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Mit dem Freedom ISO hat Saucony jetzt den ersten Lightweight-Trainer mit kompletter EVERUN Zwischensohle herausgebracht und möchte damit dem Laufen wieder mehr Freiheit geben. Die spezielle Dämpfungstechnologie hat der amerikanische Laufschuhhersteller aus Lexington, Massachusettes mit seiner ISOFIT Technologie kombiniert und dem komfortablen Schnürsystem gleich noch ein Update verpasst. Saucony verspricht Läufern mit dem Freedom ISO durch die optimale Abstimmung aller Technologien ein völlig neues Laufgefühl. Ob ich damit nun ewig laufen kann, wollte ich sofort wissen und habe den Saucony Freedom ISO im Trainingscamp auf Mallorca intensiv getestet.

 

 

Laufen ist für mich Freiheit. Nichts ist unkomplizierter als sich ein paar Laufschuhe an die Füße zu schnüren und einfach los zu laufen. Das ist zu jeder Zeit an jedem Ort der Welt möglich. Na ja, fast zumindest. Jeder kann laufen, vorausgesetzt man erfreut sich bester Gesundheit. Ob man deshalb gleich ewig laufen möchte, das ist eine ganz andere Sache. Ich möchte das zwar nicht unbedingt, aber mit dem Freedom ISO verleiht Saucony dem Läufer jetzt zumindest das Gefühl, man könnte ewig laufen. Ich möchte vor allem schneller laufen und das am Besten komfortabler und energiesparender. Ob das mit dem Freedom ISO Konzept gelingt?

 

SAUCONY Freedom ISO: Mehr Freiheit, mehr Laufen / Laufen ist für mich Freiheit. Nichts ist unkomplizierter als sich ein paar Laufschuhe an die Füße zu schnüren und einfach los zu laufen. © stefandrexl.de

SAUCONY Freedom ISO: Mehr Freiheit, mehr Laufen / Laufen ist für mich Freiheit. Nichts ist unkomplizierter als sich ein paar Laufschuhe an die Füße zu schnüren und einfach los zu laufen. © stefandrexl.de

 

 

Optisches Schmankerl für freie Läufer

 

Schon der erste Eindruck beim Öffnen des Kartons lässt erahnen, was man mit dem Freedom ISO für einen Laufschuh an den Fuß bekommt: Er ist ein optisches Schmankerl bei dem jedes Detail auf das gesamte Design abgestimmt ist. Ich denke man erkennt es an den Bildern, dass es eine Freude war diesen Schuh zu fotografieren, entsprechend groß war die Vorfreude auf den ersten Lauf und die Erwartungen.

 

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Mehr Informationen

 

Freedom ISO steht für perfekte Passform und Bewegungsfreiheit

 

Highlight des Freedom ISO ist die erstmals vollständig verbaute Everun Zwischensohle, die zwar etwas schwerer als EVA Schaum ist, dafür besser dämpft und die Energie mit jedem Schritt im Abdruck wieder abgeben soll. Damit das besonders gut funktioniert und mit dem Wissen an anderer Stelle wieder Gewicht einsparen zu müssen, hat Saucony’s Design-Team dem ISOFIT Schnürsystem ein Update mit neuem leichteren Stretch-Mesh-Material aus weniger Textilschichten gegönnt, das bisher nur auf der Laufbahn bei Rennspikes zum Einsatz kam. Es soll somit den Laufschuh und Everun Zwischensohle rutschfest und dennoch äußerst komfortabel mit dem Fuß des Läufers verschmelzen als hätte dieser einen Socken an. Für besseren Halt an der Ferse sorgt der Support Frame und vermeidet einen Schlupf bei schnellerem Tempo auf Vorder- und Mittelfuss.

 

SAUCONY Freedom ISO: Mehr Freiheit, mehr Laufen / Highlight ist die vollständig verbaute Everun Zwischensohle © stefandrexl.de

SAUCONY Freedom ISO: Mehr Freiheit, mehr Laufen / Highlight ist die vollständig verbaute Everun Zwischensohle © stefandrexl.de

 

Kinvara vs. Freedom Iso

 

Besonders auffällig ist die durchsichtig bunte Laufsohle aus Crystal Rubber die den Blick auf die Everun Zwischensohle freigibt. Der neu verwendete Kunststoff mit TRIFLEX Profil sollen auf Asphalt, Feldwegen und der Laufbahn für exzellenten Grip und lange Haltbarkeit sorgen, aber dabei dennoch ausreichend flexibel sein, um die natürliche flüssige Laufbewegung zu fördern. Das macht ihn natürlich etwas schwerer als den Kinvara.

 

SAUCONY Freedom ISO: Mehr Freiheit, mehr Laufen / Der neu verwendete Crystal Rubber mit TRIFLEX Profil sorgt für exzellenten Grip und lange Haltbarkeit © stefandrexl.de

SAUCONY Freedom ISO: Mehr Freiheit, mehr Laufen / Der neu verwendete Crystal Rubber mit TRIFLEX Profil sorgt für exzellenten Grip und lange Haltbarkeit © stefandrexl.de

 

Der Freedom Iso fühlt sich nach Freiheit an

 

Der erste Lauf mit dem Freedom ISO gleich nach 180 Kilometern auf dem Rad soll dann zeigen, ob EVERUN & Co. auch halten, was sie versprechen. Besonders nach solch einer langen Vorbelastung, wenn die Muskeln schon etwas ermüdet sind und die Lauftechnik nicht mehr zu einhundert Prozent perfekt ist, dann zeigt sich, was ein Laufschuh zu leisten vermag. Um so überraschend war es das erste Mal in den Freedom ISO zu schlüpfen. Er war an kaum einer Stelle des Fußes zu spüren, und auch der niedrige Rist und die flache Zehenbox waren keineswegs beengend. Kurzum: Freiheit ist, wenn man kaum etwas spürt. Der Einstieg ist zwar etwas tricky, was dem komfortablen, weichen Stretch-Mesh-Material geschuldet ist. Wenn man die Schnürung des Freedom Iso etwas weiter öffnet rutscht auch ein breiter Fuß easy in den Schuh.

 

SAUCONY Freedom ISO: Mehr Freiheit, mehr Laufen / Für besseren Halt an der Ferse sorgt der Support Frame, das leichte Stretch-Mesh-Material aus weniger Textilschichten sitzt wie ein Socken, auch barfuss © stefandrexl.de

SAUCONY Freedom ISO: Mehr Freiheit, mehr Laufen / Für besseren Halt an der Ferse sorgt der Support Frame, das leichte Stretch-Mesh-Material aus weniger Textilschichten sitzt wie ein Socken, auch barfuss © stefandrexl.de

 

Eine Schlaufe am Support-Frame könnte da allerdings Abhilfe schaffen und der Freedom ISO somit auch ein Thema im Triathlon sein. Denn ist man mal drin und hat den Schuh dran, dann möchte man sofort laufen, beinahe egal wie vorbelastet man ist. Kaum spürbar umschließt das ISOFIT tatsächliche meinen Fuß und kleine Polster auf der dünnen Zunge dämpfen den Druck der Schnürsenkel. Eine meiner Problemzonen bei Laufschuhen, besonders, wenn man sie barfuss trägt. Den Fehler habe ich gerade tatsächlich auch gemacht und laufe einen nagelneuen Schuh ohne Socken. Gemerkt habe ich das allerdings erst danach. Weder das Obermaterial, noch die Zunge oder Innensohle haben am Fuß gerieben oder gedrückt.

 

 

Für jedes Tempo das passende Laufgefühl

 

Wesentlich überraschender war mein Laufgefühl entlang der Promenade von Port de Pollença nach der langen Radeinheit vorab. Der Freedom ISO ließ mich einfach laufen und das nicht nur regenerativ, sondern mit geringen Kontaktzeiten und hoher Schrittfrequenz. Natürlich waren jetzt keine Bestzeiten geplant, aber meist fühlt sich das Laufen nach vielen Stunden auf dem Rad an, als hätte man einen Eierkarton an den Füßen. Das flache Profil im Vorderfuß des Freedom ISO und seine geringe Sprengung von 4 mm vermittelten mir guten Bodenkontakt und ein kontrolliertes Laufgefühl. Zwar ist er hier nicht besonders gedämpft und das Everun wirkt sich nur geringfügig aus, aber es unterstützt die Vorwärtsbewegung.

Als ich das Tempo auf Regeneration drossle, läuft der Freedom ISO zu Hochform auf und verzeiht jeden Aufprall von der Ferse über den Mittelfuß. Der Laufschuh dämpft gerade so viel, dass ich nicht das Gefühl habe mit jedem Schritt einzusinken, sondern erhält bei allem Komfort den Bewegungsfluss. Durch die Abrollbewegung über die Ferse schiebt jetzt natürlich der Fuß mit jedem Schritt stärker nach vorne. Das zu vermeiden mag dann auch nicht mehr das leichte Stretch-Mesh zu leisten. Hier geht etwas die Führung des Schuhs und die Kontrolle verloren. Mehr Kontrolle wäre wiederum eine Einschränkung der Freiheit.

 

SAUCONY Freedom ISO: Mehr Freiheit, mehr Laufen / Das flache Profil im Vorderfuß und seine 4 mm Sprengung vermittelten guten Bodenkontakt und ein kontrolliertes Laufgefühl © stefandrexl.de

SAUCONY Freedom ISO: Mehr Freiheit, mehr Laufen / Das flache Profil im Vorderfuß und seine 4 mm Sprengung vermittelten guten Bodenkontakt und ein kontrolliertes Laufgefühl © stefandrexl.de

 

Der Preis der Freiheit

 

Das war natürlich nicht mein einziger Trainingslauf für diesen Laufschuhtest. Ich bin den Freedom ISO auch ohne Vorbelastung, morgens, mittags oder abends, während Intervallen, kurzen knackigen oder langen Trainingseinheiten mit Socken und ohne gelaufen. Für mich persönlich schließt der Saucony Freedom ISO die Lücke zum Kinvara und dafür verzeihe ich ihm sogar die paar mehr Gramm auf seinen Hüften. Das mag im Marathon rein rechnerisch eine tragende Rolle spielen, im Training sicherlich nicht. Die vielen Vorteile des Freedom ISO lassen dieses und andere kleine Defizite jedoch verzeihen. Ein leichtes, reibungsarmes Stretch-Mesh, das den Fuß in Kombination mit dem ISOFIT komfortabel umschließt wird wohl immer irgendwann an seine Grenzen stoßen. Das ist der Preis der Freiheit! Ebenso kann die EVERUN Zwischensohle nicht von der Zehe bis zur Ferse die selben Performance an den Tag legen, möchte man gleichzeitig einen flachen Laufschuh mit niedriger Sprengung konstruieren.

 

SAUCONY Freedom ISO: Mehr Freiheit, mehr Laufen / Das leichte, reibungsarmes Stretch-Mesh umschließt den Fuß in Kombination mit dem ISOFIT fest und komfortabel © stefandrexl.de

SAUCONY Freedom ISO: Mehr Freiheit, mehr Laufen / Das leichte, reibungsarmes Stretch-Mesh umschließt den Fuß in Kombination mit dem ISOFIT fest und komfortabel © stefandrexl.de

 

Der Freedom Iso – auch für’s Rennen

 

Für mich ist das Gesamtpaket entscheidend und für welche Läufe ich den Saucony Freedom ISO einsetzen möchte. Ich sehe den Freedom ISO trotz seines höheren Gewichts und der robusteren Laufsohle als Lightweight Trainer für mittlere bis schnellere Geschwindigkeiten auf kurzen bis langen Laufstrecken. Er ist ein idealer Zweitschuh, den ich nicht jeden Tag im Training laufen würde. Bevorzugt würde ich den Laufschuh auf Asphalt und der Laufbahn bei trockenen Witterungsbedingungen einsetzen, für alles andere wäre er mir aufgrund seiner überzeugenden Optik aber auch wegen seiner hochwertigen Materialien und des Preises zu schade. Denn die Haltbarkeit des Saucony Freedom ISO, vor allem seine mögliche Laufleistung, wird er noch beweisen müssen. Für Wettkämpfe ist der Freedom ISO durchaus eine interessante Option.

 

SAUCONY Freedom ISO: Mehr Freiheit, mehr Laufen / Trotz seines höheren Gewichts und der robusteren Laufsohle ein Lightweight Trainer für mittlere bis schnellere Geschwindigkeiten auf kurzen bis langen Laufstrecken © stefandrexl.de

SAUCONY Freedom ISO: Mehr Freiheit, mehr Laufen / Trotz seines höheren Gewichts und der robusteren Laufsohle ein Lightweight Trainer für mittlere bis schnellere Geschwindigkeiten auf kurzen bis langen Laufstrecken © stefandrexl.de

 


Die Teststrecken

 

Den Saucony Freedom ISO bin ich für diesen Laufschuhtest bislang auf befestigten Feldwegen, auf Asphalt und der Laufbahn bei trockener, warmer Witterung gelaufen. Die Streckenlängen waren zwischen 8 bis 20 km bei verschiedenen Laufgeschwindigkeiten, mit und ohne Vorbelastung. Der Saucony Freedom ISO lief sich mit Laufsocken und auch barfuss wunderbar, wobei ich das bei Distanzen über 10 km nicht unbedingt testen wollte.

 


Der Laufschuh

 

HERSTELLER Saucony
MODELL Freedom ISO

 

FAKTEN

  • Fersenhöhe 19 mm
  • Vorfusshöhe 15 mm
  • Sprengung 4 mm
  • Damen 230 g (US 8)
  • Herren 255 g (US 9)
  • UVP 180,00 EUR

 

TECHNOLOGIE

  • EVERUN Topsole Konstruktion plus EVERUN Zwischensohle
  • ISOFIT Schnürsystem
  • Engineered Stretch Mesh Obermaterial
  • Support Frame in der Ferse für idealen Halt
  • Crystal Rubber Außensohle
  • TRIFLEX Sohlenprofil

 

FARBEN

  • Damen: blue / citron
  • berry / pink
  • Life On The Run: black
  • Herren:
  • blue / black / citron
  • orange / citron
  • Life On The Run: black

 

GRÖSSEN

  • Damen US 5-12
  • Herren US 7-13, 14, 15

 

Meine Empfehlung

Testgröße US 9,5
Testdauer 6 Wochen
Testlänge 120 km
Passform 9 / 10
Komfort 8 / 10
Stabilität 7 / 10
Geschwindigkeit 8 / 10
Reaktionsfreudigkeit 7 / 10
Wertigkeit 8 / 10
Preis 5 / 10

 

SAUCONY Freedom ISO: Mehr Freiheit, mehr Laufen / Läuft sich mit Laufsocken und auch barfuss wunderbar, und ist für Wettkämpfe durchaus eine interessante Option © stefandrexl.de

SAUCONY Freedom ISO: Mehr Freiheit, mehr Laufen / Läuft sich mit Laufsocken und auch barfuss wunderbar, und ist für Wettkämpfe durchaus eine interessante Option © stefandrexl.de

 


Supported Post

Der Freedom ISO wurde für diesen Produkttest von der Firma Saucony zur Verfügung gestellt. Der Produkttest erfolgte unabhängig und ohne Einfluss des Herstellers auf Inhalt und Testergebnis. Der Testbericht ist frei und unabhängig verfasst und gibt ausschließlich meine persönliche Meinung auf Basis meiner intensiven Erfahrungen während des Lauftrainings wieder. Weder für den Produkttest noch für die Berichterstattung habe ich eine Vergütung erhalten.

