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Die Triathlon Mitteldistanz Erlangen war meist der Abschluss meiner Triathlon-Saison. Zugleich war das Rennen über die halbe Ironman-Distanz auch stets das Saison-Highlight, das Training und die Vorbereitung waren auf das Finale entsprechend ausgelegt. Erlangen ermöglicht optimale Wettkampfbedingungen und kann seine Teilnehmer oft mit bestem Sommerwetter empfangen. Ideale Voraussetzungen, um am Wettkampftag 100% Leistungen entfalten zu können. Immerhin wurde ich vergangens Jahr Neunter. Das war diesmal allerdings nicht mein Plan, vielmehr sollte die Mitteldistanz ein Formtest für meine erste Langdistanz, den Ironman Vichy werden. Mit diesem Rennverlauf und einem 4. Platz habe ich allerdings nicht gerechnet …

Die Woche vor der Triathlon Mitteldistanz Erlangen am 2. August 2015 war stürmisch und kühl, an ein Radtraining war kaum zu denken. Richtung Wochenende stiegen Temperaturen allmählich wieder und für den Sonntag waren dann sogar Temperaturen bis 30 Grad angekündigt. Das Tapering verlief gut und ich legte mehr Regeneration ein als geplant, um so auch die letzten Tage meiner Vorbereitung für die erste Langdistanz in vier Wochen einmal durchzuspielen. Die Zusammenarbeit mit meinen Physiotherapeuten des Vertrauens, Anderl Ellenrieder und das angepasste Athletiktraining zeigte positive Wirkung – mein Rücken wird von Woche zu Woche besser und ich habe weniger Schmerzen. Vor allem habe ich aber noch einmal meine Ernährung umgestellt, besonders während der Wettkampfwoche und mich auch für eine neue Verpflegungstrategie am Wettkampftag mit ausschließlich Isomaltulose entschieden. Die Triathlon Mitteldistanz sollte schließlich der letzte richtig Test werden, um noch einmal neues auszuprobieren und bewährtes zu verbessern.

 

 

Rituale am Vortag der Triathlon Mitteldistanz Erlangen

Nach einem kurzen Lauf und einer knackigen Schwimmeinheit am Samstag Morgen habe ich mein Bike bei Speed Company abgeholt. Holger hat noch einmal alles akribisch kontrolliert, eine neuen Kette draufgeschnallt und mein Speedmax für den Renntag scharf gestellt. Gleich im Anschluss ging’s nach Erlangen, um so einen entspannten Nachmittag und vor allem nächsten Wettkampfmorgen zu haben. Der Veranstalter belohnt die Abholung der Startunterlagen am Vortag zudem mit der Rückzahlung eines Teilbetrages vom Startgeld. Die Startunterlagen im Sack haben wir uns in der zauberhaften Altstadt von Erlangen in einem netten Cafés bei Cappuccino und Kuchen entspannt. Die Nacht auf Sonntag haben wir uns in einem kleinen Gasthof in Dechsendorf eingemietet, nur fünf Minuten vom Start entfernt,. Nach einem leckeren Risotto am Abend und den rituellen Eisbecher Ben & Jerry’s Cookie Dough war zeitig schlafen angesagt. Eine gewisse Routine und bestimmte Rituale im Ablauf der Rennvorbereitung zu entwickeln, sind hilfreich und geben Sicherheit.

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5:30 Uhr – der Wecker klingelt! Mit ausreichend Zeit und entspannt wollte ich den Tag beginnen. Neben Formcheck und essentiellen Trainingsbaustein sollte die Triathlon Mitteldistanz Erlangen auch ein letzter Test sämtlicher Abläufe der Startvorbereitung werden. Aufgrund der durchwachsenen Woche war erst am Sonntag Morgen klar, dass mit Neoprenanzug geschwommen werden darf. Zwar fühle ich mich selbst als guter Schwimmer im Neoprenanzug etwas wohler, aber ohne dem auftriebsstarken Kälteschutz hätte ich einen größeren Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Um acht Uhr morgens maß das Thermometer 21,0 Grad im Main-Donau-Kanal.

Das gesamte Material, mein Zeitfahrrad und meine Laufsachen waren zügig eingecheckt und es blieb noch ausreichend Zeit die Vereinskollegen in Ruhe zu begrüßen und für einen kurzen Wechselzonen-Smalltalk mit Triathlonfreunden. Eine Stunde vor Start begann ich mit dem Erwärmen: Laufen, Lauf-ABC, Beweglichkeitsübungen und Thera-Band für die erste Disziplin. Anschließend rein in den Neoprenanzug und noch etwas einschwimmen.

