Die Möglichkeiten, einen Espresso zuzubereiten, sind so vielseitig wie die Kaffeesorten weltweit. Welche Espressovariation, zu welcher Tageszeit und Gelegenheit ist auch davon abhängig, welcher Espressotyp man ist. Die Geschmäcker sind verschieden und die Vorlieben sehr individuell. Heiß wie die Hölle, schwarz wie die Nacht, zartbitter wie das Leben und cremig süß wie die Liebe, sollte der Espresso immer sein. Doch wie schmeckt er nun am besten? Pur, mit einem Fleck Milch darauf oder vielleicht sogar mit Zitrone? Alles über die beliebtesten Espressovariationen, ihre richtige Zubereitung und der Einfluss auf den Geschmack erfährst Du in diesem Beitrag.

Die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, individuell und vielseitig wie die weltweit angebauten Kaffeesorten. Die Weiterverarbeitung der Kaffebohnen vom Anbau über die Trocknung bis zur Röstung, vom richtigen Mahlgrad über die optimale Wassertemperatur bis zum fertigen Espresso ist von Region zu Region, von Sorte zu Sorte höchst komplex und individuell. Jeder einzelne Arbeitschritt bedarf viel Know How, Erfahrung und Fingerspitzengefühl im Umgang mit dem hochwertigen natürlichen Rohstoff und hat Einfluss auf den Geschmack. Erst dann kann der Barista ein wunderbares Geschmackserlebnis in die Espressotasse zaubern, ob pur, doppio, macchiato, crèma oder Cappuccino, dass wir in Ruhe von Zartbitter bis Umami genießen können.

KOFFEIN IM BLUT Welcher Espressotyp bist Du / GIF © SUGAR & PAIN / stereographic

Die vielseitigen Varianten, einen Espresso zu trinken, sind natürlich auch eine Frage des Geschmacks. Es ist jedem selbst überlassen, welchen Espresso man wann, wo und wie trinkt. Vorausgesetzt, man findet eine Bar oder ein Café oder hat selbst eine Siebträgermaschine, ein Bialetti oder Aeropress für den schnellen Shot Koffein unterwegs. Dann hätte man sogar die frei Wahl der Bohne, ob Robusta oder Arabica oder eine exklusive Mischung aus beidem sowie deren Herkunft und Art der Röstung, wie oben geschrieben. Neben dem Geschmack entscheidet aber auch die Verträglichkeit des Koffeins und deren Menge, welcher Espressotyp man ist.

Doch meist ist die Wahl der Espressozubereitung von der regionalen Kaffeekultur, der Tageszeit und Verfügbarkeit vor Ort abhängig. Darum ist es umso wichtiger, sich einerseits mit den gängigen Zubereitungsvarianten vor Ort auseinanderzusetzen, um die für sich geschmacklich beste Zubereitungsart von Espresso zu kennen. Eines stelle ich neben all den genannten bedeutenden Aspekten immer wieder fest: In Italien schmeckt ein Espresso immer noch etwas besser.

IL MENÙ DELLA CAFFETERIA (INHALT)

RistrettoDoppio EspressoEspresso Lungo
EspressoEspresso RomanoEspresso Crema
CappuccinoEspresso AmericanoCaffè Latte
Flat WhiteEspresso MacchiatoLatte Macchiato
Latte (Milchschaum)

Die meisten Menschen denken, dass Arabica generell die bessere Bohne und Robusta qualitativ eher schlechter sei. Das wird uns seit vielen Jahrzehnten durch die Bezeichnung „100% Arabica“ weiss gemacht. Kaffee aus Arabicabohnen wird daher grundsätzlich geschmacklich hochwertiger eingeschätzt als aus Bohnen der Sorte Robusta. Arabica ist in der Regel säuerlich, fruchtig und schokoladig und enthält weniger Bitterstoffe. Die Robustabohne hingegen überzeugt mit mehr Volumen, wird eher bitter, nussig und intensiver geschmeckt. Ein guter Espresso vereint in der Regel beide Bohnen und besteht aus einer Mischung der beiden Sorten im Verhältnis von 70% Arabica zu 30% Robusta. Von großen Kaffeeröstereien wird aber meist suggeriert, dass ausschließlich Kaffee aus 100% Arabica Bohnen von höchster Qualität sei. Grundsätzlich ist das erst einmal nicht ganz falsch. Jedoch ist es auch wichtig zu wissen, dass Arabica nicht gleich Arabica ist und 100% nicht unbedingt ein Qualitätsmerkmal sein muss. Aber was bedeutet denn nun 100% Arabica tatsächlich und was unterscheidet Arabica von Robusta Kaffee eigentlich?

Arabicakaffee, wird von den meisten Kaffeeproduzenten als die hochwertigste Kaffeesorte mit bester Qualität verkauft, während Robustakaffee als eher qualitativ minderwertig bezeichnet wird. Unbestritten ist die Aromenvielfalt der Arabicabohne, sie reicht von blumig bis schokoladig und auch ihr milderer Geschmack. Denn es überwiegen besonders viele fruchtige Aromen, die sich durch eine leichte Säurenote bemerkbar machen – ein Merkmal des geringeren Koffeingehalts. Zu unrecht wird im Vergleich die Robusta sehr oft als Kaffebohne mit „minderer“ Qualität beschrieben, denn es gibt qualitativ hochwertige Sorten, die vollmundig intensiv, ja fast schokoladig bitter oder toastig schmecken. Für Laien sehen die Bohnen der beiden Sorten auf den ersten Blick sehr ähnlich aus. Aber das täuscht. Das deutlichste Unterscheidungsmerkmal sind die Bohnen in Form und Grösse. Robustabohnen sind rundlicher und kleiner und haben einen fast geraden Einschnitt auf der flacheren Seite. Arabicabohnen dagegen sind insgesamt grösser und flacher, die Form ist deutlich ovaler. Die Einkerbung auf der flachen Seite ist in sanfter S-Form geschwungen – je nach Herkunft mehr oder weniger deutlich. Der genetische Code verteilt sich bei der Robusta auf 22 Chromosomen, die Arabica hat doppelt so viele. Das zeigt sich in Details wie Form und Farbe der Blätter, ganz besonders aber beim Wuchs. Während wild wachsende Robustas bis zu 10 m hoch werden können, begnügt sich die Arabicapflanze mit nur 6 – 8 m, was wohl auch mit den Hochlagen zu tun hat.

