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Jetzt hat er’s tatsächlich vollbracht:Sebastian ‚Sebi‘ Kienle hat nach dem Titel des Europameisters souverän den Ironman Hawaii und somit zum ersten Mal auch die Weltmeisterschaft gewonnen. Der sympathische 30-Jährige aus dem schwäbischen Knittlingen hat den Queen K gerockt und sich bei seinem dritten Auftritt in Kailua-Kona über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen in 08:14:18 Stunden und über fünf Minuten Vorsprung gegenüber dem US-Amerikaner Ben Hoffman (8:19:23) und Jan Frodeno (08:20:32) durchgesetzt.

Es ist gerade einmal vier Jahre her als Sebi erstmals seinen Fuss auf Big Island setzte, um den Ironman Hawaii, damals noch als Zuschauer zu verfolgen. Nach dem Triathlon-Showndown zwischen Sieger Chris McCormack und Andreas Raelert im Jahr 2010 habe ich Sebastian Kienle an der Pier von Kailua-Kona interviewt und mit ihm über seine ersten Eindrücke von der Insel, der Entscheidung im Männerrennen und seine Zukunftspläne auf der Triathlon-Langdistanz gesprochen. Exakt vier Jahre später, fast an selber Stelle, setzt Sebi erstmals seinen Fuss als Erster über die Ziellinie des Ironman Hawaii und krönt sich damit zum besten Triathleten und Weltmeister 2014 über die Langdistanz.

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Dabei wäre Sebi aufgrund einer Trainingsverletzung beinahe gar nicht auf Hawaii an den Start am Dig Me Beach gegangen. Vielleicht gerade deshalb ist sich der 30-Jährige seines unfassbaren Triumphes erst wenige Meter vor der Ziellinie wirklich sicher und genießt die letzten Meter spazierend. Auf dem Gipfel eines Triathleten angekommen, wird sichtbar welche Leistung der neue Ironman World Champion 2014 vollbracht hat. Denn mit dem gesamten Druck, die von ihm beim durchschreiten der Finishline abfällt, lässt sich Kienle vollkommen erschöpft zu Boden sinken. Es hat alles gepasst: Der perfekte Tag, eine gelungen Vorbereitung und das Quäntchen Glück – das es immer braucht.

Und hier seine Worte vier Jahre später, kurz nachdem er sein Meisterstück vollbracht und die 36. Auflage des Ironman Hawaii gewonnen hat:

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Was erst, wenn Sebi vorne aus dem Wasser kommt

Vor allem die gute Vorbereitung zusammen mit seinem Trainer Lubos Bilek war die Grundlage für Kienles Erfolg und seine starke Leistung auf seinem neuem Scott Plasma. Kurz vor Hawi, dem Wendepunkt der Radstrecke schob sich Sebi vorbei an dem Deutschen Maik Twelsiek und machte bei etwa 140 Kilometern den entscheidenden Move um endgültig die Führung zu übernehmen. Mit einem ordentlichen Vorsprung wechselte Kienle zum Laufen und baute seine Führung auf dem Alii Drive noch weiter aus, die er auch bis zum Ende nicht mehr abgab.

Entscheidend war dafür wohl, dass der neue Weltmeister mit einem verhältnismäßig geringen Rückstand von weniger als vier Minuten aus dem Wasser, in seiner schwächsten Disziplin stieg. Während Radfahren dagegen seine Stärkste ist. Damit ist Sebastian Kienle nach Thomas Hellriegel (1997), Normann Stadler (2004 und 2006) und Faris Al-Sultan (2005) jetzt der vierte Deutsche, der das wohl härteste Ausdauerrennen der Welt für sich entscheiden konnte. Wie es wohl wäre, wenn Sebi in Zukunft auch noch schnell Schwimmen könnte und mit der ersten Gruppe oder sogar erster nach 3,8 km aus dem Wasser steigen würde, mag man sich gar nicht vorstellen. Oder vielleicht doch? Ein Versuch wäre es sicher wert …



Frodeno und Frommhold mit starkem Debüt

Nicht unerwartet aber dennoch überraschender Dritter wurde Olympiasieger Jan Frodeno aus Saarbrücken, der zum ersten Mal auf Hawaii am Start war und trotz eines erneuten Plattens und einer Zeitstrafe auf’s Podium rannte. Nicht auszudenken, wie das Rennen verläuft, wenn Frodo einmal ganz ohne Zwischenfälle über die 180 km fliegt. Der Hawaii-Rookie Nils Frommhold war die dritte deutsche Überraschung der Weltmeisterschaft und kam mit einem beeindruckenden Schlussspurt über die letzten 10 Kilometer als Sechster ins Ziel.



Der Berliner hatte im Energy Lab sein zweites Hoch bekommen und sich von Platz neun wieder nach vorne gekämpft. Maik Twelsik, wieder einmal zweiter nach dem Radfahren, rannte in seiner Wackel-Disziplin immerhin auf Platz 11. Ebenso erstmals für die Ironman World Championships qualifiziert war Boris Stein. Der Sieger des Ironman Zürich 2014 erreicht das Ziel als 20. in 8:40:42 Stunden. Der Vorjahressieger und Titelverteidiger Frederik van Lierde aus Belgien wurde Achter. Für Triathlon-Dino Faris Al-Sultan war der Ironman Hawaii 2014 bereits nach wenigen Kilometern auf dem Rad vorbei.



Bis auf Rang sechs und mit Aussichten aufs Podium war Andreas Raelert vorgelaufen. Der Rostocker bekam nach dem Halbmarathon allerdings Magenprobleme und konnte trotz Gehpausen nicht mehr in den Ausgang des Rennens eingreifen.



Top Drei der Frauen auf Hawaii heiß umkämpft

Im Feld der 36 weiblichen Triathlon Profis ist Mirinda Carfrae die Titelverteidigung gelungen. Die Australierin krönte sich zum dritten Mal nach 2010 und 2013 zur Ironman Hawaii Weltmeisterin. Mit einer unglaublichen Energieleistung machte Carfrae im Marathon einen Rückstand von 14:32 Minuten auf die lange führende Daniela Ryf gut. Die Schweizerin hat lange tapfer dagegen gehalten und der Australierin alles abverlangt. Die Schweizerin mit den meisten Wettkämpfen der vergangenen Saison wurde bei ihrem Debüt auf Big Island Zweite vor Rachel Joyce aus Großbritannien.



Ebenso als Rookie nach Hawaii gekommen war Julia Gajer die ihre erste Ironman World Championship mit einem starken sechsten Platz finishte. „Ihr bisher krassestes Rennen“, wie die Apothekerin aus Ditzingen und Deutsche Meisterin 2014 auf der Langdistanz nach dem Rennen berichtete. Ihren eigenen Erwartungen hinterhergelaufen ist die Caroline Steffen. Die Schweizerin hatte gemeinsam mit ihrem neuen Trainer Chris McCormack einzig die Ironman-Krone im Blick, doch bereits auf dem Rad fehlten ihr an diesem Samstag die letzten Körner. Der fünfte Platz ist dennoch, wie ich meine eine starke Leistung auf der heißen Lavainsel.



