Mit dem Freedom ISO hat Saucony jetzt den ersten Lightweight-Trainer mit kompletter EVERUN Zwischensohle herausgebracht und möchte damit dem Laufen wieder mehr Freiheit geben. Die spezielle Dämpfungstechnologie hat der amerikanische Laufschuhhersteller aus Lexington, Massachusettes mit seiner ISOFIT Technologie kombiniert und dem komfortablen Schnürsystem gleich noch ein Update verpasst. Saucony verspricht Läufern mit dem Freedom ISO durch die optimale Abstimmung aller Technologien ein völlig neues Laufgefühl. Ob ich damit nun ewig laufen kann, wollte ich sofort wissen und habe den Saucony Freedom ISO im Trainingscamp auf Mallorca intensiv getestet.

 

 

Laufen ist für mich Freiheit. Nichts ist unkomplizierter als sich ein paar Laufschuhe an die Füße zu schnüren und einfach los zu laufen. Das ist zu jeder Zeit an jedem Ort der Welt möglich. Na ja, fast zumindest. Jeder kann laufen, vorausgesetzt man erfreut sich bester Gesundheit. Ob man deshalb gleich ewig laufen möchte, das ist eine ganz andere Sache. Ich möchte das zwar nicht unbedingt, aber mit dem Freedom ISO verleiht Saucony dem Läufer jetzt zumindest das Gefühl, man könnte ewig laufen. Ich möchte vor allem schneller laufen und das am Besten komfortabler und energiesparender. Ob das mit dem Freedom ISO Konzept gelingt?

 

SAUCONY Freedom ISO: Mehr Freiheit, mehr Laufen / Laufen ist für mich Freiheit. Nichts ist unkomplizierter als sich ein paar Laufschuhe an die Füße zu schnüren und einfach los zu laufen. © stefandrexl.de

SAUCONY Freedom ISO: Mehr Freiheit, mehr Laufen / Laufen ist für mich Freiheit. Nichts ist unkomplizierter als sich ein paar Laufschuhe an die Füße zu schnüren und einfach los zu laufen. © stefandrexl.de

 

 

Optisches Schmankerl für freie Läufer

 

Schon der erste Eindruck beim Öffnen des Kartons lässt erahnen, was man mit dem Freedom ISO für einen Laufschuh an den Fuß bekommt: Er ist ein optisches Schmankerl bei dem jedes Detail auf das gesamte Design abgestimmt ist. Ich denke man erkennt es an den Bildern, dass es eine Freude war diesen Schuh zu fotografieren, entsprechend groß war die Vorfreude auf den ersten Lauf und die Erwartungen.

 

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Freedom ISO steht für perfekte Passform und Bewegungsfreiheit

 

Highlight des Freedom ISO ist die erstmals vollständig verbaute Everun Zwischensohle, die zwar etwas schwerer als EVA Schaum ist, dafür besser dämpft und die Energie mit jedem Schritt im Abdruck wieder abgeben soll. Damit das besonders gut funktioniert und mit dem Wissen an anderer Stelle wieder Gewicht einsparen zu müssen, hat Saucony’s Design-Team dem ISOFIT Schnürsystem ein Update mit neuem leichteren Stretch-Mesh-Material aus weniger Textilschichten gegönnt, das bisher nur auf der Laufbahn bei Rennspikes zum Einsatz kam. Es soll somit den Laufschuh und Everun Zwischensohle rutschfest und dennoch äußerst komfortabel mit dem Fuß des Läufers verschmelzen als hätte dieser einen Socken an. Für besseren Halt an der Ferse sorgt der Support Frame und vermeidet einen Schlupf bei schnellerem Tempo auf Vorder- und Mittelfuss.

 

SAUCONY Freedom ISO: Mehr Freiheit, mehr Laufen / Highlight ist die vollständig verbaute Everun Zwischensohle © stefandrexl.de

SAUCONY Freedom ISO: Mehr Freiheit, mehr Laufen / Highlight ist die vollständig verbaute Everun Zwischensohle © stefandrexl.de

 

Kinvara vs. Freedom Iso

 

Besonders auffällig ist die durchsichtig bunte Laufsohle aus Crystal Rubber die den Blick auf die Everun Zwischensohle freigibt. Der neu verwendete Kunststoff mit TRIFLEX Profil sollen auf Asphalt, Feldwegen und der Laufbahn für exzellenten Grip und lange Haltbarkeit sorgen, aber dabei dennoch ausreichend flexibel sein, um die natürliche flüssige Laufbewegung zu fördern. Das macht ihn natürlich etwas schwerer als den Kinvara.

 

SAUCONY Freedom ISO: Mehr Freiheit, mehr Laufen / Der neu verwendete Crystal Rubber mit TRIFLEX Profil sorgt für exzellenten Grip und lange Haltbarkeit © stefandrexl.de

SAUCONY Freedom ISO: Mehr Freiheit, mehr Laufen / Der neu verwendete Crystal Rubber mit TRIFLEX Profil sorgt für exzellenten Grip und lange Haltbarkeit © stefandrexl.de

 

Der Freedom Iso fühlt sich nach Freiheit an

 

Der erste Lauf mit dem Freedom ISO gleich nach 180 Kilometern auf dem Rad soll dann zeigen, ob EVERUN & Co. auch halten, was sie versprechen. Besonders nach solch einer langen Vorbelastung, wenn die Muskeln schon etwas ermüdet sind und die Lauftechnik nicht mehr zu einhundert Prozent perfekt ist, dann zeigt sich, was ein Laufschuh zu leisten vermag. Um so überraschend war es das erste Mal in den Freedom ISO zu schlüpfen. Er war an kaum einer Stelle des Fußes zu spüren, und auch der niedrige Rist und die flache Zehenbox waren keineswegs beengend. Kurzum: Freiheit ist, wenn man kaum etwas spürt. Der Einstieg ist zwar etwas tricky, was dem komfortablen, weichen Stretch-Mesh-Material geschuldet ist. Wenn man die Schnürung des Freedom Iso etwas weiter öffnet rutscht auch ein breiter Fuß easy in den Schuh.

 

SAUCONY Freedom ISO: Mehr Freiheit, mehr Laufen / Für besseren Halt an der Ferse sorgt der Support Frame, das leichte Stretch-Mesh-Material aus weniger Textilschichten sitzt wie ein Socken, auch barfuss © stefandrexl.de

SAUCONY Freedom ISO: Mehr Freiheit, mehr Laufen / Für besseren Halt an der Ferse sorgt der Support Frame, das leichte Stretch-Mesh-Material aus weniger Textilschichten sitzt wie ein Socken, auch barfuss © stefandrexl.de

 

Eine Schlaufe am Support-Frame könnte da allerdings Abhilfe schaffen und der Freedom ISO somit auch ein Thema im Triathlon sein. Denn ist man mal drin und hat den Schuh dran, dann möchte man sofort laufen, beinahe egal wie vorbelastet man ist. Kaum spürbar umschließt das ISOFIT tatsächliche meinen Fuß und kleine Polster auf der dünnen Zunge dämpfen den Druck der Schnürsenkel. Eine meiner Problemzonen bei Laufschuhen, besonders, wenn man sie barfuss trägt. Den Fehler habe ich gerade tatsächlich auch gemacht und laufe einen nagelneuen Schuh ohne Socken. Gemerkt habe ich das allerdings erst danach. Weder das Obermaterial, noch die Zunge oder Innensohle haben am Fuß gerieben oder gedrückt.

 

 

Für jedes Tempo das passende Laufgefühl

 

Wesentlich überraschender war mein Laufgefühl entlang der Promenade von Port de Pollença nach der langen Radeinheit vorab. Der Freedom ISO ließ mich einfach laufen und das nicht nur regenerativ, sondern mit geringen Kontaktzeiten und hoher Schrittfrequenz. Natürlich waren jetzt keine Bestzeiten geplant, aber meist fühlt sich das Laufen nach vielen Stunden auf dem Rad an, als hätte man einen Eierkarton an den Füßen. Das flache Profil im Vorderfuß des Freedom ISO und seine geringe Sprengung von 4 mm vermittelten mir guten Bodenkontakt und ein kontrolliertes Laufgefühl. Zwar ist er hier nicht besonders gedämpft und das Everun wirkt sich nur geringfügig aus, aber es unterstützt die Vorwärtsbewegung.

Als ich das Tempo auf Regeneration drossle, läuft der Freedom ISO zu Hochform auf und verzeiht jeden Aufprall von der Ferse über den Mittelfuß. Der Laufschuh dämpft gerade so viel, dass ich nicht das Gefühl habe mit jedem Schritt einzusinken, sondern erhält bei allem Komfort den Bewegungsfluss. Durch die Abrollbewegung über die Ferse schiebt jetzt natürlich der Fuß mit jedem Schritt stärker nach vorne. Das zu vermeiden mag dann auch nicht mehr das leichte Stretch-Mesh zu leisten. Hier geht etwas die Führung des Schuhs und die Kontrolle verloren. Mehr Kontrolle wäre wiederum eine Einschränkung der Freiheit.

 

SAUCONY Freedom ISO: Mehr Freiheit, mehr Laufen / Das flache Profil im Vorderfuß und seine 4 mm Sprengung vermittelten guten Bodenkontakt und ein kontrolliertes Laufgefühl © stefandrexl.de

SAUCONY Freedom ISO: Mehr Freiheit, mehr Laufen / Das flache Profil im Vorderfuß und seine 4 mm Sprengung vermittelten guten Bodenkontakt und ein kontrolliertes Laufgefühl © stefandrexl.de

 

Der Preis der Freiheit

 

Das war natürlich nicht mein einziger Trainingslauf für diesen Laufschuhtest. Ich bin den Freedom ISO auch ohne Vorbelastung, morgens, mittags oder abends, während Intervallen, kurzen knackigen oder langen Trainingseinheiten mit Socken und ohne gelaufen. Für mich persönlich schließt der Saucony Freedom ISO die Lücke zum Kinvara und dafür verzeihe ich ihm sogar die paar mehr Gramm auf seinen Hüften. Das mag im Marathon rein rechnerisch eine tragende Rolle spielen, im Training sicherlich nicht. Die vielen Vorteile des Freedom ISO lassen dieses und andere kleine Defizite jedoch verzeihen. Ein leichtes, reibungsarmes Stretch-Mesh, das den Fuß in Kombination mit dem ISOFIT komfortabel umschließt wird wohl immer irgendwann an seine Grenzen stoßen. Das ist der Preis der Freiheit! Ebenso kann die EVERUN Zwischensohle nicht von der Zehe bis zur Ferse die selben Performance an den Tag legen, möchte man gleichzeitig einen flachen Laufschuh mit niedriger Sprengung konstruieren.

 

SAUCONY Freedom ISO: Mehr Freiheit, mehr Laufen / Das leichte, reibungsarmes Stretch-Mesh umschließt den Fuß in Kombination mit dem ISOFIT fest und komfortabel © stefandrexl.de

SAUCONY Freedom ISO: Mehr Freiheit, mehr Laufen / Das leichte, reibungsarmes Stretch-Mesh umschließt den Fuß in Kombination mit dem ISOFIT fest und komfortabel © stefandrexl.de

 

Der Freedom Iso – auch für’s Rennen

 

Für mich ist das Gesamtpaket entscheidend und für welche Läufe ich den Saucony Freedom ISO einsetzen möchte. Ich sehe den Freedom ISO trotz seines höheren Gewichts und der robusteren Laufsohle als Lightweight Trainer für mittlere bis schnellere Geschwindigkeiten auf kurzen bis langen Laufstrecken. Er ist ein idealer Zweitschuh, den ich nicht jeden Tag im Training laufen würde. Bevorzugt würde ich den Laufschuh auf Asphalt und der Laufbahn bei trockenen Witterungsbedingungen einsetzen, für alles andere wäre er mir aufgrund seiner überzeugenden Optik aber auch wegen seiner hochwertigen Materialien und des Preises zu schade. Denn die Haltbarkeit des Saucony Freedom ISO, vor allem seine mögliche Laufleistung, wird er noch beweisen müssen. Für Wettkämpfe ist der Freedom ISO durchaus eine interessante Option.

 

SAUCONY Freedom ISO: Mehr Freiheit, mehr Laufen / Trotz seines höheren Gewichts und der robusteren Laufsohle ein Lightweight Trainer für mittlere bis schnellere Geschwindigkeiten auf kurzen bis langen Laufstrecken © stefandrexl.de

SAUCONY Freedom ISO: Mehr Freiheit, mehr Laufen / Trotz seines höheren Gewichts und der robusteren Laufsohle ein Lightweight Trainer für mittlere bis schnellere Geschwindigkeiten auf kurzen bis langen Laufstrecken © stefandrexl.de

 


Die Teststrecken

 

Den Saucony Freedom ISO bin ich für diesen Laufschuhtest bislang auf befestigten Feldwegen, auf Asphalt und der Laufbahn bei trockener, warmer Witterung gelaufen. Die Streckenlängen waren zwischen 8 bis 20 km bei verschiedenen Laufgeschwindigkeiten, mit und ohne Vorbelastung. Der Saucony Freedom ISO lief sich mit Laufsocken und auch barfuss wunderbar, wobei ich das bei Distanzen über 10 km nicht unbedingt testen wollte.

 


Der Laufschuh

 

HERSTELLER Saucony
MODELL Freedom ISO

 

FAKTEN

  • Fersenhöhe 19 mm
  • Vorfusshöhe 15 mm
  • Sprengung 4 mm
  • Damen 230 g (US 8)
  • Herren 255 g (US 9)
  • UVP 180,00 EUR

 

TECHNOLOGIE

  • EVERUN Topsole Konstruktion plus EVERUN Zwischensohle
  • ISOFIT Schnürsystem
  • Engineered Stretch Mesh Obermaterial
  • Support Frame in der Ferse für idealen Halt
  • Crystal Rubber Außensohle
  • TRIFLEX Sohlenprofil

 

FARBEN

  • Damen: blue / citron
  • berry / pink
  • Life On The Run: black
  • Herren:
  • blue / black / citron
  • orange / citron
  • Life On The Run: black

 

GRÖSSEN

  • Damen US 5-12
  • Herren US 7-13, 14, 15

 

Meine Empfehlung

Testgröße US 9,5
Testdauer 6 Wochen
Testlänge 120 km
Passform 9 / 10
Komfort 8 / 10
Stabilität 7 / 10
Geschwindigkeit 8 / 10
Reaktionsfreudigkeit 7 / 10
Wertigkeit 8 / 10
Preis 5 / 10

 

SAUCONY Freedom ISO: Mehr Freiheit, mehr Laufen / Läuft sich mit Laufsocken und auch barfuss wunderbar, und ist für Wettkämpfe durchaus eine interessante Option © stefandrexl.de

SAUCONY Freedom ISO: Mehr Freiheit, mehr Laufen / Läuft sich mit Laufsocken und auch barfuss wunderbar, und ist für Wettkämpfe durchaus eine interessante Option © stefandrexl.de

 


Supported Post

Der Freedom ISO wurde für diesen Produkttest von der Firma Saucony zur Verfügung gestellt. Der Produkttest erfolgte unabhängig und ohne Einfluss des Herstellers auf Inhalt und Testergebnis. Der Testbericht ist frei und unabhängig verfasst und gibt ausschließlich meine persönliche Meinung auf Basis meiner intensiven Erfahrungen während des Lauftrainings wieder. Weder für den Produkttest noch für die Berichterstattung habe ich eine Vergütung erhalten.

 

#FreedomISO
#LifeOnTheRun
#FindYourStrong
@saucony_germany


QUELLEN

SAUCONY Freddom ISO
SAUCONY Blog
SAUCONY Zealot ISO 2
SAUCONY Kinvara 7

Der Saucony Zealot ISO 2 Reflex ist ein neutraler Lightweight Trainer, der mit seiner 4 mm Sprengung dem Läuferdennoch einen natürlichen Schritt mit hervorragendem Abdruck über den Mittelfuß ermöglicht. Der Zealot ISO 2 bietet ausreichend Flexibilität im Vorderfuß und eine anständige Dämpfung über die komplette Lauffläche. Damit stellt der Zealot ISO 2 eine gute Wahl für einen vielseitigen und komfortablen Trainingsschuh dar, der allerdings nicht unbedingt besonders schnell ist. Dennoch kann der Saucony Zealot ISO 2 Reflex durchaus für Läufe von 10 Kilometern bis zu einem Marathon eingesetzt werden und das nicht nur bei Tageslicht.


 
Diesmal bin ich den Saucony Zealot ISO 2 Reflex in Größe US 9.5 gelaufen, gefühlt hätte es im Vergleich zum Kinvara 7 aber durchaus eine halbe Nummer größer sein dürfen. Während die Länge des Schuhs und die Zehenfreiheit für mich optimal sind, ist er mir im Vorderfuss und am Rist (Fussrücken) etwas zu schmal. Dieses Gefühl mag womöglich am gut gepolsterten Innenschuh und der liegen. Die Schnürung mit dem ISO-Fit-System schmiegt sich erst einmal kaum spürbar um den Fuss und so sitzt der Zealot ISO 2 ordentlich fest am Fuss – für meinen persönlichen Geschmack ist das aber eine Idee zu fest. Denn in der Kombination mit seiner guten Polsterung fühlt sich das im Stehen und langsamen Gehen zwar komfortabel an, doch nach wenigen Kilometern im Laufen muss ich regelmäßig nachschnüren. Die Zehen und Füsse schlafen ein. Die perfekte Schnürung beim Zealot ISO 2 ist ein schmaler Grad, aber ist sie gefunden, dann läuft’s wie auf Schienen.

