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Höhentraining ist mittlerweile eine etablierte Trainingsmethode im Ausdauersport, die auf den positiven Einfluss von hypoxischen (sauerstoffarmen) Bedingungen auf die physiologische Leistungsfähigkeit abzielt. In den letzten Jahren haben zahlreiche Studien versucht, die genauen Mechanismen und die Effektivität des Höhentrainings besser zu verstehen. Dieser Beitrag bietet eine umfassende Übersicht über die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Höhentraining im Ausdauersport.

Physiologische Mechanismen des Höhentrainings

Das Training in großen Höhen hat eine signifikante Wirkung auf die Ausdauerleistung, da es den Körper an die Bedingungen mit vermindertem Sauerstoffgehalt (Hypoxie) anpasst. Hier sind die Hauptauswirkungen:

  1. Erhöhung der Hämoglobin- und Erythrozytenkonzentration
    Bei längerem Aufenthalt in großer Höhe erhöht der Körper die Produktion von Erythropoetin (EPO), einem Hormon, das die Bildung roter Blutkörperchen (Erythrozyten) stimuliert. Mehr rote Blutkörperchen führen zu einer verbesserten Sauerstofftransportkapazität im Blut, was bei der Rückkehr auf Meereshöhe die Sauerstoffversorgung der Muskeln optimiert. Dies erhöht die aerobe Kapazität und kann zu einer gesteigerten Ausdauerleistung führen.
  2. Effizientere Sauerstoffnutzung
    Durch den Sauerstoffmangel in der Höhe wird der Körper gezwungen, effizienter mit dem verfügbaren Sauerstoff umzugehen. Das Mitochondrienvolumen in den Muskeln kann zunehmen, was die Fähigkeit der Zellen verbessert, Sauerstoff für die Energieproduktion zu nutzen. Dies führt zu einer gesteigerten aeroben Ausdauerleistung bei gleichen Trainingsintensitäten auf Meereshöhe.
  3. Verbesserung der Puffersysteme
    Höhentraining führt oft zu einer Verbesserung der Pufferkapazität des Blutes und der Muskeln. Dadurch wird der Anstieg der Laktatkonzentration bei intensiver Belastung verzögert, was zu einer Verbesserung der anaeroben Schwelle und der Ausdauerleistung führt.
  4. Herz-Kreislauf-Anpassungen
    Das Herz-Kreislauf-System passt sich ebenfalls an, indem es das Schlagvolumen und die Kapillarbildung in den Muskeln erhöht. Mehr Kapillaren bedeuten eine bessere Durchblutung und Sauerstoffversorgung der Muskelzellen, was die Ausdauer fördert.
  5. Steigerung der VO2max
    Die maximale Sauerstoffaufnahmefähigkeit (VO2max), ein wichtiger Indikator für die Ausdauerleistung, kann durch Höhentraining steigen. Dieser Anstieg ist auf die verbesserte Sauerstofftransportkapazität und -nutzung zurückzuführen.
  6. Verbesserte Muskeladaptationen
    In der Höhe passt sich auch die Muskelfaserstruktur an. Typ-1-Muskelfasern (langsam zuckend und ausdauernd) können vermehrt Energie aus Sauerstoff beziehen, was die aerobe Leistungsfähigkeit der Muskeln steigert.
ENGADIN RADMARATHON 2019 Spektakuläres Panorama und wunderbares Biest © Sportograf

Trainingsmodelle

Es gibt verschiedene Modelle des Höhentrainings, die unterschiedlich angewendet werden, je nach Zielsetzung und den verfügbaren Ressourcen.

  1. Live High, Train Low (LHTL)
    Athleten leben in großer Höhe (2.000 bis 3.000 Meter über dem Meeresspiegel) und trainieren auf Meereshöhe oder in geringerer Höhe. Dieses Modell gilt als besonders effektiv, weil es die Vorteile der erhöhten Erythrozytenproduktion maximiert und gleichzeitig eine hohe Trainingsintensität ermöglicht, die in großer Höhe oft eingeschränkt ist. Studien zeigen, dass LHTL die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2 max) und die Wettkampfleistung signifikant verbessern kann.
  1. Live Low, Train High (LLTH)
    Bei diesem Modell leben Athleten auf Meereshöhe, trainieren aber in großen Höhen. Diese Methode zielt darauf ab, die muskuläre Anpassung an hypoxische Bedingungen zu verbessern. Der Vorteil besteht darin, dass intensive Trainingsbelastungen möglich sind, während dennoch die Anpassungen an die Sauerstoffknappheit gefördert werden. Die Wirksamkeit dieser Methode ist umstritten, da die positiven Effekte auf die Leistungsfähigkeit weniger konsistent als bei LHTL sind.
  1. Intermittierendes Höhentraining
    Hierbei verbringen Athleten nur kurze Zeiträume in großer Höhe oder hypoxischen Umgebungen, oft kombiniert mit normalem Training auf Meereshöhe. Diese Methode kann durch den Einsatz von Hypoxiezelten oder hypoxischen Trainingsräumen erreicht werden. Die Effekte dieser Methode sind variabel und hängen stark von der individuellen Reaktion des Athleten ab. Sie wird jedoch zunehmend populär, da sie flexibel einsetzbar ist und keine langen Aufenthalte in der Höhe erfordert.
TRIATHLON MUNICH2022 EM Training & Vorbereitung / Grossglockner © SUGAR & PAIN

Wissenschaftliche Erkenntnisse zur Wirksamkeit

Die Effektivität des Höhentrainings ist ein zentrales Thema in der Sportwissenschaft. Die Ergebnisse aus Studien zeigen ein differenziertes Bild:

  1. Leistungssteigerung
    Zahlreiche Studien bestätigen, dass Höhentraining die aerobe Kapazität und die Ausdauerleistung verbessern kann. Dies ist besonders beim LHTL-Modell der Fall, das in verschiedenen Sportarten von Marathon bis Radsport erfolgreich angewendet wurde. Die Verbesserung der VO2max und der damit verbundenen Ausdauerleistung ist einer der am besten dokumentierten Vorteile.
  1. Individuelle Variabilität
    Die Reaktionen auf Höhentraining sind individuell sehr unterschiedlich. Während einige Athleten signifikante Leistungssteigerungen erfahren, zeigen andere wenig bis keine Verbesserung. Dies hängt von genetischen Faktoren, der Ausgangsfitness und der spezifischen Anpassungsfähigkeit an die Höhe ab. Studien legen nahe, dass genetische Marker identifiziert werden könnten, die vorhersagen, wer am meisten von Höhentraining profitiert.
  1. Risiken und Nebenwirkungen
    Ein zu langer oder zu intensiver Aufenthalt in der Höhe kann negative Effekte wie Übertraining, Immunsuppression oder Eisenmangel hervorrufen. Eisenmangel kann besonders problematisch sein, da die gesteigerte Produktion von roten Blutkörperchen den Eisenbedarf des Körpers erhöht. Auch die psychische Belastung durch das Leben in großer Höhe, verbunden mit Schlafproblemen und allgemeinem Unwohlsein, darf nicht unterschätzt werden.
SUGAR & PAIN TRI CAMP #CH20 – Das Triathlon Traningslager im Chiemgau 2020 / Spektakuläre Trail Runs durch die Chiemgauer Voralpen © SUGAR & PAIN / Adobe Stock