Top Ten der Ironman Hawaii World Championships 2014

Platzierung, 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren, 42,2 km Laufen, Gesamt

Männer
1. Kienle, Sebastian (DEU) (54:38/4:20:46/2:54:36) 08:14:18
2. Hoffman, Ben (USA) (51:20/4:32:20/2:51:25) 08:19:23
3. Frodeno, Jan (DEU) (50:56/4:37:19/2:47:46) 08:20:32
4. Potts, Andy (USA) (50:56/4:36:56/2:48:18) 08:21:38
5. Viennot, Cyril (FRA) (54:32/4:31:18/2:51:55) 08:22:19
6. Frommhold, Nils (DEU) (51:14/4:34:11/2:52:45) 08:22:29
7. Van Berkel, Tim (AUS) (51:21/4:36:45/2:50:53) 08:23:26
8. Van Lierde, Frederik (BEL) (51:03/4:32:17/2:56:21) 08:24:11
9. Aernouts, Bart (BEL) (55:43/4:37:47/2:50:12) 08:28:28
10. Guillaume, Romain (FRA) (51:08/4:34:23/2:59:58) 08:30:15

Frauen
1. Carfrae, Mirinda (AUS) (1:00:14/5:05:48/2:50:26) 09:00:55
2. Ryf, Daniela (CHE) (56:55/4:54:33/3:07:00) 09:02:57
3. Joyce, Rachel (GBR) (56:47/4:56:49/3:06:27) 09:04:23
4. Swallow, Jodie (GBR) (54:28/5:02:46/3:08:45) 09:10:19
5. Steffen, Caroline (CHE) (56:53/5:02:03/3:08:43) 09:12:43
6. Gajer, Julia (DEU) (1:00:17/5:06:13/3:04:39) 09:16:58
7. Lyles, Liz (USA) (1:00:19/5:10:15/3:03:24) 09:18:11
8. Crawford, Gina (NZL) (55:04/5:17:30/3:01:49) 09:19:21
9. Ellis, Mary Beth (USA) (54:56/5:00:04/3:21:24) 09:20:46
10. Blatchford, Liz (AUS) (54:59/5:13:30/3:10:16) 09:23:34

Hier findet Ihr Informationen, Videos und interessante Links zum Ironman Hawaii 2014 und Sebastian Kienles Gewinn der Ironman World Championships in Kailua-Kona

Interessante Tri-ography über den Werdegang und Weg von Sebastian Kienle von den ersten Erfolgen bis zur Krönung zum King von Kona auf tri2b.com

Informationen, emotionale Interviews und beeindruckende Bilder vom Triathlon Mythos auf Big Island gibt’s im Ironman Special auf tri2b.com

Tri2b.com im Interview mit dem Drittplatzierten des Ironman Hawaii 2014, Jan Frodeno

Tri2b.com im Interview mit Maik Twelsiek, Zweiter vom Rad und 11. Platz Gesamt beim Ironman Hawaii 2014

Tri2b.com im Interview mit Boris, Platz 20 bei seinem Debüt des Ironman Hawaii 2014

Der HR-Livestream zu Sebis Meisterstück in drei Teilen

Kona 2014 01/03

Kona 2014 01/03

Kona 2014 01/03

Alle Ergebnisse, Videos und Live-Ticker zu den Ironman World Championships

Sebi zu Gast bei Triathlon-Legende Bob Babbitt

Ein kleiner Schritt über die Ziellinie aber ein langer Weg bis dorthin: Sebastian Kienle Inside Story über die Faszination Triathlon

Sebastian Kienle im ZDF Morgen-Magazin 8 Wochen vor Hawaii

Interview mit dem Ironman-Sieger über Glücksgefühle, eisernen Willen und noch Luft nach oben

Als Schnellster vom Rad kommt gleich nach „First Out of the Water“ und ist natürlich ein Thema bei den Australiern des Online-Portals „First Off the Bike“

Pressekonferenz nach den Ironman World Championships 2014 mit deutschen Sieger Sebastian Kienle

Die Experten des Triathlon Magazins mit Sebi im Interview

Die Experten des Triathlon Magazins mit Jan Frodeno im Interview

Die Experten des Triathlon Magazins mit Nils Frommhold im Interview

Die Experten des Triathlon Magazins mit Julia Garer im Interview

Ein sehenswertes Video über Kona 2014 mit Liz Blatchford der Zehntplatzierten, einmal nicht nur aus der Rennperspektive

In Mitten des Pazifiks eröffnete ein leidenschaftlicher Rennradfahrer im April 1984 den ersten Triathlonstore auf Hawaii, möglicherweise den Ersten weltweit. Er leistete damit Pionierarbeit in einer Zeit als Dave Scott und Mark Allen beim Ironman in Kailua Kona ihre ersten Duelle austrugen. In Honolulu traf ich Frank Smith und begab mich auf eine Zeitreise zu den Wurzeln des Mythos Ironman …
 
 

In Mitten des Pazifiks, im Herzen Polynesiens, hat ein leidenschaftlicher Rennradfahrer vor über dreißig Jahren eine Mission: er möchte den Radsport und die junge Sportart Triathlon auf Hawaii weiter entwickeln und für die Athleten mit dem bestmöglichen Material und Service stets zu Diensten zu sein. Im April 1984 öffnet Frank Smith erstmals die Türen von IT&B, „Island Triathlon and Bike“und damit den ersten Triathlonstore auf Hawaii, möglicherweise den Ersten weltweit. Triathlon steckte damals noch in den Kinderschuhen, erst als Dave Scott und Mark Allen allmählich mehr Aufmerksamkeit für ihre Schlachten beim Ironman in Kailua Kona erhielten, lockte die ultimative sportliche Herausforderung immer mehr Ausdauerathleten aus aller Welt. IT&B entwickelte sich zu einer unschätzbaren Quelle für ehrgeizige Athleten vor Ort und aller Ambitionierten, die auf der Durchreise waren. Von jenen Tagen der Rahmenschaltung, bis zu aerodynamischen Kohlefaserverbundwerkstoffen und der elektronischen Schaltung, hat Frank Smith die gesamte technische Entwicklung des Sports durchlebt.
 
 


 
 

Etwa eine Meile nördlich vom Strand parke ich meinen rostigen Pickup. Ich bin mit Frank Smith, dem radsportbegeisterten Mann von damals und heute Inhaber von „Island Triathlon and Bike“ in Honolulu, Hawaii verabredet. Es ist eine historische Zeitreise, erreicht man das kleine Viertel unterhalb des Diamond Heads. Die Häuser hinter dem Honolulu Zoo haben nur ein Stockwerk und die Gegend blieb weitestgehend von dem Bauboom am berühmtesten Strand der Welt verschont. Ich treffe Frank an der Kapahulu, Ecke Campell Avenue, direkt vor seinem Store. „Morgens ist es noch ruhiger und die Mechaniker sind mit dem Rad unterwegs in’s Nuuanu Valley “, meinte er tags zuvor, „wir können uns bestens unterhalten und etwas Frühstücken“. Frank schrieb in einem Mail, dass er demnächst 68 Jahre wird, als ich ihn aber nun das erste Mal traf, war ich überrascht, wie jung und fit er wirkte. Vor mir stand ein sympathischer und durchtrainierter Mann in Laufschuhen, mit kurzen, grauen Haaren und spitzen Bart.
 
 

„Aloha!“, rief mir Frank gut gelaunt über die Strasse, „Willkommen auf Hawaii! Komm rüber und lass uns gleich rein gehen.“
„Aloha, Frank. Schön, dass Du etwas Zeit hast?“, antwortet ich begeistert von der Herzlichkeit des Empfangs.
 
 

Wir gehen quer durch einen bestens sortierten Bike- und Triathlonstore, hinauf in den ersten Stock und vorbei an der Radwerkstatt. Nur Matt, der Chef Mechaniker von IT&B schraubt schon an einer Zeitfahrmaschine. Wir setzen uns in die Küche, die schon einige Jahre auf dem Buckel haben dürfte. Frank macht frischen Kona Coffee und hat dazu selbst gebackene Papaya Muffins mitgebracht.
 
 


 
 

Stefan Drexl: Der Küchentisch scheint schon sehr alt zu sein, Frank?
Frank Smith: Das stimmt. In diesem Haus war über zwanzig Jahre lang ein asiatisches Restaurant und im ersten Stock wurde gekocht. Wir haben die Küche erhalten und komplett renoviert, der Tisch dürfte aus den Sechzigern sein.
 
