Front Quadrant Swimming und richtiges Timing von Zugeinleitung und Atmung sind essenziell für eine energiesparende Kraultechnik mit effektivem Vortrieb, um den Wasserwiderstand zu reduzieren und schnelle Zeiten zu schwimmen.
Einerseits sollten deine Arme immer in Bewegung sein und ebenso sollte es mit jedem Armzug nur eine minimale Unterbrechung geben. Um den Wasserwiderstand andererseits zu minimieren und einen möglichsr effizienten, energiesparenden Armzug zu unterstützen, sollte deine Hand den Kraularmzug einleiten, sobald sie den am weitesten vorne liegenden Punkt mit gerade gestreckten Arm erreicht hat und sich mit einem hohen Ellbogen auf möglichst direktem Weg nach hinten bewegen, um deinen Körper so durch das Wasser vorwärts zu bewegen.
DEN KRAULARMZUG VERZÖGERN – NICHT GLEITEN
Aus diesem Grund brauchst du einen schnelleren Armschwung über dem Wasser nach vorne – die Überwasserphase deines Armzugs ist somit stets schneller als die Zug- und Druckphase zusammen. Die Bewegung deines Vorderarms sollte dann etwas verzögert werden, nachdem der gesamte Arm in Schwimmrichtung gerade gestreckt ist – ohne dabei bewusst zu „gleiten“. Andernfalls wird es schwierig eine fließend Kraulbewegung zu erhalten ohne zusätzlichem Energieaufwand zu benötigen und höheren Wasserwiderstand zu erzeugen.
SCHWIMM NICHT WIE EIN RADDAMPFER
Deine Hand sollte allerdings die Zugphase nicht einleiten bevor die Hand des andeen Arms an deinem Kopf vorbei schwingt. Aus diesem Grund erfordert es eine schnellere Armbewegung über Wasser nach vorne, um den Front Quadrant Armzug im Freestyle-Schwimmen optimal umsetzen zu können. Die grösste Herausforderung besteht somit darin, deine Arme die ganze Zeit in Bewegung zu halten, ohne dabei wie ein Raddampfer zu kreisen. Deine Arme müssen sich dafür nicht schnell bewegen, aber in einer moderaten Frequenz, um die Technik sauber umsetzen zu können ohne den Bewegungsablauf zu unterbrechen.
Im Front Quadrant Swimming bedeutet, dass sich deine Hände zu einem bestimmten Zeitpunkt stets in einem der vorderen Quadranten befinden. Einfach ausgedrückt: Immer wenn eine Hand über und eine Hand unter Wasser ist, sollte das stets vor deinem Kopf und nicht hinterhalb erfolgen. Das geht stets einher mit einer betonten Körperrotation izur Seite des aktiven Armzugs.
ENERGIE SPAREN UND BESSERES TIMING MIT FRONT QUADRANT SWIMMING
Die Körperrotation hilft Dir die Wasserlage zu stabilisieren und deinen Kraularmzug zu verstärken. Konzentriere Dich auf eine gute Körperstabilität, um optimal um die Körperlängsachse mit jedem Armzug von einer Seite zur Anderen zu rotieren ohne sich dabei zu verbiegen. Je besser die Rumpf- und Hüftmuskulatur trainiert und stabiler sind, desto effektiver, kraftvoller und dennoch energiesparender ist jeder Armzug bei geringerer Belastung für Schultergelenk, – bänder und -muskulatur. Durch den Front Quadrant Swimming lässt sich zudem dein Wasserwiderstand reduzieren und der Energieverbrauch weiter senken. Das wird ganz nebenbei auch dein Schwimmtempo erhöhen. Du kommst somit zum einen schon einmal erholter aus dem Wasser und möglicherweise auch schneller. Vor allem aber ist nur das der richtige Weg, um deine Leistungsfähigkeite weiterzuentwickeln.