 

#FreedomISO
#LifeOnTheRun
#FindYourStrong
@saucony_germany


QUELLEN

SAUCONY Freddom ISO
SAUCONY Blog
SAUCONY Zealot ISO 2
SAUCONY Kinvara 7

Der Saucony Zealot ISO 2 Reflex ist ein neutraler Lightweight Trainer, der mit seiner 4 mm Sprengung dem Läuferdennoch einen natürlichen Schritt mit hervorragendem Abdruck über den Mittelfuß ermöglicht. Der Zealot ISO 2 bietet ausreichend Flexibilität im Vorderfuß und eine anständige Dämpfung über die komplette Lauffläche. Damit stellt der Zealot ISO 2 eine gute Wahl für einen vielseitigen und komfortablen Trainingsschuh dar, der allerdings nicht unbedingt besonders schnell ist. Dennoch kann der Saucony Zealot ISO 2 Reflex durchaus für Läufe von 10 Kilometern bis zu einem Marathon eingesetzt werden und das nicht nur bei Tageslicht.


 
Diesmal bin ich den Saucony Zealot ISO 2 Reflex in Größe US 9.5 gelaufen, gefühlt hätte es im Vergleich zum Kinvara 7 aber durchaus eine halbe Nummer größer sein dürfen. Während die Länge des Schuhs und die Zehenfreiheit für mich optimal sind, ist er mir im Vorderfuss und am Rist (Fussrücken) etwas zu schmal. Dieses Gefühl mag womöglich am gut gepolsterten Innenschuh und der liegen. Die Schnürung mit dem ISO-Fit-System schmiegt sich erst einmal kaum spürbar um den Fuss und so sitzt der Zealot ISO 2 ordentlich fest am Fuss – für meinen persönlichen Geschmack ist das aber eine Idee zu fest. Denn in der Kombination mit seiner guten Polsterung fühlt sich das im Stehen und langsamen Gehen zwar komfortabel an, doch nach wenigen Kilometern im Laufen muss ich regelmäßig nachschnüren. Die Zehen und Füsse schlafen ein. Die perfekte Schnürung beim Zealot ISO 2 ist ein schmaler Grad, aber ist sie gefunden, dann läuft’s wie auf Schienen.

 

SAUCONY Zealot ISO 2 Reflex: Komfortables Leichtgewicht für Nachteulen / Während der ersten Laufeinheiten war der Zealot ISO 2 stabil und geschmeidig, was unter anderem an der TRI-FLEX Aussensohle liegt. Sie verteilt auftretende Kräfte von der Landezone im Vorder- und Mittelfuss über eine größer Fläche.

SAUCONY Zealot ISO 2 Reflex: Komfortables Leichtgewicht für Nachteulen / Während der ersten Laufeinheiten war der Zealot ISO 2 stabil und geschmeidig, was unter anderem an der TRI-FLEX Aussensohle liegt. Sie verteilt auftretende Kräfte von der Landezone im Vorder- und Mittelfuss über eine größer Fläche.


 

Der Zealot
Komfort für bequeme lange Läufe

Bei Saucony gefällt mir, dass mein eher breiter Vorderfuss dank der geräumigen Zehenbox eigentlich stets gut Platz findet und die Laufschuhe dennoch fest an Mittelfuss und Ferse sitzen. So bin ich das zumindest von den minimalistischen Laufschuh-Modellen aus Massachusetts (USA) gewohnt, wie das der Kinvara oder Fastwitch sind. Vor allem im Inneren sind Laufschuhe von Saucony angenehm seidig glatt und ohne störenden Falten und Nähten, die an den typischen Stellen reiben könnten. Ja, sogar ohne Socken und barfuss verursachen Saucony Laufschuhe nur selten Blasen. Das fühlt sich gut an, denn die FlexFilm Technologie sorgt für nahtlos verschweisst Lagen und so umschliesst der Laufschuh den Fuss auf natürliche Weise. Der Zealot ISO 2 wird man allerdings eher selten barfuss laufen, denn er ist eher für’s Training und den jahreszeitlichen Übergang gedacht. Seine Zunge ist gut gepolstert, seitlich mit dem fein gewebten Obermaterial aus Mesh verbunden und bleibt faltenfrei an ihrem Platz. Trotz seiner üppig komfortablen Bauweise ist der Zealot unglaublich leicht. Das dünne RUNDRY Mesh ist ein großartiges Material, es ist atmungsaktive und gibt die Feuchtigkeit gut nach aussen ab.
 


Reaktionsfreudig dämpfend

Läuft man das gesamte Jahr bevorzugt flachere und direkter Laufschuhe, dann fühlt sich der Zealot ISO 2 auf den ersten Kilometern ungewohnt weich, aber keineswegs schwammig an. Der Zealot ISO 2 hält die Spur, verlangt aber einen aktiveren Abdruck, im Mittelfuss scheint etwas die Energie verloren zu gehen. Für Laufschuhe von Saucony eher untypisch, aber aus irgendeinem Grund vermisse ich die Reaktionsdreudigkeit beim Zealot ISO 2 in diesem Bereich, wie ich es von der EVERUN Dämpfungstechnologie bisher eigentlich gewohnt bin. Die Zwischensohle dämpft den Aufprall zwar gut ab, aber gibt keine Energie für den Abdruck zurück. Das fördert andererseits natürlich den Trainingseffekt, denn meine Schrittfrequenz habe ich dadurch etwas erhöht. Allerdings hat sich die Dämpfung besonders bei langen Läufen dauerhaft gut und komfortabel angefühlt.

 

SAUCONY Zealot ISO 2 Reflex: Komfortables Leichtgewicht für Nachteulen / Die Schnürung mit dem ISO-Fit-System schmiegt sich erst einmal kaum spürbar um den Fuss und so sitzt der Zealot ISO 2 ordentlich fest am Fuss.

SAUCONY Zealot ISO 2 Reflex: Komfortables Leichtgewicht für Nachteulen / Die Schnürung mit dem ISO-Fit-System schmiegt sich erst einmal kaum spürbar um den Fuss und so sitzt der Zealot ISO 2 ordentlich fest am Fuss.


 


Geschmeidige
Laufruhe

Während der ersten Laufeinheiten war der Zealot ISO 2 stabil und geschmeidig, was unter anderem an der TRI-FLEX Aussensohle liegt. Sie verteilt auftretende Kräfte von der Landezone im Vorder- und Mittelfuss über eine größer Fläche. Nach einigen Läufen war dieses Dämpfungsgefühl allerdings nicht mehr so stark ausgeprägt, dennoch blieb die Laufruhe erhalten.
 


Moderate Geschwindigkeit
mit Laufgefühl

Der Zealot ISO 2 ist äusserst bequem, man könnte fast denken einen Racer an den Füssen zu tragen, aber trotz einer  Sprengung von 4 mm fehlt ihm etwas an Reaktionsfreudigkeit, wodurch weniger Energie zurück kommt. Das mag unter anderem an der Sohlenhöhe von 22 bis 26 mm liegen. Aufgrund des Mehr an Polsterung und der höheren Laufsohle entsteht am Fuss der gefühlte Eindruck, als sei der Zealot ISO 2 wesentlich größer und sperriger. Doch er ist keineswegs klobig und sogar angenehm leicht, ja elegant schlank. Die IBR+ Sohle verspricht vom Vorder- bis Mittelfuss vor allem lange Haltbarkeit bei guter Dämpfung, an der Ferse wurde härterer XT900 Schaum verwendet, der mit seinem hohen Carbonanteil extrem abriebfest ist. Gut gefällt mir die konvexe, nach aussen laufende Sohle, die dem neutralen Lightweight Trainer mehr Stabilität und eine gute Führung beim Abrollen über den Mittelfuss gibt. Das erinnert mich an den Kinvara und sorgt bei höherem Tempo für Laufruhe. Wenn der Untergrund jedoch feucht oder nass ist, was in der dunklen Jahreszeit gelgentlich vorkommt, dann kann es mit der Sohle des Zealot ISO 2 schon einmal rutschig werden. Vor allem bei Minusgraden wird es auf feuchtem Asphalt kritisch, denn bei kühlen Temperaturen wird EVA Schaum hart und der Grip der Aussensohle reduziert sich drastisch.

 

SAUCONY Zealot ISO 2 Reflex: Komfortables Leichtgewicht für Nachteulen / Das dünne RUNDRY Mesh ist ein großartiges Material, es ist atmungsaktive und gibt die Feuchtigkeit gut nach aussen ab.

SAUCONY Zealot ISO 2 Reflex: Komfortables Leichtgewicht für Nachteulen / Das dünne RUNDRY Mesh ist ein großartiges Material, es ist atmungsaktive und gibt die Feuchtigkeit gut nach aussen ab.


 


Vielseitiger Einsatzbereich

Der Zealot ISO 2 ist sehr vielseitig einsetzbar, wie ich finde. Saucony liefert mit dem Zealot ISO 2 viel Schuh ohne viel Gewicht, wodurch er für kurze und lange Läufe gut geeignet ist. Seine extrem abriebfeste Außensohle mit hohem Carbonanteil verspricht eine verbesserte Haltbarkeit, aber die hat auch ihren Preis. Der Zealot ISO ist für ein breite Zielgruppe, von Einsteigern bis ambitionierte Läufer, die einen zuverlässigen Schuh möchten, der nicht zu fordernd ist und auch bei Dauerläufen mit moderaten Laufgeschwindigkeiten lange Komfort bietet. Für persönliche Bestzeiten ist der Zealot ISO 2 allerdings weniger geeignet, da sollte man dann schon eher zum Kinvara oder Fastwitch greifen.
 


FAZIT

Der Saucony Zealot ISO 2 Reflex ist ein gut gepolsterter und dämpfender Trainingsschuh, der einem aufgrund seines dennoch geringen Gewichts (269 g) und einer niedrigen Sprengung (4mm), das Gefühl gibt, einen Wettkampfschuh zu tragen. Der Zealot ISO 2 ist ein komfortabler Laufschuh mit guter Unterstützung, der sich gut um einen normal breiten Fuss des Läufers anschmiegt. Hat man dann die beste Schnürung endlich im Griff, ist er auch komfortabel zu tragen. Der Zealot ISO 2 ist eine ideale Wahl für den täglichen Trainingslauf an jeglichem Untergrund, der sich bei fast allen Geschwindigkeiten gut anfühlt, so lange es nicht nass oder zu kühl ist. Die Besonderheit des Saucony Zealot ISO 2 Reflex ist die elegante schwarz-weiss Gestaltung des Laufschuhs, das ist sehr chic, doch erst im Dunkeln schöpft er sein optisches Potential vollständig aus. Der komplette Laufschuh ist, nomen est omen, rundum reflektierend inklusive seiner Mittelsohle, so dass man bei Nachtläufen im Scheinwerferlicht garantiert durch hervorragende Sichtbarkeit heraus sticht. Das gilt übrigens für die gesamte Saucony Reflex-Serie zu der auch der Ride 9 Reflex und Hurricane ISO 2 Reflex gehören.

 

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Teststrecken

Den Zealot ISO 2 Reflex bin ich für den Laufschuhtest abwechselnd auf befestigten Feldwegen entlang der Isar, auf Kies, Pflaster, Asphalt und der Laufbahn, aber auch bei Schnee über einen Zeitraum von 3 Monaten gelaufen. Die Streckenlängen waren von 8 bis 20 km und am bequemsten lief sich der reflektierende Zealot ISO 2 mit extra dünnen Socken, wie zum Beispiel den Pro Racing Socks von Compresport.


Die Fakten
: SAUCONY Zealot ISO 2 Reflex

Neutral Lightweight Trainer
EVERUN Dämpfungstechnologie
TRI-FLEX Außensohle
IBR+ Aussensohle im Vorder- und Mittelsohle
XT-900 abriebfeste Außensohle
ISOFIT Obermaterial
FlexFilm Lightweight nahtloses Obermaterial
Sprengung: 4 mm (Fersenhöhe 26 mm / Vorderfuss 22 mm)
Gewicht 269 g
EUR 149,95

Empfehlung SAUCONY Zealot ISO 2 Reflex

Testgröße: US 9.5
Testdauer: 4 Monate
Testlänge: 160 km
Schuhart: Trainer, neutral
Einsatzbereich: ruhige Dauerläufe / Tempodauerläufe, alle Distanzen
Läufertyp: leicht – mittelschwer, Einsteiger – Ambitioniert
Passform: 6
Komfort: 8
Stabilität: 8
Geschwindigkeit: 7
Reaktionsfreudigkeit: 6
Wertigkeit: – 7


Supported Post

Der Zealot ISO 2 Reflex wurde für den Produkttest von der Firma Saucony zur Verfügung gestellt. Der Laufschuhtest erfolgte unabhängig und ohne Einfluss des Herstellers auf das Testergebnis. Der Testbericht ist frei und unabhängig verfasst und gibt ausschlisslich unsere persönliche Meinung auf Basis unserer Erfahrung während des Lauftrainings wieder. Wir haben weder für den Produkttest noch für die Berichterstattung eine Vergütung erhalten.


QUELLEN

SAUCONY
SAUCONY Blog
SAUCONY Freedom ISO
SAUCONY Kinvara 7

Nach einer kurzen, schwül warmen Nacht stand ein harter Tag vor mir: IRONMAN Vichy 2016 . Zum zweiten Mal stand ich bereits in dem französischen Kurort am Start und hatte nach meiner Premiere 2015 noch eine Rechnung offen. Erneut gab es Hitze und Wind in der Auvergne vorhergesagt, und die erste Disziplin im Lac d’Allier galt es diesmal ohne Wetsuit zu bewältigen. Mein IRONMAN Vichy 2016 im zauberhaften Herzen Frankreichs durch die Auvergne zwischen Puy de Dôme und Massive Central in Zahlen …

 

HERE ARE MY IRONMAN VICHY 2016 STATISTICS

 

MY IRONMAN VICHY 2016 RESULT

STARTNUMMER 1446
AGE GROUP M45-49
INDIVIDUAL 5.
GENDER 87.
OVER ALL 89.