 

Auch das Viertel hier wirkt älter, zumindest unterscheidet er sich erheblich vom Rest der Stadt?
Dieser Teil Honolulus blieb von den Angriffen auf Pearl Harbor weitest gehend verschont. Das Viertel ist sehr authentisch und gefiel mir am besten, als wir nach Oahu kamen. Einige Häuser wurden vor 1940 erbaut, wie auch das hier. Es hat viel erlebt und ist wie eine kleine Zeitreise in dem Store.
 
 

Du bist nicht auf Hawaii geboren, seit wann lebst Du auf Oahu?
Nein, nein, nein. Als ich drei war, mein Vater war bei der Navy, sind wir nach Hawaii gezogen. Nach der ersten Klasse wurde er nach Japan versetzt und wir mussten wieder weg. Ich wurde in Virginia geboren und war später auch dort auf der Universität. Anschließend ging ich zur Navy, nicht so lange wie mein Vater, aber immerhin kam ich dadurch 1969 auf einem U-Boot wieder nach Hawaii.
 
 


 
 

Bist Du dann gleich auf Hawaii geblieben?
Leider nicht, ich war bereits verheiratet … Frank schmunzelt aber ich hatte eine Entscheidung getroffen. Als ich wieder zurück in Virginia bei meiner Frau war, habe ich die Navy verlassen und eine Stelle bei der Regierung angenommen. Ich liebe das Meer, aber fester Boden unter den Füssen war mir lieber.
 
 

Bist Du damals schon Rad gefahren?
Ja, ich habe oft Touren gemacht. Es gab längst noch keine so gute Rahmen und Komponenten, wie dann später. Die ersten Mountainbikes haben zwar einiges ausgehalten, waren aber auch ziemlich schwer. 1975 habe ich mich für eine interne Stelle auf Hawaii beworben und wurde prompt genommen. Zusammen mit meiner Frau bin ich dann nach Oahu gezogen, diesmal für immer. Auf Hawaii fuhr ich fast täglich mit dem Rad, anfangs noch mit dem Mountainbike und später habe ich gelegentlich das Rennrad eines Freundes geliehen. Wir haben gemeinsam mit einer kleinen Rennradgruppe trainiert und so wuchs meine Begeisterung. Es haben sich auch sehr gute Freundschaften daraus entwickelt und wir hatten schließlich alle das Ziel unsere Leidenschaft für Räder weiter auf Hawaii auszubauen.
 
 

Nun ist ja Oahu keine sehr große Insel, wo trainierst Du denn hier?
Ja, es wird schnell langweilig … Frank lacht Nein, eher selten. Gleich hier die Strasse hinauf, vorbei an der Universität kommt der Tantalus Drive. Eine Panoramastrasse mit vielen Serpentinen und einem langen Anstieg über einige Hügel. Das sind natürlich nicht die Alpen, aber ein gutes Bergtraining und ein herrlicher Kurs mit einer großartigen Aussicht auf’s Meer. Mit dem Rennrad kann man oben durch den Tunnel, hinüber zur Ostküste fahren und eine schöne Schleife auf der anderen Seite machen. Es geht natürlich auch weiter nach Norden, das ist eine durchaus anspruchsvolle Strecke, besonders der Weg von Haleiwa über den „Three Hanky Hill“. Mit dem Mountainbike dagegen sind die Möglichkeiten großartig und das Naturerlebnis noch um einiges spektakulärer. Es gibt eine Vielzahl von Trials in beinahe jedes Tal der alten Vulkankette und während der Osten Oahus wie ein Dschungel etwas kühler und vor allem feucht ist, erlebt man an der Westküsten das Gegenteil mit Hitze und Trockenheit.
 
 


 
 

Sind denn die vielen Autos und der Verkehr auf den kleinen Strassen nicht gefährlich?
Ja, schon. Man muss schon sehr aufpassen und immer konzentriert sein, um am Ende nicht im Strassengraben zu landen oder an einem der scharfen Lavafelsen zu kleben. Man muss auch wissen, dass die wenigsten Hawaiianer gute Autofahrer sind. Woher auch, sie kommen ja nicht weit und fahren stets die selben Straßen. Mit dem Rennrad unterwegs auf den Strassen Hawaiis ist meine Spezialität. Ich biete sogar Kurse an, wie man sich am sichersten durch den Verkehr auf der Insel bewegt. Man muss wissen, dass Ende der Siebziger auf Hawaii noch kaum jemand mit dem Fahrrad unterwegs war, jeder fuhr Auto, sogar zum Bäcker um die Ecke. Regelmäßig gab es ein Verkehrschaos in Honolulu. Es gab allerdings auch keine vernünftigen Räder, Rennräder oder Mounties, und Ersatzteile zu kaufen, wir waren Exoten. Wir wollten das ändern.
 
 

Wie habt ihr dann euere Räder in Stand gehalten?
Wir haben die Räder selbst repariert und uns gegenseitig geholfen. Ersatzteile haben uns Freunde vom Festland geschickt. Es hat allerdings eine Weile gedauert, bis die Teile geliefert wurden. 1978 fand auf Oahu schließlich der erste Ironman statt, gleich hier, die Straße runter am Strand von Waikiki. 12 Triathleten haben damals teilgenommen und es gab kaum Zuschauer, aber das Interesse der Radhersteller wurde geweckt. Bei der dritten Auflage, 1980, waren es über 100 Teilnehmer und zwei Frauen. Das Wetter war seit Tagen schlecht, sodass sie das Rennen um einen Tag verschoben haben und wegen zu hoher Wellen schließlich im Ala Moana Channel geschwommen wurde. 1981 ist der Ironman nach Kailua Kona umgezogen, der Verkehr in Honolulu war einfach zu groß und es war zu wenig Platz. Aber der Ironman hat einen Boom auf Hawaii ausgelöst und immer mehr Menschen wollten vernünftige Räder oder brauchten Ersatzteile.
 
 


 
 

Hast Du denn auch am Ironman teilgenommen?
Nein, nie. Aber ein guter Freund, John Collins, war beim ersten Ironman dabei und wurde immerhin Neunter. Auf Oahu gab es dann auch den Tinman Triathlon. Der Tinman sollte für Jedermann sein, bei dem vor allem der Spaß im Vordergrund stand. Ich hatte keine Zweifel das Radfahren zu überstehen und schwimmen konnte ich seit der Navy auch einigermaßen gut, aber Laufen. John meinte, dass ich die 10 Kilometer locker schaffen würde, also nahm ich 1982 am Tinman teil. John war eher ein Läufer, aber er war auch daran interessiert, den Radsport auf Hawaii voranzubringen. Wir kannten uns von der Trainingsgruppe. Der Tinman war mein aller erster Triathlon und ich erinnere mich heute noch gut daran, wie schmerzhaft das war, aber er hat auch meine Leidenschaft geweckt.
 
 

Machst Du denn immer noch Triathlon?
Oh ja, seit meinem ersten Tinman mache ich jedes Jahr ungefähr fünf bis sieben Wettkämpfe. Fast jeden Monat findet hier irgendwo auf der Insel ein Triathlon statt. Nächste Woche ist an der North Shore der Haleiwa Triathlon.
 
