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Trainingsphasen und Periodisierung? Die Triathlonsaison ist kaum vorüber, schon werden neue Pläne für das nächste Jahr geschmiedet und Ziele formuliert. Motiviert von einer erfolgreichen, vergangenen Saison, von starken Rennen und neuen Bestzeiten oder von Wettkämpfen mit „gebrauchten“ Tagen, an denen man sich mehr erwartet hatte. Nach der Saison ist vor der Saison. Ganz egal, ob man es in der nächsten Triathlonsaison einfach besser machen möchte oder sich neue Ziel, wie zum Beispiel die erste Langdistanz steckt: Voraussetzung für den Erfolg im Triathlon ist die richtige Saisonplanung und Trainingsperiodisierung: Die Einteilung des Jahres in Trainingsphasen bzw. –perioden. Nur dann ist es möglich auf den Punkt fit für das persönliche Highlight zu sein …

Die begehrten Startplätze der beliebten Triathlonrennen sind oft nach kurzer Zeit ausgebucht und so muss man sich schon zwölf Monate für eines seiner Highlights der nächsten Saison entscheiden. Damit steht das Ziel schon sehr früh fest, wann man sich im nächsten Jahr der großen Herausforderung stellt und so wird auch bald noch ein passendes Trainingslager gebucht. Damit steht für die Meisten die grobe Planung der kommenden Triathlonsaison, doch der Teufel steckt im Detail. Auch weil es in der Regel selten bei nur einem einzigen Wettkampf und Highlight bleiben soll. Kein Problem – vorausgesetzt man beachtet in der Planung und im Aufbau seines Trainings, der Trainingseinheiten und Trainingswochen auch bestimmte Regeln. Liegt es doch in der Natur eines jeden Athleten, sich in Bestform präsentieren und alles geben zu wollen, sobald der Startschuss fällt.
 

Die Trainingsphasen entscheiden über deine Leistung

Gerade dann, wenn man neben dem Alltag, neben Beruf und Familie nicht vom Weg abkommen und sein persönliches Ziel erfolgreich und gesund erreichen möchte, dann ist eine Trainingsplanung über die vielen Wochen und Monate der Vorbereitung erforderlich. Ein Triathlon Coach kann dich hierbei unterstützen und optimal begleiten. Das kann viel Zeit, Arbeit und unnötigen Stress vermeiden. Ausgehend von deinem oder deinen persönlichen Saisonzielen wird im ersten Schritt die Triathlonsaison gemeinsam geplant und dann die Trainingsphasen bestimmt. Natürlich führen viele Wege ans Ziel, aber für einen muss man sich entscheiden und diesen dann konsequent mit Geduld gehen. Diese Periodisierung, die Einteilung in zeitliche Abschnitte, ist massgeblich für den individuellen Leistungsaufbau. Aber welche Trainingsphasen gibt es im Triathlontraining? Wie lange dauert eine Trainingsphase? Welche Trainingsinhalte werden in den jeweiligen Trainingsphasen trainiert?

Mit diesen 7 Tipps zur Periodisierung und richtigen Saisonplanung im Triathlon kannst du dein Trainingsjahr besser planen:
 

1. Trainingsphasen und Periodisierung im Triathlon

Die Dauer und Einteilung der Trainingsphasen ist abhhängig von den individuellen Rahmenbedingungen, deinem Alltag, Beruf und Familie, und der eingeplanten Zeit für das Training in den drei Kernporarten. Auch die Anzahl der Wettkämpfe und die geplante Dauer deiner Triathlonsaison (Wettkampfsaison) sind massgeblich. Ideal ist es, das Trainingsjahr (Makrozyklus) in fünf bis sechs Trainingsphasen einzuteilen: Grundlagentraining, Aufbautraining, Intensitätstraining, wettkampfspezifisches Training, die Wettkampfphase mit Saisonhighlight, und der Erholungsphase bzw. einer Übergangsphase bei mehr als einem Saisonhighlight. In Abhängigkeit von Alter, Trainingsalter und Leistungsfähigkeit des Triathleten sowie der Zielstellung dauern diese Perioden vier bis zwölf Wochen.
 

2. Grundlagen legen für die Höchstform

In der ersten Trainingsphase wird vor allem an den konditionellen Fähigkeiten gearbeitet und die individuelle Belastbarkeit verbessert. Sie ist das Fundament deren Schwerpunkt in erster Linie auf der Verbesserung von Grundlagenausdauer und Fettverbrennung (Ausdauerfähigkeit mit niedriger Herzfrequenz), sowie der speziellen Kraftausdauer mit regelmäßigem Athletiktraining liegt. Sie wird Vorbereitungsperiode 1 genannt., kurz VP1. In Abhängigkeit von deinem Trainingszustand und dem Trainingsziel dauert diese Periode mindesten 8 bis 12 Wochen. Für Triathleten mit einer guten Grundlagenausdauer, die schon drei oder mehr Jahre Triathlonwettkämpfe machen, sind acht Wochen meist ausreichend. Für untrainierte Athleten, Einsteiger, aber auch Wiedereinsteiger ist die VP1 die wichtigste Trainingsphase. Sie kann durchaus auch länger als 12 Wochen andauern und mit kleinen Wettkämpfen in den Einzeldisziplinen gespickt werden, um die Form zu testen oder zu heben. Das Training wir vor diesen Formtests allerdings kaum reduziert. Es würden dadurch zu viele Trainingstage verloren gehen.
 

3. Salz und Pfeffer für die zweite Trainingsphase

In der Vorbereitungsperiode 2 werden die Umfänge gesteigert und das Training wird spezifischer gestaltet als in der VP1. In dieser Trainingsphase werden immer öfter spezielle Kraft- und Athletikübungen mit eingebaut. Das spezifische Krafttraining auf dem Rad oder im Laufen wird beispielsweise durch Einheiten am Berg umgesetzt. Es verbessert das Stehvermögen. Mit dem Rad werden große Übersetzungen mit niederiger Frequenz getreten. Durch immer größere Übersetzungen mit niedrigen Trittfrequenzen resultieren höhere Geschwindigkeiten. Dennoch ist mit zu intensiven Trainingsbelastungen noch vorsichtig umzugehen, um keinen negativen Einfluss auf die aerobe Entwicklung zu haben. Es werden dabei regelmäßig Trainingseinheiten knapp unterhalb der anaeroben Schwelle mit dem Ziel absolviert, diese Belastungen über einen immer längeren Zeitraum durchzuhalten. In der Regel dauert die ‚Aufbau‘-Periode erneut 8 Wochen und kann bei Bedarf bis zu 12 Wochen ausgedehnt werden. Die VP2 ist gemeinsam mit der nächsten Trainingsphase, der „Intensivierungs-Periode“ die anstrengenste Periode. Während dieses Zeitraums, meist im Spätwinter und Frühjahr, ist das Wetter oft noch nicht optimal für die langen, entspannten Trainingseinheiten auf dem Rennrad. Das ist der optimale Zeitpunkt ist zu dieser Jahreszeit ein Trainingscamp in trockenen und wärmeren Regionen einzuplanen.
 

4. Mit der Intensivierung zur Zielgeschwindigkeit

Während der nächsten 4 bis 8 Wochen geht es um die spezifische Formausprägung und auch oft schon um die Vorbereitung auf ersten Wettkämpfe. Die Grundlage ist gelegt und diese muss jetzt in der Vorbereitungsphase 3 durch systematisches Training in Wettkampftempo, sprich Zielgeschwindigkeit umgewandelt werden. Es stehen lange (aerobe + anaerobe) Intervalle und zusätzlich intensive Intervalle auf dem Trainingsplan, denen nun regelmäßige Erholungstage folgen – entscheiden für die Leistungsentwicklung. Die Umfänge bleiben während der VP3 (Intensivierungsphase) dennoch hoch oder können sogar noch gesteigert werden. Hohe Umfänge werden noch immer als Ausdauertraining mit niedriger Herzfrequenz durchgeführt. In dieser Trainingsphase kann ein zweites Trainingslager in moderatem Klima das Leistungsniveau deutlich heben.
 

5. Die Dosis macht das Gift – kürzer und knackiger

Jetzt beginnt die Zeit deiner unmittelbaren Wettkampfvorbereitung und nach Monaten mit unzähligen Trainingseinheiten und harten Training bist du schon fast bereit für den ersten Saisonhöhepunkt. In dieser Phase wird die Intensität spürbar höher, die Umfänge moderater – die Trainingseinheiten sind oft kurz aber knackig, die Erholung entscheidend für deine Leistungsentwicklung, jetzt macht die Dosis das Gift – es ist Zeit zu „tapern“. Die Taperphase ist sehr individuell. Sie kann von nur einigen Tagen bis mehrere Wochen dauern, je nach Saisonziel. Auf dem Trainingsplan stehen intensive Intervalle, Bergtraining oder auch Bahntraining. Wettkämpfe können während der Taperphase manche Trainingseinheit ersetzen. Inhaltlich kannt während einer mehrwöchigen Taperphase durchaus Variationen praktiziert werden: Intensität hoch halten und Umfänge reduzieren, Umfänge hoch halten und Intensität reduzieren, oder sowohl Umfang und Intensität stufenweise rausnehmen.
 

6. Jetzt zählt’s – Zeit die Früchte zu ernten!

Jetzt bist du in Topform, die Trainingsumfänge sind geringer, die Intensität bleibt wegen der Wettkämpfe hoch und die Erholung ist entscheidendes Trainingsmittel. Jetzt beginnt die Zeit die Früchte der monatelangen Strapazen und Entbehrungen zu ernten. Ziel ist es auf den Punkt die beste Leistung abzurufen oder über einen bestimmten Zeitraum auf einem hohen Niveau zu halten. Abhängig von der Anzahl der Rennen wechseln intensive Trainingseinheiten und passive oder auch aktive Erholungstage im ein oder zwei Wochenzyklus. In dieser Periode ist die unmittelbare Regeneration nach einem Wettkampf oder nach intensiven Trainingseinheiten besonders entscheidend für den Erhalt des Leistungsfähigkeit. Die Dauer der Wettkampfphase kann je nach Anzahl der Rennen und Athlet variieren und ist meist vier bis sechs Wochen lang. Das Alter des Athleten, das Trainingsalter und die Erholungsfähigkeit spielen bei Umfang und Häufigkeit der intensiven Belastungen eine leistungslimitierend Rolle. Sind zwei mögliche Saisonhöhepunkte geplant, die zeitlich deutlich auseinanderliegen, dann kann man die Wettkampfsaison splitten.
 

7. Nach der Arbeit sollst Du ruhen: Erholung in der Übergangsperiode

Nach einer anstrengenden Saison solltest du eine sechs- bis achtwöchige Trainingspause machen. Jeder Mensch, auch ein Sportler, braucht einmal Ruhe und Erholung. Das gilt für den Breitensportler genauso wie für den Hochleistungssportler. Das bedeutet aber nicht zwingend keinen Sport mehr zu machen und faul auf der Couch zu liegen. Alternative Aktivitäten, unspezifische Sportarten ohne großen Ambitionen sind in der Erholungsphase bzw. Off Season gefragt. Lockere Ausfahrten mit niedriger Herzfrequenz auf dem Mountainbike, geimensam Wandertouren oder Klettern bringen Abwechslung in den bisherigen Trainingsalltag. Es geht jetzt vor allem darum deinen Kopf frei zu bekommen und den Akku wieder aufzuladen dami du dann wieder mit neuer Motivation in die neue Saison starten kannst.

Falls du eine lange Wettkampfsaison oder zwei Saisonhöhepunkte planst, dann sieht das etwas anders aus. Hier ist am besten eine Zweifach- oder Merhfachperiodisierung mit der Jahresplanung zu berücksichtigen und manche Trainingsphasen sind entsprechend zu verkürzen. Dazwischen wird dann eine Übergangsphase integriert. Das ist zum Beispiel bei einer früh im Jahr geplanten Langdistanz, wie einem IRONMAN mit geplanter Qualifikation für Hawaii der Fall und sollte idealerweise auch schon mit einem Plan B für den 2. Versuch im Mittsommer berücksichtigt werden.
 

Für Fragen und mehr Informationen kannst Du mir gerne ein MAIL schreiben.