Es kann natürlich sein, dass Du bereits eine stark ausgeprägte Körperrotation hast. Doch höchst wahrscheinlich kommt diese sehr stark aus den Schultern, so dass Du deine Hüfte verdrehst und deine Wasserlage destabilisierst. Das erhöht den Wasserwiderstand und steigert den Energieverbrauch. Darum sollte im Schwimmtraining der Fokus auch stets auf der Körperstabilität und Körperrotation um die Längsachse liegen, um mehr Beweglichkeit und Kontrolle über deinen Kraularmzug und das richtige Timing des Front Quadrant Swimming zu erlangen.
https://www.sugarandpain.de/wp-content/uploads/2023/12/2020-0502-SGRPN-SWIM-FQS-AdobeStock_300154101x1920TTL.png12801920Stefan Drexl/wp-content/uploads/2024/08/sugar-and-pain-logo.svgStefan Drexl2023-12-13 00:00:002023-12-22 14:03:50KRAULTECHNIK Mit Front Quadrant Swimming energiesparend und schneller schwimmen
Mit unseren fünf Tipps wirst Du die Herausforderungen im Freiwasser besser meistern und in Zukunft mit mehr Spass sicherer und schneller in offenen Gewässern Kraulschwimmen.
1. Die Angst vor dem Schwimmen im Freiwasser überwinden
Die Ursachen könnten unterschiedlicher nicht sein, dass Menschen Ängste haben in offenen Gewässern zu schwimmen. Das kann an einem beklemmenden Gefühl am Brustkorb und Hals durch den Neoprenanzug liegen, der kühlen Wassertemperaturen, der ungewissen Wassertiefe mit einer geringen Sicht unter Wasser oder der Angst vor Fischen. Die Liste scheint endlos, die Gründe vielseitig und oft irrational und unrealistisch. Dennoch, auch wenn viele Ängste meist unbegründet sind, so gilt es individuell darauf einzugehen. Wie kann man diese verschiedenen Ängste aber nun überwinden?
Nimm Dir Zeit, wenn du im Freiwasser schwimmen und trainieren möchtest. Geh langsam ins Wasser und mach dein Gesicht nass und erst dann setzt du deine Schwimmbrille und Schwimmkappe auf – unbedingt eine leuchtend farbige bitte. Ich lege mich zum Beispiel ein paar Minuten in Rücklage ins Wasser bis die Atmung gleichmässig und ruhig ist, bevor ich dann losschwimme.
Mit Neo klappt das noch viel besser und ist dann sogar noch wichtiger, damit sich der Neo durch das einfliessende Wasser dem Körper gut anpasst und sich auch die Atmung mit dem etwas eingeengten Brustkorb entspannt. Versuche natürlich und gleichmässig zu atmen – nicht zu tief oder zu flach atmen, um eine hohe CO2-Konzentration im Blut zu vermeiden.
Wenn ich alleine in offenen Gewässern schwimme, habe ich stets eine leuchtend farbige Schwimmboje dabei. Sie gibt mir mehr Sicherheit und ich kann mich daran auch über Wasser halten. Am Besten schwimmst du aber immer mit einer zweiten Person und besprichst klare Signale der Kommunikation. Zu zweit im Freiwasser zu schwimmen und zu trainieren macht zudem mehr Spass und ermöglicht zahlreiche spielerische Trainingsmethoden.
2. Die richtige Atmung für das Freiwasserschwimmen
Die beidseitige Atmung während des Kraulschwimmens regelmässig im Schwimmtraining zu üben, kann von grossem Vorteil sein. Das kann durch einen 3er-Atemzug – wechselseitig nach jedem dritten Armzug einmal links und einmal rechts atmen – oder abwechselnd 50 Meter (1 Minute) zur linken und 50 Meter (1 Minute) zur rechten Seite zu atmen, geübt werden. Desweiteren gibt es zahlreiche Varianten, wie 5er-Atemzug oder etwa 2 mal links, 2 mal rechts atmen und viele mehr.