 

SAUCONY Zealot ISO 2 Reflex: Komfortables Leichtgewicht für Nachteulen / Während der ersten Laufeinheiten war der Zealot ISO 2 stabil und geschmeidig, was unter anderem an der TRI-FLEX Aussensohle liegt. Sie verteilt auftretende Kräfte von der Landezone im Vorder- und Mittelfuss über eine größer Fläche.

SAUCONY Zealot ISO 2 Reflex: Komfortables Leichtgewicht für Nachteulen / Während der ersten Laufeinheiten war der Zealot ISO 2 stabil und geschmeidig, was unter anderem an der TRI-FLEX Aussensohle liegt. Sie verteilt auftretende Kräfte von der Landezone im Vorder- und Mittelfuss über eine größer Fläche.


 

Der Zealot
Komfort für bequeme lange Läufe

Bei Saucony gefällt mir, dass mein eher breiter Vorderfuss dank der geräumigen Zehenbox eigentlich stets gut Platz findet und die Laufschuhe dennoch fest an Mittelfuss und Ferse sitzen. So bin ich das zumindest von den minimalistischen Laufschuh-Modellen aus Massachusetts (USA) gewohnt, wie das der Kinvara oder Fastwitch sind. Vor allem im Inneren sind Laufschuhe von Saucony angenehm seidig glatt und ohne störenden Falten und Nähten, die an den typischen Stellen reiben könnten. Ja, sogar ohne Socken und barfuss verursachen Saucony Laufschuhe nur selten Blasen. Das fühlt sich gut an, denn die FlexFilm Technologie sorgt für nahtlos verschweisst Lagen und so umschliesst der Laufschuh den Fuss auf natürliche Weise. Der Zealot ISO 2 wird man allerdings eher selten barfuss laufen, denn er ist eher für’s Training und den jahreszeitlichen Übergang gedacht. Seine Zunge ist gut gepolstert, seitlich mit dem fein gewebten Obermaterial aus Mesh verbunden und bleibt faltenfrei an ihrem Platz. Trotz seiner üppig komfortablen Bauweise ist der Zealot unglaublich leicht. Das dünne RUNDRY Mesh ist ein großartiges Material, es ist atmungsaktive und gibt die Feuchtigkeit gut nach aussen ab.
 


Reaktionsfreudig dämpfend

Läuft man das gesamte Jahr bevorzugt flachere und direkter Laufschuhe, dann fühlt sich der Zealot ISO 2 auf den ersten Kilometern ungewohnt weich, aber keineswegs schwammig an. Der Zealot ISO 2 hält die Spur, verlangt aber einen aktiveren Abdruck, im Mittelfuss scheint etwas die Energie verloren zu gehen. Für Laufschuhe von Saucony eher untypisch, aber aus irgendeinem Grund vermisse ich die Reaktionsdreudigkeit beim Zealot ISO 2 in diesem Bereich, wie ich es von der EVERUN Dämpfungstechnologie bisher eigentlich gewohnt bin. Die Zwischensohle dämpft den Aufprall zwar gut ab, aber gibt keine Energie für den Abdruck zurück. Das fördert andererseits natürlich den Trainingseffekt, denn meine Schrittfrequenz habe ich dadurch etwas erhöht. Allerdings hat sich die Dämpfung besonders bei langen Läufen dauerhaft gut und komfortabel angefühlt.

 

SAUCONY Zealot ISO 2 Reflex: Komfortables Leichtgewicht für Nachteulen / Die Schnürung mit dem ISO-Fit-System schmiegt sich erst einmal kaum spürbar um den Fuss und so sitzt der Zealot ISO 2 ordentlich fest am Fuss.

SAUCONY Zealot ISO 2 Reflex: Komfortables Leichtgewicht für Nachteulen / Die Schnürung mit dem ISO-Fit-System schmiegt sich erst einmal kaum spürbar um den Fuss und so sitzt der Zealot ISO 2 ordentlich fest am Fuss.


 


Geschmeidige
Laufruhe

Während der ersten Laufeinheiten war der Zealot ISO 2 stabil und geschmeidig, was unter anderem an der TRI-FLEX Aussensohle liegt. Sie verteilt auftretende Kräfte von der Landezone im Vorder- und Mittelfuss über eine größer Fläche. Nach einigen Läufen war dieses Dämpfungsgefühl allerdings nicht mehr so stark ausgeprägt, dennoch blieb die Laufruhe erhalten.
 


Moderate Geschwindigkeit
mit Laufgefühl

Der Zealot ISO 2 ist äusserst bequem, man könnte fast denken einen Racer an den Füssen zu tragen, aber trotz einer  Sprengung von 4 mm fehlt ihm etwas an Reaktionsfreudigkeit, wodurch weniger Energie zurück kommt. Das mag unter anderem an der Sohlenhöhe von 22 bis 26 mm liegen. Aufgrund des Mehr an Polsterung und der höheren Laufsohle entsteht am Fuss der gefühlte Eindruck, als sei der Zealot ISO 2 wesentlich größer und sperriger. Doch er ist keineswegs klobig und sogar angenehm leicht, ja elegant schlank. Die IBR+ Sohle verspricht vom Vorder- bis Mittelfuss vor allem lange Haltbarkeit bei guter Dämpfung, an der Ferse wurde härterer XT900 Schaum verwendet, der mit seinem hohen Carbonanteil extrem abriebfest ist. Gut gefällt mir die konvexe, nach aussen laufende Sohle, die dem neutralen Lightweight Trainer mehr Stabilität und eine gute Führung beim Abrollen über den Mittelfuss gibt. Das erinnert mich an den Kinvara und sorgt bei höherem Tempo für Laufruhe. Wenn der Untergrund jedoch feucht oder nass ist, was in der dunklen Jahreszeit gelgentlich vorkommt, dann kann es mit der Sohle des Zealot ISO 2 schon einmal rutschig werden. Vor allem bei Minusgraden wird es auf feuchtem Asphalt kritisch, denn bei kühlen Temperaturen wird EVA Schaum hart und der Grip der Aussensohle reduziert sich drastisch.

 

SAUCONY Zealot ISO 2 Reflex: Komfortables Leichtgewicht für Nachteulen / Das dünne RUNDRY Mesh ist ein großartiges Material, es ist atmungsaktive und gibt die Feuchtigkeit gut nach aussen ab.

SAUCONY Zealot ISO 2 Reflex: Komfortables Leichtgewicht für Nachteulen / Das dünne RUNDRY Mesh ist ein großartiges Material, es ist atmungsaktive und gibt die Feuchtigkeit gut nach aussen ab.


 


Vielseitiger Einsatzbereich

Der Zealot ISO 2 ist sehr vielseitig einsetzbar, wie ich finde. Saucony liefert mit dem Zealot ISO 2 viel Schuh ohne viel Gewicht, wodurch er für kurze und lange Läufe gut geeignet ist. Seine extrem abriebfeste Außensohle mit hohem Carbonanteil verspricht eine verbesserte Haltbarkeit, aber die hat auch ihren Preis. Der Zealot ISO ist für ein breite Zielgruppe, von Einsteigern bis ambitionierte Läufer, die einen zuverlässigen Schuh möchten, der nicht zu fordernd ist und auch bei Dauerläufen mit moderaten Laufgeschwindigkeiten lange Komfort bietet. Für persönliche Bestzeiten ist der Zealot ISO 2 allerdings weniger geeignet, da sollte man dann schon eher zum Kinvara oder Fastwitch greifen.
 


FAZIT

Der Saucony Zealot ISO 2 Reflex ist ein gut gepolsterter und dämpfender Trainingsschuh, der einem aufgrund seines dennoch geringen Gewichts (269 g) und einer niedrigen Sprengung (4mm), das Gefühl gibt, einen Wettkampfschuh zu tragen. Der Zealot ISO 2 ist ein komfortabler Laufschuh mit guter Unterstützung, der sich gut um einen normal breiten Fuss des Läufers anschmiegt. Hat man dann die beste Schnürung endlich im Griff, ist er auch komfortabel zu tragen. Der Zealot ISO 2 ist eine ideale Wahl für den täglichen Trainingslauf an jeglichem Untergrund, der sich bei fast allen Geschwindigkeiten gut anfühlt, so lange es nicht nass oder zu kühl ist. Die Besonderheit des Saucony Zealot ISO 2 Reflex ist die elegante schwarz-weiss Gestaltung des Laufschuhs, das ist sehr chic, doch erst im Dunkeln schöpft er sein optisches Potential vollständig aus. Der komplette Laufschuh ist, nomen est omen, rundum reflektierend inklusive seiner Mittelsohle, so dass man bei Nachtläufen im Scheinwerferlicht garantiert durch hervorragende Sichtbarkeit heraus sticht. Das gilt übrigens für die gesamte Saucony Reflex-Serie zu der auch der Ride 9 Reflex und Hurricane ISO 2 Reflex gehören.

 

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Teststrecken

Den Zealot ISO 2 Reflex bin ich für den Laufschuhtest abwechselnd auf befestigten Feldwegen entlang der Isar, auf Kies, Pflaster, Asphalt und der Laufbahn, aber auch bei Schnee über einen Zeitraum von 3 Monaten gelaufen. Die Streckenlängen waren von 8 bis 20 km und am bequemsten lief sich der reflektierende Zealot ISO 2 mit extra dünnen Socken, wie zum Beispiel den Pro Racing Socks von Compresport.


Die Fakten
: SAUCONY Zealot ISO 2 Reflex

Neutral Lightweight Trainer
EVERUN Dämpfungstechnologie
TRI-FLEX Außensohle
IBR+ Aussensohle im Vorder- und Mittelsohle
XT-900 abriebfeste Außensohle
ISOFIT Obermaterial
FlexFilm Lightweight nahtloses Obermaterial
Sprengung: 4 mm (Fersenhöhe 26 mm / Vorderfuss 22 mm)
Gewicht 269 g
EUR 149,95

Empfehlung SAUCONY Zealot ISO 2 Reflex

Testgröße: US 9.5
Testdauer: 4 Monate
Testlänge: 160 km
Schuhart: Trainer, neutral
Einsatzbereich: ruhige Dauerläufe / Tempodauerläufe, alle Distanzen
Läufertyp: leicht – mittelschwer, Einsteiger – Ambitioniert
Passform: 6
Komfort: 8
Stabilität: 8
Geschwindigkeit: 7
Reaktionsfreudigkeit: 6
Wertigkeit: – 7


Supported Post

Der Zealot ISO 2 Reflex wurde für den Produkttest von der Firma Saucony zur Verfügung gestellt. Der Laufschuhtest erfolgte unabhängig und ohne Einfluss des Herstellers auf das Testergebnis. Der Testbericht ist frei und unabhängig verfasst und gibt ausschlisslich unsere persönliche Meinung auf Basis unserer Erfahrung während des Lauftrainings wieder. Wir haben weder für den Produkttest noch für die Berichterstattung eine Vergütung erhalten.


QUELLEN

SAUCONY
SAUCONY Blog
SAUCONY Freedom ISO
SAUCONY Kinvara 7

ON hat seinen neu entwickelten Cloudflow für lange Dauerläufe auf Wolken zum Herbst / Winter 2017 vorgestellt. Den siebten Streich der schweizer Laufschuh-Manufaktur mit extra leichtem Zero-Gravity-Schaum wollten wir natürlich sofort auf Herz und Wolken testen und uns damit geradewegs ins Runner’s High befördern.

 

„Über den Wolken muss die Freiheit wohl Grenzen los sein“, sang Reinhard Mey in den 70er-Jahren. Diese Zeilen sind auch dem deutschen Künstler eher nicht während des Laufens eingefallen. Dem neuen Cloudflow von ON sind diese Zeilen beinahe auf den Leib, oder besser auf den Schuh geschnitten. Denn über den Cloudflow führt der schnellste Weg zum gewünschten Hochgefühl eines Läufers, dem „Shortcut to Runner’s High“, so der ON-Mitgründer Oliver Bernhard.

 

ON CLOUDFLOW Geradewegs zum Runner’s High / Guys-Modell in dezentem grau

ON CLOUDFLOW Geradewegs zum Runner’s High / Guys-Modell in dezentem grau

 

Auf Wolken läuft’s sonnig

Um dieses Gefühl, wenigstens ein bischen persönlich erleben zu können, hatte ON in’s Herzen Schwabing’s geladen. Am frühen Morgen, die Sonne ging gerade auf und es lag noch ein leichter Dunst über dem Kleinhesseloher See, durften wir erstmals auf achtzehn CloudTec-Elementen durch den Englischen Garten schweben – laufen natürlich. Die extra-leichten Wolken aus Zero-Gravity-Schaum liesen meine schmerzenden Waden vom Intervalltraining am Vortag zwar fast vergessen, aber von ganz allein läuft’s natürlich auch mit dem besten Schuhen nicht. Aber dank der „Wolken“ war’s laufen wie bei Sonnenschein. Denn die Vorspannung und der reaktive Flex des Cloudflow erleichtert jeden Schritt ungemein. Die Clouds sorgen während des Laufens für ein natürliches Abrollen und fördern den kraftvollen Abdruck. ON selbst nennt es Speedboard, auch wenn von Speed bei mir heute nicht zu sprechen war, so hat die Sohle doch optimal gedämpft ohne dabei Vortriebsenergie zu vernichten und zum richtigen Zeitpunkt beschleunigt. Wie sich das dann auf längeren Strecken und fit anfühlt, und ob der Cloudflow der schnellste Weg zum Runner’s High ist, das gilt es in den nächsten Wochen zu testen.

 

Die 7,5 Kilometern fühlten sich heute zwar länger an, mit dem Cloudflow aber deutlich leichter und wieder zurück wurden wir im OCCAM Deli mit einem feinen Frühstück belohnt. Das hatten wir uns aber auch wirklich verdient, nach dieser „kalorienzehrenden“ Laufeinheit, und auch die Waden waren wieder locker. Das OCCAM Deli ist der perfekte Ort für ein reichhaltiges und gesundes Frühstück und durch seine Nähe zum münchener Englischen Garten bietet es sich für Läufer geradezu an. Obwohl, verschwitzt sollte man hier auch nicht einlaufen. Aber das haben wir ja nicht und waren noch unter uns. Na, dann Mahlzeit!

 

ON CLOUDFLOW Geradewegs zum Runner’s High / ON CLOUDFLOW Geradewegs zum Runner’s High / Breakfrast im Occam Deli nach dem ersten Testlauf im Englischen Garten

ON CLOUDFLOW Geradewegs zum Runner’s High / ON CLOUDFLOW Geradewegs zum Runner’s High / Breakfrast im Occam Deli nach dem ersten Testlauf im Englischen Garten

 

Der Cloudflow durchbricht die Barriere

„Eine Welle schwappt über deinen Körper“, beschreibt es ON-Mitgründer Oliver Bernhard und „mit einem Mal läuft es sich mit Leichtigkeit.“ Für den sechsfachen Ironman Weltmeister ist das Runner’s High ein pures Glücksgefühl, das die Gedanken verfliegen und den Körper auf das Hier und Jetzt konzentrieren lässt.

 

Dieses Phänomen welches jegliche Anstrengung vergessen lässt, beschäftigt Sportler und Wissenschaftler schon sehr lange. Man dachte ursprünglich, dass einzig das Endorphin für dieses Hochgefühl verantwortlich sei. Mittlerweile weiß man aber, dass Endorphine die Barriere vom Blut ins Gehirn, welche den Stoffaustausch im Nervensystem kontrolliert, nicht überwinden können. So ist ebenso bekannt, dass während des Laufens noch weitere körpereigenen Opioidpeptide, wie Endocannabinoide produziert werden 1.

 

ON CLOUDFLOW Geradewegs zum Runner’s High / die Clouds aus Zero-Gravity-Schaum für bessere Dämpfung

ON CLOUDFLOW Geradewegs zum Runner’s High / die Clouds aus Zero-Gravity-Schaum für bessere Dämpfung

 

Sie sind denjenigen Cannabinoiden ähnlich, welche in der Hanfpflanze Cannabis enthalten sind und als Arzneimittel in Form von Marihuana und Haschisch verwendet werden: Die körpereigenen Endocannabinoide reduzieren während des Laufens den Schmerzen und Stress – der Läufer kann dadurch eine Art Rausch und Glücksgefühl erfahren 2. Das ist natürlich individuell und wird von den Läufern, abhängig von Alter, Geschlecht und Trainingsjahren unterschiedlich stark wahrgenommen. Eines ist aber ganz sicher: Dieses Glücksgefühl fühlt sich großartig an, es macht das Laufen noch ein Stück schöner und der Cloudflow soll es den Läufern erleichtern die Barriere zum Runner’s High zu durchbrechen. Die Erwartungen an den Cloudflow sind damit hoch, ob zu hoch, das werden nie nächsten Laufeinheiten zeigen.

