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Seit diesem Frühjahr gibt’s den siebten Streich des legendären Kinvara, das Erfolgsmodell von Saucony, vieles ist vertraut, einiges anders und manches neu, komfortabel und schnell ist er weiterhin. Eigentlich habe ich bei der Suche nach neuen Laufschuhen stets Schwierigkeiten passende Lightweight Trainer oder Racer zu finden. In 99% der Fälle sind diese zu schmal. Als ich 2010 den ersten Kinvara anprobiert habe, hat dieser sofort gepasst und war sogar im Marathon mein bisher schnellster Laufschuh. Ich habe den Kinvara 7 auf Herz und Nieren im Training und Wettkampf einem intensiven Praxistest unterzogen und sag’s ja nur ungern … aber lest selbst!

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Wesentliche Änderungen gegenüber früheren Versionen (Modell Damen) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Wesentliche Änderungen gegenüber früheren Versionen (Modell Damen) ©stefandrexl.de

Der Saucony Kinvara 7 kommt mit einer Handvoll wesentlicher Änderungen gegenüber früheren Versionen. Dennoch werden all jene Läufer, die dem Kinvara bisher treu gewesen sind auch weiterhin seinen leichtgewichtigen, ansprechenden Laufstil genießen können. Der wesentliche Unterschied des Kinvara 7 zu seinem Vorgänger, dem Kinvara 6, besteht im komplett neuen Aufbau der Laufsohle mit der neuen Dämpfungstechnologie Everun der Zwischensohle und dem Obermaterial. Everun wurde zuvor nur im Triumph ISO 2 verbaut und hält nun Einzug in immer mehr Modelle von Saucony, die auch bisher mit einer dämpfenden Laufsohle ausgestattet waren. Trotz der gravierenden Veränderungen von Zwischensohle und Laufsohle blieben die gewisse Einfachheit und der Still des Kinvara 7 erhalten, welche ihm seit der Markteinführung 2010 zu seiner Popularität verholfen haben. Kaum ein Läufertyp fühlt sich in diesem Laufschuh nicht angenehm wohl. Man kann den Kinvara für das tägliche Lauftraining, für schnelle Läufe und Intervalle, aber auch für lange Strecken und Marathons einsetzen. Bekannt für seine eindrucksvolle Balance aus Komfort und Leistung bietet der Kinvara 7 ein äusserst stabiles und ansprechendes Laufgefühl – ganz im Sinne des ursprünglichen Gedanken des Kinvara.

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Fest am Fuss auf Asphalt und befestigten Wirtschaftswegen (Modell Herren) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Fest am Fuss auf Asphalt und befestigten Wirtschaftswegen (Modell Herren) ©stefandrexl.de

Kinvara (irisch: Cinn Mhara, was etwa Kopf des Meeres bedeutet) ist ein kleines Hafenstädtchen am Südrand des County Galway in der Provinz Connacht an der Galway Bay in Irland. Der Ort befindet sich westlich der Barony of Kiltartan nahe der Grenze zum Burren im County Clare. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kinvara)

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Immer vorwärts - jeder Schritt eine Leichtigkeit (Modell Herren) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Immer vorwärts – jeder Schritt eine Leichtigkeit (Modell Herren) ©stefandrexl.de

Mit großer Spannung habe ich den Kinvara 7 erwartet und mich auf den Praxistest gefreut nachdem ich manchen seiner Vorgänger erfolgreich gelaufen bin. Sollten alle seine neuen Eigenschaften, besonders die neue Dämpfungstechnologie Everun, ihr Versprechen halten, so wollte ich den Kinvara 7 auch beim Marathon Hamburg laufen. Der Kinvara 3 hatte mir schließlich seinerzeit eine neue persönliche Bestzeit beschert. Mit dem Öffnen des Schuhkartons war ich allerdings erst einmal von seiner grellen neon-grünen Farbgebung geblendet und in hartes Schwarz verlief: Slime / Black nennt es Saucony. Ähnlich aber nicht ganz so extrem ist das Modell für Damen in leuchtendem Türkis kombiniert mit Korallenrosa: Blue / Navy / Coral. Der Kinvara 7 ist sicherlich ein Blickfang.

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Rundum Update mit interessanter Farbkombi (Modell Herren) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Rundum Update mit interessanter Farbkombi (Modell Herren) ©stefandrexl.de

Allgemeines zum Laufschuh und Praxistest

Der Kinvara 7 wiegt 187 Gramm für Frauen (Größe 8) und 218 Gramm für Männer (Größe 9) mit einer Sprengung von 4 mm, sowie einer Höhe von 18mm im Vorderfuß und 22mm unter der Ferse. Die Passform der 7. Ausgabe bleibt nahezu unverändert zu seinem Vorgänger und besitzt weiterhin eine großzügige breite Zehenbox, und dem Gefühl eines festsitzenden Mittelfußes. Auch der Kinvara 7 ist maßgenau und stimmt mit der tatsächlichen Schuhgröße überein. Getestet habe ich den Kinvara 7 auf asphaltierten Straßen und befestigten Schotterwegen entlang der Isar in München und in Hamburg. Der Kinvara 7 hat sich aufgrund seiner direkten Kraftübertragung vor allem bei langen Dauerläufen, Tempoläufen, Intervallen, und allem dazwischen sehr gut bewährt – im Training sowie im Wettkampf. Trotz einiger wesentlicher Veränderungen der Technologie des Laufschuhs, bleiben der allgemeine Charakter und das typische Lauferlebnis eines Kinvara auch mit Version 7 erhalten.

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Komplett neu: EveRun Dämpfungssohle mit Tri-Flex Aussensohle (Modell Herren) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Komplett neu: EveRun Dämpfungssohle mit Tri-Flex Aussensohle (Modell Herren) ©stefandrexl.de

Dämpfung und Energie mit der neuen Saucony Kinvara 7 Laufsohle

Der Aufbau und die sich daraus ergebende Optik des Kinvara haben sich sichtbar verändert und so verwendet Saucony mit Version 7 in den strategischen Zonen der Laufsohle auch IBR+, um so das Gewicht des Schuhs niedrig zu halten, aber dennoch optimale Strapazierfähigkeit und Schutz in den Bereichen mit intensiven Bodenkontakt zu gewährleisten. Mit IBR+ wird der Laufschuh um 33% leichter und seine Fähigkeit entstehende Aufprallkräfte zu Absorption verdreifacht sich im Vergleich zu herkömmlich geschäumten Aussensohlen. So werden die Gramm hin und her verschoben, am Ende wurde der Kinvara 7 dadurch 4 g leichter als sein Vorgänger. Die strategische Anordnung des geschäumten, abriebfesten Gummis mit der TRI-FLEX Struktur unter dem Vorfuß und entlang der Aussenkante der Außensohle sorgt für eine gute Traktionskontrolle mit optimaler Flexibilität. Dennoch werden die erzeugten Spitzenkräfte während der Lande- und der Abdruckphase über die größere Fläche gleichmäßig über die Sohle verteilt.

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Neuer Aufbau der Laufsohle mit EveRun (Modell Herren) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Neuer Aufbau der Laufsohle mit EveRun (Modell Herren) ©stefandrexl.de

Dabei hat Saucony den bisherige Aufbau mit Powergrid EVA+ Schaum durch den rückfedernden, elastischen Everun SSL TU Materials mit Dämpfungstechnologie ersetzt, der wesentlich höhere Dichte und Festigkeit als frühere Modelle besitzt. Durch die Verwendung von Everun anstatt des herkömmlichen EVA-Schaums sollen Widerstandsfähigkeit und Lebensdauer erhöht und verlängert werden. Die Everun Dämpfungstechnologie ist eine neue Art der Laufschuh-Konstruktion. Sie bringt die optimale Dämpfung so nah wie möglich an den Fuß. Aufgrund des geringen Komprimierungsgrad des auf TPU basierenden Everun Materials erfährt der Läufer sowohl eine effektivere und lebendigere Art des Laufens, mehr Energierückgewinnung als auch kontinuierliche Dämpfung für den gesamten Lauf, vom ersten bis zum letzten Kilometer. Diese Veränderungen wirken sich zweifellos positiv auf das Laufgefühl des Schuhs aus. Während meines ersten Trainingslaufes im neuen Kinvara 7, habe ich einen spürbaren Unterschied in der Geschmeidigkeit und Effektivität der Laufschritte gespürt. Mit der Markteinführung in Version 7 erwarte ich mir mit diesem Kinvara durchaus mehr Laufkilometer, denn die Haltbarkeit der Außensohle war bisher die Kinvara-typische Schwachstelle. Vor allem im seitlichen Vorfußbereich, wo es gar keine Gummi-Inlays gibt.

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Mehr Dämpfung, weniger Traktion mit EveRun und IBR+ (Modell Herren) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Mehr Dämpfung, weniger Traktion mit EveRun und IBR+ (Modell Herren) ©stefandrexl.de

Die Idee hinter Everun und der gefühlte Unterschied

Über die Idee hinter Everun und was man mit der neuen Technologie erreichen möchte, wurde beim Saucony Blogger Meeting München intensiv besprochen. Hier ein kurzer Auszug:
„Was den Aufbau der Laufsohle und den seitlichen Fersebereich betrifft war es sicherlich eine große Veränderung für uns! Durch die Entwicklung von EVERUN haben wir auch die Art und Weise verändert, wie wir unsere Mittelsohle (und bei dieser Gelegenheit auch gleich das Laufprofil) konstruieren, um im Einklang mit der neuen Dämpfungstechnologie zu arbeiten. Wir haben daher die traditionellen tiefen Rillen und Mulden unter der Ferse entfernt, so dass für den Läufer mehr Bodenkontakt und ein weicherer Übergang von der Ferse über Mittelfuß zum Vorfuß erreicht werden. Eine Frage, die dabei meist aufkommt, ist: „Wie kann es funktionieren, dass der Schuh gleichzeitig Aufprallkräfte absorbiert, für Energierückgewinnung sorgt und gleichzeitig flexibel ist?“ – Die Formgebung und die geometrische Struktur, die wir hier verwenden und sich auch in unseren anderen EVERUN Schuhen befindet, hilft aufgrund des Laufzyklus des Läufers, wie der Fuß aufsetzt, rollt und abdrückt die komprimierte Energie wieder teilweise abzugeben. In Verbindung mit der konkaven Gestaltung der Laufsohle war es uns dennoch möglich die Flexibilität und eine flüssigen Bewegungsablauf zu erhalten. Darüber hinaus sorgt das EVERUN Material in der durchgängigen Topsole- Konstruktion für eine ideale Druckverteilung über den ganzen Fuß und reduziert die herrschenden Maximalkräfte. Die Fersenkonstruktion gewährleistet die Absorption der Aufprallkräfte.“

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Mit der zweiten Auflage zur Marathon Bestzeit 2012 (Modell Herren) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Mit der zweiten Auflage zur Marathon Bestzeit 2012 (Modell Herren) ©stefandrexl.de

Während der Kinvara 6 und frühere Modelle für ein eher weiches, fast schon luxuriöses Laufgefühl berüchtigt waren, kommt der Kinvara 7 stabiler und kompakter daher. Der Schuh erweckt den Eindruck als wären Aufbau und Bauhöhe höher als der Vorgänger, aber das täuscht. Ich führe dieses Gefühl auf die höhere Festigkeit, denn der Kinvara 7 ist weniger nachsichtig als seine Vorgänger. Meine ersten Laufeinheiten in diesem Schuh auf der Straße fühlten sich wesentlich direkter, vorwärts gerichtet und für einen Kinvara steif an. Ich hörte mit jedem Schritt meinen Fuß auf dem Asphalt platschen; ein Phänomen, das ich von den vorherigen Versionen bisher nicht kannte. Aber nach ein paar Kilometern der Einlaufphase hatte ich mich daran gewöhnt und der Kinvara hat sich immer natürlicher an meinen Füßen angefühlt. Ich hatte das positive Gefühl in jeden Schritt mit weniger Kraftaufwand regelrecht hineinzufliegen.

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Obermaterial aus Mesh und FlexFilm mit Pro-Lock-Schnürung (Modell Damen) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Obermaterial aus Mesh und FlexFilm mit Arch-Lock-Schnürung (Modell Damen) ©stefandrexl.de

Das Obermaterial der nächsten Kinvara Generation

Das Obermaterial des Kinvara 7 hat die beiden prägenden technischen Features seines Vorgängers übertragen bekommen: das FlexFilm und die Pro-Lock-Schnürung. Die FlexFilm Folie wird auf der gesamten Oberseite des Schuhs verarbeitet und vermeidet störende Nähte. Das Lightweight Material ermöglicht so weniger Schichten im Obermaterial für eine nahtlose und flexible Passform und sorgt für mehr Tragekomfort. Durch den Einsatz von Flexfilm im Vorfuß hat der Kinvara 7 übrigens spürbar mehr Platz im Vorfußbereich. Im Mittel- und Rückfußbereich ist die Flexfilm-Schicht deutlich dicker als im Vorfuß. Das verleiht dem Obermaterial des Kinvara 7 mehr Halt und Festigkeit, ohne auf die gewohnte Leichtigkeit verzichten zu müssen.

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Stabile Fersenkappe: angenehm weich und nachsichtig mit gutem Halt (Modell Damen) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Stabile Fersenkappe: angenehm weich und nachsichtig, mit gutem Halt (Modell Damen) ©stefandrexl.de

Ganz ehrlich, eigentlich hatte ich fast damit gerechnet das Arch-Lock Schnürsystem in der siebten Auflage nicht wieder zu sehen, denn ich halte es beim Kinvara 7 nicht für notwendig und finde eher beengend. Anfangs musste ich alle 10 Minute anhalten, um die Schnürsenkel zu lockern, weil mein Fuß eingeschlafen war. Das Arch-Lock sitzt am Rist unterhalb der Hauptlaschen aber auf der Zunge. Es soll für den sockenähnlichen Halt des Kinvara 7, sowie für ein komfortables und gleichzeitig reaktives Laufgefühl sorgen. Ist es einmal richtig eingestellt, dann verschmilzt der Schuh mit dem Fuß zu einer Einheit. Ich lasse aber von vorneherein das mittlere Schuhband wegen meines flachen Rists und breiteren Fuß lockerer. Das Obermaterial des Kinvara sitzt bei mir ohnehin fest und bequem – das Arch-Lock-Schnürsystem wäre daher nicht wirklich erforderlich. Das liegt aber vor allem an dem dehnbaren Mittelfuß-Band, das den Fuß in der richtigen Position hält. Kombiniert mit der Arch-Lock-Schnürung ist es vor allem dafür gedacht, den flexibleren Vorfuß-Bereich der komfortablen Zehenbox auszugleichen. Dennoch ist die Zehen-Box wie bei den früheren Modellen großzügig und die Fersenkappe des Kinvara 7 ist an der Achillessehne angenehm weich und nachsichtig mit gutem Halt.

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Perfekt für schnelle Zeiten im Marathon und Halbmarathon (Modell Herren) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Perfekt für schnelle Zeiten im Marathon und Halbmarathon (Modell Herren) ©stefandrexl.de

Fazit des Praxistests

Aus gutem Grund ist der Kinvara das bekannteste Modell von Saucony auf dem Laufschuhmarkt. Der Kinvara 7 entspricht exakte den Erwartungen, die Läufer an einen leichten, hochleistungsfähigen und komfortablen Schuh haben. Er unterscheidet sich dennoch von seinem Vorgänger in einigen bemerkenswerten Punkten, die von langjährigen Anhängern des Kinvara möglicherweise nicht so geschätzt werden könnten. Ohne Zweifel bleibt auch Nummer 7 dem typischen Charakter eines Kinvara treu, aber keine der Veränderungen sind echte Verbesserungen, abgesehen von seiner erhöhten Haltbarkeit und der Verschmelzung mit der Everun Dämpfungstechnologie. Wenn ich die Wahl zwischen dem Kinvara 6 und dem Kinvara 7 hätte, ich würde am liebsten beide Modelle laufen. Das weiche, luxuriöse Laufgefühl des Sechser würde ich für lange Trainingsläufe bevorzugen, während ich den Siebener schon wegen seiner höheren Steifigkeit und der Direktheit für Wettkämpfe und Tempoläufe verwenden würde. Der Kinvara 7 läuft sich auf Asphalt und befestigten Wirtschaftswegen ebenso gut wie auf der Laufbahn mit schnellen Intervallen und Technikläufen.