 

MY IRONMAN VICHY 2016 RACE SUMMERY

STARTZEIT 6:50 Uhr
STARTGRUPPE Rolling Start (4 Athleten / 4 Sekunden)
SCHWIMMEN 59:49 min / 2. M40-44
T1 2:46 min
RADFAHREN 4:53:27 h / 4. M40-44
T2 3:23 min
LAUFEN 3:24:06 h / 4. M40-44
FINISH 9:24:30 h / 5. M40-44

 

MY IRONMAN VICHY 2016 SWIM DETAILS

1.9 km / 1.9 km / 29:05 / 29:07 / 1:31/100m
3.8 km / 1.9 km / 30:10 / 59:17 / 1:35/100m
TOTAL 3.8 km / 59:17 / 59:17 / 1:33/100m
INDIVIDUAL 2.
GENDER 44.
OVER ALL 48.

 

MY IRONMAN VICHY 2016 BIKE DETAILS

4.2 km / 4.2 km / 7:14 / 1:09:21 / 34.84 km/h
23.4 km / 19.2 km / 31:12 / 1:40:33 / 36.92 km/h
51.1 km / 27.7 km / 45:18 / 2:25:51 / 36.69 km/h
89.8 km / 38.7 km / 1:01:13 / 3:27:04 / 37.93 km/h
109 km / 9.2 km / 31:44 / 3:58:48 / 36.30 km/h
136.8 km / 27.8 km / 48:58 / 4:47:46 / 34.06 km/h
176.8 km / 40 km / 1:08:15 / 5:56:01 / 35.16 km/h
TOTAL 176.8 km / 4:53:54 / 5:56:01 / 36.09 km/h
INDIVIDUAL 4.
GENDER 75.
OVER ALL 75.

 

MY IRONMAN VICHY 2016 RUN DETAILS

3.5 km / 3.5 km / 14:47 / 6:13:45 / 4:13/km
4.8 km / 1.3 km / 6:13 / 6:19:58 / 4:46/km
5.2 km / 0.4 km / 2:01 / 6:21:59 / 5:02/km
6.3 km / 1.1 km / 5:02 / 6:27:01 / 4:34/km
8.7 km / 2.4 km / 10:48 / 6:37:49 / 4:30/km
13.9 km / 5.2 km / 25:13 / 7:03:02 / 4:50/km
15.2 km / 1.3 km / 5:59 / 7:09:01 / 4:36/km
15.6 km / 0.4 km / 2:21 / 7:11:22 / 5:52/km
16.7 km / 1.1 km / 5:24 / 7:16:46 / 4:54/km
19.2 km / 2.5 km / 12:21 / 7:29:07 / 4:56/km
24.3 km / 5.1 km / 25:09 / 7:54:16 / 4:55/km
25.7 km / 1.4 km / 6:17 / 8:00:33 / 4:29/km
26.1 km / 0.4 km / 2:40 / 8:03:13 / 6:39/km
27.2 km / 1.1 km / 5:34 / 8:08:47 / 5:03/km
29.7 km / 2.5 km / 13:25 / 8:22:12 / 5:22/km
34.8 km / 5.1 km / 27:26 / 8:49:38 / 5:22/km
36.1 km / 1.3 km / 6:40 / 8:56:18 / 5:07/km
36.5 km / 0.4 km / 3:04 / 8:59:22 / 7:40/km
37.6 km / 1.1 km / 5:51 / 9:05:13 / 5:19/km
40.1 km / 2.5 km / 13:02 / 9:18:15 / 5:12/km
41.6 km / 1.5 km / 6:30 / 9:24:45 / 4:20/km
Total 41.6 km / 3:25:47 / 9:24:45 / 4:56/km
INDIVIDUAL 4.
GENDER 87.
OVER ALL 89.

 

MY IRONMAN VICHY 2016 TRANSITION DETAILS

T1: Swim-to-bike 2:50
T2: Bike-to-run 2:57
READ MY IRONMAN VICHY 2016 STORY
WATCH MUCH MORE PICTURES IN MY IRONMAN VICHY 2016 GALLERY

 

THE IRONMAN VICHY 2016 TOP5 AGE GROUP M45-49

1. Selukov, Arnaud (FRA) 25 / 01:02:35 / 04:44:49 / 03:09:09 / 09:02:14
2. Petermann, Laurent (FRA) 57 / 01:12:32 / 04:48:35 / 03:08:28 / 09:15:24
3. Prezzi, Franco (ITA) 61 / 01:12:36 / 04:47:22 / 03:09:29 / 09:16:58
4. Robustelli, Alessandro (ITA) 78 / 01:08:28 / 04:47:22 / 03:17:17 / 09:21:51
5. Drexl, Stefan (DEU) 89 / 00:59:17 / 04:53:54 / 03:25:47 / 09:24:45

IRONMAN Vichy 2016 Results

 

THE IRONMAN VICHY 2016 TOP 5

WOMEN
1. Faux, Catherine (GBR) 09:13:40
2. Schaerer, Celine (SUI) 09:17:21
3. Fillnow, Kelly (USA) 09:27:56
4. Capone, Lauren (USA) 09:34:06
5. Tanaka, Keiko (JPN) 09:35:46

MEN
1. Wiltshire, Harry (GBR) 08:17:14
2. Brydenbach, Tim (BEL) 08:18:34
3. Risti, Ivan (ITA) 08:19:58
4. Delsaut, Trevor (FRA) 08:21:51
5. Brader, Christian (GER) 08:22:43

 

THE IRONMAN VICHY 2016 STATISTICS

STARTER 1946 / 100 %
FINISHER 1543 / 79,3 %
DNF 403 / 20,7 %
STARTER M40-44 254
FINISHER M40-44 234
AIR TEMPERATUR 36 Grad Celsius
WATER TEMPERATURE 26 Grad Celsius
WIND DIRECTION S-SW-NW
WIND SPEED 10 – 45 km
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MY IRONMAN VICHY 2016 RACING STUFF

BEN & JERRY’S Cookie Dough Icecream
CANYON Speedmax CF Di2 Zeitfahrrad
CONTINENTAL Schlauchreifen
FIZIK Tritone 5.5 Sattel
GIRO Inciter Tri Radschuhe
MAVIC CXR80 T Laufräder
MYPROTEIN Maltodextrin
OAKLEY Hollbrook Sonnenbrille
OAT SNACK Banana Bread
POC Cerebel Aerohelm
POLAR V650 Radcomputer
POLAR V800 GPS Multisportuhr
POWERBAR PowerGel
PROFILE DESIGN ATTK Food Unit
SAILFISH G-Range Wetsuit
SAILFISH Rebel Swimskin
SAUCONY Kinvara 7 Laufschuh
SKINFIT Tri Top, Tri Pant Funktionskleidung
SUGAR & PAIN Trucker SnapBack Cap
ZOGGS Predator Schwimmbrille

 

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Es liegt eine kurze, schwül warme Nacht hinter uns und mit dem IRONMAN Vichy 2016 ein harter Tag vor mir. Zum zweiten Mal stehe ich in dem französischen Kurort am Start und habe noch eine Rechnung zu begleichen, denn meine Premiere 2015 lief nicht ganz nach Plan. Erneut sind Hitze und Wind für die Auvergne vorhergesagt und schon am Vortag war klar, dass die erste Disziplin im Lac d’Allier ohne Wetsuit zu schwimmen ist. Jedoch könnte ein anderes, viel diskutiertes Thema diesmal Einfluss auf mein Rennen haben. Werden mit meine Wettkampf- und Ernährungsstrategie diesmal funktionieren? Wie wird der neue Rolling Start? Was der Tag wohl heute bringt? Mein IRONMAN Vichy 2016 mit Nebenwirkungen und anderen Kuriositäten.

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Die letzte Trainingseinheit auf dem Rad durch das Val d'Allier noch in entgegengesetzter Richtung ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Die letzte Trainingseinheit auf dem Rad durch das Val d’Allier noch in entgegengesetzter Richtung ©stefandrexl.de



HERE IS MY IRONMAN VICHY 2016 STORY


Der Wecker klingelt, es ist zehn vor vier und das Thermometer zeigt schon jetzt 24 Grad Celsius – oder immer noch! Es ist Sonntag, 28. August 2016, noch drei Stunden bis zum Start des IRONMAN Vichy 2016. Die Saison war lang und so habe ich mich eher kurzfristig für meine zweite Langdistanz entschieden. Ich bereite mein Frühstück: Haferflocken in warmer Sojamilch mit Zimt, zerquetschter Banane und Honig. Diese Kombination hat sich stets bewährt und ich genieße meine letzte Mahlzeit vor dem Rennen. Morgenstund’ hat Gold im Mund, und heute darf’s ein bisschen mehr sein!

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Zum Betthupferl etwas innere Kühlung und süße Motivation ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Zum Betthupferl etwas innere Kühlung und süße Motivation ©stefandrexl.de

Die letzten Tage vor meiner zweiten Langdistanz habe ich mit intensiver Entspannung, kurzen Trainingseinheiten, sowie viel Trinken und Essen hochwertiger Kohlenhydrate und Fette verbracht. Am Abend zuvor gab’s einige Galettes mit Deftigem und Crêpes mit Süßem bei meiner Lieblings-Crêperie Josephine in Vichy. Wir sind diesmal sogar extra früher angereist, um besser zu akklimatisieren, und haben ein gut gekühltes Hotel gewählt. Das einzig Richtige angesichts der hohen Temperaturen während der IRONMAN Race Week von bis zu 38 Grad Celsius. Zur inneren Kühlung und Belohnung habe ich mir als Betthupferl noch eine leckere Eiscrème, natürlich ein Ben & Jerry’s, gegönnt.

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Französiche Kreativität an der Radstrecke ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Französiche Kreativität an der Radstrecke ©stefandrexl.de

Anschließend fülle ich meine Trinkflaschen mit Tee und Maltodextrin von MyProtein und bereite die Wettkampf-Verpflegung vor. Alles Routine, bis jetzt. Nach einem frisch gebrühten Espresso in meiner Bialetti gönne ich mir noch etwas Ruhe zur Konzentration. Zwei Stunden vor dem Start brechen wir auf. In Begleitung meines Sohnes laufe ich durch die Dunkelheit auf der Promenade entlang des Lac d’Allier zum Wettkampfgelände. Es ist ein Teilstück der Marathonstrecke des IRONMAN Vichy. Kein Wind, das Wasser ist still und die Nacht sternenklar.

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Letzte Vorbereitungen beim Check In des Zeitfahrrades ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Letzte Vorbereitungen beim Check In des Zeitfahrrades ©stefandrexl.de



CROISSANT ET CAFE AM START DES IRONMAN VICHY


Auf der anderen Uferseite schlummert der Parc Omnisports mit der noch verlassenen Wechselzone. Die Ruhe vor dem Sturm. Wir erreichen um 5:30 Uhr, pünktlich zur Öffnung den Bike-Park. Es herrscht eine entspannte Atmosphäre, es gibt Croissant mit Café Crème im Palais du Lac Centre Omnisports, ich lasse lieber die Finger davon. Es bleiben mir noch 80 Minuten bis zum Start. Auf meinem Weg durch die Wechselzone treffe ich noch Christian Brader und Diana Riesler auf ein kurzes Gespräch, zwei deutsche Profi Triathleten und heute Favoriten auf den Gesamtsieg. Mein Bike (CANYON Speedmax CF) steht mit Startnummer 1446 diesmal an einem undankbaren Platz im Zentrum der Wechselzone, Mitte, Mitte.



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Die letzten Vorbereitungen: Trinkflaschen in die Flaschenhalter und Verpflegung in die Food Box. Radschuhe einpudern, in die Pedale klicken und mit Gummis fixieren. Reifen aufpumpen und das richtige Ritzel auflegen. Fertig! Ich habe für den IRONMAN Vichy 2016 wieder die MAVIC CXR80 T Hochprofilfelgen mit Schlauchreifen gewählt, vorne wie hinten, auch wenn ein Reifenwechsel dadurch komplizierter wäre und länger dauern würde. Schlauchreifen rollen wesentlich komfortabler, vor allem auf dem rauen, französischen Straßenbelag und sind zugleich haltbarer. Holger Schiegel von SPEED COMPANY München hat vorsorglich ein paar neue Reifen aufgeklebt, damit alles hundertprozentig ist. Wichtiger für den Komfort auf dem Rad und den 180 Kilometern war aber noch eine leichte Korrektur meiner Sitzposition durch Pascal vom Radlabor. Denn erst dadurch ist es möglich ohne Rückenprobleme dauerthaft in der Aeroposition zu bleiben und mehr Druck auf’s Pedal zu bringen. Meinen POC Zeitfahrhelm und die Startnummer habe ich diesmal im Wechselbeutel deponiert, so dass ich beides bereits während meines Laufwegs zum Rad auf- und anziehen kann.

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Die Waffe ist geladen und Startplatz 1446 ist scharf ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Die Waffe ist geladen und Startplatz 1446 ist scharf ©stefandrexl.de



IRONMAN VICHY 2016: ROLLING START MIT FANZÖSISCHER KLEIDERORDNUNG


Der Lac d’Allier misst 26 Grad Celsius, ein Grad über der zulässigen Wassertemperatur und das bedeutet, dass die 3800 Meter heute ohne Wetsuit zu schwimmen sind. Wieder einmal dieses Jahr, denn nur zwei meiner neun Triathlons waren mit Wetsuit, weniger denn je. Die Klimaerwärmung hat damit auch immer öfter Auswirkungen auf unsere faszinierende Sportart. Als guter Schwimmer kommt mir das zwar entgegen, eventuell, es kostet mich aber auch mehr Energie wegen des höheren Beineinsatzes. Während ich noch ein Energy Gel zu mir nehme, gehe ich noch einmal meine Laufwege durch die Wechselzone ab und ziehe meinen Speedsuit von Sailfish an. Dann geht’s an den Start, für mich erstmals im neu eingeführten Rolling Start Modus , der die erste Disziplin für die Triathleten entspannter und komfortabler machen soll.

Wettkampf in der Komfortzone – ein Widerspruch! Ein kurzer Abschied von meiner Frau und meinem Sohn, Schwimmbrille aufgesetzt und dann hinein in die Gatterschleuse für die freiwillige Vorsortierung nach den persönlichen Schwimmzeiten. Statt Entspannung und Komfort herrscht hektisches Gedränge im Kampf um die besten Startpositionen – als würde schon hier der IRONMAN entschieden. Ich komme mir vor wie ein Schaf auf dem Gang zum Schlachthof, wie das wohl erst für die Zuschauer aussieht. Dann erreiche ich endlich den ersten Block der schnellsten Schwimmer mit der Schleuse zum Ponton. Der Horizont färbt sich in sanftes orange und die Dämmerung setzt ein.

