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Vor, während und nach einer Langdistanz entsteht eine wahre Bilderflut und so hat der IRONMAN Vichy 2017 in der französischen Auvergne erneut viele besondere Einblicke, einzigartige Augenblicke und emotionale Momente hinterlassen. Die intensiven Stunden im Verlaufe des Rennens erzeugen ganze Bilderwelten in den Köpfen der Triathleten, die sich mit den gefühlten Höhen und Tiefen ständig verändern aber nie greifbar werden. Am Streckenrand hingegen werden unzählige Male die Fotoapperate und Smartphones gedrückt und die visuellen Momente ohne wenn und aber eingefroren. Sie zeichnen ein Bild das nur grob vermitteln kann, was in dem Sportler in diesem Moment vorgeht und das ist manchmal vieleicht auch gut so. Es ist deshalbt um so spannender, wenn am Ende des längsten Tages des Jahres die innere Wahrnehmung des Protagonisten auf diese festgehaltenen, eingefrorenen Momente treffen und daraus eine Geschichte entsteht.

 
 

IRONMAN VICHY 2017 Die Fotostory / Die Begeisterung der Franzosen für den Triathlon entlang der Radstrecke ist grenzenlos © Kerstin Drexl

IRONMAN VICHY 2017 Die Fotostory / Die Begeisterung der Franzosen für den Triathlon entlang der Radstrecke ist grenzenlos © Kerstin Drexl


 
 
Spannend bei der gemeinesamen Auswahl der Motive für die Fotostory waren dabei die Unterschiede der Eigenwahrnehmung und Fremdwahrnehmung. Entstanden ist daraus eine interessante Bildergeschichte mit besonderen Einblicken, einzigartigen Augenblicke und emotionalen Momenten aus den vielen verschiedenen Perspektiven vor, während und nach dem Rennen. Hier ist die Fotostory meiner Triathlon Langdistanz durch die französische Auvergne vom Sonntag, 27. August 2017 aus dem Blickwinkel meiner Supporter, meiner Frau und mir.
 
 
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Die IRONMAN VICHY 2017 Fotostory

 
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Der IRONMAN VICHY 2017 Race Clip

 

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VICHY RESULTS 2017
 
 
IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / Wo sind hier die Triathleten? Hochbetrieb auf der Laufstrecke vor dem Stadion © Moritz Werner

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / Wo sind hier die Triathleten? Hochbetrieb auf der Laufstrecke vor dem Stadion © Moritz Werner


 
 
Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse des IRONMAN Vichy 2017
DER DRITTE BLOG des IRONMAN Vichy 2017 The Making Of An Ironman Triathlete
DER ZWEITE BLOG des IRONMAN Vichy 2017 The Making Of An Ironman Triathlete
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QUELLEN

Race Report 2015
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Nach knapp zehn Stunden und zehn Minuten gehe ich über die Ziellinie des IRONMAN Vichy 2017, länger unterwegs als geplant, aber mit einem erfolgreiche Finish. Der Sonntag, 27. August sollte meine schnellste Langdistanz werden und forderte stattdessen große mentale Stärke und ganze Arbeit. Das Ziel war zwischenzeitlich in weite Ferne gerückt, aber wenn du denkst es geht nicht mehr … Doch was hat meine Pläne am längsten Tag des Jahres letztendlich über den Haufen geworfen und wer ist eigentlich Dixie?
Meine Wettkampfanalyse zur Langdistanz in der Auvergne, Frankreich.

 
Morgens um vier Uhr läutet heute bereits der Wecker. Jetzt ist er da, der eine Tag, der seit acht Monaten ein sportlicher Fixstern, Teil jeder Trainingseinheit und des Alltags ist. Auf diesen Tag habe ich 240 Tage hingefiebert, mein komplettes Training ausgerichtet und meine Ernährung angepasst. Für diesen einen Sonntag, den 34. in diesem Jahr, für den 27. August und den IRONMAN Vichy 2017
 

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Kerstin Drexl

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Kerstin Drexl

 

MORGENROUTINE VOR DEM LÄNGSTEN TAG

Ich stehe auf, was folgt, ist jetzt Routine, nur wesentlich akribischer. Irgendetwas ist diesmal dennoch anders, fühlt sich anders an, ich kann es nicht beschreiben. Ist wohl Vorwettkampfnervosität? Immer noch, nach über 25 Jahren im Triathlon, eigentlich gut so. Genau das liebe ich an unserer Sportart, ein geiles Gefühl. Ich setze Wasser auf und zünde das Gas, bereite Haferflocken mit Sojamilch vor und fülle frisches Espressopulver in meine Bialetti. Es sind die selben Handgriffe seit vielen Jahren, in diesem Jahr bereits zum achten Mal. Zwischendurch fülle ich meine Trinkflaschen mit kaltem Tee und Maltodextrin, diesmal die doppelte Menge als für die Mitteldistanzen Lauingen und Erlangen. Ich trinke mein heißes Wasser, das mache ich immer, es bringt den Stoffwechsel und Kreislauf in Gang. Dann sind auch schon die Haferflocken fertig.
 

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Stefan Drexl

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Stefan Drexl

 
Ich packe alles in Ruhe zusammen, für’s Schwimmen sicherheitshalber auch den Neo, doch wahrscheinlich wird das Wasser ohnehin wärmer als 24,6 Grad sein. Ausserdem das gesamte Setup mit Verpflegung und Radschuhen für die zweite Disziplin, das Rad und den Helm habe ich bereits am Samstag Abend eingecheckt. Jetzt nur nichts vergessen. Es ist noch tiefe Nacht und dunkel draussen als ich zum Parc Omnisport du Vichy laufe, um 5:30 Uhr öffnet der Parc fermée, die Wechselzone des IRONMAN Vichy 2017 und es bleiben mir noch 1:20 Stunde bis zum Rolling Start. Im Lac d’Allier. Meine gesamten Utensilien und mein Race Outfit nimmt Kerstin im Auto mit.
 

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Kerstin Drexl

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Kerstin Drexl

 

WENN’S ARSCHERL BRUMMT, I’S HERZERL G’SUND

Nach nur zwei Kilometern im lockeren Lauftempo beginnt sich mein Magen zu melden und ich springe mal eben schnell auf eine der Designertoiletten an der Flusspromenade. Erneut, wie schon in den Tagen seit unserer Ankunft am Mittwoch, musste es wieder schnell gehen. Ich habe mir wohl auf der Anreise oder im Hotel den Magen verdorben oder einen kleinen Virus eingefangen. Meine letzten kurzen Trainingseinheiten konnte ich alle problemlos absolvieren, wenn auch etwas geschwächt, aber eine gewisse Müdigkeit ist während der Woche vor dem Wettkampf nicht aussergewöhnlich. Ich habe dem also nicht weiter große Beachtung geschenkt, schließlich war mein gesundheitliches Befinden bis zum heutigen Tag insgesamt in Ordnung.
 

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Stefan Drexl

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Stefan Drexl

 

LETZTER CHECK VOR DEM START DES IRONMAN VICHY 2017

Als ich die Wechselzone erreiche gehe ich direkt zu meinem Speedmax, das an guter Position steht und heute die Nummer 111 tragen darf. Ich pumpe gleich meine Reifen auf, mit dem neuen Mavic Scheibenrad ist das etwas tricky, und stelle den richtigen Gang ein. Die Radschuhe in die Pedale geklickt und mit Gummis waagrecht fixiert, und die kleine Werkzeugtasche mit den Kartuschen. Dann stecke ich die Trinkflaschen in die Flaschenhalter, fixiere am Lencker zwei Banana Bread und fülle meine Food Box mit Energy Gels und Salztabletten. Zuletzt richte ich noch meinen Radcomputer ein bevor ich zurück gehe und mich umziehe. Es ist Neoverbot, was zwar das Umziehen verkürzt, dafür aber das Schwimmen auch erschwert. Dann werde ich heute wohl den neuen Project X Trisuit von 2XU anziehen und somit erstmals einen Einteiler mit Ärmeln bis zum Ellbogen auf einer längeren Distanz tragen. Für die 3800 Meter im Wasser tragen ich darüber noch die 2XU Swimskin. Black in Black!
 

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Moritz Werner

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Moritz Werner

 

3800 METER SCHWIMMEN MIT ROLLING START

Gemeinsam mit Kerstin und Moritz gehe ich am Centre Omnisport vorbei zum Schwimmstart im Lac d’Allier, allmählich steigt die Nervosität, noch ein Gel und ein paar Schlücke, die Gedanken fahren Achterbahn und dann folgt tiefe Konzentration vor dem Countdown. Der „Rolling Start“ des IRONMAN Vichy 2017 beginnt um 6:50 Uhr und ich schaffe es sogar relativ weit vorne zu stehen. Alle vier Sekunden können stets drei Athleten ins Wasser, ein ungewöhnliches Startformat, von „smart“ kann hier nicht die Rede sein. Es fehlen die Anspannung und das Adrenalin vor dem Start und damit die wichtige schnelle Startphase, im Grunde fehlt damit das echte Wettkampfgefühl. Das mag für das langsamerste Drittel der Teilnehmer möglicherweise positiv sein, das mittlere Drittel duldet es und die schnelleren empfinden es als einen gravierenden Einschnitt in den Triathlonsport. Es ist keine funktionierende Rennstrategie mehr möglich (Vorschläge könnt ihr gerne per Mail senden), überholte oder überholende Athleten liegen nicht zwingend hinter oder vor einem, der Erste im Ziel ist nicht unbedingt der Schnellste und im Schwimmen gibt es damit nicht mehr das besondere Gefühl eines „First out of the Water“ im laufenden Wettkampf. Das sind nur ein paar Punkte, die ich hier ansprechen möchte, ein objektiver Beitrag zu diesem Thema folgt später.
 

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Moritz Werner

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Moritz Werner

 

OHNE RHYTHMUS MIT SATTEM BASS ZUM LANDGANG

Doch an diesem Sonntag scheinen mich andere Dinge wesentlich mehr zu beschäftigen, denn nach den ersten fünfhundert Metern im Allier habe ich noch keinen Rhythmus gefunden, die Wasserlage ist nicht optimal und es fehlt der letzte Druck mit jedem Armzug. Ich quäle mich durch den ersten Loop mit zweitausend Meter bis zum Landgang und hoffe auf die zweite Hälfte. Die Stimmung entlang der Pier ist spektakulär und die Bässe wummern als ich zum zweiten Mal in den Allier springe. Aber dennoch wird es wohl mein bisher langsamstes Schwimmen werden, das nach exakt einer Stunde beendet ist. Abgehakt. Der erste Wechsel gelingt mir gewohnt schnell, auf dem Weg zum Rad setze ich den Helm auf und verstaue mein Banana Bread in den Rückentaschen. Ich greife mein Rad und erfahre, dass ich dennoch als Sechzehnter aus dem Wasser gekommen bin und im Moment erster meiner Altersklasse bin. Mit diesem positiven Gefühl schwinge ich mich auf den Sattel und rein in die Radschuhe.
 

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Moritz Werner

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Moritz Werner

 

KONZENTRATION UND POSITIVE GEDANKEN

Nach etwas mehr als fünf Kilometer ist man auf der Landstrasse in Richtung Süden unterwegs, ich kann mich in der Aeroposition einrichten und es kehrt etwas Ruhe ein. Zeit für das erste Gel während ich in regelgerechtem Abstand hinter zwei Triathleten herfahre. Dennoch ist hohe Konzentration erforderlich, der französische Strassenbelag ist in der Regel rauh, und zahlreiche Schlaglöcher und Spurrinnen verlangen reaktionsschnelligkeit. Der Rundkurs durch die Auvergne ist zwar relativ flach aber mit vielen Hügeln gespickt, was ihn doch sehr anspruchsvoll macht. Vor allem der Wind dreht zwischen Massive Centrale und dem Puy de Dôme oft und kommt meist aus ungünstiger Richtung. Mein Tritt ist unrhythmisch, wie schon das Schwimmen und ich merke auch auf dem Rad den fehlenden letzten Druck. Allmählich scheint mir die Ursache klar, doch noch verusche ich weiterhin positiv zu denken. Insbesondere so lange ich noch immer Athleten überholen kann und von hinten keiner kommt. Ich schaue kurz auf meinen Spickzettel am Vorbau und lese ein paar kurze Zitate ehe ich meinen Blick wieder voll und ganz der Strasse widme.
 

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Kerstin Drexl

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Kerstin Drexl

 

KEINE ENERGIE – KEIN DRUCK

Nach fast einer Stunde esse ich den ersten Riegel, doch der will nur kurze Zeit später schon wieder vorne raus. Kann ja mal vorkommen, also doch gleich ein Gel hinterher, schließlich braucht mein Körper jetzt regelmässig Kohlenhydrate. Das Tempo ist okay aber es entspricht nicht meinen Erwartungen, besonders aber entspricht es nicht meinem Plan. Ich trinke regelmäßig, denn die Temperaturen werden spürbar heisser, doch auch davon bleibt höchstens die Hälfte im Magen. Unbeirrt trete ich weiter, checke die Herzfrequenz und denke positiv, denn schließlich ist der Tag lange und es kann noch viel passieren. Die erste Runde habe ich nach 2:25 Stunden abgehakt und greife an der Verpflegungsstelle im vorbeirollen nach meiner persönlichen Trinkflasche. Jetzt noch einmal 90 Kilometer. Die Sonne kommt allmählich durch die Wolken und der Wind nimmt zu. Die Beine werden schwerer, mein Tritt unrund. Ich muss den Druck und mein Tempo reduzieren, der fehlende Energienachschub hat Konsequenzen.
 

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Moritz Werner

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Moritz Werner

 

KURZES HIGHLIGHT UND EIN BIKE SPLIT SUB 5

Ich versuche dennoch weiterhin Energy Gels und Banana Bread regelmäßig im Wechsel zu essen und auch den Flüssigkeitsbedarf zu decken. Mit meiner schwindenden Energie geht aber auch die Motivation etwas verloren, ich übergebe mich erneut. Erst bei Kilometer 130 etwas überholt mich mein Triathlonfreund Marco, wir reden kurz miteinander und er motivert mich dran zu bleiben. Etwas Ablenkung und ich bin etwas positiv überrascht, denn was muss ich für einen Vorsprung gehabt haben, nachdem Marco erst so spät im Rennen aufgefahren ist. Ein kurzes Highlight, doch der letzte Berg zieht mir die Körner. Ich erreiche nach gesamt 4:58 Stunden endlich das zweite Mal die Wechselzone, gerade noch unter fünf Stunden aber auch acht Minuten langsamer als in Runde eins.
 

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Moritz Werner

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Moritz Werner

 

MONSIEUR DIXIE UND DER TRISUIT

Unterversorgt und natürlich auch genervt von der Situation ziehe ich in Ruhe meine Laufschuhe in der Wechselzone. In meinem Magen rumort es ordentlich. Mit Verlassen des Wechselzeltes nehme ich den direkten Weg in eine der vielen Dixie-Häuschen. „Oh je, was mache ich da?“, denke ich. Erstmals in einem Rennen. Ist aber eine dringend erforderliche Maßnahmen, wenn auch eine ungewollte Premiere. Unfassbar, habe ich diese ein Quardratmeter großen Vollkunstsoffbuden für dringend menschlich Bedürfnisse bisher großräumig umgehen können. Aber! Die Sauberkeit dieses stillen Örtchens überrascht mich durchaus, zumindest noch aktuell, was wohl auch an meiner noch guten Platzierung zum Zeitpunkt des Geschehens liegen mag. Relativ zügig kann ich die reihenhausähnliche Kunsstofftoilettensiedlung des berühmten Architekten Dixie wieder verlassen und nach knapp 4:30 Minuten Wechselzeit in meinen Marathon starten. Das An- und Ausziehens meines erstmals verwendeten Trisuits hat nahezu reibungslos funktioniert. Ist der Triathlon-Einteiler doch sehr eng anliegend und die ellbogenlangen Ärmel können durchaus eine Herausforderung darstellen, selbst für einen IRONMAN Weltmeister, wie man weiss. Aber mich beschäftigt viel mehr die Frage: Wer ist eigentlich dieser Monsieur Dixie?
 