Die Vorteile sind unter anderem eine symmetrische Entwicklung der richtigen Kraultechnik oder eine gleichmässige muskuläre Leistungsentwicklung beider Kraularmzüge. Im Triathlon und Freiwasser hilft die Möglichkeit zu beiden Seiten atmen zu können, wenn auf deiner „Schokoladenseite“ zum Beispiel Wellen sind oder dir ein Mitstreiter bei jedem Atemzug Wasser ins Gesicht spritzt. Eine bilaterale Atmung im Kraulschwimmen gibt dir also mehr Flexibilität und kann es dir erleichtern deine Schwimmrichtung besser zu halten.
Eine andauernde, wechselseitge 3er-Atemzug im Kraulschwimmen ist während intensiven Belastungen, wie im Triathlon aber nur selten von Vorteil. Wer nur nach jedem dritten Armzug atmet, der erhöht den Kohlendioxidgehalt im Blut und senkt die Sauserstoffaufnahmekapazität. Mit einem wechselseitigen 3er-Atemzug nimmst du bei gleicher Distanz letztendlich ein Drittel weniger Sauerstoff auf als mit einer Atmung nach jedem zweiten Kraularmzug zu nur einer Körperseite. Für intensive Belastungen, wie im Triathlon und bei Wettkämpfen mit Distanzen über 500 Meter ist eine kontinuierliche Sauerstoffaufnahme wichtig., schliesslich ist das Kraulschwimmen eine Ausdauersportart.
3. Im Freiwasser geradeaus schwimmen
Im Schwimmbad auf abgeleihnten Schwimmbahnen gerade zu schwimmen ist keine grosse Kunst und sollte jeder mühelos beherrschen – zumindest wenn man die Augen offen hat. Schliesst man seine Augen werden die meisten, selbst guten Kraulschwimmer schnell vom Kurs abkommen. Schaffst du es an einem perfekten Sommertag früh morgens bei spiegelglatter Wasseroberfläche und ohne einer geringsten Welle nicht 50 Meter auf einer geraden Linie durch den See zu schwimmen, dann liegt das ganz sicher einzig und alleine an dir. Klingt hart, ist aber so.
Es gibt dafür zwei wesentliche Gründe: Ein mangelhafter Kraularmzug und/oder eine ungünstige Wasserlage! Die Meisten driften in die gegenüberliegende Richtung ihrer Atmungsseite vom Kurs ab. Das liegt am vorne gestreckten Arm, auf den sich manche Kraulschwimmer während des Atemzugs stützen möchten, um das Gefühl einer stabileren Wasserlage zu haben – aber alles andere ist der Fall. Der nach vorne gestreckte linke Arm zum Beispiel, sinkt zu früh ab, während sich der Kopf nach rechts dreht und dabei aus dem Wasser gehoben werden muss. Denn mit dem früh absinkenden Arm sinkt auch der Körper ab. Durch das Anheben des Kopfes zieht der linke Arm unter den Körper und kreuzt die Körpermittelachse. Das ist alles andere als eine stabile Wasserlage, denn während der Atmung sollte gleichzeitig der rechte Arm in der Entlastungsphase nach vorne geschwungen werden … – du merkst schon wohin das führt.
Merke: Actio gleich Reaction. Drückst du Wasser mit deinem Kraularmzug in jede andere Richtung als von vorne nach hinten, wirst Du auch in jede andere Richtung als gerade nach vorne schwimmen. Ganz abgesehen vom erhöhten Widerstand, der nicht nur bremst sondern ebenso die Richtung auslenkt und dem erhöhten Energieverbrauch.
Stell dir vor du sitzt in einem Ruderboot und während Du das linke Ruder gerade ins Wasser steckst, bewegst du mit der rechten Ruder auf direktem Weg das Wasser von vorne nach hinten. Wenn du das lange genug machst, wirst du im Kreis fahren.