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Mit Wasserschatten und Fussmasage ‚First Out Of Water’

Ein lauter Kanonschlag signalisiert pünktlich um 9:05 Uhr unseren Start: Und ab ging die Post! Ich bin aus der Mitte gestartet, um das Feld zu beiden Seiten optimal zu sehen und nicht den Anschluss zu verpassen, falls eine Gruppe abgeht. Ich kam gut weg und hatte mich bereits nach 100 m frei geschwommen. Zu meiner linken Seite, etwa 10 Meter entfernt war ein Schwimmer etwas schneller gestartet. Ich wählte meine Ideallinie so, um an der Biegung des Kanals und vierten Boje dran zu sein. Dem hohen Anfangstempo mußte der Führende bereits nach 500 m Tribut zollen, so dass ich die Spitze übernahm. Das hat mich selbst etwas überrascht. Bis zum Wendepunkt hatte ich freie Bahn, doch auch einen Verfolger, der mir bis zum Ausstieg ordentlich die Füße kraulte. Auch richtig Wasserschatten zu schwimmen will gelernt sein. Wie in jedem Jahr war auf dem Rückweg ordentlich was los durch die vielen Nachzügler der Vorweg gestarteten Kurzdistanz-Triathleten (500 m + 5 min Vorsprung) und von einer Ideallinie keine Spur mehr.

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Kurz vor dem Ausstieg durft ich noch eine Attacke meines Wasserschattens abwehren, der sich wohl nach 1500 m lutschen dann noch selbst für seine Leistung mit dem ‚First Out Of Water’ belohnen wollte. „Spezie, das gehört sich nicht unter Triathleten. Fair geht vor!.“ Nach nur 29 Minuten stieg ich als Erster aus dem Main-Donau-Kanal, begleitet von einem begeistert anfeuernden Publikum. Im Wasser vorne dabei war ich in Erlangen zwar meistens, aber ‚First Out Of Water’ ist mir hier bisher noch nie geglückt.

Erstens kommt es anders und viertens als man plant

Den Neoprenanzug flink abgestreift und in den Beutel gepackt. Radhelm auf, Startnummer dran, Zeitfahrrad gepackt, durch die sehr lange Wechselzone bis zum Radaufstieg gelaufen und aufgeschwungen. Auf meiner ersten Langdistanz wird das sicher etwas weniger hektisch! Nach den ersten 1000 m auf dem Rad war alles eingerichtet und ich fuhr alleine in Begleitung des Führungsmotorrades vorne weg. Motiviert von dem guten Schwimmen habe ich von Beginn an Druck gemacht. Der Plan für den heutigen Tag war eher moderat: Der letzte Test vor meiner ersten Langdistanz war zwar ein hohes Tempo anzulegen, jedoch nicht gleich von Beginn an.

Ich ergriff also die gunst der Stunde und beschloss meinen Plan aufgrund der guten Ausgangslage zu ändern und mein Rennen fortan offensiv zu gestalten. Überraschend war nach 20 km noch kein weiterer Triathlet der Mitteldistanz in Sichtweite. Erst nach 25 km, am ersten Berg kam Bernd Hagen vorbei gerollt und hat mich als Führenden abgelöst. 5 km später hat endlich Vereinskollege Markus Stöhr (SC Prinz Eugen München) aufgeschlossen und zugleich Marco Sahm (IfA Nonstop Bamberg), sowie Matthias Türk (TDM Bamberg) als Verfolger dabei gehabt. Diese Gruppe blieb sodann bis zum Ende der ersten Radrunde zusammen und auch in Begleitung eines Kampfrichters, der ganz genau für die Einhaltung der Windschattenregeln sorgte.

Nach 50 km forcierte Markus das Tempo, denn er wollte den Führenden noch vor dem Wechsel zum Laufen stellen. Wir fuhren im Dreigespann weiter gemeinsam und hielten das Tempo stets hoch. Immer wieder versuchte jeder eine Lücke zu reissen wodurch das Tempo weiter hoch war. Meine Chancen lagen am Berg, wo ich zwar meist einen Abstand von 50 m rausfahren konnte, den meine Begleiter dann aber schnell wieder schlossen.