Ein Kampfrichter spricht mich überraschend an, erst in Highspeed-Französisch, dann auf englisch: Ich soll mein ärmelloses Triathlon Oberteil unter meinem Speedsuit auszuziehen oder runterzurollen, denn es sei nur ein Layer bei Wetsuitverbot erlaubt. Für mich zwar unverständlich, denn in den IRONMAN Reglement § 4.03 (f) wurde das mit zunehmender Popularität der Speedsuits angepasst mehr und auch während der Wettkampfbesprechung wurde diesbezüglich nichts erwähnt. Ich war über diese französische Kleiderordnung irritiert aber es machte keinen Sinn kurz vor dem Start zu diskutieren und so die Konzentration womöglich zu verlieren. Also ziehe ich meinen Speedsuit wieder aus, schlüpfe mit meinen Schultern durch das enge Kopfteil meines ärmellosen Tri Tops und schiebe es nach unten über den Bauch. Natürlich alles andere als optimal, denn um meine Taille war jetzt eine unbequem Wurst gewickelt. Zu einem früheren Zeitpunkt hätte ich dafür sicherlich eine bessere Lösung gefunden. Mit diesem Thema wurden auch andere Triathleten kurzfristig konfrontiert und mancher später deshalb auch disqualifiziert, selbst einige Profis (LINK).

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Stau am Ponton und die Zeit läuft: Der Schwimmstart mit Rolling Start gleicht selbst bei einigen schnelleren Triathleten einem planlosen Sprung ins Ungewisse ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Stau am Ponton und die Zeit läuft: Der Schwimmstart mit Rolling Start gleicht selbst bei einigen schnelleren Triathleten einem planlosen Sprung ins Ungewisse ©stefandrexl.de



BLEIENTEN UND TREIBGUT STATT ADRENALIN


Nach acht Monaten Training, Verzicht und intensiver Vorbereitung ist es dann soweit für mich und fast 2000 Triathleten. Um 6:50 Uhr ertönt erstmals das Startsignal des IRONMAN Vichy 2016 für die ersten vier Athleten gefolgt von den Nächsten alle vier Sekunden. Mit einem kurzen Piepston startet für mich knapp eine Minute später die zweite Langdistanz und ich laufe mit drei weiteren Triathleten über den Steg, wo die vorherigen Starter noch spazieren. Ein Kampfrichter fordert uns auf, nicht zu überholen. Ein Scherz, denke ich mir. Da war sie die Komfortzone! Am Ende des Steges hole ich Schwung und setze zum Startsprung an. Gerade noch rechtzeitig erkenne ich, wie ein Starter vor mir eher hilflose ins Wasser plumpst. Als ich gerade noch seitlich an ihm vorbeisegle, taucht unter mir ein anderer Schwimmer auf – ohne Brille. Ich segle glücklicherweise weit genug. Nach einer kurzen Tauchphase ohne „Bleienten“ schwimme ich relativ moderat los, denn von Beginn an muss ich mich durch oder über vor mir gestarteten Triathleten kämpfen. Für gewöhnlich geht es mit dem Start und der ersten Disziplin so richtig zur Sache, die Strecke ist frei und das Tempo hoch. Bei einem regulären Start wäre ich jetzt wohl mit den schnellsten Schwimmern schon vorne weg. Mit dem Rolling Start ist alles anders und das Problem liegt ursächlich nicht bei den Teilnehmern.

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Konzentrierte Vorbereitung auf das Schwimmen mit Rollin Start ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Konzentrierte Vorbereitung auf das Schwimmen mit Rollin Start ©stefandrexl.de

Das Wasser ist zwar unruhig aber das Wassergefühl ist sehr gut, das Tempo eher kontrolliert. An der ersten Boje wird gedrängelt, Positionskämpfe und so verläuft auch das gesamte Schwimmen. Mit dem ersten und einzigen Landgang gibt’s etwas Abwechslung. Die Zuschauermenge tobt, das französische Publikum ist sensationell und das spornt an. Ich fühle mich nach der Hälfte der Schwimmstrecke durchaus locker, jedoch habe ich keine Orientierung an welcher Position ich mich befinde, denn überall sind Schwimmer Im vergangen Jahr war ich zu diesem Zeitpunkt in der Spitzengruppe und wir haben sogar die langsameren Profis eingesammelt. Beim erneuten Sprung in den Lac d’Allier ein ähnliches Szenario, wie beim Start. Was mag das wohl für ein Bild von unserer Sportart für Außenstehende abgegeben? Die Sonne geht auf über Vichy und mit jedem Atemzug nach links schaue ich ihr auf der zweiten Runde direkt entgegen.



SOLORITT DURCH DEN GLUTOFEN DER AUVERGNE


Mit meiner bisher langsamsten Schwimmzeit steige ich nach die 3,8 Kilometer mit 59 Minuten aus dem badewannenwarmen Lac d’Allier und schwinge mich mit einem schnellen ersten Wechsel nach nur 2:50 Minuten auf den Sattel meines Canyon Speedmax CF. Jetzt folgen die schönsten 180 km eines IRONMAN bei strahlend blauem Himmel durch die zauberhafte Landschaft der Departements d’Allier und Puy de Dôme. Nach dem Parc d’Omnisport und ein paar kurze Steigungen des Vororts Bellerive-sur-Allier geht’s Richtung Süden auf die Radstrecke. Zwei Runden à 90 km mit 1194 Höhenmetern sind zurückzulegen. Meine Beine sind locker und schnell finde ich einen Tretrhythmus. Auf den ersten Kilometern überhole ich einige Athleten, beinahe alle hundert Meter einen. Nach 20 km bin ich alleine unterwegs durch die Felder des Val d’Alliers und die verschlafenen Dörfer des Département Puy-de-Dôme.

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Feuer frei: Mit Fullspeed über die Felder im Val d'Allier ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Feuer frei: Mit Fullspeed über die Felder im Val d’Allier ©stefandrexl.de

Es geht raus aus dem Tal und von Limones auf einer der langen Geraden über Luzillat nach Maringues. In der Ferne, bei Kilometer 40 sehe ich endlich wieder einen Mitstreiter vor mir, ein Orientierungspunkt. Erst jetzt merke ich, selbst einen Verfolger zu haben, wohl schon seit einiger Zeit, ganz so einsam ist es also doch nicht. Der scheint es sich hinter mir eingerichtet zu haben, zwar im erlaubten Mindestabstand der zwölf Meter langen Windschattenbox, aber ohne einen Zentimeter zu verschenken, zu überholen oder sich abschütteln zu lassen.

Das Morgenlicht ist herrlich und der klare Blick auf den Puy de Dôme ist einfach wunderbar. Über den Feldern liegt ein leichter Dunst und in den Dörfern stehen Menschen am Straßenrand und winken, es riecht nach frischem Baguette. Motivation. Es läuft und ich fahre ein konstantes Tempo um die 40 km/h, ein leichter Wind von links-vorne bläst mir aus Süd-Westen entgegen. Der Pedaldruck passt und es ist Zeit nach einem Energy Gel bei Kilometer zehn für etwas feste Verpflegung mit Banana Bread.Bei Kilometer 44 überhole ich meinen Vordermann und ein paar Kilometer später die eher gestartete führende Frau. Nach 50 Kilometern im Schlepptau überholt mich mein Windschatten –Verfolger. Es ist Holger aus Deutschland (praktisch die beschrifteten Starnummern) zusammen mit einem weiteren Athleten und klebt erneut kritisch an dessen Hinterrad – sechs Radlängen, keinen Zentimeter mehr oder weniger.

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Ausser eines Verfolgers keine Traithlet in Sichtweite ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Ausser eines Verfolgers keine Traithlet in Sichtweite ©stefandrexl.de

Bevor es erstmals von Bas-et-Lezat den langen Anstieg hinauf nach Razet geht, werde ich von einem Gruppo mit acht Mann überholt, die ein Mannschaftszeitfahren simulieren, dicht gefolgt von einem Race Marshall und einem Referee. Doch beide warten nur auf eine verkehrsgünstige Chance, um zügig an dem Pulk vorbeifahren ohne einer Reaktion auf das Renngeschehen. Rolling Start mit Schwimmen im selbst gewählten Wasserschatten, Windschattenfahren ohne Konsequenzen, wozu eigentlich Zeitnahme für Age Grouper? Wir könnten im Ziel auch Würfeln …

Es kehrt wieder Ruhe ein, nur die Carbon-Laufräder dröhnen monoton über den groben Asphalt. Nach den fast hundert Höhenmetern und einer Achterbahn durch den welligen Forêt vor Vichy führt eine lange Abfahrt wieder hinunter ins Val d’Allier und durch das Labyrinth von Bellerive-sur-Allier. Nach einigen heiklen Bremsbuckeln mit Tempo 75 und einer scharfen Rechtskurve folgen einige Kreisverkehre und Kreuzungen bis schließlich die erste Radrunde mit einer Verpflegungsstelle geschafft ist: 2:25 Stunden für die ersten 90 Kilometer! Ich trenne mich von meinen leeren Trinkflaschen und bekomme bei den Individual Needs meine zwei vorbereiteten vollen Flaschen. Ab jetzt zählts!



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NACH DER RUHE KOMMT DER STURM: DIE ZWEITE RADRUNDE


Die zweiten 90 km beginnen bereits weniger einsam. Ich überhole einige sehr langsame Triathleten, sie sind scheinbar wohl erst am Anfang der zweiten Disziplin. Aber auch ich werde alle paar Kilometer von langsameren Schwimmern oder später gestarteten Triathleten überholt. Während die Temperaturen jetzt 30 Grad übersteigen, nehmen die Böen deutliche zu und der Wind bläst aus verschiedenen Richtungen. Als ich das zweite Mal aus dem Val d’Allier hinauf nach Limons fahre weht mir ein starker Westwind entgegen und dunkle Gewitterwolken entstehen über dem Puy-de-Dome, die schnell Richtung Vichy ziehen. Nun steigt auch die Luftfeuchtigkeit und die Luft riecht nach warmen Regen.

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Lange Geraden und eine überwältigende Aussicht auf den Puy de Dôme ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Lange Geraden und eine überwältigende Aussicht auf den Puy de Dôme ©stefandrexl.de



Der Wind bremst die Athleten und das Tempo wird langsamer. Etwa zwanzig Radfahrer passieren die Verpflegungsstelle in Martres-sur-Morge und plötzlich fliegen Trinkflaschen auf den Boden und rollen über die Straße. Eine freiwillige Helferin springt hinterher, ein Fehler. Unmittelbar hinter mir kommt es zum Sturz. Während ich mit einer Hand noch nach einer Trinkflasche greife, rollt eine Volle direkt vor mein Vorderrad. Einarmig versuche ich meine Lenker zu stabilisieren und schon rumpelt es unter mir. Ich kann gerade noch das Gleichgewicht halten und glücklicherweise einen Sturz vermeiden. Eine Schrecksekunde, das Adrenalin schießt mir durch den kompletten Körper. Das wäre fast ins Auge gegangen – durchschnaufen, sortieren und weiterfahren!

Der Regen kommt nicht, aber der Wind nimmt zu, vor allem der Gegenwind bläst stark und gibt mir das Gefühl über den Asphalt zu kriechen. Nach knapp 140 Kilometern fahre ich wieder einmal alleine durch die Prärie. Ich fühle mich etwas matt, werde unkonzentriert und meine Gedanken schweifen ab. Ich denke an die vergangenen Monate, das Training und meine Familie, an die vielen wunderbaren Moment und die viel zu früh verstorbenen Freunde. Ich hinterfrage den Sinn der Sache, welch ein Privileg diesen Sport machen zu können – zu dürfen. Gesund. Welch ein Glück? Mein Blick schweift über den Radcomputer und meinen Notizzettel auf dem Vorbau mit meinen Stichpunkten, die der Sache einen Sinn geben. Die Konzentration kehrt schlagartig zurück und mit einem erneuten Tempocheck auch die Motivation. Auf den letzten 25 Kilometern nütze ich endlich den Rückenwind und verschärfe noch einmal das Tempo. Der Regen hat es dafür nicht zu mir geschafft, nur im Dorf St.-Clément-de-Regnat waren die Straßen feucht.



IRONMAN VICHY 2016 The Story: Hochbetrieb an der Verpflegungsstelle mit Schrecksekunde ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Hochbetrieb an der Verpflegungsstelle mit Schrecksekunde ©stefandrexl.de



Auf der Abfahrt zurück nach Vichy erhöhe ich die Trittfrequenz, lockere meine Beine und entspanne den Rücken. Die dauerhafte Haltung in der Aeroposition mit dem hohen Druck und der fehlenden Abwechslung ist anstrengend, aber dank des vielen Athletiktrainings gab es diesmal keine Rückenschmerzen. Die letzten Kilometer zurück zur Wechselzone sind aufgrund der vielen Kurven und Kanaldeckel riskant. Nach 4:53 Stunden steige ich pannenfrei und dankbar von meinem Speedmax, ganze 17 Minuten schneller als im Vorjahr und an Position vier meiner Altersklasse. Die Beine fühlen sich zumindest nach dem ersten Bodenkontakt gut an.



HAWAII-FEELING IM MARATHON AM LAC D’ALLIER


Mit einem weiteren flotten Wechsel, Socken an und rein in die Laufschuhe, starte ich meine erste Laufrunde und finde sofort meinen Laufrhythmus. Mein Marathon soll diesmal besser laufen und so wähle ich ganz bewusst ein moderates Tempo, denn schließlich liegen bereits 3,8 km Schwimmen und 180 km Radfahren hinter mir. Die Erfahrungen des Vorjahres möchte ich nicht mehr machen aber ich möchte sie auch nicht missen. Nach 5 km überrascht mich ein Blick auf meine Uhr: 21:30 Minuten – das ist zu schnell. An der ersten Verpflegungsstelle nehmen ich nur Wasser im Vorbeilaufen, die Mittagshitze von jetzt 33 Grad ist noch erträglich. Ich lauf durch die Galerien von Vichy und vorbei an der Oper, noch ist die Laufstrecke zwar leer aber den Streckenrand säumen bereits zahlreiche Zuschauer.

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Die Beine sind auch im Marathon locker und schnell läuft's durchdie Galerien des Parc de l'Opèra ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Die Beine sind auch im Marathon locker und schnell läuft’s durchdie Galerien des Parc de l’Opèra ©stefandrexl.de



Nach zehn Kilometern gehe ich ein paar Meter durch die nächste Verpflegung und trinke erstmals auch ein paar Schlücke Cola im Wechsel mit Wasser. Nach wenigen Metern laufe ich wieder locker weiter. In der zweiten Runde erreicht dann doch noch etwas warmer Sprühregen das Städtchen Vichy. Das Nass von oben ist angenehm und für kurze Zeit ist es auch. Doch der Regen kühlt kaum und nach zwanzig Minuten ist der Regen schon wieder vorbei. Dafür steigt jetzt die Luftfeuchtigkeit und erschwert die Atmung. Fast schon Hawaii-Feeling. In 1:40 Stunden ist die Hälfte des Marathons geschafft, jetzt heißt es die Konzentration und das Tempo halten.