WIE SCHWIMMT MAN IM FREIWASSER MÖGLICHST GERADE AUS?
Die Fähigkeit geradeaus zu schwimmen setzt eine gute Kraultechnik voraus. Für eine gute Kraultechnik braucht es eine gute Rumpfstabilität, ein gutes Körpergefühl und richtiges Timing. Entscheidend für eine geradlinige Schwimmrichtung ist ein gerade gestreckter Körper zu jedem Zeitpunkt der komplexen Kraularmzugbewegung, der mit jedem Kraularmzug und Atemzug einzig um seiner Mittelachse rotiert.
Die nach vorne gerade gestreckten Arme liegen parallel zur Mittelachse in Verlängerung der Schultern bis der Atemzug beendet ist und aktive Arm während der Entlastungsphase am Gesicht vorbei schwingt. Erst dann leitet die Hand des vorne gestreckt liegend Armes die Zugphase ein und bewegt sich bei hohem Ellbogen auf direktem Weg nach hinten. Die Handfläche ist dabei stets senkrecht zur Schwimmrichtung und die Finger zeigen nach unten. Wir nennen diese Kraultechnik FRONT QUADRANT SWIMMING.
Entscheidend ist auch während der Atmung die Lücke zwischen Kopf und Oberam des nach vorne gestreckten Armes geschlossen zu halten, den Kopf nicht aus dem Wasser zu heben und 90 zur Seit zu atmen. Wer’s richtig beherrscht, der hat eine Auge unter Wasser während der Atmung.
Für den orientierenden Blick in Schwimmrichtung nach vorne kannst Du zusammen mit dem, am Gesicht – während der Atmung – aktiv vorbeischwingenden Entlastungsarm deinen Kopf nach vorne drehen und leicht in den Nacken neigen ohne ihn dabei aus dem Wasser zu heben. Dein Mund bleibt dabei unter Wasser. Gleichzeitig beginnst du mit der Zugeinleitung der Hand deines passiven, vorne gestreckt liegendes Armes.
Eine gute Übung im Schwimmbecken ist Kraulschwimmen mit geschlossenen Augen. Versuche anfangs eine möglichst lange Strecke kontrolliert ohne Atmung mit sauberen Kraularmzügen geschlossenen Augen zu schwimmen. Du wirst relativ schnell merken in welche Richtung du sogar ohne störender Atmung vom Kurs abkommst. Im nächsten Schritt wiederholst du die Übung mit jeweils 5 Armzüge zu deiner Schokoladenseite und zur gegenüberliegenden Körperseite – probier dabei verschiedene Atemtechniken aus und steigere dich, das schärft deine Wahrnehmung und steigert dein Orientierungsgefühl im Wasser.
4. So klappt die Orientierung im Freiwasser
Um so höher du den Kopf für deine Orientierung und den Blick nach vorne aus dem Wasser hebst, um so tiefer sinken deine und schlechter wird die Wasserlage. Dadurch die ungünstige Wasserlage steigt der Wasserwiderstand schlagartig und bremst dich ab. Nun solltest du regelmässig die richtige Richtung kontrollieren und bei Bedarf korrigieren, somit kann eine schlechte Orientierung technik ganz schön zeitraubend werden, vom erhöhten Energieverbrauch ganz zu schweigen.
Darum ist es wichtig, sich mit möglichst geringem Wasserwiderstand und wenig Auswirkung auf eine gute Wasserlage nach vorne zu orientieren. Das gelingt dir am Besten mit dem „Krokodilsblick“, für den nur deine Augen knapp über der Wasseroberfläche nach vorne blicken. Dafür drehst du gleichzeitig mit dem nach vorne schwingenden Entlastungsarm deinen Kopf in der Körpermittelachse vorne ohne ihn dabei aus dem Wasser zu heben. Neige den Kopf dabei nur leicht in den Nacken ohne ihn aus dem Wasser zu heben, sodass dein Mund unter Wasser und die Bugwelle erhalten bleibt.