 

 

Der Cloudflow bricht die ON Tradition

Eines steht fest: Mit dem Cloudflow hat sich ON intensiv Gedanken bis ins kleinste Detail gemacht, um einen Laufschuh für eine möglichst große Zielgruppe zu entwickeln. Der erste Blick fällt auf das wertige Obermaterial aus einem atmungsaktiven und stabilen Netzgewebe mit geschweisten Nähten. Die Löcher der Schnürung sind zwar nach wie vor sehr filigran und kaum verstärkt, was in der Vergangenheit gelegentlich dazu geführt hat, dass das dünne Obermaterial bei zu starkem Zug ausreisen konnte. Jetzt wurden am letzten Loch des Schafts, wo es während des Schnürens zur höchsten Belastung kommt, beidseitig Ösen in Form des ON-Logos verarbeitet. Dadurch wird mehr Haltbarkeit und leichteres Binden des Cloudflows gewährleistet und es sieht schick aus.

 

Schlüpft man in den Cloudflow, fällt sofort der komfortable Innenschuh auf, der sich leicht wie eine Socke um den Fuß schließt. Eine antimikrobische Behandlung des Textils soll langanhaltende Frische gewährleisten und während langer Läufe die Feutchtigkeit nach aussen abgeben und so den Fuß trocken und geruchsfrei halten. Die Zehenbox des Cloudlow passt bei mir und meinem breiteren Fuß optimal, ist nicht ganz so breit wie die des Cloudsurfers und aber auch nicht so schmal wie vom Cloudracer. Als ich den Cloudflow erstmals schnüre, beginne ich vorne im Zehenbereich und ziehe die Schuhbänder Loch für Loch nach oben fest. Denn erfahrungsgemäß rutschen die dünnen Schuhbänder nicht ohne weiteres bis nach unten durch, wenn man obe zieht und sie schneiden dann in den nicht verstärkten Schnürlöchern ein. Zieht man zu fest und das über viele Laufeinhieten, dann kann schon einmal eines der Löcher reißen.

 

ON CLOUDFLOW Geradewegs zum Runner’s High mit flacher Zunge und dünnem Obermaterial

ON CLOUDFLOW Geradewegs zum Runner’s High mit flacher Zunge und dünnem Obermaterial

 

Der Cloudflow – auffällig unauffällig

Sitzt der Cloudflow dann fest und bequem am Fuß bemerkt man das Leichtgewicht kaum. Die ersten Schritte sind Nomen est Omen: Auch wenn man nicht gleich fliegt, so schwebt man. Das Abrollverhalten unterscheidet sich einfach grundsätzlich zu dem, anderer Laufschuhhersteller. Das ist für’s erste aber auch kein Wunder, denn mit 220 Gramm ist der Cloudflow ein Leichtigewicht in diesem Segment. Es kann also raus gehen und die Waden sind diesmal auch erholt.

 

Nach zwanzig Minuten fällt mir auf, dass mir nicht’s auffällt. Ich habe ganz vergessen, warum ich Laufe, denn es läuft fast von alleine mit dem Cloudflow. Ich spüre den Cloudflow kaum, so natürlich läuft er sich auf den ersten Kilometern bei einer fünfer Pace. Das mag sicher an den neuen Clouds aus Zero-Gravity-Schaum liegen, welche jedem Schritt eine gewisse Leichtigkeit geben. Sie sind weicher als die Vollgummi-Dämpfungselemente anderer ON-Modelle und dämpfen jeden Schritt. Ein Gefühl wie auf Wolken, ganz nach der Idee der Schweizer.

 

ON CLOUDFLOW Geradewegs zum Runner’s High / Ladies-Modell mit Clouds aus Zero-Gravity-Schaum

ON CLOUDFLOW Geradewegs zum Runner’s High / Ladies-Modell mit Clouds aus Zero-Gravity-Schaum

 

Ich steigere das Tempo und bin gespannt, wie sich das patentierte Speedboard der Mittelsohle auf meinen Fußabdruck und das Laufgefühl auswirken. Das Speedboard verspricht den Abrollvorgang des Fußes besser zu unterstützen und gleichzeitig den explosiven Abdruck zu fördern. Durch die Verstärkung im Vorfuss soll der Cloudflow trotz des Zero-Gravity-Schaums noch reaktiver werden und die Landung ist weich wie auf Sand 3. Mit der höheren Pace von 4:30 Minuten / Kilometer verändert sich das Verhalten des Laufschuhs, auch weil jetzt der Abdruck vom Mittelfuß deutlich Richtung Vorderfuß wandert. Jetzt wird die Führung etwas schwammiger, wodurch die Waden stärker gefordert werden. Es scheint auch als würde mit der Dämpfung auch mehr Energie absorbiert wodurch der Kraftauwand steigt. Vorteilhaft macht sich hierbei aber die konvexe Form der Laufsohle bemerkbar, welche diesen Stabilitätsverlust leicht ausgleicht.

 

Perfekte Wolken für Trockenheit

Dafür merke ich ein anderes Problem: Im Aufbau der Laufsohle aus Speedboard und den Clouds aus weichem Zero-Gravity-Schaum setzt ON auf härtere Abriebkissen an der Außensohle. Die Idee und Funktion sind natürlich sehr positiv, denn das sorgt für mehr Haftung in jeder Phase des Bodenkontakts und weniger Verschleiss. Allerdings funktionieren die Abriebkissen nur auf trockenem Boden. Als es leicht zu regnen beginnt, erhöht sich auf Asphalt mit dem höheren Tempo auch die Drift mit jedem Schritt und sobald noch etwas nasses Laub dazukommt wird’s rutschig. Auf der Tartanlaufbahn reicht dann leider schon eine typisch herbstliche Feuchtigkeit für eine mangelhafte Bodenhaftung aus, insbesondere in den Kurven. Ist es aber trocken, dann läuft sich der Cloudflow bestens bei Technikläufen und Intervalltraining mit moderater Geschwindigkeiten auf der Laufbahn danke seines flachen Profils und einer Sprengung von nur sechs Millimetern.

 

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Fazit: ON Cloudflow füllt die Lücke

Die schweizer Laufschuh-Manufaktur hat mit dem Cloudflow einen edlen Trainingsschuh entwicklet, der durch eine hochwertige Verabreitung, viel Style und Funktion begeistert. Die Qualitäten des Cloudflow liegen vor allem in seiner Leichtigkeit, in der Reaktionsfähigkeit und im Grip auf festem, trockenen Untergrund bei mittleren Geschwindigkeiten und längeren Strecken. Dass die Laufsohle von ON auf losem Untergrund gerne einmal das ein oder andere Steinchen zwischen seinen Wolken einklemmt, ist bekannt. Wer sich für einen Laufschuh von ON entscheidet, der nimmt das in Kauf, sind sie schließlich für die Straße und Laufbahn entwickelt. Zwar bricht der Cloudflow mit mancher ON Tradition, dennoch läutet er damit noch keine neue Generation ein. Mit dem Cloudflow ergänzen die Schweizer ihr Portfolio an Trainingslaufschuhen und möchten damit die Lücke zwischen dem Cloudsurfer und Cloudracer schließen. Nach mehr als 250 Kilometern auf verschiedenen Bodenbelägen, mit unterschiedlichen Streckenlängen und Geschwindigkeiten sehe ich persönlich den Cloudflow eher zwischen dem Cloudflyer und Cloudsurfer.

 

ON CLOUDFLOW Geradewegs zum Runner’s High / ON CLOUDFLOW Geradewegs zum Runner’s High / zwar wird's auf feuchtem Laub rutschig, aber die Optik passt perfekt in den Herbst für trockene Dauerläufe

ON CLOUDFLOW Geradewegs zum Runner’s High / ON CLOUDFLOW Geradewegs zum Runner’s High / zwar wird’s auf feuchtem Laub rutschig, aber die Optik passt perfekt in den Herbst für trockene Dauerläufe

 

Als optimal für den Cloudflow haben sich lange Trainingsläufe ab 60 Minuten im Grundlagenausdauerbereich herausgestellt. Hierbei konnte der Cloudflow durch die Leichtigkeit und das Speedboard seine energiesparenden Vorteile ausspielen und war auch nach 20 Kilometern noch komfortabel und stabil. Jedoch kann ich mir den Cloudflow auch gut über die Halbmarathon- und Marathondistanz, sowie im Triathlon auf der Ironman-Distanz vorstellen. Damit empfehle ich den ON Cloudflow besonders für Läufe über längere Distanze mit moderatem Tempo und all denjenigen, für die alle anderen ON-Modelle einen Tick zu aggressiv und vorderfussbetont sind. Ob der Cloudflow seinen Läufer mit jedem Training auf direktem Weg ins Runner’s High befördert, sei dahingestellt, aber die Freude am Laufen steigert er ganz bestimmt.

 

Die Fakten des ON Cloudflow

KATEGORIE
Lightweight-Trainer neutral

DAMEN
Sprengung: 6mm (k.A. mm Ferse/ k.A. mm Vorfuß)
Gewicht: 190 g (US W 7,0)
Farbkombinationen: Blue / Haze, Spice / Flash
SKU Nummer: 15.4516

HERREN
Sprengung: 6mm (k.A. mm Ferse/ k.A. mm Vorfuß)
Gewicht: 220 g (US M 8,5)
Farbkombinationen: Malibu / Neon, Rock / Orange
SKU Nummer: 15.4247

TECHNOLOGIE
Zwischensohle: Speedboard
Clouds: Zero-Gravity-Schaum

UVP
149,95 EUR

BEWERTUNG
Qualität
*****
Optik 6
Laufgefühl 8
Haltbarkeit 5
Preis 6

 

INFORMATIONEN
ON
OCCAM Deli

 

QUELLEN
1 Sparling, P. B., Giuffrida, A., Piomelli, D., Rosskopf, L. and Dietrich, A. (2003). Exercise activates the endocannabinoid system. NeuroReport 14, 2209-2211.

2 Fuss, J. , Steinle, J., Bindila, L., Auer, M. K., Kirchherr, H., Lutz, B., Gass, P. (2015). A runner’s high depends on cannabinoid receptors in mice. Proc. Natl. Acad. Sci. 112, 13105–13108.

3 ON Technologie Speedboard Factsheet

 


Seit diesem Frühjahr gibt’s den siebten Streich des legendären Kinvara, das Erfolgsmodell von Saucony, vieles ist vertraut, einiges anders und manches neu, komfortabel und schnell ist er weiterhin. Eigentlich habe ich bei der Suche nach neuen Laufschuhen stets Schwierigkeiten passende Lightweight Trainer oder Racer zu finden. In 99% der Fälle sind diese zu schmal. Als ich 2010 den ersten Kinvara anprobiert habe, hat dieser sofort gepasst und war sogar im Marathon mein bisher schnellster Laufschuh. Ich habe den Kinvara 7 auf Herz und Nieren im Training und Wettkampf einem intensiven Praxistest unterzogen und sag’s ja nur ungern … aber lest selbst!

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Wesentliche Änderungen gegenüber früheren Versionen (Modell Damen) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Wesentliche Änderungen gegenüber früheren Versionen (Modell Damen) ©stefandrexl.de

Der Saucony Kinvara 7 kommt mit einer Handvoll wesentlicher Änderungen gegenüber früheren Versionen. Dennoch werden all jene Läufer, die dem Kinvara bisher treu gewesen sind auch weiterhin seinen leichtgewichtigen, ansprechenden Laufstil genießen können. Der wesentliche Unterschied des Kinvara 7 zu seinem Vorgänger, dem Kinvara 6, besteht im komplett neuen Aufbau der Laufsohle mit der neuen Dämpfungstechnologie Everun der Zwischensohle und dem Obermaterial. Everun wurde zuvor nur im Triumph ISO 2 verbaut und hält nun Einzug in immer mehr Modelle von Saucony, die auch bisher mit einer dämpfenden Laufsohle ausgestattet waren. Trotz der gravierenden Veränderungen von Zwischensohle und Laufsohle blieben die gewisse Einfachheit und der Still des Kinvara 7 erhalten, welche ihm seit der Markteinführung 2010 zu seiner Popularität verholfen haben. Kaum ein Läufertyp fühlt sich in diesem Laufschuh nicht angenehm wohl. Man kann den Kinvara für das tägliche Lauftraining, für schnelle Läufe und Intervalle, aber auch für lange Strecken und Marathons einsetzen. Bekannt für seine eindrucksvolle Balance aus Komfort und Leistung bietet der Kinvara 7 ein äusserst stabiles und ansprechendes Laufgefühl – ganz im Sinne des ursprünglichen Gedanken des Kinvara.

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Fest am Fuss auf Asphalt und befestigten Wirtschaftswegen (Modell Herren) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Fest am Fuss auf Asphalt und befestigten Wirtschaftswegen (Modell Herren) ©stefandrexl.de

Kinvara (irisch: Cinn Mhara, was etwa Kopf des Meeres bedeutet) ist ein kleines Hafenstädtchen am Südrand des County Galway in der Provinz Connacht an der Galway Bay in Irland. Der Ort befindet sich westlich der Barony of Kiltartan nahe der Grenze zum Burren im County Clare. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kinvara)

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Immer vorwärts - jeder Schritt eine Leichtigkeit (Modell Herren) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Immer vorwärts – jeder Schritt eine Leichtigkeit (Modell Herren) ©stefandrexl.de

Mit großer Spannung habe ich den Kinvara 7 erwartet und mich auf den Praxistest gefreut nachdem ich manchen seiner Vorgänger erfolgreich gelaufen bin. Sollten alle seine neuen Eigenschaften, besonders die neue Dämpfungstechnologie Everun, ihr Versprechen halten, so wollte ich den Kinvara 7 auch beim Marathon Hamburg laufen. Der Kinvara 3 hatte mir schließlich seinerzeit eine neue persönliche Bestzeit beschert. Mit dem Öffnen des Schuhkartons war ich allerdings erst einmal von seiner grellen neon-grünen Farbgebung geblendet und in hartes Schwarz verlief: Slime / Black nennt es Saucony. Ähnlich aber nicht ganz so extrem ist das Modell für Damen in leuchtendem Türkis kombiniert mit Korallenrosa: Blue / Navy / Coral. Der Kinvara 7 ist sicherlich ein Blickfang.

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Rundum Update mit interessanter Farbkombi (Modell Herren) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Rundum Update mit interessanter Farbkombi (Modell Herren) ©stefandrexl.de

Allgemeines zum Laufschuh und Praxistest

Der Kinvara 7 wiegt 187 Gramm für Frauen (Größe 8) und 218 Gramm für Männer (Größe 9) mit einer Sprengung von 4 mm, sowie einer Höhe von 18mm im Vorderfuß und 22mm unter der Ferse. Die Passform der 7. Ausgabe bleibt nahezu unverändert zu seinem Vorgänger und besitzt weiterhin eine großzügige breite Zehenbox, und dem Gefühl eines festsitzenden Mittelfußes. Auch der Kinvara 7 ist maßgenau und stimmt mit der tatsächlichen Schuhgröße überein. Getestet habe ich den Kinvara 7 auf asphaltierten Straßen und befestigten Schotterwegen entlang der Isar in München und in Hamburg. Der Kinvara 7 hat sich aufgrund seiner direkten Kraftübertragung vor allem bei langen Dauerläufen, Tempoläufen, Intervallen, und allem dazwischen sehr gut bewährt – im Training sowie im Wettkampf. Trotz einiger wesentlicher Veränderungen der Technologie des Laufschuhs, bleiben der allgemeine Charakter und das typische Lauferlebnis eines Kinvara auch mit Version 7 erhalten.

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Komplett neu: EveRun Dämpfungssohle mit Tri-Flex Aussensohle (Modell Herren) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Komplett neu: EveRun Dämpfungssohle mit Tri-Flex Aussensohle (Modell Herren) ©stefandrexl.de

Dämpfung und Energie mit der neuen Saucony Kinvara 7 Laufsohle

Der Aufbau und die sich daraus ergebende Optik des Kinvara haben sich sichtbar verändert und so verwendet Saucony mit Version 7 in den strategischen Zonen der Laufsohle auch IBR+, um so das Gewicht des Schuhs niedrig zu halten, aber dennoch optimale Strapazierfähigkeit und Schutz in den Bereichen mit intensiven Bodenkontakt zu gewährleisten. Mit IBR+ wird der Laufschuh um 33% leichter und seine Fähigkeit entstehende Aufprallkräfte zu Absorption verdreifacht sich im Vergleich zu herkömmlich geschäumten Aussensohlen. So werden die Gramm hin und her verschoben, am Ende wurde der Kinvara 7 dadurch 4 g leichter als sein Vorgänger. Die strategische Anordnung des geschäumten, abriebfesten Gummis mit der TRI-FLEX Struktur unter dem Vorfuß und entlang der Aussenkante der Außensohle sorgt für eine gute Traktionskontrolle mit optimaler Flexibilität. Dennoch werden die erzeugten Spitzenkräfte während der Lande- und der Abdruckphase über die größere Fläche gleichmäßig über die Sohle verteilt.