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Kompromissloser Lightweight Trainer mit neuem aufwändigen Dämpfungskonzept (Modell Herren) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Kompromissloser Lightweight Trainer mit neuem aufwändigen Dämpfungskonzept (Modell Herren) ©stefandrexl.de

Mein persönlicher Eindruck

… ich sag’s ja nur ungern, aber der Kinvara 7 ist wieder einmal ein außergewöhnlicher und eigenständiger Laufschuh geworden, für fast jeden Lauftyp, für fast jeden Laufeinsatz und für fast jedes Tempo bestens geeignet ist. Saucony hat es mit der siebten Auflage geschafft seinen beinahe kompromisslosen Lightweight Trainer mit dem neuen und aufwändigen Dämpfungskonzept zu verschmelzen. Das Resultat kann sich trotz einiger Kleinigkeiten sehen lassen und reiht sich nahtlos in die erfolgreiche Tradition der Kinvara-Serie ein. Die Kritik ist sicherlich auf einem hohen Niveau, denn ein Laufschuh in dieser Kategorie für das Gros ambitionierter Läufer zu entwickeln ist stets auch eine gewisse Herausforderung. Nach einigen Trainingseinheiten hat sich der siebte Kinvara optimal an den Fuss angepasst, ist dann auch etwas geschmeidiger und nur kaum von dem doch komfortableren Vorgänger zu unterscheiden. Es wird sich zeigen, wie sich seine „verbesserte“ Haltbarkeit auf die Lebensdauer der Außensohle des Kinvara 7 auswirkt. Im Einsatz während des Marathon Hamburg 2016 hat der Kinvara 7 bereits seine neuen Stärken ausgespielt und selbst ab den kritischen 32 Kilometern haben sich meine Füße komfortabel und schmerzfrei angefühlt.

<h3>Supported Post</h3>
Der Kinvara 7 wurde für den Produkttest von der Firma Saucony zur Verfügung gestellt. Der Laufschuhtest erfolgte unabhängig und ohne Einfluss des Herstellers auf das Testergebnis. Der Testbericht ist frei und unabhängig verfasst und gibt ausschlisslich unsere persönliche Meinung auf Basis unserer Erfahrung wieder. Der Kinvara 7 wurde über verschiedene Laufeinheiten, in zwei Laufwettkämpfen und mehr als 120 Kilometern über einen Zeitraum von acht Wochen.Wir haben weder für den Produkttest noch für die Berichterstattung eine Vergütung erhalten.

Fakten: Saucony Kinvara 7

Damen
Sprengung: 4mm (22mm Ferse/ 18mm Vorfuß)
Gewicht: 187 g
Farbkombinationen: Blue / Navy / Coral und Citron / Teal
Artikel Nummer: S10298-1

Herren
Sprengung: 4mm (22mm Ferse/ 18mm Vorfuß)
Gewicht: 218 g
Farbkombinationen: Black / Slime und Citron / Red
Artikel Nummer: S20298-1

Technologie
Zwischensohle: EVERUN
Außensohle: TRI-FLEX und IBR +

UVP
ab 100 EUR

BEWERTUNG

Qualität 8
Optik 6
Laufgefühl 8
Haltbarkeit 5
Preis 6

INFO

HOMEPAGE Saucony

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• Die Terminvergabe erfolgt nach telefonischer Absprache
• Ergänzende Kosten je Sportart und / oder Trainingsinhalt (Eintritte, Material- / Platzmieten, etc.) sind vom Kunden zu tragen.
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Trainingsphasen und Periodisierung? Die Triathlonsaison ist kaum vorüber, schon werden neue Pläne für das nächste Jahr geschmiedet und Ziele formuliert. Motiviert von einer erfolgreichen, vergangenen Saison, von starken Rennen und neuen Bestzeiten oder von Wettkämpfen mit „gebrauchten“ Tagen, an denen man sich mehr erwartet hatte. Nach der Saison ist vor der Saison. Ganz egal, ob man es in der nächsten Triathlonsaison einfach besser machen möchte oder sich neue Ziel, wie zum Beispiel die erste Langdistanz steckt: Voraussetzung für den Erfolg im Triathlon ist die richtige Saisonplanung und Trainingsperiodisierung: Die Einteilung des Jahres in Trainingsphasen bzw. –perioden. Nur dann ist es möglich auf den Punkt fit für das persönliche Highlight zu sein …

Die begehrten Startplätze der beliebten Triathlonrennen sind oft nach kurzer Zeit ausgebucht und so muss man sich schon zwölf Monate für eines seiner Highlights der nächsten Saison entscheiden. Damit steht das Ziel schon sehr früh fest, wann man sich im nächsten Jahr der großen Herausforderung stellt und so wird auch bald noch ein passendes Trainingslager gebucht. Damit steht für die Meisten die grobe Planung der kommenden Triathlonsaison, doch der Teufel steckt im Detail. Auch weil es in der Regel selten bei nur einem einzigen Wettkampf und Highlight bleiben soll. Kein Problem – vorausgesetzt man beachtet in der Planung und im Aufbau seines Trainings, der Trainingseinheiten und Trainingswochen auch bestimmte Regeln. Liegt es doch in der Natur eines jeden Athleten, sich in Bestform präsentieren und alles geben zu wollen, sobald der Startschuss fällt.
 

Die Trainingsphasen entscheiden über deine Leistung

Gerade dann, wenn man neben dem Alltag, neben Beruf und Familie nicht vom Weg abkommen und sein persönliches Ziel erfolgreich und gesund erreichen möchte, dann ist eine Trainingsplanung über die vielen Wochen und Monate der Vorbereitung erforderlich. Ein Triathlon Coach kann dich hierbei unterstützen und optimal begleiten. Das kann viel Zeit, Arbeit und unnötigen Stress vermeiden. Ausgehend von deinem oder deinen persönlichen Saisonzielen wird im ersten Schritt die Triathlonsaison gemeinsam geplant und dann die Trainingsphasen bestimmt. Natürlich führen viele Wege ans Ziel, aber für einen muss man sich entscheiden und diesen dann konsequent mit Geduld gehen. Diese Periodisierung, die Einteilung in zeitliche Abschnitte, ist massgeblich für den individuellen Leistungsaufbau. Aber welche Trainingsphasen gibt es im Triathlontraining? Wie lange dauert eine Trainingsphase? Welche Trainingsinhalte werden in den jeweiligen Trainingsphasen trainiert?

Mit diesen 7 Tipps zur Periodisierung und richtigen Saisonplanung im Triathlon kannst du dein Trainingsjahr besser planen:
 

1. Trainingsphasen und Periodisierung im Triathlon

Die Dauer und Einteilung der Trainingsphasen ist abhhängig von den individuellen Rahmenbedingungen, deinem Alltag, Beruf und Familie, und der eingeplanten Zeit für das Training in den drei Kernporarten. Auch die Anzahl der Wettkämpfe und die geplante Dauer deiner Triathlonsaison (Wettkampfsaison) sind massgeblich. Ideal ist es, das Trainingsjahr (Makrozyklus) in fünf bis sechs Trainingsphasen einzuteilen: Grundlagentraining, Aufbautraining, Intensitätstraining, wettkampfspezifisches Training, die Wettkampfphase mit Saisonhighlight, und der Erholungsphase bzw. einer Übergangsphase bei mehr als einem Saisonhighlight. In Abhängigkeit von Alter, Trainingsalter und Leistungsfähigkeit des Triathleten sowie der Zielstellung dauern diese Perioden vier bis zwölf Wochen.
 

2. Grundlagen legen für die Höchstform

In der ersten Trainingsphase wird vor allem an den konditionellen Fähigkeiten gearbeitet und die individuelle Belastbarkeit verbessert. Sie ist das Fundament deren Schwerpunkt in erster Linie auf der Verbesserung von Grundlagenausdauer und Fettverbrennung (Ausdauerfähigkeit mit niedriger Herzfrequenz), sowie der speziellen Kraftausdauer mit regelmäßigem Athletiktraining liegt. Sie wird Vorbereitungsperiode 1 genannt., kurz VP1. In Abhängigkeit von deinem Trainingszustand und dem Trainingsziel dauert diese Periode mindesten 8 bis 12 Wochen. Für Triathleten mit einer guten Grundlagenausdauer, die schon drei oder mehr Jahre Triathlonwettkämpfe machen, sind acht Wochen meist ausreichend. Für untrainierte Athleten, Einsteiger, aber auch Wiedereinsteiger ist die VP1 die wichtigste Trainingsphase. Sie kann durchaus auch länger als 12 Wochen andauern und mit kleinen Wettkämpfen in den Einzeldisziplinen gespickt werden, um die Form zu testen oder zu heben. Das Training wir vor diesen Formtests allerdings kaum reduziert. Es würden dadurch zu viele Trainingstage verloren gehen.
 

3. Salz und Pfeffer für die zweite Trainingsphase

In der Vorbereitungsperiode 2 werden die Umfänge gesteigert und das Training wird spezifischer gestaltet als in der VP1. In dieser Trainingsphase werden immer öfter spezielle Kraft- und Athletikübungen mit eingebaut. Das spezifische Krafttraining auf dem Rad oder im Laufen wird beispielsweise durch Einheiten am Berg umgesetzt. Es verbessert das Stehvermögen. Mit dem Rad werden große Übersetzungen mit niederiger Frequenz getreten. Durch immer größere Übersetzungen mit niedrigen Trittfrequenzen resultieren höhere Geschwindigkeiten. Dennoch ist mit zu intensiven Trainingsbelastungen noch vorsichtig umzugehen, um keinen negativen Einfluss auf die aerobe Entwicklung zu haben. Es werden dabei regelmäßig Trainingseinheiten knapp unterhalb der anaeroben Schwelle mit dem Ziel absolviert, diese Belastungen über einen immer längeren Zeitraum durchzuhalten. In der Regel dauert die ‚Aufbau‘-Periode erneut 8 Wochen und kann bei Bedarf bis zu 12 Wochen ausgedehnt werden. Die VP2 ist gemeinsam mit der nächsten Trainingsphase, der „Intensivierungs-Periode“ die anstrengenste Periode. Während dieses Zeitraums, meist im Spätwinter und Frühjahr, ist das Wetter oft noch nicht optimal für die langen, entspannten Trainingseinheiten auf dem Rennrad. Das ist der optimale Zeitpunkt ist zu dieser Jahreszeit ein Trainingscamp in trockenen und wärmeren Regionen einzuplanen.
 

4. Mit der Intensivierung zur Zielgeschwindigkeit

Während der nächsten 4 bis 8 Wochen geht es um die spezifische Formausprägung und auch oft schon um die Vorbereitung auf ersten Wettkämpfe. Die Grundlage ist gelegt und diese muss jetzt in der Vorbereitungsphase 3 durch systematisches Training in Wettkampftempo, sprich Zielgeschwindigkeit umgewandelt werden. Es stehen lange (aerobe + anaerobe) Intervalle und zusätzlich intensive Intervalle auf dem Trainingsplan, denen nun regelmäßige Erholungstage folgen – entscheiden für die Leistungsentwicklung. Die Umfänge bleiben während der VP3 (Intensivierungsphase) dennoch hoch oder können sogar noch gesteigert werden. Hohe Umfänge werden noch immer als Ausdauertraining mit niedriger Herzfrequenz durchgeführt. In dieser Trainingsphase kann ein zweites Trainingslager in moderatem Klima das Leistungsniveau deutlich heben.
 

5. Die Dosis macht das Gift – kürzer und knackiger

Jetzt beginnt die Zeit deiner unmittelbaren Wettkampfvorbereitung und nach Monaten mit unzähligen Trainingseinheiten und harten Training bist du schon fast bereit für den ersten Saisonhöhepunkt. In dieser Phase wird die Intensität spürbar höher, die Umfänge moderater – die Trainingseinheiten sind oft kurz aber knackig, die Erholung entscheidend für deine Leistungsentwicklung, jetzt macht die Dosis das Gift – es ist Zeit zu „tapern“. Die Taperphase ist sehr individuell. Sie kann von nur einigen Tagen bis mehrere Wochen dauern, je nach Saisonziel. Auf dem Trainingsplan stehen intensive Intervalle, Bergtraining oder auch Bahntraining. Wettkämpfe können während der Taperphase manche Trainingseinheit ersetzen. Inhaltlich kannt während einer mehrwöchigen Taperphase durchaus Variationen praktiziert werden: Intensität hoch halten und Umfänge reduzieren, Umfänge hoch halten und Intensität reduzieren, oder sowohl Umfang und Intensität stufenweise rausnehmen.
 

6. Jetzt zählt’s – Zeit die Früchte zu ernten!

Jetzt bist du in Topform, die Trainingsumfänge sind geringer, die Intensität bleibt wegen der Wettkämpfe hoch und die Erholung ist entscheidendes Trainingsmittel. Jetzt beginnt die Zeit die Früchte der monatelangen Strapazen und Entbehrungen zu ernten. Ziel ist es auf den Punkt die beste Leistung abzurufen oder über einen bestimmten Zeitraum auf einem hohen Niveau zu halten. Abhängig von der Anzahl der Rennen wechseln intensive Trainingseinheiten und passive oder auch aktive Erholungstage im ein oder zwei Wochenzyklus. In dieser Periode ist die unmittelbare Regeneration nach einem Wettkampf oder nach intensiven Trainingseinheiten besonders entscheidend für den Erhalt des Leistungsfähigkeit. Die Dauer der Wettkampfphase kann je nach Anzahl der Rennen und Athlet variieren und ist meist vier bis sechs Wochen lang. Das Alter des Athleten, das Trainingsalter und die Erholungsfähigkeit spielen bei Umfang und Häufigkeit der intensiven Belastungen eine leistungslimitierend Rolle. Sind zwei mögliche Saisonhöhepunkte geplant, die zeitlich deutlich auseinanderliegen, dann kann man die Wettkampfsaison splitten.
 

7. Nach der Arbeit sollst Du ruhen: Erholung in der Übergangsperiode

Nach einer anstrengenden Saison solltest du eine sechs- bis achtwöchige Trainingspause machen. Jeder Mensch, auch ein Sportler, braucht einmal Ruhe und Erholung. Das gilt für den Breitensportler genauso wie für den Hochleistungssportler. Das bedeutet aber nicht zwingend keinen Sport mehr zu machen und faul auf der Couch zu liegen. Alternative Aktivitäten, unspezifische Sportarten ohne großen Ambitionen sind in der Erholungsphase bzw. Off Season gefragt. Lockere Ausfahrten mit niedriger Herzfrequenz auf dem Mountainbike, geimensam Wandertouren oder Klettern bringen Abwechslung in den bisherigen Trainingsalltag. Es geht jetzt vor allem darum deinen Kopf frei zu bekommen und den Akku wieder aufzuladen dami du dann wieder mit neuer Motivation in die neue Saison starten kannst.

Falls du eine lange Wettkampfsaison oder zwei Saisonhöhepunkte planst, dann sieht das etwas anders aus. Hier ist am besten eine Zweifach- oder Merhfachperiodisierung mit der Jahresplanung zu berücksichtigen und manche Trainingsphasen sind entsprechend zu verkürzen. Dazwischen wird dann eine Übergangsphase integriert. Das ist zum Beispiel bei einer früh im Jahr geplanten Langdistanz, wie einem IRONMAN mit geplanter Qualifikation für Hawaii der Fall und sollte idealerweise auch schon mit einem Plan B für den 2. Versuch im Mittsommer berücksichtigt werden.
 

Für Fragen und mehr Informationen kannst Du mir gerne ein MAIL schreiben.