Schmeckt 100% Arabica denn grundsätzlich besser?

Mit der Bezeichnung „100% Arabica“ lassen sich von den Importeuren und Kaffeeröstereien wesentlich höhere Preise auf dem Markt durchsetzen. Derweil ist „100% Arabica“ einfach nur eine simple Inhaltsangabe und hat keine Aussage über die Qualität des Inhalts. „100% Arabica“ sagt auch rein gar nichts darüber aus, ob dir der Kaffee schmecken wird oder nicht. Interessanterweise zeigt die Erfahrung, dass bei einer Verkostung verschiedener Kaffees, meistens eine Mischung mit Robusta-Anteil bevorzugt wird, denn sie ist harmonischer und kommt dem individuellen Geschmacksempfinden am nächsten. Der Grund liegt wohl in der Verbindung zu Italien, dem Heimatland des Espresso, wo uns der Kaffee fast immer am besten schmeckt und dort immer Mischungen mit Anteilen von Robusta verwendet. Denn auf den intensiven Geschmack einer hochwertigen Robustabohne möchte in Italien niemand verzichten.

KOFFEIN IM BLUT: Arabica versus Robusta – die Qualität und Mischung macht’s / … und der Barista zaubert die Blume in den Milchschaum © stefandrexl.de

KOFFEIN IM BLUT: Arabica versus Robusta – die Qualität und Mischung macht’s / … und der Barista zaubert die Blume in den Milchschaum © stefandrexl.de

Arabica oder Robusta – worin liegt der Unterschied?

Die Kaffeekirschen, in dessen Kern die Kaffeebohnen reifen, wachsen an einem Kaffeebaum oder –strauch der Familie der Rotgewächse (Rubicacae) und gehören zur Gattung Coffea (Kaffee) mit etwas mehr als 120 bekannten Sorten. Wirtschaftliche bedeutend sind derzeit lediglich zwei Arten: Die Coffea Arabica und die Coffea Canephora, bekannt unter der Bezeichnung Robusta. Natürlich existieren noch weitere Kaffeesorten, die weltweit auch angebaut und getrunken werden. Da sie aber wirtschaftlich eher unbedeutend sind, ist es in Europa sehr schwierig diese Kaffeesorten zu erwerben. Die beiden beliebtesten Kaffeesorten, Coffea Arabica und Coffea Canephora sind durchaus zwei unterschiedliche Pflanzen. Die in ihrem Ursprung aus Äthiopien stammende Coffea Arabica bevorzugt höhere und kühlere Lagen von 800 – 2500 Meter und ist wesentlich senibler für Krankheiten oder beir Temperaturschwankungen. Aufgrund der erforderlichen Höhenlage des Arabicas sind die bevorzugten Anbaugebiete in Südamerika und Afrika. Die Arabicabohne wird generell als feiner, komplexer und mit einer wohlschmeckenden Fruchtsäure beschrieben. Der Koffeingehalt derArabica liegt bei etwa 1,1 – 1,7%.

Im Vergleich dazu ist die Coffea Canephora mit der Robustabohne, wie ihr umgangssprachlicher Name schon beschreibt, deutlich robuster. Die Coffea Canephora stammt aus West- und Zentralafrika, sie ist viel widerstandsfähiger und wächst am besten im feuchteren und wärmeren Klima tieferer Lagen von 200 – 300 Metern. Es gibt auch keinen Grund, ihren Anbau in höhere Regionen zu verlegen. Die Coffea Canephora kann in großen Mengen in den niedrigeren Lagen gut in größeren Mengen angebaut werden. Aus diesem Grund hat sich Vietnam als das weltgrößte Anbauland von Robusta entwickelt und sich in der Kaffeeproduktion auf den zweiten Platz hinter Brasilien geschoben, noch vor allen afrikanischen und anderen südamerikanischen Ländern. Die Coffea Canephora trägt erheblich mehr Früchte, die auch schneller reifen. Ihr Geschmack wird meist als wesentlich bitterer und rassiger beschrieben. Auch besitzt Robusta im Vergleich zu Arabica einen deutlich höheren, ja fast doppelten Koffeingehalt von 2 – 4,5%. Während der Koffeingehalt durch das Rösten kaum zu beeinflussen ist, können die Chlorogensäuren durch langsame und schonende Röstverfahren deutlich reduziert werden. Auch beim Gehalt an Chlorogensäuren hat die Robustabohne die Nase vorn. Diese Säuren sind harntreibend und können bei magenempfindlichen Menschen unter Umständen Unwohlsein und Verdauungsstörungen verursachen.

Hohe Preise – mindere Qualität – der deutsche Arabica

Nach Öl ist Kaffee ist der am meisten gehandelte Rohstoff der Welt und deshalb wird sein Preis in der Regel auch an den internationalen Rohstoffmärkten festgelegt. Allerdings werden in New York und London nur die beiden Sorten Arabica und Robusta gehandelt, was individuellen Qualitätsabstufungen, anderen Herkunftsländern oder Sorten natürlich keinen Handlungsspielraum mehr lässt sich auf dem Weltmarkt zu präsentieren. Immer mehr Kaffeeproduzenten bevorzugen daher den „direkten“ Handel mit den Erzeugern ohne den Umweg über die komplexen Börse zu nehmen und von deren Preispolitik abhängig zu sein. Das hat große Vorteile, ganz besonders für die bewußten Kaffeegenießer unter den Kunden. Der Kaffeeproduzent kann sich dadurch für einzelne Erzeuger und ihre individuellen Sorten, bestimmte Anbaugebiete und Herkunftsländer entscheiden und vor allem seine gewünschte Qualität auswählen. Da der Arabica international nicht nur geschmacklich als der qualitativ hochwertigere Kaffee bezeichnet wird und sein Anbau in den Hochlagen erheblich aufwendiger ist, liegen natürlich auch der Börsenpreis deutlich höher als die der Robustabohne. In Deutschland landet in der Regel die schlechteste Qualität an Kaffeebohnen – Industrieware. Das liegt daran, dass hierzulande selbst am Kaffee gespart wird, vielmehr an dessen Qualität, denn für den „Coffee to go“ oder aus der Kapsel verschiedener Marken zahlt man bereitwillig überteuerte Preise – allerdings für den Lifestyle und nicht für die Qualität des Inhalts.