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Moritz Werner

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Moritz Werner

 

DIE ACHTERBAHN MEINES IRONMAN VICHY 2017

Auf den ersten Kilometern versusche ich meine Konzentration wieder dem eigentlichen wichtigeren Thema und einem gleichmäßigen Lauf- und Atemrhythmus zu widmen. Ich hoffe nach meiner Dixie-Premiere wieder Ruhe in Magen und Darm zu bekommen. Die Verpflegungsstationen lasse ich vorerst links liegen. Bei Kilometer fünf stehen Kerstin und Moritz um mich zu motivieren unbedingt weiterzulaufen. Meine Beine sind schwer, der Magen krampft und die Waden zwicken, was fehlt sind Flüssigkeit und Kohlehydrate, in diesem Fall ist’s ein Teufelskreis. Die Beine wollen stehen, der Kopf sagt weiter. Durch die dritte Verpflegungsstation gehe ich, nehme zwei Orangen und trinke ein paar Schluck Cola. Ich bleibe nicht stehen, aber ich laufe auch nicht. Es werden fast zwei Kilometer gehend, ehe ich wieder weiterlaufe und das fühlt sich dann nicht wirklich gut an. Die Situation ist mir nicht neu, deren Ursache aber schon und ich sehe während der ersten von vier Runden keine Grund den IRONMAN Vichy 2017 tatsächlich zu Ende zu machen. Meine Motivation ist in diesen Momenten am Boden. Die Emotionen fahren Achterbahn. In der nächsten Verpflegung gehe ich wieder, nehme erneut zwei Orangen und trinke ein paar Schluck Cola. Nur diesmal erkennt mich eine Helferin begeistert aus dem Vorjahr und verwickelt mich in ein kurzes Gespräch. „Wir sehen uns ohnehin noch dreimal“, ruft sie auf französisch und ich laufe inutitiv weiter.
 

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Moritz Werner

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Moritz Werner

 

WENN DU DENKST ES GEHT NICHT MEHR – DNF IS NO OPTION!

In diesem Moment war mir klar, dass ich diesen dritten Ironman in zwei Jahren zu Ende bringen werde. Mein primäres Ziels von neun Stunde konnte ich in diesem Zustand längst nicht mehr erreichen. Plan B, das Podium war trotz der aktuell sechsten Position auch nicht mehr zu schaffen. Doch der Tag ist noch lange und auf der Strecke eine ganze Menge motivierter und freundlicher Helfer, mit denen ich in jeder Runde ein paar Worte wechseln konnte. Dazu kommen mit jeder Runde immer mehr Triathleten auf die Laufstrecke, die ich überhole, die mich überholen oder mit denen ich ein paar Kilometer gemeinsam laufe.
 

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / Die letzten Kilometer vor dem erfolgreichen Finish © Moritz Werner

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / Die letzten Kilometer vor dem erfolgreichen Finish © Moritz Werner

 
Aber vor allem sind da zusammen mit einem sportbegeisterten französischem Publikum auch meine ganz besonderenSupporter an der Strecke, die besonders eines erwarten dürfen und verdient haben: DID NOT FINISH IS NO OPTION! Oder wie mein besonderers guter, leider viel zu früh verstorbener Freund Stephan stets gesagt hat, wenn’s mal wieder hart und auswegslos schien: „Wenn du denkst es geht nicht mehr, komt von fern ein Lichtlein her, …!“ Ich danke Dir und nach fast zehn Stunden und zehn Minuten gehe ich schließlich über die Zielline.
 

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Moritz Werner

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Moritz Werner

 

RESUMÉE IRONMAN VICHY 2017

Ich habe es wohl ignoriert oder ignorieren wollen, dass ich mir schon in den Tagen vor dem IRONMAN Vichy 2017 einen Magen-Darm-Virus eingefangen habe. Trotz meiner vielen Erfahrung. Ich bin dennoch in das Rennen gestartet als wäre ich zu hundert Prozent fit. Das könnte ein Fehler gewesen sein und ich hätte vorab Maßnahmen egreifen können. Allerdings welche? Es könnt aber auch genau die richtige Entscheidung gewesen sein können, denn bis zu Hälfte des Rennens lief es im Grunde gut und vielleicht gerade deshalb. Ich wäre so oder so an den Start gegangen, denn nichts sprach offensichtlich dagegen. Meine erbrachte Leistung entsprach zwar nicht meinen Erwartungen und Möglichkeiten, es war unter diesen Umständen allerdings die einzige mögliche Leistung, die zu erwarten war. Am Ende des Tages ist das Finish der Erfolg und wenn der Schmerz vergeht dann kommt der Stolz.
 

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Moritz Werner

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / © Moritz Werner

 

DANKE ET MERCI À TOUS

Ein Projekt, wie den IRONMAN Vichy 2017 kann man kaum alleine erfolgreiche ohne der entsprechenden Unterstützung von Familie und Freunden, einem guten Trainer und eventuell Physiotherapeuten oder auch einem guten Radmechaniker bestreiten. Für einen IRONMAN und besonders den langen Weg dorthin braucht es einige gute und interessierte Menschen für ein positives soziales Umfeld mit Geduld und Leidensfähigkeit, wenn eine Langdistanz in unter neun oder höchstens zehn Stunden von Erfolg gekrönt sein soll. Selbst dann bleiben noch immer einige Faktoren, die man selbst nicht unbedingt kontrollieren kann oder im Griff hat, wie sich wieder einmal gezeigt hat. Eine Langdistanz ist anders als jeder andere Triathlon, sie folgt eigenen Gesetzen und ist auch stets eine wunderbare Überraschungskiste. Ganz egal was am Ende dabei herauskommt, alleine wäre man nicht so weit gekommen Deshalb gilt mein besonderer Dank von ganzem Herzen meiner Frau Kerstin und meinem Sohn Simon für Ihre tatkräftigte und emotionale Unterstützung. Auch meinen Freunden und Trainingspartnern, die mich immer wieder motiviert und bei meinen Trainingseinheiten begleitet haben, danke Moritz und Orhan.
 

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / Unbegreiflich und glückliche Momente nach einer unerwartet harten und emotionalen Langdistanz © Moritz Werner

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / Unbegreiflich und glückliche Momente nach einer unerwartet harten und emotionalen Langdistanz © Moritz Werner

 
Nur mit einer perfekt funktionierenden Technik ist die zweite Disziplin pannenfrei zu bewältigen und so lief auch in diesem Jahr mein CANYON Speedmax wie geschmiert und rollte mit dem neuen Scheibenrad, der MAVIC Comet richtig schnell über den Asphalt. Danke für die professionelle Unterstützung an Mathias Jooss von MAVIC und an Pascal Ketterer vom Radlabor München für die spontane Optimierung meiner Sitzposition, die gemeinsam erneut für eine der schärfsten Zeitfahrwaffen in der zweiten Disziplin gesorgt haben. Mit ULTRASPORTS sollte die Verpflegung und Energieversorgung diesmal das i-Tüpfelchen sein, es gab allerdings schon im Vorfeld Probleme mit dem Stoffwechsel, so dass hier noch Nachholbedarf ist. Dennoch danke an Nils Grote und Wolfgang Feil für die gute Versorgung mit exzellenten Nahrungsergänzungsprodukten.
 

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / Alles für diesen einen, ganz besonderen Moment © Moritz Werner

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / Alles für diesen einen, ganz besonderen Moment © Moritz Werner

 
Doch alles das könnte nicht zum Einsatz kommen, gäbe es da nicht eine Menge freiwilliger Helfer während solch eines langen Tages entlang der Strecke und eine extrem professionelle Organisation: Amandine und Gael Mainard, ihr habt mit der dritten Auflage des IRONMAN Vichy 2017 und der ersten ohne Profis erneut alle Erwartungen übertroffen und eine grossartige Langdistanz durch die Auvergne und im wohl zauberhaftesten Städtchen im Herzen Frankreichs organisiert. DANKE!
Amandine et Gael Mainard, vous avez dépassé toutes les attentes avec le troisième IRONMAN Vichy 2017 et le premier sans triathlètes professionnels. Vous avez organisé une grande distance longue de triathlon par l’Auvergne et dans la ville la plus charmante au coeur de la France. MERCI BEAUCOUP!

Einen möchte ich an dieser Stelle noch ganz besonders erwähnen, denn schließlich hat er mir und manch anderen Triathleten an diesem Tag sicherlich zu großer Erleichterung verholfen. Danke Monsieur Dixie, denn was rein kommt, muss auch wieder raus!
 

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / Vier Mal geht's durch die Galerien der historischen Altstadt vorbei an der alten Oper © Moritz Werner

IRONMAN VICHY 2017 Der Dixie Race Report – Eine Wettkampfanalyse / Vier Mal geht’s durch die Galerien der historischen Altstadt vorbei an der alten Oper © Moritz Werner

 
Den Rücken wollen wir Vichy trotz der Verlängerung aber nicht kehren– noch nicht. Denn das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen!

THE IRONMAN VICHY 2017 – CLIP

 

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MY IRONMAN VICHY 2016 RESULT

2017 / 2016 (Vergleich)
STARTNUMMER 111 / 1446
AGE GROUP M45-49 / M45-49
STARTZEIT 6:50 Uhr / 7:00 Uhr
ROLLING START 4 Athleten pro 4 Sekunden
SCHWIMMEN 01:00:38 (1. AK) / 00:59:49 min (1. AK)
TRANSITION 1 00:02:40 / 00:02:46 min
RADFAHREN 04:58:58 h / 04:53:27 h
TRANSITION 2 00:04:14 / 00:03:23 min
LAUFEN 04:02:39 / 03:24:06 h
FINISH 10:09:06 h / 09:24:30 h
OVER ALL 104 / 84
INDIVIDUAL 20 / 5

SEE MY RESULT ON IRONMAN.COM
MORE DETAILED RESULTS ON MIKA TIMING

 

STUFF FOR RACING IRONMAN VICHY 2017

SWIMMING

2XU Project X Speed Suit
2XU Project X Trisuit
ZOGGS Predator Schwimmbrille
POLAR V800 GPS Multisportuhr
POLAR H7 Herzfrequenzsensor
 

CYCLING

CANYON Speedmax CF Di2 Zeitfahrrad
CONTINENTAL Schlauchreifen
FIZIK Tritone 5.5 Sattel
GIRO Inciter Tri Radschuhe
MAVIC COMET Scheibenrad & CXR80 T Laufrad
POC Cerebel Aerohelm
POLAR V650 Radcomputer
PROFILE DESIGN ATTK Food Unit
 

RUNNING

SAUCONY Freedom Laufschuh
OAKLEY EVZERO Prizm Sonnenbrille
SUGAR & PAIN Trucker SnapBack Cap
 

NUTRITION

ultraSports UltraGel
OAT SNACK Banana Bread
MYPROTEIN Maltodextrin

 
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QUELLEN

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© Stefan Drexl
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© Bryn Lennon / Getty Images for IRONMAN

 

THIRD TIME IS A CHARM – ALLE GUTEN DINGE SIND DREI – und so sind’s jetz nur noch Tage bis zum IRONMAN Vichy 2017. Die vergangenen acht Wochen waren sehr intensiv, wie sich’s eben gehört vor einer Langdistanz und besonders erlebnisreich. Mit den beiden traditionellen Triathlonrennen in Karlsfeld und Erlangen war ich im Juli auf der Kurzdistanz und Mitteldistanz am Start. Im August ging’s dann mit dem Rennrad in die Berge nach Südtirol, in die Schweiz und Österreich. Neben langen Trainingseinheiten habe ich noch viele Höhenmeter über manchen legendären Alpenpass, wie den Jaufenpass und das Timmelsjoch, sowie den Ofenpass und das Stilfser Joch für den Feinschliff und mentale Stärke gesammelt.

 
Seit Mittwoch sind wir in der Auvergne, dem Herzen Frankreichs angekommen und es scheint als war die Langdistanz 2016 erst gestern und 2015 letzte Woche. Same same, but different! Wir haben bei unserer Ankunft das gleiche Wetter mit strahlend blauem Himmel, den selben heissen Temperaturen von 34 Grad Celsius und sind sogar im gleichen Zimmer untergebracht. Die verbleibende Zeit bis Sonntag Morgen heisst es jetzt Beine hoch legen und erholen, kühlen Kopf bewahren und gute zu essen.
 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Mit Startnummer zwei als Zweiter aus dem Wasser und im Ziel Platz zwei der Altersklasse © Triathlon Karlsfeld

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Mit Startnummer zwei als Zweiter aus dem Wasser und im Ziel Platz zwei der Altersklasse © Triathlon Karlsfeld

 

IN KARLSFELD MIT STARTNUMMER ZWEI ALS ZWEITER AUS DEM WASSER

Das zehnte Mal in Folge war ich in diesem Jahr beim Triathlon Karlsfeld über die Kurzdistanz am Start. Das bescherte mir von Veranstalter Dieter Asböck zu meiner Freude überraschend die Startnummer zwei und das sogar vor Triathlonprofi Johannes Moldan. Natürlich wollte ich zumindest über die 1500 Meter Schwimme im 21,5 Grad warmen Karlsfelder See dem etwas gerecht werden und so kam ich als Zweiter hinter Profi Moldan mit nur 44 Sekunden Abstand aus dem Wasser. Durch mein fehlendes Tapering in der Vorwoche fehlten über die 45 Kilometer auf dem Rad noch ein paar Prozent Druck in den Beinen und so war durch die übermässig verbrauchte Energie zusammen mit den schwülen Temperaturen auf den 10,5 Kilometern nur noch an ein flottes auslaufen zu denken.

Es reichte mir immerhin noch zu einem 2. Platz in meiner Altersklasse und ich konnte nach diesem Rennen zumindest hinter die Auftaktdisziplin einen Haken setzen. Besonders habe ich mich an diesem Tag aber für meinen Athleten Jakob Heindl gefreut, der mit einem zweiten Platz gesamt hinter Johannes Moldan seine starke Rad- und Laufform demonstriert aber endlich auch gute Schwimmleistung abgeliefert hat.

 

LETZTER TEST AUF DER MITTELDISTANZ HINTERLÄSST FRAGEZEICHEN

Vierzehn Tag darauf sind wir kurz entschlossen noch nach Erlangen, um über die Mitteldistanz des Erlanger Triathlon zu starten. Im Jahr 2015 wurde ich dort gesamt Vierter. Angesichts meiner Vorbereitung auf den IRONMAN Vichy 2017 und dem diesmal sehr starken Teilnehmerfeld war im Grunde im Vorfeld klar, dass eine solch tolle Platzierung nur mit viel Glück drin sein würde. Ich wollte aber einerseits wissen, was auf dem Rad möglich ist, denn im Radlabor München habe ich mit Pascal noch einmal die Sitzposition optimiert. Andererseits wollte ich ein Gefühl für die geplante IRONMAN-Pace bekommen und den Halbmarathon entsprechend laufen. Aus dem Main-Donau-Kanal kam ich schließlich nach 28:15 Minuten über 2000 Meter und bin als Sechster auf den Sattel meines Zeitfahrrades geschwungen.
 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Optimierung der Sitzpolsition für die Langdistanz im Radlanbor München © Pascal Ketterer

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Optimierung der Sitzpolsition für die Langdistanz im Radlanbor München © Pascal Ketterer

 
Mit einer durchschnittlicher Speed von 38,8 km/h über die zwei Radrunden mit 80 Kilometer habe ich schließlich an Position 14 in die Laufschuhe gewechselt. Für die 21 Kilometer habe ich natürlich vorher Laufsocken angezogen, auch um den Wechsel und Ablauf für die Langdistanz zu üben. Doch schon nach wenigen Kilometern haben sich meine Füsse ähnliche wie zuletzt in Lauingen angefühlt und die Fusssohlen zu brennen begonnen, trotz anderer Socken. Ich versuchte es so lange wie möglich zu ignorieren, an den Verpflegungsstellen ging ich ein paar Meter obwohl es muskulär und energetisch keinen Anlass gab. Das linderte zwar diesen brennenden Schmerz aber kostete auch Zeit und Platzierungen. Nach der Hälfte des Halbmarathons nahm ich raus, um die Gefahr einer Verletzung oder Muskelverhärtung zu vermeiden, schließlich wollte ich meine großes Ziel nicht gefährden. So wurde erneut Zweiter meiner Altersklasse und konnte zumindest hinter die zweite Disziplin jetzt auch einen Haken setzen.