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Neuer Aufbau der Laufsohle mit EveRun (Modell Herren) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Neuer Aufbau der Laufsohle mit EveRun (Modell Herren) ©stefandrexl.de

Dabei hat Saucony den bisherige Aufbau mit Powergrid EVA+ Schaum durch den rückfedernden, elastischen Everun SSL TU Materials mit Dämpfungstechnologie ersetzt, der wesentlich höhere Dichte und Festigkeit als frühere Modelle besitzt. Durch die Verwendung von Everun anstatt des herkömmlichen EVA-Schaums sollen Widerstandsfähigkeit und Lebensdauer erhöht und verlängert werden. Die Everun Dämpfungstechnologie ist eine neue Art der Laufschuh-Konstruktion. Sie bringt die optimale Dämpfung so nah wie möglich an den Fuß. Aufgrund des geringen Komprimierungsgrad des auf TPU basierenden Everun Materials erfährt der Läufer sowohl eine effektivere und lebendigere Art des Laufens, mehr Energierückgewinnung als auch kontinuierliche Dämpfung für den gesamten Lauf, vom ersten bis zum letzten Kilometer. Diese Veränderungen wirken sich zweifellos positiv auf das Laufgefühl des Schuhs aus. Während meines ersten Trainingslaufes im neuen Kinvara 7, habe ich einen spürbaren Unterschied in der Geschmeidigkeit und Effektivität der Laufschritte gespürt. Mit der Markteinführung in Version 7 erwarte ich mir mit diesem Kinvara durchaus mehr Laufkilometer, denn die Haltbarkeit der Außensohle war bisher die Kinvara-typische Schwachstelle. Vor allem im seitlichen Vorfußbereich, wo es gar keine Gummi-Inlays gibt.

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Mehr Dämpfung, weniger Traktion mit EveRun und IBR+ (Modell Herren) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Mehr Dämpfung, weniger Traktion mit EveRun und IBR+ (Modell Herren) ©stefandrexl.de

Die Idee hinter Everun und der gefühlte Unterschied

Über die Idee hinter Everun und was man mit der neuen Technologie erreichen möchte, wurde beim Saucony Blogger Meeting München intensiv besprochen. Hier ein kurzer Auszug:
„Was den Aufbau der Laufsohle und den seitlichen Fersebereich betrifft war es sicherlich eine große Veränderung für uns! Durch die Entwicklung von EVERUN haben wir auch die Art und Weise verändert, wie wir unsere Mittelsohle (und bei dieser Gelegenheit auch gleich das Laufprofil) konstruieren, um im Einklang mit der neuen Dämpfungstechnologie zu arbeiten. Wir haben daher die traditionellen tiefen Rillen und Mulden unter der Ferse entfernt, so dass für den Läufer mehr Bodenkontakt und ein weicherer Übergang von der Ferse über Mittelfuß zum Vorfuß erreicht werden. Eine Frage, die dabei meist aufkommt, ist: „Wie kann es funktionieren, dass der Schuh gleichzeitig Aufprallkräfte absorbiert, für Energierückgewinnung sorgt und gleichzeitig flexibel ist?“ – Die Formgebung und die geometrische Struktur, die wir hier verwenden und sich auch in unseren anderen EVERUN Schuhen befindet, hilft aufgrund des Laufzyklus des Läufers, wie der Fuß aufsetzt, rollt und abdrückt die komprimierte Energie wieder teilweise abzugeben. In Verbindung mit der konkaven Gestaltung der Laufsohle war es uns dennoch möglich die Flexibilität und eine flüssigen Bewegungsablauf zu erhalten. Darüber hinaus sorgt das EVERUN Material in der durchgängigen Topsole- Konstruktion für eine ideale Druckverteilung über den ganzen Fuß und reduziert die herrschenden Maximalkräfte. Die Fersenkonstruktion gewährleistet die Absorption der Aufprallkräfte.“

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Mit der zweiten Auflage zur Marathon Bestzeit 2012 (Modell Herren) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Mit der zweiten Auflage zur Marathon Bestzeit 2012 (Modell Herren) ©stefandrexl.de

Während der Kinvara 6 und frühere Modelle für ein eher weiches, fast schon luxuriöses Laufgefühl berüchtigt waren, kommt der Kinvara 7 stabiler und kompakter daher. Der Schuh erweckt den Eindruck als wären Aufbau und Bauhöhe höher als der Vorgänger, aber das täuscht. Ich führe dieses Gefühl auf die höhere Festigkeit, denn der Kinvara 7 ist weniger nachsichtig als seine Vorgänger. Meine ersten Laufeinheiten in diesem Schuh auf der Straße fühlten sich wesentlich direkter, vorwärts gerichtet und für einen Kinvara steif an. Ich hörte mit jedem Schritt meinen Fuß auf dem Asphalt platschen; ein Phänomen, das ich von den vorherigen Versionen bisher nicht kannte. Aber nach ein paar Kilometern der Einlaufphase hatte ich mich daran gewöhnt und der Kinvara hat sich immer natürlicher an meinen Füßen angefühlt. Ich hatte das positive Gefühl in jeden Schritt mit weniger Kraftaufwand regelrecht hineinzufliegen.

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Obermaterial aus Mesh und FlexFilm mit Pro-Lock-Schnürung (Modell Damen) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Obermaterial aus Mesh und FlexFilm mit Arch-Lock-Schnürung (Modell Damen) ©stefandrexl.de

Das Obermaterial der nächsten Kinvara Generation

Das Obermaterial des Kinvara 7 hat die beiden prägenden technischen Features seines Vorgängers übertragen bekommen: das FlexFilm und die Pro-Lock-Schnürung. Die FlexFilm Folie wird auf der gesamten Oberseite des Schuhs verarbeitet und vermeidet störende Nähte. Das Lightweight Material ermöglicht so weniger Schichten im Obermaterial für eine nahtlose und flexible Passform und sorgt für mehr Tragekomfort. Durch den Einsatz von Flexfilm im Vorfuß hat der Kinvara 7 übrigens spürbar mehr Platz im Vorfußbereich. Im Mittel- und Rückfußbereich ist die Flexfilm-Schicht deutlich dicker als im Vorfuß. Das verleiht dem Obermaterial des Kinvara 7 mehr Halt und Festigkeit, ohne auf die gewohnte Leichtigkeit verzichten zu müssen.

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Stabile Fersenkappe: angenehm weich und nachsichtig mit gutem Halt (Modell Damen) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Stabile Fersenkappe: angenehm weich und nachsichtig, mit gutem Halt (Modell Damen) ©stefandrexl.de

Ganz ehrlich, eigentlich hatte ich fast damit gerechnet das Arch-Lock Schnürsystem in der siebten Auflage nicht wieder zu sehen, denn ich halte es beim Kinvara 7 nicht für notwendig und finde eher beengend. Anfangs musste ich alle 10 Minute anhalten, um die Schnürsenkel zu lockern, weil mein Fuß eingeschlafen war. Das Arch-Lock sitzt am Rist unterhalb der Hauptlaschen aber auf der Zunge. Es soll für den sockenähnlichen Halt des Kinvara 7, sowie für ein komfortables und gleichzeitig reaktives Laufgefühl sorgen. Ist es einmal richtig eingestellt, dann verschmilzt der Schuh mit dem Fuß zu einer Einheit. Ich lasse aber von vorneherein das mittlere Schuhband wegen meines flachen Rists und breiteren Fuß lockerer. Das Obermaterial des Kinvara sitzt bei mir ohnehin fest und bequem – das Arch-Lock-Schnürsystem wäre daher nicht wirklich erforderlich. Das liegt aber vor allem an dem dehnbaren Mittelfuß-Band, das den Fuß in der richtigen Position hält. Kombiniert mit der Arch-Lock-Schnürung ist es vor allem dafür gedacht, den flexibleren Vorfuß-Bereich der komfortablen Zehenbox auszugleichen. Dennoch ist die Zehen-Box wie bei den früheren Modellen großzügig und die Fersenkappe des Kinvara 7 ist an der Achillessehne angenehm weich und nachsichtig mit gutem Halt.

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Perfekt für schnelle Zeiten im Marathon und Halbmarathon (Modell Herren) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Perfekt für schnelle Zeiten im Marathon und Halbmarathon (Modell Herren) ©stefandrexl.de

Fazit des Praxistests

Aus gutem Grund ist der Kinvara das bekannteste Modell von Saucony auf dem Laufschuhmarkt. Der Kinvara 7 entspricht exakte den Erwartungen, die Läufer an einen leichten, hochleistungsfähigen und komfortablen Schuh haben. Er unterscheidet sich dennoch von seinem Vorgänger in einigen bemerkenswerten Punkten, die von langjährigen Anhängern des Kinvara möglicherweise nicht so geschätzt werden könnten. Ohne Zweifel bleibt auch Nummer 7 dem typischen Charakter eines Kinvara treu, aber keine der Veränderungen sind echte Verbesserungen, abgesehen von seiner erhöhten Haltbarkeit und der Verschmelzung mit der Everun Dämpfungstechnologie. Wenn ich die Wahl zwischen dem Kinvara 6 und dem Kinvara 7 hätte, ich würde am liebsten beide Modelle laufen. Das weiche, luxuriöse Laufgefühl des Sechser würde ich für lange Trainingsläufe bevorzugen, während ich den Siebener schon wegen seiner höheren Steifigkeit und der Direktheit für Wettkämpfe und Tempoläufe verwenden würde. Der Kinvara 7 läuft sich auf Asphalt und befestigten Wirtschaftswegen ebenso gut wie auf der Laufbahn mit schnellen Intervallen und Technikläufen.

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Kompromissloser Lightweight Trainer mit neuem aufwändigen Dämpfungskonzept (Modell Herren) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Kompromissloser Lightweight Trainer mit neuem aufwändigen Dämpfungskonzept (Modell Herren) ©stefandrexl.de

Mein persönlicher Eindruck

… ich sag’s ja nur ungern, aber der Kinvara 7 ist wieder einmal ein außergewöhnlicher und eigenständiger Laufschuh geworden, für fast jeden Lauftyp, für fast jeden Laufeinsatz und für fast jedes Tempo bestens geeignet ist. Saucony hat es mit der siebten Auflage geschafft seinen beinahe kompromisslosen Lightweight Trainer mit dem neuen und aufwändigen Dämpfungskonzept zu verschmelzen. Das Resultat kann sich trotz einiger Kleinigkeiten sehen lassen und reiht sich nahtlos in die erfolgreiche Tradition der Kinvara-Serie ein. Die Kritik ist sicherlich auf einem hohen Niveau, denn ein Laufschuh in dieser Kategorie für das Gros ambitionierter Läufer zu entwickeln ist stets auch eine gewisse Herausforderung. Nach einigen Trainingseinheiten hat sich der siebte Kinvara optimal an den Fuss angepasst, ist dann auch etwas geschmeidiger und nur kaum von dem doch komfortableren Vorgänger zu unterscheiden. Es wird sich zeigen, wie sich seine „verbesserte“ Haltbarkeit auf die Lebensdauer der Außensohle des Kinvara 7 auswirkt. Im Einsatz während des Marathon Hamburg 2016 hat der Kinvara 7 bereits seine neuen Stärken ausgespielt und selbst ab den kritischen 32 Kilometern haben sich meine Füße komfortabel und schmerzfrei angefühlt.

<h3>Supported Post</h3>
Der Kinvara 7 wurde für den Produkttest von der Firma Saucony zur Verfügung gestellt. Der Laufschuhtest erfolgte unabhängig und ohne Einfluss des Herstellers auf das Testergebnis. Der Testbericht ist frei und unabhängig verfasst und gibt ausschlisslich unsere persönliche Meinung auf Basis unserer Erfahrung wieder. Der Kinvara 7 wurde über verschiedene Laufeinheiten, in zwei Laufwettkämpfen und mehr als 120 Kilometern über einen Zeitraum von acht Wochen.Wir haben weder für den Produkttest noch für die Berichterstattung eine Vergütung erhalten.

Fakten: Saucony Kinvara 7

Damen
Sprengung: 4mm (22mm Ferse/ 18mm Vorfuß)
Gewicht: 187 g
Farbkombinationen: Blue / Navy / Coral und Citron / Teal
Artikel Nummer: S10298-1

Herren
Sprengung: 4mm (22mm Ferse/ 18mm Vorfuß)
Gewicht: 218 g
Farbkombinationen: Black / Slime und Citron / Red
Artikel Nummer: S20298-1

Technologie
Zwischensohle: EVERUN
Außensohle: TRI-FLEX und IBR +

UVP
ab 100 EUR

BEWERTUNG

Qualität 8
Optik 6
Laufgefühl 8
Haltbarkeit 5
Preis 6

INFO

HOMEPAGE Saucony

Florian Neuschwander gilt als der Ballerman der Ultrarunner Szene und kurze Läufe sind ihm viel zu stressig. Selbst wenn er am Abend feiern war, schnürt er am Morgen noch vor dem Frühstück seine Laufschuhe und rennt zum Semmel holen 30 Kilometer. Der Künstler der Langsstrecke möchte beim Wings for Life World Run 2016 die 80 km knacken und auch den Gesamtsieg. Danach kann er sich durchaus auch mal einen Ironman vorstellen, auch wenn er dafür nicht Veganer werden würde. Das und vieles andere hat der sympathische Frankfurter in meinem Inteview verraten.
 
 

Wie geht’s Dir, bist Du heute schon gelaufen?
Ja, ich wollte eigentlich länger laufen aber ich bin etwas platt und hatte noch ein paar wichtige Termine. Aber das ist auch gut so, denn sonst wäre ich bestimmt wieder zu weit gelaufen und etwas Erholung schadet sicher auch nicht. Ansonsten bin ich topfit und mir geht’s ganz gut.
 

Dein Leben lässt sich beinahe nahtlos verfolgen, denn du bist sehr aktiv in den sozialen Netzwerken und postet mehrmals täglich auf Facebook und Instagram. Womit verdienst du denn eigentlich dein Geld?
Durch die Sponsoren kommt mittlerweile schon ein bischen Taschengeld rein und ich spare mir natürlich auch die Kosten für’s Material. Preisgelder bekomme ich leider keine. Dann arbeite ich zweimal die Woche im Frankfurter Laufshop und das alles zusammen reicht, dass ich mich so über Wasser halten kann.
 
 

INTERVIEW Florian Neuschwander, Ultrarunner</b> "Der WM Titel über die 100 Kilometer wäre ein Traum" © runwiththeflow.com

INTERVIEW Florian Neuschwander, Ultrarunner „Der WM Titel über die 100 Kilometer wäre ein Traum“ © runwiththeflow.com


 
 

Die Sozialen Netzwerke sind vor allem gut für die eigene PR, aber es kommt doch eigentlich nicht viel dabei rum. Du beantwortest gefühlt auch fast alle Fragen und Kommentare zu deinen Posts – das ist sehr zeitintensiv. Macht dir das tatsächlich so viel Spaß oder gibt’s irgendwann auch einen Punkt, an dem du sagst, jetzt reicht’s, und dann abschaltest?

Nein, ich habe schon viel Spaß daran und den ganzen Möglichkeiten und ich finde es toll, dass es so viele interessiert, was ich da mache. Aber es gibt natürlich schon so ein paar Fragen, die man irgendwann auch nicht mehr sehen kann oder lesen will. Ich versuche dennoch so viel wie möglich zu beantworten, so dass die Leute auch zufrieden sind. Viele Fragen kommen vor allem von Hobbyläufern, die nicht so recht wissen, was sie genau trainieren sollen. Ich kann das natürlich nicht alles ganz detailliert erklären, aber ich gebe mir große Mühe, dass es auch passt.
 

Du bist auch Teil der Guilty76 Community von Initiator Florian Joeckl, dadurch hat man dich dann auch stärker in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Wie kam es denn zu dieser Kooperation und wie habt ihr euch kennen gelernt?
Ich kannt Florian Joeckl schon etwas seit ich in Frankfurt lebe. Intensiver hat sich unsere Freundschaft dann entwickelt, als Flo und Jan Regenfuss während des Wings for Life World Run 2015 mit dem Rad als Guides und Streckenbetruer vorne mitgefahren sind. Florian Joeckl war danach so begeistert, dass er meinte ich verkörpere beim Laufen den Lifestyle, den er quasi mit Guilty76 im Radfahren lebt und das könnte doch super zusammenpassen: Rock ‚n’ Roll und einfach etwas durchgeknallt! Seitdem treffen wir uns regelmäßig und möchten auch ein paar Projekte gemeinsam machen.