Kaffee – eine Frage des guten Geschmacks?

Kaffee aus der Arabicabohne besitzt eine höhere geschmackliche Komplexität im Vergleich zu Robusta. Entscheidend ist dafür natürlich die exakte Bedeutung von geschmacklicher Komplexität im Kaffee zu verstehen. So werden generell intensive und kräftige Aromen in Richtung Nuss, Schokolade, Karamell bevorzugt, während ein großes Säurespektrum und Fruchtigkeit nur wenigen Menschen zusagen. Nun ist aber vor allem die Säure eine bedeutende Eigenschaft des hochwertigen Arabica. Das führt in der Konsequenz leider dazu, dass die meisten Arabicabohnen im mitteleuropäischen Raum zu dunkel geröstet werden, um den fruchtigen und säuerlichen Geschmack in den Hintergrund treten zu lassen.

Nun ist der Robusta hingegen eigentlich genau dafür gerade zu prädestiniert, um dieses weniger fruchtiges und säuerliches Geschmackserlebnis im Kaffee hervorzurufen. Sein Geschmack ist deutlich kräftiger, herzhafter und besonders mit Milch als Cappuccino erzeugt der Robusta meist eine schokoladige Note. Aus diesem Grund werden besondere Mischungen aus beiden Sorten hergestellt, sogenannte „Blends“, welche die verschiedenen Qualitäten des Arabicas und Robustas kombinieren. Diese Kombination ermöglich es dem Röster die besten Eigenschaften der beiden Bohnesorten durch die Röstung herauszuholen, sie zu verstärken und ein einzigartiges Geschmackserlebnis zu erzeugen.

Was ist denn jetzt besser- Arabica oder Robusta?

Ob nun deshalb Arabica oder Robusta der bessere Kaffee ist, das ist letztendlich eine Frage des Geschmacks, denn es sind schlichtweg zwei völlig unterschiedlich Bohnen- und Kaffeesorten. Es kommt einfach darauf an, was man persönlich bevorzugt und welches Ergebnis man möchte, denn beide Kaffeesorten können zu einem guten Geschmackserlebnis führen. Richtig ist, dass günstige Robustasorten mit minderer Qualität auch meist einen schlechtere geschmacklich Qualität aufweisen, als das grundsätzlich schon einmal bei Arabica der Fall ist. Vor allem Großröster verlangen häufig nach sehr billigem Robusta für günstig gemahlene Kaffees um die Packungen zu füllen. Und weil Robusta leichter und einfacher hergestellt werden kann, wird er eben häufig für diesen Zweck missbraucht. Allgemein werden die Arabicabohnen geschmacklich höher eingeschätzt als die Robustas. Sie sind in der Regel weicher, aromatischer und weniger bitter. Dafür überzeugen die Robustas mit dem besseren Körper. Viele Espressosorten möchten das Beste aus beiden Welten vereinen und bestehen deshalb aus einer Mischung beider Arten.

„In Vino veritas“ gilt auch für Kaffee

Am besten lassen sich die beiden bekanntesten Kaffeebohnen mit den verschiedenen Weinsorten vergleichen. Grundsätzlich zu behaupten, „Robusta sei qualitativ schlechter“ wäre vergleichbar mit der Aussage „Rotwein ist qualitativ schlechter als Weißwein“. Diese Behauptung ist falsch und nicht haltbar, denn seit einigen Jahren werden von immer mehr Kaffeebauern qualitativ hochwertige Robusta-Kaffees angebaut und die Nachfrage unter den Röstereien steigt. Es gibt sensationell gute Röstungen speziell für Espresso, die aus 100% Robusta bestehen und in Geschmack und Qualität, als auch im Preis über manchem hochwertigen Arabica liegen. Und so schließt sich der Kreis und wir stellen fest, dass die Aussage 100% Arabica oder Robusta alleine kein Qualitätsmerkmal sein kann.

Stünde auf einer Flasche Wein „100% Rotwein“, so heißt das eben auch nur in der Flasche ist 100% Wein aus roten Trauben. Nicht mehr und auch nicht weniger. Selbst wenn auf dem Etikett „100% roter Bordeaux“ stehen würde, dann würde das auch nichts über die Qualität des Inhalts aussagen, denn auch bei Rotweinen aus der Region Bordeaux gibt es deutliche Qualitätsunterschiede. Das ist auch die Wahrheit bei Kaffeebohnen und so werden an den internationalen Rohkaffeebörsen die unterschiedlichsten Qualitäten an Arabicabohnen gehandelt – und das zu völlig unterschiedlichen Preisen und aus völlig unterschiedlichen Ländern, wie den Brasilianischen Santos, Äthiopischen Yirgacheffe oder einen neue Arabicasorte von Haiti. Das selbe gilt natürlich auch für die Kaffeebohnen des Robusta. Es gibt günstige Robustabohnen aus dem Vietnam, und teure, qualitativ hochwertigere, wie den Indischen Monsooned Robusta oder den bekannten Indonesischen Java.

Mein Fazit

Möchte man in Zukunft Kaffee mit hervorragender Qualität und einem wunderbaren Geschmackserlebnis, so kauft man seine Kaffeebohnen beim nächsten Mal am besten bei einer individuellen mittelständischen Kaffeerösterei in der Region und lässt sich nach dazu beraten. Eine Verkostung der verschiedenen Kaffeesorten vor Ort ist meistens auch möglich. So wird man schnell selbst feststellen, dass Kaffee nicht gleich Kaffee ist und sowohl Robusta als auch Arabica über viel mehr Geschmackserlebnisse und Varianten verfügt, als uns das in der Werbung großer Produzenten suggeriert wird. Die Aussage „100% Arabica“ ist daher keine grundsätzliche Definition für guten Geschmack und beste Qualitat. Ich persönlich bevorzuge eine Mischung qualitativ hochwertiger Kaffeebohnen einer Arabica aus Tansania mit Robusta aus Panama.