 

REGEN BRINGT SEGEN UND MENTALE STÄRKE

Nach einer Woche der Regeneration bin ich für ein intensives Radwochenenden ins Zillertal gefahren, um unter anderem meinen Freund Moritz wieder zu treffen. Intensiv waren bei der Hinfahrt am Freitag von München über 180 Kilometer mit Valepp, Spitzing und Thiersee weniger die Berge und die Hitze als die abschliessenden 60 Kilometer im Regen. Die erste Einheit im Sinne mentaler Härte. Nachdem wir komplett durchgespült Stumm im Zillertal erreicht haben, war die Schwimmeinheit damit auch absolviert.
 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Der Spitzingsattel über das Valepp lohnt immer, auch auf dem Weg ins Zillertal © Stefan Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Der Spitzingsattel über das Valepp lohnt immer, auch auf dem Weg ins Zillertal © Stefan Drexl

 
Am Samstag habe ich mir dann bei Sonnenschein und erneut warmen Temperaturen das Triple der Stauseen am Talende vorgenommen. Nach Schlegeis mit bis zu 14 Prozent Steigung und Zillergrund mit zwölf lies ich das Stillup aufggrund des Wetterumschwungs lieber links liegen und ersetzte es mit 20 Kilometer im Wettkampftempo zurück zur Unterkunft. Nur fünf Kilometer vor dem Ziel wurde dann aus ein paar Regentropfen das heftigtste Gewitter des Jahres im Zillertal mit Überflutungen und zahlreichen Muhrenabgängen. Auf dem kurzen Heimweg wurde ich genauso nass wie tagszuvor. Nach einem Halbmarathon im Dauerregen am nächsten Tag wurden wir am Montag endlich mit durchgängi Sonnenschein und moderaten 22 Grad belohnt, die wir nach einer frühen Schwimmeinheit für eine Tour nach Brandenberg und zu den Reintaler Seen nutzen. So haben wir in vier Tagen dennoch zwölf Kilometer im Wasser, 400 Radkilometer, 40 Kilometer laufen, wenn auch meist in nassen Schuhen zurück gelegt. Ganz besonders aber hat’s den Kopf gewaschen und den Willen gestärkt.
 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Von der Abfahrt des Jaufenpasses geht's direkt in den Anstieg über 29 km zum Timmelsjoch hinauf © Stefan Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Von der Abfahrt des Jaufenpasses geht’s direkt in den Anstieg über 29 km zum Timmelsjoch hinauf © Stefan Drexl

 

DIE KÖNIGSETAPPEN ZU TIMMELSJOCH UND STILFSER JOCH FÜR DAS I-TÜPFELCHEN

Das Beste zum Schluss, mit dieser Philosophie bin ich für zwei der letzten Radeinheiten wieder einmal ins zauberhafte Südtirol gefahren. Mit der ersten stabilen Wetterlage über dem Alpenhauptkamm habe ich mir die große Rundtour des Ötztaler Radmarathons vorgenommen. Die Strecke von Zirl im Inntal über Axams zum Brennerpass, von Sterzing über den Jaufenpass (2094 m) ins Passeiertal und dann hinauf zum Timmelsjoch hat nicht nur mehr als 5000 Höhenmeter sondern einen vielseitig hochalpine Landschaft um die Ötztaler Alpen zu bieten. Wir waren an diesem Sonntag leider etwas zu spät gestartet, so dass wir aufgrund der einsetzenden Dunkelheit nicht mehr das Kühtai mitnehmen konnten und das Ziel Ötz am Ende des Tals war. Dieses war der erste Streich, …
 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Beeindruckende Bergkulisse am Anstieg zum Timmelsjoch © Stefan Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Beeindruckende Bergkulisse am Anstieg zum Timmelsjoch © Stefan Drexl

 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Nach Brenner und Jaufenpass der dritte und höchste Strassenpass der Ötztaler Runde, das Timmelsjoch © Stefan Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Nach Brenner und Jaufenpass der dritte und höchste Strassenpass der Ötztaler Runde, das Timmelsjoch © Stefan Drexl

 
… der Zweite folgte mit dem Stilfser Joch zwei Tage später zugleich. Was mir 2016 noch wegen eines Wetterumschwungs verwehrt war, das war mir in diesem Jahr endlich möglich. Vom Startort Glurns gings als erster auf den Ofenpass (2149 m) hinauf und dann hinunter Richtung Zernez ab vorher rechts ab durch den Tunnel nach Livigno.
 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Auf dem Weg zum Stilfserjoch von Livigno sind der Passo d'Eira und del Foscagno zu überfahren © Stefan Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Auf dem Weg zum Stilfserjoch von Livigno sind der Passo d’Eira und del Foscagno zu überfahren © Stefan Drexl

 
Weiter über den Passo d’Eira und Passo di Foscagno hinüber nach Bormio von wo es schließlich über 36 Kehren auf 22 Kilometern mit durchschnittlich 12% Steigung zum Stilfser Joch auf 2757 m hinauf ging, dem zweithöchsten asphaltierten Alpenpass nach den Col de l’Iseran. Nach zwei Cappuccini rollte es dann über die legandäre Südrampe wieder hinunter ins Vinschgau nach Prad und zurüch nach Glurns.
 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Von Bormio zum Stilfserjoch sind's 36 Kehren, nach der Hälfte des Anstiegs mit dem steilsten Teilstück von 14% sind schon neun geschafft © Stefan Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Von Bormio zum Stilfserjoch sind’s 36 Kehren, nach der Hälfte des Anstiegs mit dem steilsten Teilstück von 14% sind schon neun geschafft © Stefan Drexl

 

DAS BESTE ZUM SCHLUSS

Mit diesen beiden letzten, wunderbaren Touren und den Wochen zuvor mit Zillertal, Erlangen und Karlsfeld war alles getan, was zu tun war und ich begann mit dem Tapering für meinen dritten IRONMAN Vichy 2017. Es gab bisher keinerlei Verletzungen, keine Stürze und erneut ein Jahr, eine Saison ohne Krankheiten und in bester Gesundheit dank der optimalen Balance von Work, Life und Training.
 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Im letzten Drittel hinauf zum Passo dello Stelvio kommt der Umbrail Pass von Santa Maria © Stefan Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Im letzten Drittel hinauf zum Passo dello Stelvio kommt der Umbrail Pass von Santa Maria © Stefan Drexl

 
Nur wenn Belastung und Erholung stets optimal an den persönlichen Gegebenheiten angepasst sind, wenn Gleichgewicht und Wohlbefinden stimmen, nur dann ist man in der Lage durch ein individuelles Training, mit der richtigen Ernährung und mit etwas Disziplin seine persönlichen Ziele erfolgreich zu erreichen.
 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Es ist vollbracht - die Königsetappe der Radsaison und Vorbereitung auf den IRONMAN Vichy 2017 © Stefan Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Es ist vollbracht – die Königsetappe der Radsaison und Vorbereitung auf den IRONMAN Vichy 2017 © Stefan Drexl

 
Ich habe in den vergangenen acht Monaten sehr viele neue Erfahrungen sammeln können, lange Bewährtes hinterfragt, einiges Neues ausprobiert, manche Dinge wieder verworfen und manches etabliert. Ich habe auf meinem langen Weg im Wasser, auf dem Rad und zu Fuss wieder eine Menge dazu gelernt, tolle Gespräche geführt und neue Freunde gewonnen. Einige Athleten haben meinen Weg gekreuzt und mich begleitet, mancher kurz und andere länger, doch alle haben daran irgendwie Teil gehabt..
 
Das Ziel, es war das Gleiche, aber der Weg war ein anderer. Nur wer neue Wege geht, der kann eigene Spuren hinterlassen und neue Erkennntnisse gewinnen. Drei Tage vor meiner dritten Langdistanz haber ich dieses erste Ziel bereits erreicht und kann am kommenden Sonntag noch einen Punkt dahintersetzen. Keiner weiss, wie es ab 6:50 Uhr morgens laufen wird, was der Tag alles bringen wird. Aber eines ist gewiss, ich werde wieder eine Menge lernen und bin allen dankbar, die mich dabei unterstützt haben. DENN ERFOLG IST KEIN ZUFALL UND DAS BESTE KOMMT ZUM SCHLUSS!
 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Jetzt ist es an der Zeit, dass es los geht, werde wieder eine Menge Erfahrungen sammeln und bin allen dankbar, die mich dabei unterstützen © Kerstin Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #3 / Jetzt ist es an der Zeit, dass es los geht, werde wieder eine Menge Erfahrungen sammeln und bin allen dankbar, die mich dabei unterstützen © Kerstin Drexl

 
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RACEWEEK, sieben Tage vor dem Saisonkracher, dem IRONMAN Vichy 2017 und der Blick zurück, zeigt mir klar und deutlich, welche langen Weg man zurückgelegt und großartiges erlebt hat. Nach dem Trainingscamp in der Toskana und drei Wochen Regeneration startete Mitte Mai endlich die Triathlon Saison und damit die zweite Vorbereitungsphase auf den IRONMAN Vichy 2017. Einmal mehr war der legendäre Heidesee Triathlon des DTU Jugend Cups und für Simon der erste nationale Formtest. Für mich war die Kurzdistanz im badischem Forst der Auftakt einer fünfwöchigen Wettkampfphase an dessen Ende die Triathlon Mitteldistanz Lauingen mit dem Sieg meiner Altersklasse stand. Im darauf folgenden Trainingsblock waren große Umfänge in allen drei Disziplinen und knackige Intervalle auf dem Trainingsplan, die wir unter anderem im Chiemgau und Tirol absolvierten. Mit dem Karlsfeld Race und der Mitteldistanz des Triathlon Erlangen konnte ich diese harte Trainingsphase erfolgreich abschliessen. Seven Days, one Week to go!

 
Die legendäre Kurzdistanz des Heidesee Triathlon haben in der Vergangenheit zahlreiche Profis als ersten Formtest der jungen Saison genutzt. Darunter der neunmalige Ironman Gewinner Timo Bracht oder Thomas Hellriegel, Hawaii Sieger 1997 und der Ironman Weltmeister 2014, Sebastian Kienle. Mit Horst Reichel stand 2017 wieder ein deutscher Triathlon-Profi am Start und das ist natürlich immer zusätzliche Motivation. Für Simon jedoch war zuvor der Start des DTU Jugend Cups in dem er erstmals mit den Junioren ins Rennen ging.

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #2 / Ein letzter Wink bevor es zum Saison-Opening 2017 an den Start geht © Kerstin Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #2 / Ein letzter Wink bevor es zum Saison-Opening 2017 an den Start geht © Kerstin Drexl

 

SAISON-OPENING MIT HEIDEN SPASS UND TEAMGEIST

Als einer der schnellsten Schwimmer war die Erwartung natürlich groß, unseren frisch gebackenen, 18-Jährigen Sohn wieder mit der ersten Gruppe aus dem Wasser kommen zu sehen. Dem wurde der bayerische Meister von 2016 auch voll gerecht, doch wie sich die Sprintdistanz der Junioren dann entwickelte, damit hatte keiner gerechnet. Den Race Report zum Saison-Opening 2017 am Heidesee kannst Du hier lesen.

 
Mit insgesamt zwei Sprintdistanzen, zwei Kurzdistanzen und einer Mitteldistanz innerhalb von fünf Wochen war der Start in die Triathlonsaison 2017 recht ordentlich. Fünf Triathlon-Wettkämpfe das reicht für die meisten Athleten schonin einer Saison. Doch meine Teilnahme an einer der Sprintdistanzen, war eher kurzfristig, um das SCPE Triathlon Team als fünfter Mann in der Triathlon Regionalliga Bayern zu unterstützen. Eine sehr intensive Erfahrung mit nachhaltigem Trainingseffekt, wie sich besonders auf der Laufstrecke im Nachhinein herausstellen sollte. Hier der Race Report zum Start in die Triathlon Regional Liga Bayern.

 
Nach dem Heidesee Triathlon, dem Super- und Teamsprint von Weiden, sowie einer Sprintdistanz in Trebgast war es an der Zeit mich endlich wieder auf den Sattel der Zeitfahrmaschine zu schwingen bevor dann mit der Triathlon Mitteldistanz Lauingen das erste Highlight auf dem Saisonplan stand. Ich suchte mir deshalb kurzfristig noch eine nahegelegene Kurzdistanz und wurde im österreichischen Kirchbichl fündig. Eine Kurzdistanz der besonderen Art, betrachtet man nur die Fakten, aber auch ein besonders gut organisierter Triathlon, der wiederum einige Profis, wie Thomas Steger oder Andreas Giglmayr lockte: 4,5 Runden schwimmen für 1500 Meter, zwei Runden Radfahren à 20 Kilometer mit zweimal 18% Steigung über zwei Kilometer und vier Runden laufen für fast 11 Kilometer mit insgesamt 200 Höhenmetern. Recht knackig nach drei Rennen innerhalb von drei Wochen in den Beinen und als Vorbereitung auf eine durchwegs flache Mitteldistanz im schwäbischen Lauingen.

TRIATHLON HEIDESEE 2017 Erfolgreiches Saison Opening mit DTU Jugend Cup / Der Wechsel hat hervorragend funktioniert und so saß Stefan 1:24 Minuten später schon auf meiner Zeitfahrmaschine.

TRIATHLON HEIDESEE 2017 Erfolgreiches Saison Opening mit DTU Jugend Cup / Der Wechsel hat hervorragend funktioniert und so saß Stefan 1:24 Minuten später schon auf meiner Zeitfahrmaschine.

 

WENN DIE SONNE KNALLT UND DER MOTOR QUALMT

Das Schwimmen war entgegen der Erwartungen bei 4,5 Runden ein richtiger Spaß. Natürlich ohne Neopren, denn die Badewanne von Kirchbichl hatte fast 25 Grad. Nach etwas mehr als 330 Metern war stets Landgang und das Publikum hat ordentlich angefeuert. Nach zwei Runden begannen natürlich die Überrundungen, doch dank der disziplinierten Teilnehmer war der Weg aussen herum frei und absolut problemlos. Ich kam als fünfter hinter den Pros aus dem Wasser und nach einem schnellen Wechsel, wie immer, ging’s volldampf zum ersten Mal in den 19-prozentigen Anstieg hinein.

 
Ich war mir anfangs nicht sicher, ob noch das Wasser vom Schwimmen ins Visier tropfte oder der Schweiß unter dem heißen Helm. Zusätzlich zu den heissen Temperaturen knallte auch die Sonne in den Hang. Dennoch, der Druck auf dem Pedal war ordentlich und auch die zweite Radrunde lief, wie geschmiert. Allerdings hatte ich währenddessen bereits einen Liter meiner Flaschen geleert, ein deutliches Zeichen der schwülen Witterung., schließlich brauchte der qualmende Motor regelmäßig Kühlung. Nach der ersten Laufrunde (2,5 km) war dann der Motor heiß gelaufen und ich nutzte die Verpflegung vor dem Anstieg zur intensiven Kühlung. Dennoch war das mental kein Problem, denn mehr hatte ich ohnehin nicht erwartet und bis dahin war ich richtig zufrieden. Es war zudem ein Platz auf dem Stockerl in der Altersklasse, gesamt der 11. Platz und jetzt etwas Zeit zu regenerieren.

 

HEISSESR LAUFSTIL IM SCHWABENLAND

Die Triathlon Lauingen war das erste Highlight auf dem Saisonplan, Abschluss der ersten Wettkampfphase. Die Mitteldistanz war zudem ein erster Indikator, um im Juni und Juli an weiteren Stellschrauben für die Langdistanz drehen zu können. Das Teilnehmerfeld über die 2250 Meter Schwimmen, 80 Kilometer Radfahren und 21 Kilometer Laufen ist rund um die schwäbische Klosterstadt zwar übersichtlich aber traditionell stark besetzt. So ist auch Christian Brader wieder am Start um die Schwäbische Meisterschaft gewesen, während Faris Al-Sultan als Läufer einer Staffel auf die Strecke ging und sogar Nicole Leder sich auf die Sprintditanz traute. Thomas Hellriegel musste aufgrund einer Verletzung diesmal leider Absagen.