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Wenn’s mal läuft, dann lässt man’s laufen

Als Dritter bin ich vom Rad abgestiegen und verlor während des Wechsels wieder einen Platz, um mir wie geplant Socken in die Laufschuhe anzuziehen – es war ja schließlich noch immer ein Testwettkampf. 10 Meter hinter Marco Sahm gings an vierter Stelle hinaus auf die Laufstrecke. Meine Beine haben sich trotz der härteren zweiten Disziplin super angefühlt und ich konnte Marco’s Tempo mitgehen. Wir erreichten zum ersten von drei Mal gemeinsam das Stadion. Ebenso geplant bin ich durch die Verpflegungsstelle gegangen, trank etwas Wasser und kühlte mich, um dann wieder zügig weiter zu laufen. Diese Strategie habe ich erstmals an selbem Ort gewählt, als ich einen ausserordetnlich schlechten Tag erwischt. Das hatte sich seitdem auch an guten Wettkampftagen mit guter Tagesform bewährt. Der Abstand zu Marco wurde durch diesen Rhythmus zwar etwas größer, aber ich wollte an der Strategie trotz aussichtsreichem Rennverlauf beibehalten – schließlich galt es noch einen Halbmarathon bei über 30 Grad zu meistern. Ein weiterer Grund war die neue Ernährungsstrategie – während des gesamten Rennens nahm ich ausschließlich Flüssigkeit mit Isomaltulose zu mir – und das Risiko auf den letzten Kilometer einzubrechen wäre sonst einfach zu groß.

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Markus Stöhr hatte sich mittlerweile auch einen ordentlichen Vorsprung auf Bernd Hagen herausgelaufen, der allerdings verletzungsbedingt das Rennen nach 10 km vorzeitig beenden musste. Am letzten Wendepunkt war sein Vorsprung acht Minuten und sollte reichen, um auf den verbleibenden 4 km einen Gang runter zu schalten. Nach dem Wendepunkt kam mir Robert Gößwein schon deutlich früher entgegen. Das Tempo des starken Läufers war mir während der gesamten 21 km aufgefallen und es eng werden würde, die 3. Position halten zu können.

Schmerz und Stolz dank starker Konkurrenz

Drei Kilometer vor dem Ziel war ich im ‚Tunnel’, allmählich schwanden meine Kräfte, die Hitze und der fehlende Wind im Kiefernwald machten es nicht leichter. Ich konzentrierte mich auf die Lauftrechnik und trank an den letzten beiden Verpflegungen etwas Iso und mehr kühles Wasser, um nichts mehr anbrennen zu lassen. Den Überblick meiner Verfolger habe ich bei den vielen Läufern im Wald verloren. Mit der letztmaligen Überquerung des Main-Donau-Kanals konnte ich das nur noch 1000 m entfernte Stadion wieder sehen und das Adrenalin sorgte für einen letzten Erngieschub – die Euphorie wuchs. Ich bog in das Stadion, ein kurzer Blick zur Sicherheit zurück, und konnte nicht fassen, was hier und heute nach 2 km Schwimmen, 84 km Radfahren und fast 21 km Laufen abgelaufen war. Ich hatte mit allem gerechnet, aber nicht auf der Triathlon Mitteldistanz Erlangen während der Vorbereitung auf meine erste Langdistanz unter den TOP 5 zu finishen. Von einem begeisterten Publikum empfangen, habe ich nach 4:03 Stunden als Vierter glücklich die Ziellinie überquert. Unfassbar, Läuft, ich bin aufgelöst und muss das erst einmal sacken lassen!

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Gesagt und dann sogleich geschehen, haben mich meine Beine keinen Meter mehr weiter getragen und sind weggesackt. Zum Glück standen Marco und Markus im Zielbereich bei mir und haben mich sofort mit kühlem Wasser versorgt. Was für ein Tag, was für ein Rennen, welch großartige Sportsfreunde? Ohne einer starken Konkurrenz mit solch beeindruckenden Leistungen – dem verdienten Sieger, Markus Stöhr, dem Zweiten, Marco Sahm und Robert Gößwein auf dem 3. Platz, hätte ich mich wohl nicht so geschunden. Danke für die vielen Zusprüche auf der Strecke. Weil der Schmerzt vergeht und der Stolz!

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Mit seiner geographischen Lage, einer vorbildlichen Organisation und optimalen Strecken ist die Triathlon Mitteldistanz Erlangen die goldene Mitte des Triathlons. Die einwandfreie Organisation, die Vielzahl an hoch motivierten und freundlichen Helfern und das begeisterungsfähige Publikum erleichtern den Kampf gegen die Hitze und die Zeit. Ein perfekter Wettkampf mit zudem günstigen Startgeld für einen Saisonhöhepunkt und auch Formtest. Jetzt bleiben mir noch vier Wochen um das zu verdauen und mich nach verdienter Regeneration dem letzten Trainingsblock zu widmen, bevor dann das Tapering beginnt. Der Ironman Vichy kann kommen!

Beinahe zeitgleich hat Simon Drexl im oberbayerischen Flintsbach die Bayerische Triathlon Meisterschaft 2015 in der Jugend A für sich entscheiden. Der Wahnsinn!