Kaffeeröstereien in und um München

Murnauer Kaffeerösterei GmbH, Am Mösl 4, 82418 Murnau
Erste Tegernseer Kaffeerösterei, Café & EspressoBar Felix, Tegernseerstrasse 104, 83700 Weißach, Gde. Kreuth / Tegernsee
SUPREMO Kaffeerösterei & Café, Kapellenstrasse 9, 82008 Unterhaching
Dinzler Kaffeerösterei AG, Wendling 15, 83737 Irschenberg
Vits Kaffeerösterei GmbH & Co.KG, Rumfordstrasse 49, 80469 München
Caffé Fausto GmbH, Birkenleiten 41, 81543 München
emilo Spezialiatätenrösterei GmbH, Levelingstrasse 18, 81673 München
Wildkaffee Rösterei, Wild & Wild GbR, Bahnhofstraße 40 & 42, 82467 Garmisch-Partenkirchen

Wer statt Espressowüste wert auf guten Geschmack und gesunde Ernährung  legt, der brüht seinen Espresso am besten selbst, ja der mahlt am Besten sogar die Kaffeebohnen frisch. So weit so gut. Wer aber mit dem Rennrad unterwegs ist, der wird sich damit schwer eher etwas tun. Selbst Handmühle, Gaskocher und Bialetti dürften in den Trikottaschen schwer Platz finden und aus einer gemütlichen Radrunde eine Tortour machen. Es bietet sich dann viel eher an, kurz in einem der kleinen Cafés im nächsten Ort zu halten und einen frischen Espresso zu bestellen. Rennrad und Espresso, das gehört für mich seit jeher zusammen.

 

KOFFEIN IM BLUT Auf dem Rennrad durch die Espressowüste / Rennrad und Espresso, das gehört für mich schon immer zusammen ©stefandrexl.de

KOFFEIN IM BLUT Auf dem Rennrad durch die Espressowüste / Rennrad und Espresso, das gehört für mich schon immer zusammen ©stefandrexl.de

 

Doch scheinbar weit gefehlt, selbst nach über 30 Jahren im sattel nicht! Der bajuwarische Freistaat, in dem Milch und Gerstensaft fliesen, ist bei gutem Espresso trockener als die Wüste Gobi. Peilt man im Münchner Umland einen örtlichen Becker an oder findet gar ein Café am Rande der Stadt, so bekommt man nichtsahnend eine heiße schwarze, koffeinhaltige Brühe mit laktosehaltiger Luft unter der Bezeichnung „Cappuccino“. Germania, Espressowüste, und das trotz der geographischen Nähe zu Italien und obwohl hierzulande mehr denn je des koffeihaltigen Heißgetränkes verkauft werden. Dass es aber auch anders geht, zeigen einige kleine feine Oasen der perfekten und frischen Espressokultur.


https://www.instagram.com/p/BSREBT9jVXe/?taken-by=sugarandpain

 

Was uns hierzulande in der Regel als Cappuccino in die Tasse kommt, hat mit dem beliebten Heißgetränk aus Italien kaum mehr etwas gemein, ausser vielleicht mit der Farbe. An der Dosis Koffein mangelt es zwar nicht grundsätzlich, in der Regel aber geschmacklich. Das wundert kaum, werden die meisten koffeinhaltigen Milchheißgetränke von Halb- oder Voll-Automaten kredenzt: Kaffeebohnen mahlen, Kaffeepulver brühen und Milch aufschäumen auf Knopfdruck. Der menschlich Leistungsanteil reduziert sich dabei auf das Strecken des Zeigefinger, weit entfernt von der Kaffekunst und Leidenschaft eines Barista.

 

Koffeinoasen geben einen Lichtblick

Wenn man Glück hat, dann erhält man das koffeinhaltiges Heißgetränk sogar in einer Tasse aus Keramik anstatt in einem Pappbecher mit Plastikdeckel, welcher noch den letzten verbliebenen Geschmack verblassen lässt – ganz abgesehen von der Umweltverschmutzung und den gesundheitlichen Nebenwirkungen. Dennoch gibt’s diese „Cappuccini“ aus All-In-One-Automaten noch nicht einmal günstiger oder schneller und die Menschen stellen sich dafür sogar an. Also strample ich weiter auf meinem Rennrad durch die Espressowüste des bayerischen Oberlandes und passiere auf meinen Touren lieber zügig jene vebliebenen kleinen Cafés in den Dörfern, zumindest so lange bis sich endlich etwas ändert. Aber es gibt ein paar Lichtblicke dank einer handvoll ambitionierter Koffeinoasen. Tatsächlich keine Fata Morgana wenn ich wieder einmal auf längeren Touren mit einem Hungerast desorientiert entlang der Voralpen kurble. Nein, es gibt sie wirklich und ich plane manchen Trainingseinheit extra so, um an einer der wenigen kleinen Kaffeeröstereien, wie in Murnau, Tegernsee oder Hermansdorf für ein oder zwei Cappuccini kurz zu stoppen. Die Dosis Koffein für den Hinweg gibt’s schon zu Hause, einen Espresso aus der Bialetti Herdkanne mit frisch gemahlenen Kaffebohnen.

 

KOFFEIN IM BLUT: Durch die Espressowüste mit dem Rennrad / Mit dem Rennrad vorbei am Starnberger See und den Osterseen, und dann kommt man nach Markt Murnau am Staffelsee.

KOFFEIN IM BLUT: Durch die Espressowüste mit dem Rennrad / Mit dem Rennrad vorbei am Starnberger See und den Osterseen, und dann kommt man nach Markt Murnau am Staffelsee.