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #2 / Heisse Sohle © Kerstin Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete #2 / Heisse Sohle © Kerstin Drexl

 
Es war mein dritter Start in Lauingen und so konnte ich mit einem sehr schnellen Schwimmen über drei Runden à 750 nach 30:51 Minuten erneut als Erster aus dem Auwaldsee, gemeinsam mit Christian Brader steigen. Wir hatten uns in jeder Runde in der Führung abgewechselt und einen satten Vorsprung herausgeschwommen. Von den vier flachen Radrunden war auf den ersten 20 Kilometern noch etwas Müdigkeit in den Beinen, die während der verbeleibenden 60 Kilometern dann wich. Nach zwei Stunden wechselte ich in der 750 Meter langen Wechselzone vom in meine Laufschuhe bevor ich durch die historische Altstadt hinunter entlang der Donau auf die letzten 21 Kilometer lief.

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete / Saisonauftakt im badischen Forst - Triathlon Kurzsdistanz Heidesee © Kerstin Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete / Saisonauftakt im badischen Forst – Triathlon Kurzsdistanz Heidesee © Kerstin Drexl

 
Doch gleich zu Beginn brannten die Fusssohlen und die Laufschuhe schienen zu eng, ein bisher eher seltenes Problem und mir bei dem erfahrungsgemäß optimalen und schon viel eingesetzten Setup unerklärlich. Ich musste ein paar Mal anhalten, die Laufschuhe aus und wieder anziehen, um die Bänder zu lockern, doch es half alles nichts. Das kostet natürlich Zeit und trotz des ständigen Gefühls jederzeit einen Wadenkrampf zu bekommen, lief ich den gesamten Halbmarathon letztendlich mit Feuer unter den Füssen in 1:30 Stunden. Ich möchte nicht wissen, wie der heisse Laufstil ausgesehen hat. Auf den letzten Kilometern konnte ich mir dann zum Glück doch noch den Sieg der Altersklasse sichern und insgesamt den 12. Platz. Christian Brader, auf dem Rad und in den Laufschuhen stark, wie die schwäbsche Eisebahn, hat die Triathlon Mitteldistanz Lauingen 2017 gewonnen. Den Grund meiner brennenden Füsse konnte ich jedoch nicht herausfinden und es sollte mich noch einmal erwischen.

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Letzte Vorbereitungen beim Check In des Zeitfahrrades ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Letzte Vorbereitungen beim Check des Zeitfahrrades ©stefandrexl.de

 

SCHRAUBEN DREHEN IN DER REGENERATION

Mit diesem Resultat ging erste einmal in die verdiente Regeneration und Saisonpause. Vier Wochen für Erholung, und Analyse, um die Erfahrungen und Erkenntnisse umzusetzen und im nächsten Trainingsblock an den Stellschrauben zu drehen. Mittlerweile war Sommer in München, noch zehn Wochen bis zum IRONMAN Vichy 2017.

 
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Am Anfang scheint es eine Ewigkeit, über viele Monate, zahlreiche Wochen, unzählige Tage und Stunden Training, manchmal mit Freunden, aber meist alleine, stets an der Seite des inneren Schweinhundes, um die Leistungsfähigkeit und mentale Stärke zu verbessern: Swim, Bike, Run – Eat, Sleep & Repeat! Mit viel Disziplin und der richtigen Balance von Belastung und Regeneration, von sportlichem Training nebendem beruflichen und sozialem Alltag, um einen Langdistanz Triathleten aus sich zu machen. Und dann sind’s plötzlich nur noch zehn Tage bis zum Saison-Highlight und dem IRONMAN Vichy 2017. Der Countdown zum Showdown.

 

Vor zwei Jahren war es die Erste in 25 Jahren Triathlon und jetzt wird’s mit dem IRONMAN Vichy 2017 bereits die dritte Langdistanz sein, erneut oder noch einmal im bezaubernden Städtchen Vichy, Auvergne. Eigentlich sollte es 2015 auch der einzige Ironman werden, doch manchmal kommt es anders als man denkt. Wie es nun doch soweit kommen konnte, das könnt ihr in meinem Race Report 2015 und The Story 2016 lesen.

 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete / Die Lust auf's Rennrad wuchs nach den vielen Trainingseinheiten auf den Skating Latten © Simon Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete / Die Lust auf’s Rennrad wuchs nach den vielen Trainingseinheiten auf den Skating Latten © Simon Drexl

 

Der Winter sollte endlich mal wieder voll und ganz dem Wintersport gehören, möglichst viele Tage im Schnee und entspannt auf dem Brett den Pulver an den Hängen. Aber der Schnee kam nicht, zumindest nicht so, wie erhofft und ausreichend, um in den Bergen schöne Touren zu gehen. Als Frau Holle dann doch ein Einsehen hatte, überwarf sie sich mit Flocken und Wind in Hülle und Fülle, so dass dennoch keine Touren möglich waren, jetzt aber aufgrund anhaltend hoher Lawinengefahr. Ich blieb also im Tal und nahm die Skating Ski um wenigstens ein paar Tage im Schnee zu sammeln, daraus wurden dann mehrere Wochen und so stieg die Formkurve nach der langen Saisonpause im Herbst allmählich an und die Freude wuchs natürlich ebenso.

 

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ERSTE ANZEICHEN FÜR DAS TRIPLE BEIM IRONMAN VICHY 2017

Mitte Februar klingelte dann das Telefon und mein Freund Moritz erzählte mir von seinen Mallorca-Plänen mit unserem gemeinsamen Radfreund Orhan. Zehn Tage Trainingslager auf der Baleareninsel Anfang März, über 1200 Kilometer und knapp 10.000 Höhenmetern mit ambitionierten Rennradfahrern, absoluten Puristen. Das waren gute Aussichten und ein perfektes Timing, dachte ich mir. Denn längst wieder stand die Insel auf meinem Plan. Zudem war die Lust groß mich nach den vielen Trainingseinheiten auf den Skating Latten und der schlechten Witterung endlich wieder bei Sonneschein in kurzen Hosen auf’s Rennrad zu schwingen. Ich buchte also spontan einen Flug und ein Zimmer im Club Polentia und konnte mit Sven sogar noch einen meiner Athleten motivieren kurzfristig nach Mallorca mitzukommen.

 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete / Schon um 10 Uhr am Beckenrand des Club Polentia bis die Crew komplett war © Stefan Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete / Schon um 10 Uhr am Beckenrand des Club Polentia bis die Crew komplett war © Stefan Drexl

 

Wir flogen also Ende KW 09 mit dem ersten Flug um sechs Uhr morgens von München nach Palma und weiter mit dem Bus an die Nordküste Mallorcas nach Polentia. Und so standen wir um 10 Uhr am Beckenrand eines der beiden 25 Meter Pools, bereit für die erste Schwimmeinheit bis die Crew dann mittags komplett war. Das zu einem Zeitpunkt im Trainingsjahr, wo man genau diese Impulse und Reize setzt, wenn für Mitte des Jahres eine Langdistanz, wie der IRONMAN Vichy 2017 geplant ist. Erste Anzeichen?

 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete / Die erste kleine, lockere Einrollrunde gemeinsam mit der zwölfmannstarken Trainingsgruppe zum akklimatisieren: 120 KM © Stefan Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete / Die erste kleine, lockere Einrollrunde gemeinsam mit der zwölfmannstarken Trainingsgruppe zum akklimatisieren: 120 KM © Stefan Drexl

 

Unsere Rennräder haben wir bei Bikeexperience Mallorca organisiert und wurden ebenso um 12 Uhr vom Inhaber persönlich aus Sineo gebracht. Ein großartiger Service und mit einem nagelneuen Giant TCR Advanced 1 LTD mit aktueller Shimano Ultegra Gruppe ein super Bike. Für den kurzen Zeitraum bis zehn Tage rechnet sich das und macht weniger Stress als das eigene Rennrad im Flugzeug zu transportieren, zu zerlegen und wieder aufzubauen. Nach einem kleinen Lunch war pünktlich um zwei Uhr Nachmittag eine kleine und lockere Einrollrunde mit der zwölfmannstarken Trainingsgruppe geplant: 120 Kilometer, schließlich waren wir hier unter Rennradfahrern und nicht im Triathlon Camp. Wie dann wohl die Radumfänge der nächsten Tage aussehen würden, wenn der Auftakt schon derart üppig war?

 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete / Die Cobra von Sa Calobra - wie eine Schlange windet sich die Straße entlang der Berge vom Port Calobra hinauf zum Coll dels Reis © Stefan Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete / Die Cobra von Sa Calobra – wie eine Schlange windet sich die Straße entlang der Berge vom Port Calobra hinauf zum Coll dels Reis © Stefan Drexl

 

VON SA CALOBRA NACH LA SASSA

Was soll ich sagen, es war mit den Klassikern nach Arta und Portocolom, nach Sant Salvador und Randa oder nach Soller, Puig, Sa Calobra und natürlich Cap Formentor natürlich in Streckenlänge und Höhenmeter ausbaufähig. Schwimmen in einem der beiden 25 Meter Becken und Laufen organisierten wir um unsere langen und vielen Radeinheiten herum selbst. Um so effizienter, entweder kurz und knackig, regenerativ oder auch koppeln waren dann die Trainingseinheiten im Wasser und in den Laufschuhen dann, denn natürlich lag der Fokus auf dem Rennrad. So früh im Jahr kann ich solch einen Trainingsblock mit intensiven Radkilometer und Umfängen durchaus empfehlen. Es ist eine gute Option nach den ersten Trainingswochen während der nasskalten Wintermonaten in der Heimat ordentlich Kilometer in wärmeren Gefilden zu sammeln.

 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete / Das SUGAR & PAIN Racing Team in Canetto im Toskana Triathlon Camp © Stefan Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete / Das SUGAR & PAIN Racing Team in Canetto im Toskana Triathlon Camp © Stefan Drexl

 

Nach dem Trainingscamp war vor dem Trainingscamp, denn schon vier Wochen nach der Rückkehr aus Mallorca standen zwei Wochen in der Toskana zusammen mit dem SUGAR & PAIN Racing Team auf dem Trainingsplan. Es ging so mit etwas Zeit zur Regeneration und Adaption fast nahtlos von Sa Calobra nach La Sassa. Doch anders als auf Mallorca im Club Polentia haben wir uns bei Cecina in kleine Bungalows mit Selbstversorgung eingemietet. Das erleichtert die Organisation, weil wir nicht an feste Essenszeiten gebunden sind, sorgt für eine flexiblere Trainingsplanung und ist wesentlich günstiger. Zudem kann man so die Ernährung optimaler und individueller planen, was bei den gesteigerten und intensiveren Trainingsumfängen zu dieser Jahreszeit durchaus sinnvoll ist. Geprägt von den vielen Radkilometern auf der Baleareninsel war das Team skeptisch was es in der Toskana erwarten würde.

 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete / Wer viele Kilometer mit dem Rennrad absolviert, der braucht viel Espresso © Stefan Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete / Wer viele Kilometer mit dem Rennrad absolviert, der braucht viel Espresso © Stefan Drexl

 

Doch während der 14 Tage an der italienischen Westküste galt es alle drei Disziplinen, Schwimmen, Radfahren und Laufen ausgewogen zu trainieren. Wasser stand uns auf dem Gelände des Cecinella oder im örtlichen Hallenbad von Cecina zur Verfügung, das in Deutschland wohl längst einem Neubau hätte weichen müssen. Verschiedene Laufstrecken unterschiedlicher Streckenlängen gab es im Pinienwald entlang des Meeres. Natürlich standen auch längere Einheiten mit dem Rennrad auf dem Trainingsplan, denn das Saison-Highlight der meisten Athleten ist eine Mitteldistanz oder Langdistanz. Prägende Schlüsselerleinheiten, physiologisch und besonders psychologisch, wurden für die gesamte Mannschaft das Kraftausdauertraining hinauf nach La Sassa. Ein fünf Kilometer langer Anstieg mit durchschnittlich zehn Prozent zu einem kleinen Bergdorf vier Mal hintereinander.

 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete / Prägende Schlüsselerleinheiten, waren die Kraftausdauertraining hinauf nach La Sassa: 5 km mit Ø 10% © Stefan Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete / Prägende Schlüsselerleinheiten, waren die Kraftausdauertraining hinauf nach La Sassa: 5 km mit Ø 10% © Stefan Drexl

 

ERFOLG IST KEIN ZUFALL MIT DER RICHTIGEN TRAININGSPLANUNG

Wer sich neben Beruf und Familie ernsthaft mit einer Triathlon Langdistanz auseinandersetzt, dem wird schnell der zeitliche Aufwand für die vielen Trainingseinheiten bewußt. Eine nachhaltige Leistungsentwicklung ist für gewöhnlich ein Prozess der normalerweise über Jahre erfolgt, möchte man die Gesundheit als Freizeittriathlete nicht ausser acht lassen. Langfristig betrachtet sind die zurückgelegten Trainingskilometer und -stunden natürlich ein wichtiges Erfolgskriterium. Für ambitionierte Freizeitsportler ist das die größte Herausforderung und erfordert viel Geduld, Ruhe und Toleranz des persönlichen Umfeldes.

 

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Für den Erfolg eines solchen Projekts ist viel Disziplin und Organisationstalent erforderlich. Am besten ist es dafür mit einem erfahrenen Triathlon Coach zusammenzuarbeiten, der das Training und die wichtige Regeneration professionell plant, um perfekt am Tag X vorbereitet, gesund und hundertprozentig fit zu sein. Das nimmt vor allem den Planungsstress und vermeidet möglichen Ärger mit dem sozialen Umfeld. Es gibt Sicherheit und erhält ganz besonders die Motivation während der vielen intensiven Trainingsmonate. Ein guter Coach ist kompetenter Ansprechpartner in allen Fragen rundum das richtige Training und die Ernährung im Triathlon, er hilft auch bei der Jahresplanung und ist sogar psychologischer Beistand, wenn’s nicht rund läuft.

 

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete / Mit einem professionellen Triathlon Coach, der richtigen Trainingsplanung und Ernährung wird der Erfolg eines Ironmans kein Zufall © Stefan Drexl

IRONMAN VICHY 2017 The Making of an Ironman Triathlete / Mit einem professionellen Triathlon Coach, der richtigen Trainingsplanung und Ernährung wird der Erfolg eines Ironmans kein Zufall © Stefan Drexl

 
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Nach einer kurzen, schwül warmen Nacht stand ein harter Tag vor mir: IRONMAN Vichy 2016 . Zum zweiten Mal stand ich bereits in dem französischen Kurort am Start und hatte nach meiner Premiere 2015 noch eine Rechnung offen. Erneut gab es Hitze und Wind in der Auvergne vorhergesagt, und die erste Disziplin im Lac d’Allier galt es diesmal ohne Wetsuit zu bewältigen. Mein IRONMAN Vichy 2016 im zauberhaften Herzen Frankreichs durch die Auvergne zwischen Puy de Dôme und Massive Central in Zahlen …

 

HERE ARE MY IRONMAN VICHY 2016 STATISTICS

 

MY IRONMAN VICHY 2016 RESULT

STARTNUMMER 1446
AGE GROUP M45-49
INDIVIDUAL 5.
GENDER 87.
OVER ALL 89.

 

MY IRONMAN VICHY 2016 RACE SUMMERY

STARTZEIT 6:50 Uhr
STARTGRUPPE Rolling Start (4 Athleten / 4 Sekunden)
SCHWIMMEN 59:49 min / 2. M40-44
T1 2:46 min
RADFAHREN 4:53:27 h / 4. M40-44
T2 3:23 min
LAUFEN 3:24:06 h / 4. M40-44
FINISH 9:24:30 h / 5. M40-44

 

MY IRONMAN VICHY 2016 SWIM DETAILS

1.9 km / 1.9 km / 29:05 / 29:07 / 1:31/100m
3.8 km / 1.9 km / 30:10 / 59:17 / 1:35/100m
TOTAL 3.8 km / 59:17 / 59:17 / 1:33/100m
INDIVIDUAL 2.
GENDER 44.
OVER ALL 48.

 

MY IRONMAN VICHY 2016 BIKE DETAILS

4.2 km / 4.2 km / 7:14 / 1:09:21 / 34.84 km/h
23.4 km / 19.2 km / 31:12 / 1:40:33 / 36.92 km/h
51.1 km / 27.7 km / 45:18 / 2:25:51 / 36.69 km/h
89.8 km / 38.7 km / 1:01:13 / 3:27:04 / 37.93 km/h
109 km / 9.2 km / 31:44 / 3:58:48 / 36.30 km/h
136.8 km / 27.8 km / 48:58 / 4:47:46 / 34.06 km/h
176.8 km / 40 km / 1:08:15 / 5:56:01 / 35.16 km/h
TOTAL 176.8 km / 4:53:54 / 5:56:01 / 36.09 km/h
INDIVIDUAL 4.
GENDER 75.
OVER ALL 75.