ERGEBNIS
Triathlon Mitteldistanz Erlangen 2015

WEBSITE
Erlangener Triathlon

IM TEST
Innosnack Innopur 100% Isomaltulose
Polar V650 GPS Radcomputer
Polar V800 GPS Multifunktionsuhr
Canyon Speedmax CF Di2
Idenixx Kühlbekleidung

ERSTER IRONMAN BLOG
BLOG #1: Langdistanz-Debüt nach 25 Jahren Triathlon
BLOG #2: Überraschung und Herausforderung: Anmeldung zur ersten Langdistanz
BLOG #3: Fifty Shades of Tri – Keeping the Balance

Danke an meine Familie, besonders an meine Frau, und meinen Freunden, die mich auf dem Weg zu meiner ersten Langdistanz begleiten und unterstützen. Ohne Eurer Toleranz und Geduld wäre es nicht möglich so ein Projekt erfolgreich umzusetzen.

Die meisten Energieriegel erhöhen rapide den Blutzuckerspiegel, wir fühlen uns zunächst kraftvoll. Kurze Zeit später ist der Zuckerkick allerdings vorbei, der Körper hat zu viel Insulin produziert. Als Folge sinkt die Leistungsfähigkeit noch stärker ab als zuvor, und auch der Hunger meldet sich zurück.

Vor dem Problem einer optimalen Energieversorgung stand der leidenschaftliche Trekker Marco Steinhilber schon oft. Doch der Lebensmitteltechnologe nahm die Sache einfach selbst in die Hand und entwickelte unter dem Label: Innosnack Snacks nach völlig neuer Zusammensetzung. Für das innovative Konzept und seinen neuen Energieriegel Innobar hat Steinhilber den ISPO AWARD 2015 gewonnen.

„Die Idee kam mir bei einem längeren Aufstieg, als ich schnell hungrig wurde und die Energiereserven und damit die Leistungsbereitschaft des Körpers nachließen. Es gab kein Produkt, das einerseits schnell Energie nachlieferte, nach kurzer Zeit aber nicht im nächsten Leistungseinbruch mündete,“ so Innosnack-Gründer Marco Steinhilber.

Der Innosnack Energieriegel ist in seiner Zusammensetzung weltweit einzigartig.

INNOBAR basiert auf einer neuen Zuckerart, die Isomaltulose produziert, was aus fermentiertem Rübenzucker gewonnen wird. Isomaltulose wird auch als „Zucker der nächsten Generation“ bezeichnet, denn der Süßstoff sorgt für einen stabilen Blutzuckerspiegel, ist für Diabetiker geeignet und absolut zahnfreundlich.

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Mehr Informationen

Steinhilber setzt auf eine kurze Zutatenliste ohne zugesetzte Aromastoffe, Feuchthalte- oder Konservierungsmittel: Kerne und Nüsse aus biologischem Anbau, die wichtige Mineralstoffe, wie Calcium, Kalium und Magnesium, liefern. Gleichzeitig werden durch einen hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren und gesunder Omega-3-Fettsäuren auch essentielle Nährstoffe zugeführt, die der Körper als „Baumaterial“ braucht. Dadurch wird sowohl die körperliche als auch die geistige Leistungsfähigkeit begünstigt. Von Innosnack gibt es neben Energieriegeln auch -drinks, Sweets und Müslis, die alle eines gemeinsam haben: Sie sind vegan, gluten- sowie laktosefrei und bringen vor allem lang anhaltende Energie durch kontrollierte Energie-Freisetzung.

FAKTEN
Isomalutlose: Glykämischer Index 32; 379 kcal/100 g
Snacks: Innobar, Innoballs
Innodrink: Zitrone
Müsli: Quinoa-Flakes; Schoko-Mandel