 

FACTS

MIKROZYKLUS Trainingsplanung / 1 – 4 Wochen
MESOZYKLUS Trainingsphase / 2 – 4 Mikrozyklen
MAKROZYKLUS Jahresplanung / 3 – 12 Monate
PERIODISIERUNG Einfach-, Zweifach-, Mehrfachperiodisierung

TRIANINGSPHASEN
Vorbereitungsphase 1 (VP1)
Vorbereitungsphase 2 (VP2)
Vorbereitungsphase 3 (VP3)
Taperphase (TP)
Wettkampfphase (WP)
Übergangsphase (ÜP)

MORE INFO

PERSONAL COACHING – Individuelle Trainingsplanung für Triathleten und Ausdauersportler

Nach neun Stunden, fünfundfünfzig Minuten und dreißig Sekunden ist meine erste Langdistanz erfolgreich ins Ziel gebracht und der IRONMAN Vichy 2015 Geschichte. Mit Temperaturen über 36 Grad und starkem Südwind habe ich am 30. August 2015 nach 25 Jahren im Triathlon meine Premiere über 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen gefeiert. Entgegen viel Rechnerei hat sich wieder einmal gezeigt, dass Triathlon keine Mathematik ist und es meistens anders kommt als man denkt. Zum Glück! Denn als Rookie in der Königsdisziplin konnte ich somit viel Erfahrung und neue Erkenntnisse sammeln. Trotz großer Hitze und unerwarteter Probleme habe ich keinen Moment an einem Finish gezweifelt und jede Minute meiner ersten Langdistanz voll und ganz genossen. Über Höhen und Tiefen, Freude und eisernen Willen …

 

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Mehr Informationen

 
Der Vollmond erleuchtet hell die Nacht als wir uns um fünf Uhr morgens auf den Weg zum Wettkampfgelände des Ironman Vichy am Lac d’Allier machen. Es ist windstill und der Himmel sternenklar. Um vier Uhr hat schon der Wecker geläutet, um ausreichend Zeit vor dem Start und für die letzten Vorbereitungen zu haben und in Ruhe frühstücken zu können: Haferflocken mit Rosinen und Honig in warmer Sojamilch – darauf freue ich mich vor jedem Rennen, das hat sich bewährt. Morgenstund hat Gold im Mund!

Morgenstund hat Gold im Mund / Meine erste Langdistanz, IRONMAN Vichy 2015 © stefandrexl.de

Morgenstund hat Gold im Mund / Meine erste Langdistanz, IRONMAN Vichy 2015 © stefandrexl.de

 
Nur wenige Triathleten stehen schon am Palais du Lac und warten auf die Öffnung der Wechselzone. Es herrscht eine angenehm entspannt Atmosphäre im Parc Omnisport als wir ankommen. Es ist 5:30 Uhr, pünktlich öffnen die Tore und es bleiben noch 90 Minuten bis zu meinem Schwimmstart. Ich gehe vorbei an Christian Brader und Michael Ruenz, zwei deutschen Profis, sowie Natascha Badmann, der sechsmaligen IRONMAN Hawaii-Gewinnerin. Ich sage, Aloha! Mein CANYON Speedmax durfte ich bereits am Vorabend einchecken, es steht fast am Ende des zweiten Radständers. Meine Startnummer (446) und den Helm lege ich sicher auf dem Aerolenker ab, reine Routine. Flaschen rein, Radschuhe in die Pedale und Reifen aufpumpen. Ich habe mich zudem für die MAVIC CX80 mit Schlauchreifen entschieden, die sind komfortabler auf den französischen Straßen, und dafür vorsorglich bei Holger von SPEED COMPANY München noch ein paar Reifen im Schnelldurchgang abgezogen und wieder aufgeklebt. Übung macht schließlich den Meister!

 

ÜBER ANSPANNUNG, FREUDE UND CHAOS AM SCHWIMMSTART

Ich gehe noch einmal alle Laufwege der Wechselzone ab und schließlich zurück zu meiner Familie, um mich dann zu erwärmen und einzulaufen. In der Zwischenzeit erfahre ich die gemessene Wassertemperatur: 23,6 Grad und das bedeutet, Schwimmen findet mit Neopren statt – gerade noch. Aber ich habe vorgesorgt, denn ich habe einen dünnern Sailfish G-Range Neoprenanzug zum Testen bekommen, der eine gute Wasserlage ermöglicht, nicht zu warm und schnell ist. Es bleiben noch zehn Minuten bis zu meinem Start, am Horizont dämmert es leuchtend orange! Ein kurzer Abschied und es geht rein in den Lac d’Allier zusammen mit 400 weiteren Triathleten der ersten Startwelle. Nach 200 Tagen Vorbereitung geht’s endlich los, noch einmal Schwimmen, Radfahren und Laufen, ein Highlight, ich freue mich und bin gespannt. Das Einschwimmen habe ich mit 5 Minuten Thera Band ersetzt, zu dreckig und voll ist mir das Wasser des gestauten Flusses. Jetzt steigen die Anspannung und das Adrenalin, in der ersten Reihe auch die Nervosität und der Kampf um die besten Startpositionen – als würde schon hier der IRONMAN entschieden.

 

ANSPANNUNG, FREUDE UND CHAOS AM SCHWIMMSTART / Meine erste Langdistanz, IRONMAN Vichy 2015 © stefandrexl.de

ANSPANNUNG, FREUDE UND CHAOS IM WASSER / Meine erste Langdistanz, IRONMAN Vichy 2015 © stefandrexl.de

 

Ein lautes Horn ertönt, das Wasser kocht und ab geht’s. Pünktlich um sieben Uhr erfolgt der Start, die Hektik und das Chaos habe ich aber dennoch bei keinem Triathlon bisher erlebt. Noch nach 500 Metern bekomme ich im Kampf um den besten Wasserschatten einige Hände auf den Kopf und manch einer schwimmt sogar noch oben drüber. Mit der ersten Wende nach 900 Metern habe ich mich freigeschwommen und befinde mich wenige Meter hinter einer kleinen Führungsgruppe. Das Wasser ist sehr unruhig, die Orientierung aufgrund der Wendestrecke und den nahen Uferpromenaden aber relativ übersichtlich. Ich überhole die ersten Profi-Frauen, welche acht Minuten vor mir gestartet sind, bevor es nach der ersten Runde zum Landgang geht. Die Menge tobt, das französische Publikum ist sensationell, das spornt an und ich fühle mich nach der Hälfte der Schwimmstrecke durchaus locker. Mit einem kräftigen Absprung geht’s von der Pier wieder in’s Wasser und durch den Schwung kann ich eine fünf Meter Lücke zu drei Schwimmern schließen.

 

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Dann geht die Sonne auf und mit jedem Atemzug nach links scheint sie mir immer stärker ins Gesicht – einfach wunderbar. Während der zweiten Runde frischt der Wind aus Süden auf und treibt Wellen und Gischt entgegen. Nach anstrengenden 600 Metern kommt endlich die Boje und es geht zurück, vorbei an immer mehr Frauen und sogar männlichen Profis, die einen Vorsprung von zehn Minuten hatten. Auf den letzten 800 Metern erhöhe ich meine Zugfrequenz und bin selbst überrascht, wie flott ich ein nach dem anderen Schwimmer überhole. Ich kommen nach 3,8 km als Schnellster meiner Altersklasse mit 54 Minuten aus dem Lac d’Allier zu und freue mich als ich vorbei an meinem Sohn und meiner Frau Richtung Wechselzone laufe.

 

ANSPANNUNG, FREUDE UND CHAOS IM WASSER / Meine erste Langdistanz, IRONMAN Vichy 2015 © stefandrexl.de

ANSPANNUNG, FREUDE UND CHAOS IM WASSER / Meine erste Langdistanz, IRONMAN Vichy 2015 © stefandrexl.de

 

SOLORITT DURCH DIE AUVERGNE MIT PAPARAZZI UND EINER HAWAII-LEGENDE

Nach nur 2:46 Minuten sitze ich auf dem Rad und es liegen 180 km durch die zauberhafte Landschaft der beiden Departements d’Allier und Puy de Dôme bei strahlend blauem Himmel vor mir. Durch den Parc Omnisport und mit vielen Kurven und kurzen Steigungen in Vichy geht’s Richtung Süden auf die Radstrecke, zwei Runden à 90 km mit 1194 Höhenmetern sind zurückzulegen. Ich finde schnell meinen Tretrhythmus, jedoch bin ich alleine unterwegs über die Felder und durch die verschlafenen Dörfer. Auf einer der langen Geraden sehe ich nach 10 km in weiter Ferne einen Triathleten vor mir, endlich ein Orientierungspunkt. Ich versuche ein konstantes Tempo zu fahren und dabei nicht zu viel Druck zu machen. Zeit mit der Verpflegung zu Beginnen: Ich nehme in regelmäßigen Abständen abwechselnd je einen Schluck konzentrierter Isomaltulose von INNOSNACK und aus einer anderen Flasche Wasser.

 

SOLORITT DURCH DIE AUVERGNE MIT PAPARAZZI UND EINER HAWAII-LEGENDE / Meine erste Langdistanz, IRONMAN Vichy 2015 © stefandrexl.de

SOLORITT DURCH DIE AUVERGNE MIT PAPARAZZI UND EINER HAWAII-LEGENDE / Meine erste Langdistanz, IRONMAN Vichy 2015 © stefandrexl.de

 
Die Landschaft und Stimmung im Morgenlicht ist herrlich und es liegt ein leichter Dunst über den Wäldern. Nur wenige Leute stehen um diese Uhrzeit am Straßenrand, aber in jedem Dorf, riecht es nach frischem Baguette. Bei Kilometer 20 überhole ich meinen Vordermann und nur wenige Minuten später die bisher führende Frau, Nicole Woysch. Schließlich kommt eine Gruppe Profis zügig vorbei und kurz darauf höre ich viele Motorräder hinter mir. Es ist Natascha Badmann, eine Legende im Triathlon, die auf ihrem außergewöhnlichen Cheetah Custom Bike an mir vorbei gleitet, umringt von einer Scharr Paparazzi und Race Marshalls. Es kehrt wieder Ruhe ein, nur die Carbon-Laufräder auf dem groben Asphalt dröhnen monoton. Einem beinahen Soloritt über das Hochplateau und durch die welligen Wälder oberhalb von Vichy folgt die lange steile Abfahrt wieder hinunter ins Tal des Allier.

 

 

HEISSE SCHWÄCHEPHASE IN DER ZWEITEN RADRUNDE DES IRONMAN VICHY 2015

Die zweiten 90 km werden weniger einsam, der Wind aus Süden wird jetzt deutliche stärker und ich werde von mehreren kleinen Radgruppen überholt. Während die Temperaturen die 30 Grad übersteigen, ist mein Tempo jetzt langsamer als in der ersten Runde. Es scheint wohl an einer ersten Schwächephase zu liegen, dass ich den Eindruck habe, die Triathleten würden trotz Windschattenverbots Rad an Rad dicht aneinander kleben – vielleicht sehe ich aber bereits doppelt aufgrund der Hitze unter meinem Aerohelm. Ein Race Marshall ward längst nicht mehr gesehen. Anders als in Erlangen ist es mir nicht möglich das Tempo und die Dynamik der Passierenden mitzufahren. Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt eigentlich ausreichend Flüssigkeit und Kohlenhydrate getrunken und ebenso Riegel gegessen. Jedoch vermag mein Magen das längst nicht so schnell zu verdauen, wie ich unterwegs sein wollte. Na ja, das Rennen ist ja noch lang, denke ich bei Kilometer 140, da kommt es auf zehn Minuten hin oder her nicht an: Besser etwas moderater rollen und dann fitter vom Rad. Doch der Südwind zehrt deutlich mehr an den Kräften als mir lieb war und der Magen muckt.

 

Nachhaltige Energie mit Innopur und Innobar von Innosnack / Meine erste Langdistanz, IRONMAN Vichy 2015 © stefandrexl.de

Nachhaltige Energie mit Innopur und Innobar von Innosnack / Meine erste Langdistanz, IRONMAN Vichy 2015 © stefandrexl.de

 
Die Abfahrt nach Vichy nutzte ich, um die Beine etwas zu lockern und den Rücken zu entspannen. Der meckert wegen der langen Haltung in der Aeroposition mit dem hohen Druck und der fehlenden Abwechslung. Die letzten Kilometer über den Zubringer zurück zur Wechselzone rolle ich locker mit hoher Frequenz. Endlich und vor allem pannenfrei darf ich nach 5:10 Stunden von meinem Rad steigen – zwar 15 Minuten später als geplant, dennoch bin ich überrascht wie schnell die zweite Disziplin vorbei ging.

 

HEISSE SCHWÄCHEPHASE IN DER ZWEITEN RADRUNDE DES IRONMAN VICHY 2015 / Meine erste Langdistanz, IRONMAN Vichy 2015 © stefandrexl.de

HEISSE SCHWÄCHEPHASE IN DER ZWEITEN RADRUNDE DES IRONMAN VICHY 2015 / Meine erste Langdistanz, IRONMAN Vichy 2015 © stefandrexl.de

 

WENN’S NICHT LÄUFT TUT’S RICHTIG WEH

Alles im grünen Bereich und auf Kurs, denn mit dem Marathon sollte es so richtig los gehen. Nach einem moderaten zweiten Wechsel starte ich die erste Laufrunde. Es fühlt sich anfangs etwas unrund an, aber ich war mir sicher, allmählich meinen Laufrhythmus zu finden. Schließlich steckten bereits 3,8 km Schwimmen 180 km Radfahren in meinen Beinen, da kann es das durchaus etwas dauern. Nach 5 km die erste Verpflegung mit etwas Wasser und Energy Drink, vor allem aber einer Dusche, um der Mittagshitze zu trotzen sowie meine IDENIXX Laufkappe und Pulskühler ordentlich nass zu machen – ich laufe weiter und passiere Kilometer 7. Plötzlich spüre ich ein starkes Stechen in meinem Bauch, kurz danach habe ich das Gefühl der komplette Magen zieht sich zusammen, aus laufen wird gehen. Ok, denke ich, das kann vorkommen und möchte nach 500 Metern Fußmarsch wieder anlaufen.

Doch keine Chance. Ich gehe weiter und erreiche die nächste Verpflegungsstelle: Ein paar Schlücke Wasser, etwas Energy Drink, eine leichte Dusche. „Keep on walking, never Stop“, hat mir einmal Chris McCormack in einem Interview nach seinem zweiten Sieg des IRONMAN Hawaii 2010 gesagt. Aber ich möchte laufen, doch jeder Versuch zu beschleunigen schmerzt. Ok, ganz egal, auch wenn ich 42 km gehen muss, was zählt ist das Finish, sage ich mir. Ich bekomme Zuspruch von überholenden Triathleten und nach 15 Kilometern begleitet mich meine Frau am Streckenrand. „Lauf, denk an den langen Weg bis hier her, die vielen Einheiten und Kilometer, lauf,“ schreit sie mich an. Und immer lächeln, denke ich mir. Einige Freunde rufen an und lassen ihren Zuspruch ausrichten, vor allem eine Freundin, die schwer erkrankt ist und mehr als nur einen IRONMAN zu meistern hat.

 

WENN’S NICHT LÄUFT TUT’S RICHTIG WEH / Meine erste Langdistanz, IRONMAN Vichy 2015 © stefandrexl.de

WENN’S NICHT LÄUFT TUT’S RICHTIG WEH / Meine erste Langdistanz, IRONMAN Vichy 2015 © stefandrexl.de

 

FINISH MIT EISERNEM WILLEN UND GLÜCKSGEFÜHLEN BEIM IRONMAN VICHY 2015

Es war der zündende Funke: Mein Kopf übernimmt wieder die Regie, ganz egal, ob der Körper rebelliert, ich ignoriere den Schmerz und beginne wieder zu laufen – erst langsam und dann immer schneller. Es ist Halbzeit, zwei Runden von vier sind geschafft und ich erreiche mit Wettkampftempo zum zweiten Mal das Stadion. Ich habe viel Zeit verloren, aber ich laufe. Das ist Triathlon und keine Mathematik, immerhin ist das mein Debüt auf der Langdistanz und das lass ich mir nicht verderben. Meine Taktik behalte ich bei und gehe durch jede Verpflegung, nehme von allem einen Schluck, jetzt auch Cola. Eine Zeit um die 9 Stunden, einen Platz auf dem Podium oder ein Slot für Hawaii: längst abgehakt!