 

Warum ist das aber grundsätzlich so ein Jammer mit dem Kaffee hierzulande, fahren wir doch gerne gen Süden nach Bella Italia und bestellen schon kurzer hinterm Brenner den ersten Espresso? Ist es Bequemlichkeit, schlichtweg Geiz oder tatsächlich Geschmacksverirrung? Wenn ich mit meinem Rennrad durch die Berge Südtirols fahre oder die Toskana durchquere, dann finde ich in jedem noch so kleinen Villaggio eine kleine Bar mit einer exzellent eingestellten Siebträgermaschine und einem gutem Espresso oder Cappuccino. Schnell, unkompliziert und schmeckt wunderbar aromatisch für wenig Geld.

 

Guter Espresso? Keine Frage des Geschmacks

Aber es geht auch anders! Möchte man im weiteren Umland Münchens einen guten Espresso, frisch gemahlen aus qualitativ hochwertigen Kaffeebohnen, dann sieht das zwar sehr übersichtlich aus. Doch es wird aufgerüstet in den bayerischen Kaffeestuben, denn immer mehr Menschen und Radsportler legen endlich auch hierzulande immer mehr Wert auf guten Geschmack. Aber nicht nur das: Sie möchten es auch ganz genau Wissen woher die schwarzen Bohnen kommen und schätzen eine nachhaltige Qualität, wie ich auch. So habe auch ich natürlich den ersten sonnigen Frühlingstag für eine Fahrt mit dem Rennrad von München Richtung Süden genutzt. Vorbei am Starnberger See und den Osterseen nach Markt Murnau am Staffelsee. Das sind gute 70 Kilometer, genau die richtige Entfernung für eine kurze Pause auf einen Cappuccino. Und das lohnt sich wirklich!

 

KOFFEIN IM BLUT: Durch die Espressowüste mit dem Rennrad / Michael Eckel von der Murnauer Kaffeerösterei hat seine Leidenschaft in den verschiedenen Arten der Zubereitung von Espresso und Cappuccino gefunden

KOFFEIN IM BLUT: Durch die Espressowüste mit dem Rennrad / Michael Eckel von der Murnauer Kaffeerösterei hat seine Leidenschaft in den verschiedenen Arten der Zubereitung von Espresso und Cappuccino gefunden

 

Zwei Brüder rösten den Kaffeemarkt auf

In dem oberbayerischen Stätdchen mit Blick auf das Wettersteingebirge mit Zugspitze und Alpspitze haben zwei Brüder die Zeichen der Zeit schon früh erkannt und eine kleine, feine Kaffeerösterei eröffnet. Ihren Ursprung hat die Murnauer Kaffeerösterei in der Kaffeeleidenschaft des Inhabers Thomas Eckel. Er entdeckte seine Begeisterung für guten Kaffee schon in den 90er Jahren auf einer Kaffeeplantage auf Hawaii. 2004 begann Thomas Eckel dann selbst mit dem privaten Vertrieb von Plantagen-Kaffee an Bekannte und Freunde. Das hat sich schnell rumgesprochen und so wurde aus der kleinen Manufaktur eine stetig wachsende Rösterei mit einem professionellen Vertrieb. Vor wenigen Jahren konnte Thomas Eckel dann auch seinen Bruder Michael für seine frisch gerösteten Kaffeebohnen begeistern.

Michael Eckel hat seine Leidenschaft in den verschiedenen Arten der Zubereitung von Espresso und Cappuccino gefunden, vom Mahlgrad und dem Tampen über die Extraktion bis zum richtigen Milchschäumen und der Latte Art erzählt er mit einer echten Begeisterung, die ansteckend ist und natürlich auch schmeckt. Mit diesen wenigen, kleinen Stellschrauben schafft er es das beste aus einer Kaffeesorte herauszuholen, so dass sich die Säure und Fruchtigkeit in einem Espresso oder Cappuccino zu einem echten Geschmackserlebnis entfaltet. Gemeinsam machen die Brüder nicht nur aus hochwertigen Kaffeebohnen besonders leckere Espressi sondern mischen mittlerweile den hisigen Kaffeemarkt auf und beliefern sogar das Münchener Traditionskaufhaus Kustermann am Viktualienmarkt.

 

KOFFEIN IM BLUT: Mit dem Rennrad durch die Espressowüste / Harmonie für den Gaumen, Koffein für’s Blut ©stefandrex.de

KOFFEIN IM BLUT: Mit dem Rennrad durch die Espressowüste / Harmonie für den Gaumen, Koffein für’s Blut ©stefandrex.de

 

Harmonie für den Gaumen, Koffein für’s Blut

Um die Unterschiede von Frucht- und Säuregehalt verschiedener Kaffeesorten zu schmecken, nehme ich noch einen zweiten Cappuccino. Ich entscheide mich für einen Pacha Mama, denn mein erster war ein Aricha aus Äthiopien. Der Aricha besticht durch eine aussergewöhnliche Fruchtigkeit, er ist ausgesprochen saftig, schmeckt nach Blaubeeren mit einer zarten Süße im Nachgeschmack und einen harmonischen Gesamteindruck. Der Pacha Mama hingegen kommt aus den Anden Perus und wächst seit Generationen in einer Höhe von 1700 Metern und besitzt eine würzig-feine Note und erlesene Säure. Er verbindet den Geschmack von Schokolade mit einem exotischen Touch von Maracuja, was ihn harmonisch und vollmundig macht. Der Peruaner scheint ein Highlight für Feinschmecker und für mich ein Traum als Cappuccino.

 

KOFFEIN IM BLUT: Durch die Espressowüste mit dem Rennrad / Vom Mahlgrad und dem Tampen über die Extraktion bis zum richtigen Milchschäumen und der Latte Art entdeckt man in der Murnauer Kaffeerösterei echte Begeisterung, die ansteckend ist und natürlich auch schmeckt.

KOFFEIN IM BLUT: Durch die Espressowüste mit dem Rennrad / Vom Mahlgrad und dem Tampen über die Extraktion bis zum richtigen Milchschäumen und der Latte Art entdeckt man in der Murnauer Kaffeerösterei echte Begeisterung, die ansteckend ist und natürlich auch schmeckt.