IRONMAN VICHY 2016: COLA ORANGE FÜR DEN ZUCKERSPIEGEL


Zu diesem Zeitpunkt des IRONMAN habe ich keine Ahnung, was hinter mir passiert und an welcher Position ich laufe. Ebenso gibt es keine Informationen, wie viele Athleten vor oder nach mir gestartet sind, die eventuell langsamer oder schneller unterwegs sind als ich ohne sie jemals während des gesamten Rennens zu sehen. Es ist ein Rennen ohne Orientierung. Ich halte stattdessen an meiner Renntaktik fest, ab jetzt durch jede Verpflegungsstelle ein paar Meter zu gehen während ich trinke und an Orangen sauge, um nicht Gefahr zu laufen, hinten raus einzugehen. Dennoch beginnt in der dritten Runde mein Blutzuckerspiegel zu schwanken und auch die Waden werden etwas matschig. Ich verkürze die Schrittlänge, erhöhe dafür die Schrittfrequenz und nehme etwas das Tempo raus. Es funktioniert und ich kann diese Schwächephase relativ schnell überwinden. Auf der Uferpromenade überhole ich dann wieder Holger, mein Windschatten. Er hat Krämpfe und muss gehen!



IRONMAN VICHY 2016 The Story: In der Mittagssonne entlang am Lac d'Allier ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: In der Mittagssonne entlang am Lac d’Allier ©stefandrexl.de



Ein letztes Mal laufe ich durch das IRONMAN Stadion im Pac d’Omnisport, nur noch zehn Kilometer, die letzte Runde. Ich freue mich und denke kurz zurück an den IRONMAN Vichy 2015, an den letzten Marathon, der ganz anders kam als ich dachte, an die vergangenen zwölf Monate mit den die vielen Einheiten, Kilometern, Höhenmetern und den Fahrten durch den Regen. Ein tolles Jahr mit vielen Erfahrungen, für die ich dankbar bin und aus denen ich einiges gelernt habe. Sometimes you win and sometimes you learn, but you never lose, spreche ich laut aus. Es ist das erste Mal seit mehr als acht Stunden schweigen. Wir Triathleten sind schon eine seltsame Spezies.



FINISH MIT EISERNEM WILLEN UND GÄNSEHAUT BEIM IRONMAN VICHY 2016


Ich bin wieder hell wach und die Beine laufen fast automatisiert. Ich spüre zwar meine Waden, aber wäre ja auch schlimm, wenn nicht. Die Uhr zeigt keine neun Stunden an und es sind kaum mehr sechs Kilometer. Im Vorjahr war ein Slot für Hawaii längst abgehakt, jetzt ist vielleicht sogar ein Platz auf dem Podium in Reichweite. Aber keine Rechnerei, denn Triathlon ist keine Mathematik und auf fünf Kilometern kann noch einiges passieren. Auf der Schleife zur Opéra de Vichy kommt mir noch Frank Aurich entgegen, ein Sportsfreund aus München. Wir sind in der selben Altersklasse und er hat mir zum Glück laut zugerufen, sonst hätte ich ihn unter den vielen Läufern nich erkannt. Frank läuft knapp einen Kilometer vor mir und scheint somit erst in Runde drei zu sein.



IRONMAN VICHY 2016 The Story: Die letzte Runde läuft wie die Erste im Flug und ein letztes Mal geht's über die Europa-Brücke von Vichy ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Die letzte Runde läuft wie die Erste im Flug und ein letztes Mal geht’s über die Europa-Brücke von Vichy ©stefandrexl.de



Die letzten beiden Verpflegungen lasse ich aus, um Zeit zu sparen und merke, wie sich eine Leichtigkeit in mir ausbreitet. Ich laufe ein letztes Mal über die Europabrücke von Vichy und dann hinein in’s IRONMAN Stadion und die letzten einhundert Meter. Das Publikum feiert trotz der großen Hitze, angeheizt von einem DJ und zwei sensationellen Moderatoren. Was für eine Stimmung, Adrenalin und Gänsehaut, schlagartig löst sich meine Anspannung mit Tränen der Freude und des puren Glücks. Über der Finishline sehe ich die Uhrzeit: Neun Stunden, vierundzwanzig Minuten! Dieser Moment ist so intensiv und gewaltig, so wunderbar einzigartig: „You are an IRONMAN,“ schallt es aus den Boxen. Ich bin im Ziel.



FAZIT: VIRTUELLE DUELLE, GEDANKENSPIELE UND PERSÖNLICHE BESTZEIT


Das war ein Triathlon, eine Langdistanz und ein IRONMAN, wie ich ihn mir gewünscht habe. Das Wassergefühl war über die gesamten 3,8 km hervorragend, beide Wechsel haben sauber geklappt, auf dem Rad habe ich Pedaldruck und Tretfrequenz 180 km lang halten können und den Marathon bin ich nahezu 42,295 km mit einer konstanten Pace gelaufen. Meine Veränderungen im Training und in der Vorbereitung haben sich ausgezahlt und auch meine Ernährungsstrategie hat gut funktioniert. Meine Renntaktik war kontrolliert und darauf ausgelegt, nicht in eine ähnliche Situation zu geraten wie im Vorjahr.

Ich habe mit einer Zeit von 9:24:45 Stunden die TOP 5 meiner Altersklasse M45-49 erreicht und war damit 30:46 Minuten schneller als bei meinem ersten IRONMAN 2015. Gesamt ist es Platz 89 und somit ähnlich mit der Platzierung des Vorjahrs, dem 84 Platz (9:55:31 Stunden). Das verdeutlicht einen starken Anstieg der Leistungsdichte meiner Alterklasse beim IRONMAN Vichy von 2015 zu 2016. Interessant ist auch der Vergleich der Siegerzeit meiner Alterklasse: 9:22:41 Stunden (2015) zu 09:02:14 Stunden (2016). Mit meiner Zielzeit wäre man im vergangenen Jahr noch zweiter geworden. Aber jedes Rennen hat seinen eigenen Charakter und Triathlon ist keine Mathematik.



IRONMAN VICHY 2016 The Story: Nach 9:24 Stunden auf dem Buckel ist die ganze Energie auf einen lauten Freudenschrei konzentriert ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Nach 9:24 Stunden auf dem Buckel ist die ganze Energie auf einen lauten Freudenschrei konzentriert ©stefandrexl.de



Einen ganz besonderen Charakter hat der IRONMAN Vichy 2016 schon wegen des Rolling Starts. Als ich mir kurze Zeit später im Ziel erneut die Ergebnisse und Zwischenzeiten anschaue bekomme ich die Nebenwirkungen des neuen Startmodus persönlich zu spüren. Ich bin als vierter meiner Altersklasse durchs Ziel gelaufen und fünfzehn Minuten später auf Platz fünf gerutscht. Die Zeitdifferenz zum neuen Viertplatzierten beträgt nur 2:54 Minuten. Ein Positionsverlust ohne einem direkten Duell. Ein virtueller Gegner, den man zu keinem Zeitpunkt des Rennens zu Gesicht bekommen hat, weil er später gestartet war. Auch Platz drei war nur 7:47 Minuten vor mir, das Podium somit in Reichweite, doch immerhin hat jener Athlet mich irgendwann tatsächlich überholt. Auch wenn wir wohl beide nicht wussten, um welche Positionen wir eigentlich aktuell kämpften. Oder hätte ich mich vielleicht doch etwas mehr trauen sollen. Es wäre ja sinnfrei gewesen jedem Athleten hinterher zu laufen, ohne zu wissen, wann dieser tatsächlich gestartet war. Für mich ist das eine unglückliche Folge des Rolling Start und im Grunde eine eklatante Wettbewerbsverzehrung, die möglicherweise auch einigen andere Triathleten betreffen wird.

Der IRONMAN Vichy 2016 ist in the Books and History. Ich bin richtig zufrieden und glücklich mit meiner Leistung und meinem Rennen, über meine gute Zeit und das Ergebnis. Mein IRONMAN Vichy 2016 ist ein echter Erfolg. Es lief alles nach Plan und hat vom Start bis zum Finish richtig Spaß gemacht. Meine Rechnung mit Vichy ist beglichen und meine Saison damit erfolgreich beendet: AUS – SCHLUSS – VORBEI!



NACHTRAG


Am nächsten Tag erfahre ich dann während der Award Ceremony, dass in meiner Altersklasse M45-49 nur vier Slots für die IRONMAN World Championships Hawaii zu vergeben sind. Alle vier Qualifikationsplätze werden angenommen.



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The IRONMAN VICHY 2016 VIDEO Highlights


2000 Triathleten nahmen an der 2016 Ausgabe des Ironman Vichy teil. Es galt 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen im typischen Glutofen der Auvergne zu absolvieren …

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Mehr Informationen



MY SPECIAL THANKS


Einen Triathlon kann man alleine bestreiten. Für einen IRONMAN und besonders den langen Weg dorthin braucht es einige Menschen und ein positives soziales Umfeld mit Geduld und Leidensfähigkeit, wenn das Vorhaben von Erfolg gekrönt sein soll. Mein herzlicher Dank gehen an meine Frau Kerstin und meine Kinder Jamie und Simon für Ihre liebevolle Unterstützung. Ich danke meinen Freunden, die mich immer wieder motiviert oder auch bei meinen Trainingseinheiten begleitet haben, danke Jochen und Moritz. Ohne einer perfekt funktionierenden Technik ist die zweite Disziplin nicht pannenfrei zu bewältigen. Damit mein CANYON Speedmax wie geschmiert läuft und es richtig schnell rollt, braucht es einen Meister, der sein Handwerk versteht. Danke an Holger Schiegl von SPEED COMPANY München für den zuverlässigen technischen Support und an Pascal Ketterer vom Radlabor München für die großartigen Sitzpositionsanalysen. Ohne den beiden und ihrer fachlicher Kompetenz würde es selbst mit der schärfsten Zeitfahrwaffe in der zweiten Disziplin nur halb so schnell rollen.



MY IRONMAN VICHY 2016 RESULT


STARTZEIT 6:50 Uhr
STARTGRUPPE Rolling Start (4 Athleten / 4 Sekunden)
STARTNUMMER 1446
SCHWIMMEN 59:49 min / 1. M40-44 (2.)
T1 2:46 min
RADFAHREN 4:53:27 h / 18. M40-44 (4.)
T2 3:23 min
LAUFEN 3:24:06 h / 17. M40-44 (4.)
FINISH 9:24:30 h
OVER ALL 84
AGE GROUP M45-49
INDIVIDUAL 5



THE IRONMAN VICHY 2016 TOP5 AGE GROUP M45-49


1. Selukov, Arnaud (FRA) 25 / 01:02:35 / 04:44:49 / 03:09:09 / 09:02:14
2. Petermann, Laurent (FRA) 57 / 01:12:32 / 04:48:35 / 03:08:28 / 09:15:24
3. Prezzi, Franco (ITA) 61 / 01:12:36 / 04:47:22 / 03:09:29 / 09:16:58
4. Robustelli, Alessandro (ITA) 78 / 01:08:28 / 04:47:22 / 03:17:17 / 09:21:51
5. Drexl, Stefan (DEU) 89 / 00:59:17 / 04:53:54 / 03:25:47 / 09:24:45



IRONMAN Vichy 2016 Ergebnisse



MY IRONMAN VICHY 2016 RACING STUFF


BEN & JERRY’S Cookie Dough Icecream
CANYON Speedmax CF Di2 Zeitfahrrad
CONTINENTAL Schlauchreifen
FIZIK Tritone 5.5 Sattel
GIRO Inciter Tri Radschuhe
MAVIC CXR80 T Laufräder
MYPROTEIN Maltodextrin
OAKLEY Hollbrook Sonnenbrille
OAT SNACK Banana Bread
POC Cerebel Aerohelm
POLAR V650 Radcomputer
POLAR V800 GPS Multisportuhr
POWERBAR PowerGel
PROFILE DESIGN ATTK Food Unit
SAILFISH G-Range Wetsuit
SAILFISH Rebel Swimskin
SAUCONY Kinvara 7 Laufschuh
SKINFIT Tri Top, Tri Pant Funktionskleidung
SUGAR & PAIN Trucker SnapBack Cap
ZOGGS Predator Schwimmbrille



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Es liegt eine kurze, schwül warme Nacht hinter uns und mit dem IRONMAN Vichy 2016 ein harter Tag vor mir. Zum zweiten Mal stehe ich in dem französischen Kurort am Start und habe noch eine Rechnung zu begleichen, denn meine Premiere 2015 lief nicht ganz nach Plan. Erneut sind Hitze und Wind für die Auvergne vorhergesagt und schon am Vortag war klar, dass die erste Disziplin im Lac d’Allier ohne Wetsuit zu schwimmen ist. Mein IRONMAN Vichy 2016 in Bildern im zauberhaften Herzen Frankreichs durch die Auvergne zwischen Puy de Dôme und Massive Central.