LINKS
INNOSNACK Website
INNOSNACK Shop
INNOSNACK auf Facebook

DIESER BEITRAG WURDE VERÖFFENTLICHT AUF
ISPO Newsblog am 07. Mai 2015

Triathlon ist ein anspruchsvoller Sport und so stellt die Kombination der Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen die Athleten vor eine ganz besondere Herausforderung. Aber wie trainiert man effektiv für diese drei Sportarten und vermeidet dabei Verletzungen? Und wie viel Training braucht es eigentlich, um eine Kurzdistanz erfolgreich zu bewältigen? Braucht es dafür gleich ein spezielles Zeitfahrrad oder sogar ein Wattmesssystem? Welche Kohlenhydrate sind für mich gut, wie viele Gels brauche ich im Wettkampf und trinke ich genug? Antworten auf diese und viele, viele andere Fragen finden Athleten und alle Interessierten in der neuen Triathlonbibel. Auf insgesamt 512 Seiten erklärt das namhafte Autoren-Team, darunter Niclas Bock, Timo Bracht, Carola Felgen oder Dr. Matthias Marquardt besonders Einsteigern die Welt des Triathlons. Pünktlich zum Saison-Auftakt 2015 liefert das Werk aus dem spomedis-Verlag anschaulich und in verständlicher Sprache viele Insider-Infos und Praxistipps. Zusammen mit Trainingsplänen sowie vielen bebilderten Technik- und Athletikübungen ist dieses Nachschlagewerk ein unverzichtbarer Begleiter für gezieltes Training und erfolgreiche Wettkämpfe. Mit zahlreichen Photographien unter anderem von Michael Rauschendorfer und Frank Wechsel.

Weit zurück, bis ins 19. Jahrhundert muss man blicken, um die Faszination Triathlon zu erfassen. Seine zweite Geburtstagsstunde erlebte Triathlon dann während der 70er-Jahre in San Diego, Kalifornien. Von dort war der Weg nicht mehr weit bis Hawaii, wo seitdem einmal im Jahr die Ironman World Championships stattfinden. Die Ursprünge des Triathlons, seine Entwicklung und die verschiedenen Rennformate sind Thema des ersten Kapitels. Schwerpunkt der Triathlonbibel sind natürlich die drei Disziplinen des Triathlon und das Training: Schwimmtechnik, Radtechnik, Lauftechnik

Technik für mehr Effizienz und Ökonomie

Ex-Profitriathletin und Trainerin Nina Eggert erklärt anschaulich Trainingsprinzipien, Trainingsmethoden, physiologischen Grundlagen und Anpassungsvorgänge im Körper. In den technischen Kapiteln geht es anschließend weniger ums Material, als um die richtige Ausführung der Disziplinen. Ganz egal ob ökonomische Lauftechnik, optimale Sitzposition oder eine gute Wasserlage, schon beim Lesen wird klar, dass Triathlon technisch sehr anspruchsvoll ist. Und nur eine gute Technik in allen drei Disziplinen spart Energie schützt vor Verletzungen.

Zur Freude der Material-Fetischisten

Die Themen Athletiktraining, Trainings- und Wettkampfplanung werden ebenso intensiv behandelt. Eine Frage des Geschmacks ist das ausführlich besprochene Kapitel über’s Material. Sind leichte oder gut gedämpfte Laufschuhe besser? Sind Draht- oder Schlauchreifen schneller, Scheibenrad oder Hochprofilfelge? Heikle Themen unter Insidern. Vielleicht werden gerade deshalb von der Autorin keine konkrete Empfehlungen ausgesprochen, sondern dem Leser die Vor- und Nachteile erklärt.

Ernährung wird total überschätzt

Das Thema Ernährung, die fünfte Disziplin im Triathlon findet der Leser erst ab Seite 400. Sie ist vielen Triathleten jedoch mittlerweile genauso wichtig wie Schwimmen, Radfahren, Laufen und der Wechsel. Der Wettkampfernährung sind nicht mehr als sieben Seiten dieses über 500 Seiten Werks vergönnt. Hier hätte ich mir durchaus mehr Informationen gewünscht, wie zu der unterschiedlichen Wirkung von Gels oder Riegeln zu natürlichen Nährstoffen, wie einer Banane oder Rosinen. Ebenso welche Verpflegung auf welchen Distanzen am meisten Sinn macht, ganz zu schweigen von der Ernährung vor, während und nach dem Training.

FAZIT
Für alle Interessierten und Einsteiger ist die Triathlonbibel derzeit die umfassendste Lektüre im deutschsprachigen Raum. Es liefert sachliche und präzise Informationen in verständlicher Sprache mit vielen erklärenden Bildern und Grafiken. Der Leser wird kompetent in das Thema Triathlon eingeführt und stets auf Augenhöhe seinem Ziel, ob einem erste Triathlon oder der Verbesserung seiner Schwimmtechnik herangeführt. Rookies und ambitionierte Triathleten profitieren von dem geballten Wissen gleichermaßen – sie erhalten mit der Triathlonbibel neue Impulse für ihr Training und können ihre Wettkampfvorbereitung strukturierter, nachhaltiger und gesünder gestalten.