INTERVIEW Florian Neuschwander, Ultrarunner</b> "Der WM Titel über die 100 Kilometer wäre ein Traum" © runwiththeflow.com

INTERVIEW Florian Neuschwander, Ultrarunner „Der WM Titel über die 100 Kilometer wäre ein Traum“ © runwiththeflow.com


 
 

Du bist Vorbild einer neuen Laufgeneration und verkörperst einen neuen Typus von Athleten – mehr Rockstar. Was unterscheidet dich vom typischen Läufer, was machst Du anders?
Ja, irgendwie schon. Es gibt natürlich verschiedene Spezialisten wie Disziplinen im Laufen: Für die Bahn, für Läufe über 10 Kilometer, für Spezialisten für da und dort, die das Eine gerne und dafür das Andere eher nicht gerne machen. Ich laufe am liebsten alles, ich laufe überall, weil ich einfach gerne laufe und Läufer bin. Wenn ich Bock habe auf der Bahn zu trainieren, dann mache ich das eben. Vorwiegend laufe ich aber gerne im Gelände und mache vor allem längere Läufe, alles bis hin zu Ultraruns und eben ein bischen anders ohne einem strickten Trainingsplan, wie bei absoluten Topläufern. Wenn man die Olympianorm erreichen möchte, dann muss man das natürlich durchziehen, aber das ist dann eher weniger etwas für mich. Ich bin eher jemand, der einfach los läuft und auf seinen Körper hört. Wenn ich mich gut fühle, dann baller ich eben auch schnell mal einen Marathon runter. Fühle ich mich aber ehe müde, so wie heute morgen, dann bin ich aber auch so vernünftig und laufe halt nur kurz mal acht Kilometer.
 

Hast du denn eigentlich selbst auch ein Vorbild?
Oh ja, klar. Da gibt’s ein paar. Früher war Haile Gebrselassie mein großes Vorbild. Nachdem ich heutzutage aber eher eine unorthodoxe Trainingsmehtode verfolge, also keinen strikten Trainingsplan habe und mein Fokus auf den ultra-langen Strecken liegt, sind das heute eher Läufer wie Scott Jurek, der schon sehr viel Ultraläufe gewonnen hat. Vor allem aber Steve Prefontaine aus den USA, das war auch so ein kleiner Rebell in den siebziger Jahren und ist seine Wettkämpfe stets ohne Taktik von vorne gerannt. Einfach mal Vollgas drauflosballern, der ist daher auch ein großes Vorbild von mir.
 

Prefontaine ist eine US-amerikanische Legend und hat seine Rennen mit purer Kraft gewonnen. Ultraläufer Scott Jurek lebt sehr asketisch, plant jeden Schritt ganz genau und ist vor allem Veganer. Das ist alles andere als Rock ‚n’ Roll oder gibt es eine Seite an dir, die wir noch nicht kennen?
Nun ja, das stimmt natürlich (lacht), dass Jurek sich ausschliesslich vegan ernährt und auch alles selbst kocht. Pre war auch jetzt auch nicht mit Talent gesegnet und konnte von Natur aus schnell laufen. Sicher musst er auch irgend einen genauen Trainingsplan folgen, sonst wäre nicht so schnell geworden. Das wäre natürlich alles nichts für mich und da gibt’s auch keine andere Seite von mir. Klar muss ich auch bestimmte Kerneinheiten trainieren, um eine bestimmte Zeit zu laufen oder beim Wings for Life World Run die 80 Kilometer zu knacken. Dafür muss ich schon einen groben Plan im Kopf haben, aber der ändert sich dann auch spontan mal.
 
 

INTERVIEW Florian Neuschwander, Ultrarunner</b> "Der WM Titel über die 100 Kilometer wäre ein Traum" © redbull.com

INTERVIEW Florian Neuschwander, Ultrarunner „Der WM Titel über die 100 Kilometer wäre ein Traum“ © redbull.com


 
 

Die meisten Menschen, die regelmäßig laufen, tun dies vor allem um abzunehmen oder für Ihre Gesundheit. Einige denken, sie müssten mindesten einmal im Leben einen Marathon gelaufen sein und nur ein kleiner Teil trainiert ambitionierter für eine persönliche Bestzeit nach einem Trainingsplan. Auf den ersten Blick könnte man bei dir denken, dass du aus purem Spaß läufst, schnell und lange, und dann die meisten deiner Rennen, salopp gesagt, nebenbei und rein zufällig auch noch gewinnst. Täuscht dieser Eindruck oder wirkst du nur nach aussen so cool und verfolgst durchaus einen konkreten Plan?
Wenn man das natürlich nur so auf Instagram, Facebook, etc. verfolgt, dann wirkt das bestimmt recht durchgeknallt. Aber eigentlich weiß ich schon ganz genau was ich mache und habe vor allem 20 Jahre Erfahrung im Laufen. Vor allem möchte ich meine Rennen immer gewinnen. Ich habe schon eine grobe Planung aber kann das natürlich wesentlich flexibler gestalten. Ich weiß schon ganz genau, wenn ich z.B. am Freitag dreimal 3000 Meter Intervalle im Dauerlauf mache, was ich dann zehn Tage später im Halbmarathon, bis auf ein paar Sekunden hin oder her auf dem Kilometer laufen werde. Drum herum trainiere ich sehr nach Bauchgefühl und kann das auch sehr gtu einschätzen, wie ich mich belaste. Ob ich heute ruhiger oder schneller, kürzer oder länger laufe. Das sieht von aussen dann vielleicht krasser aus als es letztendlich ist.
 

Viele Athleten spüren einen Leistungs- bzw Erfolgsdruck, Du wirkst immer recht entspannt, wie motivierst du dich vor Wettkämpfen und bist du dennoch nervös vor dem Start und hast das gewisse Adrenalin?
Das kommt schon auf das Rennen und nervös bin ich schon immer noch aber längst nicht so aufgeregt wie als Jugendliocher auf der Bahn. Bei so einem Mittelstreckenlauf muss man einfach von einer Sekunde auf die Andere zu 100% funktionieren was auf mich einen hohen Druck erzuegt hat. Das habe ich dann manchmal überhaupt nicht ausgehalten. Ein Ultra dagegen ist voll entspannt und man hat viel Zeit sich die Gegner auszuschauen und zurecht zu legen. Aber das Adrenalin ist schon da und eine gewisse Nervosität gehört natürlich auch dazu.
 

Du hast 2015 eine großartige Saison hingelegt und dieses Jahr läuft bisher ähnlich erfolgreich. Du hast den Trans Rockie Run gewonnen, bist Vierter bei der Xterra WM auf Hawaii und eine Woche danach beim Honolulu Marathon spontan auf Platz 6 mit einer 2:27:58 Stunden gelaufen. Neben dem Wings for Life World Run, den du als bester Deutscher und Sechster gesamt mit 64 km absolviert hast, war dein großes Saisonziel erstmals die Ultra WM über 100 Kilometer in Holland zu laufen. Wie war das wieder als Rookie über diese Distanz am Start zu stehen?
Ja, genau, die Premiere lief leider etwas unglücklich: Es war mein erster 100er überhaupt und unmittelbar nach dem Trans Rockie Run, was nicht unbedingt eine ganz ideale Vorbereitung auf eine Weltmeisterschaft über 100 Kilometer ist. Das Tempo in den Rockies ist deutlich höher und die Strecke bergiger. Unglücklicherweise bin ich im Training davor auch noch umgeknickt und der Knöchel war dick, so dass ich eine Woche pausiert habe. Es ging dann schon wieder einigermassen aber ich war mir nicht sicher, ob es für die WM reicht und ich den kompletten Hunderter überhaupt durchlaufen kann. Irgendwie bin ich’s dann doch gelaufen und es hat dann auch recht gut geklappt, wobei ich ein paar Ernährungsfehler gemacht habe. Ich wußte nicht recht, wie ich mich über so eine lange Strecke richtig ernähren soll. Das braucht zusätzliche Erfahrung und bestimmt noch zwei bis drei Rennen mehr, um zu wissen, was am besten funktioniert. Ich war oft auf der Toilette und dadurch mehr als zehn Minuten verloren, sonst wäre ich vielleicht sicher noch in Medaillennähe gelaufen. Aber ansonsten bin ich mit dem neunten Platz voll zufrieden.
 

Aber hallo, ein starkes Ergebnis und das nach solch einer Saison. Trotz deines unorthodoxen Trainingsplanes trainierst du ganz schön ordentliche Umfänge, teilweise läufst du bis zu 200 km pro Woche. Das laufen die meisten ambitonierten Freizeitläufer selbst nicht pro Monat. Wie sieht es bei dir mit der Regeneration aus?
Das sieht natürlich immer so aus als würde ich so viel trainieren. Ich poste zwar auch mal schlechte Trainingseinheiten aber eben doch öfter die guten, wo ich auch was gerissen habe, aber dazwischen mache ich eigentlich schon auch viele Pausen. Gerade zum Beispiel zwischen den beiden Rennen auf Hawaii habe ich die ganze Woche die Beine hoch gelegt und bin höchstens ein wenig herum spaziert oder hab’s auch mit Surfen versucht.
 
 

INTERVIEW Florian Neuschwander, Ultrarunner</b> "Der WM Titel über die 100 Kilometer wäre ein Traum" © redbull.com

INTERVIEW Florian Neuschwander, Ultrarunner „Der WM Titel über die 100 Kilometer wäre ein Traum“ © redbull.com


 
 

Laufen ist dein Leben und pure Leidenschaft für dich. Gerade Ultraläufe sind für den Körper sehr belastend und als Leistungssportler bzw. Extremsportler bist du ganz besonders von deiner Gesundheit abhängig. Warst du schon einmal länger verletzt und hast du denn nicht auch Angst deiner Leidenschaft nicht mehr in dieser extremen Form nachgehen zu können?
Absolut. Ich möchte natürlich noch mindestens die nächsten zehn Jahre laufen und ich habe auch noch einige besondere Rennen geplant, wie den Western States One Hundred oder eben die 80 Kilometer beim Wings for Life World Run in diesem Jahr zu knacken. Aber auch noch viele andere internationale Ultraläufe und daher hoffe ich, dass ich das in den nächsten zehn Jahren gesundheitlich genau so durchziehen kann und noch sehr lange laufen kann. Natürlich höre ich auf meinen Körper und wenn bestimmte Signale auftreten, wie heute morgen und ich mich eher schlapp fühle, dann tritt man eben kürzer oder pausiert auch mal zwei, drei Tage.
Eine Philosophie von Dir ist, „zu machen, was dir Spaß macht“, hast du in einem Interview einmal gesagt, „sonst bin ich nicht glucklich und laufe auch scheiße.“
 

Das ist sehr selbstbewußt und setzt auch ein gewisses Talent voraus, um dann so schnell laufen zu können. Kurzum, wenn dir am Abend nach Burgern und ein paar Bier ist, dann gehst du dennoch am nächsten Morgen noch vor dem Frühstück mal eben 30 km ballern. Ich nehme an, das ist eher die Ausnahme aber wie hältst du’s denn sonst mit der Ernährung?
Eigentlich schon, ich zerbereche mir da jetzt nicht den Kopf und gehe eher recht unkompliziert an die Sache ran. Ich ernähre mich ziemlich normal und esse aber eben auch keinen Scheiß. Wenn ich mal Bock auf eine Pizza habe und da stehe ich vol drauf, dann esse ich am Abend eben auch mal eine Pizza und trinke ein, zwei Bierchen dazu. Das schadet dann auch überhaupt nicht, so lange das halt nicht regelmäßig vorkommt. Ich sehe das Thema im Grunde recht entspannt, ich bin auch kein Veganer aber ich esse nicht viel Fleisch und versuche oft Gemüse oder Salat zu essen. Meine Ernährung versuche ich gesund und ausgewogen zu halten aber folge jetzt keiner bestimmten Ernährungsphilosophie.
 

Neben der Ernährung ist bei vielen Läufern das Körpergewicht ein großes Thema, je leichter, um so besser, denken viele. Es gibt immerhin die Formel, jedes Kilogramm macht ca. eine Minute auf zehn Kilometern. Wie sieht deine Ernährung vor und dann natürlich während wichtigen Wettkämpfen aus?
Also ich denke, dass man gerade bei Ultraläufen eher nicht auf zu viel vorneweg verzichtet und eher mit ein paar Kilo mehr in’s Rennen geht. Denn gerade wenn man hundert Kilometer vor sich hat, dann braucht man ja auch eine gewisse Energie über sehr lange Zeit. Während so einem Lauf nimmt man bestimmt vier bis fünf Kilogramm ab und wenn man jetzt auch noch zu leicht und mit seinem persönlichen Optimalgewicht an den Start geht, dann ist die Wahrscheinlichkeit doch groß, dass man hinten heraus einbricht, weil man in den Bereich des Untergewichts läuft. Ich denke, dass man sich da auch verrückt machen kann und sollte eher darauf achten optimal fit am Start zu stehen. Wenn dann vielleicht zwei Kilo mehr auf den Hüften sind, dann ist das egal oder vielleicht sogar gut in diesem Fall.
 
Während des Wettkampfs gibt’s natürlich genügend Stationen, wo man seine eigene Verpflegung deponieren kann, aber was ich dann ganz genau in meine Flaschen reinmache, dass muss ich noch herausfinden. In Holland habe ich Isogetränke und Gels verwendet. Das Isogetränke war wohl etwas zu hoch dosiert und pro Runde habe ich dann auch noch ein Gel und Salztabletten genommen. Das war wahrscheinlich etwas zu viel, vor allem Fruktose und dann war ich in jeder Runde auch der Toilette. Das muss ich dann einfach mit mehr Läufen und Erfahrung aoch besser mischen und da war meine Strategie auf der Ultra WM einfach schlecht. Beim Wings for Life World Run habe ich Smoothies verwendet und das lief eigentlich recht gut. Allerdings hatte ich da meine Salztabletten vergessen.
 

Was sind deine weiteren Saisonziele nach dem du natürlich die 80 Kilometer beim Wings for Life World Run 2016 geknackt hast?
Ha ha, ja genau. Ich hoffe, dass ich mich schnell in vier Wochen erhole und dann möchte ich die 24 Stunden von Biehl laufen. Das ist in Europa seit 50 Jahren DER 100 Kilometer Ultralauf der Szene schlecht hin und startet nachts um 22 Uhr. Das möchte ich schon gerne durchziehen und dann im Herbst wieder die Weltmeisterschaft über die Hundert laufen und richtig was reißen und ohne Probleme durchkommen. Eine Zeit um die 6:35 Stunden wäre schon stark und natürlich möchte ich diesmal schon gerne auf’s Podium laufen. Je nachdem wer so alles am Start ist, wäre sicher auch der Weltmeistertitel drin. Das ist auf jeden Fall schon mein Ziel. Wenn’s zwischendrin, vielleicht in der Vorbereitung auf die WM reinpasst, dann träume ich immer noch davon die 2:20 Stunden im Marathon zu knacken.
 

Trainierst du denn ausser zu laufen auch noch unspezifisch und machst auch Athletik?
Oh nee, leider nicht. Es gab zwar mal die Idee den ein oder anderen langen Lauf durch eine Radeinheit zu ersetzen oder auch mal zu schwimmen. Aber irgendwie schnüre ich mir dann doch immer die Laufschuhe und renne am Schwimmbad vorbei. Schlecht wär’s natürlich nicht aber es ist auch immer so zeitaufwendig extra hinzufahren und sich umzuziehen. Ich bin dann doch immer etwas zu faul und in der selben Zeit hat man eben auch schon 20 Kilometer beim Laufen runtergerissen.
 

Ich habe aber irgendwo mal läuten hören, dass du doch noch irgendwann auch einen Ironman machen möchtest?
Ja, das ist richtig. Das ist auch noch so ein Ding, irgendwie habe ich das schon noch irgendwann vor. Laufen kann ich ja und ich war auch mal zwei Jahre lang Bademeister, das heißt Schwimmen kann ich und bekomme die 3,8 Kilometer sicher noch respektabel hin. Nun gut und für’s Radfahren muss ich halt ein bischen üben und mal mit meinem WG-Kollegen zum Strampeln gehen. Und dann habe ich mit Flo und Guilty76 genügend Jungs vor der Haustür mit denen ich sicher ein paar Runden drehen kann.
 
 

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Nachdem er fast alles abgeräumt hat, wovon Athleten träumen – zuletzt den Laureus World Sports Award als „World Action Sportsperson of the Year“ – möchte Jan Frodeno den Weltrekord von Andreas Raelert bei der Challenge Roth 2016 knacken. Zum 15. Geburtstag der Triathlon-Marke Challenge möchte „Frodo“ seinen Plan umsetzen und wird am 17. Juli 2016 unter anderem auf den Vorjahressieger und Deutschen Meister Nils Frommhold oder Tyler Butterfield, Teilnehmer der Olympischen Spiele 2004 in Athen und 2012 in London treffen. Mit der Lokalmatadorin Anja Beranek aus Nürnberg, der Zweitplatzierten Carrie Lester (AUS) und Titelverteidigerin Yvonne van Vlerken wird das komplette Podium des Challenge Roth 2015 bei den Frauen an den Start gehen.