 

MY IRONMAN VICHY 2016 RUN DETAILS

3.5 km / 3.5 km / 14:47 / 6:13:45 / 4:13/km
4.8 km / 1.3 km / 6:13 / 6:19:58 / 4:46/km
5.2 km / 0.4 km / 2:01 / 6:21:59 / 5:02/km
6.3 km / 1.1 km / 5:02 / 6:27:01 / 4:34/km
8.7 km / 2.4 km / 10:48 / 6:37:49 / 4:30/km
13.9 km / 5.2 km / 25:13 / 7:03:02 / 4:50/km
15.2 km / 1.3 km / 5:59 / 7:09:01 / 4:36/km
15.6 km / 0.4 km / 2:21 / 7:11:22 / 5:52/km
16.7 km / 1.1 km / 5:24 / 7:16:46 / 4:54/km
19.2 km / 2.5 km / 12:21 / 7:29:07 / 4:56/km
24.3 km / 5.1 km / 25:09 / 7:54:16 / 4:55/km
25.7 km / 1.4 km / 6:17 / 8:00:33 / 4:29/km
26.1 km / 0.4 km / 2:40 / 8:03:13 / 6:39/km
27.2 km / 1.1 km / 5:34 / 8:08:47 / 5:03/km
29.7 km / 2.5 km / 13:25 / 8:22:12 / 5:22/km
34.8 km / 5.1 km / 27:26 / 8:49:38 / 5:22/km
36.1 km / 1.3 km / 6:40 / 8:56:18 / 5:07/km
36.5 km / 0.4 km / 3:04 / 8:59:22 / 7:40/km
37.6 km / 1.1 km / 5:51 / 9:05:13 / 5:19/km
40.1 km / 2.5 km / 13:02 / 9:18:15 / 5:12/km
41.6 km / 1.5 km / 6:30 / 9:24:45 / 4:20/km
Total 41.6 km / 3:25:47 / 9:24:45 / 4:56/km
INDIVIDUAL 4.
GENDER 87.
OVER ALL 89.

 

MY IRONMAN VICHY 2016 TRANSITION DETAILS

T1: Swim-to-bike 2:50
T2: Bike-to-run 2:57
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THE IRONMAN VICHY 2016 TOP5 AGE GROUP M45-49

1. Selukov, Arnaud (FRA) 25 / 01:02:35 / 04:44:49 / 03:09:09 / 09:02:14
2. Petermann, Laurent (FRA) 57 / 01:12:32 / 04:48:35 / 03:08:28 / 09:15:24
3. Prezzi, Franco (ITA) 61 / 01:12:36 / 04:47:22 / 03:09:29 / 09:16:58
4. Robustelli, Alessandro (ITA) 78 / 01:08:28 / 04:47:22 / 03:17:17 / 09:21:51
5. Drexl, Stefan (DEU) 89 / 00:59:17 / 04:53:54 / 03:25:47 / 09:24:45

IRONMAN Vichy 2016 Results

 

THE IRONMAN VICHY 2016 TOP 5

WOMEN
1. Faux, Catherine (GBR) 09:13:40
2. Schaerer, Celine (SUI) 09:17:21
3. Fillnow, Kelly (USA) 09:27:56
4. Capone, Lauren (USA) 09:34:06
5. Tanaka, Keiko (JPN) 09:35:46

MEN
1. Wiltshire, Harry (GBR) 08:17:14
2. Brydenbach, Tim (BEL) 08:18:34
3. Risti, Ivan (ITA) 08:19:58
4. Delsaut, Trevor (FRA) 08:21:51
5. Brader, Christian (GER) 08:22:43

 

THE IRONMAN VICHY 2016 STATISTICS

STARTER 1946 / 100 %
FINISHER 1543 / 79,3 %
DNF 403 / 20,7 %
STARTER M40-44 254
FINISHER M40-44 234
AIR TEMPERATUR 36 Grad Celsius
WATER TEMPERATURE 26 Grad Celsius
WIND DIRECTION S-SW-NW
WIND SPEED 10 – 45 km
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MY IRONMAN VICHY 2016 RACING STUFF

BEN & JERRY’S Cookie Dough Icecream
CANYON Speedmax CF Di2 Zeitfahrrad
CONTINENTAL Schlauchreifen
FIZIK Tritone 5.5 Sattel
GIRO Inciter Tri Radschuhe
MAVIC CXR80 T Laufräder
MYPROTEIN Maltodextrin
OAKLEY Hollbrook Sonnenbrille
OAT SNACK Banana Bread
POC Cerebel Aerohelm
POLAR V650 Radcomputer
POLAR V800 GPS Multisportuhr
POWERBAR PowerGel
PROFILE DESIGN ATTK Food Unit
SAILFISH G-Range Wetsuit
SAILFISH Rebel Swimskin
SAUCONY Kinvara 7 Laufschuh
SKINFIT Tri Top, Tri Pant Funktionskleidung
SUGAR & PAIN Trucker SnapBack Cap
ZOGGS Predator Schwimmbrille

 

MEHR INFORMATIONEN

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RESULTS IRONMAN Vichy 2016

Es liegt eine kurze, schwül warme Nacht hinter uns und mit dem IRONMAN Vichy 2016 ein harter Tag vor mir. Zum zweiten Mal stehe ich in dem französischen Kurort am Start und habe noch eine Rechnung zu begleichen, denn meine Premiere 2015 lief nicht ganz nach Plan. Erneut sind Hitze und Wind für die Auvergne vorhergesagt und schon am Vortag war klar, dass die erste Disziplin im Lac d’Allier ohne Wetsuit zu schwimmen ist. Jedoch könnte ein anderes, viel diskutiertes Thema diesmal Einfluss auf mein Rennen haben. Werden mit meine Wettkampf- und Ernährungsstrategie diesmal funktionieren? Wie wird der neue Rolling Start? Was der Tag wohl heute bringt? Mein IRONMAN Vichy 2016 mit Nebenwirkungen und anderen Kuriositäten.

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Die letzte Trainingseinheit auf dem Rad durch das Val d'Allier noch in entgegengesetzter Richtung ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Die letzte Trainingseinheit auf dem Rad durch das Val d’Allier noch in entgegengesetzter Richtung ©stefandrexl.de



HERE IS MY IRONMAN VICHY 2016 STORY


Der Wecker klingelt, es ist zehn vor vier und das Thermometer zeigt schon jetzt 24 Grad Celsius – oder immer noch! Es ist Sonntag, 28. August 2016, noch drei Stunden bis zum Start des IRONMAN Vichy 2016. Die Saison war lang und so habe ich mich eher kurzfristig für meine zweite Langdistanz entschieden. Ich bereite mein Frühstück: Haferflocken in warmer Sojamilch mit Zimt, zerquetschter Banane und Honig. Diese Kombination hat sich stets bewährt und ich genieße meine letzte Mahlzeit vor dem Rennen. Morgenstund’ hat Gold im Mund, und heute darf’s ein bisschen mehr sein!

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Zum Betthupferl etwas innere Kühlung und süße Motivation ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Zum Betthupferl etwas innere Kühlung und süße Motivation ©stefandrexl.de

Die letzten Tage vor meiner zweiten Langdistanz habe ich mit intensiver Entspannung, kurzen Trainingseinheiten, sowie viel Trinken und Essen hochwertiger Kohlenhydrate und Fette verbracht. Am Abend zuvor gab’s einige Galettes mit Deftigem und Crêpes mit Süßem bei meiner Lieblings-Crêperie Josephine in Vichy. Wir sind diesmal sogar extra früher angereist, um besser zu akklimatisieren, und haben ein gut gekühltes Hotel gewählt. Das einzig Richtige angesichts der hohen Temperaturen während der IRONMAN Race Week von bis zu 38 Grad Celsius. Zur inneren Kühlung und Belohnung habe ich mir als Betthupferl noch eine leckere Eiscrème, natürlich ein Ben & Jerry’s, gegönnt.

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Französiche Kreativität an der Radstrecke ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Französiche Kreativität an der Radstrecke ©stefandrexl.de

Anschließend fülle ich meine Trinkflaschen mit Tee und Maltodextrin von MyProtein und bereite die Wettkampf-Verpflegung vor. Alles Routine, bis jetzt. Nach einem frisch gebrühten Espresso in meiner Bialetti gönne ich mir noch etwas Ruhe zur Konzentration. Zwei Stunden vor dem Start brechen wir auf. In Begleitung meines Sohnes laufe ich durch die Dunkelheit auf der Promenade entlang des Lac d’Allier zum Wettkampfgelände. Es ist ein Teilstück der Marathonstrecke des IRONMAN Vichy. Kein Wind, das Wasser ist still und die Nacht sternenklar.

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Letzte Vorbereitungen beim Check In des Zeitfahrrades ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Letzte Vorbereitungen beim Check In des Zeitfahrrades ©stefandrexl.de



CROISSANT ET CAFE AM START DES IRONMAN VICHY


Auf der anderen Uferseite schlummert der Parc Omnisports mit der noch verlassenen Wechselzone. Die Ruhe vor dem Sturm. Wir erreichen um 5:30 Uhr, pünktlich zur Öffnung den Bike-Park. Es herrscht eine entspannte Atmosphäre, es gibt Croissant mit Café Crème im Palais du Lac Centre Omnisports, ich lasse lieber die Finger davon. Es bleiben mir noch 80 Minuten bis zum Start. Auf meinem Weg durch die Wechselzone treffe ich noch Christian Brader und Diana Riesler auf ein kurzes Gespräch, zwei deutsche Profi Triathleten und heute Favoriten auf den Gesamtsieg. Mein Bike (CANYON Speedmax CF) steht mit Startnummer 1446 diesmal an einem undankbaren Platz im Zentrum der Wechselzone, Mitte, Mitte.



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Die letzten Vorbereitungen: Trinkflaschen in die Flaschenhalter und Verpflegung in die Food Box. Radschuhe einpudern, in die Pedale klicken und mit Gummis fixieren. Reifen aufpumpen und das richtige Ritzel auflegen. Fertig! Ich habe für den IRONMAN Vichy 2016 wieder die MAVIC CXR80 T Hochprofilfelgen mit Schlauchreifen gewählt, vorne wie hinten, auch wenn ein Reifenwechsel dadurch komplizierter wäre und länger dauern würde. Schlauchreifen rollen wesentlich komfortabler, vor allem auf dem rauen, französischen Straßenbelag und sind zugleich haltbarer. Holger Schiegel von SPEED COMPANY München hat vorsorglich ein paar neue Reifen aufgeklebt, damit alles hundertprozentig ist. Wichtiger für den Komfort auf dem Rad und den 180 Kilometern war aber noch eine leichte Korrektur meiner Sitzposition durch Pascal vom Radlabor. Denn erst dadurch ist es möglich ohne Rückenprobleme dauerthaft in der Aeroposition zu bleiben und mehr Druck auf’s Pedal zu bringen. Meinen POC Zeitfahrhelm und die Startnummer habe ich diesmal im Wechselbeutel deponiert, so dass ich beides bereits während meines Laufwegs zum Rad auf- und anziehen kann.

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Die Waffe ist geladen und Startplatz 1446 ist scharf ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Die Waffe ist geladen und Startplatz 1446 ist scharf ©stefandrexl.de



IRONMAN VICHY 2016: ROLLING START MIT FANZÖSISCHER KLEIDERORDNUNG


Der Lac d’Allier misst 26 Grad Celsius, ein Grad über der zulässigen Wassertemperatur und das bedeutet, dass die 3800 Meter heute ohne Wetsuit zu schwimmen sind. Wieder einmal dieses Jahr, denn nur zwei meiner neun Triathlons waren mit Wetsuit, weniger denn je. Die Klimaerwärmung hat damit auch immer öfter Auswirkungen auf unsere faszinierende Sportart. Als guter Schwimmer kommt mir das zwar entgegen, eventuell, es kostet mich aber auch mehr Energie wegen des höheren Beineinsatzes. Während ich noch ein Energy Gel zu mir nehme, gehe ich noch einmal meine Laufwege durch die Wechselzone ab und ziehe meinen Speedsuit von Sailfish an. Dann geht’s an den Start, für mich erstmals im neu eingeführten Rolling Start Modus , der die erste Disziplin für die Triathleten entspannter und komfortabler machen soll.

Wettkampf in der Komfortzone – ein Widerspruch! Ein kurzer Abschied von meiner Frau und meinem Sohn, Schwimmbrille aufgesetzt und dann hinein in die Gatterschleuse für die freiwillige Vorsortierung nach den persönlichen Schwimmzeiten. Statt Entspannung und Komfort herrscht hektisches Gedränge im Kampf um die besten Startpositionen – als würde schon hier der IRONMAN entschieden. Ich komme mir vor wie ein Schaf auf dem Gang zum Schlachthof, wie das wohl erst für die Zuschauer aussieht. Dann erreiche ich endlich den ersten Block der schnellsten Schwimmer mit der Schleuse zum Ponton. Der Horizont färbt sich in sanftes orange und die Dämmerung setzt ein.

Ein Kampfrichter spricht mich überraschend an, erst in Highspeed-Französisch, dann auf englisch: Ich soll mein ärmelloses Triathlon Oberteil unter meinem Speedsuit auszuziehen oder runterzurollen, denn es sei nur ein Layer bei Wetsuitverbot erlaubt. Für mich zwar unverständlich, denn in den IRONMAN Reglement § 4.03 (f) wurde das mit zunehmender Popularität der Speedsuits angepasst mehr und auch während der Wettkampfbesprechung wurde diesbezüglich nichts erwähnt. Ich war über diese französische Kleiderordnung irritiert aber es machte keinen Sinn kurz vor dem Start zu diskutieren und so die Konzentration womöglich zu verlieren. Also ziehe ich meinen Speedsuit wieder aus, schlüpfe mit meinen Schultern durch das enge Kopfteil meines ärmellosen Tri Tops und schiebe es nach unten über den Bauch. Natürlich alles andere als optimal, denn um meine Taille war jetzt eine unbequem Wurst gewickelt. Zu einem früheren Zeitpunkt hätte ich dafür sicherlich eine bessere Lösung gefunden. Mit diesem Thema wurden auch andere Triathleten kurzfristig konfrontiert und mancher später deshalb auch disqualifiziert, selbst einige Profis (LINK).

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Stau am Ponton und die Zeit läuft: Der Schwimmstart mit Rolling Start gleicht selbst bei einigen schnelleren Triathleten einem planlosen Sprung ins Ungewisse ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Stau am Ponton und die Zeit läuft: Der Schwimmstart mit Rolling Start gleicht selbst bei einigen schnelleren Triathleten einem planlosen Sprung ins Ungewisse ©stefandrexl.de



BLEIENTEN UND TREIBGUT STATT ADRENALIN


Nach acht Monaten Training, Verzicht und intensiver Vorbereitung ist es dann soweit für mich und fast 2000 Triathleten. Um 6:50 Uhr ertönt erstmals das Startsignal des IRONMAN Vichy 2016 für die ersten vier Athleten gefolgt von den Nächsten alle vier Sekunden. Mit einem kurzen Piepston startet für mich knapp eine Minute später die zweite Langdistanz und ich laufe mit drei weiteren Triathleten über den Steg, wo die vorherigen Starter noch spazieren. Ein Kampfrichter fordert uns auf, nicht zu überholen. Ein Scherz, denke ich mir. Da war sie die Komfortzone! Am Ende des Steges hole ich Schwung und setze zum Startsprung an. Gerade noch rechtzeitig erkenne ich, wie ein Starter vor mir eher hilflose ins Wasser plumpst. Als ich gerade noch seitlich an ihm vorbeisegle, taucht unter mir ein anderer Schwimmer auf – ohne Brille. Ich segle glücklicherweise weit genug. Nach einer kurzen Tauchphase ohne „Bleienten“ schwimme ich relativ moderat los, denn von Beginn an muss ich mich durch oder über vor mir gestarteten Triathleten kämpfen. Für gewöhnlich geht es mit dem Start und der ersten Disziplin so richtig zur Sache, die Strecke ist frei und das Tempo hoch. Bei einem regulären Start wäre ich jetzt wohl mit den schnellsten Schwimmern schon vorne weg. Mit dem Rolling Start ist alles anders und das Problem liegt ursächlich nicht bei den Teilnehmern.