 

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IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Das Ironman Branding an allen Orten der Stadt ©stefandrexl.de

IM VICHY 2016 The Gallery: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Das Ironman Branding an allen Orten der Stadt ©stefandrexl.de

 

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Historische Bauten in der Altstadt, hier läßt es sich gut aushalten ©stefandrexl.de

IM VICHY 2016 The Gallery: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Historische Bauten in der Altstadt, hier läßt es sich gut aushalten ©stefandrexl.de

 

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Die letzte Schwimmeinheit vor dem Wettkampf ©stefandrexl.de

IM VICHY 2016 The Gallery: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Die letzte Schwimmeinheit vor dem Wettkampf ©stefandrexl.de

 

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Die letzte Trainingseinheit auf dem Rad durch das Val d'Allier noch in entgegengesetzter Richtung ©stefandrexl.de

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IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Französiche Kreativität an der Radstrecke ©stefandrexl.de

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IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Galettes mit Deftigem und Crêpes mit Süßem bei meiner Lieblings-Crêperie am Vorabend ©stefandrexl.de

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IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Zum Betthupferl etwas innere Kühlung und süße Motivation ©stefandrexl.de

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IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Wer suchet der findet - noch geht's ohne Lupe ©stefandrexl.de

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MY IRONMAN VICHY 2016 SWIM PART

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Letzte Vorbereitungen beim Check In des Zeitfahrrades ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Letzte Vorbereitungen beim Check In des Zeitfahrrades ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Zwei Mal 2000 Wechselbeutel für's Bike Gear und Run Gear, dazwischen hängen meine mit Startnummer 1446 ©stefandrexl.de

IM VICHY 2016 The Gallery: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Zwei Mal 2000 Wechselbeutel für’s Bike Gear und Run Gear, dazwischen hängen meine mit Startnummer 1446 ©stefandrexl.de

 

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Die Waffe ist geladen und Startplatz 1446 ist scharf ©stefandrexl.de

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IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Konzentrierte Vorbereitung auf das Schwimmen mit Rollin Start ©stefandrexl.de

IM VICHY 2016 The Gallery: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Konzentrierte Vorbereitung auf das Schwimmen mit Rolling Start ©stefandrexl.de

 

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Stau am Ponton und die Zeit läuft: Der Schwimmstart mit Rolling Start gleicht selbst bei einigen schnelleren Triathleten einem planlosen Sprung ins Ungewisse ©stefandrexl.de

IM VICHY 2016 The Gallery: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Stau am Ponton und die Zeit läuft: Der Schwimmstart mit Rolling Start gleicht selbst bei einigen schnelleren Triathleten einem planlosen Sprung ins Ungewisse ©stefandrexl.de

 

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Romantischer Sonnenaufgang über dem Lac d'Allier ©stefandrexl.de

IM VICHY 2016 The Gallery: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Romantischer Sonnenaufgang über dem Lac d’Allier ©stefandrexl.de

 

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Nach 3,8 km im Lac d'Allier schnell den Sailfish Speedsuit abstreifen und das runter gerollte Tri Top wieder anziehen ©stefandrexl.de

IM VICHY 2016 The Gallery: Nach 3,8 km im Lac d’Allier schnell den Sailfish Speedsuit abstreifen und das runter gerollte Tri Top wieder anziehen ©stefandrexl.de

 
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MY IRONMAN VICHY 2016 BIKE PART

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Feuer frei: Mit Fullspeed über die Felder im Val d'Allier ©stefandrexl.de

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IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Ausser eines Verfolgers keine Traithlet in Sichtweite ©stefandrexl.de

IM VICHY 2016 The Gallery: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Ausser eines Verfolgers keine Traithlet in Sichtweite ©stefandrexl.de

 

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Es rollt in der Aeroposition trotz stetiger Steigung durch das Allier Tal ©stefandrexl.de

IM VICHY 2016 The Gallery: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Es rollt in der Aeroposition trotz stetiger Steigung durch das Allier Tal ©stefandrexl.de

 

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Lange Geraden und eine überwältigende Aussicht auf den Puy de Dôme ©stefandrexl.de

IM VICHY 2016 The Gallery: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Lange Geraden und eine überwältigende Aussicht auf den Puy de Dôme ©stefandrexl.de

 

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Um acht Uhr morgens sind die Schatten noch lang und nicht viele Menschen in den kleinen Dörfern unterwegs ©stefandrexl.de

IM VICHY 2016 The Gallery: Um acht Uhr morgens sind die Schatten noch lang und nicht viele Menschen in den kleinen Dörfern unterwegs ©stefandrexl.de

 

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Ständiger Gegenwind auf den langen Geraden durch die Auvergne - ob der Abstand wohl noch regelkonform ist ©stefandrexl.de

IM VICHY 2016 The Gallery: Ständiger Gegenwind auf den langen Geraden durch die Auvergne – ob der Abstand wohl noch regelkonform ist ©stefandrexl.de

 

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Rechtzeitig regelmäßig zu trinken ist bei den angekündigten Temperaturen leistungsentscheidend ©stefandrexl.de

IM VICHY 2016 The Gallery: Rechtzeitig regelmäßig zu trinken ist bei den angekündigten Temperaturen leistungsentscheidend ©stefandrexl.de

 

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Hochbetrieb an der Verpflegungsstelle mit Schrecksekunde ©stefandrexl.de

IM VICHY 2016 The Gallery: Hochbetrieb an der Verpflegungsstelle mit Schrecksekunde ©stefandrexl.de

 

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Scherenschitt – fast hundert Höhenmeter sind im letzten Drittel der Radrunde zu überwinden ©stefandrexl.de

IM VICHY 2016 The Gallery: Scherenschitt – fast hundert Höhenmeter sind im letzten Drittel der Radrunde zu überwinden ©stefandrexl.de

 

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Ständiger Gegenwind auf den langen Geraden durch die Auvergne - ob der Abstand wohl noch regelkonform ist ©stefandrexl.de

IM VICHY 2016 The Gallery: Ständiger Gegenwind auf den langen Geraden durch die Auvergne – ob der Abstand wohl noch regelkonform ist ©stefandrexl.de

 

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Auch wenn kein Vordermann in Sichtweite ist, so herrscht dahinter doch oft Hochbetrieb ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Auch wenn kein Vordermann in Sichtweite ist, so herrscht dahinter doch oft Hochbetrieb ©stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Oft fahre ich allein auf weiter Flur ©stefandrexl.de

IM VICHY 2016 The Gallery: Oft fahre ich allein auf weiter Flur ©stefandrexl.de

 

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Echter Erfolg mit virtuellen Nebenwirkungen / Mit Fullspeed zurück zum Parc Omnisport und den zweiten Wechsel ©stefandrexl.de

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MY IRONMAN VICHY 2016 RUN PART

 

IRONMAN VICHY 2016 The Story: In der Mittagssonne entlang am Lac d'Allier ©stefandrexl.de

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IRONMAN VICHY 2016 The Story: Die Beine sind auch im Marathon locker und schnell läuft's durchdie Galerien des Parc de l'Opèra ©stefandrexl.de

IM VICHY 2016 The Gallery: Die Beine sind auch im Marathon locker und schnell läuft’s durchdie Galerien des Parc de l’Opèra ©stefandrexl.de

 

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Konzentriert und fokusiert, den Kopf hoch und den Blick immer nach vorne gerichtet läuft's diesmal schnell im Marathon ©stefandrexl.de

IM VICHY 2016 The Gallery: Konzentriert und fokusiert, den Kopf hoch und den Blick immer nach vorne gerichtet läuft’s diesmal schnell im Marathon ©stefandrexl.de

 

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Die schönen Galerien an der Oper von Vichy spenden Schatten – es läuft schnell und ich überhole einige Athleten ©stefandrexl.de

IM VICHY 2016 The Gallery: Die schönen Galerien an der Oper von Vichy spenden Schatten – es läuft schnell und ich überhole einige Athleten ©stefandrexl.de

 

IRONMAN VICHY 2016 The Story: eine leichte Schwächephase in der dritten Runde bei 36 Grad ist nach acht Stunden auch von aussen erkennbar ©stefandrexl.de

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IRONMAN VICHY 2016 The Story: Die letzte Runde läuft wie die Erste im Flug und ein letztes Mal geht's über die Europa-Brücke von Vichy ©stefandrexl.de

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MY IRONMAN VICHY 2016 FINISH

 

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Finisherparty mit dem Empfang der letzten Triathleten kurz vor Zielschluss um 23:20 Uhr ©stefandrexl.de

IM VICHY 2016 The Gallery: Finisherparty mit dem Empfang der letzten Triathleten kurz vor Zielschluss um 23:20 Uhr ©stefandrexl.de

 

IRONMAN VICHY 2016 The Story: Freude pur – die Hormone tanzen Samba, sobald die Finishline im Blickfeld ist ©stefandrexl.de

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IRONMAN VICHY 2016 The Story: Nach 9:24 Stunden auf dem Buckel ist die ganze Energie auf einen lauten Freudenschrei konzentriert ©stefandrexl.de

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IRONMAN VICHY 2016 The Story: Der verdiente Lohn am ende einer langen Saison am Strand von Anglet im Pays Basque ©stefandrexl.de

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Seit vier Tagen sind wir nun schon in der Auvergne um uns für den IRONMAN Vichy an die große Hitze zu gewöhnen. In 24 Stunden heißt’s: The Race is on! Ein Jahr ist’s her, seit ich hier meine erst Langdistanz absolviert habe und kurz nach dem Wechsel zum Laufen mit dem Stoffwechsel so einige Probleme bekommen habe. Ich habe aus dieser Erfahrung gelernt, einiges in dieser Saison getestet und positive verändern können, ganz nach dem Prinzip: There are Races you win and there are Races you learn. Mit dem IRONMAN Vichy habe ich erneut den für mich passenden Triathlon über die Königsdisziplin ausgewählt und denke an den Vorteil hier ein zweites mal zu starten. Am kommenden Sonntag folgt also der zweite Teil der Hitzeschlacht.

IRONMAN VICHY 2016 Die Hitzeschlacht – PART TWO / Für's letzte Schwimmtraining geht's in den Aquadom d'Allier © Stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 Die Hitzeschlacht – PART TWO / Für’s letzte Schwimmtraining geht’s in den Aquadom d’Allier © Stefandrexl.de

Mit der Saisonplanung vergangen Herbst hatte ich die Langdistanz noch überhaupt nicht eingeplant und ganz andere Ziele fokusiert, besonders die intensivere Betreuung meiner Athleten und Unterstützung des Triathlon Teams der Regionalliga Bayern. Doch das Jahr 2015 verlief bis jetzt als Coach und Triathlet sehr gut und die Motivation wuchs je näher der IRONMAN Vichy 2016 rückte. Was auch immer am kommenden Sonntag passieren wird, wie auch immer es laufen wird, es wird bestimmt wieder nicht leicht. Und auch nach vier Tagen habe ich mich nicht wirklich an die heißen Temperaturen von 36 Grad Celsius gewöhnt. Ich hoffe, dass die Veränderung meiner Renntaktik und der Ernährungsstrategie auch hier in Vichy ihre Wirkung zeigen. Ich werde erneut eine Menge neuer Erfahrungen sammeln, die für mein Training und für meine Athleten sehr wertvoll sein werden, und möchte vor allem Spaß daran haben. Genau dann ist es für mich ein Erfolg, der sich auch im Ergebnis widerspiegeln wird. Ich bin gespannt und entspannt. Wenn ich am Sonntag, 28. August um 6:50 Uhr dann erstmals mit einem Rolling Start meine zweite Langdistanz angreife, dann werden euch diese Informationen hilfreich sein, den IRONMAN Vichy optimal zu verfolgen. Vielleicht ist es für den ein oder anderen Triathleten ebenso eine Motivation demnächst im herzen Frankreichs zu starten.

IRONMAN VICHY 2016 Die Hitzeschlacht – PART TWO / Wenn du da drauf stehst, dann weißt du, dass es ernst wird © Stefandrexl.de

IRONMAN VICHY 2016 Die Hitzeschlacht – PART TWO / Wenn du da drauf stehst, dann weißt du, dass es ernst wird © Stefandrexl.de

Die Wettkampfstrecken des IRONMAN Vichy

Mit 2016 wird die Langdistanz in Vichy zum zweiten Mal als ein offizielles Rennen von IRONMAN ausgetragen. Waren es vergangenes Jahr noch 50 Slots, so können sich 2016 nur noch 40 Agegroup Triathleten beim IRONMAN Vichy für die Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii qualifizieren. Die diesjährigen Slots in der Auvergne sind dann schon für das nächste Jahr und die IRONMAN WM 2017.

 
Der Schwimmstart des Ironman Vichy 2016 erfolgt im Lac d’Allier, der mitten durch Vichy fließt, wird aber in diesem Jahr erstmals als Rolling Start ausgetragen. Wie der IRONMAN Rolling Start funktioniert, kannst du hier lesen:
Rolling Start IRONMAN Vichy

Was ich davon halte, habe ich in meiner Kolumne vor einigen Wochen geschrieben:
Rolling Start IRONMAN Vichy

Der Fluss Allier ist im Bereich des Parc Omnisports eigens für die Nutzung als Ruderregattastrecke aufgestaut und ein entsprechendes Stadion bildet den entsprechenden Rahmen. Das Gefühl eines Formel-1 Starts wird somit weiterhin das Adrenalin der Athleten durch den Körper treiben, wenn am 30. August 2015 früh morgens um 7 Uhr der Countdown des Starts durch eine Ampelanlage erfolgt. Die Triathlon Profis starten 10 Minuten zuvor und in meheren Startwellen, eingeteilt nach den Schwimmleistungen, folgen die Triathleten der Altersklassen. Die Schwimmstrecke besteht aus einem ufernahen Rundkurs über zwei Runden mit einem Landgang, was das Anfeuern der Athleten während der gesamten Strecke ermöglicht und die Zuschauer hautnah mitfiebern lässt. Nach zwei Kilometer kommt man erstmals aus dem Wasser und es sind somit die ersten Abstände messbar.

Nach 3,8 km geht’s erstmals in die Wechselzone, die sehr nah am Schwimmausstieg ist und sich zwischen dem Lac d’Allier und Palais du Lac befindet. Das erlaubt schnelle Wechselzeiten und ist zuschauerfreundlich, wenn die Triathleten auf die Radstrecke fahren oder wieder zurückkommen. Der Radaufstieg (Radstart) und Abstieg (Radziel) der zweiten Disziplin sind in südlich Richtung aus der Wechselzone durch den Parc Omnisports vorbei am C.R.E.P.S. Auvergne Vichy führt.

Panorama Runde über’s Hochplateau

Die Fahrtrichtung der Radstrecke durch die zauberhafte Landschaft der beiden Departements d’Allier und Puy de Dôme ist im Uhrzeigersinn. Der zweimal zu fahrende Rundkurs über 180 km, den man über einen Zubringer erreicht steigt stetig ind Richtung Süden und Süd-Westen an. Die zwei Runden verlaufen durch die beiden Departements Allier und Puy de Dôme mit ihren zahlreichen Wäldern und den weitläufigen Feldern des atemberaubenden Hochplateaus. Das gibt den Athleten zwischendurch die Gelegenheit den Blick auf das grandiose Panorama der Vulkane der Auvergne zu richten. Zwar beträgt der Höhenunterschied pro Runde nur etwa 400 Höhenmeter, jedoch verläuft die Radstrecke stetig über mehrere Wellen und kurze Anstiege, so dass man im Gesamten dann doch auf 1250 gesammelte Höhenmeter kommt. Am Ende jeder Radrunde fährt man flott hinunter nach Vichy in’s Val d’Allier, bevor es in die zweite Runde oder schließlich zurück zur Wechselzone geht.

Je nach Wetterlage und Windrichtung kann das den Triathleten vor allem in Runde zwei etwas mehr Strapazen abverlangen. Ende August sind die Temperaturen mit heißen Winden im Herzen Frankreichs meist sehr hoch und der Wind bläßt häufig aus nördlichen Richtungen oder die Windrichtung ist sehr drehend. Wer hier den regelmäßigen Flüssigkeitsbedarf vernachlässigt, wird das im weiteren Rennverlauf bitter bereuen. Ich erinnere mich dabei auch an die Challenge Vichy 2012, als die Langdistanz aufgrund der Hitzewelle seitens der Behörden auf eine Mitteldistanz verkürzt werden musste. Selbst die halbierte Distanz zwang damals viele Triathleten zur hitzebedingten Rennaufgabe.