Stell dir einen Basketball vor, dessen eine Hälfte Unterwasser schwimmt und den du ohne aus dem Wasser anzuheben bei gleichbleibender Wasserlinie in jede belibige Richtung drehen kannst. Genau so sollte sich dein Kopf für die Atmung zur Seit drehen und zur Orientierung nach vorne. Mit dem „Krokodilsblick“ nach vorne beginnt gleichzeitig die Hand des vorne, gestreckt liegenden Armes mit der Zugeinleitung. Spätestens mit dem Übergang von Zug- in Druckphase des Armes sollte dein Kopf wieder gerade ins Wasser gesenkt und dein Blick nach unten vorn gerichtet werden.
Vor deinem Schwimmtraining im Freiwasser suchst du dir gute Orientierungspunkte am Ufer, wie freistehende Bäume, Waldschneisen oder Kirchtürme, die schnell aus dem Wasser erkennbar sind. Übrigens auch für vor einem Wettkampf ist das sehr hilfreich, denn oft sind die Bojen schlecht zu sehen. Mit dieser elementaren Kraultechnik für eine bessere Orientierung gelingt es dir, die Schwimmgeschwindigkeit konstant zu halten und dich mit wenig Energieaufwand zu orientieren.
5. Die richtige Strategie für die Einteilung der Strecke und Energie
Ein schneller Schwimmstart über einige hundert Meter und mit etwas overpacing kann im Wettkampf von besonderem Vorteil sein, um dem Pulk zu entkommen. Doch in der Dosis liegt das Gift, schliesslich kommt nach der wichtigen Startphase der längere Teil der Schwimmdistanz. Jedoch verwechseln viele Triathleten overpacing mit all out und verschwinden nach einem vielversprechenden, zu schnellen Start und wenigen hundert Metern im oder gar am Ende des Pulks.
Die Kunst des richtigen Tempogefühls gilt es, zusammen mit deiner Kraultechnik in unzähligen Trainingseinheiten im Schwimmbecken zu üben. Im Schwimmtraining hast du dafür eine Uhr, Schwimmleinen, den Beckenboden, meist andere Schwimmer und eine Trainerin oder einen Trainer – das Wichtigste – für eine bessere und objektiv richtige Einschätzung deines Schwimmtempos. Wenn du deine Technikübungen zu schnell oder deine Intervalle zu langsam schwimmst, dann wird dir dein/e Trainer/in das lautstark mitteilen.
Entscheidend ist, wie so oft, eine realistische Selbsteinschätzung der Leistungsfähigkeit verbunden mit der richtigen Streckeneinteilung. Das Geheimnis besteht in der optimalen Armzuglänge und hohen Armzugfrequenz bei einer konstanten Erhaltung der richtigen Kraultechnik. Dadurch kannst du deine Schwimmgeschwindigkeit über längere Distanzen konstant hoch halten ohne sinnfrei Energie zu verschwenden.
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VIEL GEDULD PLUS RICHTIGE KRAULTECHNIK
Es kann Jahre dauern bis du ein gutes Tempogefühl entwickelst und deine ideale Verbindung von Armzuglänge und Armzugfrequenz generierst. Du brauchst dafür viel Geduld, genau darum sollte der Schwerpunkt deines Schwimmtrainings immer auf der richtigen Kraultechnik liegen. Schwimmen – im Freiwasser und Triathlon – ist Ausdauersport, dessen Erfolg in der Fähigkeit einer lang andauernden Erhaltung der richtigen Kraultechnik liegt. Entscheidende Faktoren sind nicht Kraft und Fitness.