 

Nach einer halbstündigen Pause ist es wieder an der Zeit aufzubrechen und Michael lädt mich ein, doch gerne an einem seiner Seminare der Kaffee-Akademie der Murnauer Kaffeerösterei teilzunehmen, um mehr über den Kaffeeanbau und die Zubereitung eines feinen Espressos zu lernen. Das nehme ich doch gerne an und schwinge mich mit der richtigen Dosis Koffeein im Blut wieder auf den Sattel, um wieder hinaus in die Espressowüste zu reiten und den zweiten Teil meiner Tour zurück nach München anzutreten. Es ist einer dieser letzten sonnigen Herbsttage, das Laub ist bunt und duftet, ein „Indian Summer“ in Bayern.

 

Un Espresso, buona notte

Die Sonne steht schon tief, als ich wieder nach München hineinrolle und sich meine große Radrunde durch’s bayerische Oberland mit knapp 160 Kilometern langsam dem Ende neigt. Um den wunderbaren Tag auf dem Rennrad angemessen ausklingen zu lassen und die Regeneration geschmackvoll einzuläuten, halte ich noch für einen kurzen Absacker bei Tomaso und Elio im kleinen Caffè Italia. Ohne Fleiss kein Preis, oder wer guten Espresso. Buona notte!

 

QUELLEN

MURNAUER KAFFEERÖSTEREI
TEGERNSEER KAFFEERÖSTEREI
MERCHANT & FRIENDS Hermansdorf

Wenn`s mal wieder länger dauert: Gels haben sich bei vielen Ausdauersportlern zu einer beliebten Quelle für Kohlenhydrate gemausert. Das neue Frodissimo Gel von Multipower wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Ironman-Weltmeister Jan Frodeno entwickelt. Der Espresso to Ride kann sich absolut sehen, trinken lassen: Obwohl bewusst auf den Einsatz von Fruktose verzichtet wurde (zu süß), verfügt das Frodissimo Gel mit Maltodextrin und Isomaltose über zwei effektive Kohlenhydratquellen. Um dem Natriumverlust durch Schweiß entgegenzuwirken, enthält das Gel zusätzlich 340 Milligramm Salz …

Jan Frodeno mag seinen Espresso am liebsten Doppelt ohne Zucker. Erst danach springt der Ironman Weltmeister von 2015 ins Wasser, schwingt er sich auf’s Rad oder schnürt seine Laufschuhe. Bei Kaffee gibt’s für Fordo keine Kompromisse, daher hat er auch seine eigene Röstung: Espresso aus feinstem Hochlandrobusta aus einem der besten Anbaugebiete Indiens. Wichtig sind dem Saarländer ein kräftiger und ausgeprägter Geschmack nach Zartbitter-Schokolade und einer sanften nussigen Note.

Seine Leidenschaft für Kaffee und Triathlon hat auch die Zusammenarbeit mit seinem Ernährungspartner Multipower Sportsfood geprägt. Denn auch bei der Geschmacksrichtung seiner Energie Gels möchte der Sportler des Jahres 2015 keine Experimente machen: Der Liebhaber von koffeinhaltigen Muntermachern setzt auf einen leckeren und bewusst weniger süßen Coffee-Nut Flavour.

Von Jan Frodeno frisch gebrüht: Frodissimo Gel – nussiger Espresso für längere Ausdauer!

„Ich habe in den 8 Stunden beim IRONMAN Hawaii unter anderem 22 Multipower Gele zu mir genommen“, sagt Jan Frodeno und versichert weiter: „Ich glaube, ich kann ganz solide Feedback geben, wie gut die Produkte funktionieren“. Das bestätigt auch Felix Steinmann, Senior Brands Manager Endurance bei Multipower: „Das Besondere an der Produktentwicklung des Frodissimo Gels, ist Jan’s Fähigkeit, seine Praxiserfahrung und exakten Bedürfnisse als Athlet akribisch mitzuteilen und zu definieren. Somit konnten unsere F&E-Spezialisten Jan’s „Wunschliste“ ideal in ein finales Produkt übersetzen“.

KOFFEIN IM BLUT Espresso to Ride - Multipower Gel Frodissimo Coffee Nut © Multipower

KOFFEIN IM BLUT Espresso to Ride – Multipower Gel Frodissimo Coffee Nut © Multipower

Und das ist drin im Multipower Gel Frodissimo Coffee Nut

– Entwickelt mit dem IRONMAN Weltmeister Jan Frodeno
– Weniger süß – bewusst ohne Fruktose
– Kaffee-Nuss-Geschmack
– Zweifache Kohlenhydratquelle Maltodextrin & Isomaltulose
– 340 mg Salz pro Gel um dem Salzverlust durch Schweiß entgegenzuwirken

Multipower Gel Frodissimo Coffee Nut im Praxistest

Wir werden den „Espresso to Ride“, das Multipower Gel Frodissimo Coffee Nut in den nächsten Wochen der Saison 2016 im Training, in Lauf-Wettkämpfen, Triathlons und Radmarathons intensiv auf Wirkung und Verträglichkeit testen, um uns nicht nur mit den wichtigen Kohlenhydraten zu versorgen, sondern auch für die wichtige Dosis Koffein im Blut. Aber mehr noch: Die inhaltlich und geschmacklich interessanten Protein-Riegel und Eiweiss-Drinks haben wir auch im Test. Ich halte euch auf dem Laufenden, doch eines vorweg – das Zeug von Multipower hat „Suchtpotential“.

Über Multipower Sportsfood

Die Atlantic Multipower Germany GmbH & Co. OHG mit Sitz in Hamburg ist europäischer Marktführer im Bereich Sportsfood. Gegründet 1977 als Hanseatisches Lebensmittelkontor (HaLeKo) produziert und vertreibt sie heute hochwertige Sporternährung für Athleten und Sportler aller Disziplinen. Die Besonderheit: Produkte wie Riegel, Getränke, Gels und Pulver sind speziell auf die jeweiligen Trainingsziele abgestimmt. In der firmeneigenen Produktionsstätte in Bleckede bei Lüneburg unterhält Multipower ein eigenes, unabhängiges Forschungs- und Entwicklungslabor. Hier arbeiten Lebensmittelwissenschaftler und erfahrene Ernährungsexperten nach höchsten Qualitätsstandards (IFS, DIN und ISO) – sie stehen für das Gütesiegel „Made in Germany“.