 

WENN’S NICHT LÄUFT TUT’S RICHTIG WEH / Meine erste Langdistanz, IRONMAN Vichy 2015 © stefandrexl.de

WENN’S NICHT LÄUFT TUT’S RICHTIG WEH / Meine erste Langdistanz, IRONMAN Vichy 2015 © stefandrexl.de

 
Ich erreiche die 35,5 km Marke und merke, wie sich Leichtigkeit und ein Glücksgefühl in mir ausbreiten. Es geht zurück, die letzten 7 km und ich spüre, wie die Euphorie in mir aufsteigt, die Schritte immer lockerer werden und sich ein Lachen in meinem Gesicht ausbreitet. Ich erreiche das Stadion, die letzten 200 Meter und kann es nicht fassen als ich die Uhr sehe. Während die Ränge voll gepackt sind, feiert das Publikum trotz der großen Hitze, angeheizt von zwei sensationellen Moderatoren. Ich werde langsamer, richte den Blick zum Himmel und kann es kaum begreifen. Dieser Moment ist nicht greifbar, ich bin einfach überwältigt: Nach neun Stunden, fünfundfünfzig Minuten und dreißig Sekunden bleibt die Uhr für mich an diesem Sonntag Nachmittag stehen und meine erste Langdistanz, der Ironman Vichy 2015 ist damit Geschichte.

 

FINISH MIT EISERNEM WILLEN UND GLÜCKSGEFÜHLEN BEIM IRONMAN VICHY 2015 / Meine erste Langdistanz, IRONMAN Vichy 2015 © stefandrexl.de

FINISH MIT EISERNEM WILLEN UND GLÜCKSGEFÜHLEN BEIM IRONMAN VICHY 2015 / Meine erste Langdistanz, IRONMAN Vichy 2015 © stefandrexl.de

 
Das erste Mal ist immer am schönsten, wenn es jedoch einmal nicht mehr läuft, dann tut es richtig weh. Mein Körper, der in der Saison 2015, an anderen Tagen, in anderen Rennen und unter anderen Umständen stets zuverlässig funktioniert hat, ist an diesem Sonntag kurzzeitig etwas ins stottern gekommen, scheinbar leicht irritiert von der ungewohnten und langen Belastung. Trotz der enormen Hitze und der Probleme war mein Kopf stets konzentriert, fokussiert und ich habe nie gezweifelt. Ich habe meine erste Langdistanz mit jeder Sekunde genossen, denn wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Danke Nicola!

 

DANKE

Ich danke meiner Frau und meinen Kindern für Ihre Geduld und die Kraft, die sie mir während der gesamten Vorbereitung in den letzten 200 Tagen gegeben haben. Ich danke auch meinen Freunden, die mich stets motiviert und bei den ein oder anderen Trainingseinheiten begleitet haben – dann, wenn’s darauf ankommt! Mein Dank gilt außerdem zwei besonderen Menschen, die mir in den letzten, den härtesten und intensivsten Wochen vor meiner ersten Langdistanz tatkräftig zur Seite gestanden und mich unterstützt haben. Danke Anderl und Christoph! Ohne Eurer Unterstützung hätte ich es vielleicht nicht einmal bis zur Startlinie geschafft.

 

DIE UNTERSTÜTZER

SPEED COMPANY, Holger Schiegl
THERAPIE54, Andreas Ellenrieder
INNOSNACK, Marco Steinhilber
RADLABOR München, Pascal Ketterer

 

MEIN EQUIPMENT

ASICS Gel-Noosa Tri 10
CANYON Speedmax CF Di2 Zeitfahrrad
FIZIK Arione K1 Sattel
IDENIXX Kühllaufkappe und Performance PulsKühler
INNOSNACK Innobar Riegel & Innopur Drink
MAVIC CXR80 Laufräder
OAKLEY Radar Lock
POC Cerebel Aerohelm
POLAR V650 Radcomputer
POLAR V800 Multisportuhr
SAILFISH G-Range Neoprenanzug
SKINFIT Funktionskleidung
ZOGG’S Predator Schwimmbrille

 

IRONMAN VICHY 2015 ERGEBNIS

Startzeit 7:00 Uhr
Startgruppe 3
Startnummer 446
Schwimmen: 54:49 min / 1. M40-44
T1: 2:46 min
Rad: 5:10:27 h / 18. M40-44
T2: 3:23 min
Laufen: 3:44:06 h / 17. M40-44
Finish: 9:55:30 h
Platz: 84.
M40-44: 17.

Alle Ergebnisse & Athlete Tracker IRONMAN Vichy 2015

 

IRONMAN VICHY 2015 STATISTIK

Starter: 1799 / 100 %
Finish: 1182 / 65,7 %
DNF: 617 / 34,3 %
Starter M40-44: 317
Temperatur: 36 Grad Celsius
Wind: 33 km/h S-SW-SO

 

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IRONMAN Vichy 2015: Der Schweizer Mauro Bärtsch und die Spanierin Gurutze Frades gewinnen die Premiere, Brader wird Dritter!

 
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MEHR INFORMATIONEN
Markenwechsel beim Triathlon Vichy
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Jetzt sind es noch 24 Stunden und es gibt kein zurück mehr – morgen heißt’s Sugar and Pain! Seit der Anmeldung zu meiner ersten Langdistanz vor fast 200 Tagen ist viel passiert und allmählich wird’s richtig Ernst. Mit dem Ironman Vichy habe ich den für mich passenden Triathlon über die Königsdisziplin ausgewählt. Vor fünf Jahren habe ich hier auf einer Fahrt zum Atlantik erstmals einen Zwischenstopp gemacht und ein Jahr später von der Premiere der Challenge aus Vichy berichtet. Dass ich vier Jahre später hier einmal selbst starten würde, das hätte ich mir trotz meiner 25 Jahren im Triathlon damals noch nicht vorstellen können. Das Jahr 2015 lief für mich bisher wunderbar und ich möchte nichts missen, selbst Niederlagen und Fehler nicht. Aus ihnen lernt, sie machen uns menschlich und zu noch stärkeren Triathleten. Was auch immer am kommenden Sonntag passieren wird, wie auch immer es laufen wird, es wird bestimmt nicht leicht – mitunter kann es auch schmerzvoll werden. Auf jeden Fall werde ich eine Menge neuer Erfahrungen sammeln, die für mein Training sehr wertvoll sein werden, ganz besonders aber für meine Arbeit als Trainer und Autor. Ich bin gespannt und freue mich, wenn am 30. August um 7 Uhr endlich der Startschuss fällt …

Die Wettkampfstrecken

Mit 2015 wird die Langdistanz Vichy nun auch erstmals als offizielles Rennen der Marke Ironman ausgetragen. Das bedeutet zugleich, dass somit zukünftig 50 Agegroup Startplätze für die Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii beim Ironman Vichy vergeben werden. Die diesjährigen Slots in der Auvergne sind dann allerdings bereits für das nächste Jahr, für die Ironman WM 2016. Mit dem neuen Markennamen ergeben sich auch einige Änderungen der Strecke und des Setups, die durchaus von Bedeutung sind und auf die ich hier näher eingehen möchte.

 

Jetzt zählt's: Startunterlagen - check! / Meine erste Langdistanz, IRONMAN Vichy 2015 © stefandrexl.de

Jetzt zählt’s: Startunterlagen – check! / Meine erste Langdistanz, IRONMAN Vichy 2015 © stefandrexl.de

 
Der Schwimmstart des Ironman Vichy 2015 erfolgt weiterhin im Lac d’Allier, der mitten durch Vichy fließt. Der Fluss Allier ist am Parc Omnisports eigens für die Nutzung als Ruderregattastrecke aufgestaut und ein entsprechendes Stadion bildet den entsprechenden Rahmen. Das Gefühl eines Formel-1 Starts wird somit weiterhin das Adrenalin der Athleten durch den Körper treiben, wenn am 30. August 2015 früh morgens um 7 Uhr der Countdown des Starts durch eine Ampelanlage erfolgt. Die Triathlon Profis starten 10 Minuten zuvor und in meheren Startwellen, eingeteilt nach den Schwimmleistungen, folgen die Triathleten der Altersklassen. Die Schwimmstrecke besteht aus einem ufernahen Rundkurs über zwei Runden mit einem Landgang, was das Anfeuern der Athleten während der gesamten Strecke ermöglicht und die Zuschauer hautnah mitfiebern lässt. Nach zwei Kilometer kommt man erstmals aus dem Wasser und es sind somit die ersten Abstände messbar.

Nach 3,8 km geht’s erstmals in die Wechselzone, die jetzt näher an den Schwimmausstieg gerückt und sich zwischen dem Lac d’Allier und Palais du Lac befindet. Eine durchaus positive Veränderung, wie ich finde. Das erlaubt schnellere Wechselzeiten und ist somit zuschauerfreundlicher, wenn die Triathleten auf die Radstrecke fahren oder wieder zurückkommen. Dadurch hat sich ebenso die Zufahrt der Radstrecke verändert, die jetzt in südlich Richtung aus der Wechselzone durch den Parc Omnisports vorbei am CREPS Auvergne Vichy führt.

Panorama Runde über’s Hochplateau

Geändert hat sich allerdings auch die Fahrtrichtung der Radstrecke durch die zauberhafte Landschaft der beiden Departements d’Allier und Puy de Dôme. Der zweimal zu fahrende Rundkurs über 180 km, den man über den neuen Zubringer erreicht, ist von den Triathleten jetzt im Uhrzeigersinn und somit rechts herum zu absolvieren. Die zwei Runden verlaufen natürlich weiterhin durch die beiden Departements Allier und Puy de Dôme mit ihren zahlreichen Wäldern und den weitläufigen Feldern des atemberaubenden Hochplateaus. Das gibt den Athleten zwischendurch die Gelegenheit den Blick auf das grandiose Panorama der Vulkane der Auvergne zu richten. Zwar beträgt der Höhenunterschied pro Runde nach wie vor nur 380 m, jedoch verläuft die Radstrecke jetzt stetig über mehrere Wellen bergan. Am Ende jeder Radrunde fährt man jetzt den ehemals steileren Anstieg zügig hinunter, bevor es in die zweite Runde oder dann zurück zur Wechselzone geht.

Je nach Wetterlage und Windrichtung wird das den Triathleten etwas mehr Strapazen abverlangen als bisher. Ende August sind die Temperaturen mit heißen Winden im Herzen Frankreichs meist sehr hoch und der Wind bläßt häufig aus nördlichen Richtungen. Wer hier den regelmäßigen Flüssigkeitsbedarf vernachlässigt, wird das im weiteren Rennverlauf möglicherweise bitter bereuen. Ich erinnere mich dabei auch an die Challenge Vichy 2012, als die Langdistanz aufgrund der Hitzewelle seitens der Behörden auf eine Mitteldistanz verkürzt werden musste. Selbst die halbierte Distanz zwang damals viele Triathleten zur hitzebedingten Rennaufgabe.

Historische Laufrunde durch Vichy

Nach zwei Runden geht’s über den selben Zubringer zurück zur Wechselzone und anschließend auf die Marathonstrecke. Von dort laufen die Athleten in südliche Richtung entlang der Uferpromenade des Lac d’Alliers und überqueren diesen nach gut 3 km. Schließlich geht es runter an den Fluß und nach zwei Kilometer wieder hoch auf die gegenüberliegende Uferpromenade und in einen Bilderbuchpark. Die ehemals steile Treppe wurde endlich durch eine 100 m Meter nördlichere Auffahrtsrampe ersetzt. Da ebenso die einsame Schleife im Glutofen des Parc Omnisports gestrichen wurde, führt die Laufstrecke die Athleten jetzt über eine Schleife von zwei Kilometer durch die historische Altstadt von Vichy, wo deutlich mehr Zuschauer den Ironman beobachten werden als bisher.

Für die Sportart Triathlon und die Triathleten durchaus positiv und motivierender. Anschließend geht es zurück über die östliche Uferpromenade nach Norden und mit der Überquerung der Pont de l’Europe zurück zum Wettkampfgelände. Für die Triathleten ein äußerst abwechslungsreicher Rundkurs, der vier Mal zu absolvieren ist und mit jeder Runde durch das eigens errichtetet Stadion führt. Erreicht man das Stadion ein fünftes Mal dann heißt es nach 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,8 km Laufen erstmals auch in Vichy: You are an Ironman!

Großes Aufgebot zur Premiere des Ironman Vichy

Nach einer Saison mit vielen Verletzungen wird am kommenden Sonntag Dirk Bockel erstmals wieder über die Langdistanz antreten und versuchen erste Punkt für die Ironman Weltmeisterschaft Hawaii 2016 zu sammeln. Der gebürtige Deutsche mit Wohnsitz in Luxemburg musste aufgrund eines Bruchs im Fußgelenks seinen Start bei der Challenge Roth im Juli diesen Jahres absagen. Konkurrenz bekommt der 38-jährige durch 19 weitere Triathlonprofis im ersten Starterfeld des Ironman Vichy. Darunter die Schweizer Patrick Jaberg und Mike Schifferle, sowie das deutsche Trio Christian Brader, Marc Duelsen und Michael Ruenz. Sie alle möchte die Gelegenheit nutzen bereits frühzeitig wichtige Kona-Punkte für das nächste Jahr zu ergattern.

Die Startliste der Profifrauen ist beim Ironman Vichy etwas übersichtlicher. Neben Corinne Abraham aus Großbritannien wir die sechsmalige Hawaii-Siegering Natascha Badmann die Premiere des Ironman Vichy nutzen um ihr persönliches Konto des Kona Pro Rankings frühzeitig aufzubessern. Mit der 48-jähren Schweizerin am Start im Lac d’Allier um 6:52 Uhr wird unter anderem die Dänin Tine Holst sein, 15-malige Ironman-Finisherin und neunte beim Ironman Frankfurt 2015. Triathlon ist zum Glück keine Mathematik und das mach diese faszinierende Sportart so einzigartig. Für diesen Tag ist jeder an der Startlinie bestens vorbereitet nach Vichy gereist und dennoch ist die Tagesform alles entscheidend. Abgerechnet wird am Schluss.

Der Ironman Vichy ist zurecht einer der landschaftlich und historisch schönsten Wettkampforte auf der europäischen Triathlon-Landkarte. Er erlaubt es den Zuschauern auf dem gesamten Parcours stets hautnah an den Athleten dran zu sein und das Renngeschehen bestens beobachten zu können. In exakt 90 Tagen ist es dann soweit. Gesamt nutzen sieben weibliche Triathlon Profis die Langdistanz im französischen Heilbad, für die erste Etappe ihrer „Road to Kona“.

Meine IRONMAN Vichy Checkliste

Lust auf ein neues Abenteuer
Zwar habe ich die Langdistanz in Vichy schon vier Mal als Journalist erlebt und die Athleten auf Tritt und Schritt begleitet, selbst am Start und als Protagonist mittendrin zu sein ist dennoch etwas anderes. Frankreich macht immer Spass und im Wettkampf nimmt man sämtliche Eindrücke noch stärker war. Ich freue mich auf meine erste Langdistanz und die Premiere des Ironman Vichy, auf die leckeren Crêpes nach erfolgreichem Finish ganz besonders!

Die Vorbereitung
Eine konstante Pace und gute Renneinteilung ist in Vichy wichtig. Die Radstrecke hat nicht viele Höhenmeter aber die Auvergne ist der Glutofen Frankreichs. Regelmäßig zu trinken und den Körper gut kühlen in den Tagen vor dem Rennen ist hilfreich.

Pure Konzentration
Der Ironman Vichy ist zwar meine erste Langdistanz aber es gibt keinen Grund, irgendetwas anders zu machen als vor jedem anderen Rennen. Die Strecken sind doppelt so lang und der Tag wird doppelt so lang dauern. Es wird ein hartes Rennen und ein starker Kopf ist gefragt. Ich konzentriere mich voll und ganz auf mein Rennen.

Weniger ist mehr
Alles, was ich für ein gutes Rennen brauche, ist ein gesunder Körper, eine gute Tagesform, mein Material und die mentale Unterstützung meiner Familie und Freunde.

Das letzte Abendmahl
Am Abend vor dem Rennen gibt es ein Risotto mit Lachs und als Nachtisch einen Becher Ben & Jerry’s Cookie Dough, Kohlenhydrate mit Proteinen und auch etwas für den Kopf.