AUTOREN
Niclas Bock: Diplom-Sportmanager
Timo Bracht: Profi-Triathlet und Sportwissenschaftler, Sieger Challenge Roth 2014
Caroline Cornfine: Ernährungswissenschaftlerin und begeisterte Ausdauersportlerin
Manuela Dierkes: Diplom-Sportlehrerin, Triathloncoach, Buchautorin und Triathletin aus Leidenschaft
Nina Eggert: Diplom-Trainerin Triathlon, Schweizer Nationaltrainerin für den Triathlonnachwuchs und ehemalige Profi-Triathletin, Vize-Europameisterin Ironman Germany/Ironman European Championship 2002, 2004, 2005 und 2006
Carola Felchner: Materialexpertin der Zeitschrift triathlon und langjährige Ausdauersportlerin
Christoph Fürleger: erfolgreicher Langstreckenschwimmer, Triathlet und Schwimmcoach
Dr. med. Matthias Marquardt: Arzt, Lauftrainer, Buchautor und Ausdauersportler aus Überzeugung
Jan Sägert: Triathlonexperte der Zeitschrift triathlon und Ausdauersportler
Dr. med. Karlheinz Zeilberger: Facharzt für Innere Medizin, Sportmediziner, ehemaliger Olympiaarzt

INFO
Die Triathlonbibel
Das Standardwerk für alle Triathleten
512 Seiten
Durchgehend farbige Abbildungen
ISBN 978-3-95590-050-2
EUR 29,95

Die Triathlonbibel – Das Standardwerk für alle Triathleten erhältlich im Spomedis Verlag Hamburg

Auch 2014 war die Mitteldistanz in Erlangen wieder das Finale meiner Triathlonsaison und entsprechend auch die gesamte Vorbereitung auf den Saison-Höhepunkt ausgerichtet. Denn schließlich war noch einen Rechnung aus dem Vorjahr offen. Zum 25. Mal fand Erlangen heuer bereits statt und konnte mit idealen Wettkampfbedingungen und bestem Triathlon-Wetter glänzen. Die Erlanger Mitteldistanz ist vom Zeitpunkt Anfang August, mit seinen Strecken über 2km Schwimmen, 80km Radfahren und 20 km Laufen sowie der guten Organisation perfekt für den Abschluss einer langen Triathlon-Saison. Ich war bereits zum fünften Mal am Start und hatte seit langem ein offene Rechnung mit der mittelfränkischen Mitteldistanz. Mal waren es ein Defekt, mal eine schlechte Tagesform und 2013 dann ein Infekt der mir ein völlig neues Triathlonerlebnis bescherte, wie ihr in meiner Kolumne lesen könnt. Doch zum Jubiläum sollte es mit einer ordentlichen Platzierung und top Zeit endlich aufgehen.

Es waren bisher nicht viel heiße Tage im Sommer 2014, aber die letzten Drei vor der diesjährigen Mitteldistanz in Erlangen waren die Wärmsten und Gewitterreichsten. Es waren aber auch die schwülsten und somit die gewitterigsten Tage des Jahres. Wie beinahe jedes Jahr gab es einen kurzen Regenschauer vor dem Start, der allerdings nicht für Abkühlung sorgte, sondern die Luftfeuchtigkeit weiter steigen lies. Ebenso fast vorhersehbar war, dass die erste Disziplin ohne entsprechender Schwimmhilfe zu bewältigen war – der Neopren blieb somit trocken und die guten Schwimmer hatten wenigsten im Main-Donau-Kanal den Vorteil ihre stärken auszuspielen.

Erstmals hatte ich die Ehre bei den Männern ganz oben in der Startliste zu stehen und mein Bike auf Position eins einzuchecken. Wenngleich das nicht gleichzeitig die Startnummer 1 bedeutete, in Erlangen ist das eben die Nummer 385. In der mittelfränkischen Metropole ticken die Uhren eben etwas anders. Entsprechen motiviert und hoch waren die eigenen Erwartungen, eine farbig markierte Badekappe hatte ich allerdings nicht bekommen – zum Glück.

Der Start erfolgte fünf Minuten und 500 Meter nach den Triathleten der Kurzdistanz pünktlich um 9:05 Uhr unterhalb der Dechsendorfer Kanalbrücke. Aufgrund der Schleusungen hieß es bis zur Wendeboje erst gegen die Strömung zu schwimmen und auf dem Rückweg dann der bekannte Kampf durch das langsame Feld der Kurzdistanzler. Das sorgt jedes Jahr für Stress unter allen Beteiligten und zahlreich Blessuren. Während die guten Schwimmer der Mitteldistanz, mitunter auch ich, an schnellen Schwimmzeiten gehindert werden und somit nach nur der Hälfte der Schwimmstrecke ihren Vorsprung nicht weiter ausbauen können, müssen sich die hinteren Schwimmer der Kurzdistanz fühlen, als würden sie von einem Tsunami überrollt. Warum man das partout seit Jahrzehnten nicht ändert, ist mir ein Rätsel, zumal es auch schon frontale Zusammenstöße der beiden Startgruppen gab. Die Startphase ist in Erlangen noch der entspanntere Teil der ersten Disziplin.