 

FACTS

MIKROZYKLUS Trainingsplanung / 1 – 4 Wochen
MESOZYKLUS Trainingsphase / 2 – 4 Mikrozyklen
MAKROZYKLUS Jahresplanung / 3 – 12 Monate
PERIODISIERUNG Einfach-, Zweifach-, Mehrfachperiodisierung

TRIANINGSPHASEN
Vorbereitungsphase 1 (VP1)
Vorbereitungsphase 2 (VP2)
Vorbereitungsphase 3 (VP3)
Taperphase (TP)
Wettkampfphase (WP)
Übergangsphase (ÜP)

MORE INFO

PERSONAL COACHING – Individuelle Trainingsplanung für Triathleten und Ausdauersportler

Der Weg ist das Ziel oder ist das Ziel der Weg? Ganz egal wie man es dreht und wendet, das Ziel ist , gut vorbereitet am Start des Ironmans zu stehen und der Weg dorthin ist sehr lang. Die vergangenen Wochen sind dennoch wie im Flug an mir vorbeigezogen. Das ist zwar meistens so, vor allem wenn die Tage durchgetaktet sind und sich zwischen Familie und Beruf das eigenen Training nahtlos einfügen soll. Der Weg gleicht da schon fast einem Flug. Um dabei nicht die Freude und Motivation zu verlieren, ist es wichtig die Erholung nicht zu vergessen und sein Ding zu machen. Dann wird das Ziel auch zu einer sanften und glücklichen Landung. Doch jetzt ist Schluss mit lustig, jetzt fängt der Spaß erst richtig an. Über interessante Begegnungen, überraschende Spannungen und spannende Überraschungen …

 

© stefandrexl.com

Der Weg ist das Ziel ist der Weg – Road To Kona


 

Nach Monaten umfangreicher Grundlagenausdauer stand während der letzten Wochen der Feinschliff auf dem Trainingsplan. Neben wichtigen Schlüsseleinheiten, darunter auch einge Schlüsselerlebnisse, ist die Intensität stetig gestiegen und die Erholung hat immer mehr an Bedeutung gewonnen. Mit einer Kurz- und einer Mitteldistanz standen zudem wichtige Meilensteine auf dem Programm, die für den letzten großen Trainingsblock richtungsweisend sein sollten. Im Grunde bin ich ein großer Freund von Effizienz, dennoch sollte das Training nicht als Mittel zum Zweck verkommen sondern abwechslungsreich und motivierend sein. Gerade mit dem Rad hat man viele Möglichkeiten durch schöne Touren für Abwechslung zu sorgen, die auch für den Geist ein großer Gewinn sind. Schließlich findet ein Ironman hauptsächlich im Kopf statt und so können Trainingseinheiten in den Alpen neben einem posiviten physiologischen Trainingseffekt auch äusserst förderlich für die mentale Stärke sein. Freude und Genuss inbegriffen. Eine meiner Schlüsseleinheiten mit dem Rad war während der großen Hitze Anfang Juli die Strecke des RTF Klassikers, Ötztaler Radmarathon http://www.oetztaler-radmarathon.com/de

 


 

Heißer Ritt mit Höhenluft über drei Alpenpässe

Die große Hitze des Sommers 2015 wirbelte so manche Trainingsplanung durcheinander. Wer nicht täglich mit Sonnenaufgang seine Trainingeinheiten absolvieren wollte, der musste sich andere Möglichkeiten einfallen lassen, um den schweisstreibenden Temperaturen zu entkommen. Für Sonntag, 5. Juli waren Rekordtemperaturen von 35 Grad und mehr angekündigt und so habe ich früh morgens kurzentschlossen mein Canyon Aeroad ins Auto gepackt um nach Zirl im Inntal gefahren. Was gibt’s denn besseres als bei heißen Temperaturen in die Alpen zu flüchten und Pässe zu fahren? Wenn alle an den Seen und in den Freibädern liegen, dann lassen sich entspannt die leeren Straßen fahren und dabei die herrliche Bergkulisse genießen. Längst wollte ich einmal die Strecke des Ötztaler Radmarathon solo mit dem Rennrad fahren und als Vorbereitung auf meine erste Langdistanz sollte das eine echte Schlüsseleinheit werden.

 

Die Originalstrecke des Ötztaler Radmarathon hat eine Länge von 238 km und über 5.500 Höhenmeter. Von Zirl aus startete ich nach Kematen (610 m) und bin statt direkt nach Innsbruck gleich den Anstieg hoch nach Axams (874) m) hinauf, um die ruhigere Straße weiter nach Mutters (830 m) und dann über Schönberg nach Matrei am Brenner zu fahren. Damit war ich wieder auf Kurs und nahm den flachsten der drei Alpenpässe dieses Tages in Angriff: Steinach am Brenner – Gries a. Brenner – Brenner (1.377 m) – Sterzing waren schnell und schmerzlos abgehakt. Es folgte der Jaufenpass mit seinen durchschnittlichen 8% und die Temperaturen nahmen spürbar fahrt auf. Zu spühren bekam ich auch meinen Rücken, der aufgrund des konstanten Drucks und der meist sitzenden monotonen Belastung an diesem Tag große Probleme bereiten sollte. Ursächlich dafür ist eine Reizung des Piriformis. Ich wechselte also regelmäßig zwischen stehenden und stitzenden Passagen um den Rücken zu entlasten.

 

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Ausblick auf dem Weg hinauf zum Timmelsjoch


 

Die Sicht war herrlich und der Ausblick auf die umliegenden Gipfel des Alpenhauptkamms ließen die Schmerzen vergessen. Die Beinmuskulatur hingegen spulte in einer konstanten Frequenz unermüdlich ihr Bergprogramm ab bis die Passhöhe auf 2.090 m nach 15 km erreicht war. Zur Belohnung und mit Blick auf die Ötztaler Alpen und die Texelgruppe gab es einen Cappuccino bevor ich die rasante Abfahrt hinunter ins Passeiertal nahm, wo am Nachmittag 40 Grad gemessen wurden. Es folgte der Höhepunkt der Tour und der lange Anstieg von St. Leonhard hinauf zum Timmelsjoch (2.509 m) mit 1820 Höhenmeter, 29 km Länge und 13% maximale Steigung: Der Hammer! Das erste Mal bin ich diesen Pass mit 16 Jahren zusammen mit meinem Vater gefahren – wie die Zeit vergeht. Zur Belohnung gab’s 60 km Abfahrt über Sölden (1.377 m) bis nach Oetz. Da die Straße über Sellrain und das Kühtai wegen eines Murrenabgangs gesperrt war ging’s über das Inntal zurück nach Zirl.

 

Brennerpass, Jaufenpass und das Timmelsjoch mit einigen Cappuccini, viel Wasser, Bananen und Innobar Riegeln von Innosnack an einem Tag zu bezwingen war absolut spektakulär. Ich war ziemlich platt, aber auch glücklich und hab auf dem Rückweg nach München das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommen. Diese Panorama-Tour mit den drei legendären Alpenpässen werden mir während meiner ersten Langdistanz, dem Ironman Vichy am 30. August, sicher öfter durch den Kopf gehen.

 

Kochendes Wasser und Verwirrungen in Karlsfeld

Zwei Wochen später stand traditionell der Triathlon Karlsfeld mit der Kurzdistanz auf dem Plan – der erste richtige und wichtige Formtest. Für einen ordentlichen Support sorgte meine Tochter, während mein Sohn zur selben Zeit bei der Deutschen Triathlon Meisterschaft der Jugend in Verl am Start stand. Das Starterfeld in Karlsfeld war allerdings nicht weniger beeindruckend: Schwimm-Europameister Jan Wolfgarten, Schwimmer und Olympionike Lukasz Wojt, Pro Triathlet Markus Hörmann, Tom Weikert und Max Krumm. Somit war bereits klar, dass bereits die erste Disziplin das Wasser des Karlsfelder Sees zum Kochen bringen und wer zudem mit wohl großem Vorsprung als Erster auf’s Rad steigen würde. Ich hatte diese Saison zum Glück andere Ziele und war an selben Ort schließlich oft genug „First Out Of Water“.

 

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Mit konstantem Laufrhythmus auf Platz 2 in der Altersklasse beim ersten wichtigen Formtest: Triathlon Karlsfeld 2015


 

Aufgrund der starken Konkurrenz war ich dennoch ordentlich motiviert und hatte mit Jamie zudem beste Unterstützung an der meiner Seite. Ich wechselte an Position sieben auf mein Canyon Speedmax, aufgrund der warmen Wassertemperaturen und des Neoprenverbots ging das recht flott, und mit einem 41er Schnitt konnt ich auf der flachen Radstrecke ordentlich Druck auf die Pedale bringen. Nur zwei Plätze verlor ich über die 46 km bis zum zweiten Wechsel, aber konnte ebenso einen guten Vorsprung auf die Verfolger herausfahren. Als Neunter ging’s auf die Laufstrecke, die Lücke nach vorne und hinten im Grunde bereits zu große um noch für Ärger zu sorgen oder Gefahr zu laufen. Also konzentrierte ich mich auf einen sauberen Laufrhythmus mit einem negativen Split und beendete den Triathlon Karlsfeld mit einem zufriedenen 10. Platz.

 


 

Im Ziel herrschte unterdessen große Aufregung um den Sieger. Lukasz Wojt war während des gesamten Rennens mit einer überlegenen Leistung und großem Abstand unterwegs, strauchelte aber auf den letzten Kilometer und konnte seinen Sieg trotz mehrerer Stürze gerade noch so, mit einem Vorsprung von nur 4 Sekunden auf allen Vieren ins Ziel retten. Grund einer hitzigen Diskussion, die auch noch Tage und Wochen danach im Internet nachhallte, war seine anschließende Disqualifikation, da ihm nach seinen Stürzen hilfsbereit wieder aufgeholfen wurde. Zahlreiche Medien haben darüber berichtet und viele haben ihre Meinung dazu geäußert. Hier einige Links:
Münchener Merkur
Süddeutsche Zeitung
Slowtwitch

 
Das Ergebnis wurde noch vor Ort korrigiert und Markus Hörmann somit der Sieger des Triathlon Karlsfelds. Dadurch ergab sich für mich Platz 9, was mir egal war und auch nichts änderte. Für mich waren an diesem Sonntag neun Triathleten schneller als ich trotz aller Verwirrungen und Regelauslegungen. Wichtig war für mich einen weiteren Baustein in der Vorbereitung auf meine erste Langdistanz erfolgreich gesetzt und dabei viel Spaß gehabt zu haben. In der hart umkämpften und starken Altersklasse der „alten Säcke“ über 40 war das der 2. Platz.

 

Erst kommt es anders und zweitens als man denkt

Nur zwei Wochen Regeneration blieben mir, um ein paar essentielle Trianingseinheiten mit Blick Richtung Ironman Vichy zu absolvieren und mich auf die Triathlon Triathlon Mitteldistanz Erlangen, dem nächsten und wichtigsten Rennen vor dem 30. August vorzubereiten. Ich habe mir nicht viel vorgenommen und mit nicht viel gerechnet. Ich wollte schlichtweg die geplanten Tempi der Langdistanz testen, dabei nicht zu viel Pulver verschießen und zu viel Federn lassen. 2014 war ich beim Triathlon erlangen Immerhin als Neunter unter vier Stunden ins Ziel gelaufen. Dass ich dieses Ergebnis während der Vorbereitung auf die doppelten Distanzen und dem geplanten Leistungshoch vier Wochen später nicht toppen können werde, war klar. Welchen Unterschied das aber letztendlich ausmachen würde, war die eigentliche Frage.

 

© stefandrexl.com

Triathlon Mitteldistanz Erlangen: Der wichtigste Test über die halbe Ironman-Distanz bringt einen überraschenden 4. Platz in der Gesamtwertung


 

Mit meiner Tochter war erneut mein Glücksbringer an der Strecke und hat mich nicht nur ordentlich angefeuert sondern mir auch stets die Abstände mitgeteilt. Wie es mir bei der Triathlon Mitteldistanz Erlangen schließlich erging und das man sich manchmal selbst überraschen kann, habe ich in HIER https://dev.sugarandpain.defirst-out-of-water-4-platz-gesamt-laeuft/ in einem weiteren Beitrag versucht etwas in Worte zu fassen. Ich sage nur eines vorweg: „Es kommt erstens anders und zweitens als man denkt!“

 

Dem Groben folgt der Feinschliff für Vichy

Nach spektakulären Schlüsseleinheiten, Verwirrungen und Überraschungen war eine Woche ordentliche Erholung angesagt, um dann noch einmal 12 Tage richtig Gas zu geben. Dabei standen einige herrliche Tage mit Freunden im Zillertal auf dem Programm, die ich für den letzten intensiven Trainingsblock bei optimalen Trainings- und Wetterbedingungen nutzte. Anstatt das Auto nahm ich meine Aeroad bei Sonne und moderaten Temperaturen, um von München nach Stumm ins Zillertal zu fahren. Dabei lies ich mir eine Abstecher über Tegernsee (Cappuccino) https://www.tegernseer-kaffeeroesterei.de und das Valepp hinauf zum Spitzingsee natürlich nicht entgehen. Nach der rasanten Abfahrt vom Spitzingsattel habe ich die verkehrsberuhigte Route über Bayrischzell und den karibikblauen Thiersee nach Kufstein gewählt. Auf der Landstrasse geht’s durch das Inntal wieder hinauf nach Mariastein und die Reintaler Seenplatte bevor man ins Zillertal abbiegt.

 


 

Mit 190 km und 2000 hm macht man hier ordentlich etwas für die Bilanz, der starke Gegenwind im Inntall hat den Trainingseffekt noch zusätzlich verstärkt. Nach einer Zwischenmahlzeit und einem Cappuccino, was sonst, im Landgasthof Linde haben wir uns noch eine kurze und knackige Schwimmeinheit im Freibad Stumm einverleibt. Die restlichen Körner rausballern, um dann ziemlich müde, aber glücklich und zufrieden, mit einem köstlichen Kirschrisotto und viel Salat die Kohlenhydratspeicher für die folgenden Tage wieder aufzufüllen. Danke lieber Thomas für die Extraportion Risotto und den guten Service! Am nächsten Morgen war nüchtern eine Tour zum Zillergrund mit 18 Kilometer Anstieg und einigen Prozenten geplanten, die ich mit einem Lauf entlang der Ziller koppelte. Nach dem Mittagessen und etwas erholung war noch Grundlagenausdauer im 25 m Becken angesagt: 4000 m mit 160 Rollwenden können einem ordentlich den Kopf verdrehen. So war das und so ging dass dann auch weiter.