Von Rookie zu Rookie
Es ist meist sehr heiß und der Wind bläst stark in Vichy. Gut zu trinken, nicht zu viel Kraft auf dem Rad zu verschwenden und das Rennen gut einzuteilen ist von Vorteil. Dabei unbedintg das schöne Panorama und die tolle Atmosphäre genießen.

Meine Motivation
Vichy ist jetzt ein Rennen der Ironman Serie und es besteht somit die Chance mich für Kona zu qualifizieren. Dennoch, es ist meine erste Langdistanz und das heißt erst einmal finishen. Triathlon ist keine Mathematik und der Tag lang, aber ich bin sehr motiviert, ein gutes Rennen und eine tolle Zeit zu laufen. Ich fühle mich in einer guten Form und freue mich neue Grenzen zu überschreiten – Sugar and Pain, Rock ‚n’ Roll!

Mein Danke
Vielen Dank, meinen Freunden und allen Unterstützenden, die mich auf dem Weg zu meiner ersten Langdistanz begleiten. Vor allem danke ich meiner Frau und meinen Kindern für ihr Engagement und ihre Geduld mit den vielen Trainingseinheiten. Ich danke meiner Mutter, die mich mit 4 Jahren zum Schwimmverein gebracht hat, meinem viel zu früh verstorbenen Opa, der mir das erste Rennrad geschenkt hat und meinem Vater der viele große Touren gemeinsam mit mir gefahren ist. Ohne Euch, Euerem großen Engagement und Euerer Geduld wäre es nicht möglich gewesen, diesen langen Weg bis hier her zu gehen. Am morgigen Sonntag, werde ich meine aller Bestes geben und versuchen die Saat zu ernten: Rock ‚n‘ Roll!

Individual Facts

Startzeit 7:00 Uhr
Startgruppe 3
Startnummer 446
IRONMAN Vichy LIVE Athlete Tracker & Blog

Der Zeitplan des IRONMAN Vichy

6:50 Start Schwimmen 3,8 km Profis
7:00 Start Schwimmen 3,8 km Best Agegroup Athletes (51 – 450)
7:50 Finish Schwimmen
7:55 Start Bike 180 km
10:25 Transit Bike 90 km (1. Runde) Start 2. Runde
12:55 Finish Bike
13:00 Start Run 42,2 km
13:45 Transit 10,5 km (1. Runde)
14:30 Transit 21 km (2. Runde)
15:15 Transit 31,5 km (3. Runde)
16:00 Finish Run 42,2 km

Statistik IRONMAN Vichy

Pros: 7 Frauen, 25 Männer
Age Group M40-44: 317
Deutsche Triathleten: 9 Frauen, 52 Männer

Profis beim Ironman Vichy

Frauen
40 BADMANN Natascha CHE(Switzerland) FPRO
41 ABRAHAM Corinne GBR (United Kingdom) FPRO
42 FRADES Gurutze ESP (Spain) FPRO
43 HOLST Tine DNK (Denmark) FPRO
44 LEMESEVA Maria RUS (Russian Federation) FPRO
45 GODESKY Alyssa USA (United%States) FPRO
46 VELLA WOOD Michelle MLT (Malta) FPRO

Männer
1 BOCKEL Dirk LUX(Luxembourg) MPRO
2 BILLARD Bertrand FRA(France) MPRO
3 BRADER Christian DEU(Germany) MPRO
4 ROTA Sylvain FRA(France) MPRO
5 DUELSEN Marc DEU(Germany) MPRO
6 RUENZ Michael DEU(Germany) MPRO
7 BAUCCO AjUSA(United%States) MPRO
8 JABERG Patrick CHE(Switzerland) MPRO
9 BAERTSCH Mauro CHE(Switzerland) MPRO
10 RISTI Ian ITA(Italy) MPRO
11 HEMET Nicolas FRA(France) MPRO
12 JEANNIN Guillaume FRA(France) MPRO
13 ORIET Gilian SUI(Switzerland) MPRO
14 SCHIFFERLE Mike CHE(Switzerland) MPRO
15 ROSINSKI Steven USA(United%States) MPRO
16 LE GUELLEC Ludovic FRA(France) MPRO
17 CIOTTI Emanuele ITA(Italy) MPRO
18 SWEET Christopher USA(UnitedStates) MPRO
19 JALOVECKY Michal CZE MPRO
20 KALININ Maksim RUS(Russian Federation) MPRO
22 RAMALI Pascal DEU (Germany) MPRO
24 SCHAFFNER Frederic FRA(France) MPRO
25 LAVITSKY Andriy RUS (Russian Federation) MPRO

 

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Der Weg ist das Ziel oder ist das Ziel der Weg? Ganz egal wie man es dreht und wendet, das Ziel ist , gut vorbereitet am Start des Ironmans zu stehen und der Weg dorthin ist sehr lang. Die vergangenen Wochen sind dennoch wie im Flug an mir vorbeigezogen. Das ist zwar meistens so, vor allem wenn die Tage durchgetaktet sind und sich zwischen Familie und Beruf das eigenen Training nahtlos einfügen soll. Der Weg gleicht da schon fast einem Flug. Um dabei nicht die Freude und Motivation zu verlieren, ist es wichtig die Erholung nicht zu vergessen und sein Ding zu machen. Dann wird das Ziel auch zu einer sanften und glücklichen Landung. Doch jetzt ist Schluss mit lustig, jetzt fängt der Spaß erst richtig an. Über interessante Begegnungen, überraschende Spannungen und spannende Überraschungen …

 

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Der Weg ist das Ziel ist der Weg – Road To Kona


 

Nach Monaten umfangreicher Grundlagenausdauer stand während der letzten Wochen der Feinschliff auf dem Trainingsplan. Neben wichtigen Schlüsseleinheiten, darunter auch einge Schlüsselerlebnisse, ist die Intensität stetig gestiegen und die Erholung hat immer mehr an Bedeutung gewonnen. Mit einer Kurz- und einer Mitteldistanz standen zudem wichtige Meilensteine auf dem Programm, die für den letzten großen Trainingsblock richtungsweisend sein sollten. Im Grunde bin ich ein großer Freund von Effizienz, dennoch sollte das Training nicht als Mittel zum Zweck verkommen sondern abwechslungsreich und motivierend sein. Gerade mit dem Rad hat man viele Möglichkeiten durch schöne Touren für Abwechslung zu sorgen, die auch für den Geist ein großer Gewinn sind. Schließlich findet ein Ironman hauptsächlich im Kopf statt und so können Trainingseinheiten in den Alpen neben einem posiviten physiologischen Trainingseffekt auch äusserst förderlich für die mentale Stärke sein. Freude und Genuss inbegriffen. Eine meiner Schlüsseleinheiten mit dem Rad war während der großen Hitze Anfang Juli die Strecke des RTF Klassikers, Ötztaler Radmarathon http://www.oetztaler-radmarathon.com/de

 


 

Heißer Ritt mit Höhenluft über drei Alpenpässe

Die große Hitze des Sommers 2015 wirbelte so manche Trainingsplanung durcheinander. Wer nicht täglich mit Sonnenaufgang seine Trainingeinheiten absolvieren wollte, der musste sich andere Möglichkeiten einfallen lassen, um den schweisstreibenden Temperaturen zu entkommen. Für Sonntag, 5. Juli waren Rekordtemperaturen von 35 Grad und mehr angekündigt und so habe ich früh morgens kurzentschlossen mein Canyon Aeroad ins Auto gepackt um nach Zirl im Inntal gefahren. Was gibt’s denn besseres als bei heißen Temperaturen in die Alpen zu flüchten und Pässe zu fahren? Wenn alle an den Seen und in den Freibädern liegen, dann lassen sich entspannt die leeren Straßen fahren und dabei die herrliche Bergkulisse genießen. Längst wollte ich einmal die Strecke des Ötztaler Radmarathon solo mit dem Rennrad fahren und als Vorbereitung auf meine erste Langdistanz sollte das eine echte Schlüsseleinheit werden.

 

Die Originalstrecke des Ötztaler Radmarathon hat eine Länge von 238 km und über 5.500 Höhenmeter. Von Zirl aus startete ich nach Kematen (610 m) und bin statt direkt nach Innsbruck gleich den Anstieg hoch nach Axams (874) m) hinauf, um die ruhigere Straße weiter nach Mutters (830 m) und dann über Schönberg nach Matrei am Brenner zu fahren. Damit war ich wieder auf Kurs und nahm den flachsten der drei Alpenpässe dieses Tages in Angriff: Steinach am Brenner – Gries a. Brenner – Brenner (1.377 m) – Sterzing waren schnell und schmerzlos abgehakt. Es folgte der Jaufenpass mit seinen durchschnittlichen 8% und die Temperaturen nahmen spürbar fahrt auf. Zu spühren bekam ich auch meinen Rücken, der aufgrund des konstanten Drucks und der meist sitzenden monotonen Belastung an diesem Tag große Probleme bereiten sollte. Ursächlich dafür ist eine Reizung des Piriformis. Ich wechselte also regelmäßig zwischen stehenden und stitzenden Passagen um den Rücken zu entlasten.

 

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Ausblick auf dem Weg hinauf zum Timmelsjoch


 

Die Sicht war herrlich und der Ausblick auf die umliegenden Gipfel des Alpenhauptkamms ließen die Schmerzen vergessen. Die Beinmuskulatur hingegen spulte in einer konstanten Frequenz unermüdlich ihr Bergprogramm ab bis die Passhöhe auf 2.090 m nach 15 km erreicht war. Zur Belohnung und mit Blick auf die Ötztaler Alpen und die Texelgruppe gab es einen Cappuccino bevor ich die rasante Abfahrt hinunter ins Passeiertal nahm, wo am Nachmittag 40 Grad gemessen wurden. Es folgte der Höhepunkt der Tour und der lange Anstieg von St. Leonhard hinauf zum Timmelsjoch (2.509 m) mit 1820 Höhenmeter, 29 km Länge und 13% maximale Steigung: Der Hammer! Das erste Mal bin ich diesen Pass mit 16 Jahren zusammen mit meinem Vater gefahren – wie die Zeit vergeht. Zur Belohnung gab’s 60 km Abfahrt über Sölden (1.377 m) bis nach Oetz. Da die Straße über Sellrain und das Kühtai wegen eines Murrenabgangs gesperrt war ging’s über das Inntal zurück nach Zirl.

 

Brennerpass, Jaufenpass und das Timmelsjoch mit einigen Cappuccini, viel Wasser, Bananen und Innobar Riegeln von Innosnack an einem Tag zu bezwingen war absolut spektakulär. Ich war ziemlich platt, aber auch glücklich und hab auf dem Rückweg nach München das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommen. Diese Panorama-Tour mit den drei legendären Alpenpässen werden mir während meiner ersten Langdistanz, dem Ironman Vichy am 30. August, sicher öfter durch den Kopf gehen.

 

Kochendes Wasser und Verwirrungen in Karlsfeld

Zwei Wochen später stand traditionell der Triathlon Karlsfeld mit der Kurzdistanz auf dem Plan – der erste richtige und wichtige Formtest. Für einen ordentlichen Support sorgte meine Tochter, während mein Sohn zur selben Zeit bei der Deutschen Triathlon Meisterschaft der Jugend in Verl am Start stand. Das Starterfeld in Karlsfeld war allerdings nicht weniger beeindruckend: Schwimm-Europameister Jan Wolfgarten, Schwimmer und Olympionike Lukasz Wojt, Pro Triathlet Markus Hörmann, Tom Weikert und Max Krumm. Somit war bereits klar, dass bereits die erste Disziplin das Wasser des Karlsfelder Sees zum Kochen bringen und wer zudem mit wohl großem Vorsprung als Erster auf’s Rad steigen würde. Ich hatte diese Saison zum Glück andere Ziele und war an selben Ort schließlich oft genug „First Out Of Water“.

 

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Mit konstantem Laufrhythmus auf Platz 2 in der Altersklasse beim ersten wichtigen Formtest: Triathlon Karlsfeld 2015


 

Aufgrund der starken Konkurrenz war ich dennoch ordentlich motiviert und hatte mit Jamie zudem beste Unterstützung an der meiner Seite. Ich wechselte an Position sieben auf mein Canyon Speedmax, aufgrund der warmen Wassertemperaturen und des Neoprenverbots ging das recht flott, und mit einem 41er Schnitt konnt ich auf der flachen Radstrecke ordentlich Druck auf die Pedale bringen. Nur zwei Plätze verlor ich über die 46 km bis zum zweiten Wechsel, aber konnte ebenso einen guten Vorsprung auf die Verfolger herausfahren. Als Neunter ging’s auf die Laufstrecke, die Lücke nach vorne und hinten im Grunde bereits zu große um noch für Ärger zu sorgen oder Gefahr zu laufen. Also konzentrierte ich mich auf einen sauberen Laufrhythmus mit einem negativen Split und beendete den Triathlon Karlsfeld mit einem zufriedenen 10. Platz.

 


 

Im Ziel herrschte unterdessen große Aufregung um den Sieger. Lukasz Wojt war während des gesamten Rennens mit einer überlegenen Leistung und großem Abstand unterwegs, strauchelte aber auf den letzten Kilometer und konnte seinen Sieg trotz mehrerer Stürze gerade noch so, mit einem Vorsprung von nur 4 Sekunden auf allen Vieren ins Ziel retten. Grund einer hitzigen Diskussion, die auch noch Tage und Wochen danach im Internet nachhallte, war seine anschließende Disqualifikation, da ihm nach seinen Stürzen hilfsbereit wieder aufgeholfen wurde. Zahlreiche Medien haben darüber berichtet und viele haben ihre Meinung dazu geäußert. Hier einige Links:
Münchener Merkur
Süddeutsche Zeitung
Slowtwitch

 
Das Ergebnis wurde noch vor Ort korrigiert und Markus Hörmann somit der Sieger des Triathlon Karlsfelds. Dadurch ergab sich für mich Platz 9, was mir egal war und auch nichts änderte. Für mich waren an diesem Sonntag neun Triathleten schneller als ich trotz aller Verwirrungen und Regelauslegungen. Wichtig war für mich einen weiteren Baustein in der Vorbereitung auf meine erste Langdistanz erfolgreich gesetzt und dabei viel Spaß gehabt zu haben. In der hart umkämpften und starken Altersklasse der „alten Säcke“ über 40 war das der 2. Platz.

 

Erst kommt es anders und zweitens als man denkt

Nur zwei Wochen Regeneration blieben mir, um ein paar essentielle Trianingseinheiten mit Blick Richtung Ironman Vichy zu absolvieren und mich auf die Triathlon Triathlon Mitteldistanz Erlangen, dem nächsten und wichtigsten Rennen vor dem 30. August vorzubereiten. Ich habe mir nicht viel vorgenommen und mit nicht viel gerechnet. Ich wollte schlichtweg die geplanten Tempi der Langdistanz testen, dabei nicht zu viel Pulver verschießen und zu viel Federn lassen. 2014 war ich beim Triathlon erlangen Immerhin als Neunter unter vier Stunden ins Ziel gelaufen. Dass ich dieses Ergebnis während der Vorbereitung auf die doppelten Distanzen und dem geplanten Leistungshoch vier Wochen später nicht toppen können werde, war klar. Welchen Unterschied das aber letztendlich ausmachen würde, war die eigentliche Frage.

 

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Triathlon Mitteldistanz Erlangen: Der wichtigste Test über die halbe Ironman-Distanz bringt einen überraschenden 4. Platz in der Gesamtwertung


 

Mit meiner Tochter war erneut mein Glücksbringer an der Strecke und hat mich nicht nur ordentlich angefeuert sondern mir auch stets die Abstände mitgeteilt. Wie es mir bei der Triathlon Mitteldistanz Erlangen schließlich erging und das man sich manchmal selbst überraschen kann, habe ich in HIER https://dev.sugarandpain.defirst-out-of-water-4-platz-gesamt-laeuft/ in einem weiteren Beitrag versucht etwas in Worte zu fassen. Ich sage nur eines vorweg: „Es kommt erstens anders und zweitens als man denkt!“

 

Dem Groben folgt der Feinschliff für Vichy

Nach spektakulären Schlüsseleinheiten, Verwirrungen und Überraschungen war eine Woche ordentliche Erholung angesagt, um dann noch einmal 12 Tage richtig Gas zu geben. Dabei standen einige herrliche Tage mit Freunden im Zillertal auf dem Programm, die ich für den letzten intensiven Trainingsblock bei optimalen Trainings- und Wetterbedingungen nutzte. Anstatt das Auto nahm ich meine Aeroad bei Sonne und moderaten Temperaturen, um von München nach Stumm ins Zillertal zu fahren. Dabei lies ich mir eine Abstecher über Tegernsee (Cappuccino) https://www.tegernseer-kaffeeroesterei.de und das Valepp hinauf zum Spitzingsee natürlich nicht entgehen. Nach der rasanten Abfahrt vom Spitzingsattel habe ich die verkehrsberuhigte Route über Bayrischzell und den karibikblauen Thiersee nach Kufstein gewählt. Auf der Landstrasse geht’s durch das Inntal wieder hinauf nach Mariastein und die Reintaler Seenplatte bevor man ins Zillertal abbiegt.