Nichts destotrotz bin ich als Sechster aus dem Kanal gestiegen. Ich hatte zwar auf den ersten 1000 Metern eine ungünstige Strömung erwischt und fast den gesamten Hinweg gebraucht, um wieder den Anschluss an die Führungsgruppe herzustellen. Der Rückweg verlief dann den beschriebenen Umständen entsprechend besser. Nach nur 90 Sekunden saß ich schließlich auf meinem Speedmax – immerhin – denn vom Schwimmausstieg, durch die Wechselzone und dem Radaufstieg ist eine Länge von 400 Metern zurückzulegen.

Die Taktik auf dem Rad hieß heute: eine moderate erste Runde und stark die Anstiege zu fahren, in der zweiten Runde hart fahren und an den Anstiegen moderater. Doch schon nach 20 km und im zweiten Anstieg ist mit dem Schaltvorgang die Kette nach innern gefallen. Wer eine elektronische Schaltung fährt, kennt das Problem, das ihm jetzt bevorsteht – ich fahre eine Di2. Absteigen mitten im Berg, die Kette mit Hand wieder auflegen und im Anstieg wieder auf das Rad steigen. Entsprechend angepisst habe ich den Berg hoch gebohrt und meine Taktik sofort auf durchgängig hart geändert. Die verlorenen Plätze waren nicht eingeplant und so stieg ich nach den 80 Kilometern nur als Dreizehnter vom Rad. Somit wechselte ich auch schneller als geplant in die Laufschuhe und ließ die Socken weg, um beim Laufen wieder meine geplante Renntaktik einhalten.

Ich lief zügig an und kam auch wie gewollt in einen guten Rhythmus. Die ersten 5 km waren konstant, um dann mit neuer Taktik ab meiner ersten Verpflegungsstelle gehend zu trinken, ein halbes Gel einzunehmen und nach 40 Metern weiterzulaufen. Das funktionierte recht gut, auch wenn es mir anfangs mental etwas schwer fiel. Ich trank die geplante Menge in kleinen Schlücken und konnte anschließend wesentlich schneller weiterlaufen. Das wiederholte ich alle 5 km.

Nach hälfte der Strecke wurde es schwer. Ich hatte das Gefühl meine Beine nicht mehr vom Boden zu bekommen und erhöhte daher die Frequenz mit kürzeren Schritten. Als ich aus dem Stadium raus auf die zweite Hälfte lief, hieß es, dass die Triathleten der Kurzdistanz nun seit fast 3:25 Stunden unterwegs sind. Ich rechnete, denn wir waren 5 Minuten später gestartet und kam zu dem Schluss, dass sich eine Sub 4 noch ausgehen könnte. Das würde zwar hart und es wurde auch zäh, dennoch hielt ich an meiner Taktik fest.
Die Gehpausen waren positiv und ich entschied mich bei 2,5 km vor Schluss auch noch einmal zu Trinken und nahm erstmals Cola. Das klebte zwar grausam im Mund, der Zucker mit dem Koffein half. Waren es ja nur 2 km zurück ins Stadion und ich war tatsächlich immer noch überraschend zügig unterwegs.

Ich schaltete noch einmal einen Gang höher, was zwar weh tat aber allmählich schoss das Adrenalin mit der Vorfreude auf das Finish ein. Ich hatte nur eine ungefähre Ahnung an welcher Position ich mich befand, nur, dass ich mehr überholt habe als mich überholt hatten und noch eine Zeit unter 4 Stunden möglich war. Ich hatte nur noch den Tunnelblick als es ein letztes Mail über die Kanalbrücke lief. Am Kanal und Stadion entlang laufend hörte ich dann den Sprecher, dass die Top Ten noch nicht voll sind und noch nicht die 4 Stunden durch sind.

Ich versuchte noch einmal die Knie ordentlich zu liften und bog von der Tartanbahn in die Zielrunde ein. Erst auf den letzten Metern war endlich die Uhr zu sehen.

3:59:15 H – SUB4 done – Rechnung beglichen
Und zu meiner Überraschung war das Platz 9 Gesamt beim Erlanger Triathlon 2014 . Meine Freude über das schöne Ergebnis zum Saisonfinale war und ist noch immer so groß, dass der 4. Platz in der AK M40 und damit erstmals nicht auf dem Podium, mein Glück nicht trüben konnte. Das heißt doch nur, dass wir 40er somit die neuen 30er sind und ganz vorne mitmischen.