Neueste Entwicklungen und Technologien

In den letzten Jahren hat die Forschung zu Höhentraining einige interessante Entwicklungen hervorgebracht:

  1. Hypoxiezelte und künstliche Höhenkammern
    Diese Technologien ermöglichen es Athleten, Höhentraining unabhängig von der geografischen Lage durchzuführen. Hypoxiezelte simulieren die Bedingungen großer Höhe durch eine Reduktion des Sauerstoffgehalts in der Atemluft. Dies erlaubt es Athleten, im Alltag auf Meereshöhe zu leben und dennoch die Vorteile des Höhentrainings zu nutzen. Studien zeigen, dass diese Methoden vergleichbare Effekte auf die Leistungsfähigkeit haben können wie herkömmliches Höhentraining, wenn sie korrekt angewendet werden.
  1. Kombination mit anderen Trainingsmethoden
    Aktuelle Forschungen untersuchen, wie Höhentraining mit anderen Trainingsmethoden, wie hochintensivem Intervalltraining (HIIT), kombiniert werden kann, um die Trainingseffekte weiter zu maximieren. Diese Kombinationen könnten es ermöglichen, spezifische Anpassungen noch gezielter zu fördern. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine solche Kombination besonders effektiv sein könnte, um die anaerobe Kapazität und die Laktattoleranz zu verbessern.

Fazit

Höhentraining bleibt eine wertvolle Methode im Ausdauersport, insbesondere wenn es um die Verbesserung der aeroben Kapazität und der Ausdauerleistung geht. Das LHTL-Modell hat sich als besonders effektiv erwiesen, während andere Methoden wie LLTH und intermittierendes Höhentraining je nach individueller Anpassungsfähigkeit des Athleten ebenfalls Vorteile bieten können. Neuere Technologien und Kombinationen von Trainingsmethoden erweitern die Möglichkeiten, die Vorteile des Höhentrainings zu nutzen.

Es bleibt jedoch wichtig, die individuellen Unterschiede und potenziellen Risiken zu berücksichtigen, um sicherzustellen, dass Höhentraining optimal und sicher angewendet wird. Die laufende Forschung in diesem Bereich verspricht, weiterhin wertvolle Erkenntnisse zu liefern, die dazu beitragen können, Höhentraining noch effektiver zu gestalten.

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  1. Wilber, R. L. (2007). „Altitude Training and Athletic Performance“
    Dieses Buch bietet einen umfassenden Überblick über die physiologischen Anpassungen an das Höhentraining und deren Auswirkungen auf die sportliche Leistung.
  2. Bonetti, D. L., & Hopkins, W. G. (2009). „Sea-level exercise performance following adaptation to hypoxia: a meta-analysis“ in Sports Medicine
    Diese Meta-Analyse untersucht, wie sich das Höhentraining auf die Leistungsfähigkeit auf Meereshöhe auswirkt, einschließlich einer Übersicht über die Wirkmechanismen.
  3. „Gore, C. J., & Hopkins, W. G. (2005). „Counterpoint: Positive effects of intermittent hypoxia (live high-train low) on exercise performance are not mediated primarily by augmented red cell volume“ in Journal of Applied Physiology
    Dieser Artikel diskutiert die Wirkungen der „Live high, train low“-Strategie und deren Effekte auf die Ausdauerleistung, wobei auch nicht-hämatologische Anpassungen untersucht werden.
  4. Levine, B. D., & Stray-Gundersen, J. (1997). „Living high-training low: effect of moderate-altitude acclimatization with low-altitude training on performance“ in Journal of Applied Physiology
    Ein wegweisender Artikel, der die Effekte des „Live high, train low“-Ansatzes detailliert beschreibt und wie dieser die sportliche Leistung verbessert.
  5. Saunders, P. U., Telford, R. D., Pyne, D. B., Cunningham, R. B., Gore, C. J., & Hahn, A. G. (2004). „Improved running economy in elite runners after 20 days of simulated moderate-altitude exposure“ in Journal of Applied Physiology
    Diese Studie zeigt, wie sich eine moderate Höhenexposition auf die Laufökonomie und die Leistung von Spitzensportlern auswirkt.

Ausdauersport erfordert eine außergewöhnliche Leistungsfähigkeit, die unter anderem durch die Laktatbildungsrate VLa max bestimmt werden kann. Im Triathlon gilt dies umso mehr mit den drei Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen, die nahtlos aneinander gefügt werden. Das Training ist sehr komplex und unterscheidet sich wesentlich vom Spezialtraining der Einzeldisziplinen. Die Maximierung der Leistung in jeder dieser Disziplinen und die Fähigkeit, effizient zwischen ihnen zu wechseln, sind entscheidend für den Erfolg eines Triathleten. VLamax, die maximale Laktatbildungsrate, spielt eine wichtige Rolle in der Leistungsentwicklung und Leistungsdiagnostik im Triathlon und steht in engem Zusammenhang mit anderen physiologischen Faktoren, wie unter anderem der VO2 max, der anaeroben Kapazität oder der glykolytischen Rate.

Was ist die VLa max?

Die VLa max bezeichnet die maximale Geschwindigkeit, mit der ein Athlet Laktat produziert. Laktat entsteht während intensiver körperlicher Aktivität, wenn der Energiebedarf der Muskeln die Sauerstoffversorgung übersteigt. Durch die Messung von VLa max kann die Fähigkeit des Athleten, Laktat zu produzieren, quantifiziert werden, was Aufschluss über seinen anaeroben Stoffwechsel und seine tatsächliche Leistungsfähigkeit gibt.

Laktat spielt eine Schlüsselrolle bei der Regulation des menschlichen Stoffwechsels, obwohl es noch immer eine große Unbekannte ist. Es entsteht als Nebenprodukt der Glukoseverwertung in den Muskelzellen. Die Laktatproduktion steigt mit dem Glukosefluss in der Zelle, unabhängig von der Sauerstoffverfügbarkeit. Über viele Jahre hinweg hat man angenommen, dass Laktat lediglich ein Abfallprodukt der anaeroben Glykolyse darstellt. In den 80er-Jahren wurde sogar angenommen, dass Laktat nach dem Training kristallisiert, was zu Muskelkater führt. Heute wissen wir mehr, allerdings dank dieser falschen Annahme.

TRAINING Leistungsdiagnostik Laktatmessung © SUGAR & PAIN, AdobeStock Photo

Was wir über Laktat wissen?

Wir wissen heute, dass Laktat auch unter aeroben Bedingungen gebildet werden kann und dass die Laktatproduktion das Ergebnis der Glukoseverwertung durch die Muskelzellen unter aeroben und anaeroben Bedingungen ist. Ebenso wissen wir, dass Laktat von den Muskelzellen auch als Energieträger genutzt werden und wie ein Turbo wirken kann.

Laktat ist kein Abfallprodukt, sondern die wichtigste glukoneogene Vorstufe im Körper. Etwa 30 Prozent der während des Trainings verbrauchten Glukose stammen aus dem Recycling von Laktat zu Glukose. Laktat ist auch ein wichtiger Regulator des Intermediärstoffwechsels, der die Substratverwertung reguliert. Es hemmt somit den Abbau von Fett zu Energiezwecken (Lipolyse) und verlangsamt die Geschwindigkeit, mit der die Zellen Glukose verarbeiten (Glukolyse). Entscheidend ist also die optimale Laktat-Balance im Energiestoffwechsel.