 


 

Mit 190 km und 2000 hm macht man hier ordentlich etwas für die Bilanz, der starke Gegenwind im Inntall hat den Trainingseffekt noch zusätzlich verstärkt. Nach einer Zwischenmahlzeit und einem Cappuccino, was sonst, im Landgasthof Linde haben wir uns noch eine kurze und knackige Schwimmeinheit im Freibad Stumm einverleibt. Die restlichen Körner rausballern, um dann ziemlich müde, aber glücklich und zufrieden, mit einem köstlichen Kirschrisotto und viel Salat die Kohlenhydratspeicher für die folgenden Tage wieder aufzufüllen. Danke lieber Thomas für die Extraportion Risotto und den guten Service! Am nächsten Morgen war nüchtern eine Tour zum Zillergrund mit 18 Kilometer Anstieg und einigen Prozenten geplanten, die ich mit einem Lauf entlang der Ziller koppelte. Nach dem Mittagessen und etwas erholung war noch Grundlagenausdauer im 25 m Becken angesagt: 4000 m mit 160 Rollwenden können einem ordentlich den Kopf verdrehen. So war das und so ging dass dann auch weiter.

 

Nach dem langen Weg steigt die Vorfreude

Acht Monate mit tausenden Trainingskilometern liegen hinter mir und jetzt sind es nur noch 7 Tage bis zu meiner ersten Langdistanz und dem Ironman Vichy – Erholung ist endlich angesagt. Nach den vielen Wochen der Belastung ist es schwer still zu halten aber äusserst wichtig, damit sich der Körper von dem vielen intensiven Training erholen kann. Das läßt Raum für viele Gedanken was war und was kommen wird, wer einen auf dem langen Weg treu zur Seite stand und begleitet hat, und wer das auch weiterhin machen wird, ganz egal was kommt. Vor allem denke ich noch weitere zurück, an die vergangenen Jahre in denen meine Kinder immer mehr Spaß am Triathlon gefunden haben und daran, als ich vor 25 Jahren mit Triathlon begonnen haben. Sieben Tage bevor ich mich erstmals auf den neuen Weg über 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen mache, habe ich das Gefühl, das alles einen Sinn ergibt und gar nicht anders kommen konnte. Jetzt genieße ich die letzten Tage und freue mich auf meine erste Langdistanz, bin gespannt und neugierig. Denn manchmal kommt es anders und zweitens als man denkt!

 
Danke meiner Familie, meiner Frau und meiner Kinder, meinen Freunden und allen Unterstützenden, die mich auf dem Weg zu meiner ersten Langdistanz begleiten. Ohne Euch, Eurer Toleranz und Geduld wäre es nicht möglich so ein Projekt erfolgreich umzusetzen.

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MEIN ERSTER IRONMAN – ALLE BLOGS
BLOG #1: Langdistanz-Debüt nach 25 Jahren Triathlon
BLOG #2: Überraschung und Herausforderung: Anmeldung zur ersten Langdistanz
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BLOG #4: Der Weg ist das Ziel ist der Weg – Vorfreude auf die erste Langdistanz
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BLOG #6: Triathlon ist keine Mathematik – Eiserner Wille beim IRONMAN Vichy 2015

DIESER BEITRAG WURDE EBENSO VERÖFFENTLICHT AUF TRI2B.COM
TRI2B Erster Ironman-Blog #1 am 02. Mai 2015
TRI2B Erster Ironman-Blog #2 am 21. Mai 2015
TRI2B Erster Ironman Blog #3 am 11. Juli 2015
TRI2B Erster Ironman Blog #4 am 20. August 2015
TRI2B Erster Ironman Blog #5 am 20. August 2015

WEITERE INFORMATIONEN
Markenwechsel beim Triathlon Vichy
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Die Triathlon Mitteldistanz Erlangen war meist der Abschluss meiner Triathlon-Saison. Zugleich war das Rennen über die halbe Ironman-Distanz auch stets das Saison-Highlight, das Training und die Vorbereitung waren auf das Finale entsprechend ausgelegt. Erlangen ermöglicht optimale Wettkampfbedingungen und kann seine Teilnehmer oft mit bestem Sommerwetter empfangen. Ideale Voraussetzungen, um am Wettkampftag 100% Leistungen entfalten zu können. Immerhin wurde ich vergangens Jahr Neunter. Das war diesmal allerdings nicht mein Plan, vielmehr sollte die Mitteldistanz ein Formtest für meine erste Langdistanz, den Ironman Vichy werden. Mit diesem Rennverlauf und einem 4. Platz habe ich allerdings nicht gerechnet …

Die Woche vor der Triathlon Mitteldistanz Erlangen am 2. August 2015 war stürmisch und kühl, an ein Radtraining war kaum zu denken. Richtung Wochenende stiegen Temperaturen allmählich wieder und für den Sonntag waren dann sogar Temperaturen bis 30 Grad angekündigt. Das Tapering verlief gut und ich legte mehr Regeneration ein als geplant, um so auch die letzten Tage meiner Vorbereitung für die erste Langdistanz in vier Wochen einmal durchzuspielen. Die Zusammenarbeit mit meinen Physiotherapeuten des Vertrauens, Anderl Ellenrieder und das angepasste Athletiktraining zeigte positive Wirkung – mein Rücken wird von Woche zu Woche besser und ich habe weniger Schmerzen. Vor allem habe ich aber noch einmal meine Ernährung umgestellt, besonders während der Wettkampfwoche und mich auch für eine neue Verpflegungstrategie am Wettkampftag mit ausschließlich Isomaltulose entschieden. Die Triathlon Mitteldistanz sollte schließlich der letzte richtig Test werden, um noch einmal neues auszuprobieren und bewährtes zu verbessern.

 

 

Rituale am Vortag der Triathlon Mitteldistanz Erlangen

Nach einem kurzen Lauf und einer knackigen Schwimmeinheit am Samstag Morgen habe ich mein Bike bei Speed Company abgeholt. Holger hat noch einmal alles akribisch kontrolliert, eine neuen Kette draufgeschnallt und mein Speedmax für den Renntag scharf gestellt. Gleich im Anschluss ging’s nach Erlangen, um so einen entspannten Nachmittag und vor allem nächsten Wettkampfmorgen zu haben. Der Veranstalter belohnt die Abholung der Startunterlagen am Vortag zudem mit der Rückzahlung eines Teilbetrages vom Startgeld. Die Startunterlagen im Sack haben wir uns in der zauberhaften Altstadt von Erlangen in einem netten Cafés bei Cappuccino und Kuchen entspannt. Die Nacht auf Sonntag haben wir uns in einem kleinen Gasthof in Dechsendorf eingemietet, nur fünf Minuten vom Start entfernt,. Nach einem leckeren Risotto am Abend und den rituellen Eisbecher Ben & Jerry’s Cookie Dough war zeitig schlafen angesagt. Eine gewisse Routine und bestimmte Rituale im Ablauf der Rennvorbereitung zu entwickeln, sind hilfreich und geben Sicherheit.

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5:30 Uhr – der Wecker klingelt! Mit ausreichend Zeit und entspannt wollte ich den Tag beginnen. Neben Formcheck und essentiellen Trainingsbaustein sollte die Triathlon Mitteldistanz Erlangen auch ein letzter Test sämtlicher Abläufe der Startvorbereitung werden. Aufgrund der durchwachsenen Woche war erst am Sonntag Morgen klar, dass mit Neoprenanzug geschwommen werden darf. Zwar fühle ich mich selbst als guter Schwimmer im Neoprenanzug etwas wohler, aber ohne dem auftriebsstarken Kälteschutz hätte ich einen größeren Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Um acht Uhr morgens maß das Thermometer 21,0 Grad im Main-Donau-Kanal.

Das gesamte Material, mein Zeitfahrrad und meine Laufsachen waren zügig eingecheckt und es blieb noch ausreichend Zeit die Vereinskollegen in Ruhe zu begrüßen und für einen kurzen Wechselzonen-Smalltalk mit Triathlonfreunden. Eine Stunde vor Start begann ich mit dem Erwärmen: Laufen, Lauf-ABC, Beweglichkeitsübungen und Thera-Band für die erste Disziplin. Anschließend rein in den Neoprenanzug und noch etwas einschwimmen.

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Mit Wasserschatten und Fussmasage ‚First Out Of Water’

Ein lauter Kanonschlag signalisiert pünktlich um 9:05 Uhr unseren Start: Und ab ging die Post! Ich bin aus der Mitte gestartet, um das Feld zu beiden Seiten optimal zu sehen und nicht den Anschluss zu verpassen, falls eine Gruppe abgeht. Ich kam gut weg und hatte mich bereits nach 100 m frei geschwommen. Zu meiner linken Seite, etwa 10 Meter entfernt war ein Schwimmer etwas schneller gestartet. Ich wählte meine Ideallinie so, um an der Biegung des Kanals und vierten Boje dran zu sein. Dem hohen Anfangstempo mußte der Führende bereits nach 500 m Tribut zollen, so dass ich die Spitze übernahm. Das hat mich selbst etwas überrascht. Bis zum Wendepunkt hatte ich freie Bahn, doch auch einen Verfolger, der mir bis zum Ausstieg ordentlich die Füße kraulte. Auch richtig Wasserschatten zu schwimmen will gelernt sein. Wie in jedem Jahr war auf dem Rückweg ordentlich was los durch die vielen Nachzügler der Vorweg gestarteten Kurzdistanz-Triathleten (500 m + 5 min Vorsprung) und von einer Ideallinie keine Spur mehr.

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Kurz vor dem Ausstieg durft ich noch eine Attacke meines Wasserschattens abwehren, der sich wohl nach 1500 m lutschen dann noch selbst für seine Leistung mit dem ‚First Out Of Water’ belohnen wollte. „Spezie, das gehört sich nicht unter Triathleten. Fair geht vor!.“ Nach nur 29 Minuten stieg ich als Erster aus dem Main-Donau-Kanal, begleitet von einem begeistert anfeuernden Publikum. Im Wasser vorne dabei war ich in Erlangen zwar meistens, aber ‚First Out Of Water’ ist mir hier bisher noch nie geglückt.

Erstens kommt es anders und viertens als man plant

Den Neoprenanzug flink abgestreift und in den Beutel gepackt. Radhelm auf, Startnummer dran, Zeitfahrrad gepackt, durch die sehr lange Wechselzone bis zum Radaufstieg gelaufen und aufgeschwungen. Auf meiner ersten Langdistanz wird das sicher etwas weniger hektisch! Nach den ersten 1000 m auf dem Rad war alles eingerichtet und ich fuhr alleine in Begleitung des Führungsmotorrades vorne weg. Motiviert von dem guten Schwimmen habe ich von Beginn an Druck gemacht. Der Plan für den heutigen Tag war eher moderat: Der letzte Test vor meiner ersten Langdistanz war zwar ein hohes Tempo anzulegen, jedoch nicht gleich von Beginn an.

Ich ergriff also die gunst der Stunde und beschloss meinen Plan aufgrund der guten Ausgangslage zu ändern und mein Rennen fortan offensiv zu gestalten. Überraschend war nach 20 km noch kein weiterer Triathlet der Mitteldistanz in Sichtweite. Erst nach 25 km, am ersten Berg kam Bernd Hagen vorbei gerollt und hat mich als Führenden abgelöst. 5 km später hat endlich Vereinskollege Markus Stöhr (SC Prinz Eugen München) aufgeschlossen und zugleich Marco Sahm (IfA Nonstop Bamberg), sowie Matthias Türk (TDM Bamberg) als Verfolger dabei gehabt. Diese Gruppe blieb sodann bis zum Ende der ersten Radrunde zusammen und auch in Begleitung eines Kampfrichters, der ganz genau für die Einhaltung der Windschattenregeln sorgte.

Nach 50 km forcierte Markus das Tempo, denn er wollte den Führenden noch vor dem Wechsel zum Laufen stellen. Wir fuhren im Dreigespann weiter gemeinsam und hielten das Tempo stets hoch. Immer wieder versuchte jeder eine Lücke zu reissen wodurch das Tempo weiter hoch war. Meine Chancen lagen am Berg, wo ich zwar meist einen Abstand von 50 m rausfahren konnte, den meine Begleiter dann aber schnell wieder schlossen.

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Wenn’s mal läuft, dann lässt man’s laufen

Als Dritter bin ich vom Rad abgestiegen und verlor während des Wechsels wieder einen Platz, um mir wie geplant Socken in die Laufschuhe anzuziehen – es war ja schließlich noch immer ein Testwettkampf. 10 Meter hinter Marco Sahm gings an vierter Stelle hinaus auf die Laufstrecke. Meine Beine haben sich trotz der härteren zweiten Disziplin super angefühlt und ich konnte Marco’s Tempo mitgehen. Wir erreichten zum ersten von drei Mal gemeinsam das Stadion. Ebenso geplant bin ich durch die Verpflegungsstelle gegangen, trank etwas Wasser und kühlte mich, um dann wieder zügig weiter zu laufen. Diese Strategie habe ich erstmals an selbem Ort gewählt, als ich einen ausserordetnlich schlechten Tag erwischt. Das hatte sich seitdem auch an guten Wettkampftagen mit guter Tagesform bewährt. Der Abstand zu Marco wurde durch diesen Rhythmus zwar etwas größer, aber ich wollte an der Strategie trotz aussichtsreichem Rennverlauf beibehalten – schließlich galt es noch einen Halbmarathon bei über 30 Grad zu meistern. Ein weiterer Grund war die neue Ernährungsstrategie – während des gesamten Rennens nahm ich ausschließlich Flüssigkeit mit Isomaltulose zu mir – und das Risiko auf den letzten Kilometer einzubrechen wäre sonst einfach zu groß.

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Markus Stöhr hatte sich mittlerweile auch einen ordentlichen Vorsprung auf Bernd Hagen herausgelaufen, der allerdings verletzungsbedingt das Rennen nach 10 km vorzeitig beenden musste. Am letzten Wendepunkt war sein Vorsprung acht Minuten und sollte reichen, um auf den verbleibenden 4 km einen Gang runter zu schalten. Nach dem Wendepunkt kam mir Robert Gößwein schon deutlich früher entgegen. Das Tempo des starken Läufers war mir während der gesamten 21 km aufgefallen und es eng werden würde, die 3. Position halten zu können.

Schmerz und Stolz dank starker Konkurrenz

Drei Kilometer vor dem Ziel war ich im ‚Tunnel’, allmählich schwanden meine Kräfte, die Hitze und der fehlende Wind im Kiefernwald machten es nicht leichter. Ich konzentrierte mich auf die Lauftrechnik und trank an den letzten beiden Verpflegungen etwas Iso und mehr kühles Wasser, um nichts mehr anbrennen zu lassen. Den Überblick meiner Verfolger habe ich bei den vielen Läufern im Wald verloren. Mit der letztmaligen Überquerung des Main-Donau-Kanals konnte ich das nur noch 1000 m entfernte Stadion wieder sehen und das Adrenalin sorgte für einen letzten Erngieschub – die Euphorie wuchs. Ich bog in das Stadion, ein kurzer Blick zur Sicherheit zurück, und konnte nicht fassen, was hier und heute nach 2 km Schwimmen, 84 km Radfahren und fast 21 km Laufen abgelaufen war. Ich hatte mit allem gerechnet, aber nicht auf der Triathlon Mitteldistanz Erlangen während der Vorbereitung auf meine erste Langdistanz unter den TOP 5 zu finishen. Von einem begeisterten Publikum empfangen, habe ich nach 4:03 Stunden als Vierter glücklich die Ziellinie überquert. Unfassbar, Läuft, ich bin aufgelöst und muss das erst einmal sacken lassen!