 

Nach dem langen Weg steigt die Vorfreude

Acht Monate mit tausenden Trainingskilometern liegen hinter mir und jetzt sind es nur noch 7 Tage bis zu meiner ersten Langdistanz und dem Ironman Vichy – Erholung ist endlich angesagt. Nach den vielen Wochen der Belastung ist es schwer still zu halten aber äusserst wichtig, damit sich der Körper von dem vielen intensiven Training erholen kann. Das läßt Raum für viele Gedanken was war und was kommen wird, wer einen auf dem langen Weg treu zur Seite stand und begleitet hat, und wer das auch weiterhin machen wird, ganz egal was kommt. Vor allem denke ich noch weitere zurück, an die vergangenen Jahre in denen meine Kinder immer mehr Spaß am Triathlon gefunden haben und daran, als ich vor 25 Jahren mit Triathlon begonnen haben. Sieben Tage bevor ich mich erstmals auf den neuen Weg über 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen mache, habe ich das Gefühl, das alles einen Sinn ergibt und gar nicht anders kommen konnte. Jetzt genieße ich die letzten Tage und freue mich auf meine erste Langdistanz, bin gespannt und neugierig. Denn manchmal kommt es anders und zweitens als man denkt!

 
Danke meiner Familie, meiner Frau und meiner Kinder, meinen Freunden und allen Unterstützenden, die mich auf dem Weg zu meiner ersten Langdistanz begleiten. Ohne Euch, Eurer Toleranz und Geduld wäre es nicht möglich so ein Projekt erfolgreich umzusetzen.

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MEIN ERSTER IRONMAN – ALLE BLOGS
BLOG #1: Langdistanz-Debüt nach 25 Jahren Triathlon
BLOG #2: Überraschung und Herausforderung: Anmeldung zur ersten Langdistanz
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BLOG #4: Der Weg ist das Ziel ist der Weg – Vorfreude auf die erste Langdistanz
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BLOG #6: Triathlon ist keine Mathematik – Eiserner Wille beim IRONMAN Vichy 2015

DIESER BEITRAG WURDE EBENSO VERÖFFENTLICHT AUF TRI2B.COM
TRI2B Erster Ironman-Blog #1 am 02. Mai 2015
TRI2B Erster Ironman-Blog #2 am 21. Mai 2015
TRI2B Erster Ironman Blog #3 am 11. Juli 2015
TRI2B Erster Ironman Blog #4 am 20. August 2015
TRI2B Erster Ironman Blog #5 am 20. August 2015

WEITERE INFORMATIONEN
Markenwechsel beim Triathlon Vichy
Homepage Ironman Vichy
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Jabra hat mit dem Sport Pulse Wireless seinen neuen hochwertigen Stereo Kopfhörer für Athleten mit hochmoderner Audio-Technologie und Bluetooth ausgestattet. Das High-End In-Ear-Modell mit integrierter biometrischen Herzfrequenzmessung misst jetzt auch den Puls des Anwenders direkt im Innenohr. Während meiner Vorbereitung auf den Ironman und den zahleichen Laufeinheiten habe ich Jabras musikalischen Trainingspartner getestet …

Zum täglichen Einsatz im Training haben die Audioexperten von Jabra ihren Bluetooth-Kopfhörer resistent gegen Schweiss, Wasser und Staub konstruiert. Mit Extremtests wurde der Jabra Sport Pulse Wireless zudem für eine hohe Beanspruchung optimiert. Die Lautsprecher und die Bedieneinheit des Jabra Sport Pulse Wireless sind aus beständigem Edelstahl gefertigt, das Kabel ist kevlarverstärkt und somit besonders reissfest. Anfang des Jahres hat der Sport Pulse Wireless von Jabra immerhin den ISPO Gold Award 2015 erhalten.

Jabra Pulse Sport Wireless mit USB-Kabel, verschieden großen Aufsätzen und Gummistöpsel zur individuellen Anpassung an das Ohr

Jabra Pulse Sport Wireless mit USB-Kabel, verschieden großen Aufsätzen und Gummistöpsel zur individuellen Anpassung an das Ohr

 

Simple Verbindung des Jabra Sport Pulse Wireless mit Dolby Qualität

Der Jabra Sport Pulse Wireless kommt in einer edlen Umverpackung und mit verschiedenem Zubehör. Im Lieferumfang ist eine stabile Hülle enthalten, in der sicher der Kopfhörer gut verstauen lässt, ein USB-Kabel, um den Sport Pulse Wireless zu laden, sowie verschieden große Aufsätze und Gummistöpsel zur individuellen Anpassung an das Ohr. Dadurch sitzt das In-Ear-Modell gut im Ohr, ist gut fixiert und dichte es beinahe vollständig ab. Auf der rechten Seite gibt es eine kleine Bedieneinheit mit Mikro zur Steuerung und kabellosen Verbindung des Jabra Sport Pulse Wireless mit der Jabra Sport App. Völlig unkompliziert lässt sich der 16 Gramm leichte Kopfhörer über Bluetooth mit allen mobilen Endgeräten auf NFC Standart verbinden. Über die Jabra Sport Life App gibt der Kopfhörer alle multimediale Inhalte in Dolby Qualität wieder. Nutzer erstellen zudem ihren individuellen Trainingsplan und bekommen per Sprachansage Informationen zu ihrem Workout in Echtzeit direkt in’s Ohr. Vor Trainingsbeginn wählt man die gewünschte Aktivität, die App trackt dann die Laufstrecke und zeigt die Herzfrequenz (Puls) auf dem Smartphone an. Vor dem Trainingsstart erfolgt ein kurzer Countdown.

Sichtbare und hörbare biometrische Herzfrequenzmessung

Die Messung der Herzfrequenz erfolgt über einen optomechanischen Infrarot-Sensor, der in das Ohrgewebe strahlt und aus der zurückkommenden Lichtstreuung sowie der Beschleunigung des Athleten die Herzfrequenz misst. Die Messgenauigkeit dieser neuen Art der Herzfrequenzmessung ergab bei Tests an der Campell University in North Carolina angeblich eine Übereinstimmung des Jabra Pulse Sport Wireless von 99,2% zu Messergebnissen eines medizinischen Elektrocardiodiagramms. Jennifer Bunn, PhD, Assistant Professor und Direktorin des Department of Exercise Science erklärte, dass „Jabra mit seinen In-Ear-Kopfhörer biometrische Informationen erstmals kombiniert in einem elektronischen Gerät sowohl sichtbar als auch hörbar mache.” Das möchte ich genau wissen und mache einen 10 km Testlauf mit dem Jabra Pulse Sport Wireless. Ergänzend trage ich am Handgelenk den Polar V800, der die Herzfrequenz mit einem Brustgurt misst, um die Trainingsdaten miteinander zu vergleichen.

Druckknopf für den Batteriestatus am Ohrstöpsel des Jabra Sport Pulse Wireless

Druckknopf für den Batteriestatus am Ohrstöpsel des Jabra Sport Pulse Wireless

 

PROS

Ich hatte bisher das Problem, dass In-Ear Kopfhörer meist nach wenigen Kilometern aus dem Ohr gerutscht sind, das natürlich mitunter auch an wakelnden und ziehenden Kabeln gelegen hat. Der Jabra Sport Pulse Wireless sitzt während der gesamten 10 Kilometer und selbst bei schnellen Intervallen fest im Ohr. Ein lästiger Kabelsalat entfällt ausserdem, was sehr angenehm ist. Mit der kleinen Bedieneinheit kann das Smartphone leicht angesteuert werden und auch die Funktionen der Sprachsteuerung genutzt werden, um zwischen Playlisten zu wechseln ohne extra anzuhalten.

CONS

Wer es eher simpel möchte, der kommt mit dem Sport Pulse Wireless nicht drum herum auch das Smartphone zu jeder Trainingseinheit mitzunehmen. Zumindest dann, wenn auch die Herzfrequenz, Strecke und Pace gemessen und aufgezeichnet werden sollen. Andernfalls gibt es bestimmt auch MP3-Player mit Bluetooth-Funktion. Allerdings ist gerade während des Trackings die Ungenauigkeit der Jabra Sport App negativ aufgefallen. Die Strecke war ca. 400 m länger und die aktuelle Laufgeschwindigkeit weichte erheblich von den Werten der Polar V800 ab. Enttäuschender fand ich jedoch die Herzfrequenzmessung. Im Testlauf über 10 km und den direkten Vergleich mit der Polar V800 (Brustgurt) zeigten die Werte der Herzfrequenzmessung des Jabra Pulse Sport Wireless im Durchnitt eine Differenz von 10%. Das ist sehr hoch. Für einen ambitionierten Athleten, der sein Training mit der Herzfrequenz steuert und dokumentiert ist das deutlich zu ungenau und die Trainingsdaten nicht verwertbar. Jabra muss hier noch unbedingt nachbessern, wenn mit dem Sport Pulse Wireless zukünftig eine verlässliche Herzfrequenzmessung möglich sein soll, die zudem eine professionelle Alternative zum Brustgurt sein möchte.

FAZIT

Der Jabra Pulse Sport Wireless sitzt fest im Ohr und drückt nicht, ob bei langen Läufen oder schnellerem Tempo. Endlich keine lästigen Kabel mehr, die am Kopfhörer zerren und ständig umherwackeln. Die Klangqualität ist satt und klar, die Verbindung über Bluetooth einwandfrei. Die Herzfrequenzmessung hat mich nicht überzeugt, daher werde ich persönliche weiterhin den Brustgurt bevorzugen.

FACTS

• Wireless In-Ear-Headset
• Bluetooth
• Dolby-Qualität
• Gewicht: 16 g
• NFC Standart
• IP 55 zertifiziert
• 3 EarWing-Größen
• 4,5 Stunden Musikwiedergabe
• bis zu 10 Tage Standby-Zeit
• kompatibel mit Endomondo, Run Keeper, Map My Run, Strava

UVP

199,99 EUR

MORE INFO

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VIDEO

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Die Triathlon Mitteldistanz Erlangen war meist der Abschluss meiner Triathlon-Saison. Zugleich war das Rennen über die halbe Ironman-Distanz auch stets das Saison-Highlight, das Training und die Vorbereitung waren auf das Finale entsprechend ausgelegt. Erlangen ermöglicht optimale Wettkampfbedingungen und kann seine Teilnehmer oft mit bestem Sommerwetter empfangen. Ideale Voraussetzungen, um am Wettkampftag 100% Leistungen entfalten zu können. Immerhin wurde ich vergangens Jahr Neunter. Das war diesmal allerdings nicht mein Plan, vielmehr sollte die Mitteldistanz ein Formtest für meine erste Langdistanz, den Ironman Vichy werden. Mit diesem Rennverlauf und einem 4. Platz habe ich allerdings nicht gerechnet …

Die Woche vor der Triathlon Mitteldistanz Erlangen am 2. August 2015 war stürmisch und kühl, an ein Radtraining war kaum zu denken. Richtung Wochenende stiegen Temperaturen allmählich wieder und für den Sonntag waren dann sogar Temperaturen bis 30 Grad angekündigt. Das Tapering verlief gut und ich legte mehr Regeneration ein als geplant, um so auch die letzten Tage meiner Vorbereitung für die erste Langdistanz in vier Wochen einmal durchzuspielen. Die Zusammenarbeit mit meinen Physiotherapeuten des Vertrauens, Anderl Ellenrieder und das angepasste Athletiktraining zeigte positive Wirkung – mein Rücken wird von Woche zu Woche besser und ich habe weniger Schmerzen. Vor allem habe ich aber noch einmal meine Ernährung umgestellt, besonders während der Wettkampfwoche und mich auch für eine neue Verpflegungstrategie am Wettkampftag mit ausschließlich Isomaltulose entschieden. Die Triathlon Mitteldistanz sollte schließlich der letzte richtig Test werden, um noch einmal neues auszuprobieren und bewährtes zu verbessern.

 

 

Rituale am Vortag der Triathlon Mitteldistanz Erlangen

Nach einem kurzen Lauf und einer knackigen Schwimmeinheit am Samstag Morgen habe ich mein Bike bei Speed Company abgeholt. Holger hat noch einmal alles akribisch kontrolliert, eine neuen Kette draufgeschnallt und mein Speedmax für den Renntag scharf gestellt. Gleich im Anschluss ging’s nach Erlangen, um so einen entspannten Nachmittag und vor allem nächsten Wettkampfmorgen zu haben. Der Veranstalter belohnt die Abholung der Startunterlagen am Vortag zudem mit der Rückzahlung eines Teilbetrages vom Startgeld. Die Startunterlagen im Sack haben wir uns in der zauberhaften Altstadt von Erlangen in einem netten Cafés bei Cappuccino und Kuchen entspannt. Die Nacht auf Sonntag haben wir uns in einem kleinen Gasthof in Dechsendorf eingemietet, nur fünf Minuten vom Start entfernt,. Nach einem leckeren Risotto am Abend und den rituellen Eisbecher Ben & Jerry’s Cookie Dough war zeitig schlafen angesagt. Eine gewisse Routine und bestimmte Rituale im Ablauf der Rennvorbereitung zu entwickeln, sind hilfreich und geben Sicherheit.