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Konzentrierte Vorbereitung auf das Schwimmen mit Rollin Start ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Konzentrierte Vorbereitung auf das Schwimmen mit Rollin Start ©stefandrexl.de

Das Wasser ist zwar unruhig aber das Wassergefühl ist sehr gut, das Tempo eher kontrolliert. An der ersten Boje wird gedrängelt, Positionskämpfe und so verläuft auch das gesamte Schwimmen. Mit dem ersten und einzigen Landgang gibt’s etwas Abwechslung. Die Zuschauermenge tobt, das französische Publikum ist sensationell und das spornt an. Ich fühle mich nach der Hälfte der Schwimmstrecke durchaus locker, jedoch habe ich keine Orientierung an welcher Position ich mich befinde, denn überall sind Schwimmer Im vergangen Jahr war ich zu diesem Zeitpunkt in der Spitzengruppe und wir haben sogar die langsameren Profis eingesammelt. Beim erneuten Sprung in den Lac d’Allier ein ähnliches Szenario, wie beim Start. Was mag das wohl für ein Bild von unserer Sportart für Außenstehende abgegeben? Die Sonne geht auf über Vichy und mit jedem Atemzug nach links schaue ich ihr auf der zweiten Runde direkt entgegen.



SOLORITT DURCH DEN GLUTOFEN DER AUVERGNE


Mit meiner bisher langsamsten Schwimmzeit steige ich nach die 3,8 Kilometer mit 59 Minuten aus dem badewannenwarmen Lac d’Allier und schwinge mich mit einem schnellen ersten Wechsel nach nur 2:50 Minuten auf den Sattel meines Canyon Speedmax CF. Jetzt folgen die schönsten 180 km eines IRONMAN bei strahlend blauem Himmel durch die zauberhafte Landschaft der Departements d’Allier und Puy de Dôme. Nach dem Parc d’Omnisport und ein paar kurze Steigungen des Vororts Bellerive-sur-Allier geht’s Richtung Süden auf die Radstrecke. Zwei Runden à 90 km mit 1194 Höhenmetern sind zurückzulegen. Meine Beine sind locker und schnell finde ich einen Tretrhythmus. Auf den ersten Kilometern überhole ich einige Athleten, beinahe alle hundert Meter einen. Nach 20 km bin ich alleine unterwegs durch die Felder des Val d’Alliers und die verschlafenen Dörfer des Département Puy-de-Dôme.

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Feuer frei: Mit Fullspeed über die Felder im Val d'Allier ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Feuer frei: Mit Fullspeed über die Felder im Val d’Allier ©stefandrexl.de

Es geht raus aus dem Tal und von Limones auf einer der langen Geraden über Luzillat nach Maringues. In der Ferne, bei Kilometer 40 sehe ich endlich wieder einen Mitstreiter vor mir, ein Orientierungspunkt. Erst jetzt merke ich, selbst einen Verfolger zu haben, wohl schon seit einiger Zeit, ganz so einsam ist es also doch nicht. Der scheint es sich hinter mir eingerichtet zu haben, zwar im erlaubten Mindestabstand der zwölf Meter langen Windschattenbox, aber ohne einen Zentimeter zu verschenken, zu überholen oder sich abschütteln zu lassen.

Das Morgenlicht ist herrlich und der klare Blick auf den Puy de Dôme ist einfach wunderbar. Über den Feldern liegt ein leichter Dunst und in den Dörfern stehen Menschen am Straßenrand und winken, es riecht nach frischem Baguette. Motivation. Es läuft und ich fahre ein konstantes Tempo um die 40 km/h, ein leichter Wind von links-vorne bläst mir aus Süd-Westen entgegen. Der Pedaldruck passt und es ist Zeit nach einem Energy Gel bei Kilometer zehn für etwas feste Verpflegung mit Banana Bread.Bei Kilometer 44 überhole ich meinen Vordermann und ein paar Kilometer später die eher gestartete führende Frau. Nach 50 Kilometern im Schlepptau überholt mich mein Windschatten –Verfolger. Es ist Holger aus Deutschland (praktisch die beschrifteten Starnummern) zusammen mit einem weiteren Athleten und klebt erneut kritisch an dessen Hinterrad – sechs Radlängen, keinen Zentimeter mehr oder weniger.

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Ausser eines Verfolgers keine Traithlet in Sichtweite ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Ausser eines Verfolgers keine Traithlet in Sichtweite ©stefandrexl.de

Bevor es erstmals von Bas-et-Lezat den langen Anstieg hinauf nach Razet geht, werde ich von einem Gruppo mit acht Mann überholt, die ein Mannschaftszeitfahren simulieren, dicht gefolgt von einem Race Marshall und einem Referee. Doch beide warten nur auf eine verkehrsgünstige Chance, um zügig an dem Pulk vorbeifahren ohne einer Reaktion auf das Renngeschehen. Rolling Start mit Schwimmen im selbst gewählten Wasserschatten, Windschattenfahren ohne Konsequenzen, wozu eigentlich Zeitnahme für Age Grouper? Wir könnten im Ziel auch Würfeln …

Es kehrt wieder Ruhe ein, nur die Carbon-Laufräder dröhnen monoton über den groben Asphalt. Nach den fast hundert Höhenmetern und einer Achterbahn durch den welligen Forêt vor Vichy führt eine lange Abfahrt wieder hinunter ins Val d’Allier und durch das Labyrinth von Bellerive-sur-Allier. Nach einigen heiklen Bremsbuckeln mit Tempo 75 und einer scharfen Rechtskurve folgen einige Kreisverkehre und Kreuzungen bis schließlich die erste Radrunde mit einer Verpflegungsstelle geschafft ist: 2:25 Stunden für die ersten 90 Kilometer! Ich trenne mich von meinen leeren Trinkflaschen und bekomme bei den Individual Needs meine zwei vorbereiteten vollen Flaschen. Ab jetzt zählts!



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NACH DER RUHE KOMMT DER STURM: DIE ZWEITE RADRUNDE


Die zweiten 90 km beginnen bereits weniger einsam. Ich überhole einige sehr langsame Triathleten, sie sind scheinbar wohl erst am Anfang der zweiten Disziplin. Aber auch ich werde alle paar Kilometer von langsameren Schwimmern oder später gestarteten Triathleten überholt. Während die Temperaturen jetzt 30 Grad übersteigen, nehmen die Böen deutliche zu und der Wind bläst aus verschiedenen Richtungen. Als ich das zweite Mal aus dem Val d’Allier hinauf nach Limons fahre weht mir ein starker Westwind entgegen und dunkle Gewitterwolken entstehen über dem Puy-de-Dome, die schnell Richtung Vichy ziehen. Nun steigt auch die Luftfeuchtigkeit und die Luft riecht nach warmen Regen.

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Lange Geraden und eine überwältigende Aussicht auf den Puy de Dôme ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Lange Geraden und eine überwältigende Aussicht auf den Puy de Dôme ©stefandrexl.de



Der Wind bremst die Athleten und das Tempo wird langsamer. Etwa zwanzig Radfahrer passieren die Verpflegungsstelle in Martres-sur-Morge und plötzlich fliegen Trinkflaschen auf den Boden und rollen über die Straße. Eine freiwillige Helferin springt hinterher, ein Fehler. Unmittelbar hinter mir kommt es zum Sturz. Während ich mit einer Hand noch nach einer Trinkflasche greife, rollt eine Volle direkt vor mein Vorderrad. Einarmig versuche ich meine Lenker zu stabilisieren und schon rumpelt es unter mir. Ich kann gerade noch das Gleichgewicht halten und glücklicherweise einen Sturz vermeiden. Eine Schrecksekunde, das Adrenalin schießt mir durch den kompletten Körper. Das wäre fast ins Auge gegangen – durchschnaufen, sortieren und weiterfahren!

Der Regen kommt nicht, aber der Wind nimmt zu, vor allem der Gegenwind bläst stark und gibt mir das Gefühl über den Asphalt zu kriechen. Nach knapp 140 Kilometern fahre ich wieder einmal alleine durch die Prärie. Ich fühle mich etwas matt, werde unkonzentriert und meine Gedanken schweifen ab. Ich denke an die vergangenen Monate, das Training und meine Familie, an die vielen wunderbaren Moment und die viel zu früh verstorbenen Freunde. Ich hinterfrage den Sinn der Sache, welch ein Privileg diesen Sport machen zu können – zu dürfen. Gesund. Welch ein Glück? Mein Blick schweift über den Radcomputer und meinen Notizzettel auf dem Vorbau mit meinen Stichpunkten, die der Sache einen Sinn geben. Die Konzentration kehrt schlagartig zurück und mit einem erneuten Tempocheck auch die Motivation. Auf den letzten 25 Kilometern nütze ich endlich den Rückenwind und verschärfe noch einmal das Tempo. Der Regen hat es dafür nicht zu mir geschafft, nur im Dorf St.-Clément-de-Regnat waren die Straßen feucht.



IRONMAN VICHY 2016 The Story: Hochbetrieb an der Verpflegungsstelle mit Schrecksekunde ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Hochbetrieb an der Verpflegungsstelle mit Schrecksekunde ©stefandrexl.de



Auf der Abfahrt zurück nach Vichy erhöhe ich die Trittfrequenz, lockere meine Beine und entspanne den Rücken. Die dauerhafte Haltung in der Aeroposition mit dem hohen Druck und der fehlenden Abwechslung ist anstrengend, aber dank des vielen Athletiktrainings gab es diesmal keine Rückenschmerzen. Die letzten Kilometer zurück zur Wechselzone sind aufgrund der vielen Kurven und Kanaldeckel riskant. Nach 4:53 Stunden steige ich pannenfrei und dankbar von meinem Speedmax, ganze 17 Minuten schneller als im Vorjahr und an Position vier meiner Altersklasse. Die Beine fühlen sich zumindest nach dem ersten Bodenkontakt gut an.



HAWAII-FEELING IM MARATHON AM LAC D’ALLIER


Mit einem weiteren flotten Wechsel, Socken an und rein in die Laufschuhe, starte ich meine erste Laufrunde und finde sofort meinen Laufrhythmus. Mein Marathon soll diesmal besser laufen und so wähle ich ganz bewusst ein moderates Tempo, denn schließlich liegen bereits 3,8 km Schwimmen und 180 km Radfahren hinter mir. Die Erfahrungen des Vorjahres möchte ich nicht mehr machen aber ich möchte sie auch nicht missen. Nach 5 km überrascht mich ein Blick auf meine Uhr: 21:30 Minuten – das ist zu schnell. An der ersten Verpflegungsstelle nehmen ich nur Wasser im Vorbeilaufen, die Mittagshitze von jetzt 33 Grad ist noch erträglich. Ich lauf durch die Galerien von Vichy und vorbei an der Oper, noch ist die Laufstrecke zwar leer aber den Streckenrand säumen bereits zahlreiche Zuschauer.

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Die Beine sind auch im Marathon locker und schnell läuft's durchdie Galerien des Parc de l'Opèra ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Die Beine sind auch im Marathon locker und schnell läuft’s durchdie Galerien des Parc de l’Opèra ©stefandrexl.de



Nach zehn Kilometern gehe ich ein paar Meter durch die nächste Verpflegung und trinke erstmals auch ein paar Schlücke Cola im Wechsel mit Wasser. Nach wenigen Metern laufe ich wieder locker weiter. In der zweiten Runde erreicht dann doch noch etwas warmer Sprühregen das Städtchen Vichy. Das Nass von oben ist angenehm und für kurze Zeit ist es auch. Doch der Regen kühlt kaum und nach zwanzig Minuten ist der Regen schon wieder vorbei. Dafür steigt jetzt die Luftfeuchtigkeit und erschwert die Atmung. Fast schon Hawaii-Feeling. In 1:40 Stunden ist die Hälfte des Marathons geschafft, jetzt heißt es die Konzentration und das Tempo halten.



IRONMAN VICHY 2016: COLA ORANGE FÜR DEN ZUCKERSPIEGEL


Zu diesem Zeitpunkt des IRONMAN habe ich keine Ahnung, was hinter mir passiert und an welcher Position ich laufe. Ebenso gibt es keine Informationen, wie viele Athleten vor oder nach mir gestartet sind, die eventuell langsamer oder schneller unterwegs sind als ich ohne sie jemals während des gesamten Rennens zu sehen. Es ist ein Rennen ohne Orientierung. Ich halte stattdessen an meiner Renntaktik fest, ab jetzt durch jede Verpflegungsstelle ein paar Meter zu gehen während ich trinke und an Orangen sauge, um nicht Gefahr zu laufen, hinten raus einzugehen. Dennoch beginnt in der dritten Runde mein Blutzuckerspiegel zu schwanken und auch die Waden werden etwas matschig. Ich verkürze die Schrittlänge, erhöhe dafür die Schrittfrequenz und nehme etwas das Tempo raus. Es funktioniert und ich kann diese Schwächephase relativ schnell überwinden. Auf der Uferpromenade überhole ich dann wieder Holger, mein Windschatten. Er hat Krämpfe und muss gehen!



IRONMAN VICHY 2016 The Story: In der Mittagssonne entlang am Lac d'Allier ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: In der Mittagssonne entlang am Lac d’Allier ©stefandrexl.de



Ein letztes Mal laufe ich durch das IRONMAN Stadion im Pac d’Omnisport, nur noch zehn Kilometer, die letzte Runde. Ich freue mich und denke kurz zurück an den IRONMAN Vichy 2015, an den letzten Marathon, der ganz anders kam als ich dachte, an die vergangenen zwölf Monate mit den die vielen Einheiten, Kilometern, Höhenmetern und den Fahrten durch den Regen. Ein tolles Jahr mit vielen Erfahrungen, für die ich dankbar bin und aus denen ich einiges gelernt habe. Sometimes you win and sometimes you learn, but you never lose, spreche ich laut aus. Es ist das erste Mal seit mehr als acht Stunden schweigen. Wir Triathleten sind schon eine seltsame Spezies.



FINISH MIT EISERNEM WILLEN UND GÄNSEHAUT BEIM IRONMAN VICHY 2016


Ich bin wieder hell wach und die Beine laufen fast automatisiert. Ich spüre zwar meine Waden, aber wäre ja auch schlimm, wenn nicht. Die Uhr zeigt keine neun Stunden an und es sind kaum mehr sechs Kilometer. Im Vorjahr war ein Slot für Hawaii längst abgehakt, jetzt ist vielleicht sogar ein Platz auf dem Podium in Reichweite. Aber keine Rechnerei, denn Triathlon ist keine Mathematik und auf fünf Kilometern kann noch einiges passieren. Auf der Schleife zur Opéra de Vichy kommt mir noch Frank Aurich entgegen, ein Sportsfreund aus München. Wir sind in der selben Altersklasse und er hat mir zum Glück laut zugerufen, sonst hätte ich ihn unter den vielen Läufern nich erkannt. Frank läuft knapp einen Kilometer vor mir und scheint somit erst in Runde drei zu sein.



IRONMAN VICHY 2016 The Story: Die letzte Runde läuft wie die Erste im Flug und ein letztes Mal geht's über die Europa-Brücke von Vichy ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Die letzte Runde läuft wie die Erste im Flug und ein letztes Mal geht’s über die Europa-Brücke von Vichy ©stefandrexl.de



Die letzten beiden Verpflegungen lasse ich aus, um Zeit zu sparen und merke, wie sich eine Leichtigkeit in mir ausbreitet. Ich laufe ein letztes Mal über die Europabrücke von Vichy und dann hinein in’s IRONMAN Stadion und die letzten einhundert Meter. Das Publikum feiert trotz der großen Hitze, angeheizt von einem DJ und zwei sensationellen Moderatoren. Was für eine Stimmung, Adrenalin und Gänsehaut, schlagartig löst sich meine Anspannung mit Tränen der Freude und des puren Glücks. Über der Finishline sehe ich die Uhrzeit: Neun Stunden, vierundzwanzig Minuten! Dieser Moment ist so intensiv und gewaltig, so wunderbar einzigartig: „You are an IRONMAN,“ schallt es aus den Boxen. Ich bin im Ziel.