Wer den Ironman Weltmeister von 2015 kennt der weiß, wenn Jan Frodeno sich etwas in den Kopf setzt, dann beißt er sich daran fest und setz das konsequent in die Tat um. In seiner beispiellosen Triathlon-Karriere hat Jan Frodeno schon fast alles erreicht. Er gewann 2008 Gold bei den Olympischen Spielen in Peking und ist aktueller Ironman Hawaii-Sieger. Zahlreiche Erfolge markieren die sportliche Karriere des 34-jährigen Triathlonprofi, in der zwei große Meilensteine bislang noch fehlen: Der Sieg des weltgrößten Triathlon-Events über die Langdistanz und die Weltbestzeit. Beides will der in Südafrika aufgewachsene Ausnahme-Athlet am 17. Juli 2016 in Roth anvisieren.

Jan Frodeno ist definitiv der Favorit

„Das Rennen in Roth ist die europäische Triathlon-Legende, ein Start beim Challenge ist ein Highlight in jeder Athleten-Vita“, so der derzeit beste Triathlet der Welt. Nach seiner Wadenverletzung im Februar ist Frodeno jetzt wieder voll im Trainingsmodus, mental stärker denn je und fest entschlossen, seine Pläne umzusetzen und seine Ziele zu erreichen: Roth zu gewinnen und die 2011 von Andreas Raelert in Roth aufgestellte Weltbestzeit von 7:41:33 h zu pulverisieren. Frodeno: „Ich werde alles dafür tun, dass mein großer Traum vom Weltrekord Wirklichkeit wird“. In Roth wird „Frodo“ definitiv als Favorit ins Rennen gehen wird.

Vorteil der Streckenkenntnis für Nils Frommhold

Vorjahressieger Nils Frommhold wird es unter diesen Vorzeichen nicht leicht haben, den Titel zu verteidigen, aber möglich ist im Triathlon bekanntlich alles. Immerhin konnte der gebürtige Berliner bei seinem Sieg in Roth 2015 mit seiner Zeit von 7:51:28 Stunden die siebtschnellste je auf der Langdistanz erzielte Zeit aufstellen, nicht einmal zehn Minuten trennen den für Triathlon Potsdam startenden Frommhold von der Weltbestzeit. Dazu kommt: Der 29-Jährige ist in perfekter Form, kennt die Strecke und selbst heiß darauf zu sehen, was in Roth diesmal geht. An einem guten Tag ist auch für den amtierenden Deutschen Meister, zweifachen Ironman-Sieger und Hawaii-Fünften von 2014 ein Sieg beim Challenge Roth in Reichweite.

Challenge Roth 2016: Jan Frodeno hat die Weltbestzeit im Visier - Die Titelverteidiger Yvonne van Vlerken und Nils Frommhold sind auch am Start © Luise Köstler

Challenge Roth 2016: Jan Frodeno hat die Weltbestzeit im Visier – Die Titelverteidiger Yvonne van Vlerken und Nils Frommhold sind auch am Start © Luise Köstler

Zwei weitere Deutsche mit Dirk Bockel und Jan Raphael

Aus deutscher Sicht ist auch Jan Raphael ein heißer Anwärter auf einen der vorderen Plätze in Roth. Gleich bei seinem ersten Langdistanz-Start holte er 2006 in Florida den Sieg, 2012 gewann er den Ironman Sweden in neuer persönlicher Bestzeit von 8:04 Stunden. In Frankfurt wurde der gebürtige Hannoveraner zweimal Zweiter, zuletzt 2013. Ebenso ist der gebürtige Waiblinger Dirk Bockel, der heute in Tucson/Arizona lebt, in Roth wieder am Start. Mit der damals sechstschnellsten je auf einer Langdistanz erzielten Zeit (7:52:01) konnte Bockel 2013 den DATEV Challenge Roth gewinnen und 2014 den Ironman Melbourne für sich entscheiden.

Tyler Butterfield: Ein weiterer Olympionike

Beim Kampf um die Podiumsplätze ist auch mit einem Pro von den Bermudas durchaus zu rechnen. Der 33-jährige Tyler Butterfield war Teilnehmer der Olympischen Spiele 2004 in Athen und 2012 in London, konnte 2014 Jahre später den Abu Dhabi International Triathlon gewinnen und hat viele Top Ten-Platzierungen bei Ironman-Rennen in seiner Vita stehen – darunter den fünften Platz beim Ironman Hawaii 2015. Darüber hinaus ist Butterfield auch als erfolgreicher Radrennfahrer international bekannt und kann in Roth den Radwettbewerb aktiv mitgestalten.

Mit Jan Frodeno, eine Legende und ein illustres Starterfeld

Ein Jahr vor Butterfield war es ein Franzose, der als Fünfter von Hawaii von sich reden machte: Cyril Viennot, der sich mit einem Sieg beim Ironman UK 2014 für den Hawaii-Wettbewerb qualifiziert hatte. 2015 ging seine Erfolgssträhne nahtlos weiter: In Schweden gewann er die offizielle Triathlon-Weltmeisterschaft der ITU auf der Langdistanz, wurde Sechster auf Hawaii und wird jetzt erstmals beim Challenge Roth an den Start gehen. Immer eine Nasenlänge hinter ihm, aber „in Sichtweite“ ist der junge Engländer Joe Skipper: mit Zweitplatzierungen beim Ironman UK (2014), Texas (2015), Neuseeland (2016) und immerhin seinem ersten Langdistanz-Sieg 2014 beim Challenge Weymouth ist der erst 26-Jährige ein Mann mit Zukunft.

Aus Spanien kommt der erfahrene Triathlet und Duathlet Marcel Zamora Pérez, der als Bergspezialist gilt und unter anderem fünf Mal in Folge den Ironman France gewinnen konnte. Auch beim Embrunman in den französischen Alpen, einem der härtesten Langdistanzrennen der Welt, wurde er 2014 zum fünften Mal Sieger. Amtierender Vize-Weltmeister bei den Triathlon-Weltmeisterschaft der ITU auf der Langdistanz ist der Däne Martin Jensen, ebenso hat der schwimmstarke 33-Jährige bereits einen Sieg beim Ironman Japan (2013) in seiner Vita stehen.

Das Starterfeld komplettieren der Deutsche Per Bittner, der junge Italiener Alessandro Degasperi und der Australier Nick Kastelein. Und auch eine echte Rother Legende lässt es sich nicht nehmen, zum 15. Challenge-Geburtstag noch einmal zu starten: Thomas Hellriegel. Er war 1997 der erste deutsche Sieger in Hawaii, konnte mehrfach in Roth unter den Top Five finishen und hat – obwohl es für ihn in Roth trotz Spitzenleistungen nie zu seinem Sieg reichte – im fränkischen Triathlon-Mekka nach wie vor eine riesige Fangemeinde. Zum 15. Challenge-Geburtstag will der mittlerweile 45-jährige mit dem Spitznamen „Hell on Wheels“ nochmal allen zeigen, was eine Harke ist.

Starke Frauen: Das komplette Podium des Vorjahres am Start

Bei den Frauen wird das komplette Podium des Challenge Roth 2015 wieder dabei sein: Vorjahressiegerin Yvonne van Vlerken, die Zweitplatzierte Carrie Lester (AUS) und natürlich auch Lokalmatadorin Anja Beranek aus Nürnberg. Über van Vlerken muss man in Roth nicht viele Worte verlieren, die „Fliegende Holländerin“ ist mit ihren bislang drei Siegen beim „Best old Race“ (2007, 2008, 2015) längst so etwas wie eine Roth-Legende: Drei Siege im fränkischen Triathlon-Mekka hatten zuvor nur Paula Newby-Fraser und die unvergleichliche Chrissie Wellington gefeiert. Die mit ihrem Lebensgefährten Per Bittner (der ebenfalls in Roth startet) in Vorarlberg/Österreich lebende Athletin konnte 2008 in Roth sogar eine – später von Chrissie Wellington unterbotene – Weltbestzeit aufstellen, im gleichen Jahr finishte die sechsfache Ironman-Siegerin in Hawaii als Zweite direkt hinter Wellington. Wenn sie diesmal erneut den Sieg holt, kann sie Wellington zumindest in Roth überrunden und als bislang einzige weibliche Vierfach-Siegerin Geschichte schreiben.

Nur knapp zwei Minuten nach van Vlerken kam 2015 die Australierin Carrie Lester ins Ziel, weitere zwei Minuten später die Fränkin Anja Beranek. Diesmal sollte sowohl für Lester als auch für die amtierende Deutsche Meisterin Beranek ein Sieg möglich sein. Insbesondere für die 31-jährige Deutsche ist es das erklärte Ziel, nun endlich den Titel bei ihrem Heimatrennen zu holen, an dem ihr Herz so hängt. Neben mehreren Halbdistanz-Erfolgen in jüngster Zeit ließ sie im September 2015 aufhorchen, als sie den Ironman Wales mit über einer halben Stunde Vorsprung vor der Zweitplatzierten Tineke Van Den Berg gewinnen konnte. Sie muss sich unter anderem mit Carrie Lester auseinandersetzen: Die in Queens-land lebende mehrfache Ironman-Siegerin hat 2015 in Roth bewiesen, dass sie auch ohne Streckenkenntnisse eine hervorragende Zeit heimbringen kann.

Die starke Konkurrenz kommt aus Übersee

Starke Konkurrenz kommt vor allem aus den USA mit den drei Top-Athletinnen Meredith Kessler, Mary Beth Ellis und Caroline Gregory. Nicht weniger als zehn Ironman-Siege stehen bereits in der Vita der in San Francisco lebenden Meredith Kessler, ihr jüngster Erfolg ist der Sieg beim Ironman New Zealand, den sie erst vor wenigen Wochen zum fünften Mal (und mit neuem Streckenrekord) gewinnen konnte. Die persönliche Bestzeit der starken Schwimmerin liegt bei 8:44 Stunden. Ihre Konkurrentin Mary Beth Ellis ist die amtierende ITU-Weltmeisterin auf der Langdistanz (2015 Schweden). Bereits bei ihrer ersten Langdistanz (Klagenfurt 2011) erzielte die in Boulder/Colorado lebende Athletin mit 8:43:34 Stunden nicht nur eine neue Streckenbestzeit, sondern auch das schnellste Ironman-Debüt aller Zeiten. Unglaublich: Innerhalb von sieben Wochen nach Klagenfurt finishte sie bei drei weiteren Langdistanz-Rennen – und gewann zwei davon. Von solchen Erfolgen muss die junge Caroline Gregory noch träumen, trotz mehrerer Top Five-Platzierungen fehlt ihr bislang noch ein Sieg auf der Langdistanz.

Zwei erfolgversprechende Sportlerinnen reisen aus dem hohen Norden nach Roth an. Die aktuelle Hawaii-Vierte Michelle Vesterby ist in Roth bekannt durch ihren Start 2014. Damals erreichte sie nur Platz acht, hat aber deutliches Potenzial für eine bessere Leistung. Die 32-jährige blonde Dänin wird von keinem Geringeren als Roth-Legende Luc van Lierde trainiert, holte ihren ersten Sieg 2012 auf Lanzarote und kann ihrer hervorragenden Hawaii-Platzierung vielleicht jetzt noch einen Sieg in Roth hinzufügen. Skandinavien wird außerdem von der Schwedin Jessica Fleming vertreten, die unter anderem bereits einen zweiten und einen dritten Platz beim Ironman Australia zu verzeichnen hat.

Zwei Profi-Triathletinnen kommen auch aus Großbritannien. Susie Cheetham (geborene Hignett) ist eigentlich eine Halbdistanz-Spezialistin, die aber auch die Langstrecke kann: Ein respektabler sechster Rang auf Hawaii 2015, ein Sieg kurz danach beim Challenge Sardinia Forte Village und ein zweiter Platz in Südafrika erst vor wenigen Tagen beweisen das. Landsfrau Laura Siddall, die auch noch eine australische Staatsbürgerschaft besitzt und abwechselnd in San Francisco und Neuseeland lebt, ist erst seit 2014 auf der Langdistanz zuhause, hat aber neben mehreren Top-Platzierungen auch schon zwei Mal – unter anderem beim Challenge Wanaka 2015 – mit der schnellsten Radzeit überzeugt.

Erika Csomor beendet in Roth ihre Triathlon-Karriere

Eine ganz besondere Athletin, die in Roth seit Beginn der Challenge-Ära immer irgendwie dabei war, kommt aus Ungarn: Erika Csomor. Mit 42 Jahren nimmt die beliebte Sportlerin ihren Abschied vom Triathlonsport und bestreitet ihr letztes Rennen – natürlich in Roth, wo 2002 alles begann. Es war für die dreifache Duathlon-Weltmeisterin ein furioser Einstieg in die Triathlon-Langdistanz, gleich bei ihrer Premiere in Roth kam sie als Zweite ins Ziel. Lachen und Weinen lagen dagegen bei ihrem Finish 2008 nah beieinander: Zwar gelang ihr das Kunststück, die bis dahin bestehende Weltbestzeit von Paula Newby-Fraser zu unterbieten, doch Yvonne van Vlerken war nochmal gut eine Minute schneller. „Nur“ persönliche Bestzeit und wieder der zweite Platz also für Erika Csomor. Gewonnen hat sie in Roth nie, aber mit ihrer freundlichen und bescheidenen Art die Herzen der Zuschauer gewonnen. Sie werden ihr zusammen mit den Athleten, Helfern und Fans einen glanzvollen Abschied bereiten.

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Mit der neuen EVZero Collection präsentiert Oakley seine derzeit leichteste Sonnenbrille für Multisport Athleten. Die rahmenlosen Brillen gibt es in zwei verschiedenen Scheibengrößen. Die EVZero Path und kleinere Linse der Kollektion ist eine ultimative Multisportbrille und wiegt nur unglaubliche 22 Gramm.

Das größere Modell, die EVZero Range, ermöglicht dem Sportler ein erweitertes Blickfeld und richtet sich vor allem an Radfahrer und Athleten schnellerer Sportarten. Mit nur 24 Gramm ist auch sie ein absolutes Leichtgewicht. Beide Versionen verfügen über die ausgezeichnete Prizm Scheibentechnologie von Oakley. Prizm optimiert die Sicht und verstärkt so Farben, dass das Auge mehr Details wahrnehmen kann und der Athlet schneller reagieren kann

OAKLEY EVZero Path (22g) in matte white prizm road  – schnittiges Design für hohe Geschwindigkeiten

OAKLEY EVZero Path (22g) in matte white prizm road – schnittiges Design für hohe Geschwindigkeiten

Die EVZero ist mit Oakley’s sportartspezifischen Scheiben erhältlich:
Prizm Road
Prizm Trail
Prizm Golf
Prizm Daily polarized.

OAKLEY EVZero Path (22g) in silber sapphire iridium – schnittiges Design für hohe Geschwindigkeiten

OAKLEY EVZero Path (22g) in silber sapphire iridium – schnittiges Design für hohe Geschwindigkeiten

EVZero Path (22g)

Die neue EVZero Path von Oakley ist die ultimative Multi-Sportsonnenbrille zum Trainieren, Laufen und mehr. Oakleys leichteste Performance-Fassung, EVZero Path, ist mit ihrer schnittigen, randlosen torischen Scheibe perfekt für hohe Geschwindigkeiten geeignet.

OAKLEY EVZero Range (24g) in matte skyblue prizm trail – grössere Scheibe für ein erweitertes Blickfeld

OAKLEY EVZero Range (24g) in matte skyblue prizm trail – grössere Scheibe für ein erweitertes Blickfeld

EVZero Range (24g)

Die ultimative Sportsonnenbrille zum Radfahren und mehr, EVZero Range, kombiniert Oakleys leichteste Sportfassung mit der ungehinderten Sicht einer randlosen torischen Scheibe, die ein erweitertes Blickfeld im oberen Peripheriebereich bietet.

OAKLEY EVZero Range (24g) in matte black prizm daily polarized – grössere Scheibe für ein erweitertes Blickfeld

OAKLEY EVZero Range (24g) in matte black prizm daily polarized – grössere Scheibe für ein erweitertes Blickfeld

Oakley’s leichtgewichtige EVZero Collections werde ich natürlich demnächst näher unter die Lupe nehmen und einen kritischen Blick auf die neuen Gläser des amerikanischen Herstellers hochqualitativer Sportbrillen werfen.

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Es ist fünf Uhr und noch dunkel, die Milchstraße erstrahlt in ihrer ganzen Pracht und ich stehe am Start des Honolulu Marathons als ein gewaltiger Kanonenschlag die frühmorgendlich Stille durchbricht und den Boden im Herzen Polynesien erzittern lässt. Ich befinde mich inmitten des Pazifiks, 4000 Meilen von jeglichem Festland entfernt bei tropischen Klimabedingungen und warmen 22 Grad. Kräftige Regenschauer am Vorabend haben die Luftfeuchtigkeit auf 96% ansteigen lassen. Gemeinsam mit mehr als 22000 Menschen mache ich mich an diesem besonderen Ort auf die 42 Kilometer entlang der Südküste Oahus …
 
 

Wer vor seinem geistigen Auge ein Bild von Hawaii malt, wird ein großes Meer sehen, dessen Wellen erst die Surfer reiten, bevor sie über die hellblauen Riffe an weite Sandstrände spülen. Durch die Wolken blinzelt die Sonne und das sanfte subtropische Klima sorgt für eine immergrüne und üppige Vegetation, in der die Vielfalt der Natur und des Lebens sich kraftvoll entfaltet. Mit Hawaii, so scheint es, werden alle Phantasien eines Südsee-Paradieses verbunden. Und doch gibt es auf dem polynesischen Archipel auch noch andere Träume, die sich manch einer gerne erfüllen möchte. Nur wenige Regionen der Erde sind so bekannt wie Hawaii. Aber wer denkt bei den Inseln im Herzen des Pazifiks schon an Laufen? Dabei findet hier einer der größten Langstreckenläufe weltweit statt: Der Honolulu Marathon.
 