2015 0802 TRI M Erlangen 9x
5:30 Uhr – der Wecker klingelt! Mit ausreichend Zeit und entspannt wollte ich den Tag beginnen. Neben Formcheck und essentiellen Trainingsbaustein sollte die Triathlon Mitteldistanz Erlangen auch ein letzter Test sämtlicher Abläufe der Startvorbereitung werden. Aufgrund der durchwachsenen Woche war erst am Sonntag Morgen klar, dass mit Neoprenanzug geschwommen werden darf. Zwar fühle ich mich selbst als guter Schwimmer im Neoprenanzug etwas wohler, aber ohne dem auftriebsstarken Kälteschutz hätte ich einen größeren Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Um acht Uhr morgens maß das Thermometer 21,0 Grad im Main-Donau-Kanal.

Das gesamte Material, mein Zeitfahrrad und meine Laufsachen waren zügig eingecheckt und es blieb noch ausreichend Zeit die Vereinskollegen in Ruhe zu begrüßen und für einen kurzen Wechselzonen-Smalltalk mit Triathlonfreunden. Eine Stunde vor Start begann ich mit dem Erwärmen: Laufen, Lauf-ABC, Beweglichkeitsübungen und Thera-Band für die erste Disziplin. Anschließend rein in den Neoprenanzug und noch etwas einschwimmen.

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Mit Wasserschatten und Fussmasage ‚First Out Of Water’

Ein lauter Kanonschlag signalisiert pünktlich um 9:05 Uhr unseren Start: Und ab ging die Post! Ich bin aus der Mitte gestartet, um das Feld zu beiden Seiten optimal zu sehen und nicht den Anschluss zu verpassen, falls eine Gruppe abgeht. Ich kam gut weg und hatte mich bereits nach 100 m frei geschwommen. Zu meiner linken Seite, etwa 10 Meter entfernt war ein Schwimmer etwas schneller gestartet. Ich wählte meine Ideallinie so, um an der Biegung des Kanals und vierten Boje dran zu sein. Dem hohen Anfangstempo mußte der Führende bereits nach 500 m Tribut zollen, so dass ich die Spitze übernahm. Das hat mich selbst etwas überrascht. Bis zum Wendepunkt hatte ich freie Bahn, doch auch einen Verfolger, der mir bis zum Ausstieg ordentlich die Füße kraulte. Auch richtig Wasserschatten zu schwimmen will gelernt sein. Wie in jedem Jahr war auf dem Rückweg ordentlich was los durch die vielen Nachzügler der Vorweg gestarteten Kurzdistanz-Triathleten (500 m + 5 min Vorsprung) und von einer Ideallinie keine Spur mehr.

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Kurz vor dem Ausstieg durft ich noch eine Attacke meines Wasserschattens abwehren, der sich wohl nach 1500 m lutschen dann noch selbst für seine Leistung mit dem ‚First Out Of Water’ belohnen wollte. „Spezie, das gehört sich nicht unter Triathleten. Fair geht vor!.“ Nach nur 29 Minuten stieg ich als Erster aus dem Main-Donau-Kanal, begleitet von einem begeistert anfeuernden Publikum. Im Wasser vorne dabei war ich in Erlangen zwar meistens, aber ‚First Out Of Water’ ist mir hier bisher noch nie geglückt.

Erstens kommt es anders und viertens als man plant

Den Neoprenanzug flink abgestreift und in den Beutel gepackt. Radhelm auf, Startnummer dran, Zeitfahrrad gepackt, durch die sehr lange Wechselzone bis zum Radaufstieg gelaufen und aufgeschwungen. Auf meiner ersten Langdistanz wird das sicher etwas weniger hektisch! Nach den ersten 1000 m auf dem Rad war alles eingerichtet und ich fuhr alleine in Begleitung des Führungsmotorrades vorne weg. Motiviert von dem guten Schwimmen habe ich von Beginn an Druck gemacht. Der Plan für den heutigen Tag war eher moderat: Der letzte Test vor meiner ersten Langdistanz war zwar ein hohes Tempo anzulegen, jedoch nicht gleich von Beginn an.

Ich ergriff also die gunst der Stunde und beschloss meinen Plan aufgrund der guten Ausgangslage zu ändern und mein Rennen fortan offensiv zu gestalten. Überraschend war nach 20 km noch kein weiterer Triathlet der Mitteldistanz in Sichtweite. Erst nach 25 km, am ersten Berg kam Bernd Hagen vorbei gerollt und hat mich als Führenden abgelöst. 5 km später hat endlich Vereinskollege Markus Stöhr (SC Prinz Eugen München) aufgeschlossen und zugleich Marco Sahm (IfA Nonstop Bamberg), sowie Matthias Türk (TDM Bamberg) als Verfolger dabei gehabt. Diese Gruppe blieb sodann bis zum Ende der ersten Radrunde zusammen und auch in Begleitung eines Kampfrichters, der ganz genau für die Einhaltung der Windschattenregeln sorgte.

Nach 50 km forcierte Markus das Tempo, denn er wollte den Führenden noch vor dem Wechsel zum Laufen stellen. Wir fuhren im Dreigespann weiter gemeinsam und hielten das Tempo stets hoch. Immer wieder versuchte jeder eine Lücke zu reissen wodurch das Tempo weiter hoch war. Meine Chancen lagen am Berg, wo ich zwar meist einen Abstand von 50 m rausfahren konnte, den meine Begleiter dann aber schnell wieder schlossen.

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Wenn’s mal läuft, dann lässt man’s laufen

Als Dritter bin ich vom Rad abgestiegen und verlor während des Wechsels wieder einen Platz, um mir wie geplant Socken in die Laufschuhe anzuziehen – es war ja schließlich noch immer ein Testwettkampf. 10 Meter hinter Marco Sahm gings an vierter Stelle hinaus auf die Laufstrecke. Meine Beine haben sich trotz der härteren zweiten Disziplin super angefühlt und ich konnte Marco’s Tempo mitgehen. Wir erreichten zum ersten von drei Mal gemeinsam das Stadion. Ebenso geplant bin ich durch die Verpflegungsstelle gegangen, trank etwas Wasser und kühlte mich, um dann wieder zügig weiter zu laufen. Diese Strategie habe ich erstmals an selbem Ort gewählt, als ich einen ausserordetnlich schlechten Tag erwischt. Das hatte sich seitdem auch an guten Wettkampftagen mit guter Tagesform bewährt. Der Abstand zu Marco wurde durch diesen Rhythmus zwar etwas größer, aber ich wollte an der Strategie trotz aussichtsreichem Rennverlauf beibehalten – schließlich galt es noch einen Halbmarathon bei über 30 Grad zu meistern. Ein weiterer Grund war die neue Ernährungsstrategie – während des gesamten Rennens nahm ich ausschließlich Flüssigkeit mit Isomaltulose zu mir – und das Risiko auf den letzten Kilometer einzubrechen wäre sonst einfach zu groß.

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Markus Stöhr hatte sich mittlerweile auch einen ordentlichen Vorsprung auf Bernd Hagen herausgelaufen, der allerdings verletzungsbedingt das Rennen nach 10 km vorzeitig beenden musste. Am letzten Wendepunkt war sein Vorsprung acht Minuten und sollte reichen, um auf den verbleibenden 4 km einen Gang runter zu schalten. Nach dem Wendepunkt kam mir Robert Gößwein schon deutlich früher entgegen. Das Tempo des starken Läufers war mir während der gesamten 21 km aufgefallen und es eng werden würde, die 3. Position halten zu können.

Schmerz und Stolz dank starker Konkurrenz

Drei Kilometer vor dem Ziel war ich im ‚Tunnel’, allmählich schwanden meine Kräfte, die Hitze und der fehlende Wind im Kiefernwald machten es nicht leichter. Ich konzentrierte mich auf die Lauftrechnik und trank an den letzten beiden Verpflegungen etwas Iso und mehr kühles Wasser, um nichts mehr anbrennen zu lassen. Den Überblick meiner Verfolger habe ich bei den vielen Läufern im Wald verloren. Mit der letztmaligen Überquerung des Main-Donau-Kanals konnte ich das nur noch 1000 m entfernte Stadion wieder sehen und das Adrenalin sorgte für einen letzten Erngieschub – die Euphorie wuchs. Ich bog in das Stadion, ein kurzer Blick zur Sicherheit zurück, und konnte nicht fassen, was hier und heute nach 2 km Schwimmen, 84 km Radfahren und fast 21 km Laufen abgelaufen war. Ich hatte mit allem gerechnet, aber nicht auf der Triathlon Mitteldistanz Erlangen während der Vorbereitung auf meine erste Langdistanz unter den TOP 5 zu finishen. Von einem begeisterten Publikum empfangen, habe ich nach 4:03 Stunden als Vierter glücklich die Ziellinie überquert. Unfassbar, Läuft, ich bin aufgelöst und muss das erst einmal sacken lassen!

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Gesagt und dann sogleich geschehen, haben mich meine Beine keinen Meter mehr weiter getragen und sind weggesackt. Zum Glück standen Marco und Markus im Zielbereich bei mir und haben mich sofort mit kühlem Wasser versorgt. Was für ein Tag, was für ein Rennen, welch großartige Sportsfreunde? Ohne einer starken Konkurrenz mit solch beeindruckenden Leistungen – dem verdienten Sieger, Markus Stöhr, dem Zweiten, Marco Sahm und Robert Gößwein auf dem 3. Platz, hätte ich mich wohl nicht so geschunden. Danke für die vielen Zusprüche auf der Strecke. Weil der Schmerzt vergeht und der Stolz!

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Mit seiner geographischen Lage, einer vorbildlichen Organisation und optimalen Strecken ist die Triathlon Mitteldistanz Erlangen die goldene Mitte des Triathlons. Die einwandfreie Organisation, die Vielzahl an hoch motivierten und freundlichen Helfern und das begeisterungsfähige Publikum erleichtern den Kampf gegen die Hitze und die Zeit. Ein perfekter Wettkampf mit zudem günstigen Startgeld für einen Saisonhöhepunkt und auch Formtest. Jetzt bleiben mir noch vier Wochen um das zu verdauen und mich nach verdienter Regeneration dem letzten Trainingsblock zu widmen, bevor dann das Tapering beginnt. Der Ironman Vichy kann kommen!

Beinahe zeitgleich hat Simon Drexl im oberbayerischen Flintsbach die Bayerische Triathlon Meisterschaft 2015 in der Jugend A für sich entscheiden. Der Wahnsinn!

ERGEBNIS
Triathlon Mitteldistanz Erlangen 2015

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ERSTER IRONMAN BLOG
BLOG #1: Langdistanz-Debüt nach 25 Jahren Triathlon
BLOG #2: Überraschung und Herausforderung: Anmeldung zur ersten Langdistanz
BLOG #3: Fifty Shades of Tri – Keeping the Balance

Danke an meine Familie, besonders an meine Frau, und meinen Freunden, die mich auf dem Weg zu meiner ersten Langdistanz begleiten und unterstützen. Ohne Eurer Toleranz und Geduld wäre es nicht möglich so ein Projekt erfolgreich umzusetzen.

… swim, bike, run – eat, sleep, repeat! Ehe ich mich versehe, sind es gerade einmal noch 50 Tage bis zu meiner ersten Langdistanz und jetzt ist die richtige Balance entscheidend. Es ist viel passiert in den letzten Wochen und Monaten. Unzählige Trainingseinheiten und jede Menge Cappuccino, drei Wochen fasten, zwei Trainingslager und die ersten Rennen sind auf meinem Weg zum Ironman Vichy absolviert: Ein neuer Blog ist also längst überfällig!

Wir befinden uns Mitten in der europäischen Triathlonsaison und während die letzten Vorbereitungen auf den Challenge Roth laufen, jagt ein großes Highlight das Nächste: Jan Frodeno hat in Frankfurt erstmals einen Ironman gewonnen und Marino Vanhoenacker seinen siebten Streich in Klagenfurt vollbracht. Während ganz Europa unter einer Omega-Wetterlage mit Rekordtemperaturen schwitzt, werden die Triathleten nervöser und die Fingernägel immer kürzer. Spekulationen über Neoverbote und Wettkampfverkürzung, wie zuletzt beim Challenge Vichy 2011, ja sogar über Rennabbruch werden während der Taperingphase und den letzten Trainingseinheiten der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung angeheizt. Ich habe zum Glück noch fast acht Wochen bevor ich schließlich selbst am Start meiner ersten Langdistanz beim Ironman Vichy stehe.