FAZIT: VIRTUELLE DUELLE, GEDANKENSPIELE UND PERSÖNLICHE BESTZEIT


Das war ein Triathlon, eine Langdistanz und ein IRONMAN, wie ich ihn mir gewünscht habe. Das Wassergefühl war über die gesamten 3,8 km hervorragend, beide Wechsel haben sauber geklappt, auf dem Rad habe ich Pedaldruck und Tretfrequenz 180 km lang halten können und den Marathon bin ich nahezu 42,295 km mit einer konstanten Pace gelaufen. Meine Veränderungen im Training und in der Vorbereitung haben sich ausgezahlt und auch meine Ernährungsstrategie hat gut funktioniert. Meine Renntaktik war kontrolliert und darauf ausgelegt, nicht in eine ähnliche Situation zu geraten wie im Vorjahr.

Ich habe mit einer Zeit von 9:24:45 Stunden die TOP 5 meiner Altersklasse M45-49 erreicht und war damit 30:46 Minuten schneller als bei meinem ersten IRONMAN 2015. Gesamt ist es Platz 89 und somit ähnlich mit der Platzierung des Vorjahrs, dem 84 Platz (9:55:31 Stunden). Das verdeutlicht einen starken Anstieg der Leistungsdichte meiner Alterklasse beim IRONMAN Vichy von 2015 zu 2016. Interessant ist auch der Vergleich der Siegerzeit meiner Alterklasse: 9:22:41 Stunden (2015) zu 09:02:14 Stunden (2016). Mit meiner Zielzeit wäre man im vergangenen Jahr noch zweiter geworden. Aber jedes Rennen hat seinen eigenen Charakter und Triathlon ist keine Mathematik.



IRONMAN VICHY 2016 The Story: Nach 9:24 Stunden auf dem Buckel ist die ganze Energie auf einen lauten Freudenschrei konzentriert ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Nach 9:24 Stunden auf dem Buckel ist die ganze Energie auf einen lauten Freudenschrei konzentriert ©stefandrexl.de



Einen ganz besonderen Charakter hat der IRONMAN Vichy 2016 schon wegen des Rolling Starts. Als ich mir kurze Zeit später im Ziel erneut die Ergebnisse und Zwischenzeiten anschaue bekomme ich die Nebenwirkungen des neuen Startmodus persönlich zu spüren. Ich bin als vierter meiner Altersklasse durchs Ziel gelaufen und fünfzehn Minuten später auf Platz fünf gerutscht. Die Zeitdifferenz zum neuen Viertplatzierten beträgt nur 2:54 Minuten. Ein Positionsverlust ohne einem direkten Duell. Ein virtueller Gegner, den man zu keinem Zeitpunkt des Rennens zu Gesicht bekommen hat, weil er später gestartet war. Auch Platz drei war nur 7:47 Minuten vor mir, das Podium somit in Reichweite, doch immerhin hat jener Athlet mich irgendwann tatsächlich überholt. Auch wenn wir wohl beide nicht wussten, um welche Positionen wir eigentlich aktuell kämpften. Oder hätte ich mich vielleicht doch etwas mehr trauen sollen. Es wäre ja sinnfrei gewesen jedem Athleten hinterher zu laufen, ohne zu wissen, wann dieser tatsächlich gestartet war. Für mich ist das eine unglückliche Folge des Rolling Start und im Grunde eine eklatante Wettbewerbsverzehrung, die möglicherweise auch einigen andere Triathleten betreffen wird.

Der IRONMAN Vichy 2016 ist in the Books and History. Ich bin richtig zufrieden und glücklich mit meiner Leistung und meinem Rennen, über meine gute Zeit und das Ergebnis. Mein IRONMAN Vichy 2016 ist ein echter Erfolg. Es lief alles nach Plan und hat vom Start bis zum Finish richtig Spaß gemacht. Meine Rechnung mit Vichy ist beglichen und meine Saison damit erfolgreich beendet: AUS – SCHLUSS – VORBEI!



NACHTRAG


Am nächsten Tag erfahre ich dann während der Award Ceremony, dass in meiner Altersklasse M45-49 nur vier Slots für die IRONMAN World Championships Hawaii zu vergeben sind. Alle vier Qualifikationsplätze werden angenommen.



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2000 Triathleten nahmen an der 2016 Ausgabe des Ironman Vichy teil. Es galt 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen im typischen Glutofen der Auvergne zu absolvieren …

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MY SPECIAL THANKS


Einen Triathlon kann man alleine bestreiten. Für einen IRONMAN und besonders den langen Weg dorthin braucht es einige Menschen und ein positives soziales Umfeld mit Geduld und Leidensfähigkeit, wenn das Vorhaben von Erfolg gekrönt sein soll. Mein herzlicher Dank gehen an meine Frau Kerstin und meine Kinder Jamie und Simon für Ihre liebevolle Unterstützung. Ich danke meinen Freunden, die mich immer wieder motiviert oder auch bei meinen Trainingseinheiten begleitet haben, danke Jochen und Moritz. Ohne einer perfekt funktionierenden Technik ist die zweite Disziplin nicht pannenfrei zu bewältigen. Damit mein CANYON Speedmax wie geschmiert läuft und es richtig schnell rollt, braucht es einen Meister, der sein Handwerk versteht. Danke an Holger Schiegl von SPEED COMPANY München für den zuverlässigen technischen Support und an Pascal Ketterer vom Radlabor München für die großartigen Sitzpositionsanalysen. Ohne den beiden und ihrer fachlicher Kompetenz würde es selbst mit der schärfsten Zeitfahrwaffe in der zweiten Disziplin nur halb so schnell rollen.



MY IRONMAN VICHY 2016 RESULT


STARTZEIT 6:50 Uhr
STARTGRUPPE Rolling Start (4 Athleten / 4 Sekunden)
STARTNUMMER 1446
SCHWIMMEN 59:49 min / 1. M40-44 (2.)
T1 2:46 min
RADFAHREN 4:53:27 h / 18. M40-44 (4.)
T2 3:23 min
LAUFEN 3:24:06 h / 17. M40-44 (4.)
FINISH 9:24:30 h
OVER ALL 84
AGE GROUP M45-49
INDIVIDUAL 5



THE IRONMAN VICHY 2016 TOP5 AGE GROUP M45-49


1. Selukov, Arnaud (FRA) 25 / 01:02:35 / 04:44:49 / 03:09:09 / 09:02:14
2. Petermann, Laurent (FRA) 57 / 01:12:32 / 04:48:35 / 03:08:28 / 09:15:24
3. Prezzi, Franco (ITA) 61 / 01:12:36 / 04:47:22 / 03:09:29 / 09:16:58
4. Robustelli, Alessandro (ITA) 78 / 01:08:28 / 04:47:22 / 03:17:17 / 09:21:51
5. Drexl, Stefan (DEU) 89 / 00:59:17 / 04:53:54 / 03:25:47 / 09:24:45



IRONMAN Vichy 2016 Ergebnisse



MY IRONMAN VICHY 2016 RACING STUFF


BEN & JERRY’S Cookie Dough Icecream
CANYON Speedmax CF Di2 Zeitfahrrad
CONTINENTAL Schlauchreifen
FIZIK Tritone 5.5 Sattel
GIRO Inciter Tri Radschuhe
MAVIC CXR80 T Laufräder
MYPROTEIN Maltodextrin
OAKLEY Hollbrook Sonnenbrille
OAT SNACK Banana Bread
POC Cerebel Aerohelm
POLAR V650 Radcomputer
POLAR V800 GPS Multisportuhr
POWERBAR PowerGel
PROFILE DESIGN ATTK Food Unit
SAILFISH G-Range Wetsuit
SAILFISH Rebel Swimskin
SAUCONY Kinvara 7 Laufschuh
SKINFIT Tri Top, Tri Pant Funktionskleidung
SUGAR & PAIN Trucker SnapBack Cap
ZOGGS Predator Schwimmbrille



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Es liegt eine kurze, schwül warme Nacht hinter uns und mit dem IRONMAN Vichy 2016 ein harter Tag vor mir. Zum zweiten Mal stehe ich in dem französischen Kurort am Start und habe noch eine Rechnung zu begleichen, denn meine Premiere 2015 lief nicht ganz nach Plan. Erneut sind Hitze und Wind für die Auvergne vorhergesagt und schon am Vortag war klar, dass die erste Disziplin im Lac d’Allier ohne Wetsuit zu schwimmen ist. Mein IRONMAN Vichy 2016 in Bildern im zauberhaften Herzen Frankreichs durch die Auvergne zwischen Puy de Dôme und Massive Central.

 

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IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Das Ironman Branding an allen Orten der Stadt ©stefandrexl.de

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IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Historische Bauten in der Altstadt, hier läßt es sich gut aushalten ©stefandrexl.de

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IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Die letzte Schwimmeinheit vor dem Wettkampf ©stefandrexl.de

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IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Die letzte Trainingseinheit auf dem Rad durch das Val d'Allier noch in entgegengesetzter Richtung ©stefandrexl.de

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IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Französiche Kreativität an der Radstrecke ©stefandrexl.de

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IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Galettes mit Deftigem und Crêpes mit Süßem bei meiner Lieblings-Crêperie am Vorabend ©stefandrexl.de

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IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Zum Betthupferl etwas innere Kühlung und süße Motivation ©stefandrexl.de

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IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Wer suchet der findet - noch geht's ohne Lupe ©stefandrexl.de

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MY IRONMAN VICHY 2016 SWIM PART

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Letzte Vorbereitungen beim Check In des Zeitfahrrades ©stefandrexl.de

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IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Zwei Mal 2000 Wechselbeutel für's Bike Gear und Run Gear, dazwischen hängen meine mit Startnummer 1446 ©stefandrexl.de

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IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Die Waffe ist geladen und Startplatz 1446 ist scharf ©stefandrexl.de

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IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Konzentrierte Vorbereitung auf das Schwimmen mit Rollin Start ©stefandrexl.de

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IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Stau am Ponton und die Zeit läuft: Der Schwimmstart mit Rolling Start gleicht selbst bei einigen schnelleren Triathleten einem planlosen Sprung ins Ungewisse ©stefandrexl.de

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IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Romantischer Sonnenaufgang über dem Lac d'Allier ©stefandrexl.de

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IRONMAN VICHY 2016 The Story: Nach 3,8 km im Lac d'Allier schnell den Sailfish Speedsuit abstreifen und das runter gerollte Tri Top wieder anziehen ©stefandrexl.de

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MY IRONMAN VICHY 2016 BIKE PART

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Feuer frei: Mit Fullspeed über die Felder im Val d'Allier ©stefandrexl.de

IM VICHY 2016 The Gallery: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Feuer frei: Mit Fullspeed über die Felder im Val d’Allier ©stefandrexl.de

 

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Ausser eines Verfolgers keine Traithlet in Sichtweite ©stefandrexl.de

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IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Es rollt in der Aeroposition trotz stetiger Steigung durch das Allier Tal ©stefandrexl.de

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IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Lange Geraden und eine überwältigende Aussicht auf den Puy de Dôme ©stefandrexl.de

IM VICHY 2016 The Gallery: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Lange Geraden und eine überwältigende Aussicht auf den Puy de Dôme ©stefandrexl.de

 

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Um acht Uhr morgens sind die Schatten noch lang und nicht viele Menschen in den kleinen Dörfern unterwegs ©stefandrexl.de

IM VICHY 2016 The Gallery: Um acht Uhr morgens sind die Schatten noch lang und nicht viele Menschen in den kleinen Dörfern unterwegs ©stefandrexl.de

 

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Ständiger Gegenwind auf den langen Geraden durch die Auvergne - ob der Abstand wohl noch regelkonform ist ©stefandrexl.de

IM VICHY 2016 The Gallery: Ständiger Gegenwind auf den langen Geraden durch die Auvergne – ob der Abstand wohl noch regelkonform ist ©stefandrexl.de

 

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Rechtzeitig regelmäßig zu trinken ist bei den angekündigten Temperaturen leistungsentscheidend ©stefandrexl.de

IM VICHY 2016 The Gallery: Rechtzeitig regelmäßig zu trinken ist bei den angekündigten Temperaturen leistungsentscheidend ©stefandrexl.de

 

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Hochbetrieb an der Verpflegungsstelle mit Schrecksekunde ©stefandrexl.de

IM VICHY 2016 The Gallery: Hochbetrieb an der Verpflegungsstelle mit Schrecksekunde ©stefandrexl.de

 

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Scherenschitt – fast hundert Höhenmeter sind im letzten Drittel der Radrunde zu überwinden ©stefandrexl.de

IM VICHY 2016 The Gallery: Scherenschitt – fast hundert Höhenmeter sind im letzten Drittel der Radrunde zu überwinden ©stefandrexl.de

 

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Ständiger Gegenwind auf den langen Geraden durch die Auvergne - ob der Abstand wohl noch regelkonform ist ©stefandrexl.de

IM VICHY 2016 The Gallery: Ständiger Gegenwind auf den langen Geraden durch die Auvergne – ob der Abstand wohl noch regelkonform ist ©stefandrexl.de

 

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Auch wenn kein Vordermann in Sichtweite ist, so herrscht dahinter doch oft Hochbetrieb ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Auch wenn kein Vordermann in Sichtweite ist, so herrscht dahinter doch oft Hochbetrieb ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Oft fahre ich allein auf weiter Flur ©stefandrexl.de

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IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Mit Fullspeed zurück zum Parc Omnisport und den zweiten Wechsel ©stefandrexl.de

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IRONMAN VICHY 2016 The Story: In der Mittagssonne entlang am Lac d'Allier ©stefandrexl.de

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IRONMAN VICHY 2016 The Story: Die Beine sind auch im Marathon locker und schnell läuft's durchdie Galerien des Parc de l'Opèra ©stefandrexl.de

IM VICHY 2016 The Gallery: Die Beine sind auch im Marathon locker und schnell läuft’s durchdie Galerien des Parc de l’Opèra ©stefandrexl.de

 

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Konzentriert und fokusiert, den Kopf hoch und den Blick immer nach vorne gerichtet läuft's diesmal schnell im Marathon ©stefandrexl.de

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IRONMAN VICHY 2016 The Story: Die schönen Galerien an der Oper von Vichy spenden Schatten – es läuft schnell und ich überhole einige Athleten ©stefandrexl.de

IM VICHY 2016 The Gallery: Die schönen Galerien an der Oper von Vichy spenden Schatten – es läuft schnell und ich überhole einige Athleten ©stefandrexl.de

 

IRONMAN VICHY 2016 The Story: eine leichte Schwächephase in der dritten Runde bei 36 Grad ist nach acht Stunden auch von aussen erkennbar ©stefandrexl.de

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IRONMAN VICHY 2016 The Story: Die letzte Runde läuft wie die Erste im Flug und ein letztes Mal geht's über die Europa-Brücke von Vichy ©stefandrexl.de

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MY IRONMAN VICHY 2016 FINISH

 

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Finisherparty mit dem Empfang der letzten Triathleten kurz vor Zielschluss um 23:20 Uhr ©stefandrexl.de

IM VICHY 2016 The Gallery: Finisherparty mit dem Empfang der letzten Triathleten kurz vor Zielschluss um 23:20 Uhr ©stefandrexl.de

 

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Freude pur – die Hormone tanzen Samba, sobald die Finishline im Blickfeld ist ©stefandrexl.de

IM VICHY 2016 The Gallery: Freude pur – die Hormone tanzen Samba, sobald die Finishline im Blickfeld ist ©stefandrexl.de

 

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Nach 9:24 Stunden auf dem Buckel ist die ganze Energie auf einen lauten Freudenschrei konzentriert ©stefandrexl.de

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IRONMAN VICHY 2016 The Story: Der verdiente Lohn am ende einer langen Saison am Strand von Anglet im Pays Basque ©stefandrexl.de

IM VICHY 2016 The Gallery: Der verdiente Lohn am ende einer langen Saison am Strand von Anglet im Pays Basque ©stefandrexl.de

 

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Seit vier Tagen sind wir nun schon in der Auvergne um uns für den IRONMAN Vichy an die große Hitze zu gewöhnen. In 24 Stunden heißt’s: The Race is on! Ein Jahr ist’s her, seit ich hier meine erst Langdistanz absolviert habe und kurz nach dem Wechsel zum Laufen mit dem Stoffwechsel so einige Probleme bekommen habe. Ich habe aus dieser Erfahrung gelernt, einiges in dieser Saison getestet und positive verändern können, ganz nach dem Prinzip: There are Races you win and there are Races you learn. Mit dem IRONMAN Vichy habe ich erneut den für mich passenden Triathlon über die Königsdisziplin ausgewählt und denke an den Vorteil hier ein zweites mal zu starten. Am kommenden Sonntag folgt also der zweite Teil der Hitzeschlacht.