Des Weiteren spielt Laktat eine entscheidende Rolle für unser Gehirn, da es der Hauptbrennstoff für Neuronen ist und für das Langzeitgedächtnis unerlässlich ist. Möglicherweise spielt es sogar eine Rolle bei der Alzheimer-Krankheit. Einige Studien zeigen, dass die Unterdrückung der Laktataufnahme durch die Neuronen das Langzeitgedächtnis beeinträchtigt.

Laktat ist nicht nur ein Zwischenprodukt bei anaerober körperlicher Betätigung, sondern auch ein wichtiger Brennstoff und Regulator des Stoffwechsels. Es könnte zudem ein möglicher Auslöser verschiedener chronischer Krankheiten sein. Die Laktatwerte im Blut von Menschen mit Typ-2-Diabetes sind zwei- bis dreimal höher als bei gesunden, körperlich aktiven Menschen. Laktat könnte also auch bei einigen chronischen Stoffwechselerkrankungen eine Rolle spielen. Von Krebszellen ist bekannt, dass sie einen gestörten Stoffwechsel haben. Es wird einfach zu viel Glukose aerob verwertet (Warburg-Effekt), wobei große Mengen Laktat entstehen. Dies könnte wiederum zum Wachstum und Fortschreiten eines Tumors beitragen.

Die Bedeutung der VLa max im Triathlon und Ausdauersport

Für Triathleten ist die VLa max besonders relevant, da diese Sportart eine Kombination aus konstanter Ausdauerbelastung plus hoher Intensität darstellt. Ein hoher VLa max-Wert weist auf eine zügige Laktatproduktion hin, was bedeutet, dass der Athlet bei intensiven Belastungen schnell auf anaerobe Energiegewinnung umschaltet. Dies kann besonders in Disziplinen wie Radfahren und Laufen von Vorteil sein, in denen kurze, intensive Momente über Sieg oder Niederlage entscheiden können. Im Triathlon möchte man das weniger je länger die Distanzen oder die Dauer eines Wettkampfes werden.

Darum ist es auch wichtig, die aerobe Leistungsfähigkeit zu steigern, um die Ausdauer und Intensität über längere Distanzen konstant aufrecht zu erhalten. Athleten mit einem niedrigeren VLa max-Wert können eine höhere aerobe Kapazität haben, die es ihnen ermöglicht, länger im submaximalen Bereich zu arbeiten, bevor sie anaerob werden und die Ermüdung einsetzt. Das hat Vorteile.

Klodian Mitri profitiert im Energy Lab während der IRONMAN World Championships HAWAII 2018, Kailua Kona von unserem Laufseminar © Klodian Mitri for SUGAR & PAIN

Zusammenhang VLa max, VO2 max und andere Leistungsfaktoren

Im Triathlon sind VLa max, die anaerobe Schwelle und VO2 max eng miteinander verbunden. Eine höhere VO2 max zeigt die Fähigkeit des Körpers an, Sauerstoff effizient aufzunehmen und zu verwerten, was besonders beim Schwimmen und Laufen wichtig ist. Athleten mit einer höheren VLa max können auch eine höhere VO2 max aufweisen, da beide Faktoren auf eine verbesserte Fähigkeit des Körpers hinweisen und unter hoher Belastung effizient zu arbeiten. Der Fokus liegt bei langen Ausdauerleistungen mehr auf der VO2 max, die VLa max wird um so bedeutender, je kürzer und intensiver die erforderliche Leistungsfähigkeit ist.

Die anaerobe Schwelle ist ein weiterer wichtiger Faktor im Triathlon, da sie den Punkt markiert, an dem die Ermüdung durch die Anhäufung von Laktat im Blut ansteigt. Athleten mit einem höheren VLa max-Wert haben in der Regel auch eine höhere anaerobe Schwelle, was bedeutet, dass sie länger im aeroben Bereich trainieren können, bevor sie auf anaerobe Energie umsteigen müssen. Athleten mit einem höheren VO2 max-Wert haben in der Regel auch eine etwas niedrigere anaerobe Schwelle, können allerdings länger Leistung auf diesem hohen Niveau erbringen.

Anwendung der VLa max im Training von Triathleten

Die Bestimmung des VLa max-Wertes kann Triathleten entscheidende Informationen zur Optimierung ihres Trainings liefern. Durch gezielte Trainingmethoden kann versucht werden, den VLa max-Wert zu optimieren, um die Leistungsfähigkeit in allen Disziplinen des Triathlons zu verbessern. Ein niedrigerer VLa max-Wert kann z.B. durch längere, moderat intensive Trainingseinheiten erreicht werden, während ein höherer VLa max-Wert durch hochintensives Intervalltraining gefördert werden kann. Allerdings wird auch die VO2 max durch diese Trainingsmethodiken verbessert. Entscheidend ist somit eine angepasst Trainingsstuerung in Abhängigkeit vom geplanten Ziel.

Trainingspläne sollten individuell auf die spezifischen Bedürfnisse und Ziele des Athleten abgestimmt sein. Der VLa max-Wert dient als wichtiger Indikator, um den richtigen Umfang und die richtige Intensität zu berücksichtigen. Durch eine gezielte Verbesserung des VLa max-Wertes kann der Triathlet seine Leistungsfähigkeit in allen Disziplinen maximieren und seine Wettkampfleistung optimieren.

FAZIT

Die VLa max spielt neben der VO2 max und weiteren Leistungsfaktoren eine entscheidende Rolle in der Leistungsentwicklung und -diagnostik im Ausdauersport und im Triathlon ganz besonders. Als Maß für die maximale Laktatbildungsrate liefert die VLa max wichtige Informationen über den anaeroben Stoffwechsel und die Leistungsfähigkeit eines Athleten. Durch die gezielte Optimierung des VLa max-Wertes können Triathleten ihre aerobe und anaerobe Leistungsfähigkeit verbessern und ihre Chancen auf sportlichen Erfolg im Triathlon, Marathon, Radsport oder anderen Ausdauersport wesentlich erhöhen.

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QUELLEN
  • Gastin, P. B. (2001). Energy system interaction and relative contribution during maximal exercise. Sports Medicine, 31(10), 725-741.
  • Billat, V. L., Morton, R. H., & Koralsztein, J. P. (2000). The use of VO2max inflection point in running training prescription. Journal of Sports Medicine and Physical Fitness, 40(2), 106-112.
  • Faude, O., Kindermann, W., & Meyer, T. (2009). Lactate threshold concepts. Sports Medicine, 39(6), 469-490.
  • Joyner, M. J., & Coyle, E. F. (2008). Endurance exercise performance: the physiology of champions. The Journal of Physiology, 586(1), 35-44.
  • Bassett, D. R., & Howley, E. T. (2000). Limiting factors for maximum oxygen uptake and determinants of endurance performance. Medicine and Science in Sports and Exercise, 32(1), 70-84.
  • Beaver, W. L., Wasserman, K., & Whipp, B. J. (1986). A new method for detecting anaerobic threshold by gas exchange. Journal of Applied Physiology, 60(6), 2020-2027.
  • Brooks, G. A. (1998). Mammalian fuel utilization during sustained exercise. Comparative Biochemistry and Physiology Part B: Biochemistry and Molecular Biology, 120(1), 89-107.
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  • torwaiphoto / AdobeStock
  • Klodian „Gossling“

Ein gut strukturiertes Training mit Intervallen und einer smarten Ernährung steigern nachweislich die VO2max. Die maximale aerobe Kapazität ist ein wichtiger Parameter der persönlichen Ausdauerleistungsfähigkeit. Eine höhere VO2max verbessert viele weitere Stoffwechselprozesse im Körper wie die Energiegewinnung und den Energieverbrauch. Das bedeutet somit ebenso einen besseren Fettstoffwechsel und damit niedrigeren Kohlenhydratverbrauch. Ein wesentlicher Vorteil in Rennen über längere Distanzen. Es braucht weniger Verpflegung. Im zweiten Teil unserer Serie erfährst Du, wie Du die VO2max optimal trainieren und Fehler vermeiden kannst.