Historische Laufrunde durch Vichy

Nach zwei Runden geht’s über den selben Zubringer zurück zur Wechselzone und anschließend auf die Marathonstrecke. Von dort laufen die Athleten in südliche Richtung entlang der Uferpromenade des Lac d’Alliers und überqueren diesen nach gut 3 km. Schließlich geht es runter an den Fluß und nach zwei Kilometer wieder hoch auf die gegenüberliegende Uferpromenade und in einen Bilderbuchpark. Die ehemals steile Treppe wurde endlich durch eine 100 m Meter nördlichere Auffahrtsrampe ersetzt. Da ebenso die einsame Schleife im Glutofen des Parc Omnisports gestrichen wurde, führt die Laufstrecke die Athleten jetzt über eine Schleife von zwei Kilometer durch die historische Altstadt von Vichy, wo deutlich mehr Zuschauer den Ironman beobachten werden als bisher.

Für die Sportart Triathlon und die Triathleten durchaus positiv und motivierender. Anschließend geht es zurück über die östliche Uferpromenade nach Norden und mit der Überquerung der Pont de l’Europe zurück zum Wettkampfgelände. Für die Triathleten ein äußerst abwechslungsreicher Rundkurs, der vier Mal zu absolvieren ist und mit jeder Runde durch das eigens errichtetet Stadion führt. Erreicht man das Stadion ein fünftes Mal dann heißt es nach 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,8 km Laufen erstmals auch in Vichy: You are an Ironman!

Deutsch Favoriten zur zweiten Auflage des IRONMAN Vichy

Einer, der genau diese Hitze liebt, ist Christian Brader. „Hier würde die 35 Gradmarke schon gestern geknackt, vielleicht klappt es ja diesmal mit dem ersehnten Hitzerennen,“ so der Allgäuer, der im vergangenen Jahr immerhin Dritter in Vichy wurde und am Sonntag sogar mit Startnummer Eins ins Rennen darf. Seine Freude darüber teilte der deutsche Profi Triathlet seinen Fans bereits auf Facebook: „Dass ich das noch erleben darf, mit der Startnummer 1 beim Ironman Vichy ins Rennen zu gehen. Das macht mich noch lange nicht zum Favoriten, es ist mir allerdings eine große Ehre, und ich werde alles versuchen sie würdig ins Ziel zu tragen.“

Großen Respekt vor den hohen Temperaturen hat hingegen Andreas Niedrig, der nach einer langen Verletzungspause wieder an der Startlinie steht. „Es wird heißer als Hawaii, der Ironman Vichy wird für mich definitiv ein Spiel mit dem Feuer.“, beschreibt der 48-jährige Triathlonprofi die aktuelle Hitzewelle in der Auvergne und ergänzte, „aber wer bei über 30 Grad Rasenmähen kann, sollte es hoffentlich auch schaffen einen Ironman zu finishen.“ Erst vor drei Monaten hatte Niedrig einen Teilabriss der Achillessehne erlitten und jetzt endlich grünes Licht von seinem Arzt für den Start bekommen. „Ich freue mich und lasse es einfach mal auf mich zukommen“, so der Nordrein-Westfale.

Als Topfavoritin der Frauen ist Diana Riesler wieder am Start des IRONMAN Vichy. Die Deutsche holte sich hier vor drei Jahren den Titel der ETU-Langdistanz-Europameisterin. Auch die Saarländerin Nicole Woysch steht nach 2014 wieder am Start im Kurort Vichy und möchte nur zwei Wochen nach der CHALLENGE Regensburg ihre zweite Langdistanz ins Ziel bringen.

Es wundert kaum das trotz der bekannten heißen Temperaturen der IRONMAN Vichy immer wieder viele Triathleten lockt und mit dem IRONMAN 70.3 Vichy am Samstag insgesamt 4000 Teilnehmer im Jahr 2016 zählt: Ausverkauft! Der es ist zurecht einer der landschaftlich und historisch schönsten Wettkampforte auf der europäischen Triathlon-Landkarte. Der IRONMAN Vichy erlaubt es den Zuschauern auf dem gesamten Parcours stets hautnah an den Athleten dran zu sein und das Renngeschehen bestens beobachten zu können.

Meine IRONMAN Vichy Checkliste

Renntaktik
Eine konstante Pace und gute Renneinteilung ist beim IRONMAN Vichy wichtig für ein erfolgreiches Finish. Die Radstrecke hat nicht viele Höhenmeter, aber die Auvergne ist der Glutofen Frankreichs. Regelmäßig zu trinken und den Körper gut kühlen in den Tagen vor dem Rennen ist hilfreich.

Konzentration pur
Der IRONMAN Vichy ist zwar meine erste Langdistanz aber es gibt keinen Grund, irgendetwas anders zu machen als vor jedem anderen Rennen. Die Strecken sind doppelt so lang und der Tag wird doppelt so lang dauern. Es wird ein hartes Rennen und ein starker Kopf ist gefragt. Ich konzentriere mich voll und ganz auf mein Rennen.

Weniger ist manchmal mehr
Alles, was ich für ein gutes Rennen brauche, ist ein gesunder Körper, eine gute Tagesform, mein Material und die mentale Unterstützung von meiner Familie und Freunden.

Das letzte Abendmahl
Am Abend vor dem Rennen gibt es diesmal Süsskartoffeln mit Thunfisch und als Nachtisch obligatorisch einen Becher BEN & JERRY’S Cookie Dough. Das sind hochwertige Kohlenhydrate mit guten Proteinen und ungesättigten Fetten, sowie, ganz wichtig, etwas für’s Gehirnm.

Unter uns
Es ist meist sehr heiß und der Wind bläst stark in Vichy. Gut zu trinken, nicht zu viel Kraft auf dem Rad zu verschwenden und das Rennen gut einzuteilen ist von großem Vorteil. Dabei unbedintg das schöne Panorama und die tolle Atmosphäre genießen. Es soll ja auch Spaß machen!

Meine Motivation
Vichy ist ein Rennen der IRONMAN Serie und somit besteht die Chance mich für Kona zu qualifizieren, theoretisch. Dennoch, es ist eine Langdistanz und sie kann einige Überraschungen bringen und muss erst einmal ins Ziel gebracht werden. Triathlon ist keine Mathematik und der Tag lang. Dennoch bin ich sehr motiviert und ich weiß, dass ich alles mir mögliche dafür in meiner Vorbereitung getan habe, um ein gutes Rennen und eine tolle Zeit an diesem Tag zu laufen. Ich fühle mich in einer guten Form und freue mich neue Grenzen zu überschreiten. In diesem Sinne: SUGAR & PAIN – eat smart, train hard and race like Hell!

Mein Dank
Vielen Dank, meinen Kooperationspartnern, meinen Freunden und ganz besonders meiner Familie, die mich auch auf dem Weg zu meiner zweiten Langdistanz begleitet.

2016-0828-TRI-L-IM-Vichy---4x

Individual Facts

Startzeit 6:50 Uhr
Startgruppe Rolling Start, alle 4 Sekunden 5 Athleten
Startnummer 1446
IRONMAN Vichy LIVE Athlete Tracker & Blog

Mein Zeitplan des IRONMAN Vichy 2016

6:40 Start Schwimmen 3,8 km Profis
6:50 Start Schwimmen 3,8 km Best Agegroup Athletes (51 – 450)
7:45 Finish Schwimmen
7:50 Start Bike 180 km
10:15 Transit Bike 90 km (1. Runde) Start 2. Runde
12:45 Finish Bike
12:50 Start Run 42,2 km
13:40 Transit 10,5 km (1. Runde)
14:25 Transit 21 km (2. Runde)
15:10 Transit 31,5 km (3. Runde)
15:55 Finish Run 42,2 km

Mein verwendetes Material für den IRONMAN Vichy 2016

Schwimmbrille ZOOGS Predator
Wetsuit SAILFISH G-Range
Speedsuite SAILFISH Rebel
Textil SKINFIT Tri Pant und Aero Tri Top
TT-Bike CANYON Speedmax CF Dura Ace Di2
Sattel FIZIK Tritone 5.5
Tacho POLAR V650
Helm POC Cerebel
Radschuhe GIRO
Laufschuhe SAUCONY Kinvara 7
Brille OAKLEY Holbrook
Uhr POLAR V800 mit H7 Brustgurt
Cap SUGAR & PAIN Trucker Snapback
Ernährung BANANA BREAD, POWERBAR Gel, MYPROTEIN Maltodextrin

 

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ALLE BLOGS ZU MEINEM ERSTEN IRONMAN VICHY 2015
BLOG #1: Langdistanz-Debüt nach 25 Jahren Triathlon
BLOG #2: Überraschung und Herausforderung: Anmeldung zur ersten Langdistanz
BLOG #3: Fifty Shades of Tri – Keeping the Balance
BLOG #4: Der Weg ist das Ziel ist der Weg – Vorfreude auf die erste Langdistanz
BLOG #5: Kein zurück mehr, jetzt zählt’s – Sugar and Pain!
BLOG #6: Triathlon ist keine Mathematik – Eiserner Wille beim IRONMAN Vichy 2015

WEITERE BEITRÄGE ZUM IRONMAN VICHY
TRI2B Erster Ironman-Blog #1 am 02. Mai 2015
TRI2B Erster Ironman-Blog #2 am 21. Mai 2015
TRI2B Erster Ironman Blog #3 am 11. Juli 2015
TRI2B Erster Ironman Blog #4 am 20. August 2015
TRI2B Erster Ironman Blog #5 am 20. August 2015

WEITERE INFORMATIONEN
Markenwechsel beim Triathlon Vichy
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Seit diesem Frühjahr gibt’s den siebten Streich des legendären Kinvara, das Erfolgsmodell von Saucony, vieles ist vertraut, einiges anders und manches neu, komfortabel und schnell ist er weiterhin. Eigentlich habe ich bei der Suche nach neuen Laufschuhen stets Schwierigkeiten passende Lightweight Trainer oder Racer zu finden. In 99% der Fälle sind diese zu schmal. Als ich 2010 den ersten Kinvara anprobiert habe, hat dieser sofort gepasst und war sogar im Marathon mein bisher schnellster Laufschuh. Ich habe den Kinvara 7 auf Herz und Nieren im Training und Wettkampf einem intensiven Praxistest unterzogen und sag’s ja nur ungern … aber lest selbst!

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Wesentliche Änderungen gegenüber früheren Versionen (Modell Damen) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Wesentliche Änderungen gegenüber früheren Versionen (Modell Damen) ©stefandrexl.de

Der Saucony Kinvara 7 kommt mit einer Handvoll wesentlicher Änderungen gegenüber früheren Versionen. Dennoch werden all jene Läufer, die dem Kinvara bisher treu gewesen sind auch weiterhin seinen leichtgewichtigen, ansprechenden Laufstil genießen können. Der wesentliche Unterschied des Kinvara 7 zu seinem Vorgänger, dem Kinvara 6, besteht im komplett neuen Aufbau der Laufsohle mit der neuen Dämpfungstechnologie Everun der Zwischensohle und dem Obermaterial. Everun wurde zuvor nur im Triumph ISO 2 verbaut und hält nun Einzug in immer mehr Modelle von Saucony, die auch bisher mit einer dämpfenden Laufsohle ausgestattet waren. Trotz der gravierenden Veränderungen von Zwischensohle und Laufsohle blieben die gewisse Einfachheit und der Still des Kinvara 7 erhalten, welche ihm seit der Markteinführung 2010 zu seiner Popularität verholfen haben. Kaum ein Läufertyp fühlt sich in diesem Laufschuh nicht angenehm wohl. Man kann den Kinvara für das tägliche Lauftraining, für schnelle Läufe und Intervalle, aber auch für lange Strecken und Marathons einsetzen. Bekannt für seine eindrucksvolle Balance aus Komfort und Leistung bietet der Kinvara 7 ein äusserst stabiles und ansprechendes Laufgefühl – ganz im Sinne des ursprünglichen Gedanken des Kinvara.

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Fest am Fuss auf Asphalt und befestigten Wirtschaftswegen (Modell Herren) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Fest am Fuss auf Asphalt und befestigten Wirtschaftswegen (Modell Herren) ©stefandrexl.de

Kinvara (irisch: Cinn Mhara, was etwa Kopf des Meeres bedeutet) ist ein kleines Hafenstädtchen am Südrand des County Galway in der Provinz Connacht an der Galway Bay in Irland. Der Ort befindet sich westlich der Barony of Kiltartan nahe der Grenze zum Burren im County Clare. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kinvara)

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Immer vorwärts - jeder Schritt eine Leichtigkeit (Modell Herren) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Immer vorwärts – jeder Schritt eine Leichtigkeit (Modell Herren) ©stefandrexl.de

Mit großer Spannung habe ich den Kinvara 7 erwartet und mich auf den Praxistest gefreut nachdem ich manchen seiner Vorgänger erfolgreich gelaufen bin. Sollten alle seine neuen Eigenschaften, besonders die neue Dämpfungstechnologie Everun, ihr Versprechen halten, so wollte ich den Kinvara 7 auch beim Marathon Hamburg laufen. Der Kinvara 3 hatte mir schließlich seinerzeit eine neue persönliche Bestzeit beschert. Mit dem Öffnen des Schuhkartons war ich allerdings erst einmal von seiner grellen neon-grünen Farbgebung geblendet und in hartes Schwarz verlief: Slime / Black nennt es Saucony. Ähnlich aber nicht ganz so extrem ist das Modell für Damen in leuchtendem Türkis kombiniert mit Korallenrosa: Blue / Navy / Coral. Der Kinvara 7 ist sicherlich ein Blickfang.

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Rundum Update mit interessanter Farbkombi (Modell Herren) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Rundum Update mit interessanter Farbkombi (Modell Herren) ©stefandrexl.de

Allgemeines zum Laufschuh und Praxistest

Der Kinvara 7 wiegt 187 Gramm für Frauen (Größe 8) und 218 Gramm für Männer (Größe 9) mit einer Sprengung von 4 mm, sowie einer Höhe von 18mm im Vorderfuß und 22mm unter der Ferse. Die Passform der 7. Ausgabe bleibt nahezu unverändert zu seinem Vorgänger und besitzt weiterhin eine großzügige breite Zehenbox, und dem Gefühl eines festsitzenden Mittelfußes. Auch der Kinvara 7 ist maßgenau und stimmt mit der tatsächlichen Schuhgröße überein. Getestet habe ich den Kinvara 7 auf asphaltierten Straßen und befestigten Schotterwegen entlang der Isar in München und in Hamburg. Der Kinvara 7 hat sich aufgrund seiner direkten Kraftübertragung vor allem bei langen Dauerläufen, Tempoläufen, Intervallen, und allem dazwischen sehr gut bewährt – im Training sowie im Wettkampf. Trotz einiger wesentlicher Veränderungen der Technologie des Laufschuhs, bleiben der allgemeine Charakter und das typische Lauferlebnis eines Kinvara auch mit Version 7 erhalten.