 

Wie kam es dann zu der Idee mit IT&B, denn wegen einer Handvoll radbegeisterter Freaks eröffnet man ja noch kein Fahrradgeschäft?
Ja genau. 1982 organisierte ich erstmals ein 100 Meilen Radrennen auf Oahu, den „Honolulu Century Ride“ bei dem damals 500 Teilnehmer starteten. Im nächsten Jahr berichtete eine Zeitung im Vorfeld über die Veranstaltung und es kamen über 1000 Radsportler. Im Jahr darauf verdoppelte sich die Anzahl der Starter noch einmal und auch die Nachfrage an guten Rädern stieg. Als ich immer mehr Zeit für den Radsport und Triathlon investierte, beschlossen wir 1984 uns voll und ganz unserer Leidenschaft zu widmen. Ich kündigte meinen Job und machte mich zusammen mit meiner Frau selbständig. Während zwei unserer Freunde begannen Radtouren anzubieten, eröffneten wir den ersten Triathlon und Bikestore auf Hawaii. Ich habe dann Kontakte zu Herstellern am Festland aufgenommen und rannte offene Türen ein, zumindest bis es um den Versand nach Hawaii ging. Wie es der Zufall so wollte, drängte Cannondale auf den Markt und war von unserem Vorhaben begeistert. „Wow“, dachte ich, „wir bekommen exklusiv Cannondale Bikes“. Es gab einige gute Hersteller, alle bauten mittlerweile Rahmen aus Aluminium, wie z.B. Vitus, Alan, aber auch Klein. Klein war sehr innovativ und hatte ausgefeilte Details, die Rahmen waren steif und leicht, allerdings auch kaum bezahlbar. Cannondale brachte ein Bike heraus, dass ziemlich ähnlich und gut verarbeitet war, aber nur die Hälfte kostete.
 
 


 
 

Und Cannondale hat euch die Rahmen nach Hawaii geliefert?
Richtig, das lies sich natürlich nicht weiterhin in unserer Garage realisieren. Eines Abends laufe ich dann die Kapahulu Avenue zum Strand hinunter und sehe dieses Haus das zu mieten war. Am nächsten Morgen haben wir es angeschaut und sofort unterschrieben. Es lief vom ersten Tag an super und der Store war ein voller Erfolg. Die Idee unserer Freunde und den Radtouren kam dagegen nicht so gut an. Für Cannondale haben wir damals gute Arbeit gemacht. So gut, dass sie eines Tages selbst einen Laden, nicht weit von hier, eröffnet haben. Wir sind auf Trek Räder umgestiegen, aber die haben es nach einigen Jahren ähnlich gemacht. Das hat uns aber nicht weiter gestört, denn es lief großartig und wir wollten uns stets von typischen Bikestores unterscheiden. So blieben wir weiter innovativ und haben mit dem Radsport auch Triathlon weiter ausgebaut. Es gab zwar bisher wenige spezielle Triathlonartikel, aber wir hatten Laufschuhe, Schwimmzubehör und Bekleidung im Angebot. Mit Laufschuhen konnten wir jedoch nicht viel Geld verdienen, so haben wir mit Running Room, die nur wenige Meter von hier die Straße hinauf sind, einen Spezialisten und seit 1991 eine gute Kooperation.
 
 

Mit ging es dann schließlich weiter mit Triathlon und Radsport?
Nachdem wir bei IT&B mit Mountainbikes begonnen hatten und lange beides im Store anboten, haben wir uns Ende der Neunziger ganz auf Triathlon- und Rennräder spezialisiert. Anfangs haben uns Cannondale und Trek zwar super unterstützt, wir haben für beide aber auch hervorragende Pionierarbeit auf Hawaii geleistet. Durch Triathlon ergab sich schließlich auch eine Zusammenarbeit mit Scott. Wir hatten einige Hersteller im Laufe der Jahre und versuchen heute nach wie vor mit innovativen und neuen Herstellern zusammenzuarbeiten, die eine gute Qualität zu fairen Preisen anbieten.
 
 


 
 

Im Grunde hast Du die gesamte Entwicklung des Sports miterlebt, was war für Dich die größte technische Innovation in dieser Zeit?
Das war natürlich der Aerolenker, Mitte der Achtziger, von ihm ging die Veränderung der gesamten Radgeometrie aus. Die größte Innovation war jedoch die Einführung von Kohlefaserverbundwerkstoffen. Sie ermöglichten leichtere Rahmen und Anbauteile, vor allem aber wurden dadurch erst richtige aerodynamische Konstruktionsformen möglich.
 
 

Welche Technik, denkst Du, wird die nächsten Jahre besonders prägen?
Ich denke, dass elektronischen Bauteile zunehmen werden, die Möglichkeiten sind heute noch gar nicht vorstellbar. Shimano hat mit der Di2 Baureihe erst den Anfang gemacht und andere wie Campagnolo oder Sram werden nachlegen. Das potential ist riesig. Die Versorgung der Komponenten mit Strom könnte außerdem durch den Sportler übernommen werden, immerhin erzeugt er sehr Energie im Laufe seines Trainings oder eines Ironmans, die man sinnvoll nutzen kann.
 
 

Welches Rad und welche Komponenten fährst Du momentan?
Ich habe erst vor kurzem ein neues Triathlonbike zusammengestellt, ein Cervélo S3 mit Dura Ace Di2 und 404 Laufrädern von Zipp. Ich hätte gerne eine Zeitfahrmaschine, wie das P3 gehabt, aber ich fahre mittlerweile lieber etwas aufrechter und bin schließlich nicht mehr der Jüngste.
Den Eindruck habe ich ganz und gar nicht, Frank. Herzlichen Dank für das spannende Interview und den guten Kaffee.
 
 


 
 

Am 31. Juli 2011 hat Frank noch einmal am Tinman Triathlon teilgenommen und wurde Zweiter seiner Altersklasse in 2:48:24 Stunden. Von 600 Startern erreichte er gesamt den 358 Platz und fuhr die 40 km in 1:12 Stunden.
 
 

Ende 2013 im reifen Alter von 70 Jahren ist Frank Smith schließlich in den Ruhestand gegangen. Nach über 29 Jahren hat er seinen Laden an der Kapahulu Avenue 569 in Honolulu einem neuen Besitzer verkauft, mit der Bedingung das langjährige Personal zu übernehmen und besonders den guten Service beizubehalten. Ab und zu schaut Frank nach dem Rechten, gibt Autogramm und erzählt. Ansonsten fährt er natürlich umso mehr mit seinem Rennrad, den geliebten Tantalus Ride …
 
 

INFORMATIONEN

ITB HAWAII – Island Triathlon & Bike Hawaii, Honolulu
RUNNING ROOM HAWAII – A Store for Runners by Runners
TINMAN TRIATHLON HAWAII
IRONMAN WORLD CHAMPIONSHIP Kailua-Kona, Hawaii
 
 

Montags stelle ich in unserem Blog meine beliebtesten Schwimmprogramme für meine Athleten vor, die sie trainieren oder selbst schwimme. Darunter sind Trainingspläne, die den Schwerpunkt auf längere Distanzen legen, manche steigern die Grundschnelligkeit, und einige sind für die Verbesserung Euerer Wasserlage.

Allesamt legen den Schwerpunkt auf eine gute Schwimmtechnik und spezifische Entwicklung der Kraftausdauer. Damit bekommt Ihr neue Ideen für’s Wasser nehmen und könnt neue Akzente für Euer Schwimmtraining setzen. Jedes Schwimmtraining ist in seiner Länge der Strecken und Zahl der Wiederholung entsprechend der individuellen Schwimmleistung variabel anzupassen. Die Anpassung Schwimmplans erfolgt dann möglichst linear, so dass die Bedeutung jedes Trainingsblocks innerhalb der kompletten Trainingseinheit erhalten bleibt.

ENTWICKLUNG DER ZUGLEISTUNG FÜR MEHR WASSERGEFÜHL

WARM UP
400m NL, 30sec P
4x 100m F (50m Beine – 50m GL betonter Beinschlag), 20sec P
4× 100m F (alle 25m steigern (STG)), 15 sec P

Hauptteil
4x 500m F (200m Paddles PD Zugphase, 20 sec P – 2× 100m ha, 60sec P – 100m Rekom)

COOL DOWN
4× 100m lo (Atmungswechsel L/R 2er/3er/5er, 15sec P)

Gesamtlänge
3600 Meter

Dauer
75 Minuten

Trainingshilfen
Schwimm-Paddles, Pull Buoy

YES, IT’S ON! Kailua-Kona ist am 11. Oktober 2014 wieder der Nabel der Welt des Triathlons und pünktlich zur Ironman Hawaii Race-Week ist auch meine neue Website am Start. Am kommenden Samstag kämpfen Triathleten aus aller Welt über 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen auf dem Pazifik-Archipel, um sich am berüchtigten Alii Drive ihren Traum zu erfüllen: dem Mythos IRONMAN HAWAII!