Setzt man sich neben Beruf und Familie ernsthaft mit den Anforderungen einer Langdistanz auseinander, so werden einem schnell der zeitliche Aufwand für das viele Training und die erforderliche körperliche Fitness bewußt. Der Formaufbau für eine Triathlon-Langdistanz in individueller Topform ist ein Prozess der normalerweise über Jahre erfolgt. Langfristig betrachtet sind die zurückgelegten Trainingskilometer und -stunden ein wichtiges Erfolgskriterium, Für ambitionierte Freizeitsportler ist das meist eine ganz besondere Herausforderung und verlangt viel Geduld, Ruhe und Toleranz von dessen persönlichem Umfeld. Entscheidend ist es die richtige Balance zu finden – denn die Dosis macht das Gift! So ein Projekt zu meistern, erfordert in der Regel eine erhebliche Anzahl an Trainingsstunden und am besten sogar einen Trainer für die Trainingsplanung, der den Trainingsverlauf im Auge behält, um am Tag X perfekt vorbereitet, gesund und hundert Prozent fit zu sein.

Unser täglich Brot und das Lebensgefühl als Triathlon-Profi

Wer mich kennt, der weiß, dass ich leidenschaftlich gerne und viel trainiere. Auch nach 25 Jahren Triathlon hat sich das nicht geändert. Aber nur das optimale Gleichgewicht von Alltag, Training und Erholung bilden die optimale Voraussetzung für einen nachhaltigen Leistungsaufbau und den Erhalt von Motivation und Gesundheit. Die Balance zu schaffen war nicht immer einfach, aber mittlerweile habe ich das gut im Griff. Natürlich ist es ein riesiges Privileg, dass ich meine sportliche Leidenschaft und Faszination für Triathlon auf eine besondere Art und Weise auch mit meinem Beruf verbinden konnte. Seit fast zwei Jahrzehnten verdiene ich mein „täglich Brot“ zwar nicht als Profi-Triathlet mit meinen sportlichen Leistungen, sondern vielmehr durch das Coaching von Triathleten verschiedener Altersgruppen und Leistungsstufen sowie als Autor und Redakteur mit dem Schreiben von Fachartikeln, Reportagen, Interviews und Portraits. Ich bin im Triathlon und in dieser Subkulturen selbst zu Hause, kenne die Strukturen, Gesetzmäßigkeiten und verstehe die Individuen, ihre Emotionen und kann das Lebensgefühl glaubwürdig wiedergeben. So gesehen, bin ich doch fast auch ein Triathlon-Profi.

Organisation im Triathlon erhält die Balance

Alleine die Tatsache, dass meine Frau und mittlerweile auch unsere Kinder seit einigen Jahren erfolgreich im Triathlon zu Hause sind, erleichtert mir einiges. Das war natürlich nicht immer so. Noch während des Studiums kamen unsere zwei Kinder zur Welt und das war schlicht und einfach nicht mit meinen sportlichen Ambitionen vereinbar. Zwar war Training zu dieser Zeit möglich, an Leistungssport oder Wettkämpfe war jedoch nicht zu denken. Wer jedoch einmal Leistungssport gemacht, der weiß, dass es irgendwann wieder kribbelt, einen die Motivation packt und man wieder ernsthafter zu trainieren beginnt. Hat man schließlich wieder ein bestimmtes Leistungsniveau erreicht, dann möchte man’s auch wieder ganz genau wissen und ist bereit mehr Zeit zu investieren. In all den Jahren haben wir viele Erfahrungen gesammelt und an richtiger Planung und Organisation dazugelernt. Von der gewonnenen Routine unseres „Triathlon Life Balance“ können wir heute profitieren, ohne dass dabei die Qualität im Beruf und unser soziales Leben auf der Strecke bleiben. Eine Cappuccino geht immer. Denn gerade im Frühjahr und Sommer starten unsere Tage früh, durch das Training auf meine erste Langdistanz noch einmal etwas früher: 25 Stunden Training und 12 Trainingseinheiten pro Woche mit 400 km auf dem Rad, 20 km im Wasser und 60 – 80 km Laufen wollen schließlich irgendwie untergebracht werden!

Aus der Trainings-Monotonie in den Renn-Modus: Saisonauftakt mit Kienle und Bracht

Nach zwei wunderbaren Trainingslagern mit Freunden in der Toskana und mit meiner Frau am Gardasee standen schon die ersten Triathlon-Rennen an, die endlich Abwechslung in den monotonen Tagesablauf brachten. Es war Zeit erstmals die Form zu testen und dafür reisten wir ins badische Forst. Für meinen Sohn war der erste Stop des DTU Jugend Cup auf dem Plan und so nutzte ich die Gelegenheit um am Heidesee Triathlon über die Kurzdistanz zu starten. Für den Saisonauftakt war das Starterfeld jedenfalls spektakulär: Mit dem Deutschen Meister 2014 der Langdistanz, Timo Bracht und Sebastian Kienle, Hawaii Sieger und Ironman Weltmeister 2014 am Start. Ein Highlight der Saison 2015 mit Seltenheitswert. Als Redakteur hatte ich die beiden Triathlon Profis schon des Öfteren zum Interview, gemeinsam an der Startlinie war allerdings Premiere. Im Wasser rechnete ich mir zugegebenermaßen noch leichte Chancen aus und kam immerhin gemeinsam mit Sebi zum ersten Wechsel. Wir stiegen auch noch zusammen auf’s Rad, was aber dann geschah, brauche ich wohl nicht weiter ausführen: OFF and AWAY he was! Das lag sicher nur an meinen noch etwas müden Beinen vom vielen Training der vergangenen Wochen. Immerhin reichte meine Leistung, um den zweiten Platz hinter Timo Bracht zu belegen … in der Altersklasse! … mit fast zehn Minuten Rückstand! Der Tagessieg des Heidesee Triathlon 2015 ging an Hawaii Sieger Sebastian Kienle vor Timo. Spektakulär war Frederic Funk, der den Profis erst davon schwamm und auch auf dem Rad auf Augenhöhe war. Der Junior des Bayerischen Triathlon Kaders wurde sensationeller Dritter mit nicht einmal drei Minuten Rückstand auf Kienle.

ALPEN TRIATHLON 2015:  Stefan Drexl als Siebter raus aus dem Schliersee und rauf auf's Rad - im Hintergrund das Ziel: Der Spitzingsattel

ALPEN TRIATHLON 2015: Stefan Drexl als Siebter raus aus dem Schliersee und rauf auf’s Rad – im Hintergrund das Ziel: Der Spitzingsattel

Die härteste Triathlon Kurzdistanz

Die zweite Station der jungen Saison 2015 waren vier Wochen später die bayerischen Berge. Eher kurzfristig und aus dem Training heraus hatte ich mir zum fünften Mal in 25 Jahren den Sixtus Schliersee Alpen Triathlon vorgenommen. Die härteste Kurzdistanz mit dem legendären Ritt über den Spitzingsattel nach 1,5 km Schwimmen und über 30 Kilometer auf dem Rad bereitet stets Schmerzen. Spätestens beim 11,5 km langen Crosslauf durchs Valepp und um den Spitzingsee. Warum ich mir das antue? Das kann ich ganz einfach beantworten: Ich tu es mir nicht an – ich liebe es einfach! Dazu gibt’s HIER einen ausführlichen Bericht …

ERSTER IRONMAN / BLOG #3: Fifty Shades of TRI - Keeping the Balance! The Next Generation Triathlon macht den Sieg unter sich aus:  Fabian Kraft und Simon Drexl am Rothsee

ERSTER IRONMAN / BLOG #3: Fifty Shades of TRI – Keeping the Balance!

Duell der Triathlon-Generationen: Dieselmotor gegen Raketenantrieb

Nach Heidesee und Schliersee war Rothsee an der Reihe – das Triathlon-Spektakel mit der Sprintdistanz am Samstag. Es stand erneut eine Premiere an, die für mich als Vater etwas ganz Besonderes bedeutete: Unser erstes Vater-Sohn-Duell im Triathlon. Ganze 16 Jahre hatte ich mich darauf vorbereitet, mental und körperlich, all die Jahre hart trainiert, mich wie einst Rocky zurück zu alter Form gekämpft, die Ernährung umgestellt, jedes Gramm Körperfett gezählt und neue Trainingsmethoden ausprobiert. Jetzt endlich war der Tag der Tage gekommen – und ging auch ganz kurz und! Schmerzlos vorbei! Die erste Hälfte der 750 m war ich noch optimistisch, bis zur ersten Boje sind wir immerhin noch gemeinsam geschwommen – doch dann war die Lücke da. 15 Sekunden Abstand nach meinem Sohn kam ich aus dem Wasser, weitere 30 verlor ich im Wechsel. Auf dem Rad längst nicht so spritzig, wuchs mein Rückstand auf über eine Minute zu den jungen Triathlon Raketen. Endlich auf Touren kam der „Dieselmotor“ eim abschließenden Laufen. Für eine Sprintdistanz allerdings zu spät, denn da war bereits das Ziel. Das erste Vater-Sohn-Duell endete 0:1 – absolut verdient! Im Ergebnis waren es gesamt der 3. und 6. Platz, in den jeweiligen Altersklassen beide Mal das Podium mit Platz 2 in der Jugend A und Platz 3 im Sprint der Männer. Das Ergebnis war an diesem Tag eher Nebensache für mich. Was soll ich sagen? Es macht mich einfach unglaublichen glücklich und Stolz mit welcher Begeisterung mein Sohn Triathlon macht und dass wir diese Leidenschaft teilen dürfen. Es zeigt mir, dass wir im Grunde alles richtig gemacht haben.

ERSTER IRONMAN / BLOG #3: Fifty Shades of TRI - Keeping the Balance! Stefan Drexl auf der Verfolgung: Der "Diesel" kommt auf Touren …

ERSTER IRONMAN / BLOG #3: Fifty Shades of TRI – Keeping the Balance!

Triathlon, die drei Disziplinen, das Training und der Wettkampf haben einen unantastbaren Stellenwert in meinem Leben. Dass meine ganze Familie und eine Großteil unserer Freunde mit dieser faszinierenden Sportart und dem besonderen Lebensstil verwurzelt sind, ist ein wahres Glück. Dennoch legt jeder Wert auf ein Leben abseits unseres wunderbaren Sports, um nicht völlig zum Sozialzombie zu verkommen. Ich freue mich daher auch jedes Jahr wieder auf die ruhige Zeit nach der Saison, auf Wellenreiten am Atlantik und die verschneiten Berge mit dem Snowboard. Anders, aber auch verrückt!

Wir sehen uns: Keep on Swimming, Cycling and Running – and keep the Balance!

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MEIN ERSTER IRONMAN – ALLE BLOGS
BLOG #1: Langdistanz-Debüt nach 25 Jahren Triathlon
BLOG #2: Überraschung und Herausforderung: Anmeldung zur ersten Langdistanz
BLOG #3: Fifty Shades of Tri – Keeping the Balance
BLOG #4: Der Weg ist das Ziel ist der Weg – Vorfreude auf die erste Langdistanz
BLOG #5: Kein zurück mehr, jetzt zählt’s – Sugar and Pain!
BLOG #6: Triathlon ist keine Mathematik – Eiserner Wille beim IRONMAN Vichy 2015

ALLE BEITRÄGE ZU MEINER ERSTEN LANGDISTANZ WURDEN EBENSO VERÖFFENTLICHT AUF TRI2B.COM
TRI2B Erster Ironman Blog #3 am 11. Juli 2015

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WEITERE INFORMATIONEN
Markenwechsel beim Triathlon Vichy
Homepage Ironman Vichy
Homepage Ville Vichy
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Bei optimalen Wetterbedingungen waren fast 500 Ausdauersportler aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Spanien und sogar Kanada am Samstag, 13. Juni 2015 beim Sixtus Schliersee Alpen Triathlon gestartet, um die schnellste Triathletin und den schnellsten Triathlet hinauf zum Spitzingsee zu ermitteln.

Die 28. Auflage des Alpen Triathlon wollte ich mir im Rahmen meiner Vorbereitung auf die erste Langdistanz nicht entgehen lassen und habe mich kurzfristig für einen Start über die legendäre und wohl härteste Kurzdistanz entschieden. Mit dabei war auch ein Team des Regionalfernsehen Oberbayern (RFO), welches die Triathleten auf den spektakulären Wettkampfstrecken mit der Kamera begleitet hat. Mittendrin im spannenden Geschehen, hautnah und dennoch unbemerkt entstand der Videobeweise mit dem Alpen Triathlon Video. Mein gelber Helm und die gelben Schuhe von MAVIC waren wohl ein idealer Eyecatcher und beliebtes Motiv für das RFO-Team auf der Radstrecke. Schön zu sehen sind mein Schwimmausstieg und der Wechsel auf die Laufstrecke.

Hier der Link zum Alpen Triathlon Video

VIDEO SIXTUS SCHLIERSEE ALPEN TRIATHLON 2015

Die Moderation des Alpen Triathlon Video und der Schnitt wären noch etwas ausbaufähig und könnten damit authentischer und spannender umgesetzt werden, um so der Sportart gerecht zu werden und mehr Menschen für Triathlon zu begeistern.