Die Sauerstoffaufnahme steuert alle wichtigen Stoffwechselprozesse der Energiegewinnung. Ohne ausreichend verfügbaren Sauerstoff kann aus Fett und Kohlenhydraten dauerhafte keine Energie für Muskelarbeit erzeugt werden. Durch die Ermittlung der maximalen aeroben Kapazität erfahren wir, wie gut das funktioniert: Je höher der VO2max-Wert, desto besser. Gemessen wir das durch Spiroergometrie in Milliliter (Sauerstoff) pro Minute. Es geht dabei allerdings nicht um die maximal aufgenommen Sauerstoffmenge der Lunge durch die Atmung. Vielmehr geht es um die Menge an Sauerstoff, die das Herz-Kreislauf-System letztendlich aus der Lunge aufnehmen kann und dann auch in den Zellen ankommt.

Vor allem hochintensive Intervalle im Beriech 90-95% HFmax oder Sweetspottraining kombiniert mit einer smarten Ernährung wirken sich besonders günstig auf die Entwicklung der maximalen aeroben Kapazität aus. Dennoch sollte der Anteil des Tempotrainings mit 90-100% VO2max nur 10-20% des gesamten Trainingsumfangs betragen. 90-80% sind dem aeroben Fettstoffwechseltraining zu widmen. Ohne einer guten Grundlagenausdauer und Teil einer insgesamt strukturierten und individuell angepassten Trainingsplanung zu sein, sollte hochintensives Schnelligkeitstraining jedoch nicht durchgeführt werden.

Starke Argumente dafür, diesen Weg konsequent zu gehen. Wird das Training jedoch wieder vernachlässigt, kehrt die maximale aerobe Kapazität in einigen Monaten wieder fast auf den Ausgangswert zurück. Allerdings können sich auch nur Kleinigkeiten auf eine positive Entwicklung der VO2max auswirken oder diese hemmen.

VO2max: Richtig trainieren und Fehler vermeiden / TTL © photo: AdobeStock_213329914x1200

WELCHE FAKTOREN BEEINFLUSSEN DIE VO2MAX POSITIV?

Für eine Verbesserung der VO2max ist eine gut funktionierende Zusammenarbeit aller am Energiestoffwechsel beteiligten Organe wichtig: der Muskulatur, des Zentralnervensystems und Herz-Kreislauf-System sowie der Lunge und Sauerstofftransportkapazität des Blutes.

Das Blut ist als Transportmittel des Sauerstoffs ein bedeutender Faktor. Es ist dafür verantwortlich, wie viel Sauerstoff in welcher Zeit die Muskeln erreicht. Die Schlüsselfunktion dabei sind der Mineralstoff Eisen und die Eiweißverbindung Hämoglobin. Sie sind in den roten Blutkörperchen enthalten, geben ihnen die Farbe und binden den Sauerstoff für den Transport von der Lunge zu den Verbrauchern.

Eine eisen- und eiweißreiche Ernährung ist im Ausdauersport darum essenziell. Eisen ist besonders in grünen Gemüsesorten enthalten wie Kohl oder Beete. Optimale Proteinversorger sind Fisch, Geflügel, manche Hülsenfrüchte und Nüsse. Je natürlicher und unverarbeiteter umso hochwertiger, denn die Makronährstoffe alle liefern viele weitere wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente für sämtliche Stoffwechselprozesse. Je mehr rote Blutkörperchen das Blut enthält, desto größer ist seine Kapazität, Sauerstoff zu transportieren und den aeroben Stoffwechsel aufrechtzuerhalten.

Ein zweiter Faktor ist die Blutmenge, die mit jedem Herzschlag bewegt durch die Blutgefäße gepumpt wird. Sie hat einen Einfluss auf die Transportkapazität. Je mehr Blut in Bewegung ist, umso mehr Sauerstoff kann es schneller von der Lunge zur Muskulatur transportieren und Kohlendioxid abtransportieren. Von Vorteil ist somit auch ein hohes Herzminutenvolumen. Es ist die Menge an Blut, die das Herz pro Minute durch den Blutkreislauf pumpen kann. Sie kann über eine gut abgestimmte Ernährung und durch fokussiertes Ausdauertraining erhöht werden.

Für einen schnelleren Transport des Sauerstoffs ist auch eine hohe Fließgeschwindigkeit des Blutes vorteilhaft. Das kann durch eine optimale Flüssigkeitsaufnahme und ein richtiges Trinkverhalten ermöglicht werden. Neben eines schnellen Sauerstofftransports und einer besseren Energieversorgung ist das auch für die Gesundheit nachhaltiger. Ein leichterer Blutfluss durch einen höheren Wasseranteil im Blut vermeidet Bluthochdruck. Herz und Gefäße werden weniger belastet und es kann mehr Blut schneller und müheloser während intensiver Anstrengung durch den Körper gepumpt werden. Plötzliche ansteigende körperliche Belastung können zudem leichter durch eine Regulierung der Herzfrequenz ausgeglichen werden.

Der letzte Faktor ist natürlich eine gute Leistungsfähigkeit der Muskulatur. Eine strukturierte Trainingsplanung verbessert das Verhältnis der verschiedenen Muskeltypen, deren Kapillarisierung und die Rekrutierung der Mitochondrien. Die Fähigkeit der Mitochondrien, den Sauerstoff effizient zu nutzen, um Energie zu erzeugen, kann durch eine optimal angepasste Trainingsmethodik und eine smart abgestimmte Ernährung gesteigert werden. Vor allem das Fettstoffwechseltraining mit protein- und fettreicher Ernährung kombiniert, steigert die Effizienz der Zellkraftwerke und erhöht auch deren Anzahl. Das führt zu einer deutlichen Verbesserung der aeroben Kapazität und des Energiestoffwechsels der Muskelzellen.

Das Resultat ist eine messbar bessere Grundlagenausdauer, die Voraussetzung für mehr Leistung. Nutzen untrainierte Menschen lediglich 65 % des Fettstoffwechsels zur Energiegewinnung, können richtig trainierte Personen Werte von 87 % und mehr erreichen. Der dadurch geringere Verbrauch an Kohlenhydraten bei gleichzeitig höherer Leistungsfähigkeit und langsamerer Entleerung der Speicher ist gravierend.

VO2max: Richtig trainieren und Fehler vermeiden / TTL © photo: AdobeStock_120654806x1200

FAZIT

Neben einer gut strukturierten Trainingsplanung steckt besonders in der Ernährung großes Potenzial für die Verbesserung der maximalen aeroben Kapazität. Wohl dosiertes, hochintensives Intervalltraining und eine angepasste Verpflegung im Alltag und Training wirken sich besonders positiv auf die VO2max aus. Es ist deshalb entscheidend, sämtliche am Stoffwechsel der Ausdauerleistungsfähigkeit beteiligten Faktoren für ein effektives Training und den bestmöglichen Erfolg einzubeziehen. Kleinigkeiten können der Unterschied ausmachen.