Weitere Informationen zu Multipower findest du hier:

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Ein kurzer Stop auf einen feinen Espresso ist für mich Rennradkultur und Geschmack pur. Jeder Schluck des gerösteten nussigen Bohnensafts ist purer Genuss wie die Serpentinen hinauf zum Passo dello Stelvio. Unter leidenschaftlichen Ciclisti ist eine Pause an einer Caffeteria, ob auf einen Espresso, Marocchino oder Cappuccino schon beinahe ein Ritual. Kaffee zeigt durch die zahlreichen Inhaltsstoffe generell viele Wirkungen, die der menschlichen Gesundheit zuträglich sind. Das natürliche Koffein wirkt sich unter anderem sehr positiv auf unsere Motivation und den Trainingseffekt aus. Aber Kaffee ist nicht gleich Kaffee und neben der Qualität auch eine Frage des persönlichen Geschmacks. Was zeichnet also einen guten Kaffee aus und welche ist die richtige Wahl vor, während und nach dem Training?

KOFFEIN IM BLUT: Ein Espresso ist Rennradkultur und macht Druck – Cappuccino mit Barista-Kunst in der Kaffeebar Patolli © stefandrexl.de

KOFFEIN IM BLUT: Ein Espresso ist Rennradkultur und macht Druck – Cappuccino mit Barista-Kunst in der Kaffeebar Patolli © stefandrexl.de

Der Espresso zwischendurch ist unter Rennradfahrern ein Ritual und unterstreicht einen puristischen Lebensstil. Die konzentrierte Portion Koffein ist ein sehr geschätzter Wirkstoff während und nach einer Radeinheit. Das natürliche Koffein wirkt sanft stimulierend auf das Zentralnervensystem und fördert die Freisetzung von Adrenalin für die Energiegewinnung. Es erhält die Muskelglykogenspeicher und regt den Fettstoffwechsel an. Etwas Koffein im Blut macht wach und ist geradezu optimal für alle Ausdauersportarten, denn ein kurzer Schwarzer vor einer nüchternen Morgenausfahrt erhöht durchaus die Fettverbrennung. Ein übermäßiger Genuss von Koffein kann allerdings die Schlafqualität beeinträchtigen. Zuviel Koffein verändert den Hormonspiegel und reduziert zudem die Fähigkeit die Kohlenhydratspeicher optimal zu nutzen. Das kann sich ungünstig auf die Leistungsentwicklung auswirken und eher zu einer Abwärtsspirale führen. Ich empfehle daher einen massvollen Verzehr von Koffein, um so in den Genuss dessen Vorteile zu kommen, dann, wenn du es auch wirklich brauchst.

KOFFEIN IM BLUT: Ein Espresso ist Rennradkultur und macht Druck – handgefertigte Espressomaschine aus Skandinavien in der Caffèteria MILCH in Hamburg © stefandrexl.de

KOFFEIN IM BLUT: Ein Espresso ist Rennradkultur und macht Druck – handgefertigte Espressomaschine aus Skandinavien in der Caffèteria MILCH in Hamburg © stefandrexl.de

Auf einen Espresso geht immer

Aber welcher Kaffee ist denn eigentlich am Besten und wann ist der richtige Zeitpunkt? Wenn du morgens nüchtern mit dem dem Rennrad los fahren möchtest, dann empfehle ich dir einen Espresso oder doppelten Espresso (dopio) als Wachmacher und Energieschub bevor du auf’s Rad steigst. Ein doppelter Espresso enthält genau die richtige Dosis Koffein, die aktivierend auf den Körper wirkt. Das vermeidet auch den möglichen negativen Effekt der Milch auf nüchternen Magen und du kannst kraftvoll in die Pedale treten.

KOFFEIN IM BLUT: Ein Espresso ist Rennradkultur und macht Druck – feiner nussiger Bohne von Supremo im Cappuccino in der LEHMANN Pattisserie © stefandrexl.de

KOFFEIN IM BLUT: Ein Espresso ist Rennradkultur und macht Druck – feiner nussiger Bohne von Supremo im Cappuccino in der LEHMANN Pattisserie © stefandrexl.de

Auch zwischendurch empfehle ich eher weniger Milch und erneut einen Espresso oder Dopio zu bestellen. Wer’s etwas milder möchte, der nimmt einen Espresso Macchiato, einen Marocchino und wer’s verträgt einen Cappuccino. Das erhält und steigert die Leistung auf langen und intensiven Radtouren. Mehr Milch sollte es dann aber nicht sein, möchte man noch einige Kilometer ohne Magenbeschwerden im Sattel sitzen. Natürlich ist Milch gesund, während des Sports kann die Laktose allerdings schwer vom Darm resorbiert werden. Ebenso empfehle ich Zucker nur in geringen Mengen in den Kaffee zu geben oder am Bestenn ganz darauf zu verzichten. Raffinierter Zucker ist nicht gesund, hemmt er den Fettstoffwechsel und führt zu einem rasanten Anstieg des Blutzuckers, dem nur wenig später ein Leistungseinbruch folgt.

KOFFEIN IM BLUT: Ein Espresso ist Rennradkultur und macht Druck – Espressomaschine in Handmanufaktur gefertigt in der Café Rösterei MAN VERSUS MACHINE © stefandrexl.de

KOFFEIN IM BLUT: Ein Espresso ist Rennradkultur und macht Druck – Espressomaschine in Handmanufaktur gefertigt in der Café Rösterei MAN VERSUS MACHINE © stefandrexl.de

Nach dem Training ist Milch für die Regeneration und das Immunsystem optimal. Ein Cappuccino, eine Latte Macchiato oder ein Kaffee Americano mit Milch, dann aber auch Vollmilch mit der extra Portion Kalorien. Sie enthält wichtiges Protein, Kalzium und gesunde Fette, alles essentielle Nährstoffe, die unsere Beinmuskulatur nach einer kräftezehrenden Radtour gut vertragen kann, um uns schnell zu erholen.