Das Alpen Triathlon Video ist eine schöne persönliche Erinnerung an einen großartigen Wettkampf: Sixtus Schliersee Alpen Triathlon 2015

MEIN BERICHT zum SIXTUS SCHLIERSEE ALPEN TRIATHLON 2015

Die Siege des Sixtus Schliersee Alpen Triathlon 2015 gingen an Julia Viellehner bei den Frauen und an Thomas Steger vom Pewag Racing Team. Erstmals fiel der Startschuss des Sixtus Schliersee Alpen Triathlon 2015 um 14.00 Uhr. Neu war auch die zweite Wechselzone unterhalb der Taubensteinbahn unmittelbar am Spitzingsee. Der Sixtus Schliersee Alpen Triathlon ist zum zweiten Mal auch Teil der deutsch-österreichischen Triathlon-Serie „AlpenASS”, zu der auch der Chiemsee Triathlon, der Trumer Triathlon und der Transvorarlberg Triathlon zählen.

Am Samstag, 13. Juni 2015 rockten einige wilde Jungstars der Triathlonszene und fast 500 ambitionierte Triathleten den Sixtus Schliersee Alpen Triathlon mit einem heißen Ritt auf den Spitzingsattel. Nach dem Saisonauftakt über die Kurzdistanz beim DTU Cup in Forst habe ich mich kurzfristig entschlossen an der wohl härtesten Kurzdistanz im Triathlon teilzunehmen und die spektakulären Wettkampfstrecken als knackige Trainingseinheit und einen idealen Formtest zu nutzen.

Für seine faszinierende Kulisse in den bayerischen Voralpen und der legendären Rad- und Laufstrecke ist der Alpen Triathlon unlängst bekannt Das hat sich mittlerweile nicht nur in Europa sondern bis über den Atlantik rumgesprochen, denn es stand bereits die 28. Auflage der traditionellen Kurzdistanz an. Welch ein Pass, was für eine Rampe! Nach dem und den ersten 30km auf dem Rad erreicht man die Spitzingstraße. Von nun an geht es nur noch bergauf: 3,5 Kilometer lang, 360 Höhenmeter, keine Kehren oder flachen Abschnitte, maximale Steigung 14 Prozent!

Fast 500 Triathleten aus ganz Deutschland, Österreich, Frankreich, Spanien und sogar Kanada waren bei optimalen Wetterbedingungen pünktlich um 14 Uhr zum Start am Schliersee gekommen. Darunter waren Kurzdistanzspezialisten, Elite- und Profi-Triathleten, wie der Altenfurter Tobias Heining, Thomas Steger vom Pewag Racing Team oder Christian Jais, die das Zeug für einen starken Gipfelsturm haben. Erstmals am Schliersee und überhaupt am Start eines Triathlons, war auch Jan Wolfgarten, der Schwimmtrainer von Ironman-Hawaii-Sieger Sebastian Kienle. Der ehemalige Leistungsschwimmer und Europameister möchte nun selbst in den Triathlon einsteigen und feierte somit beim Sixtus Schliersee Alpen Triathlon sein Debüt. Wenn der Spitzing ruft ist auch Langlaufspezialist Peter Schlickenrieder am Start, der manchem ambitionierten Triathleten wieder einmal klar gemacht hat, wie man einen Berg bezwingt.

 

Der Alpen Triathlon als perfekten Trainingseffekt

Eher kurzfristig habe ich mich eine Woche zuvor zum Start beim Sixtus Schliersee Alpen Triathlon entschlossen. Die späte Anmeldung bescherte mir Startnummer 15 Voll im Training auf meine erste Langdistanz, ohne entsprechender Vorbereitung und Erholung stand für mich zum fünften Mal in 25 Jahren Triathlon der heiße Ritt auf den Spitzingsattel auf dem Trainingsplan. Dennoch erhoffte ich mir natürlich einen schönen Wettkampf vor einer faszinierenden Kulisse und einen perfekten Trainingseffekt für meine Vorbereitung auf den Ironman Vichy in 75 Tagen. Wettkampf ist Wettkampf, da möchte man stets sein Bestes geben. Die ungewöhnliche späte Startzeit für einen Triathlon erforderte eine entsprechend Tagesplanung. Zu einer Tageszeit, wenn andere bereits wieder müde werden, galt es fit am Start und Ufer des Schliersees zu stehen. Also musste auch die Ernährung am Wettkampftag richtig geplant sein und ich entschied mich für eine lockere Laufeinheit nach einem ersten kleinen Frühstück, etwas Lauf ABC und ein paar kurzen Steigerungen. Dadurch waren die Kohlenhydratspeicher wieder leicht abgeschöpft und das Fenster für ein leichtes, kohlenhydratreiches Frühstück geöffnet, um die Speicher noch einmal randvoll zu machen.

 

Geduld und Stehvermögen – wichtige Qualitäten beim Alpen-Triathlon

Beim Sixtus Schliersee Alpen Triathlon mit seinem knapp 4 Kilometer langen Anstieg und der durchschnittliche 10 Prozent Steigung hinauf zum Spitzingsee kommt es auf besondere Qualitäten an. Entscheidend ist es nicht zu früh die Körner zu verschießen und möglichst energiesparend aber dennoch zügig den Spitzingsattel zu erklimmen, um noch genügend Spritzigkeit für die selektive Laufstrecke in den Beinen zu haben. Geduld war angesagt, um sich nicht von Attacken verleiten zu lassen. Die Wetterbedingungen waren ideal: Hitze, Temperaturstürze, ja sogar Schnee gab es hier bereits in der Vergangenheit. Ein kurzer Regenschauer während des Check-In’s sorgte zwar für etwas Erfrischung aber rechtzeitig zum Start lockerte die Bewölkung wieder auf und Sonne kam wieder raus. Vor allem aber stark böiger Wind sollte den Rennverlauf bestimmen und sorgte gleich zu anfangs für eine etwas längere Schwimmeinheit. Eine Boje hatte sich wohl leicht verlagert, denn mein Polar V800 zeichnete eine Schwimmstrecke von mehr als 1,7 km statt der 1500 Meter auf, was auch die Schwimmzeiten belegten. Der Wellengang und Gegenwind ab dem zweiten Drittel des Dreieckskurses erschwerten die Wassereinheit zusätzlich. Nicht desto trotz waren die Bedingungen für alle gleich. Doch halb so wild, was die erst Disziplin betraf, jetzt erst einmal von Anfang an!

 

First out of the Water beim Triathlon-Debüt

Der Schwimmstart verlief für mich gewohnt problemlos und ich konnte mich schnell vom Feld absetzen – zumindest auf meiner Seite des Startfeldes, denn die Favoriten mit Jan Wolfgarten waren rechts gestartet. Von beiden Seiten schwammen wir somit auf die erste Boje zu, doch mein Abstand zur Führungsgruppe betrug da bereits gute 15 Meter, um im Wasserschatten gegen die nun von vorne kommenden Wellen und den Wind zu schwimmen. Ich schwamm also alleine, mit zwei Triathleten im Schlepptau und schlechter Sicht bis zur zweiten Wendeboje. Auf dem Weg zum Ausstieg konnte ich mich schließlich absetzen und noch zwei Schwimmer überholen. In der Folge stieg ich als Siebter aus dem Schliersee und auf’s Rad. First out of Water bei seinem Triathlon-Debüt war Jan Wolfgarten, womit bei einem Schwimmeuropameister durchaus zu rechnen war. Mit 2:14 Minuten war mein Rückstand doch nicht so groß wie erwartet. Das mag wohl an der fehlenden Erfahrung im Freiwasser und herausfordernden Orientierung von Jan gelegen haben. Ähnlich erging es an gleichem Ort und im selben Rennen in den 90er-Jahren dem Olympiasieger Michael Gross. Nach einem guten Schwimmen ging’s dann auf dem Rad schnell zur Sache und nach nur 5 Kilometern einrollen bereits in den ersten Anstieg Richtung Wörnsmühle.

Berg-Spezialisten und Flachland-Tiroler

Viel Bergtraining in den Dolomiten und lange Trainingseinheiten bei heißen Temperaturen und gegen den Wind am Gardasee standen während der vergangenen Wochen auf meinem Plan. Ob die geringe Erholung und Spritzigkeit für die kurzen und knackige Strecke des am Samstag gegeben war, wurde mir nach den großen Umfängen schnell beantwortet. Die Radstrecke des Alpen Triathlon ist für Bergspezialisten und wer hier als erster am Spitzingsattel ankommen und ganz oben auf dem Stockerl stehen möchte, der ist für diesen Tag optimalvorbereitet und gut erholt. Keines von beidem traff an diesem Tag auf mich zu und zeigte mir die erste Steigung bereits meine heutigen Grenzen auf. Auf den Bergabpassagen und im Flachen hingegen konnte ich ordentlich Druck machen. Was folgte war ein überholt werden und überholen auf der bergigen Radtrecke. In Fischbachau hatte ich meinen Abstand vom Schwimmen zu Jan Wolfgarten gut gemacht und konnte ihn mit einem kurzen „Servus“ überholen. Nur wenig später ging es dann schon links weg und hinauf zum Spitzingsattel. Spätestens hier standen Flachland-Tiroler vor einer großen Herausforderung, wer hier überzockte, der sollte es auf der Laufstrecke bitter bereuen.

Jäger oder Gejagter

Dieser Herausforderung haben sich auch der mehrfache österreichische Meister Franz Höfer, genauso wie der Wolfgangsee-Challenge-Gewinner Maxi Kirmeier, der Altenfurter Tobias Heining und kurzfristig auch Thomas Steger, Pewag Racing Teamkollege von Faris Al-Sultan und Marino Vanhoenacker gestellt. Mit der Vorjahressiegerin und frisch gekürten Bayerischen Meisterin über die Sprintdistanz, Renate Forstner war bei den Frauen zu rechnen, die mit Julia Viellehner eine kurzfristig starke Herausforderin bekam. Julia Viellehner, erst vor einer Woche im Kraichgau mit dem Sieg ihrer Altersklasse und der Qualifikation für die Ironman 70.3 World Championships in Zell am See belohnt, wollte den Alpen Triathlon als „Trainingseinheit und kleine Laktatdusche nutzen“, wie sie mir beim Check-In erzählte. Es lässt sich jedoch immer schwer vorhersagen, wer hier wen jagen wird und das verspricht Spannung pur, wer wohl als Erster den Spitzingsattel erreichen wird.

Tour de France-Stimmung am Spitzingsattel

Dank meiner Erfahrung von fünf Starts beim Alpen-Triathlon bin ich den Spitzingpass von Beginn an moderat angefahren und habe eine hohe Trittfrequenz gewählt. Im mittleren Teil folgte die maximale Steigung mit 14 Prozent, die ich im Wiegtritt nahm. Im verbleibenden Anstieg konnte ich mehr Druck machen und auf 1.129 Höhenmetern wurden wir Triathleten dann von einer begeisterten Zuschauermenge und einer Stimmung wie bei der Tour de France empfangen. Die letzten Meter wird man regelrecht hinauf gejubelt und so nach 3,8km und 15 Minuten bergaufwärts mit einem kurzen Traumblick in Richtung Valepp für die Strapazen belohnt. Auf der ein Kilometer kurzen Abfahrt zum Spitzingsee und der zweiten Wechselzone hieß es runter vom Rad, rein in die Laufschuhe und wieder raus auf die Laufstrecke.

Über Almwiesen und randvoll mit Milchsäure um den Spitzingsee

11,3 Kilometer Laufen ins Valepp und rund um den Spitzingsee lagen noch vor mir. Nach der langen Bergauffahrt ganz sicher kein Zuckerschlecken und etwas länger als geplant. Der zweite Wechsel lief reibungslos und ich konnte schnell meinen Laufrhythmus finden. Nicht zu flott und überraschend locker lief es bergab zur Albert-Link-Hütte, gefolgt von einem Anstieg und der ersten Schleife über einen Höhenweg zurück zum Spitzingsee. Ich konnte wieder Platz für Platz und ebenso Zeit gutmachen. Jedoch bemerkte ich auch schnell, dass ich heute nicht in der Lage war das Tempo über die kompletten 2,5 Runden um den Spitzingsee zu halten. Das Gefälle über die unebene Almwiese vorbei an den weidenden Kühen ließ meine hintere Oberschenkelmuskulatur verhärten, so dass ich die Schrittlänge im weiteren Verlauf verkürzen musste. Ausreichend Zeitpolster zu den Verfolgern und keinen Vordermann mehr im Blick versuchte ich meine Pace zu halten.

Die Laufstrecke wurde ziemlich voll als man nach der ersten Seerunde die langsameren Triathleten überrundete. So wusste ich zu diesem Zeitpunkt nicht an welcher Position ich lief. Die letzte Runde war hart, die Muskeln auch und ziemlich leer. Ich hatte das Gefühl dass mir die Milchsäure bis „Oberkante Unterlippe“ stand, was gewiss nicht an den vielen Milchkühen auf der Laufstrecke lag. Die letzten Meter in’s ersehnte Ziel ging es noch einmal bergauf und nach 2009, 1994, 1992 und 1991 war ich dann zum fünften Mal in 25 Jahren glücklicher Finisher der wohl spektakulärsten Kurzdistanz im Triathlon. Mit Startnummer 15 war das der 15. Platz bei den Männern und Platz 3 in der Altersklasse – eine Punktlandung. Echtes Gipfelglück! Das war mein bestes Ergebnis beim Sixtus Schliersee Alpen Triathlon seit meiner Zeit als Junior. „Wie das Rennen wohl mit Startnummer 5 gelaufen wäre?“, nur ein flüchtiger Gedanke bevor ich mich wie alle tapferen Triathleten traditionell mit dem legendären Kaiserschmarrn belohnte. Reichlich verdient und wohl die beste Zielverpflegung, um die geleerten Kohlenhydratspeicher wieder schnell und schmackhaft zu füllen.