Erfahre im dritten Teil, wie Du die VO2max optimal trainieren und mehr aus deinem Training rausholen kannst.

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QUELLEN

https://www.iat.uni-leipzig.de/datenbanken/iks/sponet/Record/4036290
https://de.wikipedia.org/wiki/Oskar_Svendsen
https://flexikon.doccheck.com/de/Energiestoffwechsel
https://www.iat.uni-leipzig.de/datenbanken/iks/sponet/Record/1870
https://www.iat.uni-leipzig.de/datenbanken/iks/sponet/Record/4077920
http://www.gesundheits-lexikon.com/Ernaehrung-Diaeten/Sport-und-Ernaehrung/Energiestoffwechsel.html
https://www.foodspring.de/magazine/energiebereitstellung
https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/kreatin/37295
http://www.gesundheits-lexikon.com/Labormedizin-Labordiagnostik/Sonstiges/Lactat.html
http://www.gesundheits-lexikon.com/Ernaehrung-Diaeten/Sport-und-Ernaehrung/Energiestoffwechsel.html
Dr. Kurt A. Moosburger (1994): Die Muskuläre Energiebereitstellung im Sport. In: Sportmagazin Jan. 1995.


Ausdauersport erfordert eine außergewöhnliche Leistungsfähigkeit, die unter anderem durch die Laktatbildungsrate VLa max bestimmt werden kann. Im Triathlon gilt dies umso mehr mit den drei Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen, die nahtlos aneinander gefügt werden. Das Training ist sehr komplex und unterscheidet sich wesentlich vom Spezialtraining der Einzeldisziplinen. Die Maximierung der Leistung in jeder dieser Disziplinen und die Fähigkeit, effizient zwischen ihnen zu wechseln, sind entscheidend für den Erfolg eines Triathleten. VLamax, die maximale Laktatbildungsrate, spielt eine wichtige Rolle in der Leistungsentwicklung und Leistungsdiagnostik im Triathlon und steht in engem Zusammenhang mit anderen physiologischen Faktoren, wie unter anderem der VO2 max, der anaeroben Kapazität oder der glykolytischen Rate.

Was ist die VLa max?

Die VLa max bezeichnet die maximale Geschwindigkeit, mit der ein Athlet Laktat produziert. Laktat entsteht während intensiver körperlicher Aktivität, wenn der Energiebedarf der Muskeln die Sauerstoffversorgung übersteigt. Durch die Messung von VLa max kann die Fähigkeit des Athleten, Laktat zu produzieren, quantifiziert werden, was Aufschluss über seinen anaeroben Stoffwechsel und seine tatsächliche Leistungsfähigkeit gibt.

Laktat spielt eine Schlüsselrolle bei der Regulation des menschlichen Stoffwechsels, obwohl es noch immer eine große Unbekannte ist. Es entsteht als Nebenprodukt der Glukoseverwertung in den Muskelzellen. Die Laktatproduktion steigt mit dem Glukosefluss in der Zelle, unabhängig von der Sauerstoffverfügbarkeit. Über viele Jahre hinweg hat man angenommen, dass Laktat lediglich ein Abfallprodukt der anaeroben Glykolyse darstellt. In den 80er-Jahren wurde sogar angenommen, dass Laktat nach dem Training kristallisiert, was zu Muskelkater führt. Heute wissen wir mehr, allerdings dank dieser falschen Annahme.

TRAINING Leistungsdiagnostik Laktatmessung © SUGAR & PAIN, AdobeStock Photo

Was wir über Laktat wissen?

Wir wissen heute, dass Laktat auch unter aeroben Bedingungen gebildet werden kann und dass die Laktatproduktion das Ergebnis der Glukoseverwertung durch die Muskelzellen unter aeroben und anaeroben Bedingungen ist. Ebenso wissen wir, dass Laktat von den Muskelzellen auch als Energieträger genutzt werden und wie ein Turbo wirken kann.

Laktat ist kein Abfallprodukt, sondern die wichtigste glukoneogene Vorstufe im Körper. Etwa 30 Prozent der während des Trainings verbrauchten Glukose stammen aus dem Recycling von Laktat zu Glukose. Laktat ist auch ein wichtiger Regulator des Intermediärstoffwechsels, der die Substratverwertung reguliert. Es hemmt somit den Abbau von Fett zu Energiezwecken (Lipolyse) und verlangsamt die Geschwindigkeit, mit der die Zellen Glukose verarbeiten (Glukolyse). Entscheidend ist also die optimale Laktat-Balance im Energiestoffwechsel.

Des Weiteren spielt Laktat eine entscheidende Rolle für unser Gehirn, da es der Hauptbrennstoff für Neuronen ist und für das Langzeitgedächtnis unerlässlich ist. Möglicherweise spielt es sogar eine Rolle bei der Alzheimer-Krankheit. Einige Studien zeigen, dass die Unterdrückung der Laktataufnahme durch die Neuronen das Langzeitgedächtnis beeinträchtigt.

Laktat ist nicht nur ein Zwischenprodukt bei anaerober körperlicher Betätigung, sondern auch ein wichtiger Brennstoff und Regulator des Stoffwechsels. Es könnte zudem ein möglicher Auslöser verschiedener chronischer Krankheiten sein. Die Laktatwerte im Blut von Menschen mit Typ-2-Diabetes sind zwei- bis dreimal höher als bei gesunden, körperlich aktiven Menschen. Laktat könnte also auch bei einigen chronischen Stoffwechselerkrankungen eine Rolle spielen. Von Krebszellen ist bekannt, dass sie einen gestörten Stoffwechsel haben. Es wird einfach zu viel Glukose aerob verwertet (Warburg-Effekt), wobei große Mengen Laktat entstehen. Dies könnte wiederum zum Wachstum und Fortschreiten eines Tumors beitragen.

Die Bedeutung der VLa max im Triathlon und Ausdauersport

Für Triathleten ist die VLa max besonders relevant, da diese Sportart eine Kombination aus konstanter Ausdauerbelastung plus hoher Intensität darstellt. Ein hoher VLa max-Wert weist auf eine zügige Laktatproduktion hin, was bedeutet, dass der Athlet bei intensiven Belastungen schnell auf anaerobe Energiegewinnung umschaltet. Dies kann besonders in Disziplinen wie Radfahren und Laufen von Vorteil sein, in denen kurze, intensive Momente über Sieg oder Niederlage entscheiden können. Im Triathlon möchte man das weniger je länger die Distanzen oder die Dauer eines Wettkampfes werden.

Darum ist es auch wichtig, die aerobe Leistungsfähigkeit zu steigern, um die Ausdauer und Intensität über längere Distanzen konstant aufrecht zu erhalten. Athleten mit einem niedrigeren VLa max-Wert können eine höhere aerobe Kapazität haben, die es ihnen ermöglicht, länger im submaximalen Bereich zu arbeiten, bevor sie anaerob werden und die Ermüdung einsetzt. Das hat Vorteile.