Aus einer Wette wächst ein Mythos

Seit 1978 findet der älteste, bekannteste und gleichzeitig spektakulärste Triathlon über die Langdistanz auf der Inselgruppe Hawaii, Mitten im Pazifischen Ozean, 3000 Meilen vom Festland entfernt statt. Es gibt für die meisten Triathleten keinen größeren Tag und kein wichtigeres Rennen als die IRONMAN World Championship auf Hawaii. Was in San Diego aus einer Wette heraus entstand, entwickelte sich schließlich mit dem ersten Ironman am Strand von Waikiki auf Oahu weiter. Aufgrund der schnell steigenden Popularität wechselte die Mutter des Langdistanz Triathlon schließlich auf die Nachbarinsel Big Island in das kleine Fischerdörfchen Kailua-Kona, das seither zahlreich Mythen und Legenden schuf.

Ironman Hawaii, heißt sich den Naturgewalten stellen

Der IRONMAN Hawaii ist einer der größten Herausforderungen denen sich Athleten stellen können und er zieht jedes Jahr immer mehr Triathleten in seinen Bann. Einmal die Qualifikation schaffen und dabei sein, wenn die besten Profi-Triathleten der um die Krone des Ironman-Weltmeisters schwimmen, Rad fahren und laufen. Über 2000 Alterklassenathleten suchen diese persönliche Herausforderung im Kampf gegen die Naturgewalten: Durch die Wellen im Meerwasser, gegen den heißen Mumuku-Wind und auf dem glühenden Asphalt. Das alles bekommt man auf den 226 km entlang der Westküste von Big Island geboten. Einmal dabei sein mit Sonnenaufgang am Dig-Me-Beach und ab 6:30 Uhr 3,8 km in der Bucht von Kailua-Kona, 180 km auf dem Queen Kaahumanu Highway und 42,2 km auf dem berüchtigen Alii Drive und ins Energy-Lab.

Die Qualität zur Legende

Nur wenigen ist das vergönnt, sie haben in einem der vielen weltweiten Ironman-Rennen ein Qualifikationsplatz durch eine entsprechende Platzierung in ihrer Altersklasse ergattern können. Für die mittlerweile zahlreichen Profis weltweit ist der Modus für eine Teilnahme beim Ironman Hawaii inzwischen noch härter geworden. Die WTC und Ironman haben mit 2012 das Kona-Pro-Ranking eingeführt, so dass zum Saison-Highlight im Oktober nur noch die Allerbesten an Pier von Kailua-Kona mit dem Kanonenschuss starten. Dem Mythos Ironman Hawaii hat die neue Regelung nicht geschadet: Wer in Kona gewinnt, schreibt Triathlon-Geschichte.

im Jahr 1997 gelang das erstmals einem deutschen Triathleten: Thomas Hellriegel aus Bruchsal konnte sich am Alii Drive zum Ironman World Champion krönen. Gleich zweimal, in den Jahren 2004 und 2006 ist das Normann Stadler gelungen. Der Münchner Triathlon-Dino Faris Al-Sultan holte sich im Jahr 2005 die Krone in Kona. Die US-Amerikaner Dave Scott und Mark Allen sind die Rekordgewinner des Ironman Hawaii, sie konnten jeweils sechsmal am Alii Drive gewinnen. Gleich achtmal hat Paula Newby-Fraser bei den Frauen triumphiert. Sie dominierte in den 80iger und 90iger Jahren den Ironman Hawaii und hat so wohl auch einen Rekord für die Ewigkeit aufgestellt.

In meinem „Road to Kona“-Blog bekommt ihr Aktuelles zum Ironman Hawaii 2014 auf Big Island mit Hintergrundwissen, Prognosen, Ergebnissen, Stories, Bildern und einiges mehr …

Hier findet ihr wichtige Links zum Ironman Hawaii Raceday 2014
Das Live Coverage mit Leaderboard, Athlete Tracker und Live-Ticker von Ironman

Von 18.30 bis 3.30 Uhr überträgt hr-online den Triathlon-Event des Jahres im Livestream, direkt aus Hawaii kommentiert von Dirk Froberg und dem ersten deutschen Sieger des Ironman Hawaii, Thomas Hellriegel:

Auch 2014 war die Mitteldistanz in Erlangen wieder das Finale meiner Triathlonsaison und entsprechend auch die gesamte Vorbereitung auf den Saison-Höhepunkt ausgerichtet. Denn schließlich war noch einen Rechnung aus dem Vorjahr offen. Zum 25. Mal fand Erlangen heuer bereits statt und konnte mit idealen Wettkampfbedingungen und bestem Triathlon-Wetter glänzen. Die Erlanger Mitteldistanz ist vom Zeitpunkt Anfang August, mit seinen Strecken über 2km Schwimmen, 80km Radfahren und 20 km Laufen sowie der guten Organisation perfekt für den Abschluss einer langen Triathlon-Saison. Ich war bereits zum fünften Mal am Start und hatte seit langem ein offene Rechnung mit der mittelfränkischen Mitteldistanz. Mal waren es ein Defekt, mal eine schlechte Tagesform und 2013 dann ein Infekt der mir ein völlig neues Triathlonerlebnis bescherte, wie ihr in meiner Kolumne lesen könnt. Doch zum Jubiläum sollte es mit einer ordentlichen Platzierung und top Zeit endlich aufgehen.

Es waren bisher nicht viel heiße Tage im Sommer 2014, aber die letzten Drei vor der diesjährigen Mitteldistanz in Erlangen waren die Wärmsten und Gewitterreichsten. Es waren aber auch die schwülsten und somit die gewitterigsten Tage des Jahres. Wie beinahe jedes Jahr gab es einen kurzen Regenschauer vor dem Start, der allerdings nicht für Abkühlung sorgte, sondern die Luftfeuchtigkeit weiter steigen lies. Ebenso fast vorhersehbar war, dass die erste Disziplin ohne entsprechender Schwimmhilfe zu bewältigen war – der Neopren blieb somit trocken und die guten Schwimmer hatten wenigsten im Main-Donau-Kanal den Vorteil ihre stärken auszuspielen.

Erstmals hatte ich die Ehre bei den Männern ganz oben in der Startliste zu stehen und mein Bike auf Position eins einzuchecken. Wenngleich das nicht gleichzeitig die Startnummer 1 bedeutete, in Erlangen ist das eben die Nummer 385. In der mittelfränkischen Metropole ticken die Uhren eben etwas anders. Entsprechen motiviert und hoch waren die eigenen Erwartungen, eine farbig markierte Badekappe hatte ich allerdings nicht bekommen – zum Glück.

Der Start erfolgte fünf Minuten und 500 Meter nach den Triathleten der Kurzdistanz pünktlich um 9:05 Uhr unterhalb der Dechsendorfer Kanalbrücke. Aufgrund der Schleusungen hieß es bis zur Wendeboje erst gegen die Strömung zu schwimmen und auf dem Rückweg dann der bekannte Kampf durch das langsame Feld der Kurzdistanzler. Das sorgt jedes Jahr für Stress unter allen Beteiligten und zahlreich Blessuren. Während die guten Schwimmer der Mitteldistanz, mitunter auch ich, an schnellen Schwimmzeiten gehindert werden und somit nach nur der Hälfte der Schwimmstrecke ihren Vorsprung nicht weiter ausbauen können, müssen sich die hinteren Schwimmer der Kurzdistanz fühlen, als würden sie von einem Tsunami überrollt. Warum man das partout seit Jahrzehnten nicht ändert, ist mir ein Rätsel, zumal es auch schon frontale Zusammenstöße der beiden Startgruppen gab. Die Startphase ist in Erlangen noch der entspanntere Teil der ersten Disziplin.