Nach dem Alpen Triathlon heißt es jetzt für mich aber erst einmal regenerieren, um für den nächsten Trainigsblock ordentlich erholt zu sein!

Die Siege des Sixtus Schliersee Alpen Triathlon 2015 gingen an Julia Viellehner bei den Frauen und an Thomas Steger vom Pewag Racing Team. Erstmals fiel der Startschuss des Sixtus Schliersee Alpen Triathlon 2015 um 14.00 Uhr. Neu war auch die zweite Wechselzone unterhalb der Taubensteinbahn unmittelbar am Spitzingsee. Der Sixtus Schliersee Alpen Triathlon ist zum zweiten Mal auch Teil der deutsch-österreichischen Triathlon-Serie „AlpenASS”, zu der auch der Chiemsee Triathlon, der Trumer Triathlon und der Transvorarlberg Triathlon zählen.

VIDEO SIXTUS SCHLIERSEE ALPEN TRIATHLON 2015

WEBSITE SIXTUS SCHLIERSEE ALPEN TRIATHLON 2015

ERGENBISSE SIXTUS SCHLIERSEE ALPEN TRIATHLON 2015

Als leidenschaftlicher Trekker stand Marco Steinhilber schon oft vor der Herausforderung einer optimalen Energieversorgung. Gewöhnliche Energie-Snacks „verpufften“ schon nach kurzer Zeit, die Leistung sank weiter, und die nächste energieliefernde Mahlzeit lag noch in stundenlanger Entfernung. Als Lebensmitteltechnologe nahm er sich dieses Problems einfach selbst an: Steinhilber gründete Innosnack, entwickelte fortan nach völlig neuer Rezeptur seine eigenen Energieriegel und erhielt dafür prompt den ISPO AWARD 2015. Sein Geheimnis: Isomaltulose, ein gesunder und niedrig glykämischer Zucker. Wie er auf die Idee mit dem Zucker der Zukunft kam, was Isomaltulose so einzigartig macht, hat mir der sympathische Münchener im Interview erzählt.

Wie kommt man bei der aktuellen Flut neuer Nahrungsergänzungsmittel und Müsliriegel auf die Idee, einen weiteren Energieriegel zu entwickeln und auf den Markt zu bringen?
Wir bieten ja nicht nur Riegel an und differenzieren uns durch eine saubere Zutatenliste und den hundertprozentigen Ersatz herkömmlicher Zuckerarten durch Isomaltulose. Unsere Produkte sind alle vegan, gluten- und lactosefrei sowie frei von Zusatzstoffen. Ja, Riegel gibt es wie Sand am Meer, warum braucht die Welt also den 1001. Riegel? Ganz einfach: weil dieser revolutionär ist. Bislang gab es keine Mischung, die nur aus Isomaltulose und nahrhaften Körnern und Mandeln bestand. Die meisten Riegel sind ähnlich aufgebaut: eine Zuckerart als Bindemittel und weitere Zutaten wie Cerealien oder Trockenfrüchte. Die meisten Zuckerarten sind jedoch schnell verbraucht oder schlecht verträglich. Bei Isomaltulose ist das anders, da die Spaltung langsamer erfolgt. So haben wir nicht nur die Performance, sondern auch die Versorgung mit wichtigen Nährstoffen, wie beispielsweise mehrfach ungesättigte Fettsäuren und Mineralien. Ich setze darauf, dass die Menschen den Mehrwert, den wir mit diesen Produkten schaffen, erkennen und eine neue Option der gesunden und funktionellen Nahrungsergänzung für den Sport entdecken.

 
Wie sind Sie auf Isomaltulose als möglichen Inhaltsstoff aufmerksam geworden?
Ich hatte während meiner sieben Jahre in der Produktentwicklung schon mehrfach mit Isomaltulose zu tun und fragte mich, warum dieser „goldene Rohstoff“ nicht stärker in der Lebensmittelproduktion eingesetzt wird. Die Industrie hat durchaus Interesse daran. Die etwa zehnmal höheren Kosten, die technischen Hürden und die noch geringe Nachfrage scheinen jedoch zu bremsen. Wir versuchen jetzt dennoch, eine Nachfrage zu schaffen und bringen mit Innosnack Produkte auf den Markt, die wir auf Messen vorstellen, um so Isomaltulose bekannt zu machen.

Was hat sie bei der Produktentwicklung mehr motiviert: die Herausforderung, Isomaltulose generell als hochwertigen Inhaltsstoff für Lebensmittel zu promoten oder der eigene Bedarf nach einem funktionellen Energieriegel?
Zuerst habe ich Isomaltulose als neuen Rohstoff mit großem Potential entdeckt und mich gefragt, was sich daraus entwickeln lässt. Ein Riegel ist dabei eine sehr naheliegende Verwendungsmöglichkeit. Ich habe auf Expeditionen die Erfahrung gemacht, dass man schnell wieder Hunger bekommt und gleichzeitig die Leistung abfällt, wenn die Ernährung nicht stimmt. Es musste also ein Snack her, der hier energetisch besser performt. Ich hatte eine Idee, wie man das mit Isomaltulose technologisch umsetzen kann. Dieses Verfahren habe ich als Patent angemeldet und dann den Riegel entwickelt.

Gibt es neben Isomaltulose weitere besondere Zutaten, die Ihre Produkte von anderen unterscheiden?
Grundsätzlich verwenden wir neben Isomaltulose natürliche Inhaltsstoffe, die bezüglich ihres Nährstoffgehaltes besonders hochwertig sind. Wir verzichten vollständig auf Haferflocken, die zwar günstiger sind, aber nicht das Spektrum an essentiellen Aminosäuren liefern wie etwa Quinoa. Dieses ursprünglichere Korn ist hinsichtlich des Stärkegehalts nicht hochgezüchtet. Es bietet ein breiteres Spektrum an Nährstoffen wie Lysin, das der Körper dringend benötigt. Neben Quinoa, Buchweizenflocken oder Hirse im Müsli setzen wir im Riegel noch auf Leinsamen, Kürbiskerne und Mandeln (Vitamin E).

 

Welche Zukunft hat Isomaltulose, um minderwertige Einfachzucker in der Nahrungsergänzung zu ersetzen? Es gibt ja eine große Lobby, und der Trend geht sogar zum Ersatzzucker High Fructose Corn Sirup (HFCS).
Isomaltulose hat eine nachhaltige Zukunft, die sich in den nächsten zehn Jahren richtig entfalten wird. Isomaltulose ist noch unbekannt. Obwohl Gesundheitsorganisationen wegen des übermäßigen Zuckerkonsums und der daraus folgenden Konsequenzen schon lange Alarm schlagen, wird nicht viel dagegen getan. Es dauert leider lange, die Ernährungsgewohnheiten der Menschen zu ändern. Wir sind geduldig und da, wenn man uns braucht.

Einen besseren Stand hatte bisher die natürliche Fructose. Doch auch hier gibt es neue wissenschaftliche Erkenntnisse in Bezug auf Diabetes und Cholesterin. Sind diese begründet, und welche Vorteile hat demgegenüber Isomaltulose?
Stimmt, Fructose in ihrer Reinform ist nicht besonders vorteilhaft. Es geht um verschiedene ernährungsphysiologische Aspekte, aber die hier zu erläutern würde den Rahmen sprengen. Fructose ist zwar ähnlich wie Isomaltulose niedrig glykämisch, besitzt aber bei weitem nicht die Vorteile der Isomaltulose. Das betrifft besonders die Verträglichkeit, Fettverbrennung, Hungerreduktion und Zahnfreundlichkeit.

Auch die gewünschte kontrollierte Bereitstellung von direkter Glucose haben wir nur bei Isomaltulose. Fruchtriegel, die als Kohlenhydrat in erster Linie Fructose enthalten, sind für den Sport eher nicht zu empfehlen.

Gibt es Sportler die Ihre Produkte bereits testen?
Ja! 2014 fuhr der Extremsportler Stefan Schlegel das Race Across America (RAAM), eines der längsten Radrennen der Welt. Den benötigten Energiebedarf von rund 10.000 kcal pro Tag hat er zum großen Teil mit Isomaltulose gedeckt und dabei keinerlei Versorgungsprobleme gehabt. Das zeigt die gute Verträglichkeit und Funktionalität dieses Kohlenhydrats. Michael Willeitner, Biathlet der DSV-Nationalmannschaft, bekommt von Innosnack für ein Jahr Bars, Drinks und Müsli gestellt und hat bereits bestätigt, dass diese nicht nur schmecken, sondern auch helfen, keinen „Hungerast“ während des Laufens zu bekommen. In Kürze stellen wir noch weitere Sportler und deren Erfahrungen auf unserer Website vor.

Welche Produkte können wir zukünftig von Innosnack erwarten?
Wir haben mit Energieriegel, Müsli und Energiedrinks bereits eine Grundpalette. In jeder dieser Kategorien sind weitere Varianten geplant, und in Zukunft sollen auch neue Kategorien dazukommen. Welche das genau sind, ist noch ein Geheimnis …

FAKTEN
Isomalutlose: Glykämischer Index 32; 379 kcal/100 g
Snacks: Innobar, Innoballs
Innodrink: Zitrone
Innocrunch Müsli: Quinoa-Flakes; Schoko-Mandel
Laktosefrei, ohne Zucker, vegan, glutenfrei und energetisch lang anhaltend

DIESER BEITRAG WURDE VERÖFFENTLICHT AUF
ISPO NEWS Blog am 21. Mai 2015

Die Würfel waren gefallen! Meinem Langdistanz-Debüt nach 25 Jahren Triathlon sollte somit nichts mehr im Weg stehen. Jetzt ging es darum ein passendes Rennen und für die weitere Planung zu finden. Es gab ein paar Favoriten und ich wollte schnell meine Anmeldung im Kasten haben. Was allerdings dann geschah, damit rechnet wohl erst einmal Keiner! Eine überraschende und entscheidende Änderung kündigte sich bereits mit der Anmeldung zu meiner ersten Langdistanz an. Das hat natürlich für einen ordentlichen Adrenalinschub gesorgt. Im zweiten Teile meines „Erster Ironman“ Blogs geht’s über Hürden und Überraschungen bei der Anmeldung zur ersten Langdistanz

Jetzt war es endlich raus, ohne einen Zweifel oder jeglichen äußeren Druck habe ich eine Entscheidung getroffen. Gut Ding braucht Weile – schnell kann jeder. Zählen tut’s dann, wenn der Startschuss fällt. Die Zeit war einfach reif! In 25 Jahren bin ich an einer ganzen Menge Startlinien von Sprintdistanzen, Kurzdistanzen und Mitteldistanzen in ganz Europa gestanden. Ich liebe diese Augenblicke kurz vor dem Start. Zahlreiche Triathlons und historische Momente habe ich live oder im Fernsehen verfolgt, von legendären Wettkämpfen wie Roth und auch Hawaii berichtet. Viele Athleten habe ich auf dem Weg zu ihrem ersten Triathlon, ihrer ersten Langdistanz oder neuen persönlichen Bestzeit betreut. Ganz egal, ob als Athlet, Trainer, Journalist oder Zuschauer, es waren stets intensive Erfahrungen und bis heute spüre ich das Adrenalin durch den Körper schießt.

Nägel mit Köpfchen bei der ersten Langdistanz

Während all der Jahre im Triathlon gab es nur eine handvoll Langdistanzen, die bei mir aus den unterschiedlichsten Gründen einen besonderen Eindruck hinterlassen haben. Ich konnte mir gut vorstellen dort jemals selbst zu starten, wenn die Zeit reif war. Das hat natürlich eine wichtige Rolle bei meiner Suche nach einer neuen Herausforderung für diese Saison gespielt. Eine Langdistanz schüttelt man nicht mal schnell so aus dem Ärmel, wie eine Kurzdistanz. Die gesamte Vorbereitung mit Trainingplanung, Trainingscamps und Aufbauwettkämpfen, sowie die Vereinbarkeit mit dem Alltag bekommen eine wesentlich größere Bedeutung. Viele Optionen für die erste Langdistanz gab es für mich ohnehin nicht, entweder war der Zeitpunkt unpassend oder die Veranstaltung war längst ausgebucht. Ich hatte natürlich einen ganz bestimmten Wettkampf im Auge und wollte nach meiner Entscheidung zügig Nägel mit Köpfen und auch Köpfchen machen. Für den Erfolg der ersten Langdistanz macht es durchaus Sinn, vor der Anmeldung die Wettkampfstrecken und -profile anzusehen.