Es ist dabei hilfreich zu wissen, dass du für die Verbesserung einer 1500 -m-Schwimmzeit (Kraulschwimmen) von 25 min um etwa 10 % (2:30 min) anstatt 1m Zuglänge, eine Länge von 1,1 m pro Armzug zurücklegen müsstest – Basis des Rechenbeispiels ist, mit jedem Armzug 1m zurückzulegen und dafür 1 sec zu brauchen. Eine andere Möglichkeit ist die Frequenz zu erhöhen und bei selber Armzuglänge, jeden einzelnen Armzug in kürzerer Zeit auszuführen – oder beides zusammen. Wenn Du deinen Armzug somit um 10 cm verlängerst, deine Armzugfrequenz um 0,1 sec pro Armzug erhöhst und das konstant über 1500 m kraultechnisch erhalten kannst, dann wirst du nach bereits nach 20:15 min aus dem Wasser kommen und dich ziemlich weit vorne im Teilnehmerfeld befinden.
ÜBRIGENS
Bevor du dich mit einem zu hohen Schwimmtempo schin in der ersten Disziplin abschiesst, schwimm etwas langsamer und dafür konstant. Wenn du auf 2000 m zum Beispiel 5 sec pro 100 m langsamer schwimmst, brauchst du für die gleiche Distanz gerade einmal 1:40 min länger und sparst Energie – dafür kannst du dann vielleicht schneller wechseln und Rad fahren.
Um dieses Trainingsziel zu erreichen wirst du noch unzählige Bahnen im Schwimmbecken ziehen. Solange solltest du deine Startphasen mit bedacht angehen und im letzten drittel der Schwimmdistanz deinen Turbo zünden. Auch die hervorragenden Schwimmer unter den Triathleten starten auf längeren Distanzen zurückhaltend mit leicht angezogener Handbremse aber können dieses Tempo konstant halten und sogar noch steigern. Sie wissen, dass nach den einigen hunderten Metern die Meisten wegplatzen.
Erfahrung ist im Schwimmen Gold wert. Darum ist es wichtig regelmässig im Freiwasser zu trainieren und Wettkampferfahrung zu sammeln, um verschiedene Strategien auszuprobieren. Für dein Schwimmtraining im Freiwasser zählt natürlich ebenso, deine Energie richtig einzuteilen und dich nicht zu überschätzen. Es geht um deine Sicherheit und darum, wieder gut zurück an Land zu schwimmen.
https://www.sugarandpain.de/wp-content/uploads/2020/05/2020-0528-SGRPN-SWIM-5-Tipps-Freiwasser-DSC01338x1920.jpg12801920Stefan Drexl/wp-content/uploads/2024/08/sugar-and-pain-logo.svgStefan Drexl2022-06-29 01:20:002022-07-07 16:18:42RICHTIGE KRAULTECHNIK / 5 Tipps für dein Schwimmtraining im Freiwasser
Aufhören oder weiterstrampeln, das fragt sich gerade eine Vielzahl von Athleten. Die Corona-Krise stellt die Saisonplanung und den Trainingsalltag komplett auf den Kopf – schwierige Zeiten für Athleten. Wenn du dich auch fragst: Wie trainiere ich jetzt weiter? Und warum überhaupt? Dann können die folgenden Erkenntnisse aus der Psychologie und Sportpsychologie für dich und dein Training nützlich sein.
Kennst du die alte Geschichte der zwei Frösche, die in einen Sahnetopf fielen? Nein? Dann möchte ich sie dir kurz erzählen: Es fielen einmal zwei Frösche in einen Sahnetopf. Die zwei Frösche wurden sich schnell ihrer misslichen Lage bewusst. Sie fingen an zu strampeln, doch bewegten sich nicht vom Fleck. Der eine Frosch gab bald auf – Warum sich weiter abrackern? – und versank in der zähen Masse. Der andere Frosch aber paddelte und paddelte bis, ja bis er eines Moments Widerstand unter seinen Schenkeln spürte: Die Sahne hatte sich allmählich in Butter verwandelt … kurz darauf konnte sich dieser Frosch mit einem kräftigen Sprung aus seiner misslichen Lage befreien.