Nichts destotrotz bin ich als Sechster aus dem Kanal gestiegen. Ich hatte zwar auf den ersten 1000 Metern eine ungünstige Strömung erwischt und fast den gesamten Hinweg gebraucht, um wieder den Anschluss an die Führungsgruppe herzustellen. Der Rückweg verlief dann den beschriebenen Umständen entsprechend besser. Nach nur 90 Sekunden saß ich schließlich auf meinem Speedmax – immerhin – denn vom Schwimmausstieg, durch die Wechselzone und dem Radaufstieg ist eine Länge von 400 Metern zurückzulegen.

Die Taktik auf dem Rad hieß heute: eine moderate erste Runde und stark die Anstiege zu fahren, in der zweiten Runde hart fahren und an den Anstiegen moderater. Doch schon nach 20 km und im zweiten Anstieg ist mit dem Schaltvorgang die Kette nach innern gefallen. Wer eine elektronische Schaltung fährt, kennt das Problem, das ihm jetzt bevorsteht – ich fahre eine Di2. Absteigen mitten im Berg, die Kette mit Hand wieder auflegen und im Anstieg wieder auf das Rad steigen. Entsprechend angepisst habe ich den Berg hoch gebohrt und meine Taktik sofort auf durchgängig hart geändert. Die verlorenen Plätze waren nicht eingeplant und so stieg ich nach den 80 Kilometern nur als Dreizehnter vom Rad. Somit wechselte ich auch schneller als geplant in die Laufschuhe und ließ die Socken weg, um beim Laufen wieder meine geplante Renntaktik einhalten.

Ich lief zügig an und kam auch wie gewollt in einen guten Rhythmus. Die ersten 5 km waren konstant, um dann mit neuer Taktik ab meiner ersten Verpflegungsstelle gehend zu trinken, ein halbes Gel einzunehmen und nach 40 Metern weiterzulaufen. Das funktionierte recht gut, auch wenn es mir anfangs mental etwas schwer fiel. Ich trank die geplante Menge in kleinen Schlücken und konnte anschließend wesentlich schneller weiterlaufen. Das wiederholte ich alle 5 km.

Nach hälfte der Strecke wurde es schwer. Ich hatte das Gefühl meine Beine nicht mehr vom Boden zu bekommen und erhöhte daher die Frequenz mit kürzeren Schritten. Als ich aus dem Stadium raus auf die zweite Hälfte lief, hieß es, dass die Triathleten der Kurzdistanz nun seit fast 3:25 Stunden unterwegs sind. Ich rechnete, denn wir waren 5 Minuten später gestartet und kam zu dem Schluss, dass sich eine Sub 4 noch ausgehen könnte. Das würde zwar hart und es wurde auch zäh, dennoch hielt ich an meiner Taktik fest.
Die Gehpausen waren positiv und ich entschied mich bei 2,5 km vor Schluss auch noch einmal zu Trinken und nahm erstmals Cola. Das klebte zwar grausam im Mund, der Zucker mit dem Koffein half. Waren es ja nur 2 km zurück ins Stadion und ich war tatsächlich immer noch überraschend zügig unterwegs.

Ich schaltete noch einmal einen Gang höher, was zwar weh tat aber allmählich schoss das Adrenalin mit der Vorfreude auf das Finish ein. Ich hatte nur eine ungefähre Ahnung an welcher Position ich mich befand, nur, dass ich mehr überholt habe als mich überholt hatten und noch eine Zeit unter 4 Stunden möglich war. Ich hatte nur noch den Tunnelblick als es ein letztes Mail über die Kanalbrücke lief. Am Kanal und Stadion entlang laufend hörte ich dann den Sprecher, dass die Top Ten noch nicht voll sind und noch nicht die 4 Stunden durch sind.

Ich versuchte noch einmal die Knie ordentlich zu liften und bog von der Tartanbahn in die Zielrunde ein. Erst auf den letzten Metern war endlich die Uhr zu sehen.

3:59:15 H – SUB4 done – Rechnung beglichen
Und zu meiner Überraschung war das Platz 9 Gesamt beim Erlanger Triathlon 2014 . Meine Freude über das schöne Ergebnis zum Saisonfinale war und ist noch immer so groß, dass der 4. Platz in der AK M40 und damit erstmals nicht auf dem Podium, mein Glück nicht trüben konnte. Das heißt doch nur, dass wir 40er somit die neuen 30er sind und ganz vorne mitmischen.

That’s It – Triathlon Season 2014 finished

Seit 2013 gibt es das Canyon Speedmax CF mit Shimanos Di2,  die aktuellste TT-Kreation der Koblenzer Fahrradschmiede für Pros und ambitionierte Triathleten. Mehrmals musste Canyon die Auslieferung aufgrund von Problemen in der Lieferkette verschoben, doch alles das ist vergessen, hat man die neue Zeitfahrmaschine der Koblenzer dann endlich zwischen den Beinen. Schneller, leichter und steifer als sein Vorgänger soll es sein, besonders aber mit einer außergewöhnlichen Stabilität und vielseitiger Einstellbarkeit. An dem neuen Design hat ein 10-köpfiges Team vier Jahre gearbeitet, dass einzigartige Rohrformen mit einer integrativen, fast schon nahtlosen Rahmengeometrie kombiniert, wie es bisher nur selten an einem Zeitfahrrad zu sehen war.

Das neue Canyon Speedmax ist mit seinem Vorgänger einzig im Namen identisch. Es ist ein völlig neues Konzept, was man schon an der umfangreichen Verwendung der neu entwickelten, wie die Koblenzer es nennen, Trident Rohrprofile erkennt. Die neue Version soll dadurch selbst bei geringen Geschwindigkeiten kaum Luftwiderstand und Verwirbelungen erzeugen. Die Trident-Profile variieren ein wenig am gesamten Rahmen, je nach Bauteil, aber alle Rohre haben eine gewölbte Stirnseite, die sich dann in eine winkelförmige Schräge übergeht und an der Rückseite abgeschnitten ist. Canyon verwendet diese Formgebung an der Gabel, an Unter- und Sitzrohr, an der Sattelstütze und den Sitzstreben – also an den meisten vertikalen Elementen des Rahmens.

Das Rahmenprofil – mehr Stabilität plus mehr Leistung

Canyon hat die Trident-Profile am Computer mit Hilfe der Computational Fluid Dynamics (CFD), einer etablierten Methode der numerischen Strömungsmechanik entwickelt und anschließend im Mercedes GP Windkanal in Silverstone zusammen mit den Aerodynamik-Spezialisten von Drag 2 Zero weiter ausgefeilt. Simon Smart von Drag 2 Zero war in den vergangenen Jahren an zahlreichen bedeutenden aerodynamischen Entwicklungen beteiligt, wie auch am Giant Trinity SL und einer Laufrad-Serie von Enve. Laut Canyon ist mit dem neuen Trident-Designs der Luftwiderstand noch einmal um bis zu 10% geringer, die Steifigkeit des Rahmen dabei aber um 20% erhöht und die Anfälligkeit auf Seitenwind im Vergleich zu tropfenförmigen Profilen deutlich niedriger.

Das Trident-Profil hat auch eine relativ geringe Querschnittsfläche betrachtet man es von der Seite und das, obwohl die Rohre im Grunde sehr tief sind. Jedoch sind sie längst nicht so tief, wie die vieler anderer Zeitfahrräder. Dadurch bleibt das Speedmax gerade bei starkem Seitenwind sehr stabil, wie die Koblenzer betonen. Für mehr Stabilität sorgen sicher auch die längeren Kettenstreben von 42 cm – im Vergleich 39cm beim Vorgängermodell. Aufgrund des geringeren Energieaufwands, um das Fahrrad bei Seitenwind zu kontrollieren, bleibt mehr Kraft, die für den Vortrieb genutzt werden kann. Und weil sämtliche Bauteile zudem ähnlich aufgebaut sind, hilft eine geringere Querschnittsfläche auch das Gewicht des Rahmens möglichst gering zu halten.