Eine Langdistanz wie „Gott in Frankreich“

Vor fünf Jahren war ich erstmals in der Auvergne und habe von der Premiere der Challenge Vichy berichtet. Längst hat es sich auch unter Triathleten herumgesprochen: Die Langdistanz von Vichy im geografischen Zentrum Frankreichs – „Le Cœur de la France“ – zählt zu einer der Schönsten Europas. Neben der beeindruckenden Landschaft der Auvergne und der Freundlichkeit der Menschen, überzeugen in Vichy besonders die idealen Wettkampfstätten und optimalen Wettkampfstrecken, die gute Infrastruktur und ausgezeichnete Organisation. Der bisherige Höhepunkt war die Austragung der ETU Langdistanz Europameisterschaft im Jahr 2013. Erfreulich aus deutscher Sicht konnte sich damals die Merseburgerin Diana Riesler EM-Gold sichern. Organisator Gael Maenard hatte schon 2011 die Messlatte hoch gelegt und in den Jahren darauf die Qualität und das Niveau des Wettkampfes gesteigert.

Für tri2b.com habe ich vier Mal von den zauberhaften Wettkampfstrecken der Auvergne mit Block, Stift und Kamera berichtet. Ich habe die Triathleten auf jeden der insgesamt 226 Kilometer durch die hügelige Campagne zwischen Massive Central, der Haute Loire und dem Puy de Dôme hautnah begleitet. Zahlreiche erloschene Vulkane mit Kraterseen, unendliche Wälder so weit das Auge reicht und grüne Weiden mit den berühmten Nièver-Rindern, über 20.000 km Wasserläufe und mehr als einhundert natürliche Quellen prägen die Landschaft. Beinahe jeden Kilometer im Wasser und an Land, können die Triathleten während dieser Langdistanz genießen, beinahe wie „Gott in Frankreich“. Von Anfang an war Vichy einer jener wenigen Wettkämpfe, um dort erstmals über eine Langdistanz zu starten.

Schon die Anmeldung zu einer Langdistanz – kann eine Herausforderung seine

Diese Entscheidung war daher schnell getroffen und so wollte ich die Anmeldung auch zügig erledigen, um weiter planen zu können. Ein Aufschub könnte zu Orientierungslosigkeit führen, im schlechtesten Fall sogar zum Verwerfen der Ziele. Frühzeitig zu fokussieren ist wichtig für die Motivation und für den persönlichen Erfolg. „Nichts einfacher als das“, könnte man denken: Notebook auf, Internet an, die Anmeldung zur Challenge Vichy aufrufen und … nix. Falsch gedacht! „Seite momentan nicht verfügbar!“, heißt es da. Ich versuchte es noch einmal, doch „rien ne va plus“. Auch der nächste Tag bleibt erfolglos. Die Anmeldung zur Challenge Vichy war nicht mehr erreichbar obwohl noch wenige Tage zuvor ausreichend Startplätze verfügbar waren. Sollte nach den vielen schlaflosen Nächten und Überlegungen bereits mit der Anmeldung etwas Unerwartetes meine Pläne kreuzen? Die Anmeldung schien die erste Herausforderung auf dem Weg zur ersten Langdistanz zu werden. Also schrieb ich dem Veranstalter Gael Maenard, berichtet von dem Problem und schilderte die Gründe für meine Entscheidung.

Vichy eröffnet ein neues Langdistanz-Kapitel

Die Antwort aus Frankreich kam prompt: Der Jahreswechsel brachte eine überraschende Veränderung im Kurbad und so wird es 2015 erneut eine Premiere im Departement d’Allier geben. Der Challenge Vichy war Vergangenheit! In der Auvergne gab es einen Markenwechsel. Das kam völlig unerwartet und ziemlich überraschend für mich. Mit dem 15. Januar übernahm nun Ironman Europe das Ruder in Vichy und den örtlichen Veranstalter Optimum Sports Events. Damit hat die WTC sein Portfolio um gleich zwei prestigeträchtige Rennen erweitert, eine Mittel- und eine Langdistanz. Für die Challenge Family ist das einerseits natürlich schade, für mich als Athlet hat diese Entwicklung andererseits erst einmal keine größeren Auswirkungen. So wechselt zwar der Markenname, der Inhalt jedoch bleibt – die Qualität hoffe ich, vorerst auch. Gael Maenard hat es so formuliert:„Die Übernahme durch Ironman eröffnet ein neues Kapitel in der Geschichte unserer Veranstaltung. Wir sind zuversichtlich, dass wir den Triathlon in Vichy nun auf eine neue Stufe heben können.“ Wie dieses Kapitel schließlich ausgehen wird, werden wir nach dem erster Ironman Vichy wissen.

Erste Langdistanz, erster Ironman, doppeltes Debüt in Vichy

Damit feiert der französische Kurort 2015 sein Debüt im weltweiten Netzwerk der WTC. Vichy wird für mich somit nicht nur das Debüt meiner ersten Langdistanz, sondern ebenso mein erster Ironman sein. Ein besonderer Nebeneffekt wird dabei natürlich für zusätzliche Motivation sorgen: Denn mit dem Markenwechsel, weg von der europäischen Challenge Family, hin zu Ironman, spielt Vichy von jetzt an natürlich auch eine wichtige Rolle in der Qualifikation für die Weltmeisterschaft auf Hawaii. Es besteht somit eine theoretische Chance auf einen der wenigen Qualifikations-Slots für die Ironman Weltmeisterschaft Hawaii 2016. Erstmals unter dem neuen Label wird der Ironman Vichy am Sonntag, 30. August 2015 stattfinden. Nach fünf Jahren ist das erneut eine Premiere. Dadurch wird es in exakt 100 Tagen ein doppeltes Debüt im Herzen der Auvergne geben und zumindest meine Leidenschaft für Triathlon um ein neues und faszinierendes Kapitel reicher.

Exakt 200 Tage zuvor, am 11. Februar, konnte ich mich schließlich erfolgreich zu meiner ersten Triathlon Langdistanz und somit gleichzeitig zu meinem erster Ironman anmelden: Ironman Vichy 2015 – Registration completed!

In meinem nächsten Blog gibt’s einen ersten Strecken Check und die wesentlichen Änderungen durch den Markenwechsel. Bis dahin viel Spaß und einen erfolgreichen Saisonstart …

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MEIN ERSTER IRONMAN – ALLE BLOGS
BLOG #1: Langdistanz-Debüt nach 25 Jahren Triathlon
BLOG #2: Überraschung und Herausforderung: Anmeldung zur ersten Langdistanz
BLOG #3: Fifty Shades of Tri – Keeping the Balance
BLOG #4: Der Weg ist das Ziel ist der Weg – Vorfreude auf die erste Langdistanz
BLOG #5: Kein zurück mehr, jetzt zählt’s – Sugar and Pain!
BLOG #6: Triathlon ist keine Mathematik – Eiserner Wille beim IRONMAN Vichy 2015

ALLE BEITRÄGE ZU MEINER ERSTEN LANGDISTANZ WURDEN EBENSO VERÖFFENTLICHT AUF TRI2B.COM
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WEITERE INFORMATIONEN
Markenwechsel beim Triathlon Vichy
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Homepage Ville Vichy
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Triathlon ist ein anspruchsvoller Sport und so stellt die Kombination der Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen die Athleten vor eine ganz besondere Herausforderung. Aber wie trainiert man effektiv für diese drei Sportarten und vermeidet dabei Verletzungen? Und wie viel Training braucht es eigentlich, um eine Kurzdistanz erfolgreich zu bewältigen? Braucht es dafür gleich ein spezielles Zeitfahrrad oder sogar ein Wattmesssystem? Welche Kohlenhydrate sind für mich gut, wie viele Gels brauche ich im Wettkampf und trinke ich genug? Antworten auf diese und viele, viele andere Fragen finden Athleten und alle Interessierten in der neuen Triathlonbibel. Auf insgesamt 512 Seiten erklärt das namhafte Autoren-Team, darunter Niclas Bock, Timo Bracht, Carola Felgen oder Dr. Matthias Marquardt besonders Einsteigern die Welt des Triathlons. Pünktlich zum Saison-Auftakt 2015 liefert das Werk aus dem spomedis-Verlag anschaulich und in verständlicher Sprache viele Insider-Infos und Praxistipps. Zusammen mit Trainingsplänen sowie vielen bebilderten Technik- und Athletikübungen ist dieses Nachschlagewerk ein unverzichtbarer Begleiter für gezieltes Training und erfolgreiche Wettkämpfe. Mit zahlreichen Photographien unter anderem von Michael Rauschendorfer und Frank Wechsel.

Weit zurück, bis ins 19. Jahrhundert muss man blicken, um die Faszination Triathlon zu erfassen. Seine zweite Geburtstagsstunde erlebte Triathlon dann während der 70er-Jahre in San Diego, Kalifornien. Von dort war der Weg nicht mehr weit bis Hawaii, wo seitdem einmal im Jahr die Ironman World Championships stattfinden. Die Ursprünge des Triathlons, seine Entwicklung und die verschiedenen Rennformate sind Thema des ersten Kapitels. Schwerpunkt der Triathlonbibel sind natürlich die drei Disziplinen des Triathlon und das Training: Schwimmtechnik, Radtechnik, Lauftechnik

Technik für mehr Effizienz und Ökonomie

Ex-Profitriathletin und Trainerin Nina Eggert erklärt anschaulich Trainingsprinzipien, Trainingsmethoden, physiologischen Grundlagen und Anpassungsvorgänge im Körper. In den technischen Kapiteln geht es anschließend weniger ums Material, als um die richtige Ausführung der Disziplinen. Ganz egal ob ökonomische Lauftechnik, optimale Sitzposition oder eine gute Wasserlage, schon beim Lesen wird klar, dass Triathlon technisch sehr anspruchsvoll ist. Und nur eine gute Technik in allen drei Disziplinen spart Energie schützt vor Verletzungen.

Zur Freude der Material-Fetischisten

Die Themen Athletiktraining, Trainings- und Wettkampfplanung werden ebenso intensiv behandelt. Eine Frage des Geschmacks ist das ausführlich besprochene Kapitel über’s Material. Sind leichte oder gut gedämpfte Laufschuhe besser? Sind Draht- oder Schlauchreifen schneller, Scheibenrad oder Hochprofilfelge? Heikle Themen unter Insidern. Vielleicht werden gerade deshalb von der Autorin keine konkrete Empfehlungen ausgesprochen, sondern dem Leser die Vor- und Nachteile erklärt.

Ernährung wird total überschätzt

Das Thema Ernährung, die fünfte Disziplin im Triathlon findet der Leser erst ab Seite 400. Sie ist vielen Triathleten jedoch mittlerweile genauso wichtig wie Schwimmen, Radfahren, Laufen und der Wechsel. Der Wettkampfernährung sind nicht mehr als sieben Seiten dieses über 500 Seiten Werks vergönnt. Hier hätte ich mir durchaus mehr Informationen gewünscht, wie zu der unterschiedlichen Wirkung von Gels oder Riegeln zu natürlichen Nährstoffen, wie einer Banane oder Rosinen. Ebenso welche Verpflegung auf welchen Distanzen am meisten Sinn macht, ganz zu schweigen von der Ernährung vor, während und nach dem Training.

FAZIT
Für alle Interessierten und Einsteiger ist die Triathlonbibel derzeit die umfassendste Lektüre im deutschsprachigen Raum. Es liefert sachliche und präzise Informationen in verständlicher Sprache mit vielen erklärenden Bildern und Grafiken. Der Leser wird kompetent in das Thema Triathlon eingeführt und stets auf Augenhöhe seinem Ziel, ob einem erste Triathlon oder der Verbesserung seiner Schwimmtechnik herangeführt. Rookies und ambitionierte Triathleten profitieren von dem geballten Wissen gleichermaßen – sie erhalten mit der Triathlonbibel neue Impulse für ihr Training und können ihre Wettkampfvorbereitung strukturierter, nachhaltiger und gesünder gestalten.

AUTOREN
Niclas Bock: Diplom-Sportmanager
Timo Bracht: Profi-Triathlet und Sportwissenschaftler, Sieger Challenge Roth 2014
Caroline Cornfine: Ernährungswissenschaftlerin und begeisterte Ausdauersportlerin
Manuela Dierkes: Diplom-Sportlehrerin, Triathloncoach, Buchautorin und Triathletin aus Leidenschaft
Nina Eggert: Diplom-Trainerin Triathlon, Schweizer Nationaltrainerin für den Triathlonnachwuchs und ehemalige Profi-Triathletin, Vize-Europameisterin Ironman Germany/Ironman European Championship 2002, 2004, 2005 und 2006
Carola Felchner: Materialexpertin der Zeitschrift triathlon und langjährige Ausdauersportlerin
Christoph Fürleger: erfolgreicher Langstreckenschwimmer, Triathlet und Schwimmcoach
Dr. med. Matthias Marquardt: Arzt, Lauftrainer, Buchautor und Ausdauersportler aus Überzeugung
Jan Sägert: Triathlonexperte der Zeitschrift triathlon und Ausdauersportler
Dr. med. Karlheinz Zeilberger: Facharzt für Innere Medizin, Sportmediziner, ehemaliger Olympiaarzt

INFO
Die Triathlonbibel
Das Standardwerk für alle Triathleten
512 Seiten
Durchgehend farbige Abbildungen
ISBN 978-3-95590-050-2
EUR 29,95

Die Triathlonbibel – Das Standardwerk für alle Triathleten erhältlich im Spomedis Verlag Hamburg