IRONMAN VICHY 2016 Die Hitzeschlacht – PART TWO / Für's letzte Schwimmtraining geht's in den Aquadom d'Allier © Stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 Die Hitzeschlacht – PART TWO / Für’s letzte Schwimmtraining geht’s in den Aquadom d’Allier © Stefandrexl.de

Mit der Saisonplanung vergangen Herbst hatte ich die Langdistanz noch überhaupt nicht eingeplant und ganz andere Ziele fokusiert, besonders die intensivere Betreuung meiner Athleten und Unterstützung des Triathlon Teams der Regionalliga Bayern. Doch das Jahr 2015 verlief bis jetzt als Coach und Triathlet sehr gut und die Motivation wuchs je näher der IRONMAN Vichy 2016 rückte. Was auch immer am kommenden Sonntag passieren wird, wie auch immer es laufen wird, es wird bestimmt wieder nicht leicht. Und auch nach vier Tagen habe ich mich nicht wirklich an die heißen Temperaturen von 36 Grad Celsius gewöhnt. Ich hoffe, dass die Veränderung meiner Renntaktik und der Ernährungsstrategie auch hier in Vichy ihre Wirkung zeigen. Ich werde erneut eine Menge neuer Erfahrungen sammeln, die für mein Training und für meine Athleten sehr wertvoll sein werden, und möchte vor allem Spaß daran haben. Genau dann ist es für mich ein Erfolg, der sich auch im Ergebnis widerspiegeln wird. Ich bin gespannt und entspannt. Wenn ich am Sonntag, 28. August um 6:50 Uhr dann erstmals mit einem Rolling Start meine zweite Langdistanz angreife, dann werden euch diese Informationen hilfreich sein, den IRONMAN Vichy optimal zu verfolgen. Vielleicht ist es für den ein oder anderen Triathleten ebenso eine Motivation demnächst im herzen Frankreichs zu starten.

IRONMAN VICHY 2016 Die Hitzeschlacht – PART TWO / Wenn du da drauf stehst, dann weißt du, dass es ernst wird © Stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 Die Hitzeschlacht – PART TWO / Wenn du da drauf stehst, dann weißt du, dass es ernst wird © Stefandrexl.de

Die Wettkampfstrecken des IRONMAN Vichy

Mit 2016 wird die Langdistanz in Vichy zum zweiten Mal als ein offizielles Rennen von IRONMAN ausgetragen. Waren es vergangenes Jahr noch 50 Slots, so können sich 2016 nur noch 40 Agegroup Triathleten beim IRONMAN Vichy für die Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii qualifizieren. Die diesjährigen Slots in der Auvergne sind dann schon für das nächste Jahr und die IRONMAN WM 2017.

 
Der Schwimmstart des Ironman Vichy 2016 erfolgt im Lac d’Allier, der mitten durch Vichy fließt, wird aber in diesem Jahr erstmals als Rolling Start ausgetragen. Wie der IRONMAN Rolling Start funktioniert, kannst du hier lesen:
Rolling Start IRONMAN Vichy

Was ich davon halte, habe ich in meiner Kolumne vor einigen Wochen geschrieben:
Rolling Start IRONMAN Vichy

Der Fluss Allier ist im Bereich des Parc Omnisports eigens für die Nutzung als Ruderregattastrecke aufgestaut und ein entsprechendes Stadion bildet den entsprechenden Rahmen. Das Gefühl eines Formel-1 Starts wird somit weiterhin das Adrenalin der Athleten durch den Körper treiben, wenn am 30. August 2015 früh morgens um 7 Uhr der Countdown des Starts durch eine Ampelanlage erfolgt. Die Triathlon Profis starten 10 Minuten zuvor und in meheren Startwellen, eingeteilt nach den Schwimmleistungen, folgen die Triathleten der Altersklassen. Die Schwimmstrecke besteht aus einem ufernahen Rundkurs über zwei Runden mit einem Landgang, was das Anfeuern der Athleten während der gesamten Strecke ermöglicht und die Zuschauer hautnah mitfiebern lässt. Nach zwei Kilometer kommt man erstmals aus dem Wasser und es sind somit die ersten Abstände messbar.

Nach 3,8 km geht’s erstmals in die Wechselzone, die sehr nah am Schwimmausstieg ist und sich zwischen dem Lac d’Allier und Palais du Lac befindet. Das erlaubt schnelle Wechselzeiten und ist zuschauerfreundlich, wenn die Triathleten auf die Radstrecke fahren oder wieder zurückkommen. Der Radaufstieg (Radstart) und Abstieg (Radziel) der zweiten Disziplin sind in südlich Richtung aus der Wechselzone durch den Parc Omnisports vorbei am C.R.E.P.S. Auvergne Vichy führt.

Panorama Runde über’s Hochplateau

Die Fahrtrichtung der Radstrecke durch die zauberhafte Landschaft der beiden Departements d’Allier und Puy de Dôme ist im Uhrzeigersinn. Der zweimal zu fahrende Rundkurs über 180 km, den man über einen Zubringer erreicht steigt stetig ind Richtung Süden und Süd-Westen an. Die zwei Runden verlaufen durch die beiden Departements Allier und Puy de Dôme mit ihren zahlreichen Wäldern und den weitläufigen Feldern des atemberaubenden Hochplateaus. Das gibt den Athleten zwischendurch die Gelegenheit den Blick auf das grandiose Panorama der Vulkane der Auvergne zu richten. Zwar beträgt der Höhenunterschied pro Runde nur etwa 400 Höhenmeter, jedoch verläuft die Radstrecke stetig über mehrere Wellen und kurze Anstiege, so dass man im Gesamten dann doch auf 1250 gesammelte Höhenmeter kommt. Am Ende jeder Radrunde fährt man flott hinunter nach Vichy in’s Val d’Allier, bevor es in die zweite Runde oder schließlich zurück zur Wechselzone geht.

Je nach Wetterlage und Windrichtung kann das den Triathleten vor allem in Runde zwei etwas mehr Strapazen abverlangen. Ende August sind die Temperaturen mit heißen Winden im Herzen Frankreichs meist sehr hoch und der Wind bläßt häufig aus nördlichen Richtungen oder die Windrichtung ist sehr drehend. Wer hier den regelmäßigen Flüssigkeitsbedarf vernachlässigt, wird das im weiteren Rennverlauf bitter bereuen. Ich erinnere mich dabei auch an die Challenge Vichy 2012, als die Langdistanz aufgrund der Hitzewelle seitens der Behörden auf eine Mitteldistanz verkürzt werden musste. Selbst die halbierte Distanz zwang damals viele Triathleten zur hitzebedingten Rennaufgabe.

Historische Laufrunde durch Vichy

Nach zwei Runden geht’s über den selben Zubringer zurück zur Wechselzone und anschließend auf die Marathonstrecke. Von dort laufen die Athleten in südliche Richtung entlang der Uferpromenade des Lac d’Alliers und überqueren diesen nach gut 3 km. Schließlich geht es runter an den Fluß und nach zwei Kilometer wieder hoch auf die gegenüberliegende Uferpromenade und in einen Bilderbuchpark. Die ehemals steile Treppe wurde endlich durch eine 100 m Meter nördlichere Auffahrtsrampe ersetzt. Da ebenso die einsame Schleife im Glutofen des Parc Omnisports gestrichen wurde, führt die Laufstrecke die Athleten jetzt über eine Schleife von zwei Kilometer durch die historische Altstadt von Vichy, wo deutlich mehr Zuschauer den Ironman beobachten werden als bisher.

Für die Sportart Triathlon und die Triathleten durchaus positiv und motivierender. Anschließend geht es zurück über die östliche Uferpromenade nach Norden und mit der Überquerung der Pont de l’Europe zurück zum Wettkampfgelände. Für die Triathleten ein äußerst abwechslungsreicher Rundkurs, der vier Mal zu absolvieren ist und mit jeder Runde durch das eigens errichtetet Stadion führt. Erreicht man das Stadion ein fünftes Mal dann heißt es nach 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,8 km Laufen erstmals auch in Vichy: You are an Ironman!

Deutsch Favoriten zur zweiten Auflage des IRONMAN Vichy

Einer, der genau diese Hitze liebt, ist Christian Brader. „Hier würde die 35 Gradmarke schon gestern geknackt, vielleicht klappt es ja diesmal mit dem ersehnten Hitzerennen,“ so der Allgäuer, der im vergangenen Jahr immerhin Dritter in Vichy wurde und am Sonntag sogar mit Startnummer Eins ins Rennen darf. Seine Freude darüber teilte der deutsche Profi Triathlet seinen Fans bereits auf Facebook: „Dass ich das noch erleben darf, mit der Startnummer 1 beim Ironman Vichy ins Rennen zu gehen. Das macht mich noch lange nicht zum Favoriten, es ist mir allerdings eine große Ehre, und ich werde alles versuchen sie würdig ins Ziel zu tragen.“

Großen Respekt vor den hohen Temperaturen hat hingegen Andreas Niedrig, der nach einer langen Verletzungspause wieder an der Startlinie steht. „Es wird heißer als Hawaii, der Ironman Vichy wird für mich definitiv ein Spiel mit dem Feuer.“, beschreibt der 48-jährige Triathlonprofi die aktuelle Hitzewelle in der Auvergne und ergänzte, „aber wer bei über 30 Grad Rasenmähen kann, sollte es hoffentlich auch schaffen einen Ironman zu finishen.“ Erst vor drei Monaten hatte Niedrig einen Teilabriss der Achillessehne erlitten und jetzt endlich grünes Licht von seinem Arzt für den Start bekommen. „Ich freue mich und lasse es einfach mal auf mich zukommen“, so der Nordrein-Westfale.

Als Topfavoritin der Frauen ist Diana Riesler wieder am Start des IRONMAN Vichy. Die Deutsche holte sich hier vor drei Jahren den Titel der ETU-Langdistanz-Europameisterin. Auch die Saarländerin Nicole Woysch steht nach 2014 wieder am Start im Kurort Vichy und möchte nur zwei Wochen nach der CHALLENGE Regensburg ihre zweite Langdistanz ins Ziel bringen.

Es wundert kaum das trotz der bekannten heißen Temperaturen der IRONMAN Vichy immer wieder viele Triathleten lockt und mit dem IRONMAN 70.3 Vichy am Samstag insgesamt 4000 Teilnehmer im Jahr 2016 zählt: Ausverkauft! Der es ist zurecht einer der landschaftlich und historisch schönsten Wettkampforte auf der europäischen Triathlon-Landkarte. Der IRONMAN Vichy erlaubt es den Zuschauern auf dem gesamten Parcours stets hautnah an den Athleten dran zu sein und das Renngeschehen bestens beobachten zu können.

Meine IRONMAN Vichy Checkliste

Renntaktik
Eine konstante Pace und gute Renneinteilung ist beim IRONMAN Vichy wichtig für ein erfolgreiches Finish. Die Radstrecke hat nicht viele Höhenmeter, aber die Auvergne ist der Glutofen Frankreichs. Regelmäßig zu trinken und den Körper gut kühlen in den Tagen vor dem Rennen ist hilfreich.

Konzentration pur
Der IRONMAN Vichy ist zwar meine erste Langdistanz aber es gibt keinen Grund, irgendetwas anders zu machen als vor jedem anderen Rennen. Die Strecken sind doppelt so lang und der Tag wird doppelt so lang dauern. Es wird ein hartes Rennen und ein starker Kopf ist gefragt. Ich konzentriere mich voll und ganz auf mein Rennen.

Weniger ist manchmal mehr
Alles, was ich für ein gutes Rennen brauche, ist ein gesunder Körper, eine gute Tagesform, mein Material und die mentale Unterstützung von meiner Familie und Freunden.

Das letzte Abendmahl
Am Abend vor dem Rennen gibt es diesmal Süsskartoffeln mit Thunfisch und als Nachtisch obligatorisch einen Becher BEN & JERRY’S Cookie Dough. Das sind hochwertige Kohlenhydrate mit guten Proteinen und ungesättigten Fetten, sowie, ganz wichtig, etwas für’s Gehirnm.

Unter uns
Es ist meist sehr heiß und der Wind bläst stark in Vichy. Gut zu trinken, nicht zu viel Kraft auf dem Rad zu verschwenden und das Rennen gut einzuteilen ist von großem Vorteil. Dabei unbedintg das schöne Panorama und die tolle Atmosphäre genießen. Es soll ja auch Spaß machen!

Meine Motivation
Vichy ist ein Rennen der IRONMAN Serie und somit besteht die Chance mich für Kona zu qualifizieren, theoretisch. Dennoch, es ist eine Langdistanz und sie kann einige Überraschungen bringen und muss erst einmal ins Ziel gebracht werden. Triathlon ist keine Mathematik und der Tag lang. Dennoch bin ich sehr motiviert und ich weiß, dass ich alles mir mögliche dafür in meiner Vorbereitung getan habe, um ein gutes Rennen und eine tolle Zeit an diesem Tag zu laufen. Ich fühle mich in einer guten Form und freue mich neue Grenzen zu überschreiten. In diesem Sinne: SUGAR & PAIN – eat smart, train hard and race like Hell!

Mein Dank
Vielen Dank, meinen Kooperationspartnern, meinen Freunden und ganz besonders meiner Familie, die mich auch auf dem Weg zu meiner zweiten Langdistanz begleitet.

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Individual Facts

Startzeit 6:50 Uhr
Startgruppe Rolling Start, alle 4 Sekunden 5 Athleten
Startnummer 1446
IRONMAN Vichy LIVE Athlete Tracker & Blog

Mein Zeitplan des IRONMAN Vichy 2016

6:40 Start Schwimmen 3,8 km Profis
6:50 Start Schwimmen 3,8 km Best Agegroup Athletes (51 – 450)
7:45 Finish Schwimmen
7:50 Start Bike 180 km
10:15 Transit Bike 90 km (1. Runde) Start 2. Runde
12:45 Finish Bike
12:50 Start Run 42,2 km
13:40 Transit 10,5 km (1. Runde)
14:25 Transit 21 km (2. Runde)
15:10 Transit 31,5 km (3. Runde)
15:55 Finish Run 42,2 km

Mein verwendetes Material für den IRONMAN Vichy 2016

Schwimmbrille ZOOGS Predator
Wetsuit SAILFISH G-Range
Speedsuite SAILFISH Rebel
Textil SKINFIT Tri Pant und Aero Tri Top
TT-Bike CANYON Speedmax CF Dura Ace Di2
Sattel FIZIK Tritone 5.5
Tacho POLAR V650
Helm POC Cerebel
Radschuhe GIRO
Laufschuhe SAUCONY Kinvara 7
Brille OAKLEY Holbrook
Uhr POLAR V800 mit H7 Brustgurt
Cap SUGAR & PAIN Trucker Snapback
Ernährung BANANA BREAD, POWERBAR Gel, MYPROTEIN Maltodextrin

 

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ALLE BLOGS ZU MEINEM ERSTEN IRONMAN VICHY 2015
BLOG #1: Langdistanz-Debüt nach 25 Jahren Triathlon
BLOG #2: Überraschung und Herausforderung: Anmeldung zur ersten Langdistanz
BLOG #3: Fifty Shades of Tri – Keeping the Balance
BLOG #4: Der Weg ist das Ziel ist der Weg – Vorfreude auf die erste Langdistanz
BLOG #5: Kein zurück mehr, jetzt zählt’s – Sugar and Pain!
BLOG #6: Triathlon ist keine Mathematik – Eiserner Wille beim IRONMAN Vichy 2015

WEITERE BEITRÄGE ZUM IRONMAN VICHY
TRI2B Erster Ironman-Blog #1 am 02. Mai 2015
TRI2B Erster Ironman-Blog #2 am 21. Mai 2015
TRI2B Erster Ironman Blog #3 am 11. Juli 2015
TRI2B Erster Ironman Blog #4 am 20. August 2015
TRI2B Erster Ironman Blog #5 am 20. August 2015

WEITERE INFORMATIONEN
Markenwechsel beim Triathlon Vichy
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