’s durch die Galerien der historischen Altstadt vorbei an der alten Oper © Moritz Werner

 
Den Rücken wollen wir Vichy trotz der Verlängerung aber nicht kehren– noch nicht. Denn das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen!

THE IRONMAN VICHY 2017 – CLIP

 

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Mehr Informationen

 

HERE ist the link to the IRONMAN VICHY 2017 – CLIP in case the video above won’t work

 

MY IRONMAN VICHY 2016 RESULT

2017 / 2016 (Vergleich)
STARTNUMMER 111 / 1446
AGE GROUP M45-49 / M45-49
STARTZEIT 6:50 Uhr / 7:00 Uhr
ROLLING START 4 Athleten pro 4 Sekunden
SCHWIMMEN 01:00:38 (1. AK) / 00:59:49 min (1. AK)
TRANSITION 1 00:02:40 / 00:02:46 min
RADFAHREN 04:58:58 h / 04:53:27 h
TRANSITION 2 00:04:14 / 00:03:23 min
LAUFEN 04:02:39 / 03:24:06 h
FINISH 10:09:06 h / 09:24:30 h
OVER ALL 104 / 84
INDIVIDUAL 20 / 5

SEE MY RESULT ON IRONMAN.COM
MORE DETAILED RESULTS ON MIKA TIMING

 

STUFF FOR RACING IRONMAN VICHY 2017

SWIMMING

2XU Project X Speed Suit
2XU Project X Trisuit
ZOGGS Predator Schwimmbrille
POLAR V800 GPS Multisportuhr
POLAR H7 Herzfrequenzsensor
 

CYCLING

CANYON Speedmax CF Di2 Zeitfahrrad
CONTINENTAL Schlauchreifen
FIZIK Tritone 5.5 Sattel
GIRO Inciter Tri Radschuhe
MAVIC COMET Scheibenrad & CXR80 T Laufrad
POC Cerebel Aerohelm
POLAR V650 Radcomputer
PROFILE DESIGN ATTK Food Unit
 

RUNNING

SAUCONY Freedom Laufschuh
OAKLEY EVZERO Prizm Sonnenbrille
SUGAR & PAIN Trucker SnapBack Cap
 

NUTRITION

ultraSports UltraGel
OAT SNACK Banana Bread
MYPROTEIN Maltodextrin

 
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QUELLEN

Race Report 2015
The Story 2016
IRONMAN Vichy 2017
Ville Vichy
Sugar & Pain Racing Team

 

PHOTOCREDIT

© Stefan Drexl
© Moritz Werner
© Kerstin Drexl
© Bryn Lennon / Getty Images for IRONMAN

 

THIRD TIME IS A CHARM – ALLE GUTEN DINGE SIND DREI – und so sind’s jetz nur noch Tage bis zum IRONMAN Vichy 2017. Die vergangenen acht Wochen waren sehr intensiv, wie sich’s eben gehört vor einer Langdistanz und besonders erlebnisreich. Mit den beiden traditionellen Triathlonrennen in Karlsfeld und Erlangen war ich im Juli auf der Kurzdistanz und Mitteldistanz am Start. Im August ging’s dann mit dem Rennrad in die Berge nach Südtirol, in die Schweiz und Österreich. Neben langen Trainingseinheiten habe ich noch viele Höhenmeter über manchen legendären Alpenpass, wie den Jaufenpass und das Timmelsjoch, sowie den Ofenpass und das Stilfser Joch für den Feinschliff und mentale Stärke gesammelt.

 
Seit Mittwoch sind wir in der Auvergne, dem Herzen Frankreichs angekommen und es scheint als war die Langdistanz 2016 erst gestern und 2015 letzte Woche. Same same, but different! Wir haben bei unserer Ankunft das gleiche Wetter mit strahlend blauem Himmel, den selben heissen Temperaturen von 34 Grad Celsius und sind sogar im gleichen Zimmer untergebracht. Die verbleibende Zeit bis Sonntag Morgen heisst es jetzt Beine hoch legen und erholen, kühlen Kopf bewahren und gute zu essen.
 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Mit Startnummer zwei als Zweiter aus dem Wasser und im Ziel Platz zwei der Altersklasse © Triathlon Karlsfeld

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Mit Startnummer zwei als Zweiter aus dem Wasser und im Ziel Platz zwei der Altersklasse © Triathlon Karlsfeld

 

IN KARLSFELD MIT STARTNUMMER ZWEI ALS ZWEITER AUS DEM WASSER

Das zehnte Mal in Folge war ich in diesem Jahr beim Triathlon Karlsfeld über die Kurzdistanz am Start. Das bescherte mir von Veranstalter Dieter Asböck zu meiner Freude überraschend die Startnummer zwei und das sogar vor Triathlonprofi Johannes Moldan. Natürlich wollte ich zumindest über die 1500 Meter Schwimme im 21,5 Grad warmen Karlsfelder See dem etwas gerecht werden und so kam ich als Zweiter hinter Profi Moldan mit nur 44 Sekunden Abstand aus dem Wasser. Durch mein fehlendes Tapering in der Vorwoche fehlten über die 45 Kilometer auf dem Rad noch ein paar Prozent Druck in den Beinen und so war durch die übermässig verbrauchte Energie zusammen mit den schwülen Temperaturen auf den 10,5 Kilometern nur noch an ein flottes auslaufen zu denken.

Es reichte mir immerhin noch zu einem 2. Platz in meiner Altersklasse und ich konnte nach diesem Rennen zumindest hinter die Auftaktdisziplin einen Haken setzen. Besonders habe ich mich an diesem Tag aber für meinen Athleten Jakob Heindl gefreut, der mit einem zweiten Platz gesamt hinter Johannes Moldan seine starke Rad- und Laufform demonstriert aber endlich auch gute Schwimmleistung abgeliefert hat.

 

LETZTER TEST AUF DER MITTELDISTANZ HINTERLÄSST FRAGEZEICHEN

Vierzehn Tag darauf sind wir kurz entschlossen noch nach Erlangen, um über die Mitteldistanz des Erlanger Triathlon zu starten. Im Jahr 2015 wurde ich dort gesamt Vierter. Angesichts meiner Vorbereitung auf den IRONMAN Vichy 2017 und dem diesmal sehr starken Teilnehmerfeld war im Grunde im Vorfeld klar, dass eine solch tolle Platzierung nur mit viel Glück drin sein würde. Ich wollte aber einerseits wissen, was auf dem Rad möglich ist, denn im Radlabor München habe ich mit Pascal noch einmal die Sitzposition optimiert. Andererseits wollte ich ein Gefühl für die geplante IRONMAN-Pace bekommen und den Halbmarathon entsprechend laufen. Aus dem Main-Donau-Kanal kam ich schließlich nach 28:15 Minuten über 2000 Meter und bin als Sechster auf den Sattel meines Zeitfahrrades geschwungen.
 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Optimierung der Sitzpolsition für die Langdistanz im Radlanbor München © Pascal Ketterer

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Optimierung der Sitzpolsition für die Langdistanz im Radlanbor München © Pascal Ketterer

 
Mit einer durchschnittlicher Speed von 38,8 km/h über die zwei Radrunden mit 80 Kilometer habe ich schließlich an Position 14 in die Laufschuhe gewechselt. Für die 21 Kilometer habe ich natürlich vorher Laufsocken angezogen, auch um den Wechsel und Ablauf für die Langdistanz zu üben. Doch schon nach wenigen Kilometern haben sich meine Füsse ähnliche wie zuletzt in Lauingen angefühlt und die Fusssohlen zu brennen begonnen, trotz anderer Socken. Ich versuchte es so lange wie möglich zu ignorieren, an den Verpflegungsstellen ging ich ein paar Meter obwohl es muskulär und energetisch keinen Anlass gab. Das linderte zwar diesen brennenden Schmerz aber kostete auch Zeit und Platzierungen. Nach der Hälfte des Halbmarathons nahm ich raus, um die Gefahr einer Verletzung oder Muskelverhärtung zu vermeiden, schließlich wollte ich meine großes Ziel nicht gefährden. So wurde erneut Zweiter meiner Altersklasse und konnte zumindest hinter die zweite Disziplin jetzt auch einen Haken setzen.

 

REGEN BRINGT SEGEN UND MENTALE STÄRKE

Nach einer Woche der Regeneration bin ich für ein intensives Radwochenenden ins Zillertal gefahren, um unter anderem meinen Freund Moritz wieder zu treffen. Intensiv waren bei der Hinfahrt am Freitag von München über 180 Kilometer mit Valepp, Spitzing und Thiersee weniger die Berge und die Hitze als die abschliessenden 60 Kilometer im Regen. Die erste Einheit im Sinne mentaler Härte. Nachdem wir komplett durchgespült Stumm im Zillertal erreicht haben, war die Schwimmeinheit damit auch absolviert.
 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Der Spitzingsattel über das Valepp lohnt immer, auch auf dem Weg ins Zillertal © Stefan Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Der Spitzingsattel über das Valepp lohnt immer, auch auf dem Weg ins Zillertal © Stefan Drexl

 
Am Samstag habe ich mir dann bei Sonnenschein und erneut warmen Temperaturen das Triple der Stauseen am Talende vorgenommen. Nach Schlegeis mit bis zu 14 Prozent Steigung und Zillergrund mit zwölf lies ich das Stillup aufggrund des Wetterumschwungs lieber links liegen und ersetzte es mit 20 Kilometer im Wettkampftempo zurück zur Unterkunft. Nur fünf Kilometer vor dem Ziel wurde dann aus ein paar Regentropfen das heftigtste Gewitter des Jahres im Zillertal mit Überflutungen und zahlreichen Muhrenabgängen. Auf dem kurzen Heimweg wurde ich genauso nass wie tagszuvor. Nach einem Halbmarathon im Dauerregen am nächsten Tag wurden wir am Montag endlich mit durchgängi Sonnenschein und moderaten 22 Grad belohnt, die wir nach einer frühen Schwimmeinheit für eine Tour nach Brandenberg und zu den Reintaler Seen nutzen. So haben wir in vier Tagen dennoch zwölf Kilometer im Wasser, 400 Radkilometer, 40 Kilometer laufen, wenn auch meist in nassen Schuhen zurück gelegt. Ganz besonders aber hat’s den Kopf gewaschen und den Willen gestärkt.
 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Von der Abfahrt des Jaufenpasses geht's direkt in den Anstieg über 29 km zum Timmelsjoch hinauf © Stefan Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Von der Abfahrt des Jaufenpasses geht’s direkt in den Anstieg über 29 km zum Timmelsjoch hinauf © Stefan Drexl

 

DIE KÖNIGSETAPPEN ZU TIMMELSJOCH UND STILFSER JOCH FÜR DAS I-TÜPFELCHEN

Das Beste zum Schluss, mit dieser Philosophie bin ich für zwei der letzten Radeinheiten wieder einmal ins zauberhafte Südtirol gefahren. Mit der ersten stabilen Wetterlage über dem Alpenhauptkamm habe ich mir die große Rundtour des Ötztaler Radmarathons vorgenommen. Die Strecke von Zirl im Inntal über Axams zum Brennerpass, von Sterzing über den Jaufenpass (2094 m) ins Passeiertal und dann hinauf zum Timmelsjoch hat nicht nur mehr als 5000 Höhenmeter sondern einen vielseitig hochalpine Landschaft um die Ötztaler Alpen zu bieten. Wir waren an diesem Sonntag leider etwas zu spät gestartet, so dass wir aufgrund der einsetzenden Dunkelheit nicht mehr das Kühtai mitnehmen konnten und das Ziel Ötz am Ende des Tals war. Dieses war der erste Streich, …
 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Beeindruckende Bergkulisse am Anstieg zum Timmelsjoch © Stefan Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Beeindruckende Bergkulisse am Anstieg zum Timmelsjoch © Stefan Drexl

 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Nach Brenner und Jaufenpass der dritte und höchste Strassenpass der Ötztaler Runde, das Timmelsjoch © Stefan Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Nach Brenner und Jaufenpass der dritte und höchste Strassenpass der Ötztaler Runde, das Timmelsjoch © Stefan Drexl

 
… der Zweite folgte mit dem Stilfser Joch zwei Tage später zugleich. Was mir 2016 noch wegen eines Wetterumschwungs verwehrt war, das war mir in diesem Jahr endlich möglich. Vom Startort Glurns gings als erster auf den Ofenpass (2149 m) hinauf und dann hinunter Richtung Zernez ab vorher rechts ab durch den Tunnel nach Livigno.
 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Auf dem Weg zum Stilfserjoch von Livigno sind der Passo d'Eira und del Foscagno zu überfahren © Stefan Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Auf dem Weg zum Stilfserjoch von Livigno sind der Passo d’Eira und del Foscagno zu überfahren © Stefan Drexl

 
Weiter über den Passo d’Eira und Passo di Foscagno hinüber nach Bormio von wo es schließlich über 36 Kehren auf 22 Kilometern mit durchschnittlich 12% Steigung zum Stilfser Joch auf 2757 m hinauf ging, dem zweithöchsten asphaltierten Alpenpass nach den Col de l’Iseran. Nach zwei Cappuccini rollte es dann über die legandäre Südrampe wieder hinunter ins Vinschgau nach Prad und zurüch nach Glurns.
 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Von Bormio zum Stilfserjoch sind's 36 Kehren, nach der Hälfte des Anstiegs mit dem steilsten Teilstück von 14% sind schon neun geschafft © Stefan Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Von Bormio zum Stilfserjoch sind’s 36 Kehren, nach der Hälfte des Anstiegs mit dem steilsten Teilstück von 14% sind schon neun geschafft © Stefan Drexl

 

DAS BESTE ZUM SCHLUSS

Mit diesen beiden letzten, wunderbaren Touren und den Wochen zuvor mit Zillertal, Erlangen und Karlsfeld war alles getan, was zu tun war und ich begann mit dem Tapering für meinen dritten IRONMAN Vichy 2017. Es gab bisher keinerlei Verletzungen, keine Stürze und erneut ein Jahr, eine Saison ohne Krankheiten und in bester Gesundheit dank der optimalen Balance von Work, Life und Training.
 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Im letzten Drittel hinauf zum Passo dello Stelvio kommt der Umbrail Pass von Santa Maria © Stefan Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Im letzten Drittel hinauf zum Passo dello Stelvio kommt der Umbrail Pass von Santa Maria © Stefan Drexl

 
Nur wenn Belastung und Erholung stets optimal an den persönlichen Gegebenheiten angepasst sind, wenn Gleichgewicht und Wohlbefinden stimmen, nur dann ist man in der Lage durch ein individuelles Training, mit der richtigen Ernährung und mit etwas Disziplin seine persönlichen Ziele erfolgreich zu erreichen.
 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Es ist vollbracht - die Königsetappe der Radsaison und Vorbereitung auf den IRONMAN Vichy 2017 © Stefan Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Es ist vollbracht – die Königsetappe der Radsaison und Vorbereitung auf den IRONMAN Vichy 2017 © Stefan Drexl

 
Ich habe in den vergangenen acht Monaten sehr viele neue Erfahrungen sammeln können, lange Bewährtes hinterfragt, einiges Neues ausprobiert, manche Dinge wieder verworfen und manches etabliert. Ich habe auf meinem langen Weg im Wasser, auf dem Rad und zu Fuss wieder eine Menge dazu gelernt, tolle Gespräche geführt und neue Freunde gewonnen. Einige Athleten haben meinen Weg gekreuzt und mich begleitet, mancher kurz und andere länger, doch alle haben daran irgendwie Teil gehabt..
 
Das Ziel, es war das Gleiche, aber der Weg war ein anderer. Nur wer neue Wege geht, der kann eigene Spuren hinterlassen und neue Erkennntnisse gewinnen. Drei Tage vor meiner dritten Langdistanz haber ich dieses erste Ziel bereits erreicht und kann am kommenden Sonntag noch einen Punkt dahintersetzen. Keiner weiss, wie es ab 6:50 Uhr morgens laufen wird, was der Tag alles bringen wird. Aber eines ist gewiss, ich werde wieder eine Menge lernen und bin allen dankbar, die mich dabei unterstützt haben. DENN ERFOLG IST KEIN ZUFALL UND DAS BESTE KOMMT ZUM SCHLUSS!
 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Jetzt ist es an der Zeit, dass es los geht, werde wieder eine Menge Erfahrungen sammeln und bin allen dankbar, die mich dabei unterstützen © Kerstin Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Jetzt ist es an der Zeit, dass es los geht, werde wieder eine Menge Erfahrungen sammeln und bin allen dankbar, die mich dabei unterstützen © Kerstin Drexl

 
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@ Stefan Drexl
@ Moritz Werner
@ Kerstin Drexl

 

RACEWEEK, sieben Tage vor dem Saisonkracher, dem IRONMAN Vichy 2017 und der Blick zurück, zeigt mir klar und deutlich, welche langen Weg man zurückgelegt und großartiges erlebt hat. Nach dem Trainingscamp in der Toskana und drei Wochen Regeneration startete Mitte Mai endlich die Triathlon Saison und damit die zweite Vorbereitungsphase auf den IRONMAN Vichy 2017. Einmal mehr war der legendäre Heidesee Triathlon des DTU Jugend Cups und für Simon der erste nationale Formtest. Für mich war die Kurzdistanz im badischem Forst der Auftakt einer fünfwöchigen Wettkampfphase an dessen Ende die Triathlon Mitteldistanz Lauingen mit dem Sieg meiner Altersklasse stand. Im darauf folgenden Trainingsblock waren große Umfänge in allen drei Disziplinen und knackige Intervalle auf dem Trainingsplan, die wir unter anderem im Chiemgau und Tirol absolvierten. Mit dem Karlsfeld Race und der Mitteldistanz des Triathlon Erlangen konnte ich diese harte Trainingsphase erfolgreich abschliessen. Seven Days, one Week to go!

 
Die legendäre Kurzdistanz des Heidesee Triathlon haben in der Vergangenheit zahlreiche Profis als ersten Formtest der jungen Saison genutzt. Darunter der neunmalige Ironman Gewinner Timo Bracht oder Thomas Hellriegel, Hawaii Sieger 1997 und der Ironman Weltmeister 2014, Sebastian Kienle. Mit Horst Reichel stand 2017 wieder ein deutscher Triathlon-Profi am Start und das ist natürlich immer zusätzliche Motivation. Für Simon jedoch war zuvor der Start des DTU Jugend Cups in dem er erstmals mit den Junioren ins Rennen ging.

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #2 / Ein letzter Wink bevor es zum Saison-Opening 2017 an den Start geht © Kerstin Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #2 / Ein letzter Wink bevor es zum Saison-Opening 2017 an den Start geht © Kerstin Drexl

 

SAISON-OPENING MIT HEIDEN SPASS UND TEAMGEIST

Als einer der schnellsten Schwimmer war die Erwartung natürlich groß, unseren frisch gebackenen, 18-Jährigen Sohn wieder mit der ersten Gruppe aus dem Wasser kommen zu sehen. Dem wurde der bayerische Meister von 2016 auch voll gerecht, doch wie sich die Sprintdistanz der Junioren dann entwickelte, damit hatte keiner gerechnet. Den Race Report zum Saison-Opening 2017 am Heidesee kannst Du hier lesen.

 
Mit insgesamt zwei Sprintdistanzen, zwei Kurzdistanzen und einer Mitteldistanz innerhalb von fünf Wochen war der Start in die Triathlonsaison 2017 recht ordentlich. Fünf Triathlon-Wettkämpfe das reicht für die meisten Athleten schonin einer Saison. Doch meine Teilnahme an einer der Sprintdistanzen, war eher kurzfristig, um das SCPE Triathlon Team als fünfter Mann in der Triathlon Regionalliga Bayern zu unterstützen. Eine sehr intensive Erfahrung mit nachhaltigem Trainingseffekt, wie sich besonders auf der Laufstrecke im Nachhinein herausstellen sollte. Hier der Race Report zum Start in die Triathlon Regional Liga Bayern.

 
Nach dem Heidesee Triathlon, dem Super- und Teamsprint von Weiden, sowie einer Sprintdistanz in Trebgast war es an der Zeit mich endlich wieder auf den Sattel der Zeitfahrmaschine zu schwingen bevor dann mit der Triathlon Mitteldistanz Lauingen das erste Highlight auf dem Saisonplan stand. Ich suchte mir deshalb kurzfristig noch eine nahegelegene Kurzdistanz und wurde im österreichischen Kirchbichl fündig. Eine Kurzdistanz der besonderen Art, betrachtet man nur die Fakten, aber auch ein besonders gut organisierter Triathlon, der wiederum einige Profis, wie Thomas Steger oder Andreas Giglmayr lockte: 4,5 Runden schwimmen für 1500 Meter, zwei Runden Radfahren à 20 Kilometer mit zweimal 18% Steigung über zwei Kilometer und vier Runden laufen für fast 11 Kilometer mit insgesamt 200 Höhenmetern. Recht knackig nach drei Rennen innerhalb von drei Wochen in den Beinen und als Vorbereitung auf eine durchwegs flache Mitteldistanz im schwäbischen Lauingen.

TRIATHLON HEIDESEE 2017 Erfolgreiches Saison Opening mit DTU Jugend Cup / Der Wechsel hat hervorragend funktioniert und so saß Stefan 1:24 Minuten später schon auf meiner Zeitfahrmaschine.

TRIATHLON HEIDESEE 2017 Erfolgreiches Saison Opening mit DTU Jugend Cup / Der Wechsel hat hervorragend funktioniert und so saß Stefan 1:24 Minuten später schon auf meiner Zeitfahrmaschine.

 

WENN DIE SONNE KNALLT UND DER MOTOR QUALMT

Das Schwimmen war entgegen der Erwartungen bei 4,5 Runden ein richtiger Spaß. Natürlich ohne Neopren, denn die Badewanne von Kirchbichl hatte fast 25 Grad. Nach etwas mehr als 330 Metern war stets Landgang und das Publikum hat ordentlich angefeuert. Nach zwei Runden begannen natürlich die Überrundungen, doch dank der disziplinierten Teilnehmer war der Weg aussen herum frei und absolut problemlos. Ich kam als fünfter hinter den Pros aus dem Wasser und nach einem schnellen Wechsel, wie immer, ging’s volldampf zum ersten Mal in den 19-prozentigen Anstieg hinein.

 
Ich war mir anfangs nicht sicher, ob noch das Wasser vom Schwimmen ins Visier tropfte oder der Schweiß unter dem heißen Helm. Zusätzlich zu den heissen Temperaturen knallte auch die Sonne in den Hang. Dennoch, der Druck auf dem Pedal war ordentlich und auch die zweite Radrunde lief, wie geschmiert. Allerdings hatte ich währenddessen bereits einen Liter meiner Flaschen geleert, ein deutliches Zeichen der schwülen Witterung., schließlich brauchte der qualmende Motor regelmäßig Kühlung. Nach der ersten Laufrunde (2,5 km) war dann der Motor heiß gelaufen und ich nutzte die Verpflegung vor dem Anstieg zur intensiven Kühlung. Dennoch war das mental kein Problem, denn mehr hatte ich ohnehin nicht erwartet und bis dahin war ich richtig zufrieden. Es war zudem ein Platz auf dem Stockerl in der Altersklasse, gesamt der 11. Platz und jetzt etwas Zeit zu regenerieren.

 

HEISSESR LAUFSTIL IM SCHWABENLAND

Die Triathlon Lauingen war das erste Highlight auf dem Saisonplan, Abschluss der ersten Wettkampfphase. Die Mitteldistanz war zudem ein erster Indikator, um im Juni und Juli an weiteren Stellschrauben für die Langdistanz drehen zu können. Das Teilnehmerfeld über die 2250 Meter Schwimmen, 80 Kilometer Radfahren und 21 Kilometer Laufen ist rund um die schwäbische Klosterstadt zwar übersichtlich aber traditionell stark besetzt. So ist auch Christian Brader wieder am Start um die Schwäbische Meisterschaft gewesen, während Faris Al-Sultan als Läufer einer Staffel auf die Strecke ging und sogar Nicole Leder sich auf die Sprintditanz traute. Thomas Hellriegel musste aufgrund einer Verletzung diesmal leider Absagen.

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #2 / Heisse Sohle © Kerstin Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #2 / Heisse Sohle © Kerstin Drexl

 
Es war mein dritter Start in Lauingen und so konnte ich mit einem sehr schnellen Schwimmen über drei Runden à 750 nach 30:51 Minuten erneut als Erster aus dem Auwaldsee, gemeinsam mit Christian Brader steigen. Wir hatten uns in jeder Runde in der Führung abgewechselt und einen satten Vorsprung herausgeschwommen. Von den vier flachen Radrunden war auf den ersten 20 Kilometern noch etwas Müdigkeit in den Beinen, die während der verbeleibenden 60 Kilometern dann wich. Nach zwei Stunden wechselte ich in der 750 Meter langen Wechselzone vom in meine Laufschuhe bevor ich durch die historische Altstadt hinunter entlang der Donau auf die letzten 21 Kilometer lief.

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete / Saisonauftakt im badischen Forst - Triathlon Kurzsdistanz Heidesee © Kerstin Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete / Saisonauftakt im badischen Forst – Triathlon Kurzsdistanz Heidesee © Kerstin Drexl

 
Doch gleich zu Beginn brannten die Fusssohlen und die Laufschuhe schienen zu eng, ein bisher eher seltenes Problem und mir bei dem erfahrungsgemäß optimalen und schon viel eingesetzten Setup unerklärlich. Ich musste ein paar Mal anhalten, die Laufschuhe aus und wieder anziehen, um die Bänder zu lockern, doch es half alles nichts. Das kostet natürlich Zeit und trotz des ständigen Gefühls jederzeit einen Wadenkrampf zu bekommen, lief ich den gesamten Halbmarathon letztendlich mit Feuer unter den Füssen in 1:30 Stunden. Ich möchte nicht wissen, wie der heisse Laufstil ausgesehen hat. Auf den letzten Kilometern konnte ich mir dann zum Glück doch noch den Sieg der Altersklasse sichern und insgesamt den 12. Platz. Christian Brader, auf dem Rad und in den Laufschuhen stark, wie die schwäbsche Eisebahn, hat die Triathlon Mitteldistanz Lauingen 2017 gewonnen. Den Grund meiner brennenden Füsse konnte ich jedoch nicht herausfinden und es sollte mich noch einmal erwischen.

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Letzte Vorbereitungen beim Check In des Zeitfahrrades ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Letzte Vorbereitungen beim Check des Zeitfahrrades ©stefandrexl.de

 

SCHRAUBEN DREHEN IN DER REGENERATION

Mit diesem Resultat ging erste einmal in die verdiente Regeneration und Saisonpause. Vier Wochen für Erholung, und Analyse, um die Erfahrungen und Erkenntnisse umzusetzen und im nächsten Trainingsblock an den Stellschrauben zu drehen. Mittlerweile war Sommer in München, noch zehn Wochen bis zum IRONMAN Vichy 2017.

 
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