Auch wir Athleten stecken aktuell
in einer misslichen Lage: Schwimmbäder sind geschlossen, Vereinstrainings
entfallen, Wettbewerbe werden abgesagt (z.B. Challenge
Roth).
Das ist für viele enttäuschend und für einige frustrierend. Manch einer mag sogar
wütend darüber sein. Auch das ist verständlich. Gleichzeitig möchte ich sagen, dass
es in dieser Krise um mehr als persönliche Erfolge und PBs geht. Das sollte uns
im Moment allen bewusst sein. Sport bleibt dennoch die schönste Nebensache der
Welt und leistet einen wichtigen Beitrag für die Gesunderhaltung. Aus der
Geschichte der zwei Frösche lassen sich drei Botschaften – und viele
psychologische Tipps für dein Training – erkennen: (1) die Naheliegende, (2)
die Verborgene, und (3) die Unerzählte.
DIE
NAHELIEGENDE: WEITERMACHEN LOHNT SICH!
Der zweite
Frosch zeigte etwas, das wir als Resilienz bezeichnen.
Resilienz ist die Fähigkeit von Personen, bei Problemen und in Krisen widerstandsfähig
zu bleiben und diese Herausforderungen als Chance zu nutzen. Eine
Extrembeispiel ist wohl der Franzose, der kurzerhand den abgesagten Barcelona
Marathon auf seinen Balkon verlegte. Jeder von euch kennt wahrscheinlich jemanden, der gerade
„locker weiter trainiert“ und, „das Ganze eigentlich super findet.” Doch um ein
„Einfach weiter so!“ geht’s es bei Resilienz nicht. Es ist bedeutend,
hinzuschauen und zu akzeptieren, dass es eine Herausforderung gibt, die
Handlung bedarf. In der Geschichte kommen beide Frösche zu dem Schluss, dass ihre
Situation aussichtslos sei, dennoch verhalten
sie sich in der Folge unterschiedlich: Aufhören vs. weiterstrampeln.
Wenn
es dir nun eher wie dem ersten Frosch geht und dich die aktuelle Situation
demotiviert und du sogar die Saison abbrechen möchtest – „Warum sich weiter abrackern?”
– dann versuche über zwei Aspekte nachzudenken: deine Wahrnehmung und deinen
Handlungsspielraum. Zum einen kannst du kritisch deine Wahrnehmung hinterfragen:
Ist die Lage tatsächlich aussichtslos und
kannst du absolut nichts daran ändern? Ist die Saison tatsächlich komplett gelaufen?
Ist jedes Training jetzt wirklich nutzlos? Diese Fragen sind bewusst suggestiv
formuliert, denn sie legen nahe, dass „die Lage ernst, aber nicht hoffnungslos” ist.
Daraus
ergibt sich zum anderen die folgende Überlegung für deinen Handlungsspielraum:
Worauf hast du aktuell Einfluss und worauf nicht? Welche Möglichkeiten hast du
weiterhin für dein Training? Wie kannst du jetzt bestmöglich weitertrainieren? Schwimmen
geht nicht, klar. Aber du kannst noch immer Radfahren, Laufen sowie deine Athletik,
Stabilität und Flexibilität trainieren. Du kannst dir ebenso bewusst machen,
und dass bei allem Respekt und Ernst der aktuellen Lage, dass diese Situation
auf eine gewisse Art im Grunde gar nicht so ungewöhnlich ist. Denn es ist doch eher
die Regel als die Ausnahme für viele Athleten, dass Saisonplan A nicht aufgeht:
„Was ist also dein Plan B und C?”
DIE VERBORGENE: WISSEN WARUM, WISSEN
WIE
Die
Geschichte zeigt uns nur eine Momentaufnahme der beiden Frösche. Sie zeigt uns,
wie resilient die Frösche in dieser einen Situation sind. Das sagt uns aber nichts
darüber, warum und wieso der eine Frosch gerade resilienter ist als das andere.