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Komplett neu: EveRun Dämpfungssohle mit Tri-Flex Aussensohle (Modell Herren) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Komplett neu: EveRun Dämpfungssohle mit Tri-Flex Aussensohle (Modell Herren) ©stefandrexl.de

Dämpfung und Energie mit der neuen Saucony Kinvara 7 Laufsohle

Der Aufbau und die sich daraus ergebende Optik des Kinvara haben sich sichtbar verändert und so verwendet Saucony mit Version 7 in den strategischen Zonen der Laufsohle auch IBR+, um so das Gewicht des Schuhs niedrig zu halten, aber dennoch optimale Strapazierfähigkeit und Schutz in den Bereichen mit intensiven Bodenkontakt zu gewährleisten. Mit IBR+ wird der Laufschuh um 33% leichter und seine Fähigkeit entstehende Aufprallkräfte zu Absorption verdreifacht sich im Vergleich zu herkömmlich geschäumten Aussensohlen. So werden die Gramm hin und her verschoben, am Ende wurde der Kinvara 7 dadurch 4 g leichter als sein Vorgänger. Die strategische Anordnung des geschäumten, abriebfesten Gummis mit der TRI-FLEX Struktur unter dem Vorfuß und entlang der Aussenkante der Außensohle sorgt für eine gute Traktionskontrolle mit optimaler Flexibilität. Dennoch werden die erzeugten Spitzenkräfte während der Lande- und der Abdruckphase über die größere Fläche gleichmäßig über die Sohle verteilt.

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Neuer Aufbau der Laufsohle mit EveRun (Modell Herren) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Neuer Aufbau der Laufsohle mit EveRun (Modell Herren) ©stefandrexl.de

Dabei hat Saucony den bisherige Aufbau mit Powergrid EVA+ Schaum durch den rückfedernden, elastischen Everun SSL TU Materials mit Dämpfungstechnologie ersetzt, der wesentlich höhere Dichte und Festigkeit als frühere Modelle besitzt. Durch die Verwendung von Everun anstatt des herkömmlichen EVA-Schaums sollen Widerstandsfähigkeit und Lebensdauer erhöht und verlängert werden. Die Everun Dämpfungstechnologie ist eine neue Art der Laufschuh-Konstruktion. Sie bringt die optimale Dämpfung so nah wie möglich an den Fuß. Aufgrund des geringen Komprimierungsgrad des auf TPU basierenden Everun Materials erfährt der Läufer sowohl eine effektivere und lebendigere Art des Laufens, mehr Energierückgewinnung als auch kontinuierliche Dämpfung für den gesamten Lauf, vom ersten bis zum letzten Kilometer. Diese Veränderungen wirken sich zweifellos positiv auf das Laufgefühl des Schuhs aus. Während meines ersten Trainingslaufes im neuen Kinvara 7, habe ich einen spürbaren Unterschied in der Geschmeidigkeit und Effektivität der Laufschritte gespürt. Mit der Markteinführung in Version 7 erwarte ich mir mit diesem Kinvara durchaus mehr Laufkilometer, denn die Haltbarkeit der Außensohle war bisher die Kinvara-typische Schwachstelle. Vor allem im seitlichen Vorfußbereich, wo es gar keine Gummi-Inlays gibt.

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Mehr Dämpfung, weniger Traktion mit EveRun und IBR+ (Modell Herren) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Mehr Dämpfung, weniger Traktion mit EveRun und IBR+ (Modell Herren) ©stefandrexl.de

Die Idee hinter Everun und der gefühlte Unterschied

Über die Idee hinter Everun und was man mit der neuen Technologie erreichen möchte, wurde beim Saucony Blogger Meeting München intensiv besprochen. Hier ein kurzer Auszug:
„Was den Aufbau der Laufsohle und den seitlichen Fersebereich betrifft war es sicherlich eine große Veränderung für uns! Durch die Entwicklung von EVERUN haben wir auch die Art und Weise verändert, wie wir unsere Mittelsohle (und bei dieser Gelegenheit auch gleich das Laufprofil) konstruieren, um im Einklang mit der neuen Dämpfungstechnologie zu arbeiten. Wir haben daher die traditionellen tiefen Rillen und Mulden unter der Ferse entfernt, so dass für den Läufer mehr Bodenkontakt und ein weicherer Übergang von der Ferse über Mittelfuß zum Vorfuß erreicht werden. Eine Frage, die dabei meist aufkommt, ist: „Wie kann es funktionieren, dass der Schuh gleichzeitig Aufprallkräfte absorbiert, für Energierückgewinnung sorgt und gleichzeitig flexibel ist?“ – Die Formgebung und die geometrische Struktur, die wir hier verwenden und sich auch in unseren anderen EVERUN Schuhen befindet, hilft aufgrund des Laufzyklus des Läufers, wie der Fuß aufsetzt, rollt und abdrückt die komprimierte Energie wieder teilweise abzugeben. In Verbindung mit der konkaven Gestaltung der Laufsohle war es uns dennoch möglich die Flexibilität und eine flüssigen Bewegungsablauf zu erhalten. Darüber hinaus sorgt das EVERUN Material in der durchgängigen Topsole- Konstruktion für eine ideale Druckverteilung über den ganzen Fuß und reduziert die herrschenden Maximalkräfte. Die Fersenkonstruktion gewährleistet die Absorption der Aufprallkräfte.“

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Mit der zweiten Auflage zur Marathon Bestzeit 2012 (Modell Herren) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Mit der zweiten Auflage zur Marathon Bestzeit 2012 (Modell Herren) ©stefandrexl.de

Während der Kinvara 6 und frühere Modelle für ein eher weiches, fast schon luxuriöses Laufgefühl berüchtigt waren, kommt der Kinvara 7 stabiler und kompakter daher. Der Schuh erweckt den Eindruck als wären Aufbau und Bauhöhe höher als der Vorgänger, aber das täuscht. Ich führe dieses Gefühl auf die höhere Festigkeit, denn der Kinvara 7 ist weniger nachsichtig als seine Vorgänger. Meine ersten Laufeinheiten in diesem Schuh auf der Straße fühlten sich wesentlich direkter, vorwärts gerichtet und für einen Kinvara steif an. Ich hörte mit jedem Schritt meinen Fuß auf dem Asphalt platschen; ein Phänomen, das ich von den vorherigen Versionen bisher nicht kannte. Aber nach ein paar Kilometern der Einlaufphase hatte ich mich daran gewöhnt und der Kinvara hat sich immer natürlicher an meinen Füßen angefühlt. Ich hatte das positive Gefühl in jeden Schritt mit weniger Kraftaufwand regelrecht hineinzufliegen.

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Obermaterial aus Mesh und FlexFilm mit Pro-Lock-Schnürung (Modell Damen) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Obermaterial aus Mesh und FlexFilm mit Arch-Lock-Schnürung (Modell Damen) ©stefandrexl.de

Das Obermaterial der nächsten Kinvara Generation

Das Obermaterial des Kinvara 7 hat die beiden prägenden technischen Features seines Vorgängers übertragen bekommen: das FlexFilm und die Pro-Lock-Schnürung. Die FlexFilm Folie wird auf der gesamten Oberseite des Schuhs verarbeitet und vermeidet störende Nähte. Das Lightweight Material ermöglicht so weniger Schichten im Obermaterial für eine nahtlose und flexible Passform und sorgt für mehr Tragekomfort. Durch den Einsatz von Flexfilm im Vorfuß hat der Kinvara 7 übrigens spürbar mehr Platz im Vorfußbereich. Im Mittel- und Rückfußbereich ist die Flexfilm-Schicht deutlich dicker als im Vorfuß. Das verleiht dem Obermaterial des Kinvara 7 mehr Halt und Festigkeit, ohne auf die gewohnte Leichtigkeit verzichten zu müssen.

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Stabile Fersenkappe: angenehm weich und nachsichtig mit gutem Halt (Modell Damen) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Stabile Fersenkappe: angenehm weich und nachsichtig, mit gutem Halt (Modell Damen) ©stefandrexl.de

Ganz ehrlich, eigentlich hatte ich fast damit gerechnet das Arch-Lock Schnürsystem in der siebten Auflage nicht wieder zu sehen, denn ich halte es beim Kinvara 7 nicht für notwendig und finde eher beengend. Anfangs musste ich alle 10 Minute anhalten, um die Schnürsenkel zu lockern, weil mein Fuß eingeschlafen war. Das Arch-Lock sitzt am Rist unterhalb der Hauptlaschen aber auf der Zunge. Es soll für den sockenähnlichen Halt des Kinvara 7, sowie für ein komfortables und gleichzeitig reaktives Laufgefühl sorgen. Ist es einmal richtig eingestellt, dann verschmilzt der Schuh mit dem Fuß zu einer Einheit. Ich lasse aber von vorneherein das mittlere Schuhband wegen meines flachen Rists und breiteren Fuß lockerer. Das Obermaterial des Kinvara sitzt bei mir ohnehin fest und bequem – das Arch-Lock-Schnürsystem wäre daher nicht wirklich erforderlich. Das liegt aber vor allem an dem dehnbaren Mittelfuß-Band, das den Fuß in der richtigen Position hält. Kombiniert mit der Arch-Lock-Schnürung ist es vor allem dafür gedacht, den flexibleren Vorfuß-Bereich der komfortablen Zehenbox auszugleichen. Dennoch ist die Zehen-Box wie bei den früheren Modellen großzügig und die Fersenkappe des Kinvara 7 ist an der Achillessehne angenehm weich und nachsichtig mit gutem Halt.

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Perfekt für schnelle Zeiten im Marathon und Halbmarathon (Modell Herren) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Perfekt für schnelle Zeiten im Marathon und Halbmarathon (Modell Herren) ©stefandrexl.de

Fazit des Praxistests

Aus gutem Grund ist der Kinvara das bekannteste Modell von Saucony auf dem Laufschuhmarkt. Der Kinvara 7 entspricht exakte den Erwartungen, die Läufer an einen leichten, hochleistungsfähigen und komfortablen Schuh haben. Er unterscheidet sich dennoch von seinem Vorgänger in einigen bemerkenswerten Punkten, die von langjährigen Anhängern des Kinvara möglicherweise nicht so geschätzt werden könnten. Ohne Zweifel bleibt auch Nummer 7 dem typischen Charakter eines Kinvara treu, aber keine der Veränderungen sind echte Verbesserungen, abgesehen von seiner erhöhten Haltbarkeit und der Verschmelzung mit der Everun Dämpfungstechnologie. Wenn ich die Wahl zwischen dem Kinvara 6 und dem Kinvara 7 hätte, ich würde am liebsten beide Modelle laufen. Das weiche, luxuriöse Laufgefühl des Sechser würde ich für lange Trainingsläufe bevorzugen, während ich den Siebener schon wegen seiner höheren Steifigkeit und der Direktheit für Wettkämpfe und Tempoläufe verwenden würde. Der Kinvara 7 läuft sich auf Asphalt und befestigten Wirtschaftswegen ebenso gut wie auf der Laufbahn mit schnellen Intervallen und Technikläufen.

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Kompromissloser Lightweight Trainer mit neuem aufwändigen Dämpfungskonzept (Modell Herren) ©stefandrexl.de

TEST SAUCONY KINVARA 7: Der siebte Streich läuft typisch anders / Kompromissloser Lightweight Trainer mit neuem aufwändigen Dämpfungskonzept (Modell Herren) ©stefandrexl.de

Mein persönlicher Eindruck

… ich sag’s ja nur ungern, aber der Kinvara 7 ist wieder einmal ein außergewöhnlicher und eigenständiger Laufschuh geworden, für fast jeden Lauftyp, für fast jeden Laufeinsatz und für fast jedes Tempo bestens geeignet ist. Saucony hat es mit der siebten Auflage geschafft seinen beinahe kompromisslosen Lightweight Trainer mit dem neuen und aufwändigen Dämpfungskonzept zu verschmelzen. Das Resultat kann sich trotz einiger Kleinigkeiten sehen lassen und reiht sich nahtlos in die erfolgreiche Tradition der Kinvara-Serie ein. Die Kritik ist sicherlich auf einem hohen Niveau, denn ein Laufschuh in dieser Kategorie für das Gros ambitionierter Läufer zu entwickeln ist stets auch eine gewisse Herausforderung. Nach einigen Trainingseinheiten hat sich der siebte Kinvara optimal an den Fuss angepasst, ist dann auch etwas geschmeidiger und nur kaum von dem doch komfortableren Vorgänger zu unterscheiden. Es wird sich zeigen, wie sich seine „verbesserte“ Haltbarkeit auf die Lebensdauer der Außensohle des Kinvara 7 auswirkt. Im Einsatz während des Marathon Hamburg 2016 hat der Kinvara 7 bereits seine neuen Stärken ausgespielt und selbst ab den kritischen 32 Kilometern haben sich meine Füße komfortabel und schmerzfrei angefühlt.

<h3>Supported Post</h3>
Der Kinvara 7 wurde für den Produkttest von der Firma Saucony zur Verfügung gestellt. Der Laufschuhtest erfolgte unabhängig und ohne Einfluss des Herstellers auf das Testergebnis. Der Testbericht ist frei und unabhängig verfasst und gibt ausschlisslich unsere persönliche Meinung auf Basis unserer Erfahrung wieder. Der Kinvara 7 wurde über verschiedene Laufeinheiten, in zwei Laufwettkämpfen und mehr als 120 Kilometern über einen Zeitraum von acht Wochen.Wir haben weder für den Produkttest noch für die Berichterstattung eine Vergütung erhalten.

Fakten: Saucony Kinvara 7

Damen
Sprengung: 4mm (22mm Ferse/ 18mm Vorfuß)
Gewicht: 187 g
Farbkombinationen: Blue / Navy / Coral und Citron / Teal
Artikel Nummer: S10298-1

Herren
Sprengung: 4mm (22mm Ferse/ 18mm Vorfuß)
Gewicht: 218 g
Farbkombinationen: Black / Slime und Citron / Red
Artikel Nummer: S20298-1

Technologie
Zwischensohle: EVERUN
Außensohle: TRI-FLEX und IBR +

UVP
ab 100 EUR

BEWERTUNG

Qualität 8
Optik 6
Laufgefühl 8
Haltbarkeit 5
Preis 6

INFO

HOMEPAGE Saucony