KOFFEIN IM BLUT: Ein Espresso ist Rennradkultur und macht Druck – Rennradrahmen aus der legendären Rahmenschmiede Cinelli in der Café Rösterei Man Versus Machine © stefandrexl.de

KOFFEIN IM BLUT: Ein Espresso ist Rennradkultur und macht Druck – Rennradrahmen aus der legendären Rahmenschmiede Cinelli in der Café Rösterei Man Versus Machine © stefandrexl.de

Die Hochlagen für die Höchstform

Die verschiedenen Arten von Kaffeebohnen enthalten mehr oder weniger Säure. Wer also einen empfindlichen Magen hat, was während des Trainings durchaus sein kann, der sollte eher Kaffeesorten mit einem geringeren Gehalt an Chlorogensäuren wählen. Generell enthalten Kaffeebohnen, die in höheren Lagen, wie in Kenia wachsen, mehr Säure als diejenigen, welche auf Plantagen in eher geringeren Höhen, wie in Indonesien. Durch die Röstung kann der Säuregehalt der Kaffeebohne allerdings ebenso verringert werden – je dunkler, desto niedriger der Säuregehalt und desto schonender für Magen und Darm. Der Koffeingehalt wird durch das Rösten jedoch kaum beeinflusst.

KOFFEIN IM BLUT: Ein Espresso ist Rennradkultur und macht Druck – Legendäre Kaffeemühle von Mahlkönig in der Café Rösterei MAN VERSUS MACHINE © stefandrexl.de

KOFFEIN IM BLUT: Ein Espresso ist Rennradkultur und macht Druck – Legendäre Kaffeemühle von Mahlkönig in der Café Rösterei MAN VERSUS MACHINE © stefandrexl.de

Etwa 110 mg Koffein sind in 100 ml Espresso enthalten. Pro Tag sind für einen gesunden Menschen ungefähr 400 mg Koffein zu empfehlen. Möchte man die Wirkung von Koffein für die Leistungssteigerung wirklich für sich nutzen, dann sollte man wie bei Kohlenhydraten als Ausdauersportler die Dosis und den Zeitpunkt richtig wählen.

Hohe Qualität, guter Geschmack – die Heimat des Espresso

Die zwei bekanntesten Kaffeesorten sind Arabica und Robusta. Die nördlich der Alpen verbreiteste Kaffeebohne Arabica enthält zwischen 1,1 bis 1,7 % Koffein und die Robusta, besonders in Italien populär enthält immerhin 2,0 bis 4,5 % Koffein bietet. 70 % aller Kaffeesorten bestehen aus der Arabicabohne, denn ihr Geschmack ist in der Regel weicher, aromatischer und weniger bitter. Den Arabica-Kaffee erkennt man an seinem starken Duft, seiner hellhaselnussbraun-rötlichen Creme und die feinere, fruchtigere Geschmacksnote. Im Vergleich zur Sorte Arabica ist die Kaffeepflanze Robusta, wie der Name schon sagt, widerstandsfähiger. Nicht nur Parasiten und Krankheiten, sondern auch hohe Temperaturen machen ihr weniger aus als der Arabica.

KOFFEIN IM BLUT: Ein Espresso ist Rennradkultur und macht Druck – ein Klassiker mit zuzverlässiger Bohnenqualität im Café SEGAFREDO © stefandrexl.de

KOFFEIN IM BLUT: Ein Espresso ist Rennradkultur und macht Druck – ein Klassiker mit zuzverlässiger Bohnenqualität im Café SEGAFREDO © stefandrexl.de

100 % Arabica sagt rein gar nichts über die Qualität des eingekauften Kaffees aus. Auch nichts darüber, ob Ihnen der Kaffee schmeckt oder nicht. Ich habe die Erfahrung, wenn ich Freunden drei verschiedene Espressi (blind Verkosten lasse, dass sie die Kaffeemischung mit dem höheren Anteil an Robustabohnen wählen, weil das ihrem persönlichen Geschmack am nächsten kommt. Denn im Heimatland des Espresso, in Italien schmeckt den ihnen der Kaffee immer so gut weil in den klassischen Caffeteria-Mischungen auch Robusta-Bohnen enthalten sind. Diesen besonderen Geschmack hochwertiger Robusta-Bohnen möchte südlich des Brenner niemand missen. Es gibt sehr viel versprechende Robustabohnen, die exzellente Aromen und feine Geschmackmerkmale entfalten.Ein Espresso ohne Robustaanteil wird für die meisten Italiener ein Widerspruch bleiben und gilt eher als ein allemanisches Gebräu.

Die Dosis macht das Gift

Meine bevorzugten Kaffees, deren Koffeingehalt (100 ml) und richtiger Zeitpunkt während des Radtrainings. Der Koffeingehalt kann je nach Kaffeebohne und Art der Kaffeezubereitung variieren.

PRE RIDE (mg Koffein / 100 Gramm)
Espresso 110 mg
Espresso Dopio 220 mg
Caffè Americano 55 mg
Cappuccino 27 mg

ON TOUR (mg Koffein / 100 Gramm)
Espresso Macchiato 80 mg
Marocchino 165 mg
Caffè Americano 55 mg

POST RIDE & REGENERATION (mg Koffein / 100 Gramm)
Cappuccino 27 mg
Latte Macchiato 15 mg

Meine Top 5 Post Ride Caffeterias München

MAN VERSUS MACHINE Coffee Roasters / Müllerstrasse 23 / 80469 München
AROMA Kaffeebar / Pestalozzistrasse 24 / 80469 München
LEHMANN Patisserie / Holzstrasse 22 / 80469 München
PATOLLI Kaffeebar / Sendlinger Strasse 62 / 80331 München
SEGAFREDO Café / Rosental 1 / 80331 München