Klodian Mitri profitiert im Energy Lab während der IRONMAN World Championships HAWAII 2018, Kailua Kona von unserem Laufseminar © Klodian Mitri for SUGAR & PAIN

Zusammenhang VLa max, VO2 max und andere Leistungsfaktoren

Im Triathlon sind VLa max, die anaerobe Schwelle und VO2 max eng miteinander verbunden. Eine höhere VO2 max zeigt die Fähigkeit des Körpers an, Sauerstoff effizient aufzunehmen und zu verwerten, was besonders beim Schwimmen und Laufen wichtig ist. Athleten mit einer höheren VLa max können auch eine höhere VO2 max aufweisen, da beide Faktoren auf eine verbesserte Fähigkeit des Körpers hinweisen und unter hoher Belastung effizient zu arbeiten. Der Fokus liegt bei langen Ausdauerleistungen mehr auf der VO2 max, die VLa max wird um so bedeutender, je kürzer und intensiver die erforderliche Leistungsfähigkeit ist.

Die anaerobe Schwelle ist ein weiterer wichtiger Faktor im Triathlon, da sie den Punkt markiert, an dem die Ermüdung durch die Anhäufung von Laktat im Blut ansteigt. Athleten mit einem höheren VLa max-Wert haben in der Regel auch eine höhere anaerobe Schwelle, was bedeutet, dass sie länger im aeroben Bereich trainieren können, bevor sie auf anaerobe Energie umsteigen müssen. Athleten mit einem höheren VO2 max-Wert haben in der Regel auch eine etwas niedrigere anaerobe Schwelle, können allerdings länger Leistung auf diesem hohen Niveau erbringen.

Anwendung der VLa max im Training von Triathleten

Die Bestimmung des VLa max-Wertes kann Triathleten entscheidende Informationen zur Optimierung ihres Trainings liefern. Durch gezielte Trainingmethoden kann versucht werden, den VLa max-Wert zu optimieren, um die Leistungsfähigkeit in allen Disziplinen des Triathlons zu verbessern. Ein niedrigerer VLa max-Wert kann z.B. durch längere, moderat intensive Trainingseinheiten erreicht werden, während ein höherer VLa max-Wert durch hochintensives Intervalltraining gefördert werden kann. Allerdings wird auch die VO2 max durch diese Trainingsmethodiken verbessert. Entscheidend ist somit eine angepasst Trainingsstuerung in Abhängigkeit vom geplanten Ziel.

Trainingspläne sollten individuell auf die spezifischen Bedürfnisse und Ziele des Athleten abgestimmt sein. Der VLa max-Wert dient als wichtiger Indikator, um den richtigen Umfang und die richtige Intensität zu berücksichtigen. Durch eine gezielte Verbesserung des VLa max-Wertes kann der Triathlet seine Leistungsfähigkeit in allen Disziplinen maximieren und seine Wettkampfleistung optimieren.

FAZIT

Die VLa max spielt neben der VO2 max und weiteren Leistungsfaktoren eine entscheidende Rolle in der Leistungsentwicklung und -diagnostik im Ausdauersport und im Triathlon ganz besonders. Als Maß für die maximale Laktatbildungsrate liefert die VLa max wichtige Informationen über den anaeroben Stoffwechsel und die Leistungsfähigkeit eines Athleten. Durch die gezielte Optimierung des VLa max-Wertes können Triathleten ihre aerobe und anaerobe Leistungsfähigkeit verbessern und ihre Chancen auf sportlichen Erfolg im Triathlon, Marathon, Radsport oder anderen Ausdauersport wesentlich erhöhen.

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QUELLEN
  • Gastin, P. B. (2001). Energy system interaction and relative contribution during maximal exercise. Sports Medicine, 31(10), 725-741.
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Die VO2 max ist der Schlüssel wenn’s um die persönliche Leistungsfähigkeit geht, denn die aerobe Kapazität ist keine unveränderbare Grenze. Durch strukturierte Trainingsplanung mit hochintensiven Intervallen lässt sich die VO2 max deutlich steigern und dadurch länger auf einem hohen Leistungsniveau fahren. Warum die VO2 max ein wichtiger Indikator ist und wie Du sie optimal trainierst, erfährst Du in unserem Beitrag …

Die maximale aerobe Kapazität, kurz VO2 max ist der Wert der maximalen Menge an Sauerstoff, die der Körper während maximaler Ausbelastung effektiv in einer Minute umsetzen kann. Und zwar nicht die Menge der eingeatmeten Luft, sondern die während des aeroben Stoffwechsels in deinen Muskeln ankommt. Ausgegeben wird der VO2 max -Wert in Milliliter Sauerstoff pro Minute, ml/min.

Die aerobe Kapazität kann in einem Labor wie an der TU München über eine Leistungsdiagnostik auf dem Fahrrad oder auf dem Laufband ermittelt werden. Auf dem Ergometer werden durch Spiroergometrie die Atemgase mithilfe analysiert und weitere Leistungsfaktoren wie Herzfrequenz (kontinuierliches EKG), Trittfrequenz und tatsächlich erbrachte Leistung (P) gemessen.

VO2max: Wichtigster Indikator der Leistungsfähigkeit im Radsport / Mountain ©  photo: OneAndAHalf / graphic: STEREOGRAPHIC

DIE MESSUNG DER VO2 max IM LABOR

Durch die Atmung in eine Atemmaske während konstant ansteigender Belastungsintensität werden Veränderungen der Atemrate (RR), der Atemintensität sowie des Atemvolumens (V) der eingeatmeten Sauerstoffmenge (O2) und ausgeatmeten Kohlendioxidmenge (CO2) pro Minute gemessen. Das Belastungsprotokoll erfolgt mittels eines Rampentests nach Scharhag-Rosenberger (et al., 2011) mit einer Einstiegsleistung von 25 W/min und gleichmäßigen Belastungsteigerung von 25 W/min.

Im Ergebnis erhält man anhand der Wasserman-9-Felder-Grafik neben den ventilatorischen Schwellen (VT1,2) und vielen Werten und Kurven, die VO2 max und vor allem wertvolle Erkenntnisse über das Zustandekommen der Leistung im Belastungsverlauf und die Art der Energiegewinnung, kurzum der Fettverbrennung und Kohlenhydratverbrennung.

DIE ANAEROBE ENERGIEGEWINNUNG

Während sportlicher Aktivität verbraucht dein Körper viel Energie für sämtliche Stoffwechselprozesse. Die meiste Energie wird für die Muskelarbeit gebraucht. Mit zunehmender Dauer und Intensität des Trainings verbrauchen die Muskeln immer mehr Sauerstoff für den aeroben Stoffwechsel. Adenosintriphosphat (ATP) ist der Energieträger für jegliche Form der Muskelarbeit.

Es gibt einen kleinen ATP-Speicher in den Muskelzellen, um den Mitochondrien auch ohne Sauerstoff schnell zur Verfügung zu stehen, sobald der Muskel aktiviert werden muss. Die Mitochondrien sind die Kraftwerke der Muskelzellen für die Energiegewinnung. Dort wird dann aus ATP durch Abspaltung eines Phosphats das ADP (Adenosindiphosphat) eine Menge Energie produziert. 30-40% werden für die Muskelkontraktion genutzt, das meiste aber, nämlich 60-70% ist Wärme.

Der vorgehaltene Energiespeicher reicht allerdings nur für einige Sekunden. Für länger andauernde Aktivitäten braucht die Muskelzelle kontinuierlich Nachschub für die Neubildung von ATP und für Resynthase von ADP zu ATP. Dafür stehen im Körper verschiedene Energiequellen zur Verfügung.