Die Integration – Nahtlose Übergänge

Canyon hat sehr viel Zeit und Arbeit in den nahtlosen Übergang der verschiedenen Elemente ihres neuen Speedmax gesteckt, um den Luftwiderstand und Verwirbellungen weitestgehend zu minimieren. Die Koblenzer haben eine Kraftersparnis von 21 Watt errechnet, wie die Messungen an einem Prototypen im Windtunnel bei 50 km/h ergaben.
Ein entscheidendes Kernelement ist die Gestaltung des gesamten Vorderbaus mit Gabel, Lenker und Vorbau, der alleine schon 8 Watt einspart. Die Gabel ist über eine Strebe vor dem Steuerrohr mit dem Vorbau verbunden, der nahtlos auf dem Schaft sitzt und schließlich in einen aerodynamischen geformten Basislenker übergeht. Die Front des Speedmax wirkt wie aus einem Guss, vor allem die Version mit dem flachen Vorbau, der bündig in Verlängerung des Oberrohrs sitzt. Die Triathlonversion, wie ich sie teste hat den gekröpften Vorbau, der mehr Komfort bietet.

Die Schaltzüge laufen aus den hinteren Enden des Aero-Aufsatzes und verschwinden dann unmittelbar unter der Lenkerkopfabdeckung wieder, von wo aus sie im Rahmeninnern zu Schaltung und Umwerfer geführt werden. Somit sind nur 12 cm Kabel außerhalb und dem Wind ausgesetzt, welche die Aerodynamik beeinflussen könnten. Das spart erneut 4 Watt gegenüber einer Außenverlegung. Das Speedmax CF gibt es ausschließlich mit der Shimano Di2 Gruppe, mit Ultegra oder Dura Ace Komponenten, und der Batterie im Inneren des Rahmens versteckt, damit die Kabel für sämtliche elektronischen Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Ebenso wie die gesamte Elektronik verlaufen Die Bremszüge vollständig intern.

Die von Canyon entwickelte vordere Mittelzugbremse ist 60 g leichter als herkömmliche Felgenbremsen. Sie ist in die Rückseite der Gabel integriert und durch eine eigene kleine Abdeckung geschützt. Nach Angaben von Canyon spart dies weitere 5 Watt. Die Hinterradbremse sitzt, wie schon oft gesehen, unmittelbar an der Unterseite hinter dem Tretlager und auch hier sorgt eine Abdeckung für weitere 4 Watt Energieersparnis.

Mehr Steifigkeit bei weniger Gewicht

Canyon schätzt, dass besonders die winkeligen Ecken des Trident-Profils ihrem neuen Speedmax CF ungefähr 15% mehr Torsionssteifigkeit gegenüber dem Vorgängermodell verleihen. Der Rahmen selbst hat dadurch auch mit eine geringeren Oberfläche und eine wesentlich geringeres Gewicht. Während der Vorgängerrahmen noch 1550 g auf die Waage brachte, sind es bei dem neuen Modell nur 1280 g – eine Gewichtseinsparung von immerhin 17%.

Geometrie und Passform

Das 2013er Speedmax gibt es in drei verschiedenen Größen, in S (53,9 cm Sitzrohr), M (56 cm) und L (58,1 cm) und jeweils mit 73,25/73,5 Grad Sitzwinkel. Damit bleibt es wohl ausschließlich den männlichen Triathleten vorbehalten und auf ein kleineres Damenmodell muss weiterhin gehofft werden. Dennoch ist Canyon mit ihrer neu entwickelten Zeitfahr- und Triathlonmaschine sehr daran interessiert, viele individuelle Einstellungen zu ermöglichen, um eine große Anzahl an Athleten mit dem neuen Speedmax anzusprechen. Daher gibt es die Sattelstütze in zwei verschiedenen Versionen: Eine Version verfügt über das Monolink-System, welches ausschließlich eine UCI-konforme Sattelverstellung erlaubt und die Zweite gibt es speziell für Triathleten. Diese Sattelstütze besitzt ein Schienensystem mit drehbarem Sattelkopf wodurch man den Sattel noch weiter nach vorne schieben kann und sich der Sitzwinkel steiler auf 76,5 Grad stellen lässt. Beiden gemeinsam ist der integrierte neue Akku der Di2. Sicherlich schick, dass er nicht wie bisher klobig außen am Rahmen sondern jetzt in der Aero-Sattelstütze verbaut ist – jedoch wäre eine externe Auflademöglichkeit hier sicher wünschenswert.

Noch mehr Optionen gibt es mit der Konfiguration des Cockpits, um es genau zu sagen 7560 verschiedene Einstellungen, wie Canyon vorrechnet. Das beginnt bereits bei der Auswahl des Basislenkers, den es einerseits waagrecht flach oder nach unten geneigt. Ebenso gibt es verschiedene Längen und Winkel des integrierten Vorbaus. Zudem kann man zwischen geraden, L- und S-förmig gebogenen Aero-Aufsätzen wählen, sowie unterschiedliche Höhen und Breiten montieren.

Für den Test habe ich entsprechend der Vermessung im Radlabor München ein Canyon Speedmax CF in Größe S mit einen geneigten S Vorbau und einem L-Bend Aeroaufsatz gewählt. Als Sattelstütze habe ich mich natürlich für die Triathlon-Version entschieden, denn einerseits kommen UCI Rennen für mich eher nicht in Frage und andereseits möchte ich je nach Renneinsatz verschiedene Einstellungen testen. Leider konnte Shimano bis zum Testebginn die neue Ultegra Di2 nicht liefern, so dass am Speedmax, wie auch am Specialized Shiv im Vorjahr, erneut die elektronische Dura Ace Di2 verbaut ist. Die noch einmal einen Tick präziser schaltet, ergonomischer und leichter ist. Eine wahrlich professionelle Ausstattung wie sie auch für das Katusha-Team während der Tour de France zum Einsatz kam. Als Basis-Laufradsatz für das Training fahre ich Reynolds Assault Strike Carbon Clincher mit einer Profilhöhe von 46 / 66 mm. Für den Renneinsatz habe ich das Speedmax CF mit den neuen Mavic CXR 80 Tubeless ausgestattet, dem derzeit aerodynamsich schnellsten Laufradsatz. Das ist in der Tat ein spektakuläres Setup, was Canyon mit dem neuen Speedmax CF hier serviert, dass auch durchaus seinen Preis hat. Bedenkt man jedoch was man hier an High-Tech präsentiert bekommt. So ist das Basismodell sicherlich eine Überlegung wert. Ob Canyon auch hält was es verspricht kann ich erst beurteilen, sobald ich das optisch sehr gelungen Bike im Training und Triathlon gefahren bin.

WEBSITE von Canyon

Manchmal läuft es wie am Schnürchen: Der erste Armzug im Wasser, die erste Kurbelumdrehung bis hin zum letzten Schritt der Laufstrecke ins Ziel. Manchmal läuft es aber eben auch nicht. So wie bei der Erlanger Mitteldistanz 2013 als ich ausgerechnet zum letzten Triathlon der Saison einen Tag erwischte, an dem ich noch optimistisch als vierter aus dem Wasser stieg und dann überhaupt nichts mehr lief, von der ersten Kurbelumdrehung bis hin zum letzten Schritt der Laufstrecke. Trotzdem war ich nicht enttäuscht, kein bisschen. Denn Erlangen hat mich zu einem besseren Athleten gemacht und ich habe ganz neue Erfahrung und Eindrücke gesammelt.