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Gesagt und dann sogleich geschehen, haben mich meine Beine keinen Meter mehr weiter getragen und sind weggesackt. Zum Glück standen Marco und Markus im Zielbereich bei mir und haben mich sofort mit kühlem Wasser versorgt. Was für ein Tag, was für ein Rennen, welch großartige Sportsfreunde? Ohne einer starken Konkurrenz mit solch beeindruckenden Leistungen – dem verdienten Sieger, Markus Stöhr, dem Zweiten, Marco Sahm und Robert Gößwein auf dem 3. Platz, hätte ich mich wohl nicht so geschunden. Danke für die vielen Zusprüche auf der Strecke. Weil der Schmerzt vergeht und der Stolz!

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Mit seiner geographischen Lage, einer vorbildlichen Organisation und optimalen Strecken ist die Triathlon Mitteldistanz Erlangen die goldene Mitte des Triathlons. Die einwandfreie Organisation, die Vielzahl an hoch motivierten und freundlichen Helfern und das begeisterungsfähige Publikum erleichtern den Kampf gegen die Hitze und die Zeit. Ein perfekter Wettkampf mit zudem günstigen Startgeld für einen Saisonhöhepunkt und auch Formtest. Jetzt bleiben mir noch vier Wochen um das zu verdauen und mich nach verdienter Regeneration dem letzten Trainingsblock zu widmen, bevor dann das Tapering beginnt. Der Ironman Vichy kann kommen!

Beinahe zeitgleich hat Simon Drexl im oberbayerischen Flintsbach die Bayerische Triathlon Meisterschaft 2015 in der Jugend A für sich entscheiden. Der Wahnsinn!

ERGEBNIS
Triathlon Mitteldistanz Erlangen 2015

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BLOG #1: Langdistanz-Debüt nach 25 Jahren Triathlon
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BLOG #3: Fifty Shades of Tri – Keeping the Balance

Danke an meine Familie, besonders an meine Frau, und meinen Freunden, die mich auf dem Weg zu meiner ersten Langdistanz begleiten und unterstützen. Ohne Eurer Toleranz und Geduld wäre es nicht möglich so ein Projekt erfolgreich umzusetzen.

… swim, bike, run – eat, sleep, repeat! Ehe ich mich versehe, sind es gerade einmal noch 50 Tage bis zu meiner ersten Langdistanz und jetzt ist die richtige Balance entscheidend. Es ist viel passiert in den letzten Wochen und Monaten. Unzählige Trainingseinheiten und jede Menge Cappuccino, drei Wochen fasten, zwei Trainingslager und die ersten Rennen sind auf meinem Weg zum Ironman Vichy absolviert: Ein neuer Blog ist also längst überfällig!

Wir befinden uns Mitten in der europäischen Triathlonsaison und während die letzten Vorbereitungen auf den Challenge Roth laufen, jagt ein großes Highlight das Nächste: Jan Frodeno hat in Frankfurt erstmals einen Ironman gewonnen und Marino Vanhoenacker seinen siebten Streich in Klagenfurt vollbracht. Während ganz Europa unter einer Omega-Wetterlage mit Rekordtemperaturen schwitzt, werden die Triathleten nervöser und die Fingernägel immer kürzer. Spekulationen über Neoverbote und Wettkampfverkürzung, wie zuletzt beim Challenge Vichy 2011, ja sogar über Rennabbruch werden während der Taperingphase und den letzten Trainingseinheiten der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung angeheizt. Ich habe zum Glück noch fast acht Wochen bevor ich schließlich selbst am Start meiner ersten Langdistanz beim Ironman Vichy stehe.

Setzt man sich neben Beruf und Familie ernsthaft mit den Anforderungen einer Langdistanz auseinander, so werden einem schnell der zeitliche Aufwand für das viele Training und die erforderliche körperliche Fitness bewußt. Der Formaufbau für eine Triathlon-Langdistanz in individueller Topform ist ein Prozess der normalerweise über Jahre erfolgt. Langfristig betrachtet sind die zurückgelegten Trainingskilometer und -stunden ein wichtiges Erfolgskriterium, Für ambitionierte Freizeitsportler ist das meist eine ganz besondere Herausforderung und verlangt viel Geduld, Ruhe und Toleranz von dessen persönlichem Umfeld. Entscheidend ist es die richtige Balance zu finden – denn die Dosis macht das Gift! So ein Projekt zu meistern, erfordert in der Regel eine erhebliche Anzahl an Trainingsstunden und am besten sogar einen Trainer für die Trainingsplanung, der den Trainingsverlauf im Auge behält, um am Tag X perfekt vorbereitet, gesund und hundert Prozent fit zu sein.

Unser täglich Brot und das Lebensgefühl als Triathlon-Profi

Wer mich kennt, der weiß, dass ich leidenschaftlich gerne und viel trainiere. Auch nach 25 Jahren Triathlon hat sich das nicht geändert. Aber nur das optimale Gleichgewicht von Alltag, Training und Erholung bilden die optimale Voraussetzung für einen nachhaltigen Leistungsaufbau und den Erhalt von Motivation und Gesundheit. Die Balance zu schaffen war nicht immer einfach, aber mittlerweile habe ich das gut im Griff. Natürlich ist es ein riesiges Privileg, dass ich meine sportliche Leidenschaft und Faszination für Triathlon auf eine besondere Art und Weise auch mit meinem Beruf verbinden konnte. Seit fast zwei Jahrzehnten verdiene ich mein „täglich Brot“ zwar nicht als Profi-Triathlet mit meinen sportlichen Leistungen, sondern vielmehr durch das Coaching von Triathleten verschiedener Altersgruppen und Leistungsstufen sowie als Autor und Redakteur mit dem Schreiben von Fachartikeln, Reportagen, Interviews und Portraits. Ich bin im Triathlon und in dieser Subkulturen selbst zu Hause, kenne die Strukturen, Gesetzmäßigkeiten und verstehe die Individuen, ihre Emotionen und kann das Lebensgefühl glaubwürdig wiedergeben. So gesehen, bin ich doch fast auch ein Triathlon-Profi.

Organisation im Triathlon erhält die Balance

Alleine die Tatsache, dass meine Frau und mittlerweile auch unsere Kinder seit einigen Jahren erfolgreich im Triathlon zu Hause sind, erleichtert mir einiges. Das war natürlich nicht immer so. Noch während des Studiums kamen unsere zwei Kinder zur Welt und das war schlicht und einfach nicht mit meinen sportlichen Ambitionen vereinbar. Zwar war Training zu dieser Zeit möglich, an Leistungssport oder Wettkämpfe war jedoch nicht zu denken. Wer jedoch einmal Leistungssport gemacht, der weiß, dass es irgendwann wieder kribbelt, einen die Motivation packt und man wieder ernsthafter zu trainieren beginnt. Hat man schließlich wieder ein bestimmtes Leistungsniveau erreicht, dann möchte man’s auch wieder ganz genau wissen und ist bereit mehr Zeit zu investieren. In all den Jahren haben wir viele Erfahrungen gesammelt und an richtiger Planung und Organisation dazugelernt. Von der gewonnenen Routine unseres „Triathlon Life Balance“ können wir heute profitieren, ohne dass dabei die Qualität im Beruf und unser soziales Leben auf der Strecke bleiben. Eine Cappuccino geht immer. Denn gerade im Frühjahr und Sommer starten unsere Tage früh, durch das Training auf meine erste Langdistanz noch einmal etwas früher: 25 Stunden Training und 12 Trainingseinheiten pro Woche mit 400 km auf dem Rad, 20 km im Wasser und 60 – 80 km Laufen wollen schließlich irgendwie untergebracht werden!

Aus der Trainings-Monotonie in den Renn-Modus: Saisonauftakt mit Kienle und Bracht

Nach zwei wunderbaren Trainingslagern mit Freunden in der Toskana und mit meiner Frau am Gardasee standen schon die ersten Triathlon-Rennen an, die endlich Abwechslung in den monotonen Tagesablauf brachten. Es war Zeit erstmals die Form zu testen und dafür reisten wir ins badische Forst. Für meinen Sohn war der erste Stop des DTU Jugend Cup auf dem Plan und so nutzte ich die Gelegenheit um am Heidesee Triathlon über die Kurzdistanz zu starten. Für den Saisonauftakt war das Starterfeld jedenfalls spektakulär: Mit dem Deutschen Meister 2014 der Langdistanz, Timo Bracht und Sebastian Kienle, Hawaii Sieger und Ironman Weltmeister 2014 am Start. Ein Highlight der Saison 2015 mit Seltenheitswert. Als Redakteur hatte ich die beiden Triathlon Profis schon des Öfteren zum Interview, gemeinsam an der Startlinie war allerdings Premiere. Im Wasser rechnete ich mir zugegebenermaßen noch leichte Chancen aus und kam immerhin gemeinsam mit Sebi zum ersten Wechsel. Wir stiegen auch noch zusammen auf’s Rad, was aber dann geschah, brauche ich wohl nicht weiter ausführen: OFF and AWAY he was! Das lag sicher nur an meinen noch etwas müden Beinen vom vielen Training der vergangenen Wochen. Immerhin reichte meine Leistung, um den zweiten Platz hinter Timo Bracht zu belegen … in der Altersklasse! … mit fast zehn Minuten Rückstand! Der Tagessieg des Heidesee Triathlon 2015 ging an Hawaii Sieger Sebastian Kienle vor Timo. Spektakulär war Frederic Funk, der den Profis erst davon schwamm und auch auf dem Rad auf Augenhöhe war. Der Junior des Bayerischen Triathlon Kaders wurde sensationeller Dritter mit nicht einmal drei Minuten Rückstand auf Kienle.

ALPEN TRIATHLON 2015:  Stefan Drexl als Siebter raus aus dem Schliersee und rauf auf's Rad - im Hintergrund das Ziel: Der Spitzingsattel

ALPEN TRIATHLON 2015: Stefan Drexl als Siebter raus aus dem Schliersee und rauf auf’s Rad – im Hintergrund das Ziel: Der Spitzingsattel

Die härteste Triathlon Kurzdistanz

Die zweite Station der jungen Saison 2015 waren vier Wochen später die bayerischen Berge. Eher kurzfristig und aus dem Training heraus hatte ich mir zum fünften Mal in 25 Jahren den Sixtus Schliersee Alpen Triathlon vorgenommen. Die härteste Kurzdistanz mit dem legendären Ritt über den Spitzingsattel nach 1,5 km Schwimmen und über 30 Kilometer auf dem Rad bereitet stets Schmerzen. Spätestens beim 11,5 km langen Crosslauf durchs Valepp und um den Spitzingsee. Warum ich mir das antue? Das kann ich ganz einfach beantworten: Ich tu es mir nicht an – ich liebe es einfach! Dazu gibt’s HIER einen ausführlichen Bericht …

ERSTER IRONMAN / BLOG #3: Fifty Shades of TRI - Keeping the Balance! The Next Generation Triathlon macht den Sieg unter sich aus:  Fabian Kraft und Simon Drexl am Rothsee

ERSTER IRONMAN / BLOG #3: Fifty Shades of TRI – Keeping the Balance!

Duell der Triathlon-Generationen: Dieselmotor gegen Raketenantrieb

Nach Heidesee und Schliersee war Rothsee an der Reihe – das Triathlon-Spektakel mit der Sprintdistanz am Samstag. Es stand erneut eine Premiere an, die für mich als Vater etwas ganz Besonderes bedeutete: Unser erstes Vater-Sohn-Duell im Triathlon. Ganze 16 Jahre hatte ich mich darauf vorbereitet, mental und körperlich, all die Jahre hart trainiert, mich wie einst Rocky zurück zu alter Form gekämpft, die Ernährung umgestellt, jedes Gramm Körperfett gezählt und neue Trainingsmethoden ausprobiert. Jetzt endlich war der Tag der Tage gekommen – und ging auch ganz kurz und! Schmerzlos vorbei! Die erste Hälfte der 750 m war ich noch optimistisch, bis zur ersten Boje sind wir immerhin noch gemeinsam geschwommen – doch dann war die Lücke da. 15 Sekunden Abstand nach meinem Sohn kam ich aus dem Wasser, weitere 30 verlor ich im Wechsel. Auf dem Rad längst nicht so spritzig, wuchs mein Rückstand auf über eine Minute zu den jungen Triathlon Raketen. Endlich auf Touren kam der „Dieselmotor“ eim abschließenden Laufen. Für eine Sprintdistanz allerdings zu spät, denn da war bereits das Ziel. Das erste Vater-Sohn-Duell endete 0:1 – absolut verdient! Im Ergebnis waren es gesamt der 3. und 6. Platz, in den jeweiligen Altersklassen beide Mal das Podium mit Platz 2 in der Jugend A und Platz 3 im Sprint der Männer. Das Ergebnis war an diesem Tag eher Nebensache für mich. Was soll ich sagen? Es macht mich einfach unglaublichen glücklich und Stolz mit welcher Begeisterung mein Sohn Triathlon macht und dass wir diese Leidenschaft teilen dürfen. Es zeigt mir, dass wir im Grunde alles richtig gemacht haben.

ERSTER IRONMAN / BLOG #3: Fifty Shades of TRI - Keeping the Balance! Stefan Drexl auf der Verfolgung: Der "Diesel" kommt auf Touren …

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Triathlon, die drei Disziplinen, das Training und der Wettkampf haben einen unantastbaren Stellenwert in meinem Leben. Dass meine ganze Familie und eine Großteil unserer Freunde mit dieser faszinierenden Sportart und dem besonderen Lebensstil verwurzelt sind, ist ein wahres Glück. Dennoch legt jeder Wert auf ein Leben abseits unseres wunderbaren Sports, um nicht völlig zum Sozialzombie zu verkommen. Ich freue mich daher auch jedes Jahr wieder auf die ruhige Zeit nach der Saison, auf Wellenreiten am Atlantik und die verschneiten Berge mit dem Snowboard. Anders, aber auch verrückt!

Wir sehen uns: Keep on Swimming, Cycling and Running – and keep the Balance!

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BLOG #1: Langdistanz-Debüt nach 25 Jahren Triathlon
BLOG #2: Überraschung und Herausforderung: Anmeldung zur ersten Langdistanz
BLOG #3: Fifty Shades of Tri – Keeping the Balance
BLOG #4: Der Weg ist das Ziel ist der Weg – Vorfreude auf die erste Langdistanz
BLOG #5: Kein zurück mehr, jetzt zählt’s – Sugar and Pain!
BLOG #6: Triathlon ist keine Mathematik – Eiserner Wille beim IRONMAN Vichy 2015

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TRI2B Erster Ironman Blog #3 am 11. Juli 2015

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WEITERE INFORMATIONEN
Markenwechsel beim Triathlon Vichy
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Als leidenschaftlicher Trekker stand Marco Steinhilber schon oft vor der Herausforderung einer optimalen Energieversorgung. Gewöhnliche Energie-Snacks „verpufften“ schon nach kurzer Zeit, die Leistung sank weiter, und die nächste energieliefernde Mahlzeit lag noch in stundenlanger Entfernung. Als Lebensmitteltechnologe nahm er sich dieses Problems einfach selbst an: Steinhilber gründete Innosnack, entwickelte fortan nach völlig neuer Rezeptur seine eigenen Energieriegel und erhielt dafür prompt den ISPO AWARD 2015. Sein Geheimnis: Isomaltulose, ein gesunder und niedrig glykämischer Zucker. Wie er auf die Idee mit dem Zucker der Zukunft kam, was Isomaltulose so einzigartig macht, hat mir der sympathische Münchener im Interview erzählt.