DIE AEROBE ENERGIEGEWINNUNG

Grob erklärt, läuft die Energiegewinnung am Anfang jeder intensiven sportlichen Aktivität anaerob, weil das Herzkreislaufsystem die Muskulatur nicht so schnell mit Sauerstoff versorgen kann. Nach und nach springen weitere Systeme der Energiegewinnung an, allerdings nur, wenn die Aktivität länger dauert. Dafür nutzt der Körper neben der ATP-Synthese unter anderem die Kreatinkinase und die anaerobe Glykolyse. Sobald der Sauerstoff in der Muskulatur ankommt, können die aerobe Glykolyse und die Lypolyse starten, die Energiegewinnung durch Kohlenhydrat- und durch Fettverbrennung. An dem Punkt kommt die VO2 max und vor allem auch die Ernährung vor, während und nachdem Training ins Spiel. Alle Systeme der muskulären Energiegewinnung laufen mehr oder weniger gleichzeitig ab, abhängig von der Dauer und Intensität der Belastung.

Bei konstant hoher oder zunehmender Belastungsintensität kann das Herz-Kreislauf-System den Sauerstoffbedarf nicht weiterhin decken. Es kommt dadurch zu verstärkter anaerober Energiegewinnung, die ausschließlich durch Kohlenhydrate und nicht mehr durch die Fettverbrennung abgedeckt wird. Allerdings sind die Kohlenhydratspeicher begrenzt, die Fettreserven dagegen im Grund unendlich, und es entsteht Laktat während der anaeroben Glykolyse. In der Folge kann man entweder die Intensität deutlich drosseln oder es kommt zum Leistungsabbruch.

VO2max: Wichtigster Indikator der Leistungsfähigkeit im Radsport / Velodrom © photo: AboutLife

VO2 max – WICHTIGSTER INDIKATOR DER LEISTUNGSFÄHIGKEIT

Der eigene Sauerstoffbedarf pro Minute ist also der entscheidende Faktor für die persönliche Leistungsfähigkeit während intensiver Ausdauerbelastungen. Verbesserst Du deine maximale aerobe Kapazität, die VO2 max, durch gezieltes Training, so kannst Du mehr Sauerstoff in der Minute aufnehmen und die Dauer und Intensität deiner aeroben Leistungsfähigkeit wesentlich verbessern. Das bringt einige weitere positive Effekte für die Energiebereitstellung und deinen gesamten Stoffwechsel.

POSITIVE EFFEKTE DER VO2 max

Wir können anhand der VO2 max einerseits die absolute aerobe Kapazität und somit den gesamten Sauerstoffverbrauch in Litern pro Minute (l/min) messen. Ausserdem können wir auch die relative aerobe Kapazität messen. Der gesamte O2-Verbrauch in Bezug auf das Körpergewicht wird dann in Milliliter pro Kilogramm pro Minute (ml/kg/min) ausgegeben. Gerade im Radsport spielt die relative VO2 max eine große Rolle für die Messung der Leistungsentwicklung in Bezug zum FTP in Watt/kg. Im Durchschnitt liegt die relative VO2 max untrainierter Frauen zwischen 30 und 35 ml/kg/min und Männer 40-45 ml/kg/min. Werte ab 40 ml/kg/min (Frau) und 50 ml/kg/min gelten als stark überdurchschnittlich aus medizinischer Sicht. Eine VO2 max ab 50 ml/kg/min bei den Frauen und ab 60 ml/kg/min bei den Männern ist Mindestvoraussetzung für den Amateurbereich. Die Stars im Profiradsport liegen allerdings jenseits der 80 ml/kg/min.

TRAINIERBARKEIT DER VO2max

Zwar haben Alter, Geschlecht und Genetik einen bedeutenden Einfluss auf die VO2 max, dennoch kann die aerobe Kapazität nachweislich durch strukturiertes Ausdauertraining um bis zu 25 % verbessert werden. Es gibt aber noch weitere Faktoren, die Einfluss auf die VO2max und die Effizienz der Energiegewinnung haben. Ein besonders Großer ist die Energiebereitstellung. Ohne ausreichenden Nachschub an Nährstoffen für die ATP-Synthase hat der Sauerstoff auch nichts zu verbrennen. Eine adäquate hochwertige Ernährung ist für das Training und den Trainingseffekt ebenso bedeutend wie für den Wettkampf.

Die VO2 max ist aber nicht das Maß aller Dinge. So könnte ein Radsportler zwar eine niedrige aerobe Kapazität haben, aber diese wegen eines besseren FTP-Werts besser nutzen. Er hat also mehr Leistungspotenzial und kann seine aerobe Kapazität prozentual besser nutzen. Gegenüber seinen Konkurrenten mit einer höheren VO2 max aber weniger Potenzial kann er schneller oder länger auf einem hohen Leistungsniveau fahren. Das bringt vor allem am Berg besondere Vorteile, wo das Körpergewicht ein limitierender Faktor sein kann.

Es braucht darum immer mehrere Fähigkeiten, um sein Leistungspotenzial maximal nutzen zu können. Der Vorteil eines gut strukturierten VO2 max-Trainings ist, dass es viele dieser Fähigkeiten, die sich positiv auf die optimale Nutzung der Leistungsfähigkeit auswirken, gleich mitverbessert. So steigert VO2 max-Training unter anderem auch den FTP-Wert sowie die mentale Stärke oder die Widerstandsfähigkeit eines Sportlers.

VO2max: Wichtigster Indikator der Leistungsfähigkeit im Radsport / Time Trial Racing © photo: OneAndAHalf

FAZIT

Ohne der ausreichenden Mengen Sauerstoff geht im Ausdauersport kaum etwas. Je höher die aerobe Kapazität, um so besser funktioniert die Energiegewinnung. Eine Verbesserung der VO2 max durch gezielte Trainingsmaßnahmen führt nachweislich zu einer Leistungssteigerung und Verbesserung vieler weiterer Faktoren.

Du möchtest deine VO2 max nachhaltig trainieren und endlich mehr Druck auf dem Rad. Wir unterstützen Dich mit unserem sportwissenschaftlichen Know-How und mehr als 30 Jahren intensive Erfahrung im Leistungssport.

Erfahre im zweiten Teil, wie Du die VO2 max verbessern kannst und welche Faktoren sich ungünstig auf die aerobe Kapazität auswirken.

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https://flexikon.doccheck.com/de/Energiestoffwechsel
https://www.iat.uni-leipzig.de/datenbanken/iks/sponet/Record/1870
https://www.iat.uni-leipzig.de/datenbanken/iks/sponet/Record/4077920
http://www.gesundheits-lexikon.com/Ernaehrung-Diaeten/Sport-und-Ernaehrung/Energiestoffwechsel.html
https://www.foodspring.de/magazine/energiebereitstellung
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Dr. Kurt A. Moosburger (1994): Die Muskuläre Energiebereitstellung im Sport. In: Sportmagazin Jan. 1995.


Ein gut strukturiertes Training mit Intervallen und einer smarten Ernährung steigern nachweislich die VO2max. Die maximale aerobe Kapazität ist ein wichtiger Parameter der persönlichen Ausdauerleistungsfähigkeit. Eine höhere VO2max verbessert viele weitere Stoffwechselprozesse im Körper wie die Energiegewinnung und den Energieverbrauch. Das bedeutet somit ebenso einen besseren Fettstoffwechsel und damit niedrigeren Kohlenhydratverbrauch. Ein wesentlicher Vorteil in Rennen über längere Distanzen. Es braucht weniger Verpflegung. Im zweiten Teil unserer Serie erfährst Du, wie Du die VO2max optimal trainieren und Fehler vermeiden kannst.