Jeder ambitionierte Sportler kennt das doch: Vor einem wichtigen Rennen spielt man alle möglichen Strategien und Taktiken, die verschiedenen Situation in seinem Kopf durch, die sich während eines Triathlons einfach ergeben könnten. Man versucht zu antizipieren, sich auf mögliche Situationen einzustellen und gut vorzubereiten. Man hat schließlich alles für diesen einen Tag getan, intensiv und gut trainiert, die Ernährung angepasst, jetzt geht’s noch darum alles richtig umzusetzen. In den letzten Tagen vor dem Erlanger Triathlon 2013 habe ich das natürlich auch gemacht. Immer wieder habe ich mir unterschiedliche Konstellationen vorgestellt – und am Renntag kam dann alles ganz anders. Im Vorfeld war ich fest davon ausgegangen, mit einigen anderen Athleten nicht nur ganz vorne aus dem Wasser zu steigen, sondern dann auf dem Rad die Dynamik des Rennens direkt mitzugestalten. Das Schwimmen klappte ja noch wie erhofft, als Vierter kam ich aus dem Wasser, doch dann fuhr ich von Beginn an im Niemandsland durchs die mittelfränkische Hügellandschaft.

Aber Stopp: Ich wollte eigentlich an dieser Stelle nicht erneut einen dieser vielen Rennberichte schreiben. Ich will euch eigentlich zeigen, warum für mich die Erlanger Mitteldistanz 2013 wohl zu einem der wichtigsten Rennen meines Triathlon-Lebens wurde. Dafür muss ich nur ganz kurz zusammenfassen, was im weiteren Verlauf geschah. Schon nach 2 Kilometern auf dem Rad fühlte ich mich elend und musste mich übergeben. Während der gesamten weiteren 80 Kilometer konnte ich keine Nahrung zu mir nehmen und behielt auch keinerlei Flüssigkeit. Nach der Hälfte der Rad-Einheit war der Tank dann logischerweise leer. Während des Radfahrens wollte ich nicht aufhören, es konnte schließlich, wenn auch langsamer, weiter fahren. Ich war froh, als ich die Wechselzone erreichte und wechselte wie immer, nur etwas ruhiger, um zumindest den Zubringer in Richtung Stadion zu laufen. Dort waren ohnehin die Klamotten für danach deponiert. Allerdings lief ich ganz selbstverständlich durch und erneut auf die Laufstrecke in die erste Laufrunde von zwei. Das Tempo war für mich ungewöhnlich entspannt und durch die Verpflegungsstellen ging ich ausschließlich, um zumindest etwas Flüssigkeit aufzunehmen. Mit jeder Verpflegungsstellen probierte ich etwas anderes, ging, trank und lieg weiter. Ich bekam Zuspruch von zahlreichen Athleten und Zuschauern. Als ich das zweite Mal ins Stadion einbog, war physiologisch eigentlich alles im Rhythmus, natürlich langsamer, daher wollte nur der Kopf psychologisch nicht mehr. Ich versuchte den Gedanken zu ignorieren, dachte an die vielen Athleten, die auch noch auf der Strecke waren und machte mich auf die zweite Runde. Für den abschließenden Halbmarathon benötigte ich fast eine Stunde und 45 Minuten, und war schließlich erst nach 4:34:25 Stunden im Ziel. Das hatte ich mir zwar eigentlich ganz anders vorgestellt, denn mein Plan war eine SUB 4. Doch mit diesem Rennen habe ich viel mehr gewonnen und so für die Saison 2014 noch eine Rechnung zu begleichen. Wie das lief, könnt ihr in meinem Blog lesen.

Der finnischen Hersteller von Herzfrequenzmessern für den Sport, Polar, hat seine neue Multifunktionsuhr V800 im Frühjahr herausgebracht. Schon seit ein bis zwei Jahr können Athleten dank neuer innovativer Technologien der Sportelektronik ihre Leistungen optimieren und sich neue Ziele setzen. Die neuen Produkte verfügen über Raffinessen, die es Sportlern erlauben ihr Training besser zu planen, exakter durchzuführen und die Leistungsdaten leichter auszuwerten. Polar liess lange auf sich warten, doch es hat sich gelohnt, so meine ersten Eindrücke!

Das ist immer noch erst der Beginn einer neuen Generation elektronischer Sporttechnologien. Für 2014 haben die Sportuhren-Hersteller neue revolutionäre Innovationen präsentiert und sogleich das Jahr der Activitytracker (Gerät zur Bewegungsaufzeichnung) ausgerufen. Diese neuen Geräte zur 24-Stunden-Messung von Bewegung und Energieverbrauch steigern nicht nur die Motivation, sie sorgen zudem für einen hohen Spaßfaktor.

Der Polar V800 als schicke 24/7 Sportuhr

Polar, der führende Hersteller von Herzfrequenzmessern, sogar noch einen Schritt weiter. Die Finnen haben auf der Ispo 2014 die Polar V800 präsentiert und damit die Technologie ihres erfolgreichen Activitytrackers ‚Loop’ in eine Multifunktions-Sportuhr integriert. Nach den Erfolgsmodellen RCX5 und RC3 GPS hat man damit sämtliche Technologien verschmolzen und in einer schicken 24/7 Sportuhr verpackt. Während Polar’s RCX5 schon schlank und flach war, musste die GPS-Einheit noch extern mitgeführt werden. Der 2013 vorgestellte RC3 GPS hatte schon alles an Bord, war jedoch nicht wasserdicht.



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Mit der neuen Polar V800 haben die Finnen endlich eine multifunktionelle Triathlon Uhr entwickelt, die nicht nur mit höchst qualitativen Eigenschaften ausgestattet ist, sondern auch als sehr schicke Armbanduhr für den ganzen Tag gedacht ist. Die V800 ist das zweite Modell von Polar, das einen GPS Sensor integriert hat und verfügt ergänzend über einen Activitytracker, der die Trainingseffizienz sowie die Ruhephasen aufzeichnet. Er misst somit sämtliche Bewegungen und die verbrauchte Energie außerhalb des Trainings, ob man Auto fährt oder Einkaufen geht. Polar’s neuer Trainingsmotivator hilft somit zukünftig nicht nur das Leistungslevel mittels Herzfrequenzmessung und integriertem GPS zu steigern, sondern unterstützt auch effizient die Erholung des Sportlers. Da scheint es fast schon selbstverständlich, dass Polar noch einen Barometer zur genauen Höhenmessung reinpackt und die komplette Uhr wasserdicht verpackt hat. Somit zeichnet die V800, wie schon die RCX5 die Herzfrequenz sogar während des Schwimmtrainings auf.

Alle Trainingswerte im Blick auf dem Polar V800

Für diese neue Kombination, Trainingssteuerung mit 24 h Aktivitätsmessung, integriert in einem schlichten hochwertigen Design aus Edelstahl und stoßfestem Gorilla-Glas, hat Polar zurecht den ISPO Award 2014 in der Kategorie ‚Devices’ erhalten. Das schätzen auch Weltklasse-Athleten wie Frederik Van Lierde, der immerhin bis zu 35 Stunden in der Woche trainiert. Dem Triathlet und IRONMAN Weltmeister liefert der Polar V800 sämtliche Informationen zu seinen Trainingseinheiten, egal ob beim Schwimmen, Laufen oder auf dem Rad.

Die Polar V800 nutzt für alle Verbindungen Bluetooth und koppelt sich für den kabellosen Datentransfer sogar mit dem Smartphone, um Einstellungen der Sportprofile, detaillierte Analysemöglichkeit aller Trainingseinheiten via mobile App Polar Flow oder einzigartige Features wie die Bedienung von Musikplayern zu ermöglichen. Dennoch erreicht der wiederaufladbare Akku des Polar V800 eine lange Lebensdauer: die Trainingszeit beträgt bis zu 14 h, sogar 50 h im GPS-Energiesparmodus oder 30 Tage im Uhrzeit-Modus mit 24/7 Aktivitätsmessung.

Der Polar V800 ist für EUR 399,95 (EUR 449,95 mit Herzfrequenz-Sensor) in schwarz und auch in blau erhältlich sein.

INFO
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