Wie kommt man bei der aktuellen Flut neuer Nahrungsergänzungsmittel und Müsliriegel auf die Idee, einen weiteren Energieriegel zu entwickeln und auf den Markt zu bringen?
Wir bieten ja nicht nur Riegel an und differenzieren uns durch eine saubere Zutatenliste und den hundertprozentigen Ersatz herkömmlicher Zuckerarten durch Isomaltulose. Unsere Produkte sind alle vegan, gluten- und lactosefrei sowie frei von Zusatzstoffen. Ja, Riegel gibt es wie Sand am Meer, warum braucht die Welt also den 1001. Riegel? Ganz einfach: weil dieser revolutionär ist. Bislang gab es keine Mischung, die nur aus Isomaltulose und nahrhaften Körnern und Mandeln bestand. Die meisten Riegel sind ähnlich aufgebaut: eine Zuckerart als Bindemittel und weitere Zutaten wie Cerealien oder Trockenfrüchte. Die meisten Zuckerarten sind jedoch schnell verbraucht oder schlecht verträglich. Bei Isomaltulose ist das anders, da die Spaltung langsamer erfolgt. So haben wir nicht nur die Performance, sondern auch die Versorgung mit wichtigen Nährstoffen, wie beispielsweise mehrfach ungesättigte Fettsäuren und Mineralien. Ich setze darauf, dass die Menschen den Mehrwert, den wir mit diesen Produkten schaffen, erkennen und eine neue Option der gesunden und funktionellen Nahrungsergänzung für den Sport entdecken.

 
Wie sind Sie auf Isomaltulose als möglichen Inhaltsstoff aufmerksam geworden?
Ich hatte während meiner sieben Jahre in der Produktentwicklung schon mehrfach mit Isomaltulose zu tun und fragte mich, warum dieser „goldene Rohstoff“ nicht stärker in der Lebensmittelproduktion eingesetzt wird. Die Industrie hat durchaus Interesse daran. Die etwa zehnmal höheren Kosten, die technischen Hürden und die noch geringe Nachfrage scheinen jedoch zu bremsen. Wir versuchen jetzt dennoch, eine Nachfrage zu schaffen und bringen mit Innosnack Produkte auf den Markt, die wir auf Messen vorstellen, um so Isomaltulose bekannt zu machen.

Was hat sie bei der Produktentwicklung mehr motiviert: die Herausforderung, Isomaltulose generell als hochwertigen Inhaltsstoff für Lebensmittel zu promoten oder der eigene Bedarf nach einem funktionellen Energieriegel?
Zuerst habe ich Isomaltulose als neuen Rohstoff mit großem Potential entdeckt und mich gefragt, was sich daraus entwickeln lässt. Ein Riegel ist dabei eine sehr naheliegende Verwendungsmöglichkeit. Ich habe auf Expeditionen die Erfahrung gemacht, dass man schnell wieder Hunger bekommt und gleichzeitig die Leistung abfällt, wenn die Ernährung nicht stimmt. Es musste also ein Snack her, der hier energetisch besser performt. Ich hatte eine Idee, wie man das mit Isomaltulose technologisch umsetzen kann. Dieses Verfahren habe ich als Patent angemeldet und dann den Riegel entwickelt.

Gibt es neben Isomaltulose weitere besondere Zutaten, die Ihre Produkte von anderen unterscheiden?
Grundsätzlich verwenden wir neben Isomaltulose natürliche Inhaltsstoffe, die bezüglich ihres Nährstoffgehaltes besonders hochwertig sind. Wir verzichten vollständig auf Haferflocken, die zwar günstiger sind, aber nicht das Spektrum an essentiellen Aminosäuren liefern wie etwa Quinoa. Dieses ursprünglichere Korn ist hinsichtlich des Stärkegehalts nicht hochgezüchtet. Es bietet ein breiteres Spektrum an Nährstoffen wie Lysin, das der Körper dringend benötigt. Neben Quinoa, Buchweizenflocken oder Hirse im Müsli setzen wir im Riegel noch auf Leinsamen, Kürbiskerne und Mandeln (Vitamin E).

 

Welche Zukunft hat Isomaltulose, um minderwertige Einfachzucker in der Nahrungsergänzung zu ersetzen? Es gibt ja eine große Lobby, und der Trend geht sogar zum Ersatzzucker High Fructose Corn Sirup (HFCS).
Isomaltulose hat eine nachhaltige Zukunft, die sich in den nächsten zehn Jahren richtig entfalten wird. Isomaltulose ist noch unbekannt. Obwohl Gesundheitsorganisationen wegen des übermäßigen Zuckerkonsums und der daraus folgenden Konsequenzen schon lange Alarm schlagen, wird nicht viel dagegen getan. Es dauert leider lange, die Ernährungsgewohnheiten der Menschen zu ändern. Wir sind geduldig und da, wenn man uns braucht.

Einen besseren Stand hatte bisher die natürliche Fructose. Doch auch hier gibt es neue wissenschaftliche Erkenntnisse in Bezug auf Diabetes und Cholesterin. Sind diese begründet, und welche Vorteile hat demgegenüber Isomaltulose?
Stimmt, Fructose in ihrer Reinform ist nicht besonders vorteilhaft. Es geht um verschiedene ernährungsphysiologische Aspekte, aber die hier zu erläutern würde den Rahmen sprengen. Fructose ist zwar ähnlich wie Isomaltulose niedrig glykämisch, besitzt aber bei weitem nicht die Vorteile der Isomaltulose. Das betrifft besonders die Verträglichkeit, Fettverbrennung, Hungerreduktion und Zahnfreundlichkeit.

Auch die gewünschte kontrollierte Bereitstellung von direkter Glucose haben wir nur bei Isomaltulose. Fruchtriegel, die als Kohlenhydrat in erster Linie Fructose enthalten, sind für den Sport eher nicht zu empfehlen.

Gibt es Sportler die Ihre Produkte bereits testen?
Ja! 2014 fuhr der Extremsportler Stefan Schlegel das Race Across America (RAAM), eines der längsten Radrennen der Welt. Den benötigten Energiebedarf von rund 10.000 kcal pro Tag hat er zum großen Teil mit Isomaltulose gedeckt und dabei keinerlei Versorgungsprobleme gehabt. Das zeigt die gute Verträglichkeit und Funktionalität dieses Kohlenhydrats. Michael Willeitner, Biathlet der DSV-Nationalmannschaft, bekommt von Innosnack für ein Jahr Bars, Drinks und Müsli gestellt und hat bereits bestätigt, dass diese nicht nur schmecken, sondern auch helfen, keinen „Hungerast“ während des Laufens zu bekommen. In Kürze stellen wir noch weitere Sportler und deren Erfahrungen auf unserer Website vor.

Welche Produkte können wir zukünftig von Innosnack erwarten?
Wir haben mit Energieriegel, Müsli und Energiedrinks bereits eine Grundpalette. In jeder dieser Kategorien sind weitere Varianten geplant, und in Zukunft sollen auch neue Kategorien dazukommen. Welche das genau sind, ist noch ein Geheimnis …

FAKTEN
Isomalutlose: Glykämischer Index 32; 379 kcal/100 g
Snacks: Innobar, Innoballs
Innodrink: Zitrone
Innocrunch Müsli: Quinoa-Flakes; Schoko-Mandel
Laktosefrei, ohne Zucker, vegan, glutenfrei und energetisch lang anhaltend

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ISPO NEWS Blog am 21. Mai 2015

Die Würfel waren gefallen! Meinem Langdistanz-Debüt nach 25 Jahren Triathlon sollte somit nichts mehr im Weg stehen. Jetzt ging es darum ein passendes Rennen und für die weitere Planung zu finden. Es gab ein paar Favoriten und ich wollte schnell meine Anmeldung im Kasten haben. Was allerdings dann geschah, damit rechnet wohl erst einmal Keiner! Eine überraschende und entscheidende Änderung kündigte sich bereits mit der Anmeldung zu meiner ersten Langdistanz an. Das hat natürlich für einen ordentlichen Adrenalinschub gesorgt. Im zweiten Teile meines „Erster Ironman“ Blogs geht’s über Hürden und Überraschungen bei der Anmeldung zur ersten Langdistanz

Jetzt war es endlich raus, ohne einen Zweifel oder jeglichen äußeren Druck habe ich eine Entscheidung getroffen. Gut Ding braucht Weile – schnell kann jeder. Zählen tut’s dann, wenn der Startschuss fällt. Die Zeit war einfach reif! In 25 Jahren bin ich an einer ganzen Menge Startlinien von Sprintdistanzen, Kurzdistanzen und Mitteldistanzen in ganz Europa gestanden. Ich liebe diese Augenblicke kurz vor dem Start. Zahlreiche Triathlons und historische Momente habe ich live oder im Fernsehen verfolgt, von legendären Wettkämpfen wie Roth und auch Hawaii berichtet. Viele Athleten habe ich auf dem Weg zu ihrem ersten Triathlon, ihrer ersten Langdistanz oder neuen persönlichen Bestzeit betreut. Ganz egal, ob als Athlet, Trainer, Journalist oder Zuschauer, es waren stets intensive Erfahrungen und bis heute spüre ich das Adrenalin durch den Körper schießt.

Nägel mit Köpfchen bei der ersten Langdistanz

Während all der Jahre im Triathlon gab es nur eine handvoll Langdistanzen, die bei mir aus den unterschiedlichsten Gründen einen besonderen Eindruck hinterlassen haben. Ich konnte mir gut vorstellen dort jemals selbst zu starten, wenn die Zeit reif war. Das hat natürlich eine wichtige Rolle bei meiner Suche nach einer neuen Herausforderung für diese Saison gespielt. Eine Langdistanz schüttelt man nicht mal schnell so aus dem Ärmel, wie eine Kurzdistanz. Die gesamte Vorbereitung mit Trainingplanung, Trainingscamps und Aufbauwettkämpfen, sowie die Vereinbarkeit mit dem Alltag bekommen eine wesentlich größere Bedeutung. Viele Optionen für die erste Langdistanz gab es für mich ohnehin nicht, entweder war der Zeitpunkt unpassend oder die Veranstaltung war längst ausgebucht. Ich hatte natürlich einen ganz bestimmten Wettkampf im Auge und wollte nach meiner Entscheidung zügig Nägel mit Köpfen und auch Köpfchen machen. Für den Erfolg der ersten Langdistanz macht es durchaus Sinn, vor der Anmeldung die Wettkampfstrecken und -profile anzusehen.

Eine Langdistanz wie „Gott in Frankreich“

Vor fünf Jahren war ich erstmals in der Auvergne und habe von der Premiere der Challenge Vichy berichtet. Längst hat es sich auch unter Triathleten herumgesprochen: Die Langdistanz von Vichy im geografischen Zentrum Frankreichs – „Le Cœur de la France“ – zählt zu einer der Schönsten Europas. Neben der beeindruckenden Landschaft der Auvergne und der Freundlichkeit der Menschen, überzeugen in Vichy besonders die idealen Wettkampfstätten und optimalen Wettkampfstrecken, die gute Infrastruktur und ausgezeichnete Organisation. Der bisherige Höhepunkt war die Austragung der ETU Langdistanz Europameisterschaft im Jahr 2013. Erfreulich aus deutscher Sicht konnte sich damals die Merseburgerin Diana Riesler EM-Gold sichern. Organisator Gael Maenard hatte schon 2011 die Messlatte hoch gelegt und in den Jahren darauf die Qualität und das Niveau des Wettkampfes gesteigert.

Für tri2b.com habe ich vier Mal von den zauberhaften Wettkampfstrecken der Auvergne mit Block, Stift und Kamera berichtet. Ich habe die Triathleten auf jeden der insgesamt 226 Kilometer durch die hügelige Campagne zwischen Massive Central, der Haute Loire und dem Puy de Dôme hautnah begleitet. Zahlreiche erloschene Vulkane mit Kraterseen, unendliche Wälder so weit das Auge reicht und grüne Weiden mit den berühmten Nièver-Rindern, über 20.000 km Wasserläufe und mehr als einhundert natürliche Quellen prägen die Landschaft. Beinahe jeden Kilometer im Wasser und an Land, können die Triathleten während dieser Langdistanz genießen, beinahe wie „Gott in Frankreich“. Von Anfang an war Vichy einer jener wenigen Wettkämpfe, um dort erstmals über eine Langdistanz zu starten.

Schon die Anmeldung zu einer Langdistanz – kann eine Herausforderung seine

Diese Entscheidung war daher schnell getroffen und so wollte ich die Anmeldung auch zügig erledigen, um weiter planen zu können. Ein Aufschub könnte zu Orientierungslosigkeit führen, im schlechtesten Fall sogar zum Verwerfen der Ziele. Frühzeitig zu fokussieren ist wichtig für die Motivation und für den persönlichen Erfolg. „Nichts einfacher als das“, könnte man denken: Notebook auf, Internet an, die Anmeldung zur Challenge Vichy aufrufen und … nix. Falsch gedacht! „Seite momentan nicht verfügbar!“, heißt es da. Ich versuchte es noch einmal, doch „rien ne va plus“. Auch der nächste Tag bleibt erfolglos. Die Anmeldung zur Challenge Vichy war nicht mehr erreichbar obwohl noch wenige Tage zuvor ausreichend Startplätze verfügbar waren. Sollte nach den vielen schlaflosen Nächten und Überlegungen bereits mit der Anmeldung etwas Unerwartetes meine Pläne kreuzen? Die Anmeldung schien die erste Herausforderung auf dem Weg zur ersten Langdistanz zu werden. Also schrieb ich dem Veranstalter Gael Maenard, berichtet von dem Problem und schilderte die Gründe für meine Entscheidung.

Vichy eröffnet ein neues Langdistanz-Kapitel

Die Antwort aus Frankreich kam prompt: Der Jahreswechsel brachte eine überraschende Veränderung im Kurbad und so wird es 2015 erneut eine Premiere im Departement d’Allier geben. Der Challenge Vichy war Vergangenheit! In der Auvergne gab es einen Markenwechsel. Das kam völlig unerwartet und ziemlich überraschend für mich. Mit dem 15. Januar übernahm nun Ironman Europe das Ruder in Vichy und den örtlichen Veranstalter Optimum Sports Events. Damit hat die WTC sein Portfolio um gleich zwei prestigeträchtige Rennen erweitert, eine Mittel- und eine Langdistanz. Für die Challenge Family ist das einerseits natürlich schade, für mich als Athlet hat diese Entwicklung andererseits erst einmal keine größeren Auswirkungen. So wechselt zwar der Markenname, der Inhalt jedoch bleibt – die Qualität hoffe ich, vorerst auch. Gael Maenard hat es so formuliert:„Die Übernahme durch Ironman eröffnet ein neues Kapitel in der Geschichte unserer Veranstaltung. Wir sind zuversichtlich, dass wir den Triathlon in Vichy nun auf eine neue Stufe heben können.“ Wie dieses Kapitel schließlich ausgehen wird, werden wir nach dem erster Ironman Vichy wissen.

Erste Langdistanz, erster Ironman, doppeltes Debüt in Vichy

Damit feiert der französische Kurort 2015 sein Debüt im weltweiten Netzwerk der WTC. Vichy wird für mich somit nicht nur das Debüt meiner ersten Langdistanz, sondern ebenso mein erster Ironman sein. Ein besonderer Nebeneffekt wird dabei natürlich für zusätzliche Motivation sorgen: Denn mit dem Markenwechsel, weg von der europäischen Challenge Family, hin zu Ironman, spielt Vichy von jetzt an natürlich auch eine wichtige Rolle in der Qualifikation für die Weltmeisterschaft auf Hawaii. Es besteht somit eine theoretische Chance auf einen der wenigen Qualifikations-Slots für die Ironman Weltmeisterschaft Hawaii 2016. Erstmals unter dem neuen Label wird der Ironman Vichy am Sonntag, 30. August 2015 stattfinden. Nach fünf Jahren ist das erneut eine Premiere. Dadurch wird es in exakt 100 Tagen ein doppeltes Debüt im Herzen der Auvergne geben und zumindest meine Leidenschaft für Triathlon um ein neues und faszinierendes Kapitel reicher.

Exakt 200 Tage zuvor, am 11. Februar, konnte ich mich schließlich erfolgreich zu meiner ersten Triathlon Langdistanz und somit gleichzeitig zu meinem erster Ironman anmelden: Ironman Vichy 2015 – Registration completed!

In meinem nächsten Blog gibt’s einen ersten Strecken Check und die wesentlichen Änderungen durch den Markenwechsel. Bis dahin viel Spaß und einen erfolgreichen Saisonstart …

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