Die Sauerstoffaufnahme steuert alle wichtigen Stoffwechselprozesse der Energiegewinnung. Ohne ausreichend verfügbaren Sauerstoff kann aus Fett und Kohlenhydraten dauerhafte keine Energie für Muskelarbeit erzeugt werden. Durch die Ermittlung der maximalen aeroben Kapazität erfahren wir, wie gut das funktioniert: Je höher der VO2max-Wert, desto besser. Gemessen wir das durch Spiroergometrie in Milliliter (Sauerstoff) pro Minute. Es geht dabei allerdings nicht um die maximal aufgenommen Sauerstoffmenge der Lunge durch die Atmung. Vielmehr geht es um die Menge an Sauerstoff, die das Herz-Kreislauf-System letztendlich aus der Lunge aufnehmen kann und dann auch in den Zellen ankommt.

Vor allem hochintensive Intervalle im Beriech 90-95% HFmax oder Sweetspottraining kombiniert mit einer smarten Ernährung wirken sich besonders günstig auf die Entwicklung der maximalen aeroben Kapazität aus. Dennoch sollte der Anteil des Tempotrainings mit 90-100% VO2max nur 10-20% des gesamten Trainingsumfangs betragen. 90-80% sind dem aeroben Fettstoffwechseltraining zu widmen. Ohne einer guten Grundlagenausdauer und Teil einer insgesamt strukturierten und individuell angepassten Trainingsplanung zu sein, sollte hochintensives Schnelligkeitstraining jedoch nicht durchgeführt werden.

Starke Argumente dafür, diesen Weg konsequent zu gehen. Wird das Training jedoch wieder vernachlässigt, kehrt die maximale aerobe Kapazität in einigen Monaten wieder fast auf den Ausgangswert zurück. Allerdings können sich auch nur Kleinigkeiten auf eine positive Entwicklung der VO2max auswirken oder diese hemmen.

VO2max: Richtig trainieren und Fehler vermeiden / TTL © photo: AdobeStock_213329914x1200

WELCHE FAKTOREN BEEINFLUSSEN DIE VO2MAX POSITIV?

Für eine Verbesserung der VO2max ist eine gut funktionierende Zusammenarbeit aller am Energiestoffwechsel beteiligten Organe wichtig: der Muskulatur, des Zentralnervensystems und Herz-Kreislauf-System sowie der Lunge und Sauerstofftransportkapazität des Blutes.

Das Blut ist als Transportmittel des Sauerstoffs ein bedeutender Faktor. Es ist dafür verantwortlich, wie viel Sauerstoff in welcher Zeit die Muskeln erreicht. Die Schlüsselfunktion dabei sind der Mineralstoff Eisen und die Eiweißverbindung Hämoglobin. Sie sind in den roten Blutkörperchen enthalten, geben ihnen die Farbe und binden den Sauerstoff für den Transport von der Lunge zu den Verbrauchern.

Eine eisen- und eiweißreiche Ernährung ist im Ausdauersport darum essenziell. Eisen ist besonders in grünen Gemüsesorten enthalten wie Kohl oder Beete. Optimale Proteinversorger sind Fisch, Geflügel, manche Hülsenfrüchte und Nüsse. Je natürlicher und unverarbeiteter umso hochwertiger, denn die Makronährstoffe alle liefern viele weitere wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente für sämtliche Stoffwechselprozesse. Je mehr rote Blutkörperchen das Blut enthält, desto größer ist seine Kapazität, Sauerstoff zu transportieren und den aeroben Stoffwechsel aufrechtzuerhalten.

Ein zweiter Faktor ist die Blutmenge, die mit jedem Herzschlag bewegt durch die Blutgefäße gepumpt wird. Sie hat einen Einfluss auf die Transportkapazität. Je mehr Blut in Bewegung ist, umso mehr Sauerstoff kann es schneller von der Lunge zur Muskulatur transportieren und Kohlendioxid abtransportieren. Von Vorteil ist somit auch ein hohes Herzminutenvolumen. Es ist die Menge an Blut, die das Herz pro Minute durch den Blutkreislauf pumpen kann. Sie kann über eine gut abgestimmte Ernährung und durch fokussiertes Ausdauertraining erhöht werden.

Für einen schnelleren Transport des Sauerstoffs ist auch eine hohe Fließgeschwindigkeit des Blutes vorteilhaft. Das kann durch eine optimale Flüssigkeitsaufnahme und ein richtiges Trinkverhalten ermöglicht werden. Neben eines schnellen Sauerstofftransports und einer besseren Energieversorgung ist das auch für die Gesundheit nachhaltiger. Ein leichterer Blutfluss durch einen höheren Wasseranteil im Blut vermeidet Bluthochdruck. Herz und Gefäße werden weniger belastet und es kann mehr Blut schneller und müheloser während intensiver Anstrengung durch den Körper gepumpt werden. Plötzliche ansteigende körperliche Belastung können zudem leichter durch eine Regulierung der Herzfrequenz ausgeglichen werden.

Der letzte Faktor ist natürlich eine gute Leistungsfähigkeit der Muskulatur. Eine strukturierte Trainingsplanung verbessert das Verhältnis der verschiedenen Muskeltypen, deren Kapillarisierung und die Rekrutierung der Mitochondrien. Die Fähigkeit der Mitochondrien, den Sauerstoff effizient zu nutzen, um Energie zu erzeugen, kann durch eine optimal angepasste Trainingsmethodik und eine smart abgestimmte Ernährung gesteigert werden. Vor allem das Fettstoffwechseltraining mit protein- und fettreicher Ernährung kombiniert, steigert die Effizienz der Zellkraftwerke und erhöht auch deren Anzahl. Das führt zu einer deutlichen Verbesserung der aeroben Kapazität und des Energiestoffwechsels der Muskelzellen.

Das Resultat ist eine messbar bessere Grundlagenausdauer, die Voraussetzung für mehr Leistung. Nutzen untrainierte Menschen lediglich 65 % des Fettstoffwechsels zur Energiegewinnung, können richtig trainierte Personen Werte von 87 % und mehr erreichen. Der dadurch geringere Verbrauch an Kohlenhydraten bei gleichzeitig höherer Leistungsfähigkeit und langsamerer Entleerung der Speicher ist gravierend.

VO2max: Richtig trainieren und Fehler vermeiden / TTL © photo: AdobeStock_120654806x1200

FAZIT

Neben einer gut strukturierten Trainingsplanung steckt besonders in der Ernährung großes Potenzial für die Verbesserung der maximalen aeroben Kapazität. Wohl dosiertes, hochintensives Intervalltraining und eine angepasste Verpflegung im Alltag und Training wirken sich besonders positiv auf die VO2max aus. Es ist deshalb entscheidend, sämtliche am Stoffwechsel der Ausdauerleistungsfähigkeit beteiligten Faktoren für ein effektives Training und den bestmöglichen Erfolg einzubeziehen. Kleinigkeiten können der Unterschied ausmachen.

Erfahre im dritten Teil, wie Du die VO2max optimal trainieren und mehr aus deinem Training rausholen kannst.

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Dr. Kurt A. Moosburger (1994): Die Muskuläre Energiebereitstellung im Sport. In: Sportmagazin Jan. 1995.