 

Honolulu Marathon 2010: Mit Aloha durch das Blaue Paradies / Das Meer ist immer im Blick ©stefandrexl.de

Honolulu Marathon 2010: Mit Aloha durch das Blaue Paradies / Das Meer ist immer im Blick ©stefandrexl.de


 
 

Stets am zweiten Sonntag im Dezember findet bereits seit 43 Jahren der Marathon in der Hauptstadt Hawaiis statt. Er zählt zu den zehn größten Langstreckenläufen weltweit. Die Veranstaltung an diesem besonderen Ort, mit seinen außergewöhnlichen Bedingungen und dem frühen Start sind längst kein Geheimtipp mehr, immerhin nehmen jedes Jahr Läufer aus über 40 Nationen den weiten Weg zum pazifischen Archipel nach Oahu auf sich, um sich in Honolulu auf der Marathondistanz messen zu können. Unter Europäern sind die 42 km entlang des Waikiki Beachs und der Südküste Oahus bisher unbekannt. Überschaubar ist daher auch die Anzahl deutscher Starter, denn nur wenige Läufer verbinden das „Blaue Paradies“ und Honolulu mit einem Marathons. Hört man in unseren Breitengraden von Hawaii, denkt man in erster Linie an Wellenreiten oder vielleicht noch an den Ironman auf der benachbarten Insel Big Island.
 

Anpassung an das Klima und den Tagesrhythmus Hawaiis

Es ist Marathonwoche und die Wettervohersage für diesen Montag Vormittag verspricht leichte Tradewinds mit einzelnen Regenschauern bis 27°C, überwiegend sonnig bei 95% Leuftfeuchtigkeit. Die Zeitverschiebung von zwölf Stunden wirkt sich nach der langen Anreise anfänglich noch auf meine Schlafdauer aus. Also stehe ich früh auf um eine lockere Morgenrunde zur Akklimatisierung entlang der North Shore, der Nordküste von Oahu zu laufen. Warum eigentlich den Wetterbericht anhören, denke ich mir während der ersten Meter. Heimatliche Gewohnheit! Das Wetter auf Hawaii ist beinahe täglich ähnlich: ein subtropisches Klima mit mal mehr oder wenigen Regenfällen. Nach wenigen Minuten leichter, körperlicher Anstrengung ist man vollkommen durchfeuchtet. Der Vorteil ist, man muss sich kaum Gedanken machen, was man täglich anzieht, zudem stehen Duschen in jedem Beach Park. Short, Shirt, Shoes und los geht’s.
 
 

Honolulu Marathon 2010: Mit Aloha durch das Blaue Paradies / Subtropisches Klima an Oahu's North Shore ©stefandrexl.de

Honolulu Marathon 2010: Mit Aloha durch das Blaue Paradies / Subtropisches Klima an Oahu’s North Shore ©stefandrexl.de


 
 

Es ist halb sieben morgens und ich laufe Richtung Nord-Westen entlang des Farrington Highways und Kaena Point. Auf meinem Rückweg drehe ich eine Runde um das Dillingham Airfield und am Horizont geht die Sonne über den Ananasfeldern. Mit den ersten Sonnenstrahlen beginnt es überall nach frischen Blüten zu duften: Jasmin, Orchideen und Hibiskusblüten, ein wahrer Blütenrausch. Diese Jahreszeit ist gerade zu ideal, gelegentliche warme Regenschauer sorgen für eine angenehme Erfrischung und die Natur entfaltet ihre volle Pracht. Das Klima mit der hohen Luftfeuchtigkeit ist allerdings auch nicht zu unterschätzen und so ist das erste Training mit moderatem Tempo für eine aktive Regeneration. Die Gewöhnung an die klimatischen Bedingungen ist im Hinblick auf den Honolulu Marathon sehr wichtig, vor allem die Atmung fällt wegen der stark gesättigten Luft bei den erst Trainingsläufen schwer. Mindestens eine Woche vor dem Start anzureisen hilft, um sich rechtzeitig von den Strapazen des langen Fluges zu erholen.
 
 

Honolulu Marathon 2010: Mit Aloha durch das Blaue Paradies / Sunrise bei der morgendlichen Laufeinheit ©stefandrexl.de

Honolulu Marathon 2010: Mit Aloha durch das Blaue Paradies / Sunrise bei der morgendlichen Laufeinheit ©stefandrexl.de


 
 

Haleiwa – Idyll der North Shore

Auf Oahu bietet es sich an, mit dem Auto erst einmal raus aus dem Trubel nach Norden zu fahren und entspannt die Insel zu erkunden. Auf dem Weg zur North Shore macht man am besten einen kurzen erfrischenden Abstecher zu Dole, dem weltweit größten Hersteller von Ananas. Nach einer kurzen Plantagenbesichtigung kann man dann die zahlreichen fruchtigen Variationen verköstigen. Lässt man die endlos scheinenden Ananasfelder hinter sich und fährt den Kamehameha Highway weiter nach Norden, dann erreicht man als erstes das historische Städtchen Haleiwa, das einst ein beliebtes Ausflugsziel der letzten Königin Hawaiis, Queen Lili`uokalani war. Heute ist Haleiwa die Heimat von Surfern, Künstlern, Intellektuellen und Aussteigern. Die wenige Zeit zwischen Wellenreiten und der Arbeit verbringen viele Surfer und Einheimische für einen geselligen Kaffee in einer der Röstereien. Hier ist Hawaii noch sehr authentisch und das Motto „Hang loose“ – sich einfach mal treiben lassen.
 
 

Honolulu Marathon 2010: Mit Aloha durch das Blaue Paradies / Feriendomizil der letzten Königin Hawaiis ©stefandrexl.de

Honolulu Marathon 2010: Mit Aloha durch das Blaue Paradies / Feriendomizil der letzten Königin Hawaiis ©stefandrexl.de


 
 

Der Duft von frisch geröstetem Kaffee und Meer

Am Marketplace trifft man immer jemanden und kommt völlig unkompliziert ins Gespräch. Ich hole mir in der Coffee Gallery einen frisch gerösteten Kaffee und ein leckeres vegetarisches Sandwiches mit Hummus, Avocado und frischer Papaya. Anschließend gehe ich runter ans Meer zum Haleiwa Beach Park, lege mich unter die Palmen und beobachtet die Surfer. Salzige Luft und frischer Kaffee, was will man mehr! Wer etwas warmes zu essen bevorzugt, der bekommt gegrillten frischen Fisch an einem der Imbisse-Wägen an der Straße. Die umgebauten Garküchen aus ehemaligen Lieferwägen gibt es an fast jeder Ecke. Ich nehme gerne Mahi Mahi Steaks, das ist ein pazifischer Weissfisch, dazu gibt es etwas Reis und Salat. Wer Fleisch bevorzugt, dem kann ich Teriyaki-Chicken empfehlen, eine hawaiische Spezialität. Wem es an der North Shore gut gefällt, dass er hier übernachten möchte, der sucht sich am Besten eine der zahlreichen privaten Unterkünfte in Haleiwa. Direkt vom Beach Park aus hat man gute Trainingsmöglichkeiten und kann auf geteerten Radwegen wunderschöne Strecken nach Waialua und Mokuleia laufen. Sind die Wellen einmal zu hoch, um im Meer zu schwimmen, dann findet man in Waialua auch ein Schulbad mit 25 Metern, um seine Bahnen zu ziehen.
 
 

Honolulu Marathon 2010: Mit Aloha durch das Blaue Paradies / Es duftet nach frisch gerösteten Kaffeebohnen in der Coffee Gallery ©stefandrexl.de

Honolulu Marathon 2010: Mit Aloha durch das Blaue Paradies / Es duftet nach frisch gerösteten Kaffeebohnen in der Coffee Gallery ©stefandrexl.de


 
 

Honolulu Marathon mit einzigartigem Flair

Er zählt mit Recht zu den wunderschönsten Läufen der Welt. 2010, mit der 38. Auflage konnte ich mich selbst davon überzeugen. Auf der gesamten Strecke werden die Teilnehmer von einer einzigartigen Begeisterung und faszinierenden Stimmung getragen. Der Aloha Spirit ist hier nicht ein Lippenbekenntnis, er ist Ausdruck eines besonderen Lebensgefühls. An einem der zauberhaftesten Flecken der Erde werden die Läufer von den Zuschauern und freiwilligen Helfern mit einer Leidenschaft, Herzlichkeit und Mitgefühl unterstützt – vom Ersten bis zum Letzten. Das erfordert echte Ausdauer, denn auf Oahu kann es schon einmal länger dauern. Aloha bedeutet auch, in der Ruhe liegt die Kraft. Der Honolulu Marathon kenn kein Zeitlimit für die Teilnehmer, jeder läuft so schnell wie er eben kann und so war es in diesem Jahr kurz vor sieben Uhr am Abend als schließlich der letzte Läufer ins Ziel kam.
 
 

Honolulu Marathon 2010: Mit Aloha durch das Blaue Paradies / Ersehnte Erfrischung nach dem Zieleinlauf ©stefandrexl.de

Honolulu Marathon 2010: Mit Aloha durch das Blaue Paradies / Ersehnte Erfrischung nach dem Zieleinlauf ©stefandrexl.de


 
 

Die Marathon Elite in Honolulu

Auf Hawaii erfolgt der Start für alle gleichzeitig, gemeinsam mit der Elite und es gibt keine Startblöcke. Jeder stellt sich entsprechend seiner läuferischen Leistung auf, das klappt hervorragend und jeder lässt ausreichend Freiraum zu seinen Mitbewerbern. So ist auch durchaus möglich vor dem Start neben einem kenianischen Weltrekordler oder dem späteren Sieger zu stehen und sich etwas zu unterhalten. Auf Hawaii ist das ganz selbstverständlich. In der ersten Reihe waren in diesem Jahr unter anderem mit der Sieger von Antwerpen und Zweite des diesjährigen Berlin Marathons, Patrick Makau und Jimmy Muindi, der Titelverteidiger aus Kenia zu sehen. Ein Zeichen dafür, dass sich Honolulu auch unter den Langstreckenspezialisten als durchaus interessanter Marathon herum gesprochen hat. Immerhin hat Makau in diesem Jahr die Jahresbestzeit aufgestellt.
 

Allerdings spielten die Zwei diesmal bei der Entscheidung um den Sieg des Honolulu Marathon 2010 keine Rolle. Patrick Makau war vielmehr zur Regeneration auf den polynesischen Inseln und absolvierte ausschließlich die ersten 10 km als Traininglauf und Tempomacher. Er wollte sich einen ersten Eindruck verschaffen und den Honolulu Marathon erst einmal beobachten bevor er hier ernsthaft in den nächsten Jahren über die gesamte Distanz läuft: „Das Bedarf mehr als nur schneller Beine“, wie mir der sympathische Kenianer vor dem Start erzählte. Die Erfahrung spielt auf dieser Strecke bei diesen Bedingungen eine ganz große Rolle und die machte sich in diesem Jahr Nicholas Chelimo aus Kenia wieder einmal zu nutze. Nach einem eher langsamen Rennen bis Kilometer 34 suchte Chelimo schließlich die Entscheidung und gewann mit 2 Minuten Vorsprung vor Richard Limo. Der Vorjahressieger und Titelverteidiger, Jimmy Mundi wurde Fünfter.
 
 

Honolulu Marathon 2010: Mit Aloha durch das Blaue Paradies / Belainesh Gebe gewinnt ihr Marathon-Debüt ©stefandrexl.de

Honolulu Marathon 2010: Mit Aloha durch das Blaue Paradies / Belainesh Gebe gewinnt ihr Marathon-Debüt ©stefandrexl.de


 
 

Für das eher langsame Tempo an diesem Sonntag Morgen sorgten die ungewöhnlich warmen Temperaturen und die besonders hohe Luftfeuchtigkeit. Das machte selbst der Elite zu schaffen. Neben den klimatischen Bedingungen sind auf dem welligen und windigen Kurs natürlich auch die Tagesform und richtige Strategie entscheidend. Besondere Einflussgrößen auf die Leistungsfähigkeit sind die sehr lange Reise zu den hawaiischen Inseln mit dem Flugzeug von über 20 Stunden, eine Zeitverschiebung von zwölf Stunden und das außergewöhnliche Klima. Diese Kombination erfordert eine gewisse Regeneration und Adaptionszeit. Für einen Marathonlauf ist eine kurzfristige Anreise nicht unbedingt ideal, um Bestzeiten zu laufen. Zumindest diese Gemeinsamkeit konnte ich mit einem der schnellsten Marathonläufer teilen: Zwar lagen unsere persönliche Bestzeiten knapp 40 Minuten auseinander aber beide sind wir erst 36 Stunden zuvor auf Oahu gelandet.
 

Marathonsieg für eine Debütantin

Für Belainesh Gebre spielte das offenbar keine Rolle. Die junge Äthiopierin startet erstmals über die komplette Marathondistanz. Allerdings durfte die in den USA lebende Äthiopierin nicht in der Elite starten und kam somit nicht in den Genuss der eigenen Getränkeversorgung. Dennoch bestritt Gebre das Rennen von Beginn an äußerst offensiv und konnte einen frühen herausgelaufenen Vorsprung bis ins Ziel am Honolulu Zoo retten. Mit 2:32:13 verwies sie die Vorjahressiegerin Svetlana Zakharova auf den zweiten Platz. Das jedoch nicht ohne Protest der russischen Läuferin. Sie unterstellte, dass Gebre ihren Freund als Tempomacher einsetzte und er ihr auch Getränke reichte, um sich damit einen entsprechenden Ausgleich zur Elite zu verschaffen. Das sorgte für reichlich Unverständnis unter der weiblichen Konkurrenz, dennoch sollte das nicht für eine Disqualifikation der äthiopischen Siegerin des Honolulu Marathons reichen. Damit ist Belainesh Gebre automatisch für das Rennen im nächsten Jahr eingeladen, der Renndirektor gab ihr allerdings mahnende Worte mit auf den Heimweg. Auf Hawaii hat schon immer auch das Glück eine bedeutende Rolle gespielt.
 
 

Honolulu Marathon 2010: Mit Aloha durch das Blaue Paradies / Die Finishline am Waikiki Beach ©stefandrexl.de

Honolulu Marathon 2010: Mit Aloha durch das Blaue Paradies / Die Finishline am Waikiki Beach ©stefandrexl.de


 
 

Mit hawaiischer Gelassenheit und Aloha ins Ziel

Wer sich (noch) nicht zur Elite der Marathonläufer zählt sollte sich bei seiner ersten Teilnahme auf Hawaii am Honolulu Marathon nicht unbedingt zu viel vornehmen und erwarten. Ein zu hohes Risiko kann sich auf dem welligen Kurs von Waikiki um den Diamond Head zum Hawaii Kai und zurück schnell rächen. Viele Läufer mussten schon mit Sonnenaufgang oder nach dem Halbmarathon gehen. Sie waren hoch motiviert gestartet und haben sich verleiten lassen, für das zu hohe Anfangstempo durch die sternenklare Nacht mussten sie am Ende büssen. Die steigenden Temperaturen machten diese Herausforderung natürlich nicht leichter. Die atemberaubende Stimmung der Bevölkerung Hawaiis und den Aloha Spirit über 42 km durch das blaue Paradies aufsaugen zu können, das sollte Motivation genug sein, um den Honolulu Marathon gelassener anzulaufen und sich die Kräfte für die zweite Hälfte zu sparen. Wer es schafft die komplette Strecke gut einzuteilen und durchzulaufen, der wird das Ziel ebenso glücklich erreichen, wie die Schnellsten. Ich konnte mit dieser Strategie 2010 viele Eindrücke gewinnen, besondere Momente erleben und Erfahrungen während meines Laufs des Honolulu Marathons sammeln. Ich konnte keine Bestzeit laufen, das war nicht mein Ziel, aber die Strapazen wurden durch die aussergewöhnliche Atmosphäre, den Duft der Luft und das großartige Licht belohnt.
 