In der ausführlichen Version der Geschichte sagt der zweite Frosch zu sich:
„Bevor mein letztes Stündlein nicht geschlagen hat, werde ich keine Sekunde
herschenken“. Es hat eine klare Antwort darauf, warum und wozu es durchhält und
weiterstrampelt. Genauso können wir uns in der aktuellen Situation fragen: Warum
mache ich Sport? Für viele werden Wettkämpfe und Platzierungen nicht im
Vordergrund stehen, sondern andere Dinge, wie zum Beispiel: die Freude an der
Bewegung, das Erleben, etwas zu schaffen (Kompetenzerleben), und die Struktur
im Alltag.
Diese
drei exemplarischen Funktionen kann der Sport auch in der aktuellen Zeit weiter
erfüllen. Resilienz hat also etwas mit dem Warum zu tun und darüber hinaus mit
dem Wie. Wenn ich weiß, wie ich etwas bewältigen kann, dann werde ich es auch
eher in Angriff nehmen. Das Wie sind in diesem Falle Ideen, wie du dein
Training der aktuellen Situation anpassen kannst. Einige Profis zeigen diese, ihre
situativ angepassten Ideen auf YouTube, wie zum Beispiel Team
Charles-Barclay. Diese Profis teilen ihren individuellen Umgang mit
der Situation und wie sie ihr Training und ihre Übungen ihrer aktuellen Lage
anpassen. Es ist entscheidend sich stets daran zu erinnern, dass diese Trainingseinheiten
auf die persönlichen Anforderungen dieser Profis, deren Möglichkeiten und individuellen
Ziele strukturiert abgestimmt sind.
Du solltest
deine Situation reflektieren, genau überlegen, was zu dir und deinen persönlichen
Anforderungen und vor allem deinen Leistungsvoraussetzungen passt, anstatt eins-zu-eins
das Training und Verhalten von Profiathleten zu kopieren. Wenn du jetzt einen
Coach an deiner Seite hast, könnt ihr gemeinsam deine neuen Saison- und Trainingsziele
formulieren und die Trainingsinhalte strukturiert auf deinen Plan B oder Plan C
ausrichten. Das Training wird dadurch individuell und spezifisch auf deine persönlichen
Bedürfnisse in der veränderten Situation angepasst. Darum gilt, Weiterstrampeln,
aber bitte mit Köpfchen – und am Besten nicht alleine.
DIE UNERZÄHLTE: LEICHTER GEHT’S
ZUSAMMEN!
Wenige beachten in der Geschichte den ersten Frosch, der bald aufgibt und sang- und klanglos untergeht. Stellen wir uns vor, der zweite Frosch hätte den Ersten an die Hand genommen (im metaphorischen Sinne) und ihn zum Weiterstrampeln ermutigt, sie wären wohl doppelt so schnell und vor allem gemeinsam aus dem Topf entkommen. In der aktuellen Situation müssen wir uns zwar physisch, also körperlich auf Distanz begeben, doch wir sollten uns nicht sozial distanzieren und „einigeln”. Für viele ist sozialer Anschluss eine wichtige (oft vergessene) weitere Funktion des Sports und darüber hinaus ein menschliches Grundbedürfnis. Daher möchte ich bewusst als Appell formulieren: Bleib mit anderen Athleten, mit deiner Trainingsgruppe und mit deinem Coach in Verbindung.
Martin Fladerer ist promovierter Psychologe. Er lehrt und forscht an der TU München und LMU München zu Kommunikation, Teamprozessen und Führung. Das Wir steht für Martin im Mittelpunkt. Neben seiner Tätigkeit an der Universität ist Martin als Coach und Teamentwickler für Zielgruppen aus Sport und Wirtschaft tätig. Er betreut sportpsychologisch unter anderem LeichtathletInnen und TriathletInnen.
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