That’s It – Triathlon Season 2014 finished

Manchmal läuft es wie am Schnürchen: Der erste Armzug im Wasser, die erste Kurbelumdrehung bis hin zum letzten Schritt der Laufstrecke ins Ziel. Manchmal läuft es aber eben auch nicht. So wie bei der Erlanger Mitteldistanz 2013 als ich ausgerechnet zum letzten Triathlon der Saison einen Tag erwischte, an dem ich noch optimistisch als vierter aus dem Wasser stieg und dann überhaupt nichts mehr lief, von der ersten Kurbelumdrehung bis hin zum letzten Schritt der Laufstrecke. Trotzdem war ich nicht enttäuscht, kein bisschen. Denn Erlangen hat mich zu einem besseren Athleten gemacht und ich habe ganz neue Erfahrung und Eindrücke gesammelt.

Jeder ambitionierte Sportler kennt das doch: Vor einem wichtigen Rennen spielt man alle möglichen Strategien und Taktiken, die verschiedenen Situation in seinem Kopf durch, die sich während eines Triathlons einfach ergeben könnten. Man versucht zu antizipieren, sich auf mögliche Situationen einzustellen und gut vorzubereiten. Man hat schließlich alles für diesen einen Tag getan, intensiv und gut trainiert, die Ernährung angepasst, jetzt geht’s noch darum alles richtig umzusetzen. In den letzten Tagen vor dem Erlanger Triathlon 2013 habe ich das natürlich auch gemacht. Immer wieder habe ich mir unterschiedliche Konstellationen vorgestellt – und am Renntag kam dann alles ganz anders. Im Vorfeld war ich fest davon ausgegangen, mit einigen anderen Athleten nicht nur ganz vorne aus dem Wasser zu steigen, sondern dann auf dem Rad die Dynamik des Rennens direkt mitzugestalten. Das Schwimmen klappte ja noch wie erhofft, als Vierter kam ich aus dem Wasser, doch dann fuhr ich von Beginn an im Niemandsland durchs die mittelfränkische Hügellandschaft.

Aber Stopp: Ich wollte eigentlich an dieser Stelle nicht erneut einen dieser vielen Rennberichte schreiben. Ich will euch eigentlich zeigen, warum für mich die Erlanger Mitteldistanz 2013 wohl zu einem der wichtigsten Rennen meines Triathlon-Lebens wurde. Dafür muss ich nur ganz kurz zusammenfassen, was im weiteren Verlauf geschah. Schon nach 2 Kilometern auf dem Rad fühlte ich mich elend und musste mich übergeben. Während der gesamten weiteren 80 Kilometer konnte ich keine Nahrung zu mir nehmen und behielt auch keinerlei Flüssigkeit. Nach der Hälfte der Rad-Einheit war der Tank dann logischerweise leer. Während des Radfahrens wollte ich nicht aufhören, es konnte schließlich, wenn auch langsamer, weiter fahren. Ich war froh, als ich die Wechselzone erreichte und wechselte wie immer, nur etwas ruhiger, um zumindest den Zubringer in Richtung Stadion zu laufen. Dort waren ohnehin die Klamotten für danach deponiert. Allerdings lief ich ganz selbstverständlich durch und erneut auf die Laufstrecke in die erste Laufrunde von zwei. Das Tempo war für mich ungewöhnlich entspannt und durch die Verpflegungsstellen ging ich ausschließlich, um zumindest etwas Flüssigkeit aufzunehmen. Mit jeder Verpflegungsstellen probierte ich etwas anderes, ging, trank und lieg weiter. Ich bekam Zuspruch von zahlreichen Athleten und Zuschauern. Als ich das zweite Mal ins Stadion einbog, war physiologisch eigentlich alles im Rhythmus, natürlich langsamer, daher wollte nur der Kopf psychologisch nicht mehr. Ich versuchte den Gedanken zu ignorieren, dachte an die vielen Athleten, die auch noch auf der Strecke waren und machte mich auf die zweite Runde. Für den abschließenden Halbmarathon benötigte ich fast eine Stunde und 45 Minuten, und war schließlich erst nach 4:34:25 Stunden im Ziel. Das hatte ich mir zwar eigentlich ganz anders vorgestellt, denn mein Plan war eine SUB 4. Doch mit diesem Rennen habe ich viel mehr gewonnen und so für die Saison 2014 noch eine Rechnung zu begleichen. Wie das lief, könnt ihr in meinem Blog lesen.

Florian Wildgruber
30. / 2. AK M18 in 4:24:44 H
QUALIFICATION IM 70.3 WM 2015

Markus Stöhr
33. / 5. AK M25 in 4:25:43 H
QUALIFICATION IM 70.3 WM 2015

MARKUS STOEHR
21. / 5. AK M25 in 4:20:53 h