Mahalo

 
 

GOOD STUFF

Ala Moana Shopping Centerwww.alamoanacenter.com

Aloha Tower, der erste Marketplace Honolulus mit dem Nachbau der Barkasse von James Cookwww.alohatower.com

Bishop Museum, wer sich für die Geschichte Hawaiis interessiertwww.bishopmuseum.org

China Town Honoluluwww.chinatownhi.com

Coffee Gallery Haleiwawww.roastmaster.com

Diamond Headwww.hawaiistateparks.org

Haleiwawww.gonorthshore.org

Honolulu Zoowww.honoluluzoo.org

Polynesian Culture Centerwww.polynesianculturalcenter.com

Waimea Valleywww.waimeavalley.net
 
 

INFOS

Hawaii Visitors and Convention Bureau2270 Kalakaua Avenue, Suite 801Honolulu, HI 96815 TEL: +1 (808) 923-1811FAX: +1 (808) 924-0290www.hvcb.org

GoHawaiiwww.gohawaii.com

Deutsches Konsulat
Honorary Consul of the Federal Republic of Germany
252 Paoa Place Suite 4-1
Honolulu, HI 96815
Tel: +1 808 946 3819

USA TIPPS HAWAIIhttps://usatipps.net/hawaii-sehenswurdigkeiten/

HAWAII GUIDEhttps://hawaii-guide.co/de/
 
 

ANREISE

Für die Einreise in die USA braucht man einen noch drei Monate gültigen Reisepaß und muss sich vorab unbedingt auf www. esta.cbp.dhs.gov registrieren. Falls man länger bleiben möchte, braucht man ein Visum. Für die Anreise nach Hawaii muss man mit etwa 20 Stunden und ein- bis mehrmaligem Umsteigen rechnen. Flüge gibt es bei zahlreichen Airlines, aber auch Flug-Portale haben oft sehr günstige Angebote. Man sollte alles vorab im Internet reservieren, da sich die Preise sehr von denen Vorort unterscheiden. Über entsprechende Portale bekommt man stets die günstigeren Preise. Oft lohnt es sich sogar von Hawaii aus über ein deutsches Portal zu buchen, um auf Nummer sicher zu gehen.
 

FLUG

Air New Zealandwww.airnewzealand.de

Canadian Airlineswww.aircanada.com

Lufthansawww.lufthansa.com

United Airlineswww.united.com

Hawaiian Airlines (für Inselflüge)www.hawaiianairlines.com

Portal mit günstigen Angeboten und gutem Telefon-Servicewww.billigfluege.de
 
 

AUTO

Auf den Inseln ist ein Mietwagen unerläßlich. Es gibt zwar ein günstiges öffentliches Busnetz, aber man muss dafür sehr viel Zeit einplanen und meistens sind die Busse überfüllt. In Honolulu kann man auch den „Trolley“ nehmen, der einen für wenige Dollar den ganzen Tag zu den wichtigsten Punkten der Stadt bringt. Mietwägen gibt es bei allen bekannten Ketten und lokalen Auto-Verleihern.

ALAMO
www.alamo.com

ADVANTAGE
www.advantage.com

DOLLAR
www.dollar.com

Hertz
www.hertz.com

Thrifty
www.thrifty.com
 
 

UNTERKUNFT

Die Palette reicht vom Super-Luxusresort bis zur einfachen Herberge für Rucksackreisende. Wer es nicht individuell macht erkundigt sich im Internet oder Reisebüro nach speziellen Packages, oft gibt es Zimmer mit Frühstück und sogar Mietwagen. Verteten sind natürlich alle internationalen Hotelketten, es gibt aber auch einheimische Hotels in mittlerer Preislage, wie das Outrigger oder Seaside. Für Aufenthalte ab einer Woche und länger können private Unterkünfte, sogenante Condos oder Vacation Homes eine gute Lösung sein. Meist Zimmer (Nutzung von Küche und Bad inkl.) oder Häuser, die von Privatpersonen vermietet werden.

PARK SHORE WAIKIKI HOTEL
2586 Kalakaua Avenue
Honolulu, Hawaii 96815
Phone: +1 808 923 0411
Fax: +1 808 923 0311
www.parkshorewaikiki.com

OHANA WAIKIKI WEST
2330 Kuhio Avenue
Honolulu, Hawaii, 96815-2997
Phone: +1 808 922 5022
www.outrigger.com

THE ROYAL HAWAIIAN
2259 Kalakaua Avenue
Honolulu, Hawaii 96815
Phone: +1 808 921 4620
www.royal-hawaiian.com

TURTLE BAY RESORT
57-091 Kamehameha Highway
Kahuku, Oahu, Hawaii 96731
Phone: +1 808 293 6000
Fax: +1 808 293 914
www.turtlebayresort.com

SEASIDE HAWAIIAN HOSTEL
419 Seaside Avenue
Honolulu Hawaii 96815, USA
Tel: +1 808 924 330
www.seasidehawaiianhostel.com

BACKPACKERS
Vacation Inn and Plantation Village
59-788 Kamehameha Highway
Haleiwa, Hawaii 96712
Tel. +1 808 638 7838
Fax +1 808 638 7515
www.backpackers-hawaii.com

MAUI SEASIDE HOTEL
100 W. Kaahumanu Avenue
Kahului, Hawaii 96732
Tel: +1 808 877 3311
www.seasidehotelshawaii.com
 
 

REISE

Man sollte unbedingt vergleichen, denn die Preise variieren teilweise sehr stark, oft kann es sehr nützlich sein, sich dafür eigens auf bestimmten Seiten zu registrieren. Manchmal werden die europäischen Kreditkarten zwar online nicht akzeptiert, dennoch sind Reservierungen möglich und es kann dann Vorort bezahlt werden.

www.expedia.com
www.hotwire.com
www.hawaiihostelsguide.com
www.billig-mietwagen.com
 
 

KLIMA

Mit Hawaii meinen es die Götter gut, durch die Pasatwinde kennen die Inseln keine Jahreszeiten. Die Sonne scheint praktisch das ganze Jahr und die Temperaturen liegen im Winter bei etwa 26°C. Im Dezember und Januar kann es gelegentlich einige Regentage geben.
 
 

HONOLULU MARATHON

Sonntag, 10. Dezember 201742,195 km / 26,2 miles / ca. 110 HöhenmeterStart: 5.00 AMTemperatur: 22 -26°CLuftfeuchtigkeit: ca. 95%Start: Ala Moana ParkZiel: Kapiolani ParkStartgebühr 195 – 240 $www.honolulumarathon.org
 
 

Mit einem Trainingsgutschein geht’s zu mehr sportlicher Leistung durch eine bessere Technik und gesündere Ernährung. Ganz egal ob Schwimmseminar oder Lauftraining, Videoanalyse oder Trainingsplanung oder ein Personal Coaching, in dem endlich mal alle Fragen zum Thema Ernährung besprochen werden: Ein Geschenkgutschein für eine individuelle Trainingseinheit mit persönlicher Betreuung ist für jeden Sportler mit einer überdurchschnittlichen Ausdauerfähigkeit eine gute Überraschung. Ein perfektes Geschenk für ambitionierte Ausdauersportler die ihren ersten Marathon oder Triathlon planen, oder ihre persönliche Bestzeit verbessern möchten.

Mit einem Geschenkgutschein für eine individuelle Trainingseinheit mit persönlicher Betreuung sind bei mir sowohl Ausdauersportler als auch ambitionierte Wettkämpfer in den besten Händen. Von der Trainingsplanung und Trainingsberatung über ein Technikseminar und Ernährungscoaching bis zu einer kompletten Wettkampfvorbereitung über mehrere Wochen oder eine komplette Saison ist alles möglich.

Dieses Angebot können Sie als Gutschein erwerben, es ist das perfekte Geschenk für jeden Ausdauersportler der regelmäßig trainieren und sich verbessern möchte. Egal welches Ziel man verfolgt, welchen Leistungsstand man hat, mit meinen individuellen Trainingsplänen und persönlicher Beratung ist eine nachhaltige Verbesserung der Leistung sicher.

Trainingsgutschein für Freude am Ausdauersport und Motivation

Ein Gutschein kann für jede meiner angebotenen Leistungen und Sportarten inklusive persönlicher Betreuung erworben werden. Jede Verlängerung ist innerhalb von 12 Monaten 10% ermäßigt. Für eine komplette Trainingsbetreuung erstelle ich auf Anfrage gerne ein individuelles Angebot. Das empfehle ich für alle Sportler, diee ihr Training langfristig und systematisch aufbauen wollen. Mit einem Trainingsgutschein verschenken Sie langfristige Freude am Ausdauersport und Motivation für das ganze Jahr.

Wenn Sie jemandem mit einem Trainingsgutschein von STEFAN DREXL Sportscience, Coaching & Racing eine Freude machen wollten, schreiben Sie mir einfach eine kurze Mail an sport@stefandrexl.de.

• Die Terminvergabe erfolgt nach telefonischer Absprache
• Ergänzende Kosten je Sportart und / oder Trainingsinhalt (Eintritte, Material- / Platzmieten, etc.) sind vom Kunden zu tragen.
• Fahrtkosten für die Anreise von mehr als 25km zum Trainingsort werden mit 0,45 €/km ergänzend berechnet.
• Der Kunde verpflichtet sich nur in absolut gesunder körperlicher Verfassung das Trainingsangebot in Anspruch zu nehmen.
• Jegliche körperliche Einschränkungen müssen dem Trainer vor Trainingsbeginn wahrheitsgemäß mitgeteilt und schriftlich bestätigt werden.
• Um den Gutschein einzulösen, bitte ein Mail mit dem Betreff „GUTSCHEIN“ an sport@stefandrexl.de senden.
• Der Gutschein ist innerhalb von 6 Monaten ab Ausstellungsdatum einzulösen

Wenige Tage vor dem Marathon München 2015 entscheide ich mich spontan für einen Start. Nur sechs Wochen nach meinem Ironman möchte ich noch einmal einen Marathon laufen ohne zu gehen, was während meiner ersten Langdistanz in Vichy nicht möglich war. 42,195 Kilometer laufen, für mich, für meinen Kopf – eine persönliche Revanche zum Abschluss einer wunderbaren Saison …

Während der zwei Wochen nach meiner ersten Langdistanz in der Auvergne bin ich nur am Strand gelegen oder ein paar Wellen an der französischen Atlantikküste gesurft und habe mich erholt. Wieder in München bin ich einige mal locker gelaufen, Rad gefahren und etwas geschwommen. Die Woche vor dem Marathon habe ich moderat getapert: Intervalle, Steigerungsläufe und Lauf ABC. Den Schwerpunkt meiner Ernährung habe ich auf Proteine gelegt, das optimiert die Speicherung der Kohlenhydrate unmittelbar vor dem Wettkampf. Den Körper und Geist nach den vergangenen Wochen noch einmal zu mobilisieren, noch einmal auf Wettkampfmodus einzustellen, das ist nicht leicht gefallen. Auch weil sich bereits wieder ein paar Pfunde zum idealen Wettkampfgewicht addiert haben.

Mit Haferflocken und Espresso zum Marathon München 2015

Sonntag früh am Morgen, der Wecker klingelt, es ist sieben Uhr. Draussen Nebel, nur acht Grad misst das Thermometer am Balkon. Es fällt zwar schwer bei diesem herbstlichen Wetter aufzustehen, aber es ist Zeit für ein kleines Frühstück: Warme Haferflocken, bevor es aus dem Haus geht noch ein Espresso. Dann geht’s mit dem Rad zum Olympiapark, das spart das Warmlaufen und lockert die Beine. Am Olympiastadium angekommen, hier sind im Jubiläumsjahr Start und Ziel des 30. München Marathons, ist noch etwas Zeit für ein kleines Vorstartprogramm: Etwas Lauf-ABC, Steigerungsläufe und Beweglichkeitsübungen – Routine.

Marathon München 2015: Im Rhythmus durch den Englischen Garten

Start ist um zehn Uhr, anlässlich des Jubiläums diesmal am Coubertinplatz in Mitten des Olympiaparks, und das Ziel traditionell im Olympiastadium – das möchte ich gerne vor 13 Uhr erreichen. Die ersten Kilometer sind schnell aber laufen recht locker. Bei moderatem Anfangstempo unterhalte ich mich mit dem ein und anderen, man kennt sich von den vielen Rennen. Unter anderem mit Julia Viellehner, sie wird die Damenwertung des 30. Marathon München später für sich entscheiden. Auf der Leopoldstrasse in Schwabing, nach fünf Kilometern läuft’s, Schritt- und Herzfrequenz sind im Rhythmus, und es geht in den Englischen Garten – sieben einsame Kilometer durch München’s grüne Lunge folgen.

39 Minuten für die ersten zehn Kilometer, 1 Stunde 24 Minuten für den Halbmarathon – schneller als erwartet, schneller als geplant. Es läuft, alle paar Kilometer stehen die Familie und Freunde an der Strecke, das motiviert. Dennoch nehme ich das Tempo etwas raus, es ist kalt und ich bin schließlich nicht mehr in Topform. Anzukommen und unter drei Stunden zu laufen ist der Plan, nicht mehr und nicht weniger. Besser noch ein paar Reserven für die letzten Kilometer aufheben, für das Finale.

30. Marathon München  2015

Durch die Altstadt beim 30. Marathon München 2015

Stimmung „light“ beim Marathon München 2015

Punkt zwölf Uhr laufe ich über den Marienplatz und der ist endlich voll mit Zuschauern. Nach den einsamen Kilometern durch den Münchener Osten eine angemessene Menge Zuschauer, denke ich mir. Doch die schauen währenddessen alle nach oben, kaum einer applaudiert, denn sie sind nicht etwa wegen des Marathons gekommen. Hunderte Touristen lauschen den Klängen des Glockenspiels im Münchener Rathaus, nur wenige bemerken die schnellsten Athleten über den Marienplatz laufen. Am Odeonsplatz dann endlich ein großes Stimmungsnest, auf den nächsten Kilometern um den Königsplatz und durch die Leopoldstrasse wird man von einer Welle der Begeisterung getragen – jetzt nur nicht überzocken.

An der Ecke Franz-Josef-Strasse, der traditionellen Hot Corner des München Marathons, sorgt Klaus Ruscher für Motivation und schickt die Athleten auf die letzten Kilometer Richtung Olympiastadion. Ich biege links von der Leopoldstrasse ab und laufe vorbei an der 38 KM-Marke. Noch einmal etwas das Tempo anziehen, auch wenn die Beine wegen der Kälte schon am Limit sind. Doch keine Gnade für die Wade, denn jetzt kann nicht mehr viel anbrennen. Als ich mich dem Olympiapark nähere kann ich bereits das Dröhnen der Lautsprecher aus dem Stadion hören: Der Puls ist im Grünen, das Adrenalin steigt, die Uhr zeigt 2:49 Stunden.

Endorphine zur Belohnung im Olympiastadium

Wie ein Magnet wirkt das Olympiastadion, alles läuft, ich fühle mich leicht, zumindest subjektiv. Es werden die schnellsten 1,5 Kilometer, Gänsehaut als ich durch das große Marathontor in das Münchener Olympiastadion einbiege – die Bässe wummern aus den Boxen. 400 Meter auf der Laufbahn zum geniessen, die Erleichterung ist groß, die ganze Anstrengung vergessen. Die Endorphine schlagen Purzelbäume, die Glücksgefühle dieses Moments lassen alle Anstrengung vergessen und ist der Lohn für 42,195 Kilometer. Die Uhr bleibt bei 2 Stunden 55 Minuten stehen und damit ist es für mich gelaufen wie geplant. Das war wichtig für den Kopf, die Beine und für meine nächsten Herausforderungen – zu wissen, dass es doch geht. Zu meiner Überraschung und nach Abgleich mit mehreren Kollegen war die Strecke mit 42,845 km dann auch noch 650 Meter länger. Was war da los? Korrigiert wäre das dann eine Zeit von 2:52:18 h! Die Antwort des Veranstalters auf meine Anfrage ist bis heute offen …

Sechs Monate Training für die Marathon Premiere

Gelaufen wie geplant ist es auch für Florian Weiss, Moderator und einer meiner Athleten. In nur sechs Monaten hat er sich auf seinen ersten Marathon vorbereitet und ist zuvor nur gelaufen, wenn sein Hund „Emma“ wieder einmal Gas gegeben hat. Sechs Monate habe ich Florian trainiert und seine Ernährung optimiert. Er war immer hochmotiviert, musste einige Rückschläge wegstecken und hat sich mit eiserner Disziplin auf den Münchener Marathon vorbereitet. Sein Plan: Natürlich nach 42,195 Kilometer das Olympiastadion wieder zu erreichen und nach Möglichkeit sogar unter vier Stunden. Wie es Florian auf dem Weg zu seinem ersten Marathon erging, ob und in welcher Zeit er sein Ziel erreicht hat, das hat er in seinem Videoblog dokumentiert:

VIDEO-BLOG Florian Weiss läuft Marathon 1/3
VIDEO-BLOG Florian Weiss läuft Marathon 2/3
VIDEO-BLOG Florian Weiss läuft Marathon 3/3

Ganz egal wie schnell man läuft, ab einem gewissen Moment schmerzen 42,195 Kilometer immer. Jeder möchte sein Bestes geben, dafür hat man trainiert. Der Wille und der Glaube an die eigene Leistung lassen einen diese schwierigen Momente eines Marathons überwinden. Die Freude über das Erreichen seines persönlichen Ziels ist der Lohn aller Mühen.

Der Schmerz vergeht, der Stolz besteht – Sugar and Pain!

MEHR INFORMATIONEN
RESULT Marathon München 2015
HOMEPAGE Marathon München 2015
HOMEPAGE Florian Weiss