Schlagwortarchiv für: Mitteldistanz

Am Anfang scheint es eine Ewigkeit, über viele Monate, zahlreiche Wochen, unzählige Tage und Stunden Training, manchmal mit Freunden, aber meist alleine, stets an der Seite des inneren Schweinhundes, um die Leistungsfähigkeit und mentale Stärke zu verbessern: Swim, Bike, Run – Eat, Sleep & Repeat! Mit viel Disziplin und der richtigen Balance von Belastung und Regeneration, von sportlichem Training nebendem beruflichen und sozialem Alltag, um einen Langdistanz Triathleten aus sich zu machen. Und dann sind’s plötzlich nur noch zehn Tage bis zum Saison-Highlight und dem IRONMAN Vichy 2017. Der Countdown zum Showdown.

 

Vor zwei Jahren war es die Erste in 25 Jahren Triathlon und jetzt wird’s mit dem IRONMAN Vichy 2017 bereits die dritte Langdistanz sein, erneut oder noch einmal im bezaubernden Städtchen Vichy, Auvergne. Eigentlich sollte es 2015 auch der einzige Ironman werden, doch manchmal kommt es anders als man denkt. Wie es nun doch soweit kommen konnte, das könnt ihr in meinem Race Report 2015 und The Story 2016 lesen.

 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete / Die Lust auf's Rennrad wuchs nach den vielen Trainingseinheiten auf den Skating Latten © Simon Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete / Die Lust auf’s Rennrad wuchs nach den vielen Trainingseinheiten auf den Skating Latten © Simon Drexl

 

Der Winter sollte endlich mal wieder voll und ganz dem Wintersport gehören, möglichst viele Tage im Schnee und entspannt auf dem Brett den Pulver an den Hängen. Aber der Schnee kam nicht, zumindest nicht so, wie erhofft und ausreichend, um in den Bergen schöne Touren zu gehen. Als Frau Holle dann doch ein Einsehen hatte, überwarf sie sich mit Flocken und Wind in Hülle und Fülle, so dass dennoch keine Touren möglich waren, jetzt aber aufgrund anhaltend hoher Lawinengefahr. Ich blieb also im Tal und nahm die Skating Ski um wenigstens ein paar Tage im Schnee zu sammeln, daraus wurden dann mehrere Wochen und so stieg die Formkurve nach der langen Saisonpause im Herbst allmählich an und die Freude wuchs natürlich ebenso.

 

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ERSTE ANZEICHEN FÜR DAS TRIPLE BEIM IRONMAN VICHY 2017

Mitte Februar klingelte dann das Telefon und mein Freund Moritz erzählte mir von seinen Mallorca-Plänen mit unserem gemeinsamen Radfreund Orhan. Zehn Tage Trainingslager auf der Baleareninsel Anfang März, über 1200 Kilometer und knapp 10.000 Höhenmetern mit ambitionierten Rennradfahrern, absoluten Puristen. Das waren gute Aussichten und ein perfektes Timing, dachte ich mir. Denn längst wieder stand die Insel auf meinem Plan. Zudem war die Lust groß mich nach den vielen Trainingseinheiten auf den Skating Latten und der schlechten Witterung endlich wieder bei Sonneschein in kurzen Hosen auf’s Rennrad zu schwingen. Ich buchte also spontan einen Flug und ein Zimmer im Club Polentia und konnte mit Sven sogar noch einen meiner Athleten motivieren kurzfristig nach Mallorca mitzukommen.

 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete / Schon um 10 Uhr am Beckenrand des Club Polentia bis die Crew komplett war © Stefan Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete / Schon um 10 Uhr am Beckenrand des Club Polentia bis die Crew komplett war © Stefan Drexl

 

Wir flogen also Ende KW 09 mit dem ersten Flug um sechs Uhr morgens von München nach Palma und weiter mit dem Bus an die Nordküste Mallorcas nach Polentia. Und so standen wir um 10 Uhr am Beckenrand eines der beiden 25 Meter Pools, bereit für die erste Schwimmeinheit bis die Crew dann mittags komplett war. Das zu einem Zeitpunkt im Trainingsjahr, wo man genau diese Impulse und Reize setzt, wenn für Mitte des Jahres eine Langdistanz, wie der IRONMAN Vichy 2017 geplant ist. Erste Anzeichen?

 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete / Die erste kleine, lockere Einrollrunde gemeinsam mit der zwölfmannstarken Trainingsgruppe zum akklimatisieren: 120 KM © Stefan Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete / Die erste kleine, lockere Einrollrunde gemeinsam mit der zwölfmannstarken Trainingsgruppe zum akklimatisieren: 120 KM © Stefan Drexl

 

Unsere Rennräder haben wir bei Bikeexperience Mallorca organisiert und wurden ebenso um 12 Uhr vom Inhaber persönlich aus Sineo gebracht. Ein großartiger Service und mit einem nagelneuen Giant TCR Advanced 1 LTD mit aktueller Shimano Ultegra Gruppe ein super Bike. Für den kurzen Zeitraum bis zehn Tage rechnet sich das und macht weniger Stress als das eigene Rennrad im Flugzeug zu transportieren, zu zerlegen und wieder aufzubauen. Nach einem kleinen Lunch war pünktlich um zwei Uhr Nachmittag eine kleine und lockere Einrollrunde mit der zwölfmannstarken Trainingsgruppe geplant: 120 Kilometer, schließlich waren wir hier unter Rennradfahrern und nicht im Triathlon Camp. Wie dann wohl die Radumfänge der nächsten Tage aussehen würden, wenn der Auftakt schon derart üppig war?

 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete / Die Cobra von Sa Calobra - wie eine Schlange windet sich die Straße entlang der Berge vom Port Calobra hinauf zum Coll dels Reis © Stefan Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete / Die Cobra von Sa Calobra – wie eine Schlange windet sich die Straße entlang der Berge vom Port Calobra hinauf zum Coll dels Reis © Stefan Drexl

 

VON SA CALOBRA NACH LA SASSA

Was soll ich sagen, es war mit den Klassikern nach Arta und Portocolom, nach Sant Salvador und Randa oder nach Soller, Puig, Sa Calobra und natürlich Cap Formentor natürlich in Streckenlänge und Höhenmeter ausbaufähig. Schwimmen in einem der beiden 25 Meter Becken und Laufen organisierten wir um unsere langen und vielen Radeinheiten herum selbst. Um so effizienter, entweder kurz und knackig, regenerativ oder auch koppeln waren dann die Trainingseinheiten im Wasser und in den Laufschuhen dann, denn natürlich lag der Fokus auf dem Rennrad. So früh im Jahr kann ich solch einen Trainingsblock mit intensiven Radkilometer und Umfängen durchaus empfehlen. Es ist eine gute Option nach den ersten Trainingswochen während der nasskalten Wintermonaten in der Heimat ordentlich Kilometer in wärmeren Gefilden zu sammeln.

 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete / Das SUGAR & PAIN Racing Team in Canetto im Toskana Triathlon Camp © Stefan Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete / Das SUGAR & PAIN Racing Team in Canetto im Toskana Triathlon Camp © Stefan Drexl

 

Nach dem Trainingscamp war vor dem Trainingscamp, denn schon vier Wochen nach der Rückkehr aus Mallorca standen zwei Wochen in der Toskana zusammen mit dem SUGAR & PAIN Racing Team auf dem Trainingsplan. Es ging so mit etwas Zeit zur Regeneration und Adaption fast nahtlos von Sa Calobra nach La Sassa. Doch anders als auf Mallorca im Club Polentia haben wir uns bei Cecina in kleine Bungalows mit Selbstversorgung eingemietet. Das erleichtert die Organisation, weil wir nicht an feste Essenszeiten gebunden sind, sorgt für eine flexiblere Trainingsplanung und ist wesentlich günstiger. Zudem kann man so die Ernährung optimaler und individueller planen, was bei den gesteigerten und intensiveren Trainingsumfängen zu dieser Jahreszeit durchaus sinnvoll ist. Geprägt von den vielen Radkilometern auf der Baleareninsel war das Team skeptisch was es in der Toskana erwarten würde.

 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete / Wer viele Kilometer mit dem Rennrad absolviert, der braucht viel Espresso © Stefan Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete / Wer viele Kilometer mit dem Rennrad absolviert, der braucht viel Espresso © Stefan Drexl

 

Doch während der 14 Tage an der italienischen Westküste galt es alle drei Disziplinen, Schwimmen, Radfahren und Laufen ausgewogen zu trainieren. Wasser stand uns auf dem Gelände des Cecinella oder im örtlichen Hallenbad von Cecina zur Verfügung, das in Deutschland wohl längst einem Neubau hätte weichen müssen. Verschiedene Laufstrecken unterschiedlicher Streckenlängen gab es im Pinienwald entlang des Meeres. Natürlich standen auch längere Einheiten mit dem Rennrad auf dem Trainingsplan, denn das Saison-Highlight der meisten Athleten ist eine Mitteldistanz oder Langdistanz. Prägende Schlüsselerleinheiten, physiologisch und besonders psychologisch, wurden für die gesamte Mannschaft das Kraftausdauertraining hinauf nach La Sassa. Ein fünf Kilometer langer Anstieg mit durchschnittlich zehn Prozent zu einem kleinen Bergdorf vier Mal hintereinander.

 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete / Prägende Schlüsselerleinheiten, waren die Kraftausdauertraining hinauf nach La Sassa: 5 km mit Ø 10% © Stefan Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete / Prägende Schlüsselerleinheiten, waren die Kraftausdauertraining hinauf nach La Sassa: 5 km mit Ø 10% © Stefan Drexl

 

ERFOLG IST KEIN ZUFALL MIT DER RICHTIGEN TRAININGSPLANUNG

Wer sich neben Beruf und Familie ernsthaft mit einer Triathlon Langdistanz auseinandersetzt, dem wird schnell der zeitliche Aufwand für die vielen Trainingseinheiten bewußt. Eine nachhaltige Leistungsentwicklung ist für gewöhnlich ein Prozess der normalerweise über Jahre erfolgt, möchte man die Gesundheit als Freizeittriathlete nicht ausser acht lassen. Langfristig betrachtet sind die zurückgelegten Trainingskilometer und -stunden natürlich ein wichtiges Erfolgskriterium. Für ambitionierte Freizeitsportler ist das die größte Herausforderung und erfordert viel Geduld, Ruhe und Toleranz des persönlichen Umfeldes.

 

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Für den Erfolg eines solchen Projekts ist viel Disziplin und Organisationstalent erforderlich. Am besten ist es dafür mit einem erfahrenen Triathlon Coach zusammenzuarbeiten, der das Training und die wichtige Regeneration professionell plant, um perfekt am Tag X vorbereitet, gesund und hundertprozentig fit zu sein. Das nimmt vor allem den Planungsstress und vermeidet möglichen Ärger mit dem sozialen Umfeld. Es gibt Sicherheit und erhält ganz besonders die Motivation während der vielen intensiven Trainingsmonate. Ein guter Coach ist kompetenter Ansprechpartner in allen Fragen rundum das richtige Training und die Ernährung im Triathlon, er hilft auch bei der Jahresplanung und ist sogar psychologischer Beistand, wenn’s nicht rund läuft.

 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete / Mit einem professionellen Triathlon Coach, der richtigen Trainingsplanung und Ernährung wird der Erfolg eines Ironmans kein Zufall © Stefan Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete / Mit einem professionellen Triathlon Coach, der richtigen Trainingsplanung und Ernährung wird der Erfolg eines Ironmans kein Zufall © Stefan Drexl

 
DER ERSTE BLOG des IRONMAN Vichy 2017 The Making Of An Ironman Triathlete
DER ZWEITE BLOG des IRONMAN Vichy 2017 The Making Of An Ironman Triathlete
DER DRITTE BLOG des IRONMAN Vichy 2017 The Making Of An Ironman Triathlete

 

QUELLEN

Race Report 2015
The Story 2016
IRONMAN Vichy 2017
Ville Vichy
Club Polentia
Bikeexperience Mallorca
Cecinella
Sugar & Pain Racing Team

 

PHOTOCREDIT

@ Stefan Drexl
@ Moritz Werner
@ Flo Sailer
@ Sven Pollert

 

Zur Jahreshalbzeit stand für einige SUGAR & PAIN Athleten am vergangenen Sonntag, 25. Juni, mit dem Triathlon Chiemsee und Triathlon Würzburg das erste grosse Highlight über die Kurzdistanz und Mitteldistanz der Triathlonsaison 2017 auf dem Rennkalender. Jakob Heindl und Florian Sailer, sowie die Ladies Brigitte Bauer und Julia Jaenicke hatten die 2 Kilometer Schwimmen, 80 Kilometer auf dem Rad und 20 Kilometer Laufen in Angriff genommen. Fabian Sailer startete auf der olympischen Distanz am Bayerischen Meer. Sven Pollert wagte sich in Unterfranken auf die Mitteldistanz des Triathlon Würzburg. Für uns bedeutete das somit intensiven Support an diesem Wochenende während der zeitgleich stattfindenden Wettkämpfe auf verschiedenen Distanzen in Chieming und Würzburg.

 

Nach nur einer Woche Regeneration von den Bayerischen Meisterschaften der Kurzdistanz beim Triathlon Erding und dem 4. Platz wollte Jakob Heindl mindestens sein starkes Ergebnis (11. Platz / 2. AK20) des Vorjahres wiederholen, und das bei einem diesmal wahrlich hochkarätigen Teilnehmerfeld mit einer Vielzahl an Profis. Mit Thomas Steger, dem Vorjahressieger, Markus Fachbach, Andreas Giglmayr, Michael Rünz, Markus Liebelt, Lokalmatador Julian Erhardt, Niclas Bock und den frischen Mitteldistanz Europameister Michael Raelert konnten einem durchaus die Knie weich werden. Der Bayerische Vizemeister der Duathlon Kurzdistanz seiner Altersklasse, Florian Sailer konnte aufgrund seines intensiven Studiums keinen Wettkampf in den letzten Wochen absolvieren und saß öfter über seinen Büchern und in der Uni als auf dem Rennrad. Doch so hat jeder der Altersklassen-Athleten seine ganz persönlichen alltäglichen Gegebenheiten, ob privat oder beruflich, in die er sein Triathlon-Training einbinden muss und ihn vor eine ganz individuelle Wettkampfbedingungen stellen.
 
 

TRIATHLON CHIEMSEE 2017 Starke Erfolge im Kampf gegen die Elemente / Startschuss des 6. Eberl Chiemsee Triathlon in Chieming © larasch

TRIATHLON CHIEMSEE 2017 Starke Erfolge im Kampf gegen die Elemente / Startschuss des 6. Eberl Chiemsee Triathlon in Chieming © larasch


 

Internationaler Triathlonflair am Bayerischen Meer

Bereits am Samstag war Check-In für die Mittel- und Kurzdistanz des Triathlon Chiemsees bei „noch“ hoch sommerlichen Temperaturen, eher selten für einen Triathlon, der keiner der Marken Challenge oder Ironman angehört. Somit stand das Wochenende für die Akteure und uns ganz im Zeichen des Triathlons und des Chiemsees, wodurch natürlich auch der zauberhafte Ort Chieming und sein umliegenden Gemeinden profitierten. So vielen die Scharen an Triathleten nicht nur kurzfristig zum Rennen wie Heuschrecken über die Region ein und flohen wieder nach vollbrachtem Tagwerk. Die Sportelr bekamen dadurch auch einen saftige Portion bayerische Kultur und Tradition mit auf den Weg und ließen nicht nur leer Gels und Trinkflaschen zurück. Die Pressekonferenz brachte dann die Riege der Pros zusammen und den Vertretern des Volkes und der Medien entsprechend näher, was dem Chiemgau an diesem Wochenende einen internationalen Triathlonflair verlieh. Schließlich waren ein Dutzend Pros zusammen mit den Damen, wie Daniela Sämmler, Ricarda Lisk, Jenny Schulz, Beatrice Weiss oder Tamara Hitz gemeldet.
 
 

TRIATHLON CHIEMSEE 2017 Starke Erfolge im Kampf gegen die Elemente / Fabian Sailer eilt nach 1500 m im stürmischen See zur Wechselzone © Fabian Sailer

TRIATHLON CHIEMSEE 2017 Starke Erfolge im Kampf gegen die Elemente / Fabian Sailer eilt nach 1500 m im stürmischen See zur Wechselzone © Fabian Sailer


 

Sturmböen zum Start des Triathlon Chiemsee

Am Sonntag war um 9 Uhr der Start der sechsten Mitteldistanz im südlichen Oberbayern am Strandbad von Chieming.
Und das trotz pünktlich einsetzender, starker Böen und Regen mit dem Start des halben Ironman, der sogar eine Boje der Schwimmstrecke aus der Verankerung riss und abtreiben liess. Vor den Triathleten lag statt des kristallklaren Wasser des Chiemsees vom Vortag nun ein aufgebrachtes Gewässer mit Wellengang und Gischt, wie man es im Grunde von der Nord- und Ostsee kennt. Dennoch hatte der See angenehmen 24 Grad zum Zeitpunkt der Temperaturmessung ergeben, was für die Kurzdistanz ein Verbot der Nutzung des Neoprenanzugs bedeutet. Trotz Neopren mussten manche Triathleten der Mitteldistanz aufgrund des starken Seegangs ihren Wettkampf bereits nach wenigen hundert Metern im Wasser aufgeben. Das restliche Feld schwamm weitflächig verteilt, teils orientierungslos aufgrund der abgetriebenen Boje die knapp 1000 Meter zur Wende hinaus. Allen voran ein unbeirrter Michael Raelert, der angesichts der Wetterbedingung schwamm als gäbe es weder Wind noch Wellen. Nach nur 25:14 Minuten kam der Rostocker bereits aus dem Wasser und hatte seiner Konkurrenz zu diesem Zeitpunkt bereits 1:20 Minuten Rückstand aufgebrummt.
 
 

TRIATHLON CHIEMSEE 2017 Starke Erfolge im Kampf gegen die Elemente / Jenny Schulz hat Spaß trotz Regen und Wind, das Ziel erreicht sie als Zweite hinter Daniela Sämmler © Marc Sjoeberg - www.ingokutsche.de

TRIATHLON CHIEMSEE 2017 Starke Erfolge im Kampf gegen die Elemente / Jenny Schulz hat Spaß trotz Regen und Wind, das Ziel erreicht sie als Zweite hinter Daniela Sämmler © Marc Sjoeberg – www.ingokutsche.de


 

Jagd auf die Profis

Jakob und Flo, für die das Schwimmen „noch“ nicht zur schwächeren Disziplin zählt, stiegen fast zeitgleich zehn Minuten später aus dem Chiemsee. Ab jetzt ging’s richtig rund im wahrsten Sinne des Wortes, schliesslich waren der Radkurs zwei Mal und der Laufkurs vier Mal zu bewältigen. Beeindruckender war die beginnende Aufholjagd innerhalb der Altersklassen-Konkurrenz im „Heindl-Stil“. Jakob überrollt regelrecht das komplette Feld und jagt den Profis hinterher. Von Platz 55 nach dem Schwimmen fuhr Jakob auf Platz 16 zum zweiten Wechsel und rannte sogar an die Top Ten hin, mit jeder Runde Minute um Minute näher. Auch Flo Sailer lag optimal auf Kurs, auch wenn er deutlich mehr mit den Wetterbedingungen zu kämpfen hatte, fuhr er beherzt über die sehr nasse Radstrecke. Währenddessen erfolgte der Start für seinen Zwillingsbruder, der die 1500 Kilometer bei ähnlichen Bedingungen ohne Neopren schwimmen durfte. Auch Julia und Brigitte hatten den Kampf gegen die Elemente gut überstanden und waren froh wieder festen Boden unter den Füssen zu haben und endlich auf ihrem Rad zu sitzen. Mit starkem Regen, Wind und nassen Strassen galt „Safety First“ und das Risiko möglichst gering auf dem 40 Kilometer Rundkurs zu halten.
 
 

TRIATHLON CHIEMSEE 2017 Starke Erfolge im Kampf gegen die Elemente / Endlich ins Ziel abbiegen nach vier Runden und 20 Kilometern: Florian Sailer finisht in 4:30 H

TRIATHLON CHIEMSEE 2017 Starke Erfolge im Kampf gegen die Elemente / Endlich ins Ziel abbiegen nach vier Runden und 20 Kilometern: Florian Sailer finisht in 4:30 H


 

Heindl stürmt auf’s Podium, Sailer knapp vorbei

Nach 2:26 Stunden über die Kurzdistanz erreichte Fabian Sailer sehr zufrieden das Ziel mit einem 34. Platz gesamt und dem 6. Platz in seiner Altersklasse. Der Sieg ging an den Profi Jan Raphael aus Hannover. Jakob und Flo kamen zu diesem Zeitpunkt zum zweiten Mal in die Wechselzone der Mitteldistanz und überholten weiterhin den ein oder anderen. Doch die Lücken waren relativ groß und für Flo auch die Schmerzen im rechten Fuss auf dem anspruchsvollen Laufkurs. Von ehemals fast neun war Jakob nur noch drei Minuten hinter Platz acht und Profis, wie Niclas Bock oder Julian Erhardt. Es hätte so weiter gehen können, doch nach 20 Kilometern war Schluss in Chieming und der Sturm zum Sieg der Altersklasse sowie einem 12. Platz gesamt der verdiente Lohn.
 
 

TRIATHLON CHIEMSEE 2017 Starke Erfolge im Kampf gegen die Elemente / Strahlender Sieger: Ironman 70.3 Europameister Michael Raelert fliegt in 3:39 Stunden über die Strecke am Bayerischen Meer © Marc Sjoeberg - www.ingokutsche.de

TRIATHLON CHIEMSEE 2017 Starke Erfolge im Kampf gegen die Elemente / Strahlender Sieger: Ironman 70.3 Europameister Michael Raelert fliegt in 3:39 Stunden über die Strecke am Bayerischen Meer © Marc Sjoeberg – www.ingokutsche.de


 

Somit waren das Vorjahresergebnis und die Erwartungen bestätigt, ja sogar übertroffen und der Fahrplan für die Ironman 70.3 WM in Chattanooga ist voll im Soll. Nur knapp vorbei am Podium ist Florian Sailer mit dem 4. Platz in der Altersklasse gelaufen und kann dennoch sehr zufrieden sein, die Mitteldistanz bei diesen Wetterbedingungen und mit seinen Fussproblemen erfolgreich gefinisht zu haben. Den Sieg des 6. Eberl Chiemsee Triathlons über die Mitteldistanz holte sich erwartungsgemäss Triathlonprofi Michael Raelert aus Rostock vor dem Österreicher Thomas Steger und Markus Fachbach.
 
 

TRIATHLON CHIEMSEE 2017 Starke Erfolge im Kampf gegen die Elemente / Der Lohn eines harten Rennens: Jakob Heindl, 12 Platz und Gewinner der AK 20 M bei der Siegerehrung zusammen mit Thomas Steger und Michael Raelert (v.r.)

TRIATHLON CHIEMSEE 2017 Starke Erfolge im Kampf gegen die Elemente / Der Lohn eines harten Rennens: Jakob Heindl, 12 Platz und Gewinner der AK 20 M bei der Siegerehrung zusammen mit Thomas Steger und Michael Raelert (v.r.)


 

Solide Leistungen der Mädels bei harten Bedingungen

Julia Jaenicke wurde bei den Damen Zwölfte in 4:47 Stunden und Brigitte Bauer kam glücklich nach 5:34 Stunden auf Platz 35 ins Ziel am Chiemsee. Schnellste Frau war auch 2017 wieder Daniela Sämmler, die erst eine Woche zuvor bei der Challenge Heilbronn über die selbe Distanz triumphieren konnte. Damit war die Schlacht geschlagen und nach überschreiten der Ziellinie gings geradewegs in den Chiemsee, um den Motoren wieder herunterzukühlen, den Dreck abzuspülen und die Wunden zu „lecken“. Denn mittlerweile hat, wie so oft, der Regen aufgehört, der Wind abgeflacht und der Himmel wieder ein paar Sonnenstrahlen durchgelassen.
 
 

TRIATHLON CHIEMSEE 2017 Starke Erfolge im Kampf gegen die Elemente / Sven Pollert glücklich nach seinem Erfolg auf der Mitteldistanz des Triathlon Würzburg 2017

TRIATHLON CHIEMSEE 2017 Starke Erfolge im Kampf gegen die Elemente / Sven Pollert glücklich nach seinem Erfolg auf der Mitteldistanz des Triathlon Würzburg 2017


 

Sven Pollert mit Platz 6 auf der Mitteldistanz Würzburg und schnellster im Wasser

Am 25. Juni fand auch in Würzburg eine Mitteldistanz, die sich Sven Pollert am Sonntag vorgenommen hat.
Den 24 Grad warmen Erlabrunner See, Neopren war gerade noch für die erste Disziplin erlaubt, hat Sven gleich mal als Schnellster in 29:43 Minuten über die drei Runden durchschwommen und somit auch als erster auf dem Rad. Nach einer verhaltenen ersten Radrunde hat er dann Druck über die zweiten 40 Kilometer auf dem bergigen Radkurs am Main gemacht, aber dennoch zwei Plätze in der Altersklassen-Wertung vorerst verloren. Der Plan war das eigene Tempo unbeeindruckt durchzuziehen und sich nicht von der Konkurrenz das Rennen überstülpen zu lassen. Denn auch in Würzburg war der Wind hart und die Strecke mit knapp 800 Höhenmeter durchaus knackig. Hier kann man mehr verlieren als gewinnen und schließlich galt es auch noch 20 Kilometer zu laufen
 
 

TRIATHLON CHIEMSEE 2017 Starke Erfolge im Kampf gegen die Elemente / Nach 80 km Rad ab auf die Laufstrecke für die letzten 20 km der Triathlon Würzburg Mitteldistanz

TRIATHLON CHIEMSEE 2017 Starke Erfolge im Kampf gegen die Elemente / Nach 80 km Rad ab auf die Laufstrecke für die letzten 20 km der Triathlon Würzburg Mitteldistanz


 

Nach 2:12:29 Stunden waren die 80 Kilometer geschafft und es wurde in die Laufschuhe gewechselt. Die Beine noch fit war es jetzt entscheidend moderat den Übergang zu schaffen ohne den Anschluss zu verlieren. Die ersten acht Kilometer liefen mit einer vierer Pace gefolgt von vier Kilometern mit 4:20 Minuten / Kilometer. Der Vorsprung der Konkurrenz schmolzt stetig, die Form war voll im Plan und der Versorgung optimal, so dass Sven auf den verbleibenden acht Kilometern das Tempo wieder verschärfen konnte. Mit der fünft besten Laufzeit ist Sven Pollert in 1:21:09 Stunden wieder von Platz 5 auf 3 seiner Altersklasse vorgelaufen und hat in 4:03:21 Stunden als gesamt Siebter gefinisht. Nach einem erst kurzzeitigen Coaching lief das erste Highlight, die Mitteldistanz des Triathlon Würzburg für Sven Pollert in puncto Leistungsentwicklung, Energieversorgung und Strategie optimal. Darauf lässt sich in den nächsten Wochen mit dem Saisonziel Ironman 70.3 Zell am See aufbauen.
 
 

TRIATHLON CHIEMSEE 2017 Starke Erfolge im Kampf gegen die Elemente / Erstes Saisonhighlight erfolgreich gefinisht: Sven Pollert 7. Platz und 3. Platz Altersklasse in 4:03 H beim Traithlon Würzburg 2017

TRIATHLON CHIEMSEE 2017 Starke Erfolge im Kampf gegen die Elemente / Erstes Saisonhighlight erfolgreich gefinisht: Sven Pollert 7. Platz und 3. Platz Altersklasse in 4:03 H beim Traithlon Würzburg 2017


 

Das sind starke Erfolge aller Athleten im Kampf gegen die Elemente in Würzburg und Chieming am vergangenen Wochenend. Darauf können wir für die zweite Saisonhälfte aufbauen und genießen erst einmal einen frischen Espresso am Chiemsee Strand.
 

ERGEBNISSE

6. Chiemsee Triathlon 2017
Kurzdistanz
Fabian Sailer / 34. Platz / 6. Platz AK 20 M / 2:26:45 h
 

Mitteldistanz
Jakob Heindl / 12. Platz / 1. Platz AK 20 M / 3:59:48 h
Florian Sailer / 50. Platz / 4. Platz AK 20 M / 4:30:22 h
Julia Jaenicke / 105. Platz / 5. Platz AK 35 W / 4:47:46 h
Brigitte Bauer / 256. Platz / 6. Platz AK 45 W / 5:34:19 h
 

Würzburg Triathlon 2017
Mitteldistanz
Sven Pollert / 7. Platz / 3. Platz AK 25 M / 4:03:21 h
 

INFO & QUELLEN

Veranstaltung 6. Chiemsee Triathlon 2017
Homepage Ergebnisse Instagram #TriChi17 

Veranstaltung Würzburg Triathlon 2017
Homepage Ergebnisse  

PHOTOCREDIT

© Wechselszene
© Jakob Heindl
© Fabian Sailer
© Florian Sailer
© Sven Pollert
© Ingo Kutsche
© Larasch
© Marc Sjoeberg
 

Der Saucony Zealot ISO 2 Reflex ist ein neutraler Lightweight Trainer, der mit seiner 4 mm Sprengung dem Läuferdennoch einen natürlichen Schritt mit hervorragendem Abdruck über den Mittelfuß ermöglicht. Der Zealot ISO 2 bietet ausreichend Flexibilität im Vorderfuß und eine anständige Dämpfung über die komplette Lauffläche. Damit stellt der Zealot ISO 2 eine gute Wahl für einen vielseitigen und komfortablen Trainingsschuh dar, der allerdings nicht unbedingt besonders schnell ist. Dennoch kann der Saucony Zealot ISO 2 Reflex durchaus für Läufe von 10 Kilometern bis zu einem Marathon eingesetzt werden und das nicht nur bei Tageslicht.


 
Diesmal bin ich den Saucony Zealot ISO 2 Reflex in Größe US 9.5 gelaufen, gefühlt hätte es im Vergleich zum Kinvara 7 aber durchaus eine halbe Nummer größer sein dürfen. Während die Länge des Schuhs und die Zehenfreiheit für mich optimal sind, ist er mir im Vorderfuss und am Rist (Fussrücken) etwas zu schmal. Dieses Gefühl mag womöglich am gut gepolsterten Innenschuh und der liegen. Die Schnürung mit dem ISO-Fit-System schmiegt sich erst einmal kaum spürbar um den Fuss und so sitzt der Zealot ISO 2 ordentlich fest am Fuss – für meinen persönlichen Geschmack ist das aber eine Idee zu fest. Denn in der Kombination mit seiner guten Polsterung fühlt sich das im Stehen und langsamen Gehen zwar komfortabel an, doch nach wenigen Kilometern im Laufen muss ich regelmäßig nachschnüren. Die Zehen und Füsse schlafen ein. Die perfekte Schnürung beim Zealot ISO 2 ist ein schmaler Grad, aber ist sie gefunden, dann läuft’s wie auf Schienen.

 

SAUCONY Zealot ISO 2 Reflex: Komfortables Leichtgewicht für Nachteulen / Während der ersten Laufeinheiten war der Zealot ISO 2 stabil und geschmeidig, was unter anderem an der TRI-FLEX Aussensohle liegt. Sie verteilt auftretende Kräfte von der Landezone im Vorder- und Mittelfuss über eine größer Fläche.

SAUCONY Zealot ISO 2 Reflex: Komfortables Leichtgewicht für Nachteulen / Während der ersten Laufeinheiten war der Zealot ISO 2 stabil und geschmeidig, was unter anderem an der TRI-FLEX Aussensohle liegt. Sie verteilt auftretende Kräfte von der Landezone im Vorder- und Mittelfuss über eine größer Fläche.


 

Der Zealot
Komfort für bequeme lange Läufe

Bei Saucony gefällt mir, dass mein eher breiter Vorderfuss dank der geräumigen Zehenbox eigentlich stets gut Platz findet und die Laufschuhe dennoch fest an Mittelfuss und Ferse sitzen. So bin ich das zumindest von den minimalistischen Laufschuh-Modellen aus Massachusetts (USA) gewohnt, wie das der Kinvara oder Fastwitch sind. Vor allem im Inneren sind Laufschuhe von Saucony angenehm seidig glatt und ohne störenden Falten und Nähten, die an den typischen Stellen reiben könnten. Ja, sogar ohne Socken und barfuss verursachen Saucony Laufschuhe nur selten Blasen. Das fühlt sich gut an, denn die FlexFilm Technologie sorgt für nahtlos verschweisst Lagen und so umschliesst der Laufschuh den Fuss auf natürliche Weise. Der Zealot ISO 2 wird man allerdings eher selten barfuss laufen, denn er ist eher für’s Training und den jahreszeitlichen Übergang gedacht. Seine Zunge ist gut gepolstert, seitlich mit dem fein gewebten Obermaterial aus Mesh verbunden und bleibt faltenfrei an ihrem Platz. Trotz seiner üppig komfortablen Bauweise ist der Zealot unglaublich leicht. Das dünne RUNDRY Mesh ist ein großartiges Material, es ist atmungsaktive und gibt die Feuchtigkeit gut nach aussen ab.
 


Reaktionsfreudig dämpfend

Läuft man das gesamte Jahr bevorzugt flachere und direkter Laufschuhe, dann fühlt sich der Zealot ISO 2 auf den ersten Kilometern ungewohnt weich, aber keineswegs schwammig an. Der Zealot ISO 2 hält die Spur, verlangt aber einen aktiveren Abdruck, im Mittelfuss scheint etwas die Energie verloren zu gehen. Für Laufschuhe von Saucony eher untypisch, aber aus irgendeinem Grund vermisse ich die Reaktionsdreudigkeit beim Zealot ISO 2 in diesem Bereich, wie ich es von der EVERUN Dämpfungstechnologie bisher eigentlich gewohnt bin. Die Zwischensohle dämpft den Aufprall zwar gut ab, aber gibt keine Energie für den Abdruck zurück. Das fördert andererseits natürlich den Trainingseffekt, denn meine Schrittfrequenz habe ich dadurch etwas erhöht. Allerdings hat sich die Dämpfung besonders bei langen Läufen dauerhaft gut und komfortabel angefühlt.

 

SAUCONY Zealot ISO 2 Reflex: Komfortables Leichtgewicht für Nachteulen / Die Schnürung mit dem ISO-Fit-System schmiegt sich erst einmal kaum spürbar um den Fuss und so sitzt der Zealot ISO 2 ordentlich fest am Fuss.

SAUCONY Zealot ISO 2 Reflex: Komfortables Leichtgewicht für Nachteulen / Die Schnürung mit dem ISO-Fit-System schmiegt sich erst einmal kaum spürbar um den Fuss und so sitzt der Zealot ISO 2 ordentlich fest am Fuss.


 


Geschmeidige
Laufruhe

Während der ersten Laufeinheiten war der Zealot ISO 2 stabil und geschmeidig, was unter anderem an der TRI-FLEX Aussensohle liegt. Sie verteilt auftretende Kräfte von der Landezone im Vorder- und Mittelfuss über eine größer Fläche. Nach einigen Läufen war dieses Dämpfungsgefühl allerdings nicht mehr so stark ausgeprägt, dennoch blieb die Laufruhe erhalten.
 


Moderate Geschwindigkeit
mit Laufgefühl

Der Zealot ISO 2 ist äusserst bequem, man könnte fast denken einen Racer an den Füssen zu tragen, aber trotz einer  Sprengung von 4 mm fehlt ihm etwas an Reaktionsfreudigkeit, wodurch weniger Energie zurück kommt. Das mag unter anderem an der Sohlenhöhe von 22 bis 26 mm liegen. Aufgrund des Mehr an Polsterung und der höheren Laufsohle entsteht am Fuss der gefühlte Eindruck, als sei der Zealot ISO 2 wesentlich größer und sperriger. Doch er ist keineswegs klobig und sogar angenehm leicht, ja elegant schlank. Die IBR+ Sohle verspricht vom Vorder- bis Mittelfuss vor allem lange Haltbarkeit bei guter Dämpfung, an der Ferse wurde härterer XT900 Schaum verwendet, der mit seinem hohen Carbonanteil extrem abriebfest ist. Gut gefällt mir die konvexe, nach aussen laufende Sohle, die dem neutralen Lightweight Trainer mehr Stabilität und eine gute Führung beim Abrollen über den Mittelfuss gibt. Das erinnert mich an den Kinvara und sorgt bei höherem Tempo für Laufruhe. Wenn der Untergrund jedoch feucht oder nass ist, was in der dunklen Jahreszeit gelgentlich vorkommt, dann kann es mit der Sohle des Zealot ISO 2 schon einmal rutschig werden. Vor allem bei Minusgraden wird es auf feuchtem Asphalt kritisch, denn bei kühlen Temperaturen wird EVA Schaum hart und der Grip der Aussensohle reduziert sich drastisch.

 

SAUCONY Zealot ISO 2 Reflex: Komfortables Leichtgewicht für Nachteulen / Das dünne RUNDRY Mesh ist ein großartiges Material, es ist atmungsaktive und gibt die Feuchtigkeit gut nach aussen ab.

SAUCONY Zealot ISO 2 Reflex: Komfortables Leichtgewicht für Nachteulen / Das dünne RUNDRY Mesh ist ein großartiges Material, es ist atmungsaktive und gibt die Feuchtigkeit gut nach aussen ab.


 


Vielseitiger Einsatzbereich

Der Zealot ISO 2 ist sehr vielseitig einsetzbar, wie ich finde. Saucony liefert mit dem Zealot ISO 2 viel Schuh ohne viel Gewicht, wodurch er für kurze und lange Läufe gut geeignet ist. Seine extrem abriebfeste Außensohle mit hohem Carbonanteil verspricht eine verbesserte Haltbarkeit, aber die hat auch ihren Preis. Der Zealot ISO ist für ein breite Zielgruppe, von Einsteigern bis ambitionierte Läufer, die einen zuverlässigen Schuh möchten, der nicht zu fordernd ist und auch bei Dauerläufen mit moderaten Laufgeschwindigkeiten lange Komfort bietet. Für persönliche Bestzeiten ist der Zealot ISO 2 allerdings weniger geeignet, da sollte man dann schon eher zum Kinvara oder Fastwitch greifen.
 


FAZIT

Der Saucony Zealot ISO 2 Reflex ist ein gut gepolsterter und dämpfender Trainingsschuh, der einem aufgrund seines dennoch geringen Gewichts (269 g) und einer niedrigen Sprengung (4mm), das Gefühl gibt, einen Wettkampfschuh zu tragen. Der Zealot ISO 2 ist ein komfortabler Laufschuh mit guter Unterstützung, der sich gut um einen normal breiten Fuss des Läufers anschmiegt. Hat man dann die beste Schnürung endlich im Griff, ist er auch komfortabel zu tragen. Der Zealot ISO 2 ist eine ideale Wahl für den täglichen Trainingslauf an jeglichem Untergrund, der sich bei fast allen Geschwindigkeiten gut anfühlt, so lange es nicht nass oder zu kühl ist. Die Besonderheit des Saucony Zealot ISO 2 Reflex ist die elegante schwarz-weiss Gestaltung des Laufschuhs, das ist sehr chic, doch erst im Dunkeln schöpft er sein optisches Potential vollständig aus. Der komplette Laufschuh ist, nomen est omen, rundum reflektierend inklusive seiner Mittelsohle, so dass man bei Nachtläufen im Scheinwerferlicht garantiert durch hervorragende Sichtbarkeit heraus sticht. Das gilt übrigens für die gesamte Saucony Reflex-Serie zu der auch der Ride 9 Reflex und Hurricane ISO 2 Reflex gehören.

 

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Teststrecken

Den Zealot ISO 2 Reflex bin ich für den Laufschuhtest abwechselnd auf befestigten Feldwegen entlang der Isar, auf Kies, Pflaster, Asphalt und der Laufbahn, aber auch bei Schnee über einen Zeitraum von 3 Monaten gelaufen. Die Streckenlängen waren von 8 bis 20 km und am bequemsten lief sich der reflektierende Zealot ISO 2 mit extra dünnen Socken, wie zum Beispiel den Pro Racing Socks von Compresport.


Die Fakten
: SAUCONY Zealot ISO 2 Reflex

Neutral Lightweight Trainer
EVERUN Dämpfungstechnologie
TRI-FLEX Außensohle
IBR+ Aussensohle im Vorder- und Mittelsohle
XT-900 abriebfeste Außensohle
ISOFIT Obermaterial
FlexFilm Lightweight nahtloses Obermaterial
Sprengung: 4 mm (Fersenhöhe 26 mm / Vorderfuss 22 mm)
Gewicht 269 g
EUR 149,95

Empfehlung SAUCONY Zealot ISO 2 Reflex

Testgröße: US 9.5
Testdauer: 4 Monate
Testlänge: 160 km
Schuhart: Trainer, neutral
Einsatzbereich: ruhige Dauerläufe / Tempodauerläufe, alle Distanzen
Läufertyp: leicht – mittelschwer, Einsteiger – Ambitioniert
Passform: 6
Komfort: 8
Stabilität: 8
Geschwindigkeit: 7
Reaktionsfreudigkeit: 6
Wertigkeit: – 7


Supported Post

Der Zealot ISO 2 Reflex wurde für den Produkttest von der Firma Saucony zur Verfügung gestellt. Der Laufschuhtest erfolgte unabhängig und ohne Einfluss des Herstellers auf das Testergebnis. Der Testbericht ist frei und unabhängig verfasst und gibt ausschlisslich unsere persönliche Meinung auf Basis unserer Erfahrung während des Lauftrainings wieder. Wir haben weder für den Produkttest noch für die Berichterstattung eine Vergütung erhalten.


QUELLEN

SAUCONY
SAUCONY Blog
SAUCONY Freedom ISO
SAUCONY Kinvara 7

ON hat seinen neu entwickelten Cloudflow für lange Dauerläufe auf Wolken zum Herbst / Winter 2017 vorgestellt. Den siebten Streich der schweizer Laufschuh-Manufaktur mit extra leichtem Zero-Gravity-Schaum wollten wir natürlich sofort auf Herz und Wolken testen und uns damit geradewegs ins Runner’s High befördern.

 

„Über den Wolken muss die Freiheit wohl Grenzen los sein“, sang Reinhard Mey in den 70er-Jahren. Diese Zeilen sind auch dem deutschen Künstler eher nicht während des Laufens eingefallen. Dem neuen Cloudflow von ON sind diese Zeilen beinahe auf den Leib, oder besser auf den Schuh geschnitten. Denn über den Cloudflow führt der schnellste Weg zum gewünschten Hochgefühl eines Läufers, dem „Shortcut to Runner’s High“, so der ON-Mitgründer Oliver Bernhard.

 

ON CLOUDFLOW Geradewegs zum Runner’s High / Guys-Modell in dezentem grau

ON CLOUDFLOW Geradewegs zum Runner’s High / Guys-Modell in dezentem grau

 

Auf Wolken läuft’s sonnig

Um dieses Gefühl, wenigstens ein bischen persönlich erleben zu können, hatte ON in’s Herzen Schwabing’s geladen. Am frühen Morgen, die Sonne ging gerade auf und es lag noch ein leichter Dunst über dem Kleinhesseloher See, durften wir erstmals auf achtzehn CloudTec-Elementen durch den Englischen Garten schweben – laufen natürlich. Die extra-leichten Wolken aus Zero-Gravity-Schaum liesen meine schmerzenden Waden vom Intervalltraining am Vortag zwar fast vergessen, aber von ganz allein läuft’s natürlich auch mit dem besten Schuhen nicht. Aber dank der „Wolken“ war’s laufen wie bei Sonnenschein. Denn die Vorspannung und der reaktive Flex des Cloudflow erleichtert jeden Schritt ungemein. Die Clouds sorgen während des Laufens für ein natürliches Abrollen und fördern den kraftvollen Abdruck. ON selbst nennt es Speedboard, auch wenn von Speed bei mir heute nicht zu sprechen war, so hat die Sohle doch optimal gedämpft ohne dabei Vortriebsenergie zu vernichten und zum richtigen Zeitpunkt beschleunigt. Wie sich das dann auf längeren Strecken und fit anfühlt, und ob der Cloudflow der schnellste Weg zum Runner’s High ist, das gilt es in den nächsten Wochen zu testen.

 

Die 7,5 Kilometern fühlten sich heute zwar länger an, mit dem Cloudflow aber deutlich leichter und wieder zurück wurden wir im OCCAM Deli mit einem feinen Frühstück belohnt. Das hatten wir uns aber auch wirklich verdient, nach dieser „kalorienzehrenden“ Laufeinheit, und auch die Waden waren wieder locker. Das OCCAM Deli ist der perfekte Ort für ein reichhaltiges und gesundes Frühstück und durch seine Nähe zum münchener Englischen Garten bietet es sich für Läufer geradezu an. Obwohl, verschwitzt sollte man hier auch nicht einlaufen. Aber das haben wir ja nicht und waren noch unter uns. Na, dann Mahlzeit!

 

ON CLOUDFLOW Geradewegs zum Runner’s High / ON CLOUDFLOW Geradewegs zum Runner’s High / Breakfrast im Occam Deli nach dem ersten Testlauf im Englischen Garten

ON CLOUDFLOW Geradewegs zum Runner’s High / ON CLOUDFLOW Geradewegs zum Runner’s High / Breakfrast im Occam Deli nach dem ersten Testlauf im Englischen Garten

 

Der Cloudflow durchbricht die Barriere

„Eine Welle schwappt über deinen Körper“, beschreibt es ON-Mitgründer Oliver Bernhard und „mit einem Mal läuft es sich mit Leichtigkeit.“ Für den sechsfachen Ironman Weltmeister ist das Runner’s High ein pures Glücksgefühl, das die Gedanken verfliegen und den Körper auf das Hier und Jetzt konzentrieren lässt.

 

Dieses Phänomen welches jegliche Anstrengung vergessen lässt, beschäftigt Sportler und Wissenschaftler schon sehr lange. Man dachte ursprünglich, dass einzig das Endorphin für dieses Hochgefühl verantwortlich sei. Mittlerweile weiß man aber, dass Endorphine die Barriere vom Blut ins Gehirn, welche den Stoffaustausch im Nervensystem kontrolliert, nicht überwinden können. So ist ebenso bekannt, dass während des Laufens noch weitere körpereigenen Opioidpeptide, wie Endocannabinoide produziert werden 1.

 

ON CLOUDFLOW Geradewegs zum Runner’s High / die Clouds aus Zero-Gravity-Schaum für bessere Dämpfung

ON CLOUDFLOW Geradewegs zum Runner’s High / die Clouds aus Zero-Gravity-Schaum für bessere Dämpfung

 

Sie sind denjenigen Cannabinoiden ähnlich, welche in der Hanfpflanze Cannabis enthalten sind und als Arzneimittel in Form von Marihuana und Haschisch verwendet werden: Die körpereigenen Endocannabinoide reduzieren während des Laufens den Schmerzen und Stress – der Läufer kann dadurch eine Art Rausch und Glücksgefühl erfahren 2. Das ist natürlich individuell und wird von den Läufern, abhängig von Alter, Geschlecht und Trainingsjahren unterschiedlich stark wahrgenommen. Eines ist aber ganz sicher: Dieses Glücksgefühl fühlt sich großartig an, es macht das Laufen noch ein Stück schöner und der Cloudflow soll es den Läufern erleichtern die Barriere zum Runner’s High zu durchbrechen. Die Erwartungen an den Cloudflow sind damit hoch, ob zu hoch, das werden nie nächsten Laufeinheiten zeigen.

 

 

Der Cloudflow bricht die ON Tradition

Eines steht fest: Mit dem Cloudflow hat sich ON intensiv Gedanken bis ins kleinste Detail gemacht, um einen Laufschuh für eine möglichst große Zielgruppe zu entwickeln. Der erste Blick fällt auf das wertige Obermaterial aus einem atmungsaktiven und stabilen Netzgewebe mit geschweisten Nähten. Die Löcher der Schnürung sind zwar nach wie vor sehr filigran und kaum verstärkt, was in der Vergangenheit gelegentlich dazu geführt hat, dass das dünne Obermaterial bei zu starkem Zug ausreisen konnte. Jetzt wurden am letzten Loch des Schafts, wo es während des Schnürens zur höchsten Belastung kommt, beidseitig Ösen in Form des ON-Logos verarbeitet. Dadurch wird mehr Haltbarkeit und leichteres Binden des Cloudflows gewährleistet und es sieht schick aus.

 

Schlüpft man in den Cloudflow, fällt sofort der komfortable Innenschuh auf, der sich leicht wie eine Socke um den Fuß schließt. Eine antimikrobische Behandlung des Textils soll langanhaltende Frische gewährleisten und während langer Läufe die Feutchtigkeit nach aussen abgeben und so den Fuß trocken und geruchsfrei halten. Die Zehenbox des Cloudlow passt bei mir und meinem breiteren Fuß optimal, ist nicht ganz so breit wie die des Cloudsurfers und aber auch nicht so schmal wie vom Cloudracer. Als ich den Cloudflow erstmals schnüre, beginne ich vorne im Zehenbereich und ziehe die Schuhbänder Loch für Loch nach oben fest. Denn erfahrungsgemäß rutschen die dünnen Schuhbänder nicht ohne weiteres bis nach unten durch, wenn man obe zieht und sie schneiden dann in den nicht verstärkten Schnürlöchern ein. Zieht man zu fest und das über viele Laufeinhieten, dann kann schon einmal eines der Löcher reißen.

 

ON CLOUDFLOW Geradewegs zum Runner’s High mit flacher Zunge und dünnem Obermaterial

ON CLOUDFLOW Geradewegs zum Runner’s High mit flacher Zunge und dünnem Obermaterial

 

Der Cloudflow – auffällig unauffällig

Sitzt der Cloudflow dann fest und bequem am Fuß bemerkt man das Leichtgewicht kaum. Die ersten Schritte sind Nomen est Omen: Auch wenn man nicht gleich fliegt, so schwebt man. Das Abrollverhalten unterscheidet sich einfach grundsätzlich zu dem, anderer Laufschuhhersteller. Das ist für’s erste aber auch kein Wunder, denn mit 220 Gramm ist der Cloudflow ein Leichtigewicht in diesem Segment. Es kann also raus gehen und die Waden sind diesmal auch erholt.

 

Nach zwanzig Minuten fällt mir auf, dass mir nicht’s auffällt. Ich habe ganz vergessen, warum ich Laufe, denn es läuft fast von alleine mit dem Cloudflow. Ich spüre den Cloudflow kaum, so natürlich läuft er sich auf den ersten Kilometern bei einer fünfer Pace. Das mag sicher an den neuen Clouds aus Zero-Gravity-Schaum liegen, welche jedem Schritt eine gewisse Leichtigkeit geben. Sie sind weicher als die Vollgummi-Dämpfungselemente anderer ON-Modelle und dämpfen jeden Schritt. Ein Gefühl wie auf Wolken, ganz nach der Idee der Schweizer.

 

ON CLOUDFLOW Geradewegs zum Runner’s High / Ladies-Modell mit Clouds aus Zero-Gravity-Schaum

ON CLOUDFLOW Geradewegs zum Runner’s High / Ladies-Modell mit Clouds aus Zero-Gravity-Schaum

 

Ich steigere das Tempo und bin gespannt, wie sich das patentierte Speedboard der Mittelsohle auf meinen Fußabdruck und das Laufgefühl auswirken. Das Speedboard verspricht den Abrollvorgang des Fußes besser zu unterstützen und gleichzeitig den explosiven Abdruck zu fördern. Durch die Verstärkung im Vorfuss soll der Cloudflow trotz des Zero-Gravity-Schaums noch reaktiver werden und die Landung ist weich wie auf Sand 3. Mit der höheren Pace von 4:30 Minuten / Kilometer verändert sich das Verhalten des Laufschuhs, auch weil jetzt der Abdruck vom Mittelfuß deutlich Richtung Vorderfuß wandert. Jetzt wird die Führung etwas schwammiger, wodurch die Waden stärker gefordert werden. Es scheint auch als würde mit der Dämpfung auch mehr Energie absorbiert wodurch der Kraftauwand steigt. Vorteilhaft macht sich hierbei aber die konvexe Form der Laufsohle bemerkbar, welche diesen Stabilitätsverlust leicht ausgleicht.

 

Perfekte Wolken für Trockenheit

Dafür merke ich ein anderes Problem: Im Aufbau der Laufsohle aus Speedboard und den Clouds aus weichem Zero-Gravity-Schaum setzt ON auf härtere Abriebkissen an der Außensohle. Die Idee und Funktion sind natürlich sehr positiv, denn das sorgt für mehr Haftung in jeder Phase des Bodenkontakts und weniger Verschleiss. Allerdings funktionieren die Abriebkissen nur auf trockenem Boden. Als es leicht zu regnen beginnt, erhöht sich auf Asphalt mit dem höheren Tempo auch die Drift mit jedem Schritt und sobald noch etwas nasses Laub dazukommt wird’s rutschig. Auf der Tartanlaufbahn reicht dann leider schon eine typisch herbstliche Feuchtigkeit für eine mangelhafte Bodenhaftung aus, insbesondere in den Kurven. Ist es aber trocken, dann läuft sich der Cloudflow bestens bei Technikläufen und Intervalltraining mit moderater Geschwindigkeiten auf der Laufbahn danke seines flachen Profils und einer Sprengung von nur sechs Millimetern.

 

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Fazit: ON Cloudflow füllt die Lücke

Die schweizer Laufschuh-Manufaktur hat mit dem Cloudflow einen edlen Trainingsschuh entwicklet, der durch eine hochwertige Verabreitung, viel Style und Funktion begeistert. Die Qualitäten des Cloudflow liegen vor allem in seiner Leichtigkeit, in der Reaktionsfähigkeit und im Grip auf festem, trockenen Untergrund bei mittleren Geschwindigkeiten und längeren Strecken. Dass die Laufsohle von ON auf losem Untergrund gerne einmal das ein oder andere Steinchen zwischen seinen Wolken einklemmt, ist bekannt. Wer sich für einen Laufschuh von ON entscheidet, der nimmt das in Kauf, sind sie schließlich für die Straße und Laufbahn entwickelt. Zwar bricht der Cloudflow mit mancher ON Tradition, dennoch läutet er damit noch keine neue Generation ein. Mit dem Cloudflow ergänzen die Schweizer ihr Portfolio an Trainingslaufschuhen und möchten damit die Lücke zwischen dem Cloudsurfer und Cloudracer schließen. Nach mehr als 250 Kilometern auf verschiedenen Bodenbelägen, mit unterschiedlichen Streckenlängen und Geschwindigkeiten sehe ich persönlich den Cloudflow eher zwischen dem Cloudflyer und Cloudsurfer.

 

ON CLOUDFLOW Geradewegs zum Runner’s High / ON CLOUDFLOW Geradewegs zum Runner’s High / zwar wird's auf feuchtem Laub rutschig, aber die Optik passt perfekt in den Herbst für trockene Dauerläufe

ON CLOUDFLOW Geradewegs zum Runner’s High / ON CLOUDFLOW Geradewegs zum Runner’s High / zwar wird’s auf feuchtem Laub rutschig, aber die Optik passt perfekt in den Herbst für trockene Dauerläufe

 

Als optimal für den Cloudflow haben sich lange Trainingsläufe ab 60 Minuten im Grundlagenausdauerbereich herausgestellt. Hierbei konnte der Cloudflow durch die Leichtigkeit und das Speedboard seine energiesparenden Vorteile ausspielen und war auch nach 20 Kilometern noch komfortabel und stabil. Jedoch kann ich mir den Cloudflow auch gut über die Halbmarathon- und Marathondistanz, sowie im Triathlon auf der Ironman-Distanz vorstellen. Damit empfehle ich den ON Cloudflow besonders für Läufe über längere Distanze mit moderatem Tempo und all denjenigen, für die alle anderen ON-Modelle einen Tick zu aggressiv und vorderfussbetont sind. Ob der Cloudflow seinen Läufer mit jedem Training auf direktem Weg ins Runner’s High befördert, sei dahingestellt, aber die Freude am Laufen steigert er ganz bestimmt.

 

Die Fakten des ON Cloudflow

KATEGORIE
Lightweight-Trainer neutral

DAMEN
Sprengung: 6mm (k.A. mm Ferse/ k.A. mm Vorfuß)
Gewicht: 190 g (US W 7,0)
Farbkombinationen: Blue / Haze, Spice / Flash
SKU Nummer: 15.4516

HERREN
Sprengung: 6mm (k.A. mm Ferse/ k.A. mm Vorfuß)
Gewicht: 220 g (US M 8,5)
Farbkombinationen: Malibu / Neon, Rock / Orange
SKU Nummer: 15.4247

TECHNOLOGIE
Zwischensohle: Speedboard
Clouds: Zero-Gravity-Schaum

UVP
149,95 EUR

BEWERTUNG
Qualität
*****
Optik 6
Laufgefühl 8
Haltbarkeit 5
Preis 6

 

INFORMATIONEN
ON
OCCAM Deli

 

QUELLEN
1 Sparling, P. B., Giuffrida, A., Piomelli, D., Rosskopf, L. and Dietrich, A. (2003). Exercise activates the endocannabinoid system. NeuroReport 14, 2209-2211.

2 Fuss, J. , Steinle, J., Bindila, L., Auer, M. K., Kirchherr, H., Lutz, B., Gass, P. (2015). A runner’s high depends on cannabinoid receptors in mice. Proc. Natl. Acad. Sci. 112, 13105–13108.

3 ON Technologie Speedboard Factsheet

 

Es gibt wohl kaum einen ambitionierten Ausdauersportler, der bisher noch keines der pappig süssen Energy Gels probiert hat. Die sämige Pampe ist der definitiv schnellste verfügbare Energienachschub für unterwegs. Ganz egal, ob während eines langen Trainings, eines Marathon oder Triathlon, der klebrig süsse Sirup liefert hochkonzentrierte Kohlenhydrate, füllt die Energiespeicher und erhält somit länger deine Leistungsfähigkeit. Zudem kommen Energy Gels meist optimal portioniert und praktisch verpackt, so dass sie sich einfach transportieren und leicht verstauen lassen. Aber was unterscheidet die zahlreichen Energy Gels und wie wichtig sind die zahlreichen Zusatzstoffe? Die Qual der Wahl ist nicht nur eine Frage des guten Geschmacks, sondern auch der Verträglichkeit.

Damit während langer Trainingseinheiten oder Wettkämpfen die Leistungsfähigkeit möglichst lange erhalten bleibt und nicht die Energie ausgeht, gibt es einige praktische Möglichkeiten, seine Speicher regelmäßig mit Kohlenhydraten nachzufüllen. Echte Lebensmittel, wie Bananen oder Rosinen sind natürlich stets die bessere Wahl aber lassen sich nicht immer und in den erforderliche Mengen mitführen, besonders im Triathlon und vor allem bei Läufen. Hier ist ein weiterer und entscheidender Aspekt die leichte Verdaulichkeit und schnelle Verfügbarkeit der Kohlenhydrate.

Genau dafür bieten die Nahrungsergänzungshersteller optimale Lösungen mit einem fast unüberschaubaren Sortiment kohlenhdratreicher Energiespender. Die Produkpalette ist so kreativ, wie vielseitig und reicht von Riegeln, Drops, Jellys, Chips, Shots und Boost bis zu Gels. Energy Gels sind sicherlich die beleibtesten Kohlenhydratlieferante und fast jeder Ausdauersportler ist mit dem klebrig süssen Sirup vor oder während eines Wettkampfs schon einmal in Kontakt gebunden. Dutzende Hersteller bieten inzwischen diese pappige Art des Energieschubs an, die Auswahl an sogenannten Ultra-Multisport-Power-Carbo-Energy-Gels reicht von koffeinierter Vanilla-Kirsch über bis zu Passionsfrucht, mit Guarana gesättigt, das Beutelchen zu knapp zwei Euro.

Das ist viel Geld dafür, dafür dass die meisten Gels aus Mixturen mehrerer Zuckerarten bestehen.Ich selbst habe schon die verschiedensten Energy Gels, während des Trainings, vor allem bei langen Läufen, auf Radtouren und in Triathlons ausprobiert. Insbesondere in einem Marathon und erst recht bei einem Ironman, sind die praktisch verpackten und hochkonzentrierten Gels die wichtigsten Energielieferanten, um nicht mit leeren Kohlenhydratspeichern einem Hungerast entgegen zu steuern und eventuell frühzeitig sein Vorhaben abbrechen zu müssen.


Warum sind Energy Gels nur ein Teil der Energierechnung?

Das wir während des Sports überhaupt Energienachschub brauchen, hängt natürlich mit unserem Stoffwechsel zusammen: Kohlenhydrate sind die Hauptenergiequelle für intensive Leistungen während unsere Muskulatur für die Grundlagenausdauer hauptsächlich durch den Fettstoffwechsel versorgt wird. Die Kohlenhydrate beziehen die Kraftwerke der Muskelzellen (Mitochondrien) dabei aus den umliegenden Kohlenhydratspeichern und der Leber in Form von Traubenzucker (Glukose). Allerdings kann unser Körper nur in begrenzter Menge die Glukose in Form von Leber- und Muskelglykogen speichern. Selbst bei einem bestens trainierten Ausdauersportler sind die gefüllten Glykogenspeicher nach etwa 90 Minuten intesiver Belastung ausgeschöpft. Wenn dann ein Wettkampf oder die Trainingseinheit länger dauert, dann ist rechtzeitig eine regelmäßige Energiezufuhr mit Kohlenhydraten erforderlich, um die Leistung zu erhalten. Andernfalls muss die Intensität, in der Regel das Tempo, muss gedrosselt werden. Dennoch ist es selbst mit Energy Gels nicht möglich ein hohes Lauftempo unbegrenzt beliebig lang aufrechterhalten, denn auch die Verdauung der Glukose und die Transportwege vom Magen ins Blut und zu den Muskeln sind begrenzt.


Die richtige Mischung macht’s

Dennoch, Energy Gels sind eigens für den schnellen Energieschub entwickelt und das erkennt man schon an ihrer Zusammensetzung und den Nährstoffen: 0 % Eiweiss, 0 % Fett und fast 100 % Kohlenhydrate. Die Kohlenhydrate sind idealerweise eine optimale Mischung aus Maltodextrin, Glukose, Fruktose und Wasser. Manche Energy Gels enthalten geringe Mengen an Aminosäuren, Mineralstoffe und Elektrolyte, sowie Vitamine und natürlich Aroma für die gewünschte Geschmacksrichtung. Relativ neu ist Koffein den Energy Gels beizumischen. Abhängig von der Verpackungsgröße beträgt der Energiegehalt eines Beutels 100 – 200 kcal und liefert 25 – 50 g Kohlenhydrate aus schnell verfügbaren Zuckern. Somit muss ein durchschnittlicher Ausdauersportler von 75 kg bei intensiver Belastung über 90 Minuten stündlich 2 – 3 Enery Gel Beutel (70 – 90 g CHO / h) leeren.

Bei Kohlenhydratquellen, die zudem Fruktose enthalten können bis maximal 120 g Kohlenhydrate verzehrt werden. Neben kohlenhydratreichen Getränken sind Energy Gels eine optimale Möglichkeit für den kurzfristigen und in der Regel gut vertäglichen Energienachschub. Vorausgesetzt du trinkst ausreichend Wasser oder andere verdünnte Getränke zu dem hochkonzentrierten Kohlenhydratsirup, um die Maganverträglichkeit zu gewährleisten. Für die ausreichende Flüssigkeitsversorgung ist das ohnhin erforderlich und bestens vor sowie unmittelbar nach der Aufnahme eines Energy Gels zu trinken. Nachteil von Energy Gels sind ihre geringe Nährstoffdichte im Vergleich zu Energieriegeln – ganz abgesehen von ihrem relativ hohen Preis und dem Verpackungsabfall.


Wozu Fettstoffwechseltraining, wenn’s doch Energy Gels gibt?

Die Basis für einen hohen Wirkungsgrad von Kohlehydraten ist natürlich ein gezieltes Fettstoffwechseltraining, um so den Fettanteil an der Energiegewinnung anzuheben und die endlichen Kohlenhydratspeicher länger schonen. Für Höchstleitungen und persönliche Bestzeiten kommen dann, nach dem entsprechenden Füllen der Kohlenhydratspeicher vor der Belastung, die gut verträglichen und hochkonzentrierten Kohlenhydratquellen zum Einsatz. Energy Gels bieten dabei gegenüber festen Kohlenhydratquellen, wie Riegeln, Bananen oder Drops einen Vorteil: Die flüssige Konsistenz verkürzt die Verweildauer im Magen-Darm-Trakt und die Energie steht schneller zur Verfügung als bei fester Nahrung. Zudem kann die hohe Herzfrequenz bei intensiven Belastungen das Kauen erschweren und man muss lange auf einem trockenen Riegel rumkauen bis man ihn schlucken kann.

Während des Trainings mag das weniger problematisch sein, im Wettkampf hingegen sollte die Nahrungsaufnahme einfach zu handhaben und aufzunehmen sein. Energy Gels in Kombination mit kohlenhydratreichen Getränken sind hierfür geradezu ideal. Während längeren Grand Fondos kannst du das natürlich leichter mit festen Kohlenhydratquellen kombinieren. Die zweite Disziplin einer Triathlon Halbdistanz oder gar eines Ironman ist ebenso der beste Zeitpunkt für etwas Abwechslung in der Nahrungsaufnahmen. In Läufen, selbst in einem Marathon ist von festen Energielieferanten eher abzuraten, da sie schwer verdaulich sind, lange im Magen verweilen und zu beschwerden führen können.


Der Ernährungstest während des Trainings

Die Verträglichkeit sämtlicher, persönlich bevorzugten Kohlenhydratquellen solltest du allerdings unbedingt während des Trainings, wie bei langen Lauf- oder Radeinheiten in der Grundlagenausdauer 1 – 2, um während großer Touren oder Wettkämpfen keine bösen Überraschungen zu erleben. Athleten profitieren während intensiver Leistungen besonders von der optimalem Mischung aus Maltodextrose, Glukose und einem geringen Anteil Fruktose. Gerade ein zu hoher Fruchtzuckeranteil kann sehr heikel werden, da Fruktose einerseits erst den Weg über die Leber zu den Muskeln nehmen muss und wenn ein Athlet andererseits unter einer Fruktoseintoleranz leidet. Fruktose sollte daher stets an letzter Stelle der verschiedenen Zucker auf der Zutatenliste stehen oder bei Problemen erst gar nicht enthalten sein (z.B. Multipower Frodissimo Gel). Die anderen kurzkettigen Zucker wie Glukose oder Saccharose stehen der Muskulatur zwar schneller zur Verfügung, sorgen aber auch für eine starke Insulinreaktion und in der Folge einen schnellen Abfall des Blutzuckerspiegel. Es ist daher erforderlich regelmäßig und schneller wieder ein Gel nachlegen.

Das mittelkettige Kohlenhydrate Maltodextrin wirkt wie ein Puffer und sorgt dagegen für eine gleichmäßige Aufnahme der Glukose ins Blut. Vermengt man diese Energieträger noch mit etwas Isomaltulose kann man die beinahe perfekte Mischung an Kohlenhydratquellen zusammenstellen. im Gegensatz zu einfachkettigen Zucker findet die Verdauung noch einmal langsamer statt, sodass die glykämische Wirkung sehr niedrig ist und die Glukose dem Körper über einen längeren Zeitraum zur Verfügung gestellt wird. Denn insgesamt kann unser Magen-Darm-Trakt pro Stunde etwa 1 – 1,5 g Glukose pro Kilogramm Körpergewicht aufnehmen. Durch Fruktose lässt sich die Aufnahme zwar noch einmal Erhöhen, aber die möglichen Risiken habe ich ja bereits erklärt. Etwa 150 – 250 ml Flüssigkeit sollten zu einem Gel getrunken werden.


Elektrolyte und Mineralstoffe – das Salz im Energy Gel

Um den Verlust von Elektrolyten und Mineralstoffen durch Schwitzen während intensiver Belastungen und gerade bei hohen Temperaturen auszugleichen, sollten in den Kohlenhydratquellen diese wichtigen Zutaten, wie Natrium und Kalium nicht fehlen. Kommt alles zusammen in einem Erngy Gel, dann erleichtert es die Aufnahme. Ein hoher Kalium- und Natriumgehalt kann Muskelkrämpfe, aber auch Magenkrämpfe während hoher Belastungen vermeiden. Schließlich kann der Wasserverlust zur Regulation der Körpertemperatur 2 – 3 Liter Schweiß / Stunde sein und mit bis zu 1,5 g Natrium und 150 – 200 Kalium/ Liter einhergehen. Pro Stunden mindestens 0,75 – 1,5 g Natrium (Messerspitze Kochsalz) mit einem Liter Wasser aufzunehmen. Alternativ können auch Salztabletten verwendet werden. Sie enthalten neben der richtigen Dosis Natrium und Kalium meist auch weitere essentielle Mineralstoffe.

INFORMATIONEN

HOMEPAGE Multipower
HOMEPAGE Cliff Bar
HOMEPAGE 32Gi Sports Nutrition
HOMEPAGE GU Energy
HOMEPAGE PowerBar

Bekanntlich kann eine Mitteldistanz und Langdistanz im Triathlon oder auch ein Marathon voller Überraschungen stecken, vor allem wenn’s um die richtige Wettkampfernaehrung geht. Das Wetter Temperaturen und Niederschlag haben sicher den größten Einfluss auf unsere Leistung, das können wir aber nicht beeinflussen. Aber auch andere Kleinigkeiten können große Auswirkungen haben: Die Schwimmbrille wird dir vom Kopf geschlagen, du fährst einen Platten oder läufst dir Blasen. Es ist aber auch möglich, dass du eine neue persönliche Bestzeit erreichst oder überraschend deine Altersklasse gewinnst. Dafür sollte vor allem deine Energieversorgung funktionieren. Für mehr Dampf mit dem richtigen Mampf haben wir einige essentielle Erfahrungen, handfestes Wissen und wichtige Tipps im unserem neuen Blog zusammengefasst.

Denkt man eine Langdistanz, so kreisen die Gedanken hauptsächlich um das viele Training, die drei Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen, und um den Tag X selbst: Der Wettkampftag! Doch um die vierte Disziplin, welche erst die Voraussetzungen schafft, um überhaupt Leistung erbringen zu können, darüber zerbrechen sich die wenigsten den Kopf. Und wenn, dann erst ein paar Tage zuvor. Derweil gibt es ohnehin schon einiges unvorhersehbares, was während des längsten Tages des Jahres so alles passieren könnte. Deshalb solltest auch du so wenig wie möglich am Wettkampftag dem Zufall überlassen, besonders nicht deine Ernährung während des Rennens. Diese ganz große und sehr individuelle Variable solltest du rechtzeitig in den Monaten zuvor planen und möglichst oft während des Trainings und in Vorbereitungswettkämpfen testen. Dein Körper ist schließlich dein größtes Kapital und wenn du ihn während der langen intensiven Belastung nicht richtig mit Nährstoffen und Energie versorgst, dann wird dir auch dein wochenlanges Training nicht viel helfen.

Ernährungsstrategie eine Frage des Geschmacks
Über die Ernährung im Triathlon und Marathon gibt es viel Wissen und Wahrheiten darüber, was am Besten für den Athleten ist. Aber auch es gibt noch viel mehr Halbwissen, Gerede und Mythen. In der Regel herrscht große Verwirrung über die Art, Mengen und den Zeitpunkt der richtigen Ernährung während des gesamten Wettkampftages. Und das natürlich zu recht: Es gibt einerseits eine unüberschaubare Anzahl an Herstellern und Produkten für Sporternährung deren Qualität, Preise und Verträglichkeiten sehr unterschiedlich sind. Befragst du andererseits einige erfahrene Ausdauersportler zu deren Wettkampfernaehrung, so wirst du ebenso viele verschiedene Antworten und erfolgreiche Rezepte bekommen. Denn eines solltest du wissen: Was bei einem Athleten gut funktioniert, wird nicht unbedingt bei dir gut funktionieren. Die Ernährung ist bereits im Alltag der Menschen sehr individuell, eine Frage des Geschmacks und der Verträglichkeit. Um so komplexer ist es deine persönliche Ernährung und Strategie herauszufinden, welche dir die beste Leistung am Wettkampftag ermöglicht.

Es ist daher hilfreich deine Ernährung am Wettkampftag auf drei Säule zu stellen, um dieses komplexe Thema übersichtlich zu gestalten und somit die beste Strategie für dein perfektes Rennen zu entwickeln.

DIE RICHTIGE WAHL DER ENERGIEQUELLE

Die Ernährung in der Woche vor dem Wettkampf ist natürlich ebenso bedeutend wie am Wettkampftag selbst. Wie das Tapering im Training werden auch die Qualität, Nährstoffe und Mengenverhältnisse deiner Ernährung individuell angepasst, um deine Kohlenhydratspeicher richtig zu füllen. Würdest du zum Beispiel stets mit vollen Kohlenhydratspeicher trainieren, dann hätte der Effekt des „Carbo Loading“ kaum eine Wirkung. Das wäre ähnlich, stets nur intensiv oder maximale Umfänge zu trainieren.

Sind die Kohlenhydratspeicher einmal voll, dann ist in Muskeln und Leber genügend Energie, so dass du für eine Dauer von 60 – 90 Minuten ordentlich im Wettkampftempo feuern kannst. Währenddessen greift der Körper sowohl auf Kohlenhydrate als auch auf Fett zur Energiegewinnung zurück. Weil deine Kohlenhydratspeicher allerdings begrenzt sind, ist es während eines Rennens erforderlich regelmäßig leicht verdauliche Kohlenhydrate (CHO) zu dir zu nehmen, um deine Kohlenhydratspeicher nicht vollständig aufzubrauch und dadurch einen Hungerast zu bekommen oder „gegen die Wand zu laufen“. Je länger ein Wettkampf dauert, um so entscheidender wird natürlich die Ernährung währendessen, um die Energieversorgung erfolgreich aufrecht zu erhalten und bis zum Finish ein hohes Leistungsniveau halten zu können.

Die beste Wettkampfernaehrung für jede Distanz
Es ist deshalb von Vorteil eine Ernährungsstrategie zu entwickeln und sie dann während deines Trainings auszuprobieren, um sie dann während deines Saisonhöhepunkts auch exakt so umzusetzen. Keine Experimente am Wettkampftag! Während langen Trainingseinheiten oder in Vorbereitungsrennen solltest du deine Ernährung unter intensiver Belastung gut testen und gegebenenfalls optimieren. Es ist wichtig zu wissen, dass deine Ernährung mindestens ebenso individuell ist, wie dein Training. Es bedarf viel Erfahrung und gibt trotz aller Erkenntnisse keine goldene Formel, die für alle Ausdauerathleten passt. Die gennanten Werte können darum stets nur eine grobe Empfehlung sein.

Für Wettkämpfe bis zu 60 Minuten, wie Läufe bis 15 km oder ein Sprinttriathlon ist keine Aufnahme von Kohlenhydraten währenddessen sinnvoll und es reichen ein paar Schlücke reines Wasser zwischendurch.

Marathon und Mitteldistanz – der optimale Kompromiss
Dauert der Wettkampf länger als 1 Stunde und bis 4 Stunden, wie ein Marathon, eine Kurz- oder eine Mitteldistanz, dann trinkst du während des Wettkampfes alle 15 – 20 Minuten 4 – 6 Schluck eines 10 bis 12 Prozentigen Kohlenhydrat-Getränks. Daraus ergeben sich etwa 0,4 – 0,6 g CHO / h (100-200 kcal), das ist alles, was du währenddessen brauchst, um den Kohlenhydratverbrauch zu puffern. Natürlich kannst du deinen Bedarf an Kohlenhydraten auch mit einem Energieriegel kombinieren, der auch noch etwas Fett enthält, wie Banana Bread oder Oat Snack. Das hängt natürlich von den individuellen Vorlieben und deinem Stoffwechsel ab. Aber denk daran, deine Kohlenhydratspeicher sind vor dem Start schließlich voll und sollten mit erreichen des Ziels fast geleert sein. Es ist eine Kunst in Marathons und Mitteldistanzen dich optimal zu versorgen und wenig Energie für die Verdauung zu verschwenden.

Wenn’s mal wieder länger dauert – Ernährung auf der Langdistanz
Triathlon Langdistanzen und Wettkämpfe ab 4 Stunden erfordern hingegen eine komplexere Ernährungsstrategie, die auf mehereren Energiequellen aufbaut. Im allgemeinen essen die meisten Triathleten erheblich zu viel. Es gilt neben des Tagesbedarfs eines Erwachsenen auch ein konstantes Leistungsniveau über 9 Stunden und länger aufrechtzuerhalten, um dann auch noch ein starkes Finish hinlegen zu können. 0,6 – 0,8 g CHO / h / kg Körpergewicht und eine Kombination von flüssigen und festen Kohlenhydratquellen haben optimal Resultate gezeigt. Der Ballaststoffgehalt sollte dabei moderat sein, um Darmprobleme während des Sports möglichst zu vermeiden. Daraus ergeben sich während des Wettkampfes etwa 40 – 60 g CHO / h (ca. 200 kcal), die aus hauptsächlich schnell oxidierernden Kohlenhydratquellen, wie Mischungen aus Glukose, Isomaltulose, Maltodextrin und Fruktose bestehen sollten. Die Ergänzung mit etwa 12% Fett und 6% Eiweiss, mit essentiellen Mineralstoffen und Koffein helfen deine Energiebilanz optimal ausgeglichen zu halten und erleichtern den Stoffwechsel. Welche Mischung und Mengenverhältnisse dir am besten bekommen, musst du ausprobieren, gerade die Fruktose sorgt bei manchen Athleten für Magenbeschwerden.

Optimale kohlenhydratreiche Energiequellen sind spezielle isotonische Getränkepulver (z.B. Innosnack) zum selbst dosieren und mischen mit Wasser, Tee oder Saft. Es können ausserdem Energie-Gels und / oder Honig dazu gegeben werden. In kleinen, konzentrierten Mengen verpackte Energie-Gels (z.B. Multipower Fordissimo) und Energie-Riegel (z.B. Banana Bread oder Oat Snack) lassen sich gut transportieren, liefern vielseitige Kohlenhydrate und schmecken zudem abwechslungsreich. Auf dem Rad kann dein Körper aufrgrund der niedrigeren Herzfrequenz leichter verdauen, so kannst du besonders in dieser Zeit mehr und vor allem feste Kohlenhydrate zu dir nehmen. Während des Laufens deckst du deinen Bedarf hauptsächlich über flüssige und weniger konzentrierte Kohlenhydratquellen. Entscheidend für eine erfolgreiche Ernährungsstrategie auf einer Langdistanz ist die konstante und individuell abgestimmte Zufuhr von flüssigen und festen Energiequellen, sowie ausreichend zu trinken. Wenn fit und gesunde bist, dann geht der Erfolg deiner Langdistanz durch den Magen und einer optimalen Wettkampfernaehrung.

RICHTIG TRINKEN – RICHTIG KÜHLEN

Mehr als 2 % Flüssigkeitsverlust / kg Körpergewicht während des Trainings oder Wettkampfes ist in den meisten Fällen die Ursache für Müdigkeit und eine schlechte Leistung. Eine Dehydration führt zu einem Anstieg der Körperkerntemperatur, einer erhöhten Herzfrequenz und einem gesteigerten Belastungsempfinden. Aber glücklicherweise ist das noch am leichtesten zu vermeiden. Wasser ist natürlich ein guter Durstlöscher, aber leider auf Dauer kein wirksamer Flüssigkeitslieferant. Eine Hyponatriämie, ein niedriger Natriumgehalt im Blut, tritt besonders bei Ausdauersportlern auf, die versuchen ihren Flüssigkeitsbedarf ausschliesslich mit Wasser zu decken. Stattdessen solltest du isotonische Getränke zu dir nehmen, die du, wie oben beschrieben, selbst mischt oder vom Veranstalter auf der Strecke gereicht werden. Sie enhalten wichtige Elektrolyte und können vom Körper leichter aufgenommen werden.

3 Tipps für richtiges Trinken von der Mitteldistanz bis zur Langdistanz

  • Trinke mindestens 100 ml an jeder Verpflegungsstation, das ist ein guter Schluck. Nur so kannst du bei Hitzerennen die Körperkerntemperatur effektiv senken, sie ist der limitierenste Faktor der Leistung.
  • Wenn du alle 2 – 3 Stunden pinkeln musst, dann ist es ein gutes Zeichen genug getrunken zu haben. Auf einer Mitteldistanz kann das auch erst im Ziel sein, während einer Langdistanz sollte es dann schon zwei Mal sein.
  • Denk an die essentiellen Mineralien: Vor allem bei Hitze braucht der Körper Natriumchlorid, damit deine Muskeln über die lange Zeit einer Mittel- oder Langdistanz kontinuierlich Leistung bringen und du keine Krämpfe bekommst. Gerade wer viel schwitzt, verliert viel Wasser und essentielle Mineralstoffe. Etwa 400 – 600 mg NaCl / h sind daher während intensiver Belastungen zu empfehlen, je nachdem, wie hoch dein Schweißverlust ist. Der Flüssigkeits- und Mineralverlust ist individuell unterschiedlich und kann mithilfe eines medizinischen Tests während einer Trainingsbelastung ermittelt werden.
DAS RICHTIGE TIMING FÜR DIE BESTE ZEIT

Mit deiner Verpflegung beginnst du zwischen den ersten 10 – 15 Kilometern auf dem Rad, dann wenn sich deine Herzfrequenz nach dem Schwimmen und ersten Wechsel wieder moderatist, du dich in deiner Radposition eingerichtet und einen Tretrhythmus gefunden hast. Es ist sehr wichtig jetzt das Kaloriendefizit nach der ersten Disziplin wieder mit hochwertigen Kohlenhydratquellen zu kompensieren und frühzeitig mit der Flüssigkeitsaufnahme zu beginnen.

Wenn du feste Kohlenhydratquellen bevorzugtst, solltest du spätestens 60 Minuten vor dem zweiten Wechsel damit aufhören. Wartest du zu lange mit der Verpflegung oder ist zu spät und zu viele feste Kohlenhydratquellen, kann das erhöhte Flüssigkeitsverlust und Magen-Darm-Probleme verursachen. Krämpfe, Übelkeit und Erbrechen wären die Folge. Sobald du dann auf der Laufstrecke bist, trink an jeder Verpflegungsstation, um den Körper ausreichend und kontinuierlich mit Flüssigkeit zu versorgen. Du kannst an den Verpflegungsstation auch einige Meter gehen, das erleichtert zu trinken und es läuft danach auch wieder lockerer.

Du möchtest mehr über die richtige Ernährung vor und während des Wettkampfes erfahren oder die Ernährung auf deine persönlichen Bedürfnisse für mehr Leistungsfähigkeit, ein optimales Körpergewicht und eine nachhaltige Gesundheit anpassen, dann schreib ein kurzes Mail und wir vereinbaren einen unverbindlichen Gesprächstermin.

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Nach einem recht knackigen Frühling mit kurzen, harten Triathlons über die Kurz- und Sprintdistanz, sollte endlich eine moderate Mitteldistanz folgen und das sogleich mit einer kleinen Chance auf den Titel Bayerischer Meister 2016. Ich fuhr dennoch eher spontan als geplant am vergangenen Sonntag mit meinen beiden Mädels nach Lauingen an der Donau, die sich dort die Kurzdistanz vorgenommen hatten. Nachdem also die dopplte Distanz auch als Bayerische Meisterschaft 2016 ausgeschrieben war, lockte es mit Thomas Hellriegel (Ironman Weltmeister 1997), Christian Brader, Roman Deisenhofer und Co. natürlich einige professionelle Traithleten ins Schwabenland und eine Menge ehrgeizige, ambitionierte Amateure. Ich rechnete mir daher wenig Chancen in diesem Jahr aus, waren doch erst acht Wochen seit meinem Marathon in Hamburg vergangen und ich im Vergleich zu vergangenen Jahren kaum Radkilometer in den Beinen. Die wenigen Kilometer auf dem Rad habe ich im März im Trainingslager gemeinsam mit Jamie Ann runtergespult, die jetzt bie ihrer Premiere über die Kurzdistanz mal schaun wollte, wie das Training gefruchtet hat. Parallel ging auch Tobias Glenk auf der Sprintdistanzins ins Rennen. Tobias, einer meiner Athleten, wollte vor allem im Wasser zeigen, wie positiv sich seine verbesserte Schwimmtechnik auf die Leistung auswirkt. Wie es und auf den unterschiedlichen Distanzen erging, welche Überraschungen sich ereigneten und was sonst noch alles in Lauingen passiert ist, in meinem Rennbericht …

Etwas zu spät aus den Federn gekommen, ging’s bei strömendem Regen Richtung Lauingen. „Nicht schon wieder“, dachte ich, denn die vergangenen vier Wochenenden waren allesamt eher feucht als fröhlich. Doch kaum näherten wir uns dem Schwabenland und passierten den häßlichen AKW-Meiler Gundremmingen, lichtete sich der Himmel und es war teilweise auch der rote Planet zu erkennen. Dennoch war es kühl, was natürlich für ein Schwimmen mit Neopren sprach. Es gab zwei Wechselzonen, logistisch zwar eine Herausforderung aber für die Zuschauer spannend: Der erste Wechsel auf’s Rad fand unmittelbar am Auwaldsee statt, während der Zweite im Stadtzentrum von Lauingen erfolgte, wo sich auch die Wendepunkte der Rad- und Laufstrecke sowie das Ziel befanden.

Sushi zum Auftakt der ersten Disziplin

Drei Runden mit Landgang waren im Auwaldsee zu schwimmen und um uns aus dem Startgetummel herauszuhalten stellten Christian Brader und ich uns möglichst weit aussen hin. Pünktlich um neun Uhr erfolgte der Start in das sehr nährstoffreiche Gewässer neben der Donau. Kaum Sicht, Algen und Schlingpflanzen sind typisch für den Auwaldsee, dessen Wasserqualität dennoch sehr gut ist, wie die zahlreichen Fischarten und vor allem Aale beweisen. Gelegentlich zieht man mit einem Armzug ein Bündel Schlingpflanzen durch die Hand oder manche verfangen sich um Kopf und Schultern. Aber alles halb so wild. Nach der ersten Runde waren wir eine fünfköpfige Soitzengruppe, zusammen mit Thomas Hellriegel, Roman Deisenhofer und Christian Brader. Ich hielt mich zurück, denn das Schwimmtempo war sehr hoch. Noch vor dem zweiten Landgang hatten sich Hellriegel und Deisenhofer etwas absetzen können, doch mit dem kurzen Laufweg konnte ich wieder den Anschluss finden. Auf dem letzten Drittel zog Roman Deisenhofer davon, bei dem bereits hohen Tempo kam das überraschend.

TRIATHLON MITTELDISTANZ Bayerischer Meister 2016 mit Rock 'n' Roll im Kopf / Die Führungsgruppe nach der ersten Runde mit Roman Deisenhofer, Thomas Hellriegel, Christian Brader und Stefan Drexl © Karl Aumiller

TRIATHLON MITTELDISTANZ Bayerischer Meister 2016 mit Rock ’n‘ Roll im Kopf /
Die Führungsgruppe nach der ersten Runde mit Roman Deisenhofer, Thomas Hellriegel, Christian Brader und Stefan Drexl © Karl Aumiller

Als Ditter kam ich mit Thomas Hellriegel aus dem Wasser und war dank eines schnellen Wechsels als Zweiter auf dem Rad, angefeuert von Familie und Freunden, sowie den ganzen Kurzdistanz-Triathleten, deren Start erst 45 Minuten später folgen sollte. Ein kurzer Blick auf die Uhr verwunderte mich: 32:30 Minuten für angebliche 2200 Meter bei dem Schwimmtempo? Nach dem ersten Wendepunkt am Rathausplatz von Lauingen war zeit für einen schnellen Datencheck, der die Schwimmzeit erklärte. Inklusive des Landgangs hatte meine V800 etwas mehr als 2400 Meter aufgezeichnet. Sehr gut, denn mit Thomas und vor Christian aus dem Wasser zu kommen, war eine gute Ausgangslage mit der ich nicht gerechnet hatte.

Ballern mit Drehwurm

Thomas Deisenhofer war längst enteilt und ballerte die vier Runden an diesem Sonntag wie vom Teufel geritten. Während der ersten Runde zogen erst Hellriegel und dann Brader an mir vorbei. Ich versuchte erst gar nicht mich von diesem Tempo auch nur eine Sekunde verleiten zu lassen und fuhr weiter konstant mein geplantes Tempo: 40 km/h mit einer 88er Trittfrequenz – damit war ich auf der sicheren Seite. Das erste Energy Gel nach 15 Kilometer und weiter im Rhythmus. Doch während die Bein hervorragend kurbelten und der Test des neuen Frodissimo Gels Coffee Nut (der Geschmack ist etwas aussergewöhnlich) den Ernergiefluss aufrecht erhielt, meinte mein Rücken sich bemerkbar machen zu müssen. Ein ziehender Schmerz zog sich über den Gluteus und hemmte den rechten Quadrizeps. „ Bist halt doch nicht mehr der Jüngste“, dachte ich und versuchte die Angelegenheit zu ignorieren. Keine Chance!

TRIATHLON MITTELDISTANZ Bayerischer Meister 2016 mit Rock 'n' Roll im Kopf / Als Zweiter auf's Rad nach einer flotten Schwimmsession © Karl Aumiller

TRIATHLON MITTELDISTANZ Bayerischer Meister 2016 mit Rock ’n‘ Roll im Kopf /
Als Zweiter auf’s Rad nach einer flotten Schwimmsession © Karl Aumiller

Stets dem Rückweg nach Lauingen einer jeden Runde von vier, machte sich das Problem wegen des stark auffrischenden Windes und des hohen Pedaldrucks besonders bemerkbar. Äusserst ärgerlich! Mein Rhythmus war aus dem Takt und ich wusste nich so recht welche Sitzposition die entspannteste war. Ein Athlete nach dem Anderen zog an mir vorbei und ich hörte schließlich auf die Positionen zu zählen. Gute zehn Prozent langsamer unterwegs beschloss ich, mich meinem Profiant zu widmen: Zucker ist schließlich gut bei Ärger, also wechselte ich regelmäßig zwischen etwas Coffein Gel und Banana Bread von Oat Snack. Zwischendurch ein kleiner Wink und ein Lächeln zu Jamie und Kerstin während wir uns begegneten, ein leises Servus zu den Überholenden und weiter rollte es. So pendelte ich zwischen Lauingen und Weisingen vier mal hin und her und vergaß in Gedanken zwischendurch sogar das Rundenzählen. Die Zeit oder Kilometer vergingen zwar nicht wie im Flug, aber auch die 80 Kilometer fanden dann endlich ein Ende. Nach 2:03 Stunden durfte ich mich dann mit dem zweiten Wechsel endlich wieder aufrichten. Mein Rücken hat’s mir an diesem Tag besonders gedankt.

Mit Mampf zurück im Kampf – Laufen kann auch laufen

In einer beinahe endlosen zweiten Wechselzone bin ich nach 150 Metern endlich mein Speedmax losgeworden und nach dem doppelten Laufweg meinen Helm, um schließlich die Laufschuhe anziehen zu können. Ich hatte mich erstmals für die neuen Saucony Fastwitch entschieden, die mir im ersten Testlauf ein gutes Gefühl mit der neuen Everun Aussensohle gaben. Vorsichtshalber zog ich es dennoch vor Laufsocken anzuziehen und den geringen Zeitverlust in Kauf zu nehmen, das sollte sich bestätigen. Überraschend locker konnte ich aus der Wechselzone laufen, wohl wissend, dass es noch über eine Behelfsbrücke aus Baugerüst mit steilen Rampen ging. Hier ist seitens des Veranstalters echt Nachbesserungsbedarf, denn auch wenn die Idee gut ist, auf diese Art die Radstrecke zu überqueren, sind Anstieg und Gefälle doch sehr grenzwertig und gefährlich. Ein oder zwei Bauelemente mehr würden die Sache entschärfen.

TRIATHLON MITTELDISTANZ Bayerischer Meister 2016 mit Rock 'n' Roll im Kopf /  Mit ordentlich Dampf fast schon einsam durch die Gassen der Altstadt von Lauingen, Stefan Drexl © Karl Aumiller

TRIATHLON MITTELDISTANZ Bayerischer Meister 2016 mit Rock ’n‘ Roll im Kopf /
Mit ordentlich Dampf fast schon einsam durch die Gassen der Altstadt von Lauingen, Stefan Drexl © Karl Aumiller

Anschließend ging es durch die bezaubernde Altstadt und ein paar mittelalterliche Gassen hinunter zur Donau und entlang auf einer 2,5 Kilometer langen Wendepunktstrecke. Und was soll ich sagen: Es lief – es lief sogar saugut! Ich fing an ein Ziel nach dem anderen auszumachen und wieder Athleten für Athleten zu überholen. Die Strategie war moderat hin und hart zurück zu laufen, doch irgendwie schien der erste Wendepunkt nicht kommen zu wollen. Erst 150 Meter später als erwartet, versteck im Wald stand eine Tonne, welche zum Umlaufen war. Doch weder eine Bodenmatte für die Zeitnahme noch Rundenbänder gab es hier. Vertrauen ist gut – Kontrolle besser, wie sich zeigen sollte und Triathlon-Kollege Christian Ammer zu seinem Nachteil bemerkte.

Mit Frodissimo Gel und Tunnelblick

Unwissend von welcher Ausgangsposition ich in die dritte Disziplin gestartet war rannte ich, so lange es mir die Beine erlaubten. Und die meinten es scheinbar gut mit mir, denn auf dem Rad wurden sie schließlich nicht zu sehr gegängelt. Etwas Respekt hatte ich dennoch jedesmal vor dem Teilstück durch die Altstadt, auf dem es nicht nur 15 Höhenmeter zu überwinden galt, sondern auch auf sehr großen Kopfsteinpflaster hinauf und hinunter zu laufen galt. Alle fünf Kilometer schließlich ein kurzer Spaziergang an der Verpflegungsstelle zur Wasseraufnahme und weiter lief’s. Ich hatte aber leider auch ebenso wenig Ahnung wer so alles in meiner Altersklasse unterwegs und vor mir war, also visierte ich alles und jeden mit einer gelben Startnummer an. Auf der letzten Laufrunde wurde es immer einsamer, die Kurzdistanzler waren längst im Ziel und die Abstände nach vorne wurden immer größer. Einzig die Prominenz auf der Mitteldistanz gaben mir ein wenig Orientierung und während Roman Deisenhofer allen um Kilometer enteilt war, konnte ich den Abstand zu Christian Brader halten und zu Ex-Weltmeister Thomas Hellriegel sogar verkürzen.

TRIATHLON MITTELDISTANZ Bayerischer Meister 2016 mit Rock 'n' Roll im Kopf / Stefan Drexl absolut KO nach beherztem Lauf © Karl Aumiller

TRIATHLON MITTELDISTANZ Bayerischer Meister 2016 mit Rock ’n‘ Roll im Kopf / Stefan Drexl absolut KO nach beherztem Lauf © Karl Aumiller

So kamen mir natürlich auf zwei der vier Runden auch Kerstin und Jamie entgegen, die tatsächlich als erste Frau auf der Kurzdistanz unterwegs war. Das motivierte mich natürlich und auf meinen letzten 2,7 Kilometern zurück nach Lauingen machte ich noch einen Läufer aus. „Nach hinten absichern oder alles geben?“, fragte ich mich gerade, doch die Beine antworteten selbständig. Zur Sicherheit noch ein Frodissimo Gel im Laufen, Tunnelblick und durch. Die Lücke wurde zwar nur peut-à-peut kleiner, doch kurz vor der Altstadt und letzten Steigung konnte ich „Sepp“, so stand es auf seinem Anzug, stellen und mich hinauf zum Rathausplatz absetzen. Eine letzte Kurve und das Ziel vor Augen genoss ich nach 3:58 Stunden den Zieleinlauf – Tagwerk vollbracht, Licht aus …

TRIATHLON MITTELDISTANZ Bayerischer Meister 2016 mit Rock 'n' Roll im Kopf / Glückliche Siegerin der Kurzdistanz Jamie Ann © Karl Aumiller

TRIATHLON MITTELDISTANZ Bayerischer Meister 2016 mit Rock ’n‘ Roll im Kopf / Glückliche Siegerin der Kurzdistanz Jamie Ann © Karl Aumiller

Schnellste Frau als Rookie auf der Kurzdistanz

Sichtlich entspannt war Jamie Ann schon am Vortag ihrer Premiere über die Triathlon Kurzdistanz in Lauingen, wie ausgetauscht im Vergleich zu den Rennen und Jahren davor. Das gemeinsame Trainingslager in der Toskana war intensiv und der eigentliche Saisonaufbau, denn in den Wochen vor Lauingen war wegen des Studiums und der Arbeit nur moderat an Training zu denken. Dennoch waren die Gedanken fokusiert und nach dem gemeinsamen Einlaufen mit Mama und Papa begann routiniert ihre unmittelbare Wettkampfvorbereitung. Wie es ihr bis zum ersten Sichtkontakt auf der Radstrecke ging, konnte ich rennbedingt natürlich nicht verfolgen, aber es kam mir eine sichtlich gut gelaunte und in Führung liegend Tochter entgegen gefahren. Nur kurz dahinter war auch schon Kerstin, beide hatte erwartungsgemäß die erste Disziplin deutlich dominiert und den Grundstein für den weiteren Rennverlauf gelegt.

TRIATHLON MITTELDISTANZ Bayerischer Meister 2016 mit Rock 'n' Roll im Kopf / Sieg und Platz 9 für Jamie Ann und Kerstin auf der Kurzdistanz © Karl Aumiller

TRIATHLON MITTELDISTANZ Bayerischer Meister 2016 mit Rock ’n‘ Roll im Kopf / Sieg und Platz 9 für Jamie Ann und Kerstin auf der Kurzdistanz © Karl Aumiller

Auf der Laufstrecke traute ich meinen Augen nicht: Während ich gefühlt am Limit lief, wirkte Jamie Ann sichtlich entspannt und locker an der Donau entlang laufen als wir uns das erste Mal begegneten. Das machte mich etwas nervös, denn schließlich fühlt man ja stets mit seinen Kindern mit. Doch der Abstand zur Zweitplatzierten war groß, sehr groß und so hat Jamie Ann doch tatsächlich ihre erste Kurzdistanz auf Anhieb souverän gewonnen und ist jetzt motiviert für alle weiteren Ziel. Und der Papa natürlich mächtig stolz.

Tobias Glenk an den Fersen von Daniel Unger

Als Auftakt in die Saison 2016 hatte sich Tobias Glenk die Sprintdistanz von Lauingen ausgesucht und traf dort überraschend auf Ex-Weltmeister Daniel Unger, der kurzerhand von der Kurzdistanz auf die kürzeste Strecke im Triathlon wechselte. Nach monatelange und intensive Schwimmtraining mit Tobias kam in Lauingen der Tag der Wahrheit im Auwaldsee. Von seinem eigenen Tempo und der Leichtigkeit in der ersten Disziplin überrascht wechselte der 24-Jährige nur 47 Sekunden hinter dem schnellsten Schwimmer auf’s Rad. Dort musste er in einem dichten Feld zwar zwei Plätze einbüßen, doch seine stärkste Disziplin sollte noch folgen. Mit der schnellsten Laufzeit des Tage kämpfte sich Tobias Platz um Platz nach vorne und finishte mit einem starken dritten Platz auf dem Podium nur knapp hinter Daniel Unger. Ein gelungener Saisonauftakt.

TRIATHLON MITTELDISTANZ Bayerischer Meister 2016 mit Rock 'n' Roll im Kopf / Tobias Glenk erläuft Platz 3 hinter Ex-Weltmeister Unger und Wechsler © Karl Aumiller

TRIATHLON MITTELDISTANZ Bayerischer Meister 2016 mit Rock ’n‘ Roll im Kopf / Tobias Glenk erläuft Platz 3 hinter Ex-Weltmeister Unger und Wechsler © Karl Aumiller

Das SCPE Triathlon Liga Team mit erneut starkem Auftritt

Bereits am Vortag stand für die Jungs des SCPE Triathlon Liga Teams das dritte Rennen der Regionalliga beim TV Lauingen an. Diesmal gab es keinen klassischen Sprinttriathlon zu bewältigen, sondern ein Mannschafts-Wettbewerb in zwei Teilen. In der Früh stand ein Swim & Run über 800 Meter Schwimmen und 3 Kilometer Laufen auf dem Programm und am späten Nachmittag ein Bike & Run über 24,5 Kilometer Radfahren und 2,4 Kilometer Laufen im Jagdstartprinzip entsprechend der addierten Einzelleistungen der Mannschaft vom Vormittag.

TRIATHLON MITTELDISTANZ Bayerischer Meister 2016 mit Rock 'n' Roll im Kopf /  Das SC Prinz Eugen Triathlon Team beim ersten Durchgang der Regionalliga © Karl Aumiller

TRIATHLON MITTELDISTANZ Bayerischer Meister 2016 mit Rock ’n‘ Roll im Kopf /
Das SC Prinz Eugen Triathlon Team beim ersten Durchgang der Regionalliga © Karl Aumiller

Nach Platz 8 an der RUDERREGATTASTRECKE München und dem überraschenden 4. Platz in Waging am See Waging am See gelang in Lauingen erneut ein 8. Platz des SCPE Triathlon Liga Teams, was vorzeitig den Klassenerhalt sicherte. Den vollständigen Rennebericht gibt’s hier 3. Tourstopp Regionalliga Bayern

TRIATHLON MITTELDISTANZ Bayerischer Meister 2016 mit Rock 'n' Roll im Kopf /  Siegerehrung Mitteldistanz mit Stefan Drexl und Thomas Hellriegel (v. l.) © Karl Aumiller

TRIATHLON MITTELDISTANZ Bayerischer Meister 2016 mit Rock ’n‘ Roll im Kopf /
Siegerehrung Mitteldistanz mit Stefan Drexl und Thomas Hellriegel (v. l.) © Karl Aumiller

Plan B und Rock ‚n’ Roll im Kopf

… erst auf der Massageliege im Zielbereich gingen bei mir die Lichter wieder an. Mit professionellen Handgriffen wurde mein Rücken von einer jungen Damen massiert, was teilweise zwar schmerzhaft aber letztendlich wirkungsvoll und entspannend. Nach einer fünfzehnminütigen Behandlung waren auch meine Beine wieder erholt und ich bewegte mich zur Zielverpflegung. Mit reichlich Obst und Quark füllte ich meine Kohlenhydratspeicher wieder und sorgte für etwas Eiweiß. Auch 30 Minuten nach meinem Zieleinlauf gab es noch immer keine Ergebnisse und so checkte ich erst einmal mein Rad aus und gönnte mir eine warme Dusche. Mit einer gewaltigen Dominanz hatte Roman Deisenhofer den Gesamtsieg auf der Mitteldistanz geholt und mit einer fabulösen Zeit von 3:26 Stunden alle anderen in den Schatten gestellt. Bei böigen Winden dominierte der Augsburger in allen drei Disziplinen und erreicht mit 20 Minuten Vorsprung, fast eine Runde vor Christian Brader das Ziel. Das machte die Kampfrichter stutzig und baten Deisenhofer um eine Erklärung, ob dieser am Ende nicht eine Runde zu wenig mit dem Rad gefahren sei. Doch es sollte alles seine Richtigkeit haben, auch wenn Überbiker Hellriegel aus dem Staunen nicht rauskam.

TRIATHLON MITTELDISTANZ Bayerischer Meister 2016 mit Rock 'n' Roll im Kopf /  Da ist das Ding: Siegerehrung zum Bayerischen Meister, Stefan Drexl © Karl Aumiller

TRIATHLON MITTELDISTANZ Bayerischer Meister 2016 mit Rock ’n‘ Roll im Kopf /
Da ist das Ding: Siegerehrung zum Bayerischen Meister, Stefan Drexl © Karl Aumiller

Um 14:30 Uhr hing dann das offizielle Ergebnis endlich aus und ich traute meinen Augen nicht: Ich war nicht nur mit Thomas Hellriegel aus dem Wasser gekommen, sondern trotz der Problem auf dem Rad über 1:20 Minute schneller gelaufen. Damit wurde ich Zweiter in der Altersklasse AK45 hinter Hellriegel und 14. gesamt. Für die Wertung der Bayerischen Meisterschaft Triathlon Mitteldistanz 2016 war das der Titelgewinn, denn Thomas Hellriegel ist weder aus Bayern noch startet er für einen bayerischen Verein. Unfassbar und absolut glücklich! Natürlich gab es bei mir insgeheim einen Plan, aber ich dachte nicht daran, dass ich auch Plan B brauchen würde und dieser dann auch noch funktioniert. So what – Rock ‚n’ Roll!

RACE DETAILS

Triathlon Mitteldistanz
Bayerische Meisterschaft 2016
Schwimmen: 2,25 km (offiziell) / 2,45 km (Polar V800)
Radfahren: 80 km (offiziell) / 78,8 km (Polar V650)
Laufen: 20 km (offiziell) / 21,2 km (Polar V800)

RESULT DETAILS

Schwimmen: 32:45 min / 3. Platz
Radfahren: 02:03 h / 35. Platz
Laufen: 01:23 h / 14. Platz
Gesamt: 3:58 h / 14. / 2. M AK 45 / 1. Bayerischer Meister Mitteldistanz M AK 45

EVENT INFORMATIONEN

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RACE RESULTS
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Augsburger Allgemeine: „Riesenüberraschung in der Königsdisziplin“


Seit diesem Frühjahr gibt’s den siebten Streich des legendären Kinvara, das Erfolgsmodell von Saucony, vieles ist vertraut, einiges anders und manches neu, komfortabel und schnell ist er weiterhin. Eigentlich habe ich bei der Suche nach neuen Laufschuhen stets Schwierigkeiten passende Lightweight Trainer oder Racer zu finden. In 99% der Fälle sind diese zu schmal. Als ich 2010 den ersten Kinvara anprobiert habe, hat dieser sofort gepasst und war sogar im Marathon mein bisher schnellster Laufschuh. Ich habe den Kinvara 7 auf Herz und Nieren im Training und Wettkampf einem intensiven Praxistest unterzogen und sag’s ja nur ungern … aber lest selbst!

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Wesentliche Änderungen gegenüber früheren Versionen (Modell Damen) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Wesentliche Änderungen gegenüber früheren Versionen (Modell Damen) ©stefandrexl.de

Der Saucony Kinvara 7 kommt mit einer Handvoll wesentlicher Änderungen gegenüber früheren Versionen. Dennoch werden all jene Läufer, die dem Kinvara bisher treu gewesen sind auch weiterhin seinen leichtgewichtigen, ansprechenden Laufstil genießen können. Der wesentliche Unterschied des Kinvara 7 zu seinem Vorgänger, dem Kinvara 6, besteht im komplett neuen Aufbau der Laufsohle mit der neuen Dämpfungstechnologie Everun der Zwischensohle und dem Obermaterial. Everun wurde zuvor nur im Triumph ISO 2 verbaut und hält nun Einzug in immer mehr Modelle von Saucony, die auch bisher mit einer dämpfenden Laufsohle ausgestattet waren. Trotz der gravierenden Veränderungen von Zwischensohle und Laufsohle blieben die gewisse Einfachheit und der Still des Kinvara 7 erhalten, welche ihm seit der Markteinführung 2010 zu seiner Popularität verholfen haben. Kaum ein Läufertyp fühlt sich in diesem Laufschuh nicht angenehm wohl. Man kann den Kinvara für das tägliche Lauftraining, für schnelle Läufe und Intervalle, aber auch für lange Strecken und Marathons einsetzen. Bekannt für seine eindrucksvolle Balance aus Komfort und Leistung bietet der Kinvara 7 ein äusserst stabiles und ansprechendes Laufgefühl – ganz im Sinne des ursprünglichen Gedanken des Kinvara.

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Fest am Fuss auf Asphalt und befestigten Wirtschaftswegen (Modell Herren) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Fest am Fuss auf Asphalt und befestigten Wirtschaftswegen (Modell Herren) ©stefandrexl.de

Kinvara (irisch: Cinn Mhara, was etwa Kopf des Meeres bedeutet) ist ein kleines Hafenstädtchen am Südrand des County Galway in der Provinz Connacht an der Galway Bay in Irland. Der Ort befindet sich westlich der Barony of Kiltartan nahe der Grenze zum Burren im County Clare. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kinvara)

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Immer vorwärts - jeder Schritt eine Leichtigkeit (Modell Herren) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Immer vorwärts – jeder Schritt eine Leichtigkeit (Modell Herren) ©stefandrexl.de

Mit großer Spannung habe ich den Kinvara 7 erwartet und mich auf den Praxistest gefreut nachdem ich manchen seiner Vorgänger erfolgreich gelaufen bin. Sollten alle seine neuen Eigenschaften, besonders die neue Dämpfungstechnologie Everun, ihr Versprechen halten, so wollte ich den Kinvara 7 auch beim Marathon Hamburg laufen. Der Kinvara 3 hatte mir schließlich seinerzeit eine neue persönliche Bestzeit beschert. Mit dem Öffnen des Schuhkartons war ich allerdings erst einmal von seiner grellen neon-grünen Farbgebung geblendet und in hartes Schwarz verlief: Slime / Black nennt es Saucony. Ähnlich aber nicht ganz so extrem ist das Modell für Damen in leuchtendem Türkis kombiniert mit Korallenrosa: Blue / Navy / Coral. Der Kinvara 7 ist sicherlich ein Blickfang.

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Rundum Update mit interessanter Farbkombi (Modell Herren) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Rundum Update mit interessanter Farbkombi (Modell Herren) ©stefandrexl.de

Allgemeines zum Laufschuh und Praxistest

Der Kinvara 7 wiegt 187 Gramm für Frauen (Größe 8) und 218 Gramm für Männer (Größe 9) mit einer Sprengung von 4 mm, sowie einer Höhe von 18mm im Vorderfuß und 22mm unter der Ferse. Die Passform der 7. Ausgabe bleibt nahezu unverändert zu seinem Vorgänger und besitzt weiterhin eine großzügige breite Zehenbox, und dem Gefühl eines festsitzenden Mittelfußes. Auch der Kinvara 7 ist maßgenau und stimmt mit der tatsächlichen Schuhgröße überein. Getestet habe ich den Kinvara 7 auf asphaltierten Straßen und befestigten Schotterwegen entlang der Isar in München und in Hamburg. Der Kinvara 7 hat sich aufgrund seiner direkten Kraftübertragung vor allem bei langen Dauerläufen, Tempoläufen, Intervallen, und allem dazwischen sehr gut bewährt – im Training sowie im Wettkampf. Trotz einiger wesentlicher Veränderungen der Technologie des Laufschuhs, bleiben der allgemeine Charakter und das typische Lauferlebnis eines Kinvara auch mit Version 7 erhalten.

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Komplett neu: EveRun Dämpfungssohle mit Tri-Flex Aussensohle (Modell Herren) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Komplett neu: EveRun Dämpfungssohle mit Tri-Flex Aussensohle (Modell Herren) ©stefandrexl.de

Dämpfung und Energie mit der neuen Saucony Kinvara 7 Laufsohle

Der Aufbau und die sich daraus ergebende Optik des Kinvara haben sich sichtbar verändert und so verwendet Saucony mit Version 7 in den strategischen Zonen der Laufsohle auch IBR+, um so das Gewicht des Schuhs niedrig zu halten, aber dennoch optimale Strapazierfähigkeit und Schutz in den Bereichen mit intensiven Bodenkontakt zu gewährleisten. Mit IBR+ wird der Laufschuh um 33% leichter und seine Fähigkeit entstehende Aufprallkräfte zu Absorption verdreifacht sich im Vergleich zu herkömmlich geschäumten Aussensohlen. So werden die Gramm hin und her verschoben, am Ende wurde der Kinvara 7 dadurch 4 g leichter als sein Vorgänger. Die strategische Anordnung des geschäumten, abriebfesten Gummis mit der TRI-FLEX Struktur unter dem Vorfuß und entlang der Aussenkante der Außensohle sorgt für eine gute Traktionskontrolle mit optimaler Flexibilität. Dennoch werden die erzeugten Spitzenkräfte während der Lande- und der Abdruckphase über die größere Fläche gleichmäßig über die Sohle verteilt.

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Neuer Aufbau der Laufsohle mit EveRun (Modell Herren) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Neuer Aufbau der Laufsohle mit EveRun (Modell Herren) ©stefandrexl.de

Dabei hat Saucony den bisherige Aufbau mit Powergrid EVA+ Schaum durch den rückfedernden, elastischen Everun SSL TU Materials mit Dämpfungstechnologie ersetzt, der wesentlich höhere Dichte und Festigkeit als frühere Modelle besitzt. Durch die Verwendung von Everun anstatt des herkömmlichen EVA-Schaums sollen Widerstandsfähigkeit und Lebensdauer erhöht und verlängert werden. Die Everun Dämpfungstechnologie ist eine neue Art der Laufschuh-Konstruktion. Sie bringt die optimale Dämpfung so nah wie möglich an den Fuß. Aufgrund des geringen Komprimierungsgrad des auf TPU basierenden Everun Materials erfährt der Läufer sowohl eine effektivere und lebendigere Art des Laufens, mehr Energierückgewinnung als auch kontinuierliche Dämpfung für den gesamten Lauf, vom ersten bis zum letzten Kilometer. Diese Veränderungen wirken sich zweifellos positiv auf das Laufgefühl des Schuhs aus. Während meines ersten Trainingslaufes im neuen Kinvara 7, habe ich einen spürbaren Unterschied in der Geschmeidigkeit und Effektivität der Laufschritte gespürt. Mit der Markteinführung in Version 7 erwarte ich mir mit diesem Kinvara durchaus mehr Laufkilometer, denn die Haltbarkeit der Außensohle war bisher die Kinvara-typische Schwachstelle. Vor allem im seitlichen Vorfußbereich, wo es gar keine Gummi-Inlays gibt.

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Mehr Dämpfung, weniger Traktion mit EveRun und IBR+ (Modell Herren) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Mehr Dämpfung, weniger Traktion mit EveRun und IBR+ (Modell Herren) ©stefandrexl.de

Die Idee hinter Everun und der gefühlte Unterschied

Über die Idee hinter Everun und was man mit der neuen Technologie erreichen möchte, wurde beim Saucony Blogger Meeting München intensiv besprochen. Hier ein kurzer Auszug:
„Was den Aufbau der Laufsohle und den seitlichen Fersebereich betrifft war es sicherlich eine große Veränderung für uns! Durch die Entwicklung von EVERUN haben wir auch die Art und Weise verändert, wie wir unsere Mittelsohle (und bei dieser Gelegenheit auch gleich das Laufprofil) konstruieren, um im Einklang mit der neuen Dämpfungstechnologie zu arbeiten. Wir haben daher die traditionellen tiefen Rillen und Mulden unter der Ferse entfernt, so dass für den Läufer mehr Bodenkontakt und ein weicherer Übergang von der Ferse über Mittelfuß zum Vorfuß erreicht werden. Eine Frage, die dabei meist aufkommt, ist: „Wie kann es funktionieren, dass der Schuh gleichzeitig Aufprallkräfte absorbiert, für Energierückgewinnung sorgt und gleichzeitig flexibel ist?“ – Die Formgebung und die geometrische Struktur, die wir hier verwenden und sich auch in unseren anderen EVERUN Schuhen befindet, hilft aufgrund des Laufzyklus des Läufers, wie der Fuß aufsetzt, rollt und abdrückt die komprimierte Energie wieder teilweise abzugeben. In Verbindung mit der konkaven Gestaltung der Laufsohle war es uns dennoch möglich die Flexibilität und eine flüssigen Bewegungsablauf zu erhalten. Darüber hinaus sorgt das EVERUN Material in der durchgängigen Topsole- Konstruktion für eine ideale Druckverteilung über den ganzen Fuß und reduziert die herrschenden Maximalkräfte. Die Fersenkonstruktion gewährleistet die Absorption der Aufprallkräfte.“

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Mit der zweiten Auflage zur Marathon Bestzeit 2012 (Modell Herren) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Mit der zweiten Auflage zur Marathon Bestzeit 2012 (Modell Herren) ©stefandrexl.de

Während der Kinvara 6 und frühere Modelle für ein eher weiches, fast schon luxuriöses Laufgefühl berüchtigt waren, kommt der Kinvara 7 stabiler und kompakter daher. Der Schuh erweckt den Eindruck als wären Aufbau und Bauhöhe höher als der Vorgänger, aber das täuscht. Ich führe dieses Gefühl auf die höhere Festigkeit, denn der Kinvara 7 ist weniger nachsichtig als seine Vorgänger. Meine ersten Laufeinheiten in diesem Schuh auf der Straße fühlten sich wesentlich direkter, vorwärts gerichtet und für einen Kinvara steif an. Ich hörte mit jedem Schritt meinen Fuß auf dem Asphalt platschen; ein Phänomen, das ich von den vorherigen Versionen bisher nicht kannte. Aber nach ein paar Kilometern der Einlaufphase hatte ich mich daran gewöhnt und der Kinvara hat sich immer natürlicher an meinen Füßen angefühlt. Ich hatte das positive Gefühl in jeden Schritt mit weniger Kraftaufwand regelrecht hineinzufliegen.

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Obermaterial aus Mesh und FlexFilm mit Pro-Lock-Schnürung (Modell Damen) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Obermaterial aus Mesh und FlexFilm mit Arch-Lock-Schnürung (Modell Damen) ©stefandrexl.de

Das Obermaterial der nächsten Kinvara Generation

Das Obermaterial des Kinvara 7 hat die beiden prägenden technischen Features seines Vorgängers übertragen bekommen: das FlexFilm und die Pro-Lock-Schnürung. Die FlexFilm Folie wird auf der gesamten Oberseite des Schuhs verarbeitet und vermeidet störende Nähte. Das Lightweight Material ermöglicht so weniger Schichten im Obermaterial für eine nahtlose und flexible Passform und sorgt für mehr Tragekomfort. Durch den Einsatz von Flexfilm im Vorfuß hat der Kinvara 7 übrigens spürbar mehr Platz im Vorfußbereich. Im Mittel- und Rückfußbereich ist die Flexfilm-Schicht deutlich dicker als im Vorfuß. Das verleiht dem Obermaterial des Kinvara 7 mehr Halt und Festigkeit, ohne auf die gewohnte Leichtigkeit verzichten zu müssen.

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Stabile Fersenkappe: angenehm weich und nachsichtig mit gutem Halt (Modell Damen) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Stabile Fersenkappe: angenehm weich und nachsichtig, mit gutem Halt (Modell Damen) ©stefandrexl.de

Ganz ehrlich, eigentlich hatte ich fast damit gerechnet das Arch-Lock Schnürsystem in der siebten Auflage nicht wieder zu sehen, denn ich halte es beim Kinvara 7 nicht für notwendig und finde eher beengend. Anfangs musste ich alle 10 Minute anhalten, um die Schnürsenkel zu lockern, weil mein Fuß eingeschlafen war. Das Arch-Lock sitzt am Rist unterhalb der Hauptlaschen aber auf der Zunge. Es soll für den sockenähnlichen Halt des Kinvara 7, sowie für ein komfortables und gleichzeitig reaktives Laufgefühl sorgen. Ist es einmal richtig eingestellt, dann verschmilzt der Schuh mit dem Fuß zu einer Einheit. Ich lasse aber von vorneherein das mittlere Schuhband wegen meines flachen Rists und breiteren Fuß lockerer. Das Obermaterial des Kinvara sitzt bei mir ohnehin fest und bequem – das Arch-Lock-Schnürsystem wäre daher nicht wirklich erforderlich. Das liegt aber vor allem an dem dehnbaren Mittelfuß-Band, das den Fuß in der richtigen Position hält. Kombiniert mit der Arch-Lock-Schnürung ist es vor allem dafür gedacht, den flexibleren Vorfuß-Bereich der komfortablen Zehenbox auszugleichen. Dennoch ist die Zehen-Box wie bei den früheren Modellen großzügig und die Fersenkappe des Kinvara 7 ist an der Achillessehne angenehm weich und nachsichtig mit gutem Halt.

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Perfekt für schnelle Zeiten im Marathon und Halbmarathon (Modell Herren) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Perfekt für schnelle Zeiten im Marathon und Halbmarathon (Modell Herren) ©stefandrexl.de

Fazit des Praxistests

Aus gutem Grund ist der Kinvara das bekannteste Modell von Saucony auf dem Laufschuhmarkt. Der Kinvara 7 entspricht exakte den Erwartungen, die Läufer an einen leichten, hochleistungsfähigen und komfortablen Schuh haben. Er unterscheidet sich dennoch von seinem Vorgänger in einigen bemerkenswerten Punkten, die von langjährigen Anhängern des Kinvara möglicherweise nicht so geschätzt werden könnten. Ohne Zweifel bleibt auch Nummer 7 dem typischen Charakter eines Kinvara treu, aber keine der Veränderungen sind echte Verbesserungen, abgesehen von seiner erhöhten Haltbarkeit und der Verschmelzung mit der Everun Dämpfungstechnologie. Wenn ich die Wahl zwischen dem Kinvara 6 und dem Kinvara 7 hätte, ich würde am liebsten beide Modelle laufen. Das weiche, luxuriöse Laufgefühl des Sechser würde ich für lange Trainingsläufe bevorzugen, während ich den Siebener schon wegen seiner höheren Steifigkeit und der Direktheit für Wettkämpfe und Tempoläufe verwenden würde. Der Kinvara 7 läuft sich auf Asphalt und befestigten Wirtschaftswegen ebenso gut wie auf der Laufbahn mit schnellen Intervallen und Technikläufen.

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Kompromissloser Lightweight Trainer mit neuem aufwändigen Dämpfungskonzept (Modell Herren) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Kompromissloser Lightweight Trainer mit neuem aufwändigen Dämpfungskonzept (Modell Herren) ©stefandrexl.de

Mein persönlicher Eindruck

… ich sag’s ja nur ungern, aber der Kinvara 7 ist wieder einmal ein außergewöhnlicher und eigenständiger Laufschuh geworden, für fast jeden Lauftyp, für fast jeden Laufeinsatz und für fast jedes Tempo bestens geeignet ist. Saucony hat es mit der siebten Auflage geschafft seinen beinahe kompromisslosen Lightweight Trainer mit dem neuen und aufwändigen Dämpfungskonzept zu verschmelzen. Das Resultat kann sich trotz einiger Kleinigkeiten sehen lassen und reiht sich nahtlos in die erfolgreiche Tradition der Kinvara-Serie ein. Die Kritik ist sicherlich auf einem hohen Niveau, denn ein Laufschuh in dieser Kategorie für das Gros ambitionierter Läufer zu entwickeln ist stets auch eine gewisse Herausforderung. Nach einigen Trainingseinheiten hat sich der siebte Kinvara optimal an den Fuss angepasst, ist dann auch etwas geschmeidiger und nur kaum von dem doch komfortableren Vorgänger zu unterscheiden. Es wird sich zeigen, wie sich seine „verbesserte“ Haltbarkeit auf die Lebensdauer der Außensohle des Kinvara 7 auswirkt. Im Einsatz während des Marathon Hamburg 2016 hat der Kinvara 7 bereits seine neuen Stärken ausgespielt und selbst ab den kritischen 32 Kilometern haben sich meine Füße komfortabel und schmerzfrei angefühlt.

<h3>Supported Post</h3>
Der Kinvara 7 wurde für den Produkttest von der Firma Saucony zur Verfügung gestellt. Der Laufschuhtest erfolgte unabhängig und ohne Einfluss des Herstellers auf das Testergebnis. Der Testbericht ist frei und unabhängig verfasst und gibt ausschlisslich unsere persönliche Meinung auf Basis unserer Erfahrung wieder. Der Kinvara 7 wurde über verschiedene Laufeinheiten, in zwei Laufwettkämpfen und mehr als 120 Kilometern über einen Zeitraum von acht Wochen.Wir haben weder für den Produkttest noch für die Berichterstattung eine Vergütung erhalten.

Fakten: Saucony Kinvara 7

Damen
Sprengung: 4mm (22mm Ferse/ 18mm Vorfuß)
Gewicht: 187 g
Farbkombinationen: Blue / Navy / Coral und Citron / Teal
Artikel Nummer: S10298-1

Herren
Sprengung: 4mm (22mm Ferse/ 18mm Vorfuß)
Gewicht: 218 g
Farbkombinationen: Black / Slime und Citron / Red
Artikel Nummer: S20298-1

Technologie
Zwischensohle: EVERUN
Außensohle: TRI-FLEX und IBR +

UVP
ab 100 EUR

BEWERTUNG

Qualität 8
Optik 6
Laufgefühl 8
Haltbarkeit 5
Preis 6

INFO

HOMEPAGE Saucony

Mit einem Trainingsgutschein geht’s zu mehr sportlicher Leistung durch eine bessere Technik und gesündere Ernährung. Ganz egal ob Schwimmseminar oder Lauftraining, Videoanalyse oder Trainingsplanung oder ein Personal Coaching, in dem endlich mal alle Fragen zum Thema Ernährung besprochen werden: Ein Geschenkgutschein für eine individuelle Trainingseinheit mit persönlicher Betreuung ist für jeden Sportler mit einer überdurchschnittlichen Ausdauerfähigkeit eine gute Überraschung. Ein perfektes Geschenk für ambitionierte Ausdauersportler die ihren ersten Marathon oder Triathlon planen, oder ihre persönliche Bestzeit verbessern möchten.

Mit einem Geschenkgutschein für eine individuelle Trainingseinheit mit persönlicher Betreuung sind bei mir sowohl Ausdauersportler als auch ambitionierte Wettkämpfer in den besten Händen. Von der Trainingsplanung und Trainingsberatung über ein Technikseminar und Ernährungscoaching bis zu einer kompletten Wettkampfvorbereitung über mehrere Wochen oder eine komplette Saison ist alles möglich.

Dieses Angebot können Sie als Gutschein erwerben, es ist das perfekte Geschenk für jeden Ausdauersportler der regelmäßig trainieren und sich verbessern möchte. Egal welches Ziel man verfolgt, welchen Leistungsstand man hat, mit meinen individuellen Trainingsplänen und persönlicher Beratung ist eine nachhaltige Verbesserung der Leistung sicher.

Trainingsgutschein für Freude am Ausdauersport und Motivation

Ein Gutschein kann für jede meiner angebotenen Leistungen und Sportarten inklusive persönlicher Betreuung erworben werden. Jede Verlängerung ist innerhalb von 12 Monaten 10% ermäßigt. Für eine komplette Trainingsbetreuung erstelle ich auf Anfrage gerne ein individuelles Angebot. Das empfehle ich für alle Sportler, diee ihr Training langfristig und systematisch aufbauen wollen. Mit einem Trainingsgutschein verschenken Sie langfristige Freude am Ausdauersport und Motivation für das ganze Jahr.

Wenn Sie jemandem mit einem Trainingsgutschein von STEFAN DREXL Sportscience, Coaching & Racing eine Freude machen wollten, schreiben Sie mir einfach eine kurze Mail an sport@stefandrexl.de.

• Die Terminvergabe erfolgt nach telefonischer Absprache
• Ergänzende Kosten je Sportart und / oder Trainingsinhalt (Eintritte, Material- / Platzmieten, etc.) sind vom Kunden zu tragen.
• Fahrtkosten für die Anreise von mehr als 25km zum Trainingsort werden mit 0,45 €/km ergänzend berechnet.
• Der Kunde verpflichtet sich nur in absolut gesunder körperlicher Verfassung das Trainingsangebot in Anspruch zu nehmen.
• Jegliche körperliche Einschränkungen müssen dem Trainer vor Trainingsbeginn wahrheitsgemäß mitgeteilt und schriftlich bestätigt werden.
• Um den Gutschein einzulösen, bitte ein Mail mit dem Betreff „GUTSCHEIN“ an sport@stefandrexl.de senden.
• Der Gutschein ist innerhalb von 6 Monaten ab Ausstellungsdatum einzulösen

Trainingsphasen und Periodisierung? Die Triathlonsaison ist kaum vorüber, schon werden neue Pläne für das nächste Jahr geschmiedet und Ziele formuliert. Motiviert von einer erfolgreichen, vergangenen Saison, von starken Rennen und neuen Bestzeiten oder von Wettkämpfen mit „gebrauchten“ Tagen, an denen man sich mehr erwartet hatte. Nach der Saison ist vor der Saison. Ganz egal, ob man es in der nächsten Triathlonsaison einfach besser machen möchte oder sich neue Ziel, wie zum Beispiel die erste Langdistanz steckt: Voraussetzung für den Erfolg im Triathlon ist die richtige Saisonplanung und Trainingsperiodisierung: Die Einteilung des Jahres in Trainingsphasen bzw. –perioden. Nur dann ist es möglich auf den Punkt fit für das persönliche Highlight zu sein …

Die begehrten Startplätze der beliebten Triathlonrennen sind oft nach kurzer Zeit ausgebucht und so muss man sich schon zwölf Monate für eines seiner Highlights der nächsten Saison entscheiden. Damit steht das Ziel schon sehr früh fest, wann man sich im nächsten Jahr der großen Herausforderung stellt und so wird auch bald noch ein passendes Trainingslager gebucht. Damit steht für die Meisten die grobe Planung der kommenden Triathlonsaison, doch der Teufel steckt im Detail. Auch weil es in der Regel selten bei nur einem einzigen Wettkampf und Highlight bleiben soll. Kein Problem – vorausgesetzt man beachtet in der Planung und im Aufbau seines Trainings, der Trainingseinheiten und Trainingswochen auch bestimmte Regeln. Liegt es doch in der Natur eines jeden Athleten, sich in Bestform präsentieren und alles geben zu wollen, sobald der Startschuss fällt.
 

Die Trainingsphasen entscheiden über deine Leistung

Gerade dann, wenn man neben dem Alltag, neben Beruf und Familie nicht vom Weg abkommen und sein persönliches Ziel erfolgreich und gesund erreichen möchte, dann ist eine Trainingsplanung über die vielen Wochen und Monate der Vorbereitung erforderlich. Ein Triathlon Coach kann dich hierbei unterstützen und optimal begleiten. Das kann viel Zeit, Arbeit und unnötigen Stress vermeiden. Ausgehend von deinem oder deinen persönlichen Saisonzielen wird im ersten Schritt die Triathlonsaison gemeinsam geplant und dann die Trainingsphasen bestimmt. Natürlich führen viele Wege ans Ziel, aber für einen muss man sich entscheiden und diesen dann konsequent mit Geduld gehen. Diese Periodisierung, die Einteilung in zeitliche Abschnitte, ist massgeblich für den individuellen Leistungsaufbau. Aber welche Trainingsphasen gibt es im Triathlontraining? Wie lange dauert eine Trainingsphase? Welche Trainingsinhalte werden in den jeweiligen Trainingsphasen trainiert?

Mit diesen 7 Tipps zur Periodisierung und richtigen Saisonplanung im Triathlon kannst du dein Trainingsjahr besser planen:
 

1. Trainingsphasen und Periodisierung im Triathlon

Die Dauer und Einteilung der Trainingsphasen ist abhhängig von den individuellen Rahmenbedingungen, deinem Alltag, Beruf und Familie, und der eingeplanten Zeit für das Training in den drei Kernporarten. Auch die Anzahl der Wettkämpfe und die geplante Dauer deiner Triathlonsaison (Wettkampfsaison) sind massgeblich. Ideal ist es, das Trainingsjahr (Makrozyklus) in fünf bis sechs Trainingsphasen einzuteilen: Grundlagentraining, Aufbautraining, Intensitätstraining, wettkampfspezifisches Training, die Wettkampfphase mit Saisonhighlight, und der Erholungsphase bzw. einer Übergangsphase bei mehr als einem Saisonhighlight. In Abhängigkeit von Alter, Trainingsalter und Leistungsfähigkeit des Triathleten sowie der Zielstellung dauern diese Perioden vier bis zwölf Wochen.
 

2. Grundlagen legen für die Höchstform

In der ersten Trainingsphase wird vor allem an den konditionellen Fähigkeiten gearbeitet und die individuelle Belastbarkeit verbessert. Sie ist das Fundament deren Schwerpunkt in erster Linie auf der Verbesserung von Grundlagenausdauer und Fettverbrennung (Ausdauerfähigkeit mit niedriger Herzfrequenz), sowie der speziellen Kraftausdauer mit regelmäßigem Athletiktraining liegt. Sie wird Vorbereitungsperiode 1 genannt., kurz VP1. In Abhängigkeit von deinem Trainingszustand und dem Trainingsziel dauert diese Periode mindesten 8 bis 12 Wochen. Für Triathleten mit einer guten Grundlagenausdauer, die schon drei oder mehr Jahre Triathlonwettkämpfe machen, sind acht Wochen meist ausreichend. Für untrainierte Athleten, Einsteiger, aber auch Wiedereinsteiger ist die VP1 die wichtigste Trainingsphase. Sie kann durchaus auch länger als 12 Wochen andauern und mit kleinen Wettkämpfen in den Einzeldisziplinen gespickt werden, um die Form zu testen oder zu heben. Das Training wir vor diesen Formtests allerdings kaum reduziert. Es würden dadurch zu viele Trainingstage verloren gehen.
 

3. Salz und Pfeffer für die zweite Trainingsphase

In der Vorbereitungsperiode 2 werden die Umfänge gesteigert und das Training wird spezifischer gestaltet als in der VP1. In dieser Trainingsphase werden immer öfter spezielle Kraft- und Athletikübungen mit eingebaut. Das spezifische Krafttraining auf dem Rad oder im Laufen wird beispielsweise durch Einheiten am Berg umgesetzt. Es verbessert das Stehvermögen. Mit dem Rad werden große Übersetzungen mit niederiger Frequenz getreten. Durch immer größere Übersetzungen mit niedrigen Trittfrequenzen resultieren höhere Geschwindigkeiten. Dennoch ist mit zu intensiven Trainingsbelastungen noch vorsichtig umzugehen, um keinen negativen Einfluss auf die aerobe Entwicklung zu haben. Es werden dabei regelmäßig Trainingseinheiten knapp unterhalb der anaeroben Schwelle mit dem Ziel absolviert, diese Belastungen über einen immer längeren Zeitraum durchzuhalten. In der Regel dauert die ‚Aufbau‘-Periode erneut 8 Wochen und kann bei Bedarf bis zu 12 Wochen ausgedehnt werden. Die VP2 ist gemeinsam mit der nächsten Trainingsphase, der „Intensivierungs-Periode“ die anstrengenste Periode. Während dieses Zeitraums, meist im Spätwinter und Frühjahr, ist das Wetter oft noch nicht optimal für die langen, entspannten Trainingseinheiten auf dem Rennrad. Das ist der optimale Zeitpunkt ist zu dieser Jahreszeit ein Trainingscamp in trockenen und wärmeren Regionen einzuplanen.
 

4. Mit der Intensivierung zur Zielgeschwindigkeit

Während der nächsten 4 bis 8 Wochen geht es um die spezifische Formausprägung und auch oft schon um die Vorbereitung auf ersten Wettkämpfe. Die Grundlage ist gelegt und diese muss jetzt in der Vorbereitungsphase 3 durch systematisches Training in Wettkampftempo, sprich Zielgeschwindigkeit umgewandelt werden. Es stehen lange (aerobe + anaerobe) Intervalle und zusätzlich intensive Intervalle auf dem Trainingsplan, denen nun regelmäßige Erholungstage folgen – entscheiden für die Leistungsentwicklung. Die Umfänge bleiben während der VP3 (Intensivierungsphase) dennoch hoch oder können sogar noch gesteigert werden. Hohe Umfänge werden noch immer als Ausdauertraining mit niedriger Herzfrequenz durchgeführt. In dieser Trainingsphase kann ein zweites Trainingslager in moderatem Klima das Leistungsniveau deutlich heben.
 

5. Die Dosis macht das Gift – kürzer und knackiger

Jetzt beginnt die Zeit deiner unmittelbaren Wettkampfvorbereitung und nach Monaten mit unzähligen Trainingseinheiten und harten Training bist du schon fast bereit für den ersten Saisonhöhepunkt. In dieser Phase wird die Intensität spürbar höher, die Umfänge moderater – die Trainingseinheiten sind oft kurz aber knackig, die Erholung entscheidend für deine Leistungsentwicklung, jetzt macht die Dosis das Gift – es ist Zeit zu „tapern“. Die Taperphase ist sehr individuell. Sie kann von nur einigen Tagen bis mehrere Wochen dauern, je nach Saisonziel. Auf dem Trainingsplan stehen intensive Intervalle, Bergtraining oder auch Bahntraining. Wettkämpfe können während der Taperphase manche Trainingseinheit ersetzen. Inhaltlich kannt während einer mehrwöchigen Taperphase durchaus Variationen praktiziert werden: Intensität hoch halten und Umfänge reduzieren, Umfänge hoch halten und Intensität reduzieren, oder sowohl Umfang und Intensität stufenweise rausnehmen.
 

6. Jetzt zählt’s – Zeit die Früchte zu ernten!

Jetzt bist du in Topform, die Trainingsumfänge sind geringer, die Intensität bleibt wegen der Wettkämpfe hoch und die Erholung ist entscheidendes Trainingsmittel. Jetzt beginnt die Zeit die Früchte der monatelangen Strapazen und Entbehrungen zu ernten. Ziel ist es auf den Punkt die beste Leistung abzurufen oder über einen bestimmten Zeitraum auf einem hohen Niveau zu halten. Abhängig von der Anzahl der Rennen wechseln intensive Trainingseinheiten und passive oder auch aktive Erholungstage im ein oder zwei Wochenzyklus. In dieser Periode ist die unmittelbare Regeneration nach einem Wettkampf oder nach intensiven Trainingseinheiten besonders entscheidend für den Erhalt des Leistungsfähigkeit. Die Dauer der Wettkampfphase kann je nach Anzahl der Rennen und Athlet variieren und ist meist vier bis sechs Wochen lang. Das Alter des Athleten, das Trainingsalter und die Erholungsfähigkeit spielen bei Umfang und Häufigkeit der intensiven Belastungen eine leistungslimitierend Rolle. Sind zwei mögliche Saisonhöhepunkte geplant, die zeitlich deutlich auseinanderliegen, dann kann man die Wettkampfsaison splitten.
 

7. Nach der Arbeit sollst Du ruhen: Erholung in der Übergangsperiode

Nach einer anstrengenden Saison solltest du eine sechs- bis achtwöchige Trainingspause machen. Jeder Mensch, auch ein Sportler, braucht einmal Ruhe und Erholung. Das gilt für den Breitensportler genauso wie für den Hochleistungssportler. Das bedeutet aber nicht zwingend keinen Sport mehr zu machen und faul auf der Couch zu liegen. Alternative Aktivitäten, unspezifische Sportarten ohne großen Ambitionen sind in der Erholungsphase bzw. Off Season gefragt. Lockere Ausfahrten mit niedriger Herzfrequenz auf dem Mountainbike, geimensam Wandertouren oder Klettern bringen Abwechslung in den bisherigen Trainingsalltag. Es geht jetzt vor allem darum deinen Kopf frei zu bekommen und den Akku wieder aufzuladen dami du dann wieder mit neuer Motivation in die neue Saison starten kannst.

Falls du eine lange Wettkampfsaison oder zwei Saisonhöhepunkte planst, dann sieht das etwas anders aus. Hier ist am besten eine Zweifach- oder Merhfachperiodisierung mit der Jahresplanung zu berücksichtigen und manche Trainingsphasen sind entsprechend zu verkürzen. Dazwischen wird dann eine Übergangsphase integriert. Das ist zum Beispiel bei einer früh im Jahr geplanten Langdistanz, wie einem IRONMAN mit geplanter Qualifikation für Hawaii der Fall und sollte idealerweise auch schon mit einem Plan B für den 2. Versuch im Mittsommer berücksichtigt werden.
 

Für Fragen und mehr Informationen kannst Du mir gerne ein MAIL schreiben.

 

FACTS

MIKROZYKLUS Trainingsplanung / 1 – 4 Wochen
MESOZYKLUS Trainingsphase / 2 – 4 Mikrozyklen
MAKROZYKLUS Jahresplanung / 3 – 12 Monate
PERIODISIERUNG Einfach-, Zweifach-, Mehrfachperiodisierung

TRIANINGSPHASEN
Vorbereitungsphase 1 (VP1)
Vorbereitungsphase 2 (VP2)
Vorbereitungsphase 3 (VP3)
Taperphase (TP)
Wettkampfphase (WP)
Übergangsphase (ÜP)

MORE INFO

PERSONAL COACHING – Individuelle Trainingsplanung für Triathleten